Werbeanrufe: Unterdrückte Rufnummer ab morgen verboten
Ab morgen gilt ein verbesserter Schutz gegen unerwünschte Werbeanrufe. Diese sind an sich verboten, doch setzen sich unseriöse (und auch seriöse) Firmen immer wieder darüber hinweg.
Nach dem neuen Recht
- können Verstöße gegen das bestehende Verbot der unerlaubten Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern künftig mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Außerdem wird im Gesetz klargestellt, dass ein Werbeanruf nur zulässig ist, wenn der Angerufene vorher ausdrücklich erklärt hat, Werbeanrufe erhalten zu wollen;
- dürfen Anrufer bei Werbeanrufen ihre Rufnummer künftig nicht mehr unterdrücken, um ihre Identität zu verschleiern. Bei Verstößen gegen das Verbot droht eine Geldstrafe bis zu 10.000 Euro;
- bekommen Verbraucher mehr Möglichkeiten, Verträge zu widerrufen, die sie am Telefon abgeschlossen haben. Verträge über die Lieferung von Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierten sowie über Wett- und Lotterie-Dienstleistungen können künftig widerrufen werden so wie es heute schon bei allen anderen Verträgen möglich ist, die Verbraucher am Telefon abgeschlossen haben;
- können sich Verbraucher durch eine Neugestaltung der Widerrufsrechte künftig ohne Angabe von Gründen regelmäßig innerhalb von einem Monat von allen anderen telefonisch abgeschlossenen Verträgen lösen.
Richtig verstanden: das gilt nur für Verbraucher? Unternehmen darf ich noch anrufen, um Leistungen zu verkaufen bzw. mich selbst (Initiativbewerbung)?
Und was ist mit diesen "Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen, rufen Sie 0190-xxxx…."-Anrufen (am besten noch vom Band….), die zählen doch nicht als Werbung?
Leider ist dieses Gesetz in manchen Punkten nicht so eindeutig, wie man es sich aus Verbrauchersicht wünschen würde. Nehmen wir beispielsweise die Unterdrückung der Rufnummer. Da steht "Werbeanruf". Wie ist denn ein Werbeanruf definiert? In einem ursprünglichen Gesetzesentwurf war das noch klar geregelt, jetzt leider nicht mehr. Da fragt man sich doch, warum diese Regelung weggefallen ist.
Demnächst gibt es also keine Werbeanrufe mehr sondern Kundenbindungs-, Informations-, Nachfrage- und wasweißichfür-Anrufe.
Und wie heisst das zugrundeliegende Gesetz?
Waren die unterdrückten Rufnummern nicht auch schon vorher verboten?
Die Unterdrückung der Rufnummer ist also verboten und kann die Werber bis zu 10.000 EUR kosten?
Und wie sollen die bitte gefunden werden, wenn sie die Nummer unterdrücken?
wie verklage ich denn den der dennoch seine Rufnummer unterdrückt? Oder sind Mobilfunkunternehmen gehalten bei einem Anfangsverdacht unter Nennung von gewählter Nummer, Datum und Uhrzeit die Identität des Anrufers mitzuteilen? Wenn nicht ist das Gesetz für die Katz.
@6. bummbumm
> Und wie sollen die bitte gefunden werden, wenn sie die Nummer
> unterdrücken?
Natürlich mit Hilfe der VDS O:-)
"Wer sind Sie und von welchem Callcenter aus rufen Sie an?"
"Klick"
Na super. Ein wirklich praxistaugliches Gesetz.
cool, hoffentlich gibts bald dann blacklists die man in seine isdn anlage einpflegen kann.
Ich mochte die Anrufe mit unterdrückter Rufnummer.
Wenn ein Anruf mit unterdrückter Rufnummer klingelte erfolgte sofort die Umleitung auf den Anrufbeantworter und 95% der Werbe-Anrufe hatten die Rufnummer unterdrückt. Mit dem Anrufbeantowrter unterhalten sich die Callcenter recht ungern -> wenig Nerverei for mich. Nach der neuen Regelung habe ich etliche Rufnummern auf dem Telefon und ich frage mich, ob das nun ein Anruf von Bekannten etc. war oder ein unerwünschte Belästigung einer Drückerkolonne.
Toll!
Als ob man nicht irgendeine Nummer generieren kann, die zwar angezeigt wird aber bei nachforschung ins Nirvana führt.
Was ist mit VOIP :-0
Kann irgendjemand die Schwachsinnigen da oben mal IT beraten ???
Gilt das neue Verbot auch für Anrufe von der ARGE bzw. für ein von der ARGE beauftragtes Callcenter? Die haben nämlich auch immer schön mit unterdrückter Rufnummer angerufen, wenn sie ihren Klingelterror veranstaltet haben.
Offensichtliche Werbung hatte ich in letzter Zeit ja überhaupt nicht mehr, dafür aber reichlich "guten Abend, ich bin vom XYZ-Institut, wir machen eine Studie zum Thema [hier irgendein Thema einfügen] …", zum Äußern irgendwelche Verkaufsabsichten sind sie, so sie denn welche hatten, nicht gekommen, weil ich sie recht schnell abgewürgt habe.
Ich wär die trotzdem gern los.
Gehe ich recht in der Annahme, dass die nicht als "Werbeanrufe" gelten und mich weiter nerven dürfen?
Besonders ärgerlich sind die Anrufe zu den Zeiten, wenn man grade heimkommt und eigentlich ein bisschen Ruhe vertragen könnte. Da wusste man wenigstens bei den Rufnummerunterdrückern noch, dass man eh nicht hingehen muss.
Sinnvoll wäre ein Nummernkreis oder eine spezielle Vorwahl die Callcenter nutzen müssten. Dann könnte man die einfach gleich in der Anlage so schalten, dass das Tel. erst gar nicht klingelt..
Ob man in letzter Konsequenz gegen Coldcaller vorgehen wird? Ich habe da meine Zweifel. Sind ja auch einige grosse Namen dabei, die zwar offiziell nichts davon wissen, tatsächlich jedoch gerne von diesen Drückern vermittelte Aufträge annehmen und natürlich auch an diese Provisionen zahlen. Darunter auch Telekommunikationsanbieter, mit denen man jetzt im Rahmen des Zugangserschwerungsgesetzes zusammenarbeiten muss. Die werden schon Lobbyisten am Start haben die dafür sorgen dass immer ein Schlupfloch bleibt.
Die ersten Nummern sind bereits in meiner fritzbox Sperrliste eingetragen. Komischerweise alle mit Hamburger Vorwahl.
Für eine erste Recherche unbekannter Nummern empfehle ich:
http://whocallsme.com/
Da finden sich auch viele deutsche Einträge.
@12 (Carlos): So ohne weiteres kann man nicht eine beliebige Telefonnummer bei VoIP als gefälschte Absender-ID verwenden.
Jeder VoIP-Anbieter wird schon aus Abrechnungszwecken die richtige Identität eines Anrufers ermitteln wollen. Wer dabei CLIP (Caller Line Identification Presentation) verbockt, handelt sich den Unmut seiner Kundschaft, der Konkurrenten und der Bundesnetzagentur ein. Nichts, worauf man sich als Betreiber gerne einlassen möchte oder darf.
Das Argument, dass bei reinen VoIP-Gesprächen Betreiber keine große Rolle mehr spielen, zieht noch nicht: Im Moment existiert Internet-Telefonie maßgeblich nur in "walled gardens": Jeder Anbieter verbindet lediglich seine Telefonie-Kunden untereinander via IP, der Rest der Welt wird über kostenpflichtige (und damit authentifizierte) PSTN-Gateways bedient, also Schnittstellen in die konventionelle Telefon-Welt.
Anrufe, wie von #14 beschrieben können tatsächlich einen Unterhaltungswert bekommen. Es gibt das sog. "Gegenskript" :-]
(z.B., aber nicht nur, hier http://www.gruene-tg.ch/Humor/telefonwerbung.pdf oder nach 'gegenskript' googlen).
Selber schon mehrfach gespielt und vor längerer Zeit auch mal live die Wirkung auf eine Callcenter-Mitarbeiterin beobachten dürfen.
@6:
wenn ich so einen Anruf erhalte, lege ich (spätestens nach dem Gegenskript) auf und wähle eine kryptische Nr. mit vielen * und # – dann speichert mein Provider die Nummer. Die wird nur beim Endkunden nicht angezeigt. Es gibt anscheinend sogar Menschen, die sehr perplex sind, wenn auf ihre 'Scherz'-anrufe bei Notrufnummern die Exekutive an der Tür klingelt… "Wühsooo 'sch hab doch Rufnummernunterdückung?!?"
Ich finde es wieder mal unglaublich, dass keinerlei Unterschied zwischen echter Meinungs- und Marktforschung und Werbeanrufen gemacht wird. Die sind nämlich erlaubt und Marktforschungsinstitute dürfen mit unterdrückter Rufnummer anrufen, wenn sie auf Anfrage eine zentrale Nummer rausgeben (was jedes renommierte Institut gerne macht).
Ich möchte nicht wissen wie oft "echte Meinungsforschung" dann doch lediglich kommerziell ausgeschlachtet und interessierten Unternehmen verkauft wird. Ich finde sowas trotzdem lästig, auch wenn in dem Gespräch nicht direkt etwas angeboten/aufgedrängt wird.
Ich schliesse mich den Klagen über die Meinungsforscher an.
Das Institut verdient GELD damit, ihre Studien zu fäls… äh, fabrizieren.
Ich hingegen soll nett und brav meine knappe Freizeit für umsonst verschleudern, damit DIE ihr Brot verdienen können ?
Danke auch.
Als Verbraucher hat man sicherlich keine Chance an die Nummern zu kommen wenn sie Unterdrückt werden. Anders sieht das natürlich aus wenn ich glaube der Anrufer hat mein Urheberrecht gebrochen, dann darf ich ja Auskunft verlangen.
Es gibt im Ausland ansässige Dienstleister, welche Call Centern den Service anbieten, über ihre Server die Anrufe zu tätigen. Das bedeutet Anrufe mittels VoIP und einer gesendeten Rufnummer, die letztendlich nicht zum eigentlichen Anrufer zurück verfolgt werden kann.
Leider habe ich die Url dieses Anbieters nicht mehr.
Daher kommen auch die teils sehr suspekten Anruferkennungen.
@10 einfach einen Router verwenden (zB. Fritz Box), alle 0190xx 0180xx Nummern sowie Schweiz und Rumänien gesperrt (anscheinend sehr viele Call Center da) und schon ist´s relativ ruhig.
@ 21, 22 AnKa und L.A.
Meinungs- und vor allem Marktforschung dienen selbstverständlich auch nur kommerziellen Zwecken, die Ergebnisse werden verkauft.
Deshalb sind nach ständiger Rechtsprechung des LG Berlins Marktforschungsanrufe ohne vorherige Genehmigung des Angerufenen auch rechtswidrig.
wie schaut es eigentlich mit den Anrufen von Immobilienmaklern aus.
Habe eine wohnung zu verkaufen und diese inseriert. zusätzlich suche ich selbst auch noch eine.
Daher bekomme ich immer anrufe vion maklern, die kunden für meine wohnung hätten und parallel werde ich immer von maklern angeschrieben, die mir irgendwelche exposés zu schicken.
ist das noch recht?
Hatte gestern eine mir unbekannte Rufnummer auf meiner Anrufliste (Hausanschluss). Von Neugierde gepackt habe ich die Rückruftaste gedrückt… "Diese Rufnummer ist nicht vergeben…" Haha, da lach ich mich doch schlapp.
Die Schaffung eines OWi-Tatbestandes für unerwünschte Telefonwerbung war absolut überfällig.
Ich hatte eben so ein Werbeanruf. Habe ihn darauf hingewiesen, dass dieses neue Gesetz gilt. Der Typ hat mich ausgelacht. Nummer war übrigends unterdrückt. Er meinte, um seine Identität zu erfahren, müsste ich eine 0180er Nummer anrufen und dann würde ich immer unterdrückte Nummern damit erkennbar machen. Stimmt denn das? Achso, ich bekomme immer noch täglich 2-3 Werbeanrufe, es hat sich also noch nichts geändert. Ich hatte im Mai geheiratet und man fragt immer nach meinen alten Nachnamen. Da frag ich mich doch ernsthaft, ob das neue Gesetz überhaupt jemanden interessiert. Es hält sich doch eh keiner daran.
@35, lionbaby:
Ja, dreist sind sie schon manchmal… und manchmal dann sehr schnell und verwundert wieder 'am arbeitsmarkt verfügbar'.
Meines wissens bieten die meisten (alle?) telefon-provider einen dienst, den ich konkret bei arcor (und etwas anders von der telekom) kenne: bei arcor konnte ich mich über die hotline freischalten lassen (kostenlos) und gebe bis spätestens 90 sekunden nach dem unerwünschten anruf einen service-code ein (mit zahlen, * und #). Dann wird die, mir verborgene, anrufernummer gespeichert und wenn man anzeige erstattet ist der anrufer mit nummer, zeit und datum bekannt. (Was dann für den betreffenden teuer wird, daher 'arbeitsmarkt' :-).
Vor längerem (da war's noch die post) gab's von der telekom uf anfrage eine 'fangschaltung', da wurden dann alle anrufernummern registriert und auf anfrage an z.b. die polizei herausgegeben.
viel erfolg! *daumendrück*
Ich habe genau 1x (in Worten: ein Mal) einen Anruf von einem Marktforschungsladen erhalten (Thema Radio-Hörgewohnheiten, keine Schleichwerbung erkennbar, mehrere Jahre her). Ich nehme nicht an Gewinnspielen usw. teil, davon abgesehen unternehme ich aber nichts besonderes, um meine Nummer geheim zu halten. Bin ich einfach nur ein Glückspilz oder mache ich irgendwas richtig?
was zählt eigentlich alles zu Werbung? Habe heute einen Anruf erhalten von einer Bausparkasse mit unterdrückter Rufnummer die einen Beratungstermin ausmachen wollten…….