Das sittliche Empfinden der Allgemeinheit

Die Würde der Verstorbenen und das sittliche Empfinden der Allgemeinheit sind der Grund, warum Gunther von Hagens in seiner Körperwelten-Schau keine plastinierten Leichen beim Geschlechtsakt zeigen darf. Ursprünglich wollte er das Paar ab Donnerstag in Augsburg präsentieren, berichtet die Süddeutsche Zeitung. In einem gesonderten Raum, zugänglich erst ab 16 Jahren.

Die Stadt Augsburg habe die Ausstellung der liebenden Leichen nun verboten und den Sofortvollzug angeordnet.

Ich habe die Schau mal gesehen. Auch wenn man Gunther von Hagens weder persönlicih mögen noch seine Marketingmethoden im Detail gutheißen muss – die Körperwelten eröffnen einen ziemlich einmaligen Blick auf den menschlliche Körper. Wobei für mich die Schau zurückblickend wenig mit dem Tod zu tun hatte, dafür umso mehr mit dem Leben. Und dieser nachhaltige Eindruck wird eben gerade auch dadurch geweckt, dass von Hagens seine Exponate wie im “wirklichen Leben” zeigt.

Ich erinnere mich an eine werdende Mutter, die mit dem ebenfalls verstorbenen Kind im Bauch gezeigt wurde. Wieso im Vergleich hierzu ausgerechnet eine Darstellung von einer so natürlichen Sache wie Sex verboten werden muss, kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Aber wenn die Oberen der Stadt Augsburg wissen, wie die “Allgemeinheit” in Augsburg heute sittlich tickt, muss man ihnen dies wohl glauben.

Oder drüber lachen.

80 Gedanken zu “Das sittliche Empfinden der Allgemeinheit

  1. 1

    Es wird ein Stoppschild benötigt! Ganz eindeutig. Dieser Schmutz und dieser rechtsfreie Raum der Kultur kann nicht toleriert werden. Eine Schädigung am Volkskörper und Verletzung des allgemeinen Volksgeschmackes in einem solchen Ausmaß ist unverantwortlich. Muss alles schön sauber, rein und ar…

    …Oh, Moment! So ein Vergleich, wie kann ich nur! Das ist ja was völlig anderes. Nämlich…genau Jugendschutz oder war es Kampf gegen den Terror, vielleicht Kinderpornografie?

  2. 2

    Immer das letzte Wort behalten. Das kann der Vetter auf eine sehr charmante Weise.

  3. 3

    Ich würde noch einen plastinierten Hund dazu nehmen und ein bisken Sodomie. Was könnte man sich denn da noch einfallen lass, mal sehen…

  4. 4

    Wer war jetzt noch gleich "die" Allgemeinheit und wieso zur Hölle bin ich nie mit ihr einer Meinung?

  5. 5

    Da ich nicht glauben kann, daß die beiden im Leben schon ein Paar waren, bin ich der Meinung, daß das so weder geglückt oder notwendig ist. Ob man da als Stadt Augsburg allerdings ein glückliches Händchen bewiesen hat, sein auch mal dahingestellt.

  6. 6

    Mir persönlich gefallen "Köperwelten" nicht, ich finde von Hagens unsympathisch, also gehe ich einfach nicht hin.
    Ich brauche keine Bevormundung irgendwelcher Amtspersonen.

  7. 7

    #Bombur, genau das ist der Punkt, finde ich. Wenn die beiden beim Sex plötzlich verstorben wären und in dieser Situation plastiniert weden, fände ich es ok, wenn aber eine männliche und eine weibliche Leiche, die sich vielleicht nie gekannt haben, posthum zum Liebespaar zusammengesetzt werden, so finde ich das schon ein wenig geschmacklos.

  8. 8
  9. 9

    Die Körperspender unterschreiben umfassende Einwilligungserklärungen. Ich habe mal eine gesehen, darin konnte man eine Unzahl von Kreuzen machen, in welchem Kontext man gezeigt werden wollte und in welchem nicht. Also gut möglich, dass die Betreffenden ausdrücklich eingewilligt haben.

  10. 10

    Ich war in der Körperwelten-Schau als es sie das erste mal gab, schon lange her.

    Ich habe selten etwas interessanteres, bewegenderes und ästhetisch auch anspruchsvolleres gesehen…
    …und in der Konkurrenz sind der Dom von Florenz, das Ägyptische Museum in Berlin, das Britische Museum, das Deutsche Museum, etc.

    Aber Politiker und Beamte wissen sowieso alles besser als ich:
    - wozu mein Geld verwenden
    - was ich Spielen soll
    - welche Filme ich sehen soll (im Fernsehen wann…)
    - welche Webseiten für mich gut sind

    Da wissen die bestimmt auch was (nicht)entartete Kunst ist…

    (hi Godwin…)

  11. 11

    @LA
    Ich finde sie interpretieren da ein wenig zu viel. Die beiden sind beim Sex. Ob das ein Liebespaar ist, erschließt sich nicht wirklich.

  12. 12

    Natürlich ist das interessant. Dinge zu sehen die man eigentlich nicht sehen kann oder sehen darf ist interessant. Die Pornoindustrie lebt davon. Es gibt sogar Menschen, die verdienen ihr Geld damit andere zusehen zu lassen wie ein Mensch gewaltsam stirbt.

  13. 13
  14. 14

    Nun, Politiker tendieren generell dazu, Dinge regulieren oder verbieten zu wollen, von denen sie keine Ahnung haben, wie zum Beispiel Rechtschreibung, Internet, Sex usw.

  15. 15

    Tja, da fehlt ganz eindeutig das

    "Gesetz über die Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst"

    * Wer Ironie findet, darf sie behalten.

  16. 16

    naja, ich finde die ganze Austellung alles andere als sittlich

    sollte komplett verboten werden.

    Der Typ hat doch keinerlei Respekt mehr vor toten Menschen. Die ganze Ausstellung ist doch letztlich nichts anderes als Störung der Totenruhe.

  17. 17

    Die Körperwelten Ausstellung ist einer der besten Ausstellungen überhaupt. Als ich das erste MAl da war, ging ich mit der Einstellung hin "Ötzi gucken" aber Körperwelten ist vollkommen anders. Man erfährt dort die Erfurcht vor dem Menschen. Rein körperlich sind Menschen extrem komplex und jeder Besucher weiss klar was er sieht könnte er selbst sein. Körperwelten zu boykotieren weil man den Macher nicht mag zeugt von äusserster Ignoranz. Nirgendwo sonst bekommen Nicht mediziener einer eindrucksvoleren (keineswegs gruseligen wie bei Ötzi) Einblich in den Menschen.

    mfg

  18. 18

    <blockqoute>Aber wenn die Oberen der Stadt Augsburg wissen, wie die “Allgemeinheit” in Augsburg heute sittlich tickt, muss man ihnen dies wohl glauben.

    Oder drüber lachen. </blockquote

    Augsburger Puppenkiste halt.^^

  19. 19

    In Berlin war (ist…?) das Pärchen beim GV ausgestellt. Ich fand die Darstellung in keiner Weise anstößig. Aber Augsburg ist ja auch ein ganzes Stück weg von Berlin…

  20. 20

    Die Leute, die eingewilligt haben sich plastinieren zu lassen, müssen ja auch irgendeinen Grund dazu gehabt haben.
    Welche Leute sind denn das, die dem zugestimmt haben?
    Das sind doch größtenteils Leute, die kaum Geld hatten und dadurch bis zum Ende ihres Lebens noch an Geld herangekommen sind.

    Und ich sehe das so: Wenn man keine Kohle hat, gibt es nur wenige Möglichkeiten an welche heran zu kommen. Diebstahl, Prostitution (wenn man ne Frau ist) oder halt so ein Plastinat.

    Ich find das ekelhaft. Ich will keine Leichen sehen. Wenn ich mich über die menschliche Anatomie informieren will, lese ich Bücher darüber, die auch wirklich alles erklären. Bei dieser Ausstellung sehe ich nur, aber wo bleibt die Erklärung über Funktionsweisen etc.
    Irgendwo muss man einfach Grenzen ziehen.

  21. 21

    Ich war bei den letzten Körperwelten in Berlin und muss sagen, dass ich nur sehr wenig vom beworbenen aufklärerischem Charakter gesehen habe. Wie ein Mensch von Innen aussieht kann man heutzutage jedem Biologie-/Anatomiebuch entnehmen. Wie ein Mensch von Innen aussieht, wenn er in einer Alltassituation "eingefroren" und geschält, zersägt oder inside-out ausgestellt wird, bedarf zwar etwas Fantasie, ist aber auch keine herausragende Anforderung an die eigenen grauen Zellen. Schlimmstenfalls besucht man die Splatterecke der Videothek seines Vertrauens. Ich persönlich empfinde die Körperwelten als Geldmacherei unter dem Deckmantel der Aufklärung. Wenn ich zur Konservierung jede Zelle erst plastinieren muss, warum fräse ich mir dann das Gewünschte nicht gleich aus einem Block Plastik und lasse es in der örtlichen Mittelschule bunt anmalen? Am besten im Biologieunterricht, weil muss ja pädagogisch sein. Sind manche Menschen (sich angesprochen gefühlte Leser sollten sich fragen, warum sie sich angesprochen fühlen) in ihrer Auffassungsgabe so beschränkt, dass sie ein Organ erst dann als solches erkennen, wenn es ihnen aus der Bauchhöhle entgegenhängt? Oder lockt nicht vielleicht einfach der Grusel und der Voyeurismus die Massen an? Eben WEIL das lustige Männchen da gegenüber irgendwie, irgendwann, irgendwo mal durch die Botanik gesprungen ist?
    Verstehen sie, werter Leser, mich nicht falsch, soll hingehen wer will. Aber wenn man eine solche Ausstellung braucht, um sich seiner Innereien bewusst zu werden…naja, dann sollte man sich mal ein Lehrbuch schnappen und sich zumindest dort die bunten Bilder ansehen. Da lernt man mehr als in den KW

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.

  22. 22

    ╔═══╗
    ║███║
    ╠═══╣
    ║╬ ▫▫ ║
    ╚═══╝

    Dazu spiel ich Gameboy

  23. 23

    Ohne über andere Ausstellungsorte sprechen zu können, möchte ich doch feststellen, dass die Ausstellung in Augsburg alles andere als anstößig war; die war eher dem Biologie-Unterricht ähnlich.

    An den Wänden hingen tatsächlich auch Einverständniserklärungen von später plastinierten Menschen, zum Nachlesen. Man kann a) tatsächlich angeben, wie man (nicht) gezeigt werdne möchte b) seine Beweggründe darlegen, wieso man sich überhaupt ausstellen lässt.

    Die Ausstellung in Augsburg geht nun schon eine ganze Weile, Ende Juni war ich dort. Sex gab es tatsächlich keinen zu sehen. Ich hatte mir viel reißerisches erwartet. Und ekliges. Aber dass die Ausstellung *interessant* wäre, das nicht. Da stehen nicht nur tote Menschen, sondern neben jedem Exponat auch eine Erklärung, etwa über die Raucherlunge, den Kreislauf oder das Herz. Wieso nicht auch beim Sex?

  24. 24
  25. 25

    Da schließe ich mich dann doch mit Grauen dem "sittlichen Empfinden der Allgemeinheit" an. Ein totes Kind im Bauch auszustellen genau wie einen Geschlechtsakt von Leichen – geschmacklos und widerlich. Ob so etwas jetzt verboten werden sollte… ich muß es mir nicht anschauen.

  26. 26

    @20:
    Zumindest bei von Hagens heißt es Körper_spende_, es fließt also kein Geld und ist nur eine weitere Alternative zu Begräbnis, Verbrennung, etc…

  27. 27

    > Ich find das ekelhaft. Ich will keine Leichen sehen.

    Niemand zwingt dich das zu tun ;-)
    Ich halte Fußball für eine nutzlose Zeit- und Formel1 für eine absolut sinnfreie Ressourcenverschwendung. Kann ich jetzt auch beides verbieten lassen?

    > Wenn ich mich über die menschliche Anatomie informieren will,
    > lese ich Bücher darüber, die auch wirklich alles erklären.

    Und die letztlich nur entstehen konnten weil sich andere Menschen Leichen angesehen haben.

    Ich hatte bisher noch keine Gelegenheit mir die Körperwelten anzusehen. Ob ich's machen würde kann ich nichtmal sagen. Verbote, begründet mit Sittlichkeit stoßen mir aber ganz übel auf. Das Inzestverbot geht ja auch in die Richtung. Eigentlich sollten die diversen Sekten keinen so starken Einfluß ausüben können. Einen rationalen Grund für das Verbot kann ich zumindest nicht entdecken.

  28. 28

    Also zumindest mein sittliches Empfinden wird dadurch berührt, wenn Leichen derart ausgestellt werden. Und zwar schon durch die "normale" Körperweltenausstellung. Nicht alles was im medizinischen Seminar Sinn macht, gehört in eine kommerzielle Ausstellung.

  29. 29

    Ich hatte vor Jahren die Möglichkeit, die Körperwelten in München zu besichtigen.

    Hinsichtlich des handwerklichen Geschicks von Hagens und seiner Mitarbeiter war es sicherlich eine gelungene Demonstration; über die biologischen, aufklärerischen und künstlerischen Aspekte mag man indes geteilter Meinung sein.

    Insbesondere letzterer stand m.E. eindeutig im Vordergrund, d.h. die Modellierung der plastinierten Leichen in bestimmte Posen unter Verwendung bestimmter Techniken wie beispielsweise die "Spreizung", um den Körper oder Teile davon zu vergrößern.

    Insgesamt fand ich die Ausstellung eher ermüdend und den Hype, der darum gemacht wurde, maßlos übertrieben.

  30. 30
  31. 31

    es ist das eine, aus aufklärerischen gründen eine plastinierte leiche in ihrere anatomie zu demonstrieren (meinetwegen auch in scheiben oder sonstigen aufbereitungen), das präsentieren der leichen in handlungskontexten, wie sex, schwangerschaft, schachspiel usw, ist entwürdigend. hier wird aufklärung mit kunst vermischt, weil sich herr von hagen eher als künstlerischeres genie denn als anatom zu verstehen scheint.

  32. 32

    Und wieder einmal kann ich als Augsburger nur müde den Kopf schütteln über die Provinzialität unserer Stadtoberen… Traurig. Quo vadis, Augsburg?

  33. 33

    Es widert mich an, wenn im Namen des 'gesunden Volksempfindens' (aka Sitte, Anstand und Moral) ständig neue Verbote erlassen werden.
    Ich bin ein erwachsener Mensch – ich kann selbst entscheiden was ich sehen, spielen oder hören will. Dazu brauche ich keine moralische Instanz, die mir das vorschreibt. Die 'Obrigkeit' hat sich gefälligst aus solchen Fragen rauszuhalten.
    Und wem gewisse Dinge nicht gefallen, der muß sie sich nicht anschauen. Period!
    Immer dieses bigotte 'sowas muß ja nun wirklich nicht sein'. Doch, muß es. Weil alles andere Zensur ist.

  34. 34

    Über Geschmack lässt sich streiten, über den Sinn oder Unsinn dieser Ausstellung und über Ethik auch. Aber mit Verboten wird jegliche konstruktive Auseinandersetzung sofort und absolut verhindert. Woher kommt denn dieser Automatismus, dass alles verboten werden muss, was nicht gefällt? Gesellschaftlicher Diskurs und Unvoreingenommenheit bleiben da auf der Strecke. Das ist sehr schade.

  35. 35
  36. 36

    Es ist der Konflikt mit der Vergänglichkeit, die Bedeutungslosigkeit des Materiellen und nicht zuletzt des Menschen, der mit dem Tod einher geht und mit der zur Schau gestellten Plastinierung von menschlichen Körpern bei lebenden Menschen ausbricht.

    Die Darstellung in Handlungskontexten ist dann lediglich noch kitschig.

    Am Ende bleibt, wer es nicht sehen will, geht einfach nicht hin.

  37. 37

    Nach meinem sittlichen Empfinden sollte die gesamte Ausstellung verboten werden (und nicht nur die Darstellung von Leichen beim Geschlechtsakt)!

  38. 38

    @21 Bonkers

    Erlernen und erleben Sie alles aus Büchern? Reisen Sie nicht in andere Länder um diese mal zu sehen, weil Sie diese auch aus Büchern erblicken könnten? Wie vieles andere auch?

    Und dennoch ist es etwas anderes, mit eigenen Augen gesehen zu haben und besonders im Hinterkopf zu wissen, dass es authentisch ist.

    Verstehen Sie mich nicht falsch. Es darf Ihnen reichen, etwas nur aus Büchern zu erfahren. Mir reicht das oft nicht.

  39. 39

    Tja…ich liebe den Begriff "sittliches Empfinden", so schön undefiniert und nebulös….. jeder hat da wohl andere Maßstäbe was ansich da kein Problem ist, außer es folgt das Satzstück "sollte verboten werden".
    Mit welchem Recht nehmen sich diese Damen und Herren heraus ihr "sittliches Empfinden" zum Maßstab für Alle zu machen? Soviel ich weiß findet die Austellung in einem geschlossen Ort statt und das poppende Paar steht nicht am Stachus wo viele gezwungen werden sich das anzuschauen. Wer es nicht sehen will wird nicht gezwungen sich das anzusehen…..denn "sittliches Empfinden" verhält sich meiner Meinung nach wie Pornographie und die liegt bekanntlich im Kopfe des Betrachters, der entscheidet was pornographisch ist und was nicht….
    In dem Sinne ist die Forderung von Verboten nichts anderes als der Versuch allen und jedem seine eigene Moralvorstellung zwangsweise aufzudrücken und das Recht hat keiner….

    bombjack

    PS: Zensoren sind fast immer und überall Arschlöcher und den einzigen den ich akzeptiere bin ich und das nur für mich selbst.

  40. 40

    @39 Eileen

    Wenn ich mich ernsthaft über ein Thema informieren möchte, lese ich zuerst ein Buch, um ein gewisses Grundwissen zu erhalten. Sollte ich der Meinung sein, dass ich dieses Wissen durch den Besuch einer kulturellen Einrichtung erweitern kann, besuche ich eine solche. Keine Frage.
    Allerdins sehe ich den pädagogischen Nutzen der KW der Effekthascherei hinten angestellt.
    Körperwelten haben mit der Erlangung von Wissen über Anatomie/Biochemie/etc. genausoviel zu tun, wie El Arenal mit spanischer Kulturgeschichte, um mal Ihren Vergleich zu bemühen. Ich behaupte nicht, dass reines Bücherwissen alles ist. Allerdings ist es einer populärwissenschaftlichen Ausstellung wie dieser (meiner Meinung nach) vorzuziehen.

  41. 41

    Wo ist das Problem? Es wird niemand gezwungen sich die ausstellung anzuschauen. Aber mit der Selbstbestimmung scheint es hier nicht weit her zu sein

    War übrigens vor 2 Monaten in New York in der Ausstellung "Bodies", war hochinteressant!

  42. 42

    @12:
    stimmt:
    produzenten, programmverantwortliche, intendanten, regisseure, schauspieler….
    ;]

  43. 43

    Körperwelten, schön und gut, viele Bekannte, die Besucher der Ausstellung waren, haben mir begeistert davon erzählt, jedoch gibt es zwei Punkte die mir etwas aufstoßen:

    1. Der Vorwurf, dass Leichen aus dem Ausland gekauft worden wären, deren Todesursache eine gewaltsame war, eine Hinrichtung, und diese Menschen, die nun nur noch Leichen waren, keine umfassende Einwilligungserklärung erteilt hatten – da kann der Mann mit dem Hut auch noch dagegen vorgehen (mündlich in Öffentlichkeit, per Unterlassungserklärungen), aber ein schaler Beigeschmack bleibt.

    2. Das Baby im Bauch der Mutter. Denn das hat keine Einwilligung abgegeben.

  44. 44

    Als in der Fuggerstadt geborener kann ich nur wieder sagen: Über Deutschland lacht die Sonne, über Augsburg die ganze Welt.

  45. 45

    als Augsburger Bürgern kann ich nur sagen: typisch Augsburg! schreckliche Stadt. Da vermisse ich langsam München so richtig…
    Mal von diesem Verbot abgesehen: Augsburger können nix. Die meisten sind im wahrsten Sinne des Wortes zu dumm zum ausm Bus zu gucken. Jedenfalls könnense weder richtig ein noch aussteigen. Rolltreppe fahren ist für Augsburger vollkommen unmöglich. Links gehen, rechts stehen. Kann ja eigentlich nicht so schwer sein…
    Die Lokalpolitik ist da auf ähnlichem Niveau. Ich sag nur: Verbot von Verzehr von Speisen und Getränken nach 24 Uhr in der Innenstadt…

  46. 46

    Bei den Körperwelten handelt es sich ganz eindeutig um keinen rechtsfreien Raum. UUUhhh die armen Kinder….

    Stellt ein STOP-Schild auf die Sache ist bereinigt.

  47. 47

    @47 LeSmou:

    Da komm mal nach Dresden, da wo ich arbeiten -muss-. Da bricht erstmal Dein Weltbild zusammen. Ich bin zwar auch aus dem Osten, aber wenn ich das hier so sehe, da versteh ich manche Leute echt die auf den Osten schimpfen.

    Was man hier angemault wird ist echt belastend. Jeder ist unzufrieden, jeder meckert, man man man.

  48. 48

    "Das sind doch größtenteils Leute, die kaum Geld hatten und dadurch bis zum Ende ihres Lebens noch an Geld herangekommen sind."

    Ziemlich anmaßend, die Aussage. Du kennst die Leute doch nicht mal, woher willst du das wissen?

    NIEMAND, dem das nicht gefällt, muss dahin gehen. Es ist eure Entscheidung. Man kann sich auch künstlich darüber aufregen, was einen doch eigtl gar nicht tangieren müsste.

    Die Kunst ist frei. Und wenn ihr darüber entscheidet, was sich andere Leute ansehen dürfen, nur weil ihr es ekelig findet (was ja euer gutes Recht ist), aber dann seid ihr ziemlich anmaßend und arrogant.

    Lass die Leute doch, wie sie sind. Meine Jüte, schon einer dran gestorben?? Ist eure geistige Unversehrtheit durch etwas gefährdet, wozu euch niemand zwingt?

  49. 49

    tztzt, Talkshows verletzen meine sittliche empfindsame Seele …VERBIETET SIE!!!!
    oder ich schau sie mir einfach nicht an.
    Ein gefolteter, blutender Jesus verletzt meine sittliche empfindsame Seele, verbietet das öffentliche Zeigen von ihm.
    Langsam kann ich echt nur noch mit dem Kopf schütteln, Verbote hier, Verbote da,. Ich bin bis dato davon ausgegangen, das mit erreichen des 18. Lebensjahr der Mensch in Deutschland selber entscheiden kann/darf was er will und was nicht. Aber nun gut… es korrelliert ja mit dem neuem Schutzaltergesetz. Wenn es dann irgendeinem sittlichen Politiker stört das der Mensch vom Affen abstammt… , Ach nee, die haben wir ja auch schon, Kultusministerin a.D. Wolff und Ministerpräsident hoffentlich bald a.D. Althaus.

  50. 50

    "Ich erinnere mich an eine werdende Mutter, die mit dem ebenfalls verstorbenen Kind im Bauch gezeigt wurde … drüber lachen"

    Ey Vetter, hätte ich ja nicht gedacht, daß Du auf solchen Softcore-Scheiß stehst! Viel geiler ist doch, wenn sie der lebenden Alten das Balg aus dem Wanst schneiden! Das kommt noch viel krasser, da kannst Du dann mal richtig ablachen, weil Menschenwürde is Porno!

  51. 51

    @Delphinmetzger

    Hier, die Fernbedienung
    ╔═══╗
    ║███║
    ╠═══╣
    ║╬++║
    ╚═══╝

  52. 52

    @Delphinmetzger

    Juristische Vergleiche zu ziehen, üben wir noch mal (auch mit Ironie), gell?

    Oder: Wenn man keine Ahnung hat – einfach mal die Fresse halten!

  53. 53

    @ Suff u. Marion:
    Jo, so seid Ihr! (jetzt mal so ohne jur. Vergleich)
    Sorry, hab echt keine Ahnung von aufgeschnittenen Leichen, hab mich vor Euresgleichen aber schon bei der StA, die uns Referendare damit schockieren wollte, mächtig geekelt (d.h. in Eurem Mario-Barth-Idiom: Fresse halten, Ihr Untoten)

    Und Marion, kleines Doofchen: Was ist denn ein "Juristischer Vergleich"? 779 BGB? Gott bewahre…

    War aber durchaus erhellend, die Geistesverwandten Eures Lieblingsbloggers mal näher kennenzulernen. Obwohl, wenn Ihr und dieser Anwalt aus Düsseldorf, der darüber jammert, daß er keine Leichen beim Ficken sehen darf, gegen die neuen "Staatsschützer" seid: Hm.

  54. 54

    Über Geschmack lässt sich zum Glück nicht streiten und von Gunter von Hagens kann man auch halten was man will.

    Das Argument "wer dies oder jenes nicht mag, braucht es auch nicht anzuschauen" greift in diesem (und in ähnlichen Fällen) allerdings zu kurz. Es verkennt nämlich, dass letztlich unser ganzer geschriebener und ungeschriebener Regelkanon auf einem gesellschaftlichen Grundkonsens besteht (und bestehen muss, sonst funktioniert die Gesellschaft nämlich auf Dauer nicht) darüber, was ethisch in Ordnung oder eben nicht in Ordnung ist. Das oben wiedergegebene Argument hebelt diesen Grundsatz aber völlig aus, da es in letzter Konsequenz dazu führt, dass jeder an sich verbindliche Regeln nach seinem Gusto anwendet oder auch nicht.

    Und was die Methodik angeht, so liegt dieses Argument auf einer Linie mit "wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten".

  55. 55

    Ob Sex oder nicht – egal. Ob sie auch im echten Leben ein Liebespaar waren und dieser Darstellung ausdrücklich zugestimmt haben – nicht so wichtig. Der kritische Punkt ist bei mir schon viel früher erreicht. Ich halte die ganze Ausstellung für Ekelerregend und unnötig. Und genau das ist es was jeden der Besucher angezogen hat. Die Lust am Ekel, am Gruseln und am absoluten Voyeurismus (nicht nur die Kleider sind weg, nein man kann direkt hineinsehen). Es geht bei dieser Ausstellung nicht um Wissenschaftlichkeit und Information. Wenn ich wissen möchte wie (m)ein Körper innen aussieht, brauch ich mir keine Leichen anschauen. Das Argument: "Schau in ein Buch" empfinde ich als schwach. Da wir die Welt räumlich erfahren ist etwas plastisches einfach anschaulicher. Es gibt aber noch die Möglichkeit des Modells. Schon die Bekannten aus dem Biounterricht zum Auseinandernehmen sind hinreichend informativ. Doch hochpreisige genaue Modelle sind ebenso plastisch wie die Ausstellungsstücke des Geschäftsmannes. Es fehlt nur der Gruseleffekt.
    Und nun möchte ich noch zu einem letzten Punkt kommen: Die Einverständniserklärung. Es mag sein, dass die Meisten der Darstellung zugestimmt haben – aber eben nicht alle. Die Tiere wie das Pferd und der Gorilla werden so als Ausstellungsstück benutzt. Und das tote Kind wurde auch nicht gefragt. Es wurde zum Gegenstand degradiert und hinter das Gewinnstreben gestellt

  56. 56

    @55 (Thunfisch-Schlachter): "die uns Referendare .. schockieren wollte"
    Wenn Sie (Rechts-)Referendar sind – was man ja fast nicht glauben möchte, so man denn sein Vertrauen in die deutsche Juristenausbildung behalten will – dann benehmen sie sich doch bitte entsprechend kultiviert. Auch in einem Blogkommentar kann und sollte man ein Mindestmaß an Nettiquette einhalten – vor allem als Mensch mit angeblich höherer Bildung.
    Und Körperwelten hat mit aufgeschnittener Leiche nichts am Hut. Das eine ist sauber, in Form gebracht, ästethisch ansprechend dargestellt. Das andere ist blutig, stinkt, tropft auf den Boden und versaut einem hinterher das Mittagessen. Allerdings ist es sehr lustig zu sehen, mit wie wenig Berührungsängsten Pathologen arbeiten.
    ("Hier, die Leber. Halten sie die mal" war zum Beispiel der große Lacher, als wir damals die Gerichtsmedizin besichtigt haben. Die junge Dame hat spontan ihr Frühstück da gelassen … )

    @57 (Lioman): Solange des tote Kind nicht geboren ist, braucht es nicht zuzustimmen – kann es rein rechtlich nämlich gar nicht. In diesem Fall ist ja offensichtlich die schwangere Frau gestorben. Vor Beginn der Geburt ist das Kind eben noch nicht vollumfänglich geschützt.
    Zu den Pferden und Gorillas … Ob ich aus dem toten Tier einen Ledermantel mache, oder Salami … oder halt ein Lehr-Objekt – whats the friggin´ difference? Totes Tier ist Ware, Rohstoff. So wie Erdöl oder Zuckerrohr.

    @topic: Bayern, des samma mir… Ob die da jetzt zwei Leichen anders zusammenstapeln als vorher, pffff … eigentlich sollte das ziemlich egal sein. Wie sich die Zeiten ändern. Eine Statue ohne Beinkleider (z.B. Michelangelos David) war nach kurzem Schock akzeptiert. Aber Tote ohne Haut und Muskelfasern – darüber streitet man sich seit es die Körperwelten-Ausstellungen gibt …

  57. 57

    @27 (Geralt):

    Genau!

    Fußball = 22 "Idioten" rennen hinter einem Ball her!
    Formel 1 = 20 "Idioten" fahren im Kreis (oder gegen die Mauer!)

    Ich habe die allererste "Körperwelten" in Köln gesehen. War fast wie Phantasialand … nur die Achterbahn hat gefehlt! ;)

    P.S.: Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten!

  58. 58

    @27: Das Inzestverbot stützt sich nicht allein auf Sittlichkeit, sondern auch – und gerade – auf die Gefahr gesundheitlicher Schäden etwaiger Kinder, Erbkrankheiten und so …

  59. 59

    @57: "Ich halte die ganze Ausstellung für Ekelerregend und unnötig"

    Das ist Ihr gutes Recht, aber dann gehen sie einfach nicht hin. Nur weil *sie* so empfinden, heißt es nicht, daß andere das ebenfalls tun.

    "Und genau das ist es was jeden der Besucher angezogen hat. Die Lust am Ekel, am Gruseln und am absoluten Voyeurismus"

    Auch hier sprechen Sie bitte nur für Sich und übertragen nicht ihre Beweggründe auf andere.

    "Die Tiere wie das Pferd und der Gorilla werden so als Ausstellungsstück benutzt."

    Etwa so wie Knut? Den fanden Sie doch sicher niedlich und damit war das gleich ganz was anderes.

  60. 60

    @56 (RRW): "Das Argument "wer dies oder jenes nicht mag, braucht es auch nicht anzuschauen" greift in diesem (und in ähnlichen Fällen) allerdings zu kurz. Es verkennt nämlich, dass letztlich unser ganzer geschriebener und ungeschriebener Regelkanon auf einem gesellschaftlichen Grundkonsens besteht (und bestehen muss, sonst funktioniert die Gesellschaft nämlich auf Dauer nicht) darüber, was ethisch in Ordnung oder eben nicht in Ordnung ist."

    Und in einem freien Land (das Deutschland ja auf dem Papier sein soll) besteht dieser Grundkonsens darin, daß alles erlaubt ist, was nicht nachweislich die Freiheit eines anderen einschränkt.

    Außerdem zeigt der Umstand, daß die Ausstellung ziemlich viele Besucher hat, daß von einem Grundkonsens nicht die Rede sein kann. Maximal von einem Konsens bei der Mehrheit der Menschen.

    "Das oben wiedergegebene Argument hebelt diesen Grundsatz aber völlig aus, da es in letzter Konsequenz dazu führt, dass jeder an sich verbindliche Regeln nach seinem Gusto anwendet oder auch nicht."

    Natürlich. Solange er nicht die Freiheit eines anderen einschränkt.

    "Und was die Methodik angeht, so liegt dieses Argument auf einer Linie mit "wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten"."

    Warum? Erstere Argumentation hat zum Ziel, daß Menschen in Ruhe gelassen werden, letztere, daß im Leben von Menschen herumgeschnüffelt wird.

    Gruß,
    Kristine

  61. 61

    @60 (Darkstalker): "Das Inzestverbot stützt sich nicht allein auf Sittlichkeit, sondern auch – und gerade – auf die Gefahr gesundheitlicher Schäden etwaiger Kinder, Erbkrankheiten und so"

    Im StGB nicht. Da ist nämlich IIRC der "Beischlaf" von Verwandten verboten, das heißt

    - nicht die Befruchtung auf anderem Wege (etwa mit dem Finger)
    - auch der "Beischlaf" von unfruchtbaren Verwandten

    Somit greift das Gesetz im einen Fall zu kurz und im anderen Fall zu weit, sollte es tatsächlich auf Gesundheit abzielen (mal ganz abgesehen davon, daß dann auch ein Verbot existieren müßte, um Paaren mit bestimmten Behinderungen den "Beischlaf" zu verbieten).

    Insofern ist der Paragraph lediglich auf dem gesunden Volksempfinden, äh, der Sittlichkeit begründet.

    Gruß,
    Kristine

  62. 62

    Das ist Geschmackssache, strafbar ist Körperwelten nicht.
    Mit dem Argument könnte man auch homosexuellen Paaren verbieten, sich in der Öffentlichkeit zu küssen, wenn sich gaaanz viele Erzkatholiken dafür stark machen. Unsere Gesellschaft funktionierte bisher deshalb so gut, weil es eben geltendes Recht gab. Dass man jetzt aber mit der Meinung der Mehrheit eine Ausstellung verhindern kann, ist m.E. nicht normal.

    Und an den Delphinmetzger: Bezeichnend!
    Ich habe zum einen gar nicht zum Ausdruck gebracht, was ich selbst von Körperwelten halte. Ob ich mir das anschaue oder nicht, tut doch gar nix zur Sache.

    Beleidigungen sollte man im Internet übrigens tunlichst vermeiden. Das ist strafbar.

    Und zum Vergleich: Du hast eine Geschmackssache mit einem Straftatbestand auf eine Stufe gestellt. Wenn du mehr mit Recht zu tun hast, als dass ein StGB auf deinem Regal steht, fress ich nen Besen. Falls doch, sind die Zugangsvoraussetzungen zu den Berufen wohl nicht gut genug. O.o

  63. 63

    bei uns in guben regt sich nur noch der evangelische pfarrer domke über die leichenschau auf.
    die anderen sind froh über die jobs die geschaffen wurden.
    mir ist es egal.

  64. 64

    @ 58:
    Das eine noch und dann bin ich hier auch endgültig weg:
    Wer sich an der Zurschaustellung von Opfern des chinesischen Drecksstaates ergötzt, sei es nun mit oder ohne irgendwelchen aus der Not heraus abgegebenen Einwilligungserklärungen, wer überhaupt Freude an so etwas barbarischem wie der Ausstellung von Leichen hat, dem nehme ich nicht ab, daß er Bürgerrechte und Menschlichkeit vertritt. Und zu solchen Leuten bin ich niemals nett.

  65. 65

    Vorneweg: die Show würde ich mir nicht ansehen.

    Meine Lieblingssatireseite Schandmännchen brachte dazu allerdings mal einen Kommentar, den ich für würdig halte, darüber nachzudenken:

    Hier (bei den plastinierten Leichen) wird von "Störung der Totenruhe" und der "Würde der Toten" geredet. Kann man so sehen.

    Gleichzeitig werden im Fernsehen zur besten Sendezeit junge Leute, die noch leben (und das voraussichtlich noch einige Jahre!) systematisch zur Schnecke gemacht bzw. in ihrer Menschenwürde verletzt. Anders kann ich die Sprüche, die ihnen um die Ohren gehauen werden, nicht mehr umschreiben.

    Allein, der Zuschauer will's offensichtlich sehen, die Quote beweist es ja.

    Was ist schlimmer: die Würde eines Toten zu verletzen oder die eines Lebenden? Dem Toten kann es meiner Ansicht nach ziemlich egal sein.

    Nein, ich will damit nicht sagen, daß die Leichenvorführerei ruhig weitergehen soll – aber warum regen sich so wenige Leute über solche Fernsehgemetzel an jungen Menschen auf?

  66. 66

    @ Delphinmetzger: Ich sage dir jetzt mal "auf Deutsch" was ich auch schon diversen Unionspolitikern per Email mitgeteilt habe: Deine Moral und deine Meinung interessieren mich einen Sch**ß.

    Da die Leute Einverständisse unterschrieben haben, ist es nunmal nicht rechtswidrig. Und solange kann sich jeder aussuchen ob er sich sowas ansieht oder nicht. Alles andere wäre Moralfaschismus.

  67. 67

    "Wer sich an der Zurschaustellung von Opfern des chinesischen Drecksstaates ergötzt…"

    Zu mir warst du auch nicht nett, wie rechtfertigst du das?

    Ich habe nichts davon gesagt, ob ich mir das ansehe oder nicht. Was ich lächerlich finde, ist, dass man offenbar mit Hilfe des sittlichen Empfindens die Freiheit anderer beschneidet.
    Du hast nicht das Recht, mich deshalb zu beleidigen.

  68. 68

    @58 (Darkstalker) Mir ist schon klar, dass man das Kind nicht fragen konnte und, dass die Eltern für das Kind sprechen dürfen. Zumindest aus rechtlicher Perspektive. Ob Eltern dies aber unter ethischen/ moralischem Gesichtspunkten in gleichem Umfang genauso dürfen wag ich zu bezweifeln.
    zu Tieren: Es hat eine andere Qualität, ob ich Teile (Fleisch und ähnliches benutze, um zu davon zu "leben" oder ob ich das komplette Tier zu einem Ausstellungsstück mache und es z.T. auch noch als Kunst bezeichne.
    @62 (R.B.) Ich bin nicht reingegangen und werde es auch niemals tun. Trotzdem kann und darf man diese Geldmacherei und die Ausstellung an sich kritisieren und für ethisch verwerflich halten.
    Ich spreche auch weiterhin jedem der in die Ausstellung geht rein wissenschaftliches Interesse ab. Am Ende ist es doch der Gruseleffekt, dass genau dieses Stück ein Stück Leiche ist ausschlaggebend. Hätte man eine rein informative Ausstellung zum Thema Humanbiologie aus anatomischer Perspektive gestalten wollen, hätte man ohne Probleme auf Modelle zurückgreifen können.
    und zu guter Letzt – auch wenn das Beispiel an den Haaren herbeigezogen ist – Knut war knuffig, ja. Den Hype darum habe ich nicht verstanden und ich hab immer gesagt, dass Knut nicht nur ein Raubtier ist sondern auch noch das einzige, welches Menschen jagt. (Ein Kind ohne Schutz im Gehege und es hätte sich ausgekuschhelt und geknuffelt)

  69. 69

    noch eine Anmerkung zu 58. Nicht alles was man da tot zusammen rumstehen sieht war auch in lebenden Zustand aus einem Guss. Hagens bastelt da ziemlich zusammen.

  70. 70

    @64: Ich empfehle die Sekundärliteratur zum StGB (Allen voran Fischer und den SK-StGB) die die rechtshistorische Entwicklung und die Beweggründe aufzeigen, wieso es den Inzestparagrafen gibt. Sie sehen nur den puren Wortlaut der Norm, das ist zwar grundsätzlich schon mal ein Anfang, aber eben auch nur die halbe Wahrheit ;) Es gibt eben nicht _den einen_ Grund der Strafbarkeit. In diesem Falle treffen hier mehrere zusammen. Insofern haben wir einfach beide recht ;)

    @67 (Wal-Schnetzler): Wieso muss es immer gleich "Freude" sein, wenn man sich etwas anschaut. "Interesse" trifft es irgendwie genauer… Totes Fleisch ist eben totes Fleisch. Kann man anschauen, essen, ne Kette draus basteln, stapeln, verbrennen … mein Gott, die Betroffenen wird es am wenigsten stören. Machen sie sich doch mal Sorgen um die Leute, die zu Lebzeiten gequält werden (z.B. nackt zu lustigen Pyramiden gestapelt werden) – die brauchen noch Fürsprecher.

    Doch nun zu etwas völlig anderem:
    Da Sie sich offenbar mit dem Gedanken tragen, hier nicht länger zu kommentieren, lassen sie mich im Namen aller, die dieses Blog lesen ein großes "Danke" auszusprechen. Falls es ihnen den Abschied erleichtert, gehen sie in der Gewissheit, dass sie kaum jemand wirklich vermissen wird.

    @70: Vollste Zustimmung. Aber mal unter uns, kapieren wird er das vermutlich nicht mehr :o)

    @72: Wird sich nicht vermeiden lassen. Man kann eben nicht immer alle Teile einer Leiche gebrauchen (Vorschädigungen, Erkrankungen, Unfalltote, etc.) – Bevor man dann die Leichen wegschmeisst, baut man halt aus zwei halb kaputten eine “funktionsfähige”. Wie bei zwei Autos, eins mit Karosserieschaden, eins mit Motorschaden -> Zusammenbasteln, ein gutes Auto rauskriegen, den Rest einstampfen.

  71. 71

    @71 Lioman
    [...]Ich spreche auch weiterhin jedem der in die Ausstellung geht rein wissenschaftliches Interesse ab. Am Ende ist es doch der Gruseleffekt, dass genau dieses Stück ein Stück Leiche ist ausschlaggebend.[...]

    Als jemand der sich den sog. Plastinationsordner* bestellt hat erhebe ich etwas Einspruch, da ich bei Gelegenheit und wenn die Möglichkeit zur Plastination vorhanden sind, ich die Austellung ebenfalls besuchen werde, um mir einen Überblick über die Möglichkeiten und das Aussehen der Objekte zu verschaffen.

    *= besagter Folder ist eine Sammlung der benutzten Protokolle und beschränkt sich nicht nur auf Menschen, Tiere (Fische) sondern auch auf Pflanzen und Fruchtkörpern von Pilzen, die im Gegensatz zur Trocknung Form- und Farbwirklich konserviert werden können.

    bombjack
    der 6 Jahre in der Pathologie verbracht hat

  72. 72

    @63 (Kristine): Ich kann Ihnen nicht zustimmen. Ich will zunächst noch mal darauf hinweisen, dass ich mich nicht für ein Verbot der Ausstellung oder eines Teils derselben ausgesprochen habe. Persönlich halte ich von der Ausstellung nicht viel, da ich auch der Ansicht bin, dass hier mit dem Voyeurismus vieler Menschen ein Geschäft gemacht wird. Trotzdem gestehe ich Herrn von Hagens selbstverständlich die Freiheit zu, diese Ausstellung zu veranstalten und den Besuchern, sich diese Ausstellung anzusehen. Ein Verbot halte ich hier für unangebracht und überflüssig.

    Mir ging es nur um die Art und Weise der Argumentation. Wer nach diesem Muster argumentiert, macht es sich nämlich sehr leicht, weil er es vermeidet, in der Sache zu argumentieren. Ähnlich wäre es z.B. bei den sog. "Killerspielen". Auch hier könnte man ja sagen: "Wer die Dinger ablehnt, braucht sie nicht zu spielen". Auseinandersetzung mit der Sache selbst findet nicht statt. Und genau an dieser Stelle sehe ich auch die Nähe zu dem Argument "Wer nichts zu verbergen hat…": Auch dieser unsägliche Spruch vermeidet es nämlich ganz elegant, in der Sache zu argumentieren. Dass die Zielrichtungen im Einzelfall unterchiedlich sein mögen, ist unbestritten.

    Was den Konsens der Mehrheit angeht, so gebe ich Ihnen natürlich recht. (Nochmal: ich rede nur allgemein, nicht zum Thema Körperwelten) Allerdings wird es unmöglich sein, einen Konsens ALLER Mitglieder einer Gemeinschaft herzubringen. Aus meiner Sicht kann es unter normalen Umständen bestenfalls zu einem Konsens der Mehrheit kommen.

    Hinsichtlich der Regelanwendung gehen Sie aus meiner Sicht fehl. Ich bin von einer tatsächlich verbindlichen Regel ausgegangen. Diese Verbindlichkeit setzt für mich aber voraus, dass sie bereits auf dem angesprochenen Konsens beruht, mit anderen Worten eine Abwägung insbesondere auch der Freiheitsrechte des einzelnen bereits stattgefunden hat.

  73. 73

    @RRW

    Die Diskussion ist damit abgehakt. Eben mit dem Argument, dass man es nicht anschauen muss, wenn man nicht will.
    Körperwelten ist ja nicht strafbar. Und Verbote sollten sich doch nicht dadurch ableiten, dass jmd sagt: "Wir wollen das nicht haben, auch wenn wir es nicht sehen müssen."
    Von Körperwelten sind nur die Leute betroffen, die betroffen sein wollen.

    Von der "Nichts-zu-verbergen"-Diskussion ist aber jeder betroffen, ob er will oder nicht. Denn u.a. daraus ergeben sich Gesetze, die deine und meine Freiheit und Privatsphäre beschneiden. Sie geben Polizisten das Recht, deine Wohnung zu durchsuchen, wenn jmd ihnen erzählt, du hättest etwas Strafbares getan.

    Übrigens: Da de facto eine Schädlichkeit von Killerspielen nicht nachweisbar ist, behaupte ich mal, dass es auch dabei um das sittliche Empfinden der Allgemeinheit geht.

  74. 74

    Der lebende menschliche Organismus erweckt allerhöchste Ehrfurcht. Ein toter Körper aber, der keinen Geist mehr in sich tragen kann, ist im Grunde genommen nichts weiter als ein nutzloses Stück Fleisch und Knochen, dessen Unversehrtheit sich ziemlich schnell von allein erledigt.

    Dennoch hat jeder Mensch selbstveständlich das Recht, darüber zu bestimmen, was mit diesem Körper zu geschehen hat, und die Vorstellung, in kühler Erde der Ewigkeit entgegenzuschlafen, hat durchaus etwas angenehm Tröstendes, auch für die Hinterbliebenen. Wünscht er sich aber, sein für ihn nutzlos gewordener Körper möge einen Teil des Wunders «menschliches Leben» für andere anschaulich machen, ist auch das weder anstößig noch entwürdigend, im Gegenteil.

    Es sollte halt nur kein Geld dafür fließen.

  75. 75

    Ich verstehe nicht wie sich einige ueber die Koerperwelten aufregen.. wer sowas nicht mag der schaut es sich nicht an. Ich persoenlich finde die Ausstellungen sehr interessant und habe auch schon Karten fuer Guben da liegen.

    Ich faende es bei weiten schlimmer wenn die "Leichen" anders beschafft worden waere… und wenn sich wer dafuer einverstanden erklaert warum nicht… es ist besser als jedes Grab das irgendwann in vergessenheit geraet…

  76. 76

    @77 (Segantini)
    "Es sollte halt nur kein Geld dafür fließen."

    Wieso? Was geht dich (oder sonst jemanden, außer den am Vertrag Beteiligten) das an?

Kommentieren:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Erlaubte HTML-Tags: <b>, <i>, <strike> und <blockquote>.