Backpulver nicht inklusive
Nach dem Besuch im Nachtclub vermisst mein Mandant seinen Pass. Der muss ihm wohl aus der Brieftasche gefallen sein. Seltsam nur, dass die Brieftasche in der Anzuginnentasche steckte. Die Jacke hatte der Mandant im Spiegelzimmer ordentlich auf einen Sessel gelegt. Wahrscheinlich geschah der bedauerliche Verlust, als er gerade das Marmorbad besuchte und unter der Regensimulationsdusche relaxte. Schuld wird wohl ein Erdbeben sein.
Glücklicherweise hat die Managerin des Etablissements den Pass gefunden. Wahrscheinlich, als sie wieder das Backpulver wegschloss, welches man als Stammkunde ordern kann. Weniger erfreulich ist allerdings, dass sie die Rückgabe des Passes von einer, nun ja, beachtlichen Aufwandsentschädigung abhängig macht. Dabei hat der Abend meinen Mandanten schon 2.000 Euro gekostet, Backpulver nicht inklusive.
Bedauerlicherweise geht die Wirtschafterin nicht ans Telefon. Ob sie meine Nummer noch von unserer letzten juristischen Konfrontation kennt? Anlässlich dieses Streits haben wir nicht nur philosophische Nachtgedanken ausgetauscht. Wobei ich, was die Beschimpfungen angeht, nur den zweiten Platz belegte. Das wurmt heute noch.
Ich überlege jetzt, ob ich wirklich Lust habe, ein mehr oder weniger höfliches Fax an die “Betreibergesellschaft” zu schicken und Fristen zu setzen. So wie ich den Laden kenne, besteht das große Risiko, dass von den vertretungsberechtigten Organen immer noch keines lesen kann.
Ach was, ich fahre heute abend einfach mal vorbei. Meinen Bodyguard für solche Fälle hole ich vorher bei McFit ab.
Zynisch kommentiert: was sich liebt, das neckt sich.
"Backpulver"?
Den verstehe ich nicht.
@ 2 bzw. torben: Backpulver halt, am besten bei 15 Grad, trockener Nase und einem Fünfziger.
KOKS, auch Fickpulver genannt.
@2
Vielleicht hilft ein Bild – dank wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Backpulver
So nen "Aufwand" den man entschädigt haben will, muss man doch sicher glaubhaft machen. Sonst wäre das doch bestimmt fast so was wie … (weiß nicht).
Kann man da nicht gleich die Polizei beauftragen den Pass abzuholen, bevor der noch in falsche Hände gerät oder gar noch mal verloren geht?
Ansonsten: Man geht eben nicht in Nachtclubs. :)
Nachtclub? Backpulver? Marmorbad? Aaaaalles klar. :)
wer sich in gefahr begibt…
Hätte nie geglaubt, dass ein seriöser Rechtsanwalt sich solche Umstände macht.
@Sansibar
? Ist doch sein Job!
Die Wortwahl ist so schön..
"Die Managerin des Etablissements"
"Die Wirtschafterin"
"Spiegelzimmer"
*weglach*
@9 Money, money, money makes the world go round.
Brennend interessieren würde mich ja, ob der Bodyguard schon mal eingreifen musste :-)
@ 9 bzw. Sansibar:
Was heißt für dich "seriös" und woran machst du das bei Udo Vetter fest?
Cool!
Google findet unter "Regensimulationsdusche" nur den lawblog.
Was macht der Udo eigentlich ohne sein Webblog, die Geschichten und Ereignisse sind doch für einen Stammtisch viel zu schade.
Auf alle Fälle hat er einen Job wo er rumkommt, interessante Leute trifft und vermutlich so erfolgreich bei seiner Arbeit ist, dass seine Kunden auch gerne wiederkommen.
Da beißt doch mancher Sachbearbeiter in die Tischkante, wenn es wieder nur heißt Akten durcharbeiten, wie jeden Tag.
Weiter so, sowas ist wesentlich spannender als die ewigen (internationalen) Nachrichten, die man hört und direkt wieder vergisst.
Tolomir
Nur einen Bodyguard? Also mindestens zwei, je einen auf jeder Seite, sind für ein kompetentes Auftreten dringend nötig.
Morgen um 8 Uhr früh in McFit am Hafen gibts nen 110 Kilo Typen. Den sollten Sie engagieren ;).
Bodyguard? Versteh ich nicht! Sie sind doch ein stattliches Mannsbild!
Die juristisch interessantere Frage ist, ob die Seele des Geschäfts denn als Druckmittel für das Entgelt ihrer Bemühungen ein Unternehmerpfandrecht o.ä. geltend machen könnte. Sofern es sich beim "Pass" um den deutschen Pass oder Personalausweis handelt, wäre das nämlich nicht möglich, da diese im Eigentum der Bundesrepublik stehen, also nicht einmal freiwillig verpfändet werden dürfen.
Ob die Dame solch feinsinnige Jurisprudenz "gebacken" kriegt, wollen wir mal dahingestellt sein lassen. Vielleicht hat der Bodybuilder doch die schlagenderen Argumente.
Verstehe ich das richtig: Da klaut die eine Kriminelle dem anderen Kriminellen einen Pass, und was macht der – er geht zum Anwalt?
Und dann holt sich der Anwalt, statt Schriftsätze zu schreiben, das Ding nach der Methode "Russland-Inkasso" lieber persönlich wieder?
Verkehrte Welt. Aber ich wette, es macht alles irgendwie Sinn. ;-)
Schöne Prosa :-)
@22: Wo sehen Sie da was Kriminelles? Gut, vermutlich spielt die Geschichte in Woauchimmerland, wo Backpulver nicht bessesen werden darf, aber woraus leiten sie kriminelle Handlungen des Mandanten ab? Im Spiegel anschauen? Sich unter der Dusche rege Stimulieren lassen?
Wer geht denn mitsamt Pass in einen Puff? Gibt´s da neuerdings Sicherheitskontrollen und Bordkarten?
@ 21: Daran dache ich auch sofort! Bei uns in den Niederlanden könnte man übrigens in solch einem Fall die Polizei zur Abholung vorbeischicken. Wie das in Deutschland ist, weiß ich nicht. Macht sich sicher auch gut, wenn die Polizei mal im Laden vorbeischaut.. (Besucherzahlen) ;-)
.. und der Mandant wollte keine eidesstattliche Versicherung – er habe den Pass verloren – bei der Neubeantragung angeben?
Pfffffffffffff wer in den Puff geht hats nicht besser verdient, selber schuld ;-)
"…mein Mandant…" (Bekannter, Cousin, …)
alles klar ;-)
Wer Geld hat, rumzuhuren, den stört doch ein fehlender Pass nicht. Einfach bei Crazy Vaclav um die Ecke nen neuen kaufen.
Irgendwie erinnert das an ein Drehbuch von "Liebling Kreuzberg". Vielleicht sollte man das lawblog verfilmen?
@14 Damien
Das ist eine wirklich gute Frage… ehrliche Antwort
a) trägt Anzug
b) ist verdammt kompetent, hat es also nicht nötig solche Mandate anzunehmen
c) irgendwie dachte ich immer: Ein normaler Anwalt arbeitet im Büro, im Gericht und vielleicht noch im Knast. Was so nicht zu klären ist, fällt nicht in sein Arbeitsgebiet.
Ja, ich hätte mir auch eine – weniger ehrliche – aber auch seriösere Antwort einfallen lassen können.
@ 31 sansibar
Mag sein, dass sie den seriösen Anwalt treffend beschreiben, ob ein solcher aber auch ein guter Anwalt ist, ist doch fraglich.
Der gute Anwalt ist sich nicht zu schade, natürlich gegen ein entsprechendes Honorar, für eine außergerichtliche Güteverhandlung einen "Nachtclub" aufzusuchen und sich mit der "Wirtschafterin" bzw. der "Betreibergesellschaft" auseinanderzusetzen.
… und ich dachte, der heutige Ehrensenf währe der Brüller des Tages gewesen!
@Udo + @23 You made my day
Kann man sich seine Mandanten denn nicht aussuchen?
@35:
Aus welchem Grund sollte man einen Mandanten ablehnen, der es sich leisten kann, mehrere tausend Euro in Nacht im Bordell zu verprassen?
Abend 2000 Euro? Haben die keine Flatrate-Nutten?
ich bin dafür das udo sich ab jetzt Dr.Gonzo nennt
Warum meldet er den Pass nicht als gestohlen und beantragt einen neuen? Oder war das noch ein guter Pass? Dann würde ich den aber auch wiederholen.
@20, Frank
> Bodyguard? Versteh ich nicht! Sie sind doch ein stattliches
> Mannsbild!
Ich glaube, das Prinzip beim Bodyguard muss zwingend die Arbeitsteilung zwischen Kopf und Muskel sein (also dem, der spricht und dem der gegebenenfalls (zurück-) schlägt). Der der spricht, sieht intelligent aus, mancher Schlaumeier kommt da leicht auf die Idee man könnte den belabern, ablenken, doch noch durch schlaue Sprüche aufhalten etc. Ein Bodyguard (von der Sorte, wie U.V. hier einen braucht) muss einen leicht beschränkten Eindruck machen. Das "da nähert sich jemand unangenehm meinem Klienten" muss praktisch naturgestzlich (d.h. ohne dazwischengeschaltete Denkvorgänge oder Zweifel) von der Gegenaggression ("Pfoten weg, sonst fängst Du eine" bis Gegner geht zu Boden) gefolgt werden, damit bei der "Gegenseite" gar nicht die Hoffnung auf kommt, das durch Tricks gegebenfalls noch irgendwie abwenden oder unterbrechen zu können. Nur so funktioniert der Abschreckungseffekt auch zuverlässig.
Oder so ;-).
PS: Türsteher funktionieren, glaube ich, nach demselben Prinzip. Nur nicht den Eindruck erwecken (als Türsteher) er würde genug ganze Sätze verstehen, als dass man mit ihm diskutieren könnte: Das spart manche nervenaufreibende Diskussion. ;-)
"""""
Die Jacke hatte der Mandant im Spiegelzimmer ordentlich auf einen Sessel gelegt.
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Erfahrene Dienstleistungsinanspruchnehmer legen ihre Bein- und sonstigen Kleider nicht ordentlich zusammen sondern wickeln ebendiese so zusammen das Dienstleistungsanbieterinnen nicht unauffällig und schnell an Wertsachen gelangen können.
Fickpulver ist übrigens irreführend, da Kokain mitnichten sexuell freizügiger macht.
Werbung für Mcfit?
Pass als gestohlen melden und neuen beantragen wäre wohl günstiger und am Ende auch schneller als das hier!?
Die Adresse dieses Puffs bitte. Sofort. Da will ich hin. Nur lieber ohne Brieftasche. Aber egal.
@ 21: >Ob die Dame solch feinsinnige Jurisprudenz "gebacken" kriegt, wollen wir mal dahingestellt sein lassen. Vielleicht hat der Bodybuilder doch die schlagenderen Argumente.<
Vielleicht wird die Dame ja kooperativ, wenn man ihr glaubhaft versichert, dass in einer Stunde das Fax anspringt, die darauf liegende Anzeige an die "Bäckerinnung" schickt und dass dann ca. 30 kräftige Bäcker in Schutzkleidung zum Teig mischen vorbeikommen.
auf twitter sichere heimkunft melden. sonst müssen die kommentatoren hier herrn vetter aus notsituation retten!1!
Ich denke mal wer nach Thailand fährt, der überlebt auch einen Abend in einem deutschen Puff.;-)
@42 Dominik
Da hast Du Dir aber noch nie "Backpulver" in die Glans penis gerieben….
Dann würdest Du wissen, das der Name berechtigt ist…
was regen sich hier alle so über n Puffbesuch auf. das ist das älteste geschäft der welt und mir ist jemand der als Hure arbeitet lieber als ein Ackermann oder Merkel (ja, EIN Merkel).
@39, @44: Wenn derjenige einen Pass mitschleppt, könnte man vermuten, daß er kein Deutscher ist. Eine Neubeantragung eines Passes könnte dann ein Problem sein, und es wäre zu bedenken, daß im alten Pass womöglich auch ein Visum oder eine Aufenthaltsgenehmigung eingeklebt ist, deren Neubeschaffung noch mehr Aufwand und/oder Probleme macht.
üblicherweise geht so was seinen normalen juristischen Gang oder an dem heutigen schönsten aller Sommerabende dieses Jahres geht man noch mal auf "Strecke"
geiler Abend heute abend ( tu dir nicht weh)
Mmmh… pikanter Metaphernsalat mit knuspriger Hasenkeule und Backpulverstreusel.
*rofl*
@16, kampfgarten:
google doch mal nach +golden +shower
Kann es sein, dass unser wertester Udo vom Backpulver etwas genascht hat, als er diesen Beitrag verfasst hatte?
Uwe Vetter macht auf Lenßen!
Ich hoffe wir erfahren auch wie es ausgegangen ist…
mal aus interesse: hat der bodyguard auch was gebracht? ;D
Scheint ja ne lange Nacht geworden zu sein… ;)
@31: Ja, genau … die Hauptrolle ("Uwe Vetter", leicht abgewandelt vom Original) spielt dann Horst Schlämmer! Und wenn der nicht kann, der Hape Kerkeling … ;)
Ich frage mich, wieso der Mandant seinen Pass mit in den Schuppen nimmt. Der ist doch viel zu unhandlich. Perso reicht doch um darzustellen, dass man +18 ist.
@40 vader
Ach, ich verstehe. So wie bei Mad Max III. "Master Blaster", hieß doch dieses Sybiotische Pärchen.
;-D
@53 (subsubgenius): och, das will ich jetzt nicht sehen..
Einen neuen ausstellen lassen würde ich nicht. Wie schnell ist gerade in diesem Metier ein Missbrauch passiert mit dem alten Pass.
Auto ausgeliehen, Konto eröffnet, Geld abgehoben, etc.
Man muss nur einigermaßen ähnlich aussehen und vom Alter her passen.
wie der pass aus der kleidung geraten ist, kann man doch auf dem mittschnitt des spiegelzimmers nachsehen. vielleicht einfach mal nach bdsg zur übermittlung auffordern.
.~.
Ein interessantes Detail dabei ist, dass der Pass (wenn es denn ein deutscher sein sollte), nicht Eigentum des Besitzers, sondern der Bundesrepublik ist. Und die haben doch eigentlich genug… Inkassopersonal.
Zwar hat Vater Staat in der Tat zahlreiches Inkassopersonal, wenn der Mandant aber sich z.B. Chancen bei den bevorstehenden Kommunalwahlen ausrechnet, könnte das Auftauchen seines Reisepasses in einem Etablissement der horizontalen Provenienz diese Träume jäh beenden – Staatsdiener sind nicht gerade für ihre Verschwiegenheit solcher pikanten privaten Details bekannt.
Wenn dazu noch die Aussagen der Kundendienstlerinnen protokolliert und die Bänder der Videoaufzeichnung konfisziert werden würden, gäbe es sicher grösseres Amüsement auf dem Revier.
Mein Mitleid für Ihren Mandanten hält sich in sehr engen Grenzen.
Ich frage mich, ob es im Sinne des Mandanten ist, wenn das hier alles so ausgebreitet wird. Immerhin könnte es sich hier um Straftaten handeln, die über Codeworte verschleiert werden. Durch den Beitrag könnte sich ein begründeter Anfangsverdacht auf Straftaten nach §100c StPO ergeben. Dieser Verdacht würde z.B. auch einen Zugriff auf die Vorratsdatenspeicherung möglich machen.
Letztlich können sich hieraus für den Mandanten als auch für den Anwalt schwere Konsequenzen ergeben, wenn Polizei und StA hier gründlicher nachforschen.
@68 Klaus
Wo sollen sie denn nachforschen? An die Mandantenakten werden die beim besten Willen nicht rankommen, nur weil hier ein Artikel zu Backpulver steht. Es ist ja noch nicht mal gesagt, dass der Artikel auch nur ansatzweise auf tatsächlichen Begebenheiten beruht. Vielleicht versucht Udo sich ja auch nur als Kurzgeschichtenautor ;)
Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass der Mandant jemand wie UV braucht, um einen "Bodyguard" zu organisieren.
Manchmal frage ich mich auch, ob manche Menschen keinen sonstigen Lebensinhalt haben – so wie sie sich damit aufplustern, dass die exotischen Bad Guys sie öfter mal mitspielen lassen.
Mich würde mal interessieren, wie Sie denn den Fall mit ihrem Mandanten abrechnen.
wieder was gelernt:
wenn man in den puff gehn will, nur soviel bargeld mitnehmen wie mann verficken will und wichtige papiere zu hause lassen.
"Meinen Bodyguard für solche Fälle hole ich vorher bei McFit ab."
Das eigene Training schlägt wohl noch nicht so an, hm? ;-)
@ 38 der war gut!
@74: "Das eigene Training schlägt wohl noch nicht so an, hm? ;-)"
Ist doch richtig, wenn sich U.V. auf sein Kerngeschäft konzentriert und beim Training Out-Sourcing betreibt. Würde ihm jeder Wirtschaftsberater raten.
Matula geht zu McFit?
@21/RA Kompa: Ich werde gleich einmal recherchieren, ob Rspr. oder Kommentarliteratur Fälle kennen, in denen das Versprechen eines bestimmten Erfolgs durch Angestellte eines "Nachtclubs" unter die 631 ff. subsumiert wird. Im entsprechenden OLG-Bezirk sollte man das Branchenbuch einsehen, damit sich der Besuch "garantiert" lohnt.