6.8.2009

Ein Schlaglicht

In einem Interview mit Johannes Boie von der Süddeutschen Zeitung habe ich zum Thema Kinderpornografie gesagt:

Tatsächlich gibt es weltweit keine Filmstudios, die für Geld Kinderpornos drehen. Das gesamte neuere kinderpornografische Material besteht aus dem alltäglichen Missbrauch in der Familie, in der Nachbarschaft, in Schulen und in sonstigen privaten Umfeldern. Die Täter dokumentieren den ohnehin stattfindenden Missbrauch.

Und:

Da sind Kinderschänder am Werk, die ihre kriminelle Tat in Bild und Ton dokumentieren. Dabei handelt es sich oft um Missbrauch in der Familie oder im Bekanntenkreis. Das sind keine Profis, sondern, so schrecklich es klingt, ihre und meine Nachbarn – aus allen Ländern der Welt.

Ich weiß, dass diese Aussagem im diametralen Gegensatz zu den Behauptungen vieler Politiker und Kriminalbeamter stehen. Diese behaupten, es gebe eine Kinderpornoindustrie; mit dem Material würden Millionen verdient.

Wer “dienstlich” nichts mit diesem Gebiet zu tun hat, kann diese gegensätzlichen Auffassungen nur schwer überprüfen – ohne sich strafbar zu machen. Nun ist es ausgerechnet das Bundeskriminalamt, welches einen authentischen Blick auf das ermöglicht, was ich mit “dokumentiertem Kindesmissbrauch” meine.

Seit heute fahndet die Behörde öffentlich nach einem 35 bis 45 Jahre alten Mann, der mehrere Jungen im Alter von 5 bis 7 Jahren missbraucht haben soll. Auf der Webseite des BKA heißt es:

Dem BKA liegen 42 Videos vor, die den Täter … in verschiedenen Zimmern zeigen, wobei der Täter teilweise auch Gewalt eingesetzt hat. Die Videofilme wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit vor allem im Jahr 2006 vom Täter aufgenommen und anschließend im Internet verbreitet.

Neben Videosequenzen und einer Stimmprobe veröffentlichen die Fahnder auch Beschreibungen der Zimmer, in denen der Missbrauch stattfand:

- Wohnzimmer mit lebensgroßer, dreidimensionaler Clownfigur
- Zimmer mit Tapete, die Dinosaurier zeigen
- Zimmer mit präparierten Hirschköpfen als Wandschmuck und einem Modellsegelschiff im Wandregal.

Ein Blick auf den Fahndungsaufruf lohnt sich, wenn man aus erster Hand die oben beschriebenen, konträren Auffassungen im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten überprüfen will.

Er ist sicher nur ein Schlaglicht, aber ein – aus meiner Sicht – bezeichnendes.

Nachtrag: Wer die Seite des BKA nicht anklicken möchte, findet die Informationen zum Beispiel auch bei Spiegel online und in vielen anderen Onlinemedien.

89 Kommentare zu “Ein Schlaglicht”

  1. Doc meint: (6.8.2009 um 12:23) AntwortenReply to this comment

    Ich habe jetzt mal keine lust das anzuklicken, das BKA rechnet sicher damit dass es sich der Täter auch anschaut, wie war das nochmal mit den Fahndungsfotos. Evtl. GeoIP und Passfotos anschauen…

  2. Andreas meint: (6.8.2009 um 12:24) AntwortenReply to this comment

    Ich meine mal gehört zu haben, daß das BKA gerne auch mal Honigtöpfe aufstellt oder in einem solchen Fall die Zugriffe auf den Fahndungsaufruf mitloggt, oder habe ich das wal falsch verstanden?

  3. Stefan B. meint: (6.8.2009 um 12:30) AntwortenReply to this comment

    EIN Fahndungsaufruf beweist, dass es weltweit keine Filmstudios gibt, die fuer Geld Kinderpornos herstellen? Vermutlich beweist auch meine Videokamera zuhause dass Hollywood nicht existiert.

    Hr. Vetter, ich fuerchte mit dem Interview haben sie sich ebensoweit aus dem Fenster gelehnt wie Fr. vdL. Vielleicht sogar weiter: es muesste nur jemand EINEN EINZIGEN professionell produzierten Film aus der Tasche ziehen und sie stuenden als Luegner da.

  4. NO_BKA-Fahnder meint: (6.8.2009 um 12:31) AntwortenReply to this comment

    Wenn man sich erinnert, dass das BKA mal IP abgegriffen hat für Zugriffe seiner Seiten.

    Wenn man sich daran erinnert, hat mein keine Lust mit diesen Leuten zu arbeiten.

    Im Jahr 2000 hatte ich eine seltsame Begegnung mit dieser Behörde. Ich war als leitender Angestellter bei einem ISP tätig und habe (halb) automatisierte Meldungen an info (@) bka.de gesandt mit Hinweisen auf Missbrauchsopfer.

    Rückmeldung vom BKA?
    Keine, bis ich massiv nachgefragt habe.

    Dann rief mich einer an (netter MA) und sagte sinngemäß: "Wir bekommen 70 Mails pro Tag, da können wir nicht antworten."

    Seitdem habe ich meine Zuarbeit mit allen Polizeidienstellen beendet.

  5. JDS meint: (6.8.2009 um 12:31) AntwortenReply to this comment

    Wobei ein Blick auf den Fahndungsaufruf durchaus gefährlich werden kann …

  6. Sebl meint: (6.8.2009 um 12:33) AntwortenReply to this comment

    stimme zu: Das BKA hat sich das Vertrauen bereits verspielt (Honeymud-Methode, siehe heise.de) und somit wird doch keiner der iNet-affinen Leute sich einer solchen Überprüfung mit Restrisiko ausliefern und freiwillig ins Honigglas klettern.
    Können, die die Fahndungshinweise bitte nicht unter CC stellen und anderswo platzieren? ;-)
    "Wenn dadurch auch nur ein Missbrauch verhindert werden kann …" sollten Bilder von allen Wohungen registriert werden.

  7. L. meint: (6.8.2009 um 12:33) AntwortenReply to this comment

    Ausnahmen bestätigen die Regel; auch wenn es irgendwo ein Filmstudio geben sollte wäre das noch lange kein Indiz für das Vorhandensein eines wirtschaftlich relevanten Marktes für Kipo.

  8. FlyingT meint: (6.8.2009 um 12:33) AntwortenReply to this comment

    wenn ich so paranoid wie manche hier wäre, würde ich meinen internet anschluss einfach kündigen

  9. kaputnik meint: (6.8.2009 um 12:35) AntwortenReply to this comment

    Einhellige Übereinstimmung hier: auf Links vom BKA klickt man nicht. Großartig, das Vertrauen in die Institutionen.

    Wahrscheinlich sind die dort zu sehenden Aufnahmen entschärft … und wenn nicht? … mein Cache …. Kipo-Besitz …. Hausdurchsuchung …

    Ne, kann ich nicht reinschauen und helfen. Sorry BKA.

  10. Tagedieb meint: (6.8.2009 um 12:37) AntwortenReply to this comment

    Auf den Link klicke ich nicht, nein, auf den Link klicke ich nicht.

  11. Leser meint: (6.8.2009 um 12:40) AntwortenReply to this comment

    @7

    Das sehe ich ganz genauso!

    Dann klickt doch alternativ hier:
    spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,640822,00.html

  12. Zhuk -Der Klaus- meint: (6.8.2009 um 12:42) AntwortenReply to this comment

    Ich möchte übrigens mal btw anmerken, dass es früher, als KiPo noch legal war, es in der Tat professionelle Produktionen gab.

    Auch glaube ich gehört zu haben, dass solche professionellen Produktionen in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion auch heute in der Tat noch angefertigt werden (Umgebung wirkt zwar privat, aber die Technik ist offensichtlich professionell). (Ich habe gerade gesagt bekommen, dass die Polizei solche Produzenten im Regelfall außerordentlich unpfleglich behandelt, auch für Ex-Sowjet-Verhältnisse.)

    Man sollte nicht aus einer lokalen Beobachtung schließen, es sei überall so…

  13. anonym meint: (6.8.2009 um 12:45) AntwortenReply to this comment

    @3 Textverständnis ist nicht Ihre Stärke, geben Sie es bitte zu.

    Ich würde mich wundern, wenn ich von der Regierung und ihren Hilfswilligen nicht belogen werden würde. Klar, daß ich keinerlei Interesse habe, mit Leuten, die Uniformen tragen oder sich so benehmen, zu tun zu haben. Warum sollte ich einem Staat helfen wollen, der mir mißtraut und mich permanent belügt?

  14. Christoph meint: (6.8.2009 um 12:45) AntwortenReply to this comment

    Oder er kauft sich die BILD-Zeitung mit den ganzseitigen Photos – oder meint ihr, dass die Zeitungen auch schon getrackt werden.

  15. Mitfühlender Laie meint: (6.8.2009 um 12:48) AntwortenReply to this comment

    Es ist gut, dass das BKA das Internet für die Fahndung nutzt. Eigentlich kann man das nur unterstützen. Ich werde aber einen Deibel tun und direkt auf die BKA-Seite klicken. Gut, dass die Fahndungsfotos auch anderswo zu sehen sind.

  16. Marcus05 meint: (6.8.2009 um 12:49) AntwortenReply to this comment

    Ich schreib mal hin und frage warum sie denn nicht einfach ein Stoppschild draufmachen.

  17. 720°-Lotus (Link) meint: (6.8.2009 um 12:49) AntwortenReply to this comment

    Ich habe mir den Fahndungshinweis auf der BKA-Seite angeguckt. Wenn mir jetzt die BKA vor der Tür klingelt, zeige ich denen den Vogel. Es KANN und DARF nicht sein, dass man Angst vor neutralen Informationen hat, weil die Info-Quellen einen für etwas anzeigen, was man nicht getan hat.

    MFG
    720°-Lotus

  18. Anonyme_Paranoia meint: (6.8.2009 um 12:54) AntwortenReply to this comment

    Diese Angst vor den Behörden ist nicht aus der Luft gegriffen!

    siehe dazu:
    netzpolitik.org/2007/verd...uf-polizei-seiten-surfen/

    netzpolitik.org/2007/bka-fahndet-mit-honeypots/

    Ich rufe BKA-Seiten (wenn es überhaupt mal vorkommt) nur noch mit TOR auf; nennt mich paranoid (würde ja zu meinem Nick passen ;) ), aber dieses Risiko, mal Besuch zu bekommen, will ich nicht eingehen.

  19. Zhuk -Der Klaus- meint: (6.8.2009 um 12:58) AntwortenReply to this comment

    @19 look@ http://blog.fefe.de/?ts=b4963ebd
    Da nicht allzuviel Know-How dahinter steckt, verläuft die Fahndung eben eher im Sande.
    Ich las einstens von geplanten Pseudo-Kipo-Seiten, die die LKAs aufziehen wollten, um Leute dort zu fangen. Mal abgesehen von dem Agent Provocateur-Problem ist das ganze aber wohl ebenfalls know-how-bedingt versackt…

  20. 720°-Lotus (Link) meint: (6.8.2009 um 13:00) AntwortenReply to this comment

    @19:
    Was sollen die denn als Grund für ihren Hausbesuch nennen?
    "Wir haben hier einen Hausdurchsuchungsbeschluss, weil sie auf unserer Internetseite waren"???

    Ich glaube da müsste ich mir ein Lachen verkneifen o.o

  21. Zhuk -Der Klaus- meint: (6.8.2009 um 13:02) AntwortenReply to this comment

    @21 Ein Grund für einen Hausbesuch lässt sich einfachst fingieren, so das nötig sein sollte.

  22. FlyingT meint: (6.8.2009 um 13:08) AntwortenReply to this comment

    und das bka jetzt einfach jeden anschlussinhaber der sich das fahndungsfoto nicht anschaut als "kipo-sympatisant" sieht, da er kein interesse an einer aufklärung hat ?

    tja schon haben wir den salat.. machst man ist es schlecht, lässt man es erst recht

  23. Darkstalker meint: (6.8.2009 um 13:14) AntwortenReply to this comment

    Der Nachtrag allein spricht Bände. So weit ist es schon gekommen, dass man Angst haben muss, sich auf der offiziellen Homepage einer deutschen Bundesbehörde legal zu informieren. Quo vadis, BRD?

    @21: Wie hahnebüchen der Grund auch ist, wenn die Jungs an der Tür stehen, siehts erstmal finster aus. Natürlich finden sie keine KiPo, nur weil man auf der BKA Seite war. Aber wenn man schon mal im Haus ist, kann man ja gerade mal nach "Zufallsfunden" suchen. Sei es nur eine illegale DVD, oder die Reste von der letzten Party. Wenn ein Bekannter da auf dem Balkon nen Dübel gebaut hat (von dem man womöglich gar nichts weiss) kann man trotzdem Probleme bekommen.
    Und dass solche Sachen hinterher im Verwertungsverbot landen, ist auch mehr als unwahrscheinlich :o(

    @14: Ab 2011 gibts die Bild nur noch mit personalisiertem RFID Chip.

  24. anonym (nicht das Original) meint: (6.8.2009 um 13:15) AntwortenReply to this comment

    Seiten beim BKA ansurfen? Ja bin ich denn wahnsinnig. Nicht mal mit sieben Proxies würde ich die anfassen. Nachher lassen sie's an ein paar Seitenbesuchern aus, dass sie den echten Kriminellen nicht erwischen.

    @19 Hausdurchsuchungen werden für jeden Kleinkram bewilligt. Richter bzw. deren Schreiberlinge unterzeichnen jeden Mist. Wenn man sich mal umschaut wird einem schlecht was für fadenscheinige und haltlose Sachen unterschrieben werden. Aber natürlich ist das nur Verschwörungstheoriegeseier … sowas kann gar nicht sein … nicht in unserem Rechtsstaat …

  25. Rockafella (Link) meint: (6.8.2009 um 13:16) AntwortenReply to this comment

    Die genannten Hinweise waren auch diese Woche bei Aktenzeichen XY ungelöst zu sehen.

  26. JoSchu meint: (6.8.2009 um 13:16) AntwortenReply to this comment

    Von der Uni aus hab ich es mir dann doch mal getraut, den Link anzuklicken (hier haben mind. 15 Leute Zugriff auf den Rechner, die sollen mir meine Beteiligung erstmal nachweisen). Recht unspektakulär, die Bilder sind natürlich entschärft; der Täter ist gut zu erkennen und sollte eigentlich rasch ermittelt werden können.

    Kleine Randbemerkung: Wenn man von der Wohnung auf Hobbies und Parteienpräferenz schließen kann, würde ich ja auf Mitglied im Schützenverein und CxU-Wähler tippen.

  27. Jimmy meint: (6.8.2009 um 13:24) AntwortenReply to this comment

    Die Qualität der Videos muss ja echt mies sein (mal vom sowieso echt miesen Inhalt abgesehen…), aus rein videotechnischer Sicht… Wenn es denn wirklich professionelle Studios für solches Material gäbe, würde doch kein Mensch für diese Qualität auch noch Geld ausgeben… Wenn, dann möchte ich für "guten Stoff" verknackt werden… *hust*

    Wobei… vielleicht ist das ja nur "Übungsmaterial"… und es gibt noch "professionell" produziertes Material aus dem geheimen Kinderpornoproduktionskeller? (Nur so als Argument für denjenigen, der auf der Industriegeschichte beharren möchte…)

  28. Agir meint: (6.8.2009 um 13:24) AntwortenReply to this comment

    Zufallsfunde: im aktuellen Linux-Magazin steht ein Artikel von einem Rechtsanwalt, in dem dieser behauptet, dass es (auch) bei uns die "fruit of a poissenous tree" Regel gibt: Erkenntnisse, die durch illkegale Handlungen gewonnen werden oder solche, die darauf aufbauen, dürfen nicht verwendet werden.
    Sollte also die HD illegal sein, hast Du nix zu befürchten.
    Sollte das nicht stimmen, könnte ihm evtl. einer der hier vertrettenen Sachkundigen ihm einen Leserbrief schreiben.

  29. Anonyme_Paranoia meint: (6.8.2009 um 13:25) AntwortenReply to this comment

    @20:
    >Ich las einstens von geplanten Pseudo-Kipo-Seiten, die die LKAs aufziehen wollten, um Leute dort zu fangen. Mal abgesehen von dem Agent Provocateur-Problem ist das ganze aber wohl ebenfalls know-how-bedingt versackt…

    Deutsche Strafverfolgungsbehörden dürfen sich – laut Gesetz – nicht selbst strafbar machen, was beim Betreiben einer KiPo Seite eindeutig der Fall wäre.
    Alternativ können sie natürlich einen Server im Ausland unter falschen Namen anmelden und dann zufällig durch glückliches Hacking die Logdateien abgreifen, das ginge theoretisch.

    Anders siehts zb in den USA aus, wo einige Behörden solche Seiten "legal" betreiben dürfen.
    siehe de.wikipedia.org/wiki/Hon...Verfolgung_von_Straftaten

  30. Martin_mb meint: (6.8.2009 um 13:26) AntwortenReply to this comment

    @ JoSchu

    Von Deiner Randbemerkung kann man eher darauf schließen, wie DU Dir den CxU-Wähler und Schützenbruder vorstellst.

    Mach Dir keine Hoffnung. Das schwarze Grauen ist überall, dafür braucht es keine toten Tiere an der Wand… ;-)

  31. Joe meint: (6.8.2009 um 13:27) AntwortenReply to this comment

    Ich kann die BKA-Links zwar anklicken, aber es erscheint bei mir dann eine Stopseite.

    Gelöst habe ich das übrigens mit der bekannten Methode der DNS-Umleitung. Den Eintrag habe ich bereits 2007 vorgenommen, als bekannt wurde, daß das BKA gegen unschuldige Webseitenbesucher ermittelt und Beweise fälscht.

    So gerät man auch nicht versehentlich ins Fadenkreuz.

  32. zufallsfund meint: (6.8.2009 um 13:31) AntwortenReply to this comment

    Dazu ist erst ein Urteil veröffentlicht worden.
    Zufallsfunde KÖNNEN in diesem Fall von der Verwertung/Verfolgung ausgeschlossen werden.
    KöNNEN, nicht MÜSSEN!

  33. FlyingT meint: (6.8.2009 um 13:36) AntwortenReply to this comment

    @29 Anonyme_Paranoia
    warum erwähnen sie den oben das man aufpassen muss weil das bka loggt, und weiter unten geben sie per wikipedia selber den link das dieses seit 2009 verboten ist ?

    heise.de/newsticker/Spieg...ite–/meldung/134954

  34. Anonyme_Paranoia meint: (6.8.2009 um 13:58) AntwortenReply to this comment

    @34:

    Gegenfrage:
    Hält sich das BKA auch dran oder wird dennoch wild weitergesammelt (im sog. "Verdachtsfall") und rechtfertigt sich anschließend, wenns auffliegt (alternativ wird geleugnet oder beleidigt der Kommentar verweigert)

  35. Axel John (Link) meint: (6.8.2009 um 14:10) AntwortenReply to this comment

    @ 3: >es muesste nur jemand EINEN EINZIGEN professionell produzierten Film aus der Tasche ziehen und sie stuenden als Luegner da.<

    Dieses Szenario ist nicht unwahrscheinlich, wenn man sich die Arbeitsweise von BND und Verfassungsschutz vergegenwärtigt. (Plutoniumkoffer, Celler Loch usw. usf.)
    Die sind zu allem fähig, auch zur Produktion von KiPo.

  36. ui meint: (6.8.2009 um 14:10) AntwortenReply to this comment

    Udo hat sich gar nicht weit aus den Fenster gelegt, niemand kann das Gegenteil beweisen ohne sich strafbar zu machen. ^^

  37. Chatlog meint: (6.8.2009 um 14:15) AntwortenReply to this comment

    Wurde das Aufrufen der Seiten des BKA von jenem nicht als ausreichender Anfangsverdacht für Hausdurchsuchungen und Beschalgnahme der IT betrachtet?

  38. Marion meint: (6.8.2009 um 14:24) AntwortenReply to this comment

    @21

    Da irrst du dich. Google mal nach Andrej Holm und guck dir an, warum der unter Tatverdacht geraten ist. Und dann denk noch mal gaaaanz lange drüber nach, ob sowas geht oder nicht…

  39. FritzFratz meint: (6.8.2009 um 15:07) AntwortenReply to this comment

    Wer der hier Anwesenden würde den tatsächlich Kinderpornographie bei der Polizei melden, wenn man im Internet zufällig darüber stolpert?

    Fast niemand – aus Angst – dadurch selbst in das Visier der Ermittlungsbehörden zu geraten.

    Das ist die traurige Realität, die durch den deutschen Bundestag und die Ermittlungsbehörden gemeinsam geschaffen wurde.

    Das dadurch nach einiger Zeit gegenüber der Polizei und den Ermittlungsbehörden ein generelles Mißtrauen wächst ist immanent.

    Witzigerweise wird durch die bisherige Diskussion und Gesetzgebung die Anzeigerate und damit die bekannte Kriminalität im Bereich Kinderpornographie sinken.

    Und in 2 Jahren wird man der Bevölkerung diese Senkung als Erfolg verkaufen.

  40. Thomas meint: (6.8.2009 um 15:16) AntwortenReply to this comment

    Zum Nachtrag: Es ist doch schlimm, oder? Auch mein erster Gedanke war "Nee, lieber nicht auf die BKA-Seite. Vielleicht ist das ein Honeypot und heute steht ein SEK vor meiner Tür". Dabei sollten die Herren vom BKA doch eigentlich "die Guten" sein.
    So weit ist es also schon gekommen mit unserem Vertrauen in die Obrigkeit.
    Erschreckend, oder?

  41. flyer meint: (6.8.2009 um 15:25) AntwortenReply to this comment

    @FritzFratz: "Und in 2 Jahren wird man der Bevölkerung diese Senkung als Erfolg verkaufen."

    Oder als Grund, warum noch mehr Eingriffe, noch mehr Überwachung, noch mehr Zensur notwendig sind. Immerhin besteht dieses Land ja offensichtlich nur aus Kinderschändersympathisanten und ohne die notwendigen Befugnisse kann man dem ja vom Volk gedeckten Kindesmissbrauch nicht Herr (oder Frau) werden.

    </sarkasmus>

    Wäre aber wirklich schade, wenn man den Kerl deshalb nicht kriegen sollte, weil sich keiner traut, etwas zu sagen, wenn er was weiß. Denn abscheulich ist's so oder so. Die Tat selbst wie auch ihre Instrumentalisierung durch die Politik.

  42. anonym meint: (6.8.2009 um 15:33) AntwortenReply to this comment

    Nichts daran finde ich erschreckend. Es ist doch hervorragend, wenn immer mehr Leute erkennen, was mit dem Staat los ist. Und man muß ja auch bedenken, daß die große Masse vermutlich bis zum jüngsten Tag nicht begreifen wird, daß der Staat ihr Feind ist. Wenn ich mich in dem Punkt irre, um so besser.

  43. JoSchu meint: (6.8.2009 um 15:50) AntwortenReply to this comment

    @31 (Martin_mb): Tut mir leid, Anfängerfehler meinerseits. Ich hab halt noch nicht so viel Übung darin, auf dem Argumentationsniveau des politischen Gegners zu agieren. Der schafft es ja sogar, Zusammenhänge zwischen Amokläufen und Computerspielen zu generieren.

  44. lawblogleser meint: (6.8.2009 um 16:17) AntwortenReply to this comment

    Wow, ist erschreckend zu lesen wie viele Leute in den Kommentaren offen Angst vor dem BKA haben.

    Also allein die Situation, meine ich.

  45. Leser meint: (6.8.2009 um 16:17) AntwortenReply to this comment

    @45

    Ja, das erschreckt mich ebenfalls! Danke liebe Politiker, dass ihr Stück für Stück das Vertrauen der Bürger untergraben habt. Freiheit statt Angst!

    Noch bin ich kein Mitglied der Piraten, aber ich könnte es durchaus werden. Andere Themen kommen sicher noch, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Für mich gilt, ich verpasse denen in Berlin einen Denkzettel und wähle Piraten! Sonst würde ich nämlich gar nicht zur Wahl gehen. Also Freunde, Denkzettel verpassen – Klarmachen zum Ändern.

  46. max meint: (6.8.2009 um 16:23) AntwortenReply to this comment

    Mir stellt sich gerade die Frage, weiweit wir als gute Staatsbürger verpflichtet sind, dem BKA bei seinen Ermittlungen zu helfen.

    Wenn ich also Spam-Mails mit folgendem Inhalt erhalte:

    "Suesse Hauptschuelerin will bumsen. Hast du Lust auf das Beste, was es an Sexvideos gibt? … Auf dieser Seite kannst du es dir ankucken, wie die geilsten jungen Teenies sich bei einem Sexabenteuer insgeheim filmen lassen. …"

    erfüllt das dann die Kriterien der "Scheinminderjährigkeit"?

    oder ist das gar eine Aufforderung zu einer Straftat (Jugendpornografie)? – eine HAUPTSCHÜLERIN – die ist nach unserem Schulsystem in der 9. KLasse also etwa 16.

    (So oft, dass sie wesentlich über 18 sein könnte, kann man auch als Hauptschülerin nicht sitzenbleiben)

    Muss ich jetzt derartige Mails an das BKA weiterleiten, damit das Ermittlungen aufnehmen kann.

  47. anonym meint: (6.8.2009 um 16:28) AntwortenReply to this comment

    Gute Staatsbürger? Wer will mich verpflichten, ein guter Staatsbürger zu sein? Wo beziehen Sie denn Ihre Ideen her? Jeder ist doch höchstens seinem eigenen Gewissen verpflichtet, allerhöchstens. Und da kommt bei mir der Staat nicht vor. Diese Staatsgläubigkeit ist doch wirklich erschreckend, wir haben doch nicht mehr 1914.

  48. Rockafella (Link) meint: (6.8.2009 um 16:37) AntwortenReply to this comment

    Ich denke, die 5 % Hürde dürfte für die Piraten kein Problem werden, wenn das so weitergeht.

  49. daFux meint: (6.8.2009 um 16:58) AntwortenReply to this comment

    @46: Angst haben, oder damit spielen. Macht doch Spaß, dem BKA den Stinkefinger zu geben mit "Wir würden sehr gerne helfen, aber nach den Dingen der Vergangenheit haben wir allen Grund zu Annahme, daß man es uns nicht dankt, im Gegenteil"

  50. Peace meint: (6.8.2009 um 17:06) AntwortenReply to this comment

    Hier übrigens der Text, der u.a. auf grundlage des interviews geschrieben wurde
    sueddeutsche.de/computer/698/483147/text/
    Peace

  51. ernst restelmann meint: (6.8.2009 um 17:20) AntwortenReply to this comment

    Der Typ hat sich gerade gestellt.

    Ich frage mich, warum das BKA wohl gerade jetzt, wo es selber so in der Kritik steht, diesen Einzelfall via XY-Ungelöst auf´s Tapet bringt.

    "Sehet und staunet, wir tun was!"

  52. holla meint: (6.8.2009 um 17:59) AntwortenReply to this comment

    Ich klick immer nachdem ich die Fahndungsaufrufe angeguckt hab noch die Stellenangebote an, da macht man sich gleich unauffällig, so als potentieller Mitarbeiter.

  53. Schwarzmaler meint: (6.8.2009 um 18:16) AntwortenReply to this comment

    Schön, wenn die Deutschen mit ein paar Jahren Verspätung die angelsächsische Grundskepsis dem Staat gegenüber erlernen – ein Staatsverständnis nach Hobbes als Basis einer funktionierenden liberalen Demokratie.

  54. Lioman (Link) meint: (6.8.2009 um 19:01) AntwortenReply to this comment

    Die Veröffentlichung auf Internetseite, Printmedien Aktenzeichen XY und anderen TV-Formaten hat sich offensichtlich gelohnt. Der Täter stellte sich. sueddeutsche.de/panorama/855/483303/text/

  55. lawblogleser meint: (6.8.2009 um 20:35) AntwortenReply to this comment

    Damit hat Aktenzeichen xy und vielleicht auch der Lawblog mehr für den Schutz von Kindern getan als vonderLaier jemals "konnte" oder "wollte".
    Bin mal gespannt was da noch bei rauskommt. Und es gibt 42 Videos die anderen Leuten zugänglich geworden sind.
    Das sind 42 (mindestens) mal Missbrauch, wie konnte das so lange unentdeckt bleiben? (Standardfrage, aber berechtigt)

    Ich behaupte einfach mal das, was ich schon bei dem Idioten mit den Spiralen gesagt habe, wenn die Polizei einen Täter fasst, dann durch dessen eigene Dummheit und nicht durch die Taten der Behörden. Die konnten allemal selber für sich den Druck durch die Medien nutzen, wie hier auch. Ich lache bis heute noch über den Begriff "Spezialisten" beim BKA, die haben einen einfachen, billigen Photoshop Effekt zurück gedreht.

    Als letztes noch: Stichwort Dunkelziffer.

    @Udo Vetter:
    Ihre Aussage deckt sich haargenau mit denen einiger Reportagen von engagierten Journalisten, die Reportagen liefen meistens (ist schon was länger her) im öffentlich rechtlichen Fernsehen oder auch mal auf RTL, bei letzterem weiss ich noch, da wurde das Postfachsystem der deutschen Post für den Versand von "Hollandfilmen" genutzt (derselbe Reporter hat dann noch einige andere gute Reportagen gemacht, aber auch hinterher diese "Gag Dinger" wo er deutschen Touristen auf Mallorca einfach mal das Bier wegsäuft…naja, was die Quote befiehlt). Allein aus diesen öffentlichen Reportagen müsste die Politik mehr Erkenntisse ziehen können, wenn sie denn nur wollte, zum Handeln.
    Darum geht es aber offensichtlich nicht, man kann nicht alles mit Dummheit oder Inkompetenz erklären. Die meisten Aufnahmen wurden ja diesmal auch anscheinend durch einen Journalisten zugespielt, laut den Berichten.

    Frau von der Laien sollte übrigens mal zu einer Stellungnahme zu dem Fall und die Erkenntnisse, die sie daraus zieht, gebeten werden.

    P.s.: Sorry fürs auskotzen, musste mal sein.

    @55 schwarzmaler:
    Hobbes und LeBon sind (imo) aktueller denn je, oder eigentlich immer aktuell, wie man's sieht

  56. Rockafella (Link) meint: (6.8.2009 um 20:36) AntwortenReply to this comment

    Wie kann man nur so dumm sein, sein eigenes Gesicht zu filmen, während man Kinder missbraucht? Vor einiger Zeit gab´s doch schon mal so einen Fall in Thailand(?), da hatte der Täter sich aber zumindest verfremdet.

  57. flyer meint: (6.8.2009 um 20:42) AntwortenReply to this comment

    @Schwarzmaler: Ich würde eher annehmen, dass die Staatsskeptiker nach wie vor eher stark in der Minderheit sind.

    Leider.

    Darauf deuten für mich schon die Umfragewerte der CDU und CSU hin, die ja in der Vergangenheit nicht gerade für ihre staatsskeptische Politik bekannt waren. Aber vielleicht sind es ja ein paar mehr geworden.

  58. saibot (Link) meint: (6.8.2009 um 21:11) AntwortenReply to this comment

    und hat sich auch schon gestellt…

  59. Marc meint: (6.8.2009 um 21:16) AntwortenReply to this comment

    "Wer der hier Anwesenden würde den tatsächlich Kinderpornographie bei der Polizei melden, wenn man im Internet zufällig darüber stolpert?"
    @41
    Ich, sofort und ohne auch nur einen Sekundenbruchteil darüber nachzudenken. Auch in dem Wissen um die haarsträubenden Aktionen für die das BKA verantwortlich zeichnet und von denen garantiert nur die Spitze des Eisberges sichtbar ist … mit rechtsstaatlichkeit hat das alles in meinen Augen rein gar nichts mehr zu tun.

    Marc (Vater von fünf Kindern zwischen 6 und 19J.)

  60. hiro (Link) meint: (6.8.2009 um 22:23) AntwortenReply to this comment

    Das BKA scheint ein "gutes Händchen" zu haben, wenn es öffentlich nach Kinderporno-Darstellern fahndet: Aufklärungsquote Top, die Fälle sind so eindeutig, daß man auch mit viel Bemühen nicht davon ausgehen kann, daß hier Unschuldige verfolgt werden, und für Kleinkram werfen sie die Maschinerie auch nicht an.

    Scheint wie in jeder großen Firma zu sein: Das Management schwafelt öffentlich Blödsinn, einige Abteilungen werden dazu abgestellt, Mist zu produzieren, aber es gibt immer noch Mitarbeiter am Ende der Nahrungskette, die einen guten Job machen.

    Glückwunsch an dieser Stelle – es müßte mehr davon beim BKA geben.

  61. hiro (Link) meint: (6.8.2009 um 22:29) AntwortenReply to this comment

    Ja Mist – da gehört noch ein "(Täter)" hinter "Kinderporno-Darsteller". Die öffentliche Suche nach dem Opfer damals war ja nicht so knorke.

  62. FritzFratz meint: (7.8.2009 um 00:03) AntwortenReply to this comment

    @61:
    Löblich! Löblich!

    Und die Polizei würde in solch einem Fall doch sicherlich gerne wissen, wie man auf so eine Seite gekommen ist. Schließlich stolpert man da wohl nicht darüber, wenn man lawblog ansurft.

    Also wird man wohl offen legen müssen, wie man daran geraten ist. Und das geschieht meiner Vermutung nach wohl über Pornoseiten oder üble Newsgroups.

    Womöglich steht dann auch noch ein Besuch der Ermittungsbehörden ins Haus und man muss dann seiner Frau und Kindern erklären, weshalb die Polizei da ist.

    Ich kann mir das schon lebhaft vorstellen, wenn die Frau dann anklagend fragt: "Heinz, auf welchen Seiten treibst Du Dich eigentlich rum? Bin ich Dir etwa nicht mehr genug?

    Von schrecklichen Gerüchten, die danach plötzlich durch die Nachbarschaft geistern will ich gar nicht erst anfangen.

    Und das ist noch der positivste Hemmschuh bei der ganzen Sache.

    Im schlimmsten Falle gibt es erst mal Hausdurchsuchung und der Rechner ist weg.

    Solange Menschen solche Befürchtungen haben, wird der Großteil der Leute, die in so eine Situation kommen erstmal schweigen und hoffen, daß sie da nicht hineingezogen werden.

  63. vader meint: (7.8.2009 um 00:05) AntwortenReply to this comment

    > "Wer die Seite des BKA nicht anklicken möchte"

    Das sagt mir viel über den Zustand der Republik.

  64. Name meint: (7.8.2009 um 00:08) AntwortenReply to this comment

    @3
    Udo hat eine falsifizierbare These aufgestellt. Das hast du richtig erkannt. Ein Gegenbeispiel wäre zwar nicht wirklich sehr relevant, da müssten es schon n paar mehr sein.

    Aber angenommen eins wäre schon wahnsinnig schrecklich. Dann finde es.
    Also finde ein Gegenbeispiel. Na los. Wie es gibt keines? Na dann, troll dich!

  65. Marion meint: (7.8.2009 um 00:18) AntwortenReply to this comment

    @FritzFratz

    Ich hab heute mit 2 verschiedenen Leuten über Hausdurchsuchungen diskutiert, die das üüüberhaupt gar nicht schlimm fanden. Die Polizei war ja (vor ca. 10 Jahren sogar sehr nett).

    Schön, dass es noch Leute gibt, die Verständnis für die Problematik haben. Danke, du weißt gar nicht, wie glücklich du mich damit gemacht hast :))

  66. Einer der auch nicht mit allem einverstanden ist meint: (7.8.2009 um 01:06) AntwortenReply to this comment

    Ich frage mich, vor was ich mehr Angst haben sollte: Den Kommentierenden in diesem Blog, die wohl allesamt in China oder dem Iran zu leben scheinen oder vielleicht doch vor dem BKA?

    Ich glaube, eher vor ersteren.

  67. Zhuk -Der Klaus- meint: (7.8.2009 um 01:28) AntwortenReply to this comment

    @69
    ?
    Es ist jedem freigestellt, auf der Wolke zu leben, die man sich wünscht. Wenn man meint, das BKA wäre ein Hort der Sicherheit und der Gerechtigkeit, so ist das doch gut.

    Wir müssen nicht stundenlang darüber diskutieren, ob so eine Einstellung sich aus hormonellen Störungen, Erziehung oder dem IQ herleitet: Es ist gut.

    Wir wissen ja auch aus der Historie, dass Polizeiorganisationen immer nur das gute wollen ("ich liebe euch doch alle": Mielke).

  68. Marion meint: (7.8.2009 um 02:13) AntwortenReply to this comment

    @69

    Erklär mir Honeypot!

  69. RC meint: (7.8.2009 um 02:34) AntwortenReply to this comment

    @3

    "EIN Fahndungsaufruf beweist, dass es weltweit keine Filmstudios gibt, die fuer Geld Kinderpornos herstellen? Vermutlich beweist auch meine Videokamera zuhause dass Hollywood nicht existiert.

    Hr. Vetter, ich fuerchte mit dem Interview haben sie sich ebensoweit aus dem Fenster gelehnt wie Fr. vdL. Vielleicht sogar weiter: es muesste nur jemand EINEN EINZIGEN professionell produzierten Film aus der Tasche ziehen und sie stuenden als Luegner da."

    Ich empfinde es als ziemliche Umdichtung das so zu sehen.

    Selbst wenn jemand einen professionell gemachten Film vorweisen kann, dann _bestätigt_ das UV. Eine "Industrie", die nur einen professionellen Film vorweisen kann, kann doch nicht eine "milliardenschwere Massenindustrie" sein. Da müsste es ja nur so abertausende Filme hageln. _Glücklicherweise_ scheint das ja jetzt gar nicht so zu sein.

  70. Duddley meint: (7.8.2009 um 03:25) AntwortenReply to this comment

    @ 71 Marion

    Mit ner Frage wirst du ihn nicht ueberzeugen ;-)
    Aber vielleicht mit nem Link?

    lawblog.de/index.php/arch...nur-einen-klick-entfernt/

    ist zwar hier von dem Blog aber…

    Gruß Duddley

  71. R.A. meint: (7.8.2009 um 11:05) AntwortenReply to this comment

    @3, Stefan:
    > es muesste nur jemand EINEN EINZIGEN professionell
    > produzierten Film aus der Tasche ziehen und sie
    > stuenden als Luegner da.
    Falsch.
    Erst einmal wäre dann Udo kein Lügner, sondern maximal jemand, der zu wenig weiß.
    Und im übrigen ist es recht unwahrscheinlich, daß so ein Film jetzt plötzlich auftauchen würde – nachdem es viele Jahre lang keine solchen Filme gegeben hat.

  72. hm meint: (7.8.2009 um 11:24) AntwortenReply to this comment

    allein n en bka-link zu veröffentlichen halte ich für fraglich… naja …danke an vetter für den nachtrag ;)

    ps: an alle verschwörungs-theoretiker: der typ kam wohl aus aus bayern und war somit csu-wähler :P

  73. Cyborg meint: (7.8.2009 um 12:33) AntwortenReply to this comment

    @72: Ich muß dir da beipflichten. Wobei ich sagen muß dass das wort "Industrie" zu weit geht.

    Fakt ist, dass es eine kommerzielle Verbreitung von KiPo gibt.
    Ob dies jetzt tatsächlich Millionenumsätze macht, sei jetzt mal dahin gestellt. Allerdings ist das vollkommen egal, ob hierfür 1 Euro, 1.000, oder 1.000.000 verdient wird.
    Wie ist es denn im "adultporn" Bereich? Dort gehen immer mehr Produktionsfirmen dazu über "homemade videos" herzustellen. Da sieht man oftmals nicht, dass es keine Studentinnen sind, sondern mehr oder weniger Profis. Vor allem geht es nicht nur um Videos. Genauso geht es insbesondere um Bilder, aber auch Geschichten sind strafbar.

    Es gibt genug Produktionen, gerade aus den russischen Ländern, aber auch aus den USA. Die Geldströme sind bei Western Union Transfers nicht nachvollziehbar.

    Und das Argument, dass der Mißbrauch auch stattfindet wenn keine Kamera dabei ist, halte ich für vermessen und spielt das Thema, wie andere hier auch im Blog auch, herunter.

    Ich gehe mal davon aus, dass wenn überhaupt nur sehr wenige hier richtige Kinderpornografie gesehen haben und deswegen schlicht über etwas erzählen/bewerten von dem sie keine Ahnung haben. Deswegen ist es für die meisten hier auch einfach ihre persönlichen Sorgen und Ängste (Honeypott etc.) vor die Sache selbst zu stellen, nämlich der Aufklärung eines schweren Verbrechens.

  74. anonym meint: (7.8.2009 um 12:37) AntwortenReply to this comment

    Was le Bon zu tun haben soll mit Skepsis gegenüber dem Staat, habe ich nicht recht verstanden. Vielleicht kenne ich ihn nicht gut genug? Sein Thema war doch die Masse und deren (angebliche) Dummheit. Seine Einstellung war doch eher reaktionär (oder konservativ, wenn man das lieber hat).

    Die im Interview von Herrn Vetter getätigten Aussagen sind klar, nachvollziehbar, überzeugend. Wer etwas dagegen vorbringen will, müßte schon ein paar Argumente haben.

    Die Überlegung, wen und was man bei der Polizei anzeigen wollte, ist glücklicherweise eher theoretischer Natur. Ich kann mir jedenfalls in vielen Fällen nur schwer vorstellen, bestimmte Delikte zur Anzeige zu bringen. Das ist doch auch überhaupt nicht mein Job. Wer gern die Polizei als Freund hätte, bitte. Vielleicht bekommt er dann irgendwann noch einen Orden aus Blech. Oder eine Armbinde "Helfer der Volkspolizei". Viel Spaß dabei!

  75. Cyborg meint: (7.8.2009 um 14:31) AntwortenReply to this comment

    Naja, wenn ich hier Quellen zu KiPo angeben würde, dann würde ich mich selsbt strafbar machen.

    Das Argument liegt letztlich auf der Hand und ist ein prominetes Beispiel. Das berühmte Neumitglied der Piraten hat selbst KiPo gekauft. Das ganze ging nicht via Internet!
    Nur soviel zum Argument das Internet hätte die kommerzielle Verbreitung von KiPo zerstört.
    Die Kommerzialisierung von KiPo reduziert sich nicht auf den Akt selbst, bei dem Kinder aufs Übelste gschädigt werden, sondern liegt auch dann vor wenn diese "Privataufnahmen" als gesammelte Werke veräußert werden. Dazu brauche ich kein professionelles Studio.

    Für die zukünftige Strafverteidigung ist das Publizieren solcher Ansichten bestimmt nicht schädlich. Somit wird es nie der Fall sein, dass ein Strafverteidiger sagt, dass es einen kommerziellen Markt gibt!

  76. Einer der auch nicht mit allem einverstanden ist meint: meint: (7.8.2009 um 17:55) AntwortenReply to this comment

    @70: Wer die DDR mit der heutigen BRD vergleicht, dem fehlt es nicht nur an einem ausreichenden IQ.

  77. Marion meint: (7.8.2009 um 18:04) AntwortenReply to this comment

    @79 Achja?

    Prof. Peter-Alexis Albrecht fehlt ein ausreichender IQ?

    Ich fühle mich bei der immer stärkeren und flächendeckenden Überwachung schon an Stasi-Methoden erinnert. Wieso auch nicht? Geruchsproben wurden von der Stasi erfunden, natürlich fühlt man sich da an Stasi erinnert. Und Nacktscanner… *mich gruselts*

  78. anonym meint: (7.8.2009 um 18:21) AntwortenReply to this comment

    Also ich halte die Vergleiche zwischen damals und heute auch nicht immer für besonders glücklich. Zumal die Vergleicher oftmals den Eindruck erwecken, daß sie selbst nicht sehr viel Sachkenntnis mitbringen. Dieser Eindruck kann täuschen, aber er ist halt da.

    Beispielsweise wäre die Stasi doch unglaublich froh gewesen, hätte sie die Technik gehabt, die heute zur Verfügung steht. Anderer Aspekt: unabhängige Justiz hat es in der DDR nie gegeben. Dritter Aspekt: Die DDR war weitgehend nach außen abgeschottet, da kam niemand so schnell rein oder raus, von dem die Behörden nicht wußten. Usw. usw.

    Andererseits kann man natürlich immer Parallelen finden, wenn man unbedingt will. Ein Hund und eine Katze haben auch beide vier Beine.

    Den Satz oben, auf den der jetzige Einwand zielte, würde ich aber schon unterschreiben, da geht es auch nicht um den Staat, sondern um die Polizeiorganisationen. Da kann man leicht zu Metternich zurückgehen.

  79. Marion meint: (7.8.2009 um 18:28) AntwortenReply to this comment

    Hm… @81

    "unabhängige Justiz hat es in der DDR nie gegeben"

    Und die gibt es heute? Aufgrund des politischen Drucks wird Internetkriminalität immer viel härter bestraft als es eigentlich notwendig wäre.

    "Die DDR war weitgehend nach außen abgeschottet, da kam niemand so schnell rein oder raus, von dem die Behörden nicht wußten."

    Glaubst du, wenn du dich in den Flieger setzt, dass die Behörden nichts davon wissen??

    Außerdem sprechen wir Kritiker davon, dass dies alles nur der Anfang ist. Es kommt noch viel Schlimmeres auf uns zu.

  80. anonym meint: (7.8.2009 um 18:47) AntwortenReply to this comment

    Wie bereits angedeutet: Daß Polizeiorganisationen und Geheimdienste einen Trend zur Verselbständigung fast überall auf der Welt haben, wenn man sie läßt, das würde ich nicht bestreiten wollen. Aber Mielkes Leute mußten noch in jede Wohnung einzeln und heimlich eindringen (physisch), die sie verwanzen wollten, das ist heute dank Technik nicht mehr erforderlich.

    Ich bin gewiß immer ein Kritiker des Staates gewesen, aber ein paar Fakten müßte man schon akzeptieren. Es gibt ein Grundgesetz und eine prinzipiell unabhängige Justiz in Deutschland. Das heißt nicht, daß jedes einzelnen Urteil akzeptabel ist.

    Es ist ein gravierender Unterschied, ob man in fast jedes Land der Welt reisen kann (egal, ob der eigene Staat davon Kenntnis nimmt; dazu gibt es ja u. a. Pässe, die der Staat ausstellt), oder ob man das eigene Land überhaupt nicht verlassen kann, höchstens in sechs oder sieben andere Länder.

    Und so gibt es noch einige wichtige Unterschiede, ganz egal, wieviel Polizeiwillkür es in der Bundesrepublik geben mag.

    Daß es noch schlimmer wird, bezweifle ich nicht. Ich habe bereits Mitte der 90er Texte gelesen, die sich damit befaßten. Das war damals zwar glaubwürdig, schien aber noch zeitlich weit weg zu sein. Dann kam alles viel schneller als erwartet. Ich habe keine ernsthaften Zweifel, daß die Geheimdienste daran gedreht haben, um die Entwicklung in ihrem Sinne zu beschleunigen. Also überzeugen müssen Sie mich hier daher nicht. Oder wollen Sie bekennen, woran Sie 1996 geglaubt haben?

    Es gibt aber hier auch gewisse Möglichkeiten, die Öffentlichkeit zu mobilisierten und selbst tätig zu werden, die man in einer Diktatur (die noch nicht am Ende war) so nicht hatte; auch wenn ich diese Möglichkeiten als nicht übermäßig groß einschätze.

    (Entschuldigung, daß ich keine Nummer vor dem Text hier anführe, in letzter Zeit funktioniert das System nicht mehr, weil es oft nachträgliche Einschübe gibt.)

  81. Stefan W. meint: (8.8.2009 um 02:07) AntwortenReply to this comment

    > Diese behaupten, es gebe eine Kinderpornoindustrie; mit dem Material würden Millionen verdient.

    Milliarden, nicht Millionen. Und den Namen kann man auch nennen: Wellenreuther (CDU) behauptete, daß 5 Mrd. Umsatz pro Jahr weltweit mit Kinderpornographie gemacht werden in der Bundestagsdebatte zum Gesetz.

    Ob das stimmt oder nicht spielt eine große Rolle in mehrfacher Hinsicht. Zum Beispiel für die Frage, ob man belogen wird, oder inkompetente Dampfplauderer Gesetze auf Grund ungeprüfter Informationen erlassen.

    Jeder einzelne Webseitenabruf steht erstmal unter dem Verdacht, man könne auf dem Weg zu Kinderpornographie sein, aber wenn es keinen Milliardenmarkt gibt, für den offen geworben wird, dann ist es vielleicht unverhältnismäßig alle Surfer unter Generalverdacht zu stellen?

    Wenn keine kommerzielle Industrie dahintersteckt, dann läuft der Tausch wohl doch über Insiderkanäle, und mit den Stoppschildern verhindert die Polizei gar nichts. Überhaupt nichts.

    Auch für die Täterprofile macht es vielleicht einen großen Unterschied, ob das vermögende Saubermänner sind, die allen erdenklichen technischen Schnickschnack leisten, oder ob es ambitionierte Hobbyisten sind.

    Außerdem stellt sich die Frage, was der Wirtschaftsminister Guttenbörg damit zu tun hat, wenn es wirtschaftlich völlig unbedeutend ist.

  82. Autolykos meint: (8.8.2009 um 02:54) AntwortenReply to this comment

    "Wellenreuther (CDU) behauptete, daß 5 Mrd. Umsatz pro Jahr weltweit mit Kinderpornographie gemacht werden in der Bundestagsdebatte zum Gesetz."
    Und 79,21% der Leute, die eine Statistik zitieren, haben sich diese gerade eben ausgedacht…

  83. Nico meint: (8.8.2009 um 13:42) AntwortenReply to this comment

    Das BKA fahndet mit Bildern aus Kinderpornos? Na, so schlimm kann der Einstiegsdrogeneffekt ja nicht sein, wenn sie den in Kauf nehmen…

  84. Boesgloibig meint: (9.8.2009 um 11:59) AntwortenReply to this comment

    Habe im Frühjahr von der Möglichkeit der "anonymen Web Anzeige " in Baden Würtemberg gebrauch gemacht, 3 Tage später Vorladung als Zeuge erhalten, soviel zur Anonymität im Web und bei der Polizei.

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