11.8.2009

Unsere neuen Supercops

Ich hatte Gelegenheit, beim Bundeskriminalamt anzurufen. Laufende Ermittlungen. Konkret: Beamte haben bei meinem Mandanten, der nicht zu Hause war und auch nicht vorhat, nach Hause zu gehen, durchsucht. Jetzt sitzen sie im Auto vor seinem Haus. Ich nehme an, sie warten nicht auf den Pizzaservice.

Da sich in der zuständigen Abteilung niemand meldet, werde ich zum Dauerdienst im Bundeskriminalamt durchgestellt. Der dortige Diensthabende möchte zuerst wissen, von wem ich weiß, dass seine Kollegen vor der Haustüre stehen. Das fragt er drei Mal, in einem jovialen Tonfall zwischen Pilawa und Jauch; ich fühle mich aber trotzdem nur marginal in meiner Ehre als Strafverteidiger gekränkt.

Dann kommt der übliche Spruch, er wisse ja nicht, wer ich bin, deshalb könne er mir nichts zu einem laufenden Verfahren sagen. Ich erkläre, dass ich gar nichts von ihm wissen will, sondern ihm nur gern das mir mittlerweile bekannte Aktenzeichen und meine Mobiltelefonnummer durchgeben möchte. Verbunden mit der Bitte, seine im Auto wartenden Kollegen zu kontaktieren und ihnen anzubieten, mich doch mal anzurufen. Wenn sie denn wollen. Was ja sein könnte.

Der Beamte erklärt, dafür bräuchte der Beschuldigte keinen Anwalt. Der Beschuldigte solle sich doch bitte selbst melden. Langsam ringe ich doch um Fassung, schaffe es aber noch freundlich zu fragen, ob er denn nun meine Telefonnummer notieren möchte. Noch mal: unverbindlich, nur für den Fall, dass seine Kollegen vor Ort mit mir sprechen und vielleicht ihre Wartezeit abkürzen wollen.

“Nö.” Dann legt er auf.

So viel zu unseren neuen Supercops.

113 Kommentare zu “Unsere neuen Supercops”

  1. thogo meint: (11.8.2009 um 16:07) AntwortenReply to this comment

    Jaja: "Die BESTEN der BESTEN der BESTEN, SIR!"

  2. anonym meint: (11.8.2009 um 16:10) AntwortenReply to this comment

    Was mir hier spontan in den Sinn kommt, schreibe ich nicht. (Es ist ein Aufforderungssatz. Es kommt ein gemauertes Bauwerk darin vor.)

  3. Germany’s finest meint: (11.8.2009 um 16:13) AntwortenReply to this comment

    To protect and to serve

  4. Jens Kubieziel meint: (11.8.2009 um 16:13) AntwortenReply to this comment

    > Beamte haben bei meinem Mandanten durchsucht und stehen nun vor seiner Haustür

    Heißt das, er lässt sie nicht mehr raus? :-)

  5. Judas meint: (11.8.2009 um 16:14) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht werden die nach Stunden bezahlt?

  6. Stefan meint: (11.8.2009 um 16:21) AntwortenReply to this comment

    Alles ganz schön komisch wie ich finde.

  7. WhiteWolf meint: (11.8.2009 um 16:22) AntwortenReply to this comment

    Der braucht keinen Anwalt, er soll sich mal lieber selbst melden. Wenn er nix gemacht hat, hatter ja nix zu verbergen :D
    *lol*
    Tolle Menschen diese Supercops und so Leute dürfen jetzt einfach Webseiten auf ne lustige Liste setzen, yay.

    Haben sie dem betreffenden Herrn denn gesagt, dass sie ein Blog betreiben Herr Vetter? Wenn ja kommt bald das Stopschild? :D

  8. Chris meint: (11.8.2009 um 16:24) AntwortenReply to this comment

    Riecht fast so, als WOLLE er eine Dienstaufsichtsbeschwerde.

  9. Kritiker meint: (11.8.2009 um 16:24) AntwortenReply to this comment

    Verdächtigte sind beim BKA wohl immer schuldig bis das Gegenteil bewiesen ist. Da stört Hilfe vom Rechtsanwalt nur.

  10. Momo meint: (11.8.2009 um 16:24) AntwortenReply to this comment

    @7: Wenn die Jungs sich den Namen gemerkt haben und Google benutzen können, kommen sie vielleicht von selbst drauf.

    Wenn.

    Herr Vetter, was hielt sie davon ab einfach mal unverbindlich rüber zu gehen und an die Scheibe zu klopfen?

  11. Rainer meint: (11.8.2009 um 16:25) AntwortenReply to this comment

    Darf das BKA den Zugang zum Mandanten verwehren oder muss es Anwalt und Mandanten nur nicht aktiv unterstützen?

    @4.
    Ich musste auch dreimal lesen und war dann bei deiner Einschätzung angelangt oder der Alternative: Stehen jetzt draußen und wissen nicht wohin (mit sich). :-)

  12. Muriel meint: (11.8.2009 um 16:31) AntwortenReply to this comment

    Was, wenn sie doch auf eine Pizza warten? In dem Fall wäre das Verhalten des Beamten am Telefon total verständlich, oder?

  13. FritzFratz meint: (11.8.2009 um 16:31) AntwortenReply to this comment

    @10: Das kann der Mandant ja auch selbst machen – das spart Zeit und Honorar.

    Wenn er gemein sein will, bringt er auch noch Bananen und 2 Tassen Kaffee im Pappbecher mit.

    Noch gemeiner könnte er damit sein, wenn er die Herren oder Damen in seine aufgeräumte Wohnung einlädt mit der Auflage aber keine Schränke oder Türen zu öffnen.

  14. kizushi meint: (11.8.2009 um 16:36) AntwortenReply to this comment

    Noch geiler wäre es wenn der Mandant Ihnen die Müllsäcke mit geschredderten Unterlagen und Datenträgern in die Hand drückt. "Ich dachte Sie seien von der Müllabfuhr."

    Könnte man die Pizza-Konsumenten nicht zur Backpulver-Inspektion in ein anderes Etablissement einladen?

  15. DerExperte meint: (11.8.2009 um 16:38) AntwortenReply to this comment

    @12: Einfach 'ne Pizza vrobeibringen – das klärt die Frage..
    @13: Mit Bananen wäre ich vorsichtig – wenn die Herren weder Veggies sind noch Humor haben kann das humorlos enden..

  16. Losanda meint: (11.8.2009 um 16:38) AntwortenReply to this comment

    Stoppschild vors Auto und fertig.

  17. nb meint: (11.8.2009 um 16:40) AntwortenReply to this comment

    @9: Jaja, das böse BKA.

    Das Verhalten des Beamten war unhöflich, keine Frage. Mehr aber auch nicht.

  18. sven meint: (11.8.2009 um 16:43) AntwortenReply to this comment

    Ich denke Vetters Mandant ist für ne Weile zu Freunden gezogen. Wenn der TÜV vom Wagen abgelaufen ist, kann man das Ordnungsamt anrufen. Bis dahin freut es die Pizzataxen…

  19. Losanda meint: (11.8.2009 um 16:44) AntwortenReply to this comment

    @16

    Unhöflich? Wenn der Pizzabote unhöflich ist, oder von mir aus das Einwohnermeldeamt, dann ist das ärgerlich aber eigentlich schei** egal.

    Wenn das BKA "unhöflich" ist, dann hat das unter Umständen existenzvernichtende Folgen.

  20. Mithos meint: (11.8.2009 um 16:44) AntwortenReply to this comment

    Wozu wollten sie denen denn das noch mitteilen? Das wissen die doch längst. Ohne die Telefonnummer wüssten die doch gar nicht, welches der Anschluss des beauftragten Anwalts ist, den sie abzuhören haben. Und darüber haben sie dann auch gleich das Aktenzeichen erfahren.

    Übrigens hat der BKA-Beamte vom Dauerdienst auch nen nettes Pkerface: Von wegen, er wüsste nicht, wer sie seien.

    :-)

    http://xkcd.com/525/

  21. theo meint: (11.8.2009 um 16:47) AntwortenReply to this comment

    @Losanda
    Halteverbotsschild hinters Auto und Ordnungsamt/Polizei anrufen…

    ;-)

    @nb
    Nein, es war unprofessionel. Nicht weniger.

    :o

  22. Darkstalker meint: (11.8.2009 um 16:47) AntwortenReply to this comment

    Wieso sollten sich die Herren denn für die Telefonnummer des – angeblichen (Aus ihrer Sicht war es eben nur ein Telefonat, hätte ja jeder X-beliebige sein können) – Verteidigers interessieren?

    Wenn der Beschuldigte einen Verteidiger hat, kann er darauf ja hinweisen. Selbständig (oder nach Anleitung durch eben diesen Verteidiger). Ich sehe kein Bedürfnis, den Jungs auf den Keks zu gehen und ihnen eine Nummer aufzunötigen. Sorry, kein Mitleid fürs Auflegen.

  23. Matthias S. meint: (11.8.2009 um 16:51) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht mussten die beiden lieben Beamten ja noch prüfen, ob auch alle Wanzen laufen und die Lautstärke noch justieren oder so :P

  24. mapa meint: (11.8.2009 um 16:51) AntwortenReply to this comment

    @1 thogo: Mit Auszeichnung! ;)

  25. Michael meint: (11.8.2009 um 16:51) AntwortenReply to this comment

    Ich versteh es nicht. Ich hab es 3x gelesen und versteh es immer noch nicht. Warum stehen die jetzt vor der Tür wenn sie schon durchsucht haben?

  26. BV meint: (11.8.2009 um 16:53) AntwortenReply to this comment

    Wieso sind das Supercops? Und wieso sind die neu?

  27. nb meint: (11.8.2009 um 16:53) AntwortenReply to this comment

    @19: Nein. Dem Beschuldigten steht es ja frei, den Beamten mitzuteilen, er lasse sich von Herrn Vetter verteidigen. Das Ergebnis ist dann das selbe.

  28. Lars meint: (11.8.2009 um 16:55) AntwortenReply to this comment

    Ich steige da nicht so recht durch.

    Der Herr von BKA möchte natürlich wissen, woher man selbst wissen will, dass es BKA-Beamte sind, die da warten. Ich würde das an seiner Stelle auch wissen wollen. Beweise dafür dürfte man ja sowieso keine haben. Entsprechend erheitert hinterfragend wäre wohl auch mein Tonfall am Telefon. Herr Vetter würde sicher ähnlich amüsiert bei so einem Anruf reagieren :)

    Und wieso sollten die Herren vor der Tür des Mandanten die Telefonnummer des Anwalts haben wollen? Das verstehe ich irgendwie gar nicht.
    Die werden da ja sicherlich beschatten oder ähnliches. Wozu brauchen sie da Kontakt zum Anwalt des Objekts der Begierde?

  29. kizushi meint: (11.8.2009 um 16:58) AntwortenReply to this comment

    @28, vielleicht um den Beamten mitzuteilen, dass sie auf den Mandanten vorm Haus lange warten können weil der gerade im Flieger nach Pakistan sitzt? :-)

  30. Strassenfeger meint: (11.8.2009 um 16:59) AntwortenReply to this comment

    ich würde dem Mandanten raten, dass er mal dem Nachbarn bittet die Polizei zu rufen, da sich vor seiner Haustüre verdächtige Gestalten rumtreiben welche evtl. ein neues Terrorziel etc. aussuchen.
    Er muss sich natürlich eine kleine Ausrede einfallen lassen, warum er nicht selber anruft :-)
    Ruckzuck ist Action auf der Street und YouTube hat ein neues Video^^

  31. Flying Circus meint: (11.8.2009 um 17:02) AntwortenReply to this comment

    @Darkstalker: auf den Keks gehen? Nee, is klar. Einfache Regeln der Höflichkeit gelten für Polizeibeamte nicht, wa? Warum soll der Anwalt nicht seine Nummer hinterlassen dürfen? Nur, weil der Mandant das auch tun könnte? Das ist kein Argument.

  32. ml meint: (11.8.2009 um 17:03) AntwortenReply to this comment

    @28:
    Vielleicht warten dieselben Beamten, die vorher durchsucht haben, nun im Auto.

  33. corax meint: (11.8.2009 um 17:03) AntwortenReply to this comment

    Selten hier so unintelligente Kommentare gelesen.
    Die warten auf den Mandanten um ihn mitzunehmen, da der Mandant aber weiß, dass die da warten er aber keine Lust hat mitgenommen zu werden wird er wohl nicht dort auftauchen.
    Also warten die da vergebens. Statt sich mit dem Verteidiger in Verhandlungen zu begeben um die Sache möglicherweise abzukürzen.

  34. Mark meint: (11.8.2009 um 17:06) AntwortenReply to this comment

    @30

    Ja, das kennt man ja aus "Der Staatsfeind Nr. 1" mit Will Smith. Einfach die im Auto wartenden Ermittler verdächtigen, mit Drogen zu handeln, Kinder zu beobachten oder Terrorziele auszuspähen. Schon werden sie von den eigenen Kollegen Hopps genommen.

    Aber im Ernst. Wer ruft als Anwalt schon bei der Polizei an und möchte seine Nummer hinterlassen? Polizeibeamte reden genauso ungern mit Verteidigern wie umgekehrt. Am Ende steht nur wieder irgendein Mißverständnis in den Akten. Die machen Ihre Arbeit. Machen Sie die Ihre. Falls die Oberservation rechtswidrig sein sollte, können Sie ja eine gerichtliche Entscheidung einholen.

  35. Stefan meint: (11.8.2009 um 17:08) AntwortenReply to this comment

    Ich gehe mal davon aus, dass die ganz neu sind. Die waren vorher Streifenpolizisten und sind es gewohnt im Auto zu sitzen, weil man da ja als Hauptaufgabe Radarfallen bewacht. Die wollen sich also nur nochmal etwas wie zu Hause fühlen und daher ein paar Stunden im Auto sitzen. Die andere Alternative wäre wirklich arbeiten für die Kohle, die wir denen zahlen. Und das kann man nun wirklich nicht erwarten… die Armen…

  36. Andreas meint: (11.8.2009 um 17:10) AntwortenReply to this comment

    @25 Michael: Auch wenn es in diesem Eintrag nicht drinsteht, schätze ich mal, dass die im Auto sitzenden Beamten auf die Rückkehr des Mandanten warten. Und dass ein Anwalt im Namen seines Mandanten den Kontakt zu den ermittelnden Behörden sucht, sollte Routine sein. Aber offenbar war der Dauerdienst des BKA damit überfordert.

  37. Princo meint: (11.8.2009 um 17:16) AntwortenReply to this comment

    Für die, die den Witz mit der Banane immer noch nicht verstanden haben:

    http://www.youtube.com/watch?v=tsQPhfIB28Y

    Das ist übrigens nicht als Anleitung gedacht.

  38. onkel bo meint: (11.8.2009 um 17:20) AntwortenReply to this comment

    @33, corax:
    danke! aus der seele gesprochen (ich war zu langsam).

  39. Darkstalker meint: (11.8.2009 um 17:24) AntwortenReply to this comment

    @31 (Flying Circus): Wieso sollte er seine Nummer haben wollen? Da kann ja jeder kommen und Nummern erzählen, die man dann aufschreiben muss, obwohl – was dem Beamten am Telefon schon vorher klar war – er sie niemals anrufen will. Wieso Arbeit für den Papierkorb produzieren? Wenn mich jemand drei mal fragt, ob ich seine Nummer aufschreiben will, ich drei mal "nein" sage und er dann immernoch probiert, mich dazu zu bringen, würde ich auch das Telefon auflegen. Unhöflich finde ich persönlich, vorher so aufdringlich zu sein. Wenn er die Nummer nicht will, will er die Nummer eben nicht.

  40. Sebastian meint: (11.8.2009 um 17:29) AntwortenReply to this comment

    Wo ist denn überhaupt das Problem? Wenn die Herren gerne observieren – sollen sie doch. und wenn schon das bka eine hausdurchsuchung durchführt – wird definitiv auch das Telefon überwacht. Ihr Mandant sitzt grade in der Petrischale und wird ganz genau unter die Lupe genommen ;)

  41. Martin_mb meint: (11.8.2009 um 17:33) AntwortenReply to this comment

    Sehen wir doch der Wahrheit ins Auge: Ein wesentlicher Grund für die andauernde Ausweitung der Befugnisse von BKA und Co. liegt in der Qualität der Mitarbeiter, die heutzutage noch bereit sind, bei dem Verein zu arbeiten. Wenn die nicht immer mehr dürften, dann würden die überhaupt niemanden mehr fangen. (Abgesehen vielleicht von Bobo und der Hasenbande.)

    Leute die wirklich was auf der Pfanne haben können ein Vielfaches in der Wirtschaft verdienen. Insofern kann die obige Episode nicht wirklich überraschen…

  42. Marion meint: (11.8.2009 um 17:37) AntwortenReply to this comment

    Ich weiß ja nicht, Darkstalker, aber irgendwie drängt sich mir auf so ganz unbestimmte, nicht näher erläuterbare Weise die Vermutung auf, dass da irgendwas falsch läuft.
    Ich hab auch den ganz unbestimmten Eindruck, dass ein Beschuldigter Anspruch auf einen Verteidiger hat und die Ermittlungsbehörden dann auch mit dem reden müssen. Aber das ist nur so ne ganz vage Vermutung…

  43. FritzFratz meint: (11.8.2009 um 17:44) AntwortenReply to this comment

    Also was man hier bezüglich der Bananen vermutet ist echt herrlich – dabei dachte ich nur an die Gesundheit der Beamten.

    Wer den ganzen Tag einer sitzenden Tätigkeit nachgeht, sollte doch keine Donuts essen.

    Und für Interpretationen der betreffenden Leute, kann ich schließlich nichts. Da muss man auch gar nicht vorsichtig sein.

    Falls der Mandant tatsächlich überwacht wird, dann wäre es doch das Dümmste ihm 2 Beamte vor die Tür zu setzen.

    Ich gehe davon aus, daß bei der Hausdurchsuchung gar nichts gefunden wurde und man den Mandanten schlicht und einfach nervös machen möchte, damit er einen Fehler begeht.

    Und das mit dem nervös machen hat schon mal funktioniert, was den überwachenden Beamten auch sicherlich mitgeteilt wurde.

  44. Don Olafio meint: (11.8.2009 um 17:46) AntwortenReply to this comment

    Sitzen die bloß im Auto – oder singen (http://www.youtube.com/watch?v=Eb64Tg4IO7U&NR=1) sie auch?

  45. Darkstalker meint: (11.8.2009 um 17:46) AntwortenReply to this comment

    @42: Niemand sagt was gegen das Recht auf einen Verteidiger. Den kann und soll der Beschuldigte ja haben. Aber um Gottes willen, der muss doch nicht seine Telefonnummer beim BKA abgeben. Er wird in den vom Gesetz vorgesehenen Fällen kontaktiert. Und ansonsten halt nicht.
    Wieso sollte ich mit dem Verteidiger meines vermeintlichen Straftäters darüber reden, wie und wo und wann ich ihn observiere?! Das ist doch nun mehr als kontraproduktiv, oder?
    Der Beschuldigte hat es in der Hand, seine Verteidigung anzuzeigen. Der Anwalt kann das gern für ihn übernehmen – wie hier geschehen, alles kein Problem. Aber trotzdem muss ich nicht seine Telefonnummer aufschreiben. Wenn die was von ihm wollen, werden sie sich schon irgendwie melden. Außer in den gesetzlich vorgeschriebenen Fällen müssen die sich nämlich nicht beim Verteidiger melden. In den meisten Fällen sind das ohnehin Situationen, in denen Schriftsätze kommen.
    Man kann da als Anwalt hinterher sein, und sich immer mal wieder melden. Aber man kann nicht forcieren, dass die andere Seite sich meldet, wenn sie dazu nicht verpflichtet sind.
    Klar, die hätten sich dadurch Arbeit gespart. Wollten sie aber nicht. Oder sie haben evtl. doch noch ein paar Ideen, die sie nicht gleich auf den Tisch legen wollten – soll es auch schon gegeben haben.

  46. Stuff meint: (11.8.2009 um 17:48) AntwortenReply to this comment

    Noch Glück gehabt, menschliche Kommunikationspartner am anderen Ende vorzufinden, üblich ist Telefonfirewallmusi oder das "Sprechen Sie bitte nach dem Signal … piep".
    Stuff

  47. Sebastian meint: (11.8.2009 um 17:48) AntwortenReply to this comment

    Herr Vetter,

    glauben Sie das BKA hat Ihre Telefonnummer nicht?!

  48. hääääää meint: (11.8.2009 um 17:49) AntwortenReply to this comment

    Hääää?! Kann mir jemand das Ganze erklären…?

  49. Marion meint: (11.8.2009 um 17:50) AntwortenReply to this comment

    Darkstalker, und woher weißt du nu, dass es sich dabei nicht um so einen Fall handelt?

  50. Darkstalker meint: (11.8.2009 um 17:55) AntwortenReply to this comment

    Weil die StPO nicht vorsieht, den Verteidiger von einer laufenden Observationsmaßnahme zu unterrichten!? Die gesetzlich vorgesehenen Fälle, in denen man als Ermittlungsbehörde mit dem Verteidiger kommunizieren muss, sind nicht mal eine Hand voll. Und in diesem Stadium der Ermittlungen – noch vor U-Haft o.ä. – gibts nichts, was mir spontan einfallen würde. Wenn die Sache mal bei der StA ist, oder der Beschuldigte mitgenommen und vernommen wird, dann vielleicht ;) Bis dahin, pfffff

  51. Kai meint: (11.8.2009 um 17:56) AntwortenReply to this comment

    Ich setze auch auf Nr. 33.

    Was könnte man tun:
    - Schredderschnipsel woanders klauen und dann unauffällig vor der Tür deponieren. Dann wird den Beamten nicht so langweilig.
    - Jeder könnte beim Kriminaldauerdienst anrufen und fragen, ob das wirklich so gelaufen ist.
    - 'n Freund hinschicken, der ausm Bauchladen Plastikbärte, Sonnenbrillen und Kinder-Walkie-Talkies anbietet
    - ca. 50 Leute zu eine Party einladen, dann kann der Gastgeben unauffällig in seine Wohnung oder die Beamten geben dann eh auf
    - alternativ die Beamten miteinladen, damit denen nicht so langweilig wird und dann vor allen als BKA-Beamte vorstellen.

    have phun.

  52. Don Olafio meint: (11.8.2009 um 17:59) AntwortenReply to this comment

    @Darkstalker Wer redet von "Observation"? Wenn man sich so offen vor die Tür stellt, will man nicht beobachten, sondern einschüchtern und eine mentale Bedrohungssituation gegen den "Observierten" schaffen.
    Nach meiner Kenntnis sieht die StPO so etwas nicht vor.

  53. onkel bo meint: (11.8.2009 um 18:02) AntwortenReply to this comment

    soll der mandant, evtl. untergetaucht, evtl. unschuldig, darauf warten, bis man seinem anwalt die akte schickt? ob dem bka der schon bekannt war, ist ja nicht bekannt…

    und zu u.v., ist doch schön, wenn man einen ra hat, der sich kümmert… da kann 'nerven' sehr sinnvoll sein…

  54. Kai meint: (11.8.2009 um 18:03) AntwortenReply to this comment

    @47:

    Meinste, das BKA weiß, dass Mandant und Anwalt von der Durchsuchung und der Observation wissen und stehen trotzdem davor?

    hmmm. Das könnte glatt sein, da denen entspr. Hinweise egal zu sein scheinen.

  55. Marion meint: (11.8.2009 um 18:05) AntwortenReply to this comment

    Naja, bei meiner Hausdurchsuchung hat mein Anwalt sofort die Akten erhalten.

  56. Kai meint: (11.8.2009 um 18:10) AntwortenReply to this comment

    Ich setze auch auf Nr. 33.

    Was könnte man machen:
    - 'n Freund hinschicken, der Plastikschnurrbärte, Sonnenbrillen und Kinder-Walkie-Talkies anbietet
    - Geschreddertes Papier aufkaufen und vor das Haus stellen. Aber Tonnenweise. Die Beamten haben ja genug Zeit.

  57. jemand meint: (11.8.2009 um 18:11) AntwortenReply to this comment

    Polizei anrufen und denen mitteilen, dass ein verdächtiges Fahrzeug vor dem Haus steht. Eventuell noch erwähnen, dass die weiße Beutelchen an Kinder verkaufen oder sehr nach Terroristen aussehen.

  58. Kritiker meint: (11.8.2009 um 18:36) AntwortenReply to this comment

    @16
    Von "Freund & Helfer" erwarte ich Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Kooperaton in jeder Lage.

  59. oldman meint: (11.8.2009 um 18:37) AntwortenReply to this comment

    Abgesehen davon, dass Mitarbeiter/Beamte des BKA nicht vor dem Hause stehen werden, sondern allenfalls Beamte des Landes (LKA/PP/PD), halte ich Sie in diesem Falle für einen "Traumtänzer".
    Warum sind Sie nicht selbst hin und haben Kontakt aufgenomen?
    Angst, Furcht, Wissen um das NULL-Auskunftsrecht?

  60. Udo Vetter meint: (11.8.2009 um 18:42) AntwortenReply to this comment

    Allenfalls Beamte des Landes?

    Ja, ja, so war das vielleicht bis zur vorvorvorletzten Gesetzesänderung…

  61. Hannes meint: (11.8.2009 um 18:52) AntwortenReply to this comment

    @oldman

    Kann man aus Ihrer Aggressivität schließen, dass Sie Polizist sind? Als Denkanstoß: Wie wäre es mit physischer Abwesenheit des Anwalts vom Ort des Geschehens? Mandant ruft entfernt wohnenden Anwalt an, erzählt von der Durchsuchung und den BKA-Beamten die vor seinem Haus rumlungern. Anwalt denkt sich, denen kann ich die Wartezeit verkürzen und ruft beim BKA an.

    Wenn dann natürlich der BKA-Dauerdienst meint, die Herren da im Auto wären keine BKA-Beamten, dann hätte ich in der Tat selber die örtliche Polizei informiert, dass da merkwürdige Gestalten rumhängen, die sich sogar zuvor als Beamte ausgegeben haben und eine Hausdurchsuchung gemacht haben. Denn wenn das BKA sagt, dass sind keine vom BKA, dann wird das schon stimmen. Beim BKA lügt niemand.

  62. Udo Vetter meint: (11.8.2009 um 18:59) AntwortenReply to this comment

    Wenn ich nicht wüsste, dass es BKA-Leute sind, würde ich nicht schreiben, dass es BKA-Leute sind. Ich weiß es aus dem Durchsuchungsprotokoll, das sie der Ehefrau in die Hand gedrückt haben.

  63. Anonym meint: (11.8.2009 um 19:41) AntwortenReply to this comment

    @U.V.
    das einzige, was ich beim nächsten mal von ihnen erwarte ist eine adresse (für einen gepflegten flashmob).^^

  64. fdaw meint: (11.8.2009 um 19:51) AntwortenReply to this comment

    Wozu mit nem anwalt reden? das verkompliziert die sache für die damen und herren mit dienstwaffe doch nur.. da müssen sie genau drauf achten was sie sagen und das gegenüber kennt sich total nervtötend auch noch mit gestzen aus.. besser als sie selbst zumeist.
    Ne.. dann doch lieber mit dem Mandanten, der vermutlich weit weniger Rechts-Knowhow hat rumschlagen.
    Ganz besonders wenn man weiss, dass die eigene aktion vielleicht nicht so 100%ig in ordnung ist.

    Dazu fällt mir nur das Hans Söllner Zitat ein, beim Anruf bei der Polizei
    "da steht ein lieferwagen vor meiner tür, können sie mal nachschaun kommen"
    "wir wissen von nichts"

  65. Euripides meint: (11.8.2009 um 19:52) AntwortenReply to this comment

    @64 (Anonym): Wohl eher für KEINEN gepflegten Flashmob. Wenn man zu einem Flashmob aufruft, kann der verboten werden, aber was wollen's machen, wenn man zu KEINEM Flashmob aufruft? Es verbieten, keinen Flashmob abzuhalten? ;)

  66. Bert meint: (11.8.2009 um 19:53) AntwortenReply to this comment

    Bald gibt es noch mehr Supercops:

    http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/743503/CDU-fordert-eine-Internet-Polizei.html

    CDU fordert eine Internet-Polizei

    Führende Unionspolitiker wollen das Internet einer schärferen Kontrolle unterziehen und eine Internet-Polizei einführen. "Wir brauchen mehr verdeckte Ermittler, die als Internet-Patrouille im Netz kriminelle Machenschaften aufspüren", sagte der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach unserer Redaktion.

  67. JJ Preston meint: (11.8.2009 um 20:06) AntwortenReply to this comment

    Nicht zur Nachahmung empfohlen, da strafbar. Aber die Sauerland-Gruppe wusste, wie man die Observanten in die Flucht schlägt…
    http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1428459.html

  68. Darkstalker meint: (11.8.2009 um 20:06) AntwortenReply to this comment

    @52: Das fällt unter die Generalklausel, wenn man nix anderes findet ;) Vielleicht gibts ja auch ne Grundlage im BKAG.

    Ich sehe wirklich nicht, was dagegen spricht, die Jungs vor der Haustür zu haben…wenn sie doch anscheinend nicht observieren oder sonst was böses tun… Wo kein Eingriff ist, brauchts auch keine Rechtsgrundlage, oder?

  69. timo meint: (11.8.2009 um 20:14) AntwortenReply to this comment

    Hahaha hihihi !!!! :-)

    Herr Vetter, das war mit Abstand der lustigste Post seit langem.
    Ich hoffe ihr Mandant kann zumindest ein wenig schmunzeln, … ich wünsche es ihm, er hat ja Sie :-)

  70. Der Schein meint: (11.8.2009 um 20:24) AntwortenReply to this comment

    63 "Wenn ich nicht wüsste, dass es BKA-Leute sind, würde ich nicht schreiben, dass es BKA-Leute sind. Ich weiß es aus dem Durchsuchungsprotokoll (…)"

    Es handelt sich vermutlich um russische Industriespionage. Der neueste Trick ist doch, in die Räume der Konkurrenz unter dem Vorwand einer richterlich angeordneten Hausdurchsuchung mit BKA-Ausweisen einzudringen und alle interessanten Unterlagen zu "beschlagnahmen".

  71. Piet meint: (11.8.2009 um 21:02) AntwortenReply to this comment

    Der Hinweis, daß der Mandant während der Durchsuchung nicht anwesend war, hätte mir einiges Rätselraten erspart, warum zum Teufel die Überwacher mit dem Anwalt reden sollten :) Aber man liest ja gerne die Kommentare :)

  72. nils meint: (11.8.2009 um 21:39) AntwortenReply to this comment

    wenn ich sowas lese, weiss ich warum ich deutschland verlassen habe.

    ich wuerde mal sagen dienstaufsichtsbeschwerde oder ist er nicht verplichtet diese infos aus/ein/ab weiterzugeben?

    so oder so. rektaler darmeinlauf aber mit eiswasser.

  73. ap meint: (11.8.2009 um 21:40) AntwortenReply to this comment

    @72
    > Konkret: Beamte haben bei meinem Mandanten, der nicht zu Hause war und auch nicht vorhat, nach Hause zu gehen, durchsucht.

  74. oldman meint: (11.8.2009 um 21:55) AntwortenReply to this comment

    @Hannes,
    was halten Sie für aggressiv? Den Ausdruck Traumtänzer?
    Die Worte "Angst, Furcht, Wissen um das NULL-Auskunftsrecht?"?
    Fragen Sie Udo Vetter, welche Rechte er hat, in genau der geschilderten
    Konstellation Auskunft zu erhalten.
    @Udo Vetter,
    das Recht, als BKA – Mitarbeiter selbst vor dem Haus rumzusitzen,
    stelle ich ja nicht in Abrede. Praktiziert wird es bei solchen "Pipi"-
    Fällen vernünftigerweise anders. Trotz vor,vor, vor Gesetzesänderungen.
    Aber auch das BKA hat Auszubildende, die beschäftigt werden wollen.

    Was das mit Supercops zu tun hat verstehe ich trotzdem nicht.
    Die Durchsuchung war berechtigt / rechtmäßig ? Die Ehefrau Ihres Mandanten war zugegen und hat nicht remonstriert?
    Was wollten Sie also erreichen durch ein Telefonat mit der Besatzung
    des Obs-Fahrzeuges?
    Material sammeln für einen Blog-Post über leichtgläubige, leicht
    einzuschüchternde tumbe Supercops vom BKA?

  75. onkel bo meint: (11.8.2009 um 22:12) AntwortenReply to this comment

    @75:
    "…Auskunft zu erhalten."
    -> wollte er doch gar nicht.
    "… bei solchen "Pipi"-Fällen"
    -> wissen Sie da mehr als wir?
    neugierigst, ihr onkel b.

  76. rettich meint: (11.8.2009 um 22:14) AntwortenReply to this comment

    @oldman

    Was ist denn daran so schwer zu verstehen? Der Mandant weiß, dass nach ihm gesucht wird und ist erstmal abgetaucht. In solchen Fällen kann es durchaus sinnvoll sein, wenn der Verteidiger Kontakt zu den Ermittlungsbehörden aufnimmt und bespricht, ob sich der Mandant unter gewissen Bedingungen nicht stellen würde. Ein solches Gespräch kostet die Ermittler nur etwas Zeit und erspart ihnen evtl. eine aufwendige Fahndung. Also sollten sie ein Interesse daran haben, mit dem Verteidiger zu reden anstatt sinnlos auf den heimkehrenden Beschuldigten zu warten.

  77. benni meint: (11.8.2009 um 22:24) AntwortenReply to this comment

    @15 (DerExperte): ich glaube, Nr. 13 (FritzFratz) spielt auf "Beverly Hills Cop" an ;) die bananen waren nicht zum essen für die herren polizisten vor dem hotel sondern für den lieben auspuff des autos, in dem sie gesessen haben :)

  78. bombjack meint: (11.8.2009 um 22:46) AntwortenReply to this comment

    @78 benni

    ob das hält habe ich meine Zweifel ;-) PU-Schaum dürfte wenn ausgehärtet da schon eher etwas bringen….

    Btw. ein Chemiker von Degussa meinte bei einem Vortrag, daß bei so einem Streich es vorkommen kann, daß der Katalysator "rückwärts" arbeitet d.h. aus Kohlenmonoxid wird Kohlenstoff und Sauerstoff, aus Kohlenwasserstoffen wird Kohlenstoff und Wasserstoff; Sauerstoff und Wasserstoff ergeben Knallgas….
    Resultat kann man sich vorstellen, besonders wenn das Teil noch heiß ist…..

    bombjack

  79. hiro meint: (11.8.2009 um 22:59) AntwortenReply to this comment

    "Guten Tag, ich bin der Anwalt von Herrn X, den Sie suchen, aber der wird nicht bei sich zu Hause auftauchen, soll ich Ihnen ausrichten." – "Oh, na gut, dann ziehen wir eben wieder ab. Danke für den Anruf."

  80. hexmex meint: (11.8.2009 um 23:03) AntwortenReply to this comment

    ja ja, die Polizei…

    erinnert mich an einen meinen ersten Fälle:
    Mdt gesucht. LKA mietet Wohnung gegenüber um dauernd zu beschatten – blöd nur, dass das Haus mit der LKA-Wohnung in der Straße seiner Ex-Frau gehört – war mal ein Grundstück. Die sich nicht, sie dürfen nix sagen, sonst Strafvereitelung hält und den Anwalt und Ex-Mann informiert.
    Polizei (und StA- da aber wie sich rausstellt der falsche Staatsanwalt) will mit Anwalt nicht reden, weil, man darf ja nicht sagen man ermittelt und sucht den Mdt. per Haftbefehl. Angebot auf Erreichbarkeit für Vernehmungen gegen Information bezgl der Vorwürfe wird ignoriert…

    Nach drei Wochen erfahren wir das AktZ der StA – Spezialabteilung, also ist in etwa klar, weswegen sie ermitteln. Also gehen wir mit dem Mandanten im Schlepptau zum Ermittlungsrichter und erzählen ihm, seit 3 Wochen will der Mandant sich stellen, wenn er wüsste, was ihm vorgeworfen wird, Polizei lässt ihn nicht.

    Was passiert: Richter ruft StA an, holt ihn rüber und macht ihm deutlich, dass er den HB ausser Vollzug setzen werde. Staatsanwalt lief rot an.

  81. Grosser Bruder meint: (11.8.2009 um 23:14) AntwortenReply to this comment

    bei der in einem Teil der Kommentare zutagetretenden Aggressivität verbunden mit eklatanter Begriffsstutzigkeit möchte man glatt glauben, daß das BKA hier nicht nur mitliest sondern auch -schreibt.

  82. Tobi meint: (11.8.2009 um 23:16) AntwortenReply to this comment

    >Ich nehme an, sie warten nicht auf den Pizzaservice.
    Ihr Schreibstil gefällt mir wirklich sehr gut! Wirklich!

  83. onkel bo meint: (11.8.2009 um 23:18) AntwortenReply to this comment

    @82:
    tja…kindergarten. preis der freiheit.

  84. No_BKA meint: (11.8.2009 um 23:40) AntwortenReply to this comment

    Frei erfunden:

    "Und wenn es soweit ist, dann würdet ihr euch wünschen, wir wären nur Polizeibeamte."

    Erfunden. Fiktion. Keine Tatsachenbehauptung.

    Denk ich an Deutschland in der Nacht…

  85. meint: (12.8.2009 um 03:14) AntwortenReply to this comment

    Ich bin da, auch ohne besondere Zuneigung zur Polizei, ganz anderer Meinung:

    Der Herr Vetter ist ja nun inzwischen bekannt und da ist nicht auszuschliessen, dass es dann bei dem Beamten an dem Tag auch schon der zehnte Anruf war, wo jemand, interessanterweise immer mit verschiedener Stimme, mitgeteilt hat, er sei der Anwalt Vetter (Kreuzberg, Matlock, Bossi …) und er weiss zufällig aus seinem Büro, dass die Wohnung des Mandanten gerade bewacht wird (Hoho, der siebte Sinn!)und dass sein Mandant nicht mehr heimkommen wird um seine Fluchtkasse daheim abzuholen und deswegen braucht auch keiner mehr aufpassen. Und dass dann niemand da war, wird sich dadurch beweisen, dass sie niemanden gefasst haben, als sie nicht da waren.

    Genau.

    Sehr erfolgversprechend, so ein Anruf.

    Aber wenigstens nett. Nur welchen Nutzen hat eigentlich der Mandant, wenn die Polizei seine Wohnung nicht in seiner Abwesenheit vor bösen Einbrechern bewacht?

  86. RC meint: (12.8.2009 um 04:35) AntwortenReply to this comment

    Wieso "neue" Supercops? Was ist daran/an denen neu? Weil deren Befugnisse ständig erweitert werden?

  87. studiosus juris meint: (12.8.2009 um 06:37) AntwortenReply to this comment

    @73, nils:

    Stimmt, in Deutschland ist ja alles sooo schlecht. Bis auf die deutsche Blogszene, da sind Sie ja wohl immer noch unterwegs.

    Wie soll man denn auch einen Darmeinlauf machen, wenn nicht rektal?

  88. demaetz meint: (12.8.2009 um 06:59) AntwortenReply to this comment

    Naja, so lange die vor dem seinem Haus stehen, machen sie schon mal kein anderes dummes Zeug…

  89. Männe meint: (12.8.2009 um 07:10) AntwortenReply to this comment

    So ist das, wenn die dort rumstehen, wo man weiß, wer sie sind und nicht woanders hinfahren, wo sie womöglich noch jemand anders erschrecken, ist das wohl in Ordnung so. Wenn auch sinnlos.

  90. Momo meint: (12.8.2009 um 08:50) AntwortenReply to this comment

    @87: Der echte UV hatte aber einen Trumpf in der Hand, den die Anderen nicht hatten: Das Aktenzeichen des Falls. Vermutlich vom Durchsuchungsprotokoll, das die Beamten der Ehefrau in die Hand gedruckt haben?

  91. marcus05 meint: (12.8.2009 um 08:51) AntwortenReply to this comment

    @Nö 87

    Im gegensatz zu Matlock und Kreuzberg wusste Vetter das AZ.

  92. hiro meint: (12.8.2009 um 09:10) AntwortenReply to this comment

    @92 / @93:
    Und es ist ja auch sooo abwegig, daß die Ehefrau des Gesuchten irgendeinem Kumpel das Aktenzeichen in die Hand drückt, damit der als "Udo Vetter" bei der Polizei die Beschatter abzieht, gell? Wirklich, diese mißtrauischen Polizisten – glauben die doch tatsächlich, ein Verdächtiger könnte versuchen, sich mit Tricks der Festnahme zu entziehen. Dabei weiß doch jeder, daß gerade Verbrecher so etwas nie tun würden.

    Mal ehrlich: Wenn das BKA jemanden sucht, dann werden die sich nicht dagegen wehren können, daß der sich nur in Beisein seines Anwalts stellt. Aber daß der Anwalt, zudem telefonisch, die Suche in irgendeine Richtung lenkt, weil das dem Gesuchten so besser gefällt, das halte ich dann doch für etwas unwahrscheinlich.

    Ich fürchte, da wird das Auslagen-Budget mit Briefpapier belastet werden müssen, und das Navigationssystem könnte man auch schon mal programmieren.

  93. oldman meint: (12.8.2009 um 09:16) AntwortenReply to this comment

    @Onkel Bo #76 u.A. ,
    wissen wir nicht alle nur das, was Herr Vetter oben schrieb?
    Und damit wissen wir, dass die Beamten (BKA) nicht wegen
    eines Verkehrsdeliktes vor Ort waren.
    Wir wissen, dass gegen den Mandanten Ermittlungen geführt werden.
    Wir wissen, dass schon ein Aktenzeichen zugeteilt wurde.
    Wir wissen, dass die Ehefrau(!) bei der Durchsuchung zugegen war.
    Wir wissen, dass diese ihren abwesenden Ehemann von der
    Durchsuchung verständigte.
    Wir wissen, dass der Mandant seinen Anwalt informierte.
    (Es ergäbe wenig Sinn, hätte die Ehefrau den Anwalt angerufen und
    der hätte sie nicht gebeten, den Beamten im Auto vor ihrer Tür seine
    Telefonnummer zu geben, mit der Bitte um Rückruf)
    Wir wissen, dass das Dienstfahrzeug mit dem die Beamten zur Festnahme,
    Verhaftung, Hausdurchsuchung angerollt sind, als Observationsfahrzeug
    "verbrannt" ist. Also werden örtliche Observationskräfte angefordert.
    Bis zu deren Eintreffen verbleibt der "Sachbearbeiter BKA" vor Ort und
    tut so als warte er auf den Pizzaboten.
    Wir wissen, dass der Mandant bis zu einer Verurteilung als unschuldig
    zu gelten hat.
    Was sollte einen Unschuldigen daran hindern, an der Hand seines Anwalts
    den zuständigen Staatsanwalt / Richter aufzusuchen.
    Er brauchte sich dann nicht mehr versteckt zu halten, sondern könnte
    seine Frau zur Pizza einladen.

    (Nun ersetzen Sie bei Bedarf oben das Wort "wissen" durch "nehmen an",
    dann rüttelt sich das schon.)

    @Hannes,
    Ihre Frage nach meinem Beruf beantworte ich wahrheitsgemäß mit Nein.
    Sind Sie evtl. der Hannes aus der Fernsehsendung:
    "Hannes und der Bürgermeister" vom Südwestrundfunk?

  94. DeserTStorM meint: (12.8.2009 um 09:52) AntwortenReply to this comment

    Mal ehrlich, manchmal wünscht man sich doch durchs Telefon eine austeilen zu können. So auf den Hinterkopf, damit die Leute wieder wach werden.

  95. Einen hab ich noch meint: (12.8.2009 um 10:18) AntwortenReply to this comment

    Einen hab ich noch, einen hab ich noch:

    Kommen Sie zum BKA, bevor das BKA zu Ihnen kommt.

    Frei nach einer früheren Werbung der Kripo. :-)

  96. Meta meint: (12.8.2009 um 10:19) AntwortenReply to this comment

    Es ging doch nur darum, sich eine Telefonnummer zu notieren. Damit die Kollegen – wenn sie es denn wünschen – die Möglichkeit hätten, Herrn Vetter anzurufen. Der Kollege in der Zentrale hat entschieden, dass seine Kollegen die Nummer lieber nicht haben möchten. Vielleicht lag er damit richtig, vielleicht auch nicht. Meine persönliche Haltung wäre: Kann nicht schaden, die Nummer zu haben. Und viel Arbeit macht das auch nicht.

    Aber der Kollege in der Zentrale hat halt anders entschieden. Und darüber mokieren wir uns. Mehr nicht.

  97. Flying Circus meint: (12.8.2009 um 10:21) AntwortenReply to this comment

    @93 / hiro:

    "Und es ist ja auch sooo abwegig, daß die Ehefrau des Gesuchten irgendeinem Kumpel das Aktenzeichen in die Hand drückt, damit der als "Udo Vetter" bei der Polizei die Beschatter abzieht, gell?"

    Herr Vetter hat den Beamten gebeten, seine Handynummer an die Herrschaften weiterzugeben. Alles weitere entspringt erst einmal Ihrer Phantasie.
    Die Herrschaften hätten bei einem Rückruf ggf. Herrn Vetters Identität überprüfen müssen. Wie das geht, werden die Herren wohl wissen, sind ja vom Fach.

    Aber hey, schon klar, es ist natürlich automatisch "Belästigung" und so weiter, wenn der (mutmaßliche) Anwalt mal der Polizei seine Nummer hinterlassen möchte. Weil, die Polizei muß mit dem Anwalt nicht reden und so. Nein, muß sie wohl in den meisten Fällen nicht, aber von müssen hat auch Herr Vetter ja nun nichts gesagt.

    Im übrigen scheinen einige hier geniale Glaskugeln zu haben. Ich bitte um Übersendung der Lottozahlen für nächste Woche. Danke.

  98. Radio meint: (12.8.2009 um 10:34) AntwortenReply to this comment

    @demaetz
    "Naja, so lange die vor dem seinem Haus stehen, machen sie schon mal kein anderes dummes Zeug…"

    Das trifft es.
    Warum, um alles in der Welt, wollen sie (U.V.) diesen für die Allgemeinheit durchaus akzeptablen Zustand verändern?

  99. bürokrator meint: (12.8.2009 um 13:53) AntwortenReply to this comment

    Warum sollten Beamte des BKA mit Hr. Vetter reden wollen? Ich sehe darin keinen Sinn. Helfen wird er ihnen in keinster Weise, sondern lediglich versuchen, Informationen zu gewinnen. Insofern ist das Verhalten des BKA nachvollziehbar.

  100. Der eindimensionale Mensch meint: (12.8.2009 um 14:09) AntwortenReply to this comment

    Also wie verwirrt hier alle sind! Dabei ist es doch ganz einfach. Aus Freundlichkeit und Respekt gegenüber dem Steuerzahler hat UV dem BKA mitgeteilt, dass eine verdeckte Aktion (Warten auf den Beschuldigten um ihn zuzuführen -ähh- zu verhaften) aufgeflogen ist und ressourcenschonend abgebrochen werden kann, da die Zielperson eben einfacher anders zu "erreichen" ist. Davon hätten doch tatsächlich alle etwas.
    Der Angerufene war wohl ein Weichei und überfordert – kein Weichei mag Sachen, die _so_ nicht geplant waren. Klar hat er aus falscher "Coolness" seinen Kollegen in den hoffentlich schön warmen Dienstwagen damit keinen Gefallen getan.
    Und klar muss man feststellen, dass die Ermittlerseite in dem Fall nicht gerade clever handelt. Supercops halt!

  101. ui meint: (12.8.2009 um 14:14) AntwortenReply to this comment

    Wahrscheinlich haben die Beamten beim Durchsuchen die Tür kaputt gemacht und passen jetzt auf, dass nix geklaut wird bis der Schlüsseldienst da ist.

    Die Beamten haben sicher in einen Vortrag gehört, dass man bei Durchsuchungen nie mit Anwälten reden soll.

  102. ingo meint: (12.8.2009 um 14:26) AntwortenReply to this comment

    @102: tja, vielleicht um einen deal aushandeln zu können, weil der gesuchte unter gewissen umständen bereit wäre sich zu stellen? natürlich müssen die beamten über sowas nicht reden, sie können auch noch 2-3 wochen vor dem haus parken bis unkraut unter dem dienstwagen wächst.

    @oldman: was genau ist denn ihr problem? alles das was sie schildern ändert nichts daran dass die beamten, von wo auch immer sie kommen, das problem haben dass das warten auf den verdächtigen nichts bringt wenn er weiss das er erwartet wird. abrücken können sie andererseits aber auch nicht, also bleibt nur ermüdendes, nutzloses warten. sie sollten also durchaus daran interessiert sein sich mit dem anwalt wenigstens zu unterhalten, denn erstens haben sie genug zeit, und zweitens können sie in dieser für sie ungünstigen situation damit bestenfalls gewinnen.
    das verhalten des BKA-diensthabenden war jedenfalls unhöflich und vor allem unprofessionell, nummer aufnehmen und unverbindlich weiterleiten wäre eine klitzekleine mühe gewesen und wäre schneller gegangen als dreimal dümmlich nachzufragen woran man denn die beamten erkannt haben will. und so ganz nebenbei hätte ja die chance bestanden dass man den kollegen damit tatsächlich hilft.

  103. onkel bo meint: (12.8.2009 um 14:58) AntwortenReply to this comment

    um die verwirrung mal komplett zu machen:
    vielleicht standen die beamten vor dem haus, damit nicht jemand etwas gesuchtes (aber noch nicht gefundenes) herausträgt, während sich der mandant freiwillig mit ra und sta (…) zum richter begibt.

    spekulieren ist schon ein lustiger zeitvertreib. wenn die grenzen zw. wissen, mutmaßen, meinen, glauben usw. bewsst sind.

    nix für ungut, heiterweiter : ]

  104. Icke meint: (12.8.2009 um 23:46) AntwortenReply to this comment

    Je mehr Beiträge ich hier von Anwalt V. lese (der ne Menge Zeit zu haben scheint, sich wirklich zu jedem Thema ellenlange Ergüsse auszudenken, obwohl doch der Tag eines Anwalts ausgefüllt genug sein müsste), desto mehr drängt sich mir der Verdacht auf, dass seine Klientel zu einem nicht unerheblichen Teil aus Menschen besteht, mit denen ich nicht mal dieselbe Luft atmen möchte, geschweige denn in Geschäftskontakt mit ihnen stehen.

  105. David meint: (13.8.2009 um 00:19) AntwortenReply to this comment

    Ruf ich dummer Bürger doch beim LKA an, weil ich Opfer eines versuchten Internetbetruges wurde.
    Lass mich durchstellen zur Abt. Internet-Kriminalität, schildere dem Beamten den Sachverhalt und frage ihn, ob er an email-Addresse oder Telefonnummer des vermeintlichen Käufers (Betrügers) interessiert wäre. "Nö,…können wir nix machen, interssiert uns nicht. Und wir wollen auch keine email von Ihnen".
    Gut….oder ?

    Gruß
    David

  106. corax meint: (13.8.2009 um 01:31) AntwortenReply to this comment

    @Icke
    bwahahahaha Sie wollen bei einem Fachanwalt für Strafrecht mit einem nicht unerheblichem Anteil dessen Mandanten keine Geschäftskontakte?
    Sie sind ja ein Fuxx. :))

  107. ingo meint: (13.8.2009 um 11:55) AntwortenReply to this comment

    @107: ja, ich finde es auch immer wieder schockierend mit wievielen kriminellen manche anwälte umgang haben – und dann auch noch geld von denen annehmen. schlimm nur dass selbst der staat nichts dagegen tut!

  108. Volker meint: (13.8.2009 um 13:28) AntwortenReply to this comment

    Man könnte ihnen ja eine Pizza schicken :)

  109. Kai meint: (13.8.2009 um 14:34) AntwortenReply to this comment

    @108:
    Kann man Opfer eines versuchten Betruges werden? Ich meine, es ist ja kein Betrug erfolgt, also gibt es eigentlich kein Opfer, oder? :p

    Aber schon heftig, das LKA…nun ja, ich hab auch mal erlebt, wie eine Streifenwagenbesatzung die Diebstahlsanzeige eines Jugendlichen wegen eines geklauten Tretrollers nicht aufnehmen wollte, obwohl es Hinweise auf die Identität des Täters gab.

  110. Lightmaster meint: (13.8.2009 um 16:53) AntwortenReply to this comment

    @107, @110: Dazu möchte ich nur auf einen früheren Blogeintrag von Herrn V. hinweisen: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2003/04/29/die-grenze/
    Unser Rechtsstaat erfordert es geradezu, dass manche Anwälte von Kriminellen Geld annehmen (oder dieses von deren Rechtsschutzversicherung bekommen). Und das ist auch gut so. Hätte ein Krimineller keinen Anspruch auf eine ordentliche Verteidigung wäre eine faire Verfahrensführung nicht mehr gegeben und unser Rechtsstaat somit kein solcher mehr.

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