“Die Quote der Sofortzahler liegt bei 25 %”

Auf Wikileaks findet sich ein bemerkenswertes Dokument über die “Gewinnverbesserung durch Abmahnverfahren”. Es handelt sich um die Selbstdarstellung eines in der Branche bekannten Unternehmens, das mit der Präsentation bei der Film-und Musikindustrie sowie Verlagen nach Aufträgen zur Ermittlung von “Raubkopierern” wirbt.

Die Präsentation soll sich zunächst auf der Webseite des Unternehmens befunden haben. Sie wurde aber entfernt, nachdem gulli.com als erster darüber berichtet hat.

Schlagkräftigstes Argument: Mit Massenabmahnungen von Filesharern lässt sich viel mehr Geld verdienen als mit legalen Downloads.

Die Beispielsrechnung:

Schadensersatz gemäß Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung:  € 450,00

Anteil Rechteinhaber 20 % pro erfasstem und abgemahntem Rechtsverletzer, der tatsächlich bezahlt: 90,00 (Quote der Sofortzahler liegt zur Zeit bei ca. 25%)

Technikkosten, Administrationskosten,sonstige infrastrukturelle Kosten,
Anwaltshonorar für Gerichtsanträge, Abmahnschreiben, Massenkorrespondenz
mit Rechtsverletzern, Zahlungsklagen, EV-Anträge in begrenztem Umfang:
360,00

Das Gewinn”versprechen”:

Ca. € 0,60 (netto) pro legal verkauftem Download gegenüber
€ 90,00 pro erfassten illegalen Download bei Rechtsverletzern, die zahlen.

Der Ertrag bei erfassten und bezahlten illegalen Downloads ist das 150 fache! Das bedeutet: Wenn 1.250 Rechtsverletzer erfasst werden, die zahlen, müssten zur Erwirtschaftung des entsprechenden Ertrages 150.000 Downloads legal verkauft werden.

Bei einer Zahlquote von 25 % müssten also pro Monat 5.000 illegale Downloads eines bestimmten Produktes erfasst werden. Dies ist pro Woche eine Erfassungszahl von 1.000, was bei gut laufenden Themen realistisch ist.

Die Zahlquote wird durch Vergleichsschlüsse und Ratenzahler regelmäßig bei einem durchschnittlichen Überwachungs- und Bearbeitungszeitraum von 6 Monaten gesteigert.

Ein sehr schöner Beleg dafür, wie die Branche mittlerweile tickt. Überdies ein wunderbares Dokument, welches Gerichte sicher gerne lesen werden, wenn sie sich mit der Frage nach dem Rechtsmissbrauch durch Massenabmahnungen beschäftigen müssen.

Außerdem eine ziemliche Gefahr für die beteiligten Anwälte. Die behaupten nämlich immer gern, sie würden ihren Mandanten die gesetzlichen Gebühren in Rechnung stellen, so dass diese von den Abgemahnten auch tatsächlich Gebühren in dieser Höhe erstattet verlangen können.

Das Dokument spricht eine andere Sprache: Filesharing-Überwachung als Rundum-Sorglos-Paket ohne jedes Kostenrisiko. Zwar weiß jeder, dass es so ist. Aber schwarz auf weiß bekommt man es doch eher selten.

(Zum Thema auch netzpolitik.org)

58 Gedanken zu ““Die Quote der Sofortzahler liegt bei 25 %”

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    So wie ich das verstehe, sind das nicht Anwälte, sondern auf diese Art von, meiner Meinung nach, Betrug spezialisierte Firmen, die gleich ein Gesamtpaket mit Gewinnaussichten verkaufen.

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    Tja, da zieht es einem die Socken aus.
    Genau wie bei einem Fernsehbericht den ich gestern gesehen habe: Eine Frau wollte eine im Kaufhaus legal erworbene CD bei ebay verkaufen (“The Sweet”) und durfte direkt Kohle hinlegen (angeblich 900€) weil die Firma, die die CDs erstellte, keine Rechte an den Musikstücken hatte. Ich frage mich immernoch wieso man dann einen Vergleich eingehen muss wenn man die CD legal erworben hat (zumal in einem Kaufhaus!), zumindest in diesem Fall müsste doch unwissenheit vor Strafe schützen…woher soll man denn nun noch wissen das der damalige “publisher” die Rechte nicht hatte…?!
    Der abmahnende Anwalt meinte nur das man gegen “alle” vorgehe: “Die großen, die kleinen, und die ganz kleinen”..na Gratulation zu so viel Anstand!

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    Ich hätte nicht gedacht, dass eine Firma so dumm ist, dies in einem Dokument festzuhalten. Dass die in persönlichen Gesprächen mit ihren Kunden Tacheles reden war klar. Aber dass die solche Überlegungen auch noch dokumentieren sieht nach einer Dummheit aus. Damit machen die sich doch vor den Gericht tatsächlich die Argumentation kaputt.

    Fraglich ist allerdings, ob man im Ernstfall die Echtheit des Dokuments nachweisen kann. Grundsätzlich könnte das Unternehmen ja abstreiten dieses Dokument verfasst zu haben.

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    Das Dokument kann auch eine gut gemachte Fälschung sein. Und wenn nicht, kann das Unternehmen dies glaubhaft behaupten.

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    @2 Netzlinker

    …. aber eine Liste mit “Partnern”, also wohl spezialisierten Rechtsanwaltskanzleien, wird gleich mitgeliefert..

    und als Download gibts den DIGITAL FILE CHECK gratis dazu

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    Herlich!

    Besten Dank für diese Steilvorlage – wer auch immer sich dieses Unternehmens bedient, wird zukünftig mit einer gepfefferten Antwort rechnen können. “EV-Anträge in begrenztem Umfang” – die Kollegen werden also offenbar entgegen § 4 Abs. 1 S. 1 RVG in gerichtlichen Verfahren zu geringeren als den gesetzlichen Sätzen tätig. Von der (wohl vorsätzlich!) falschen Berechnung der angeblich entstandenen außergerichtlichen Anwaltskosten einmal ganz zu schweigen.

    Hoppla, das war ein Eigentor des Dienstleisters. Allerdings ist nicht zu verkennen, dass die angesetzten Kosten von jedenfalls 360,00 € wohl tatsächlich ersatzfähige Rechtsverfolgungskosten darstellen.

    Aber diese Beträge tun natürlich nicht ansatzweise so weh wie die häufig angdrohte Durchsetzung von Ansprüchen auf Ersatz der gesetzlichen Gebühren. Jetzt müssen nur noch die Gerichte wach werden.

    Was mich am meisten wundert: es besteht überhaupt kein Grund, warum die aufgestellte Kostenberechnung nicht offengelegt und auf dieser Grundlage Ersatz gefordert wird. Natürlich schulden Filesharer Kosten- und Schadensersatz. Der Grund kann nur darin liegen, dass der Verschuldensnachweis regelmäßig nicht möglich ist und somit auch mit dem Kostenersatzanspruch Geld verdient werden soll – was einen Betrug darstellen dürfte.

    Insgesamt nicht sehr clever, sich derart selbst ins Bein zu schießen.

  10. 10

    Ja, so wird es zukünftig laufen, der Markt für Tonträger wird weiter schrumpfen, der für Musik-Downloads dank DRM-Gängelung nie wirklich groß werden und die Musik-Industrie mehr Gewinn durch Abmahnungen machen als durch das eigentliche Kerngeschäft.
    Die potentiellen Kunden, welche nicht in die Tauschbörsen-Fallen der MI stolpern, werden entweder den Konsum verweigern oder sich die Musik legal mitschneiden. Dudelt ja heute überall aus webradio, youtube und Co. Gekauft wird allenfalls noch als eine Art Spende für den Künstler oder halt für kleine Independence-Lables.

    Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Content-Mafia analysiert hat, weshalb sie eigentlich eingegangen ist.

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    @wolle rose kaufe:

    und als Download gibts den DIGITAL FILE CHECK gratis dazu

    Wo? In dem Dokument kann ich keinen Link entdecken – dabei wäre das ein schönes Argument für die Echtheit.

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    @8
    Klar die Kanzleien die sich für so eine dreckige und moralisch verwerfliche Arbeit zur Verfügung stellen, sind in meinen Augen kein Deut besser.

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    Wenn wenigstens die Künstler von dem Geld etwas bekommen würden! Aber nein das teilen sich nur Anwälte und Labels!

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    @Klaus: Naja, ich weiß nicht wie glaubhaft abstreiten ist schlieslich wurde das Dokument auf deren Homepage veröffentlicht. Angeblich auch als .ppt, da kann man mit forensik bestimmt noch mehr rausholen.

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    Ich finde den Artikel echt klasse und muss dem ersten Kommentator recht geben. Arme Welt wenn dieses Thema immer mehr Kreise zieht und sich Anwälte statt der Findung des Rechts dieser “Modeerscheinung” hingeben.

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    Und das Beste zum Schluß: Der Künstler, der arme hungerleidende, der bekommt von den 90 Euro keinen Cent!

    Da es kein regulärer Verkauf ist, besteht keine Vergütungspflicht.

    Soviel zur Behauptung der Medienindustrie, sie wolle doch nur die armen Künstler schützen…

    Jetzt verstehe ich auch, warum sich die Medienindustrie solange gegen elektronischen Verkauf wehrte: Abmahnen ist so viel lukrativer.

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    @RA CK:
    Ist dies das pdf von der Seite oder das .ppt file nach pdf convertiert? Ersteres wäre generell interessanter, wegen den Metadaten :D

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    @17 & 18
    Schon bitter wenn jetzt sogar der Lawblog Angst bekommt auf Wikileaks zu verkinken… Alternativ kann man sich auch vom oben genannten Link auf Netzpolitik.org zu Wikileaks weiterklicken.
    Ich kann übrigens bestätigen, dass sich die Präsentation mal auf der Firmenhomepage befand. Vor 2 Tagen war sie dort noch abrufbar. Inzwischen hat man wohl den Medienrummel und ungewöhnliche Downloadzahlen bemerkt.

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    Es gibt eben auch unter Anwälten etliche, bei denen man besser nicht öffentlich darüber spekuliert, wie sie zu Examen und Zulassung gekommen sind.
    Dilettanten, die zu einer seriösen Berufsausübung nicht fähig sind und denen nur das Abmahngeschäft eine von staatlichen Transferleistungen unabhängige Existenz ermöglicht.
    Dass diese Seuche irgendwann einmal ausgerottet wird, steht kaum zu hoffen, solange der Korpsgeist die Selbstreinigung verhindert.

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    … schon interessant, daß man auf deren Homepage
    Ebenfalls editiert. Bitte aus offensichtlichen Gründen keine Links setzen. fh.
    das Impressum ohne JavaScript nicht so sehen bekommt.

    Findet sich jemand für eine saftige Abmahnung?

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    @Palladium: Das hat nichts mit Angst zu tun, das kann tatsächlich ein Problem werden, siehe Heise in der Slysoft-Sache: http://heise.de/-126963/

    Gerade bei der aktuellen Thematik muss man Ärger ja wirklich nicht provozieren, schliesslich sollten die meisten Mitlesenden ja Google kennen. Hoffe ich mal.

    Sollte Udo meine “Linkzensur” sehen, und sich anders entscheiden, kann das ggf sehr schnell revertiert werden. Aber sicher ist sicher. Man muss den entsprechenden Netzteilnehmern ja nicht grundlos noch mehr Einnahmequellen bieten ;)

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    @Mithos: Naja, es gibt ja inzwischen auch DRM-freie Angebote, etwa bei Amazon.

    Bei mir ist das auch so: Ich lade Songs bei Youtube. Wenn mir das Ganze dann gefällt, tue ich dem Künstler was Gutes, indem ich den Track nochmal durch die Amazon-Kasse schiebe.

  27. 27

    ist schon mal jemand für nen us-film oder irgendwas abgemahnt worden, wo die rechte in usa sind?
    hab mal gehört diese abmahnungen gibt es nur für sachen, bei denen rechteinhaber in D oder EU sitzen, stimmt das?

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    @Henning:
    Ich würde diese Strafe im Leben nicht bezahlen. Das soll mir mal jemand nachvollziehbar erklären warum diese Dame bezahlen muss.

  29. 29

    Nettes Geschäftsmodell. Allerdings gibt es mindestens zwei Verlierer dabei. Zum einen der Künstler, wie oben bereits thematisiert. Zum anderen, und das ist viel interessanter, der Staat. Denn das ganze kann ja nur funktionieren, wenn der Rechteinhaber den Namen hinter der IP-Adresse bekommt. Der Staat aber hat kein Geld – erst recht nicht für die Justiz. Natürlich(?) kostet die Ermittlung der Anschrift Geld (Strafverfahren oder Auskunftsersuchen) und Zeit. Die Gebühr ist offensichtlich missbrauchsfreundlich gering. Sie taucht daher in der Kalkulation der Rechtsbeuger nur am Rande auf. Ein gefundenen Fressen für die Justizministerien der Länder und des Bundes. Können sie doch durch kleine Änderungen an Gesetzen oder Verwaltungsvorschriften hier für eine angemessene Abschöpfung der Gelder und damit ein Versiegen der bisher lukrativen Quelle für die Rechtsmissbraucher sorgen. Ich vermute mal, dass weniger als 25% sofort zahlen, wenn die Abmahnkosten deutlich über 400 Euro liegen. Das Geschäftsmodell würde dann zusammenbrechen. Und die Behörden könnten sich in der Presse gleichzeitig in ein vorteilhaftes Richt rücken lassen: sie haben einen Sumpf trocken gelegt und gleichzeitig den kleinen Mann (Bürger, Wähler) beschützt. Jetzt muss nur noch ein Kundiger die Politiker und Spitzenbeamte darüber aufklären, was da vor ihrer Nase passiert. Den Rest erledigt sich dann von selbst. Wetten?

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    Ich hab zwar keine Beweise, aber ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass die Musikindustrie selber ihre Sachen illegal ins Netz stellt und dann nur abwartet bis einer anbeisst…

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    @Turrican: Da die MI, wie im Wikileaks-Dokument dargestellt, ja bereits die Abmahnungen als Geschäftsmodell nutzt, wäre dies als nächster Schritt zur Gewinnmaximierung durchaus vorstellbar.

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    nice! das ist wirklich ein schönes fundstück!
    wird denn schon irgendwo über die authentizität diskutiert?

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    Tja, da sieht mans: Widerspruch lohnt. Abmahnschreiben ignorieren, gerichtlichen(!) Mahnbescheid abwarten, widersprechen, vor Gericht gehen. Diesem Abmahnschwachsinn gehört, wo immer möglich, EInhalt geboten.

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    eigentlich n super geschäftsmodel. eine mp3-file (mit hashblausw.) zum donload bereit stellen…n tag abwarten ,bis die datei sich verbreitet hat…vielleicht auch länger, damit es sich noch mehr lohnt.und dann abkassieren…

    eigenlich genial

    wenn songs sich nicht gut verkaufen und gut in den charts sind, dann n paar mp3s verbreiten usw….

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    @qnbs7: Jein, ich z.B.. Film war “The Fall”, Datei von axxo (bekannter ripper), Film war in DE noch nicht zu kaufen, lief evtl. gerade im Kino. Die Gebühren waren knapp unter Eur 400, es sollte “nur” ein Denkzettel sein, Abmahner waren die deutschen Rechte-Inhaber, die Datei war aber die englische. Ob die nun dafür überhaupt berechtigt sind, für diese Datei abzumahnen, weiss ich nicht. Also das übliche: abgeänderte Unterlassungserklärung abgegeben, eingeschüchtert gezahlt, noch halbwegs gefreut, das es nicht teurer geworden ist. Und dann, als der Film rauskam, die Box gekauft (Blu-ray+DVD+Extras).
    Bei jedem Film, der hier in Deutschland in die Kinos kommt, setze ich mal voraus, das auch jemand die Rechte dazu besitzt. Aber wenn ich mir das Geschäftsmodell Abmahnwahnsinn so ansehe, muss das natürlich nicht der Fall sein, solange das niemand hinterfragt, funktioniert das Geschäft…

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    @Ernst Haft:

    aber nur, wenn man zu viel Geld hat…oder die Datei gar nicht runtergeladen hat…wenn man aber zu Recht abgemahnt wird, kann man damit die Kosten gern vervielfachen.

    Bei ungerechtfertigter Abmahnung sieht die Sache anders aus.

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    Nur die Ahnungslosen holen sich noch Musik aus Tauschbörsen und lassen sich erwischen. Wer ein bißchen mehr weiß, der holt sie sich von Rapidshare und co. Wer sich richtig auskennt, der entzieht sich jeder Nachforschung – selbst wenn er Emule oder Bittorrent nutzt. Solche Leute nutzen einen VPN-Tunnel (z.B. vpntunnel.se), so daß die IP gar nicht mehr sichtbar wird.

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    Die Einnahmen aus Abmahnungen muss die Musikindustrie im Uebrigen nicht mit Urhebern der Werke teilen. Beim Abverkauf , hingegen schon.
    Selbe Masche gibt es bei Klingelton-Abos. Es wird gezahlt, aber da in 98% der Abos vom Abonnenten kein Download initiiert wird, muss der Dienstleister nicht mit Urhebern sharen.

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    und was machen die mit leechern?

    muss man nicht wenigstens ein bißchen uploaden für ne abmahnung oder gibts das mittlerweile auch bei 0,0% upstream (leecher-mods)

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    Wenn ich sowas lese, frage ich mich ernsthaft, warum die Industrie sich gegen eine Kulturflatrate wehrt. Wenn jeder von uns wasweissich 100 Euro im Jahr zahlt (kommt, da zahl ich mehr an die GEZ) schön auf monatliche Raten verteilt, komm ich sicherlich auf ähnliche Beträge. Dafür stellt die Industrie dann die Bereitstellung und den Verkauf von MP3s komplett ein und duldet umgekehrt, dass die Leute sich die Songs von der CD runterrippen (die sie auch erstmal kaufen müssen). Der einzige Unterschied: Die Abmahnanwälte verdienen plötzlich nicht mehr an dem ganzen Prozess und die Gerichte sind deutlich entlastet. Hier muss es also auch von Seiten der Politik Interesse geben…

    @Scharnold Warzenegger: Und alle Anderen haben einen qualitativen Rückgang der angebotenen Musik der letzten Jahre festgestellt (und sich deshalb auch keine CDs mehr gekauft) und würden die Downloads nicht mal mit der Kneifzange anfassen, da sie das gedownloadete “Endprodukt” niemals hören würden. Und genau diese Klientel freut sich ganz besonders darüber, wenn die Musikindustrie die zurückgehenden CD-Verkäufe mit den bösen Piraten im Internet erklärt.

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    Ich als Laie frage mich, wie eine “ungeprüfte” und selbsprogrammierte Software überhaupt Gerichtsverwertbare Beweise hervorbringt… Damit steht man doch eigentlich schonmal auf ganz dünnem Eis.

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    Links zur Ursprungsquelle zu setzen scheint leider total out zu sein. Das Dokument kommt von Wikileaks, die Story dahinter aber von gulli.

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    Und was für eine wunderbare Methode, die Kǘnstler zu prellen. Wetten die Künstler sehen von diesem 150-Fachen Gewinn keinen Pfennig, weil diese Einnahmen der Rechteverwerter nicht als Musikverkäufe gezählt werden?

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    Wie immer: Wer solche Abmahnschreiben bekommt, drei Dinge …

    1. Prüfen, wer da was verschickt, informieren, nochmals informieren, das Netz weiß viel

    2. Wenn sich herausstellt, dass hier ein Massenabmahner dahintersteckt, entweder eine modifizierte Unterlassungserklärung abgeben, oder …

    3. überhaupt nicht reagieren, das Schreiben in die Tonne treten. Denn der Aufwand, Anschlussinhaber vor Gericht zu zerren, ist größer als der zu erwartende Gewinn aus diesen Fällen UND birgt zudem das nicht kleine Risiko, dass das komplette Gechäftsmodell gefährdet wird.

    Letzteres habe ich übrigens vor zwei Jahren gemacht. Die Abmahnung in die Tonne getreten und seitdem auch Ruhe gehabt.

    4. Und ganz wichtig: NICHT zahlen! Keinen Cent! Denn hier geht es nicht darum, das Recht des Mandanten zu vertreten. Hier geht es (wie man jetzt Schwarz auf Weiß sehen kann) nur ums Geld verdienen. Daher … NICHT zahlen!

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    @Reinhard: Was mir gerade wieder bewusst wird: Noch vor 8-10 Jahren hätte ich unwissend ausgesehen wenn mich jemand gefragt hätte, was denn eine Abmahnung ist. Traurig muss ich aber feststellen, dass zum Thema “Onlinewissen” nicht nur grobe Kenntnisse über technische Vorgänge (WLAN, EMail, Netzwerk, DSL-Verbindungen) gehören, sondern auch relativ viele rechtliche Aspekte (Abmahnung, Impressumspflicht, Störerhaftung, Digitales Hausrecht).

    Manchmal hab ich das Gefühl, dass der IT-Spezialist heute ein Fernmelder, ein Programmierer, ein Hochfrequenztechniker, ein Kryptologe, ein Grafikdesigner, ein Rechtsanwalt und ein Elektriker ist, der flüssig Deutsch, Englisch, PHP, C++, SQL, ISDN, l33t und Anwältisch versteht und idealerweise auch sprechen kann. Wenn wir jetzt noch ne Partei gründen, haben wir mit unseren Multikenntnissen spätestens in 12 Jahren ganz Deutschland problemlos im Griff. *scherz*

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    Ja, das ist das Problem. Ich war selbst noch nicht bei so einer Veranstaltung dabei, kann mir aber so in etwa vorstellen, was da alles aus dem Keller gekrochen kommt. *kicher* Ich glaub das Hauptproblem von uns Nerds ist, dass wir oftmals nicht als gesellschaftsfähig angesehen werden und bezogen auf reale Gesellschaften das vielleicht auch gar nicht sind.

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    @Turrican: Das geht auch viel einfacher. Man begrenzt einfach das Angebot, dann geht der Online-Tausch automatisch wieder in die Höhe. :)

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    @Momo:

    Du hast die Bezahlung vergessen.

    Die nun ja im Vergleich zur Bildung sehr gering ist.

    Zumindest wenn man noch die ganzen Hilfestellungen in Foren, das mal kurz gucken wenn der PC eines Bekannten Probleme macht und die Leute die immer wieder einen Rat wollen hinzu nimmt.

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    Momo, da kommt niemand aus dem “Keller gekrochen”. Da hocken zT. die Leute, die du vorhin angesprochen hast. Fachlich versiert, kompetent, nicht nur “vom Fach”, sondern von deren so einiger.

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    Das erinnert mich an die Anwälte, die im ebäh-Forum auf “Mandantensuche” gehen und dann unter (rechtswidrigem) Kostenübernahmeversprechen deren “Rechte” wahrnehmen. Hoffe, da gibt es künftig mehr Fälle wie jetzt gegen die Günter.

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    “Raubkopiereranwälte sind Verbrecher”

    @Udo Vetter:
    Daß Deutschland einen kuriosen “Rechtsstaat” besonders wenn Lobbyisten dieser heuchlerischen Medienbranche involviert sind darstellt, zeigt zum Beispiel eine aktuelle Meldung:

    So berichtet der Herr RA Solmecke von der Kanzlei Wilde & Beuger auf deren website über einen Fall, bei dem ein Düsseldorfer Staatsanwalt eine Hausdurchsuchung beantragt hatte. Es geht dabei um eine andere Abmahn-Abzock-Kanzlei (ist sowieso alles EIN Klüngel), die den UNBEWIESENEN Vorwurf abmahnen EIN file, also eine Kombination von Nullen und Einsern angeblich/vermeintlich verteilt zu haben.
    Einen “hinreichenden Tatverdacht” kann dabei wahrscheinlich sogar ein Schimpanse verneinen. Hier die Quelle: http://www.wb-law.de/news/medien-entertainment-und-urheberrecht/1101/ag-duesseldorf-keine-hausdurchsuchung-nach-strafanzeige-durch-kanzlei-nuemann-lang/

    Was geht in solch einem Staatsanwalt eigentlich vor, wegen so einem pisseligen Fliegenschiss zur Richterin zu rennen, damit die einen gravierenden Eingriff in die Grundrechte legitimiert.
    Und das, OHNE überhaupt auch nur einmal auf den Gedanken zu kommen den Vorwurf VORHER eingehend zu prüfen.
    Schließlich ist ein Staatsanwalt dazu verpflicht in BEIDE Richtungen zu ermitteln und die “verfassungsmäßige Ordnung zu wahren” (§12a BRAO)!

    Dann wäre ihm nämlich wahrscheinlich aufgefallen, dass diese Lernhaus GmbH gar nicht aus Salzburg kommt sondern aus Karlsruhe, oder dass dieser “IT-Dienstleister” erst seit März 2009 im HRG eingetragen ist und vermutlich nur ein weiterer dieser Briefkästen ist oder dass diese Kanzlei eigentlich über ihr “Copydefense”-Netzwerk operiert und so weiter…

    Kurzum: Eine Hausdurchsuchung wäre eventuell in den Räumen dieser Kanzlei vermutlich sogar angebrachter (?). Am besten dann in Begleitung mit einem Finanzbeamten (?)!

    Warum schreibe ich das alles?

    Einfach in der Hoffnung, dass das der Strafrechtler Udo Vetter hier in seinem blog liest, der zudem schließlich aus Düsseldorf kommt und wahrscheinlich diesen Staatswalt sogar kennt (?). Also als reine Information sozusagen.
    Vielleicht trifft man sich ja mal in der Kantine oder auf’m Gang, oder so…
    “Normalsterbliche”, nicht selbst betroffene Bürger, lassen solche Staatsanwälte leider nicht an sich ran.

    So etwas darf meiner Meinung nach in Deutschland nämlich nicht mehr vorkommen!

    Danke und liebe Grüße aus Kölle ;-)

    P.S.: Schade, dass der Robenzwang aufgehoben wird – dann kann ich ja gar nicht mehr “Schwarzkittel” statt “Anwalt” schreiben… :-)

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    Hallo Herr Haft und alle anderen,

    Ihr Zitat “Tja, da sieht mans: Widerspruch lohnt. Abmahnschreiben ignorieren, gerichtlichen(!) Mahnbescheid abwarten, widersprechen, vor Gericht gehen. Diesem Abmahnschwachsinn gehört, wo immer möglich, EInhalt geboten.” bezieht sich auf was? Gibt es ein entsprechendes Gutachten Gerichtsurteil?

    Wir sind im Würgegriff von DigiRights und Kornmeier. Im ersten Gerichtstermin hat die Richterin durchblicken lassen, daß Sie aus Unkenntnis der Sachlage, den mitgelieferten Gutachten-Kopien von Digi & Co vertrauen wird und gegen uns entscheiden wird. Es sei denn, wir bringen Gegengutachten, die natürlich ebensowenig von der RS-Versicherung bezahlt werden, wie RA/Gerichtskosten wegen Urheberrechtsverletzungen.
    Mir stellt sich die Frage, wie ich einen Beweis antreten kann, etwas nicht getan zu haben ohne die ganzen technischen Hilfsmittel wie bei der Gegenseite üblich. Wie kann ich beweisen, daß die Datei um die es geht, definitiv nicht bei uns auf dem Rechner war – gilt hier die Unschuldsvermutung nicht???
    Danke für jede Antwort mit brauchbaren Argumenten, Gutachten, Urteilen, etc.
    bowie

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