Nichtsurfen kann extrem teuer sein
Dass die Mobilfunkanbieter fragwürdige Preise für WAP und Internet ohne gesonderten Datentarif berechnen, habe ich schon mal erwähnt.
Nun vertreten wir wieder jemanden, der sich die horrenden Datenkosten nicht erklären kann. Weil er nach seiner Erinnerung gar nicht im mobilen Internet war. Es geht um immerhin 735,00 Euro – so viel sollen stolze 35 MB kosten. Anbieter BASE zeigt sich aber weit weniger kulant als die Telekom. Vielmehr besteht die Firma auf dem gesamten Betrag, und zwar unter anderem mit folgender Begründung:
Die Startseite des WAP-Portals aktualisiert sich in regelmäßigen Abständen automatisch. Dadurch entsteht Datenvolumen. Wenn beispielsweise die Startseite des WAP-Portals aufgerufen und nicht weiter gesurft wird, wird das Datenvolumen berechnet.
Das nenne ich mal eine argumentative Steilvorlage. Es mag ja noch angehen, wenn die Startseite beim Aufruf ebenfalls kostenpflichtiges Datenvolumen verursacht. Dass sie sich aber beständig automatisch aktualisiert und somit exorbitante Kosten verursacht, obwohl der Anschlussinhaber gar nichts weiter macht, ist aber schon sehr interessant.
Vor allem vor dem Hintergrund der Frage, ob man als Kunde mit so einer Kostenfalle rechnen muss.
Erscheint denn diese Startseite GENERELL von allein oder muß man sie erst aufrufen? Kann der Aufruf auch durch einen versehentlichen Tastendruck entstehen oder muß man der Verbindung ausdrücklich zustimmen?
Es wird im Schreiben ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man auf die Startseite des WAP-Portals auch gelangt, wenn man nur die Internettaste am Handy versehentlich drückt. Man muss sie also nicht gesondert aufrufen.
Das ist dann der Moment, wo der Satz "Einer gerichtlichen Klärung der Angelegenheit sehe ich gelassen entgegen" fällt…
Und wenn es so ist wie bei meinem Samsung-Handy, dann ist diese Internet-Taste auch noch etwas höher als alle anderen Tasten. Damit man sie auch ganz sicher aus Versehen trifft.
Ich habe als erstes ungültige Zugangsdaten eingegeben, damit der Verbindungsaufbau garantiert scheitert…
Interessant wäre es auch, klären zu lassen wie sich solche Tarife berechnen. Bei 21€ / MB dürfte sich ein Blick in die Tarife lohnen um schnell auf den Begriff Wucher zu kommen. Denn immerhin bekommt man die Flat bei Base schon ab 10€ / Monat.
Besonders toll ist es wenn das Handy Multitasking beherrscht und man gar nicht mitbekommt wenn versehentlich die Startseite geöffnet wurde und danach durch ein weiteres Versehen in den Hintergrund gerückt.
Ist mir mal passiert, nutze zum Glück nur anonymes Prepaid, aber die knapp 30 € Guthaben waren über Nacht weg. Auch nur von der Startseite.
@ #4 Christian H.
Genau wie ich :D Wenn man das Internet per Handy aber doch sporadisch nutzt finde ich das auch ziemlich … extrem…
Ich weiß schon warum ich meinen BASE Vertrag gekündigt habe und den darauf folgenden Spamanrufen seitens BASE eine Meldung bei der Bundesnetzagentur habe folgen lassen… der Laden ist was KundenDIENST angeht echt das Letzte…
@Christian H.:
da hat samsung zum glück abhilfe geschafft, beim beatdj kann man das provider profil nämlich gar nicht löschen. es lässt sich nur ein 2. profil erstellen, will das handy nun eine verbindung mit ungültigen zugangsdaten startet erkennt es das und wechselt selbsständig zu dem provider profil ;)
@FlyingT: Danke für diese Info. Ist ein Grund, kein Samsung zu kaufen – zumindest, wenn man noch die providergebundenen Telefone kauft. Aber davon hat Vodafone mich schon vor 'ner ganzen Weile kuriert. Jedesmal wollten die mir 'ne Vertragsänderung zu einem teureren Tarif andrehen.
Irgendwie haben die Mobilfunkkonzerne inzwischen einen schlechteren Ruf als Gebrauchtwagenhändler (zurecht?). Ich möchte ja nicht wissen, wieviele tausende Kunden da über den Tisch gezogen werden, die eigentlich nur ein Handy zum Telefonieren wollen und keine Ahnung von mobilem Internet und Zugangspunkten haben.
Das Problem hat man nicht nur bei Samsung, einige Modelle von Sony Ericsson haben auch eine "Internettaste" mit erhöhtem Profil, so dass man am Ende wunderbar versehendlich drauf kommt.
Ich für meinen Teil hab auch die Internetzugangsdaten gelöscht, damit hier keine Kosten auf mich zu kommen… und damit gleichzeitig dafür gesorgt, dass ich fortan keine MMS mehr senden oder empfangen kann. :/
Fazit: Umbedingt vorher Blödmarkt, T-Punkt oder anderen Handyladen ansteuern und die Modelle vorher ausprobieren. Bewusst darauf achten, ob am Gerät eine "Internettaste" vorhanden ist und inwiefern man diese versehentlich drücken kann. Merken: Wieviel Megapixel die eingebaute Kamera hat, ist meist das Unwichtigste. Am Besten den nervigen Verkäufer wegjagen. Richtige Fachfragen können die meist eh nicht beantworten.
Ich wundere mich, dass überhaupt noch jemand "Vodafone" nimmt. Die Brandings dort (und auch bei E-Plus) sind extrem. Der typische "Vodafone Live" Knopf, der in den Einstellungen nicht deaktiviert werden kann ist nur ein Beispiel. (Dann oft nicht löschbare Internetprofile, nur gekaufte MP3 als Klingelton nutzbar, …). Wenn man sich dann die Originalsoftware auf dem gleichen Handy ansieht, sieht man erst, was das Ding eigentlich so kann.
Ich habe zwar schon 2 Jahre gar keinen Vertrag mehr, war aber vorher bei O2. Das einzige, was dort bei meinen Handys verändert wurde: Anderes Einschaltlogo, anderer Theme (umstellbar), voreingestellte Internetprofile (umstell- und löschbar). Ansonsten war die Funktion genau wie ohne das Branding, also minimal und außer dem Einschaltlogo wieder zu ändern.
Warum tut man sich also freiwillig ein Vodafone-Branding an?
Hoffentlich schreiben Sie dann auch, wie der Fall ausgegangen ist. Denn ich möchte echt wissen, wie sich BASE herausreden wird.
@Sascha: ich bin nun seit 5 Jahren Kunde bei Vodafone und hab seit dem nix was du geschildert hast erlebt. Ich denke die einzelnen Unternehmen ob Vodafone, E PLus, O2 oder sonst wer nehmen sich alle nix in Sachen Kundenabzocke. Das geht bei TV-Werbung los (hat jemand irgendwann mal geschafft die 10 Zeilen in Schriftgröße 6 aufm Bildschirm zu lesen?), Hotlines, Tarifabzocke, den hier geschilderten Internetverbindungswitz etc pp. Wer da frei von Schuld ist sollte den ersten Stein werfen. man sucht sich halt das für sich am ehesten ertragbare Übel aus :/
Wie kann es eigentlich angehen, das die Netzbetreiber im Inland das mehr als 21-fache für Datenverbindungen berechnen können im Vergleich zu dem was sie berechnen dürfen, wenn im EU-Ausland Datenverbindungen genutzt werden? Zählt das Inland etwa nicht zur EU? (heise.de/newsticker/meldu...Juli-in-Kraft-179361.html)
Das gleiche betrifft mich z.B. bei den SMS-Kosten, im Inland 19 Cent/SMS, im Ausland max. 11 Cent + MwSt. Wie kann sowas rechtens sein?
Zum Ansehen der Startseite ist es regelmäßig nicht erforderlich, diese mehrfach zu laden. Zumal diese oft mit Werbung "aufgepeppt" wird.
Nach der Logik von BASE verbraucht ein stehendes Auto mehr Benzin als ein fahrendes. Sehr interessant.
Unter anderem deswegen hab ich eine Internet-Flatrate auch für's Handy… weil ich keine Lust habe mir ständig Sorgen zu machen, daß da unüberschaubare Datenkosten auf mich zukommen könnten.
Außerdem kommt was Anderes für eine Daueronlinerin wie mich sowieso nicht in frage ;)…
@Thomas: Wenn Du bei deinem Anbieter 19 ct bezahlst, warum bist Du dann noch da? Und Grundgebühren zahlst Du wahrscheinlich auch noch.
Ich verstehe einfach nicht, wie man einen Vertrag bei diesen Abzock-Anbietern unterschreiben kann.
Einfach mal bei den Prepaid-Anbietern umschauen, ab 9 ct pro Minute und SMS bist Du dabei. 1MB Internet kostet mich 24 ct (glaube ich) und das Geld für das Handy habe ich dank gesparter Grundgebühr nach 6 Monaten wieder drin. Ohne Branding und Internet-Taste.
Wenn man 'ne Flatrate braucht mögen die Verträge ja Sinn machen, aber dann Ärgert man sich auch nicht über teure Telefongebühren :-)
Edit: Ach ja, man kann das Geld auch bei Prepaid automatisch vom Konto abbuchen lassen, wenn einem das aufladen zu nervig ist. Andererseits ist das aber 'ne gute Kontrollfunktion.
Das mit den falschen Zugangsdaten hab ich auch immer als erstes gemacht, wenn ich ein neues Handy bekam, da ich Handy Internet eh nie benutzt hab.
Ich erinnere mich noch an ein Handy eines Freundes, bei dem die Zurück Taste das Internet aufgerufen hat, wenn man also in irgend einem x-ten Untermenü war und schnell ins Hauptmenü zurückwollte, wehe, man drückte die Taste ein Mal zu viel…
Ist es nicht möglich bei Abschluss des Vertrages und/oder Abholung des Handys die Funktionen sperren zu lassen und sich das natürlich schriftlich bestätigen zu lassen?
Diese Internettaste hat ich mal bei einem anderen Provider zur Jahrtausendwende.
Die Drohung einer Strafanzeige reichte, daß ich ein Ungebrandetes Handy zur Verfügung gestellt bekommen habe, und alle WAP(Wait and Pay) kosten gutgeschrieben worden sind.
2 wochen Russland bis zum letzten Tag durchgehalten, dann 5 * 500 kb verbraucht beim Roaming-Surfen auf dem kostenlosen Base Wap Portal. (Für 1 EUR pro Monat)
In der Rechnung tauchten dann 50 EUR Datenkosten auf.
Habe jetzt nen O2-0 Vertrag mit Datenflatrate, Base wird gekündigt.
Gardwin
@Gardwin:
Kleine Anmerkung, ich war halt blöd sowas zu machen, hätte mir denken können, dass es teuer werden kann.
War aber dann doch so eine Spitze, die mir den Wechsel leichter macht… Ausserdem telefoniere ich nicht so viel, dass ich ne Sprachflat bräuchte.
Bei den meisten Providern kann man per Anruf bei der Hotline GPRS kostenlos sperren lassen. Ist auch eine nette Sache, wenn man in das Ausland fährt und dort keine Flatrate hat.
Also ich kann ja nur Dual-Sim Handies empfehlen, so kann man einfach zwei günstige Anbieter kombinieren. Bei mir z. B. die Festnetz-Flat, die in meinem Festnetzanschluß mit drin ist und eine Prepaid-Karte für alles andere. Dual-Sim Handies gibts (warum wohl?) nicht gebrandet, aber dafür zahl ich auch keine Gründgebühr…
@Wir: Ich nutze de facto keine SMS, daher ist mir der Preis im Grunde genommen egal, für meine Ansprüche ist der Tarif (T-Mobile Relax 60 Friends) vollkommen ok, meine Frage war nur interessehalber, es interessiert mich einfach, ob und wie sich das begründen lässt, das es im EU-Ausland max. x Euro kosten darf, im Inland aber ein Vielfaches davon kosten kann.
Macht die WAP Seite denn überhaupt einen automatischen Reload. Ich dachte, dass gibts bei WAP nicht. Das würde ich vor der verhandlung zumindest mal testen. ;)
nachdem meine Hosentasche einmal auf meine Kosten für 8€ gesurft hat habe ich die Vodafone Heißleine angerufen und mich nach Änderung / Deaktivierung dieses lästigen Internetbuttons erkundigt. Ich finds ohnehin schon ein starkes stück das diese Tasten die bei einem meiner älteren Handys noch frei belegbar waren jetzt fixiert sind. Nachdem ich die Auskunft bekam "geht nich" habe ich den Dienst abschalten lassen, denn MMS verschick ich auch nicht. Vielleicht würde ich mobiles Internet und MMS nutzen wenn das latente Risiko unkalkulierbarer Kosten durch unbeabsichtigtes Aktivieren der Internettaste nicht wäre, aber das ist ehrlich gesagt Vodafones Problem und deren entgangener Umsatz.
Muß man echt jeden Modesch… mitmachen? Nö…
- Alles Banane
bwbbwwaahahahhahaha
also irgendwie wirkt dieser beitrag schon fast surreal. also surreal traurig. vielleicht ist der spartenchef von base aber auch so ein mensch mit einem gewissen geschäftsgebären?? keine ahnung …. ich habe kürzlich nur wieder 2 anrufe von eplus bekommen von einer nicht eplus-nummer und die wollten sich der aktualität meiner adressdaten erkundigen. HM.
Ich glaube ich habe ein Deja-Vu. Am Sonntag noch erzählt mir eine Freundin (knapp über 60, Internet?, WAP?, mobiles Internet?) mit einem Base-Handy: 250,- Euro auf der letzten Rechnung für Internet-Zugriff, obwohl ich zu der Zeit definitiv in der Kirche war… Jetzt wird mir hier einiges klarer: Handy auf lautlos, in die Manteltasche, dabei versehentlich I-Net-Zugang aktiviert. BASE lädt jetzt brav regelmäßig seine Startseite. Völlig unbemerkt aber lukrativ für BASE.
Ich habe diesen Artikel jetzt mal weitergeleitet, mal sehen wir kulant BASE wird wenn sich nur genügend Kunden über solch eine Technik beschweren.
Vielen Dank jedenfalls für den Hinweis.
Da kann man nur hoffen, dass bald massenkompatible Handys mit Linux auf den Markt kommen: kein Branding, alles konfigurierbar, das Handy gehört einem endlich selbst.
@30 (feistesding):
was hat den "kein branding" mit linux zu tun?
.~.
Der Mandant kann sich nicht erinnern die Verbindungen selbst erzeugt zu haben. Ist doch eigentlich ein klassischer Fall um deshalb erstmal die Ergebnisse einer technischen Prüfung nach § 45i TKG (früher §16 TKV) anzufordern. Die Provider/Netzbetreiber berufen sich ja gerne auf den Anscheinsbeweis der Richtigkeit der durch automatisierte Gebührenerfassungsanlagen erfassten Gebühren. Der gilt aber nur dann, wenn eine durch die Einwendung des Kunden veranlasste Prüfung feststeht, dass keine zählerbeeinflussenden Ereignisse vorliegen.
Meist legen die Betreiber keine Prüfungsdokumentation vor. Wunderbar, im Prozess gelingt dann nichtmals der Nachweis, dass die berechneten Gebühren überhaupt vom Anschluss des Beklagten aus erzeugt wurden.
@30
Palm Pre: Basis ist Linux, dafür telefoniert es aber schon ab Werk nach Hause
heise.de/newsticker/meldu...-Hause-Update-751165.html
Hier mal ein technisch-versiertes Kommentar, vielleicht nützt es ja für die Verhandlung(en):
Das automatische Neuladen der Startseite wird in dem Quelltext der Startseite festgelegt. In einem normalem Handy erhält ein Otto-Normal-Verbraucher in der Regel nicht die Möglichkeit, diesen Quelltext einzusehen oder gar zu "manipulieren".
Demnach hat der Kunde keinerlei Einfluss auf das automatische Neuladen der Startseite.
Zusätzlich geht man als Otto-Normal-Verbraucher auch nicht davon aus, dass sich Seiten dauerhaft neuladen, da dies bei den wenigsten Seiten stattfindet.
Ausserdem vermute ich mal, dass man als Kunde auch nicht offensichtlich darauf hingewiesen wird.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Internetbandbreiten heutzutage so groß sind, dass Internetseiten in Bruchteilen einer Sekunde geladen sind. Man bekommt es meistens gar nicht mehr mit, so schnell geht das.
Demnach haben Otto-Normal-Verbraucher weder Einfluss auf das automatische Neuladen noch kann man davon ausgehen, dass sie sich darüber in Kenntniss wussten.
Ein Anbieter, der über ein Datenvolumen anstatt einem Zeitvolumen abrechnet, weiß aber sehr wohl, was für Kosten da auf den Kunden hinzukommen, wenn er X Minuten die Seite offen hat.
Abzocke trifft es da wohl sehr gut.
ich soll für 33 min. internet übers handy 314.-€ zahlen, und dass obwohl ich gar nicht, zumindest nicht wissentlich, ins netz bin. wenn ich ins netz will gehe ich über meine flatrate am computer.
abzocke hoch zehn.
nie wieder e-plus oder base!