1.11.2009

Baustein für ein straffreies Leben

Er ist nur einer von immerhin tausend Auserwählten landesweit. Aber er wirkt so, als freue er sich für alle. Und deswegen spricht er schon ziemlich vertraut von seiner INA. Die soll ihm eine Stelle im Landschafts- und Gartenbau besorgen. „Da ist es schön, da kann ich Kaputtes heil machen“, schwärmt der 43-Jährige Christoph S.

Ihm war nicht immer so nach Harmonie. Die Lehre beim Kfz-Mechaniker nicht bestanden, ruschte er ins Alkoholmilieu, nahm Kokain und Heroin, handelte damit gewerbsmäßig, bekam Bewährung, werkelte in Gärten. Und schlug danach jemanden so brutal zusammen, dass er über sieben Jahre lang hinter Gitter musste.

Jetzt hofft er auf INA.

Die Integrationsplanung, Netzwerkbildung, Arbeitsmarktintegration ist ein Modellprojekt des Arbeits- mit dem Justizministerium in Nordrhein-Westfalen. Die Rückfallquote der Gefangenen soll deutlich gesenkt werden. Der Plan: Gefangene sollen in den Justizvollzugsanstalten Düsseldorf, Moers und Wuppertal vom ersten Tag begleitet werden – von je drei Praktikern, die von der Gesellschaft für Qualifizierung im Handwerk dazu ausgebildet wurden.

Die INA-Mitarbeiter dürfen in die Gefängisse und lernen erst einmal, was sie nicht mitbringen dürfen. Alle Art von Drogen nämlich, nicht einmal ein Handy. Sie müssen die komplizierten Zuständigkeiten im Knast kennen, die Sprache dort. „Der Vollzug ist für die zunächst einmal eine fremde Welt voller Sicherheit und Ordnung“, beschreibt es Gerhard Lorenz, Chef der Düsseldorfer JVA.

Aber dann erkunden sie und prüfen. Welche Neigung hat welcher Gefangener, welche Erfahrung, welche Fähigkeiten gar? Und die werden dann zwei Jahre lang intensiv gefördert. Das alles geht nicht ruckzuck. Soll aber den Drehtüreffekt unterbrechen, erklärt Gerhard Lorenz. Mit anderen Worten: Unterforderte Häftlinge landen nach ihrer Entlassung schnell wieder im Gefängnis. Angelernte und motivierte nicht.

Mehr noch: Nach einer Haftentlassung schlossen sich die Gefängnistüren bisher fast immer ohne weitere Betreuung. Das wird sich ändern. Die Gefangenen werden weiter von den Praktikern begleitet, die sie aus dem Gefägnis kennen. Und beim neuen Arbeitgeber schlichten, wenn es einmal ein Problem gibt. Gerhard Lorenz nennt so was „die neue Brücke nach draußen“. Sie soll Rückfälle vermeiden.

Das könnte sehr gut funktionieren, hofft Wolfgang Wirth, Leiter des Landeskriminologischen Dienstes. Aus 80 Prozent, die bisherige Rückfallrate für arbeitslose Gefangene, könnten 30 Prozent werden – wenn sie im Gefängnis und nach ihrer Entlassung gezielt gefördert werden.

„Die berufliche Wiedereingliederung“, attestiert Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU), „ ist ein wesentlicher Baustein für ein straffreies Leben. Darum arbeitet ein Experte mit dem Gefangenen praktisch vom ersten Tag der Inhaftierung kontinuierlich bis zu einem halben Jahr nach der Entlassung am Erfolg einer nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt.”

Arbeitsminister Kar-Josef Laumann (CDU) pflichtet bei: „”Diese Personengruppe hat es besonders schwer auf dem Arbeitsmarkt und braucht dringend unsere Unterstützung bei der Integration.”

Ist ein plötzlicher Geldsegen über die Landesregierung niedergegangen? Jein. Das nordrhein-westfälische Modellprojekt INA wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds in Höhe von 1,3 Millionen Euro gefördert.

Davon sieht Bernhard Lorenz in Düsseldorf allerdings keinen Cent. Er muss vier Helfer freistellen, Räume für die Schulungen schaffen, neue Belastungen ertragen. Die größte Mühe momentan hat Stella Ridder, die Koordinatorin für berufliche Bildung. Von den rund 330 Männern kommen die rund 50 fürs Projekt nicht in Betracht, die sich in einer Drogentherapie oder in Abschiebehaft befinden. Den großen Rest, fragt sie nach dessen Interesse, erkundigt sich diskret, ob noch andere Ermittlungsverfahren offen sind oder Drogen genommen werden. Wer dann geeignet ist, bildet mit anderen Häftlingen eine Veirer-Gruppe.

Haben alle eine Wohnung, sind sie sozialversichert? Jetzt greift INA kräftig unter die Arme. Der 43jährige Christop S. jedenfalls („Ich will Hilfe!“) schreibt demnächst seine erste Bewerbung. „Behörden lassen einen nur immer hin und her laufen, das ist ein Scheißgefühl“. Er ist überzeugt: „Mit INA läuft das besser!“

Wenn das stimmt, läuft das Ergebnis auf eine Erkenntnis des Landeschefs des Bundes der Strafvollzugsbediensteten hinaus. Klaus Jäkel sagt den umständliche Satz immer wieder gern: „Jede gelungene Wiedereingliederung ist ein Zugewinn an innerer Sicherheit“. (pbd)

31 Kommentare zu “Baustein für ein straffreies Leben”

  1. Bernhard meint: (1.11.2009 um 11:19) AntwortenReply to this comment

    Nicht nur Chancen muß man den Leuten geben, sondern auch auf den Alltag hin trainieren und auf den "Kampf" mit den Behörden abhärten.

    Ich kenne hier jemand, Anfang 20, der ist wegen diverser Drogendelikte und permanenter Schwarzfahrerei ("Beförderungserschleichung") vorbestraft. Inzwischen hat er einen guten Job, ist aber weder willens, sich eine Monatsfahrkarte zu kaufen, noch in der Lage, finanziell mit seinem Geld zu wirtschaften. Dafür hat er ja seine Betreuer. Die verwalten ihn aber eher als sie ihm das haushalten beibringen. Und bei seiner Nachbarin heult er sich dann aus.

    Die ursprünglichen Probleme — Drogen und Schwarzfahren — bringen ihn inzwischen (fast) in den Knast.

  2. Momo meint: (1.11.2009 um 11:22) AntwortenReply to this comment

    Wir haben gleich 2010. Wie lange gibt es Gefängnisse? Wie lange gibt es unsere moderne Welt?

    Ich begrüße das Projekt und finde es gleichzeitig traurig, dass man erst JETZT auf die Idee kommt… und erst mal nur in NRW. Bitte sofort, bitte bundesweit.

  3. stimmviech meint: (1.11.2009 um 11:45) AntwortenReply to this comment

    Alles nur Propaganda, solche Experimente mit Praktikern von außen kenne ich noch aus de 80ern, wo dann Familien forensische Patienten " adoptierten". Eine Familie war wohl nicht so begeistert, daß ein Mörder von Frau und Schwiegermutter es dann mit der Tochter des Hauses trieb und brach das Experiment schnell ab, siehe auch hier http://www.youtube.com/watch?v=BhbCp_qvwJ0
    Es ist immer wieder alter Wein in neuen Flaschen, der uns da als neue Resozialisierungstechnik vorgesetzt wird. Die Wirklichkeit: maximal die Hälfte – davon öfters Leute, die die " Vollzugsexpertin für gefährlich halten- schaffen es, die andere nicht. Alle schönen Programme helfen der Öffentlichkeit zu einem schönen Gefühl, ändern aber an der Wirklichkeit nichts.

  4. Mush meint: (1.11.2009 um 12:03) AntwortenReply to this comment

    Falls das alles funktioniert, wäre das sicher schön.
    In jedem Fall vergrößert es aber die nach Gewalttaten zu beobachtende Diskrepanz zwischen Täter- und Opferbetreuung. Die letztere ist kaum vorhanden.

  5. Tante Jay meint: (1.11.2009 um 12:05) AntwortenReply to this comment

    @Stimmvieh: Das ist Blödsinn. Forensische Patienten zu adoptieren ist eine völlig andere Hausnummer als die, ihnen im Rahmen eines Projektes Helfer an die Seite zu stellen.

    Wir brauchen keine neuen Gesetze, wir müssen zusehen, dass wir solche Projekte fördern. Das mag ja nicht so spektakulär wie ein tolles Gesetz sein, mit dem man rumwedeln und sagen kann "wir tun was" – aber für die Sicherheit sorgt die Integration von Gefangenen sehr viel mehr als jedes noch so bescheuerte Sicherheitsgesetz.

    Und nehmen wir mal deine Theorie als gegeben an. Was willstn machen? Aus Rückfallgründen jeden Straftäter erschießen? Dann haste die Rückfallquote allerdings auf null.

    Nicht nur maulen sondern Alternativen anbieten, die besser sind.

  6. studiosus juris meint: (1.11.2009 um 12:51) AntwortenReply to this comment

    @Bernhard:

    Sie schreiben, Ihr Bekannter sei, trotz gutem Job, nicht willens, sich eine Fahrkarte zu kaufen und das bringe ihn inzwischen fast in den Knast.
    Soll man mit dem nun Mitleid haben oder wie? ÖPNV ist eine Leistung, die bezahlt werden muss. Ihr Bekannter arbeitet vermutlich ja auch nicht pro bono, oder?

  7. stud. iur. JM meint: (1.11.2009 um 12:56) AntwortenReply to this comment

    @Mush:
    Auf jeden Fall aber gilt dieses Angebot für alle Straftäter, nicht nur für Gewalttäter.
    Das Problem ist auch nicht etwa eine irgendwie geartete Diskrepanz, den jeder sollte die Betreung bekommen die er benötigt.
    Allerdings ist richtig, dass die Opferbetreung stark verbessert werden muss. Aber völlig unabhängig von dem was hinsichtlich der Täter geschieht. Schließlich geht es bei der Betreung dieser nicht mehr um die Bestrafung, sondern darum, dass sie nicht wieder straffällig werden.

  8. Joe meint: (1.11.2009 um 13:22) AntwortenReply to this comment

    Letztlich geht es bei dem »Projekt« nur darum, von der EU eingesammelte Steuergelder in der Helferinnenindustrie zu verbrennen. Nach Effektivität fragt keiner. Außerdem zeigt es nur einen isolierten Aspekt.

    Wer sich mal anschaut, wie die Gesellschaft mit Männern* umgeht, die (unverschuldet) in wirtschaftliche Notlage geraten sind, aber leider eine völlig weiße Weste haben, kann jedem dieser Leute nur raten, endlich mal richtig zünftig Straftaten zu begehen. Möglichst schwere natürlich, sonst reicht es ja nicht fürs Gefängnis. Dann öffnet sich plötzlich der Geldbeutel der EU und alles wird wieder gut.

    Und es deutet vieles darauf hin, daß viele Männer in ausweglosen Situationen genau diesen Weg beschreiten. Und daß man da bei der Prävention ansetzen müßte. Aber das würde ja bedeuten, sich von einer menschenverachtenden Sanktionsmaschinerie zu trennen.

    *) Ja, ich schreibe bewußt Männer, da diese zu 95 % Strafgefangene und zu 90 % Obdachlose stellen. (Dennoch gibt es für die 10 % Obdachlosinnen eigens staatliche geförderte sexistische Hilfsprogramme, von denen Obdachlose vorab ausgeschlossen sind.)

  9. Geralt meint: (1.11.2009 um 14:06) AntwortenReply to this comment

    Ich sehe das Projekt sehr zwiespältig:

    Zum einen ist es natürlich wünschenswert und nötig die Resozialisierung zu fördern und damit das Rüclfallrisiko zu senken. Auf der anderen Seite stört mich aber auch, daß solche Maßnahmen Unbescholtenen nicht zur Verfügung stehen.

    Ein wenig erinnert mich das an das Schulsystem, bei dem und Grund- und Mittelschulen Klassenstärken von 30 Kindern üblich sind. Auf Förder-/Hilfsschulen sind aber deutlich kleinere Klassen möglich.

  10. ben gunn meint: (1.11.2009 um 15:01) AntwortenReply to this comment

    Alle die solche Projekte ablehnen möchte man dann fragen: wie sieht die Alternative aus? So wie bisher? Gefängnis als Rache der Gesellschaft am Einzelnen? Hat sich nicht wirklich als Erfolg dargestellt, oder?

    Da hat es ein Hartz etc. besser, der kauft sich frei, wird nicht desozialisiert und benötigt keine Resozialisierung (obwohl zweiteres vielleicht trotzdem…)

  11. Joe meint: (1.11.2009 um 15:31) AntwortenReply to this comment

    @ben gunn: Die Alternative heißt Prävention. Funktioniert ja schließlich bei der Hälfte der Bevölkerung, die nicht im Knast sitzt (und wenn doch, dann gibt's noch Strafrabatt, siehe dieses Blog).

  12. Aurisa meint: (1.11.2009 um 15:40) AntwortenReply to this comment

    Das Problem an der Sache:

    Wie soll man Menschen resozialisieren, die niemals sozialisiert wurden?

    Wer als Erwachsener die einfachsten Regeln des menschlichen Miteinanders nicht gelernt hat, wird sie meisstens – Ausnahmen bestätigen die Regel – NIE mehr lernen.

    Solange es dieser Gesellschaft schnurzpiepegal ist, wie es den Schwächsten, nämlich ihren Kindern und Jugendlichen geht, werden wir auch weiter nur an den Folgen herumdoktern.

  13. Reinhard meint: (1.11.2009 um 15:56) AntwortenReply to this comment

    @Joe: Nicht nur wohlfeile Schlagworte absondern und selbstgefällig auf die nicht-straffällig gewordenen Leute verweisen. WIE soll denn eine bessere Prävention aussehen?

  14. Kritiker meint: (1.11.2009 um 16:25) AntwortenReply to this comment

    Bei INA denk ich eher an einen großen Wälzlagerhersteller als an irgendeine Maßnahme für Wiedereingliederung. Kann man sich da keine andere Abkürzung ausdenken?

  15. Stimmviech meint: (1.11.2009 um 16:56) AntwortenReply to this comment

    @5 @10 Meine Lösung: weitermachen wie bisher, aber ohne Ausgang und ohne Psychologen, dafür einige Wärter mehr. Für einen kleinen Teil sexuell motivierter Extremstraftäter: eine echte Sicherungsverwahrung ohne Entlaßmöglichkeit.

  16. Fincut meint: (1.11.2009 um 17:12) AntwortenReply to this comment

    Haha, die 68er zerstören auch heute noch dieses Land und alle finden es gut.

    Wann checkt Ihr endlich, dass man Gefangenen die Tapete von der Wand kratzen und die Glotze wegnehmen muss, damit sich etwas ändert?

    Das Gefängnis muss ein nasser, kalter Ort voller Gewalt und Härte sein, nur dann WILL da niemand mehr hin und benimmt sich anständig.

  17. Joerg Sonnenberger meint: (1.11.2009 um 17:21) AntwortenReply to this comment

    Als ein anderes Projekt in diesem Bereich sei auf das CJD Creglingen mit Projekt Chance verwiesen. Das ist dann fuer die Generation davor.

    http://cjd-creglingen.de

  18. ben gunn meint: (1.11.2009 um 17:37) AntwortenReply to this comment

    @Fincut:
    oh, diese Theorie wird z.B. den Strafvollzug in den USA revolutionieren! Todesstrafe, Einzelhaft, schreckliche Gefängnisse und niemand wird mehr straffällig werden! Warum hat da noch keiner drüber nachgedacht!?

    und Joe, wir reden von Inhaftierten, Prävention ist für Vorher gedacht, da kann man aber auch schnell durcheinanderkommen…

  19. Joe meint: (1.11.2009 um 17:48) AntwortenReply to this comment

    @ben gunn: Aber für Prävention gibt es überhaupt keinen Cent aus irgendwelchen EU-Sozialismus-Umverteilungstöpfen.

    Warum wohl?

  20. Sebastian meint: (1.11.2009 um 18:56) AntwortenReply to this comment

    @Ben Gunn:
    Vergiss es. Gestalten wie Finncut und Stimmviech ist die Gesellschaft als solches doch scheißegal. Alles, was diese Knuckledragger interessiert, ist eine Befriedigung ihrer archaischen Rachegelüste und die (scheinbare) Bestätigung ihrer eingebildeten Überlegenheit gegnüber "dem Pöbel". Die *wollen*, dass es möglichst vielen Leuten schlecht geht, denn nur so geht's ihnen selber gut.

  21. corax meint: (1.11.2009 um 22:08) AntwortenReply to this comment

    Ich weiß, dass der Artikel vom (pbd) übernommen wurde aber im vierten Satz: Die soll ihm eine Stelle im Landschafts- und Gartenbau besorgen. ist ein Dreher. Es heißt Garten- und Landschaftsbau oder auch GaLaBau. Wäre nett wenn man das berichtigen könnte. :)

    MfG corax

  22. stefanolix meint: (1.11.2009 um 23:08) AntwortenReply to this comment

    @#9: Abgesehen von der Kritik am EU-Umverteilungssystem — es stimmt nicht, dass ESF-Mittel nur für Vorbestrafte zur Verfügung stehen und für Unbescholtene nicht.

    ESF-Mittel gibt es auch für die Mitarbeiter aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, damit sie an bestimmten Weiterbildungen teilnehmen können. ESF-Mittel fließen auch in »Maßnahmen« der Arbeitsagentur und in sehr unterschiedliche andere Projekte zur Förderung der Beschäftigung.

    Richtig ist, dass für solche Projekte im Gefängnis eben ein bestimmter Teil der ESF-Mittel zur Verfügung steht (nicht nur in NRW). Aber insgesamt geht es EU-weit um etwa 12 Milliarden Euro im Jahr.

  23. ein bürger meint: (2.11.2009 um 06:53) AntwortenReply to this comment

    Einige Punkte zum beachten

    1) Alle opferlosen Straftaten abschaffen (wer ist nochmal das Opfer bei Drogenkonsum, Inzesthandlungen, usw.)

    2) Schwere Delikte mit harten Strafen versehen. Vergewaltigungen, Kinderschändungen, brutale Überfälle, schwere Körperverletzung (bzw. gefährliche) etc. dürfen nicht mit niedrigen Freiheitsstrafen "belohnt" werden.

    3)Lebenslange (!) Sicherheitsverwahrung bei bestimmten Tätergruppen (z.B. Sexualstraftätern, aber auch Schlägertypen usw.)

    Verbrechen müssen klar dadurch definiert sein, dass sie Unrecht darstellen und es Opfer gibt. Zugleich müssen sie hart bestraft werden.

    Die Prävention selbst darf nicht an erster Stelle stehen, sondern die ausgleichende Gerechtigkeit.

    Daher

    4) Wenn es das Opfer wünscht, ist ein Täter-Opfer-Ausgleich in allerlei Hinsicht (ua. finanziell) vorzuziehen.

    Und

    5) Der Täter hat in vollem Maße für die dem Opfer entstandenen Kosten zu haften. Bei Totschlag, Mord usw. auch an die Angehörigen.

    Therapiekosten müssen vom Täter übernommen werden.

    Und jetzt bitte keine linke Weichspülrhetorik. Aber auch keine rechte Bemutterungsmentalität!

  24. Schulzkis meint: (2.11.2009 um 09:44) AntwortenReply to this comment

    Sag´ich ganz klar:

    Würden Jugendlich ab dem spätestens 14ten Lebensjahr so intensiv gefördert und unterstützt, würden die meisten gar nicht erst in die Kriminalität abrutschen.

    Darf ich auch sagen, weil wir nur durch intensive (Langzeit-) Unterstützung zwei jugendliche Dealer mit Kleinkriminalität aus dem Bekanntenkreis "auf den richtigen Weg" bringen konnten.

    Hemmungsloses Pro für echte Prävention.

  25. marcus05 meint: (2.11.2009 um 11:09) AntwortenReply to this comment

    @ein bürger:

    das behinderte Kind vielleicht?

  26. Darkstalker meint: (2.11.2009 um 11:11) AntwortenReply to this comment

    @24: Hut ab! Sie sind damit ein positives Beispiel, aber leider ist solche Unterstützung extrem selten. Ich bin der Meinung, die Prävention sollte schon zuhause beginnen. Hier sind die Eltern gefordert. Wenn Junior anfängt, Mist zu machen, darf man halt nicht zu- (oder schlimmer: weg-) schauen, sondern muss eingreifen. Und wenn Stufe 1 (Familie) versagt, dann braucht man leider Level 2, hoheitliche Betreuungsmaßnahmen.

  27. Joe meint: (2.11.2009 um 11:55) AntwortenReply to this comment

    Aber Prävention wird es nicht geben. Denn von den 12 Milliarden lebt die sog. Helferinnenindustrie.

    Die funktioniert so:

    Zunächst werden diese Probleme gezielt erzeugt, sämtliches staatliches Handeln richtet sich darauf, das beginnt schon im Kindergarten. Wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist, tauchen zahlreiche Sozialpädoginnen, -psychologinnen und anderes auf der Bildfläche auf, natürlich nicht, um die Probleme zu lösen, sondern um zu "betreuen" und ganz nebenbei ein auskömmliches Einkommen auf Staatskosten und Spendengeldern abzugreifen.

    Und natürlich braucht es genug Dumme, die das ehrenamtlich machen. Denn für alle reicht das Geld natürlich nicht.

    Die Helferinnenindustrie ist darauf angewiesen, regelmäßig Nachschub an "Problemen" geliefert zu bekommen. An ernsthaften Lösungen ist niemand interessieren, dazu läuft das Geschäft viel zu gut.

  28. asyoulikeit meint: (2.11.2009 um 12:24) AntwortenReply to this comment

    @ 25. markus 05:
    Merkst Du eigentlich, wie zynisch Deine Frage ist? Mit Deiner Einstellung müsste man ja allen Menschen mit Behinderungen verbieten, Kinder in die Welt zu setzen. Willst Du das?

  29. Schulzkis meint: (2.11.2009 um 14:06) AntwortenReply to this comment

    @ 26
    @ 27

    Kann ich bedingungslos bestätigen: Erst werden die Problemfälle (ob nun durch Kita oder Schule) erzeugt und dann stürzt sich die Armada der "Profis" auf die Kids.

    Die Profis selbst sind dabei selbst meistens etwas merkwürdig drauf (um nicht zu sagen: Sie strahlen selbstgerechte Inkompetenz gepaart mit hilfloser Profiallüre aus) – entscheiden aber über Schicksal und Zukunft junger Menschen.

    Und über deren Medikation.
    Um nebenbei auf eine weitere Industrie hinzuweisen, die von Modeproblemen wie ADHS profitieren.

  30. Joe meint: (2.11.2009 um 15:23) AntwortenReply to this comment

    @Schulzkis: Die Pharma-Mafia ist nochmal ein Thema für sich. Stichwort Schweinegrippe.

  31. ein Bürger meint: (3.11.2009 um 04:16) AntwortenReply to this comment

    @25 (marcus05):

    das behinderte Kind vielleicht?

    Das behinderte Kind ist deiner Ansicht nach Opfer einer Straftat? Wie bitte?

    Meinst du das Ernst?

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