30.11.2009

Händler kassieren kräftig beim Versand

Extreme und damit auch ärgerliche Unterschiede gibt es bei Versandkosten, wenn Weihnachtsgeschenke im Internet bestellt werden: „Die Händler versenden gleichartige Waren zu höchst unterschiedlichen Preisen“, berichtet jetzt die nordrhein-westfälische Verbraucherzentrale, nachdem sie 100 Online-Shops überprüft hat.

Während fünf Unternehmen Flachbildschirme im Ausmaß von 42 Zoll für vergleichsweise geringe 5,90 Euro bis zehn Euro lieferten, nahmen die meisten anderen bis zu 65,00 Euro dafür. Bei Paketdiensten liegt der Durchschnittspreis für solche Sendungen bei 37,90 Euro. Drastische Differenzen machten die Verbraucherschützer bei Versandkosten federleichter Speicherkarten aus: Online-Shops wollten bis zu 8,95 Euro kassieren.

Wieder anders wurde der Versand von Tischrechnern kalkuliert. Kein Händler im Test, berichtet die Verbraucherzentrale, mochte hier auf Erstattung der Paket-Auslagen verzichten. Bei Versandkosten zwischen 3,56 Euro und 8,95 Euro lag der Schnitt bei fast sechs Euro: „Bisweilen überstieg das den Produktpreis.”

Nicht jeder Shop, der mit Versandkostenfreiheit wirbt, verschickt wirklich gratis. Iwona Gromek, Juristin von der Verbraucherzentrale NRW weiß, welche Kosten die Online-Shops ihren Kunden überhaupt in Rechnung stellen dürfen. Dazu zählen die Portokosten inklusive eventueller Versandversicherungen, die Kosten für Verpackungsmaterial sowie „in angemessenem Rahmen“ der Aufwand für die Verpackungsarbeit.

Verboten sei es dagegen, die Versandkosten in den AGB zu verstecken, sie nur vage oder als undurchschaubare „Klassen“´anzugeben. (pbd)

22 Kommentare zu “Händler kassieren kräftig beim Versand”

  1. Pandur2000 meint: (30.11.2009 um 10:31) AntwortenReply to this comment

    LCD-Versand – aus eigener Erfahrung ist das bei verschiedenen Paketlieferdiensten ein echtes Problem, die wollen die guten Stücke als Sperrgut versenden – oder nur unversichert. Da werden auch gern mehr als 60 Euro Versand fällig. Bei Großhändlern, die entsprechende Verträge mit Speditionen haben, fällt das sicher nicht ins Gewicht, bei Kleinversendern wird's aber kaum Rabatt und Sonderabsprachen geben.

  2. slowcar meint: (30.11.2009 um 10:48) AntwortenReply to this comment

    Kleinkram bestelle ich aus eben diesem Grund mittlerweile oft bei Amazon. Für nen USB-Wlan-Stick von 8€ Preis nochmal das Gleiche an Versand zu bezahlen sehe ich nicht ein.
    Geizhals u.ä. haben die Versandkosten mittlerweile mit in der Übersicht.

  3. Sebastian Salzgeber meint: (30.11.2009 um 10:49) AntwortenReply to this comment

    Ich gehe immer auf geizhals.at, suche mein Produkt, wähle "Inklusive Versand per Vorkasse" aus und nehem den ersten Händler mit einer Wertung besser als 2,0 und bei min. 800 Bewertungen. Optional schaut man noch wer es aktuell Lagernd hat (Kommt aber auf das Produkt an).

    Beispiel:
    http://geizhals.at/deutschland/?a=420921&plz=&t=v&va=pa&vl=de&v=e#filterform
    Hier würde exemplarisch Cyberport gewinnen.

  4. llamaz meint: (30.11.2009 um 11:11) AntwortenReply to this comment

    Versand ist nunmal nicht gleich Versand. Ein Päckchen kostet nur 3,90 EUR ein Paket nunmal 6,90 EUR bei der Post. Dafür hat man beim Paket einen Zustellungsnachweis. Und solange der Händler beweispflichtig nicht nur für den Versand der Ware sondern für den Erhalt der Ware ist, muss man schon bescheuert sein und zum Beispiel eine Speicherkarte als Päckchen oder in einem Briefumschlag zu verschicken.

    Und die unterschiedlich hohen Versandkosten erklären sich oft ganz einfach:

    Ein Händler der 10.000 Pakete im Jahr mit DHL verschickt hat einen Vertrag mit DHL und zahlt ca. 3,30 EUR für ein Paket. Ein Händler der nur 100 Pakete/Jahr versendet zahlt die vollen 6,90 EUR.

    Ähnliches gilt für Speditionen. Der eine Händler zahlt 80 EUR für den Versand eines Fernsehers, der andere versendet täglich mehrere und zahlt nur 20 EUR.

  5. A.N. meint: (30.11.2009 um 11:16) AntwortenReply to this comment

    Kein Händler muss – genau wie kein Privatmann es muss – beim Selbstfrankieren mehr als 5,90 € / Päckchen zahlen. Geht es an eine Packstation, wird es nochmal weniger. Geht es von Packstation zu Packstation, entspricht der Preis annähernd dem der Händler, die 10000 Pakete / Jahr verschicken. Alles nur eine Frage der Optimierung der betrieblichen Abläufe.

  6. Darkstalker meint: (30.11.2009 um 11:32) AntwortenReply to this comment

    Angebot/Nachfrage – Man kann verlangen, was der (blöde) Kunde bereit ist, zu zahlen. Wer sich nicht die Mühe macht, zu vergleichen, schöpft seine Möglichkeiten in der freien Marktwirtschaft nicht aus. Und braucht auch keinen Schutz. Quasi "Versand-Darwinismus" :)

  7. sp meint: (30.11.2009 um 11:42) AntwortenReply to this comment

    So hat die Verbraucherzentrale auch wieder ihre Daseinsberechtigung unter Beweis gestellt. Was würden die armen Kunden bloß ohne sie machen…

  8. Beobachter meint: (30.11.2009 um 11:47) AntwortenReply to this comment

    @A.N.: Wobei der Aufwand für den Händler ungleich höher ist, wenn er alle Pakete zur Packstation schleppen muß.
    Da ist die Abholung durch einen Paketservice schneller und bequemer.
    Und wie er einen 42 Zoll Flachbildschirm in die Packstation drücken will, möchte ich gern sehen.

  9. Enno Lenze meint: (30.11.2009 um 12:27) AntwortenReply to this comment

    Hallo,

    das liegt halt daran, dass das Paket (und auf Dauer auch das Klebenband usw.) etwas kosten und die Ware versichert sein sollte. Und schon ist man bei 5-6 Euro Netto, die durchgereicht werden. Solange die Versandkosten von z.B. 65 Euro frühzeitig zu erkennen sind sehe ich da kein Problem drin, dann kaufe ich eben woanders. Wir haben auch eine Pauschale, egal ob ein iPhone oder eine Hülle verschickt wird. Bisher gab es da aber keine Beschwerden.

    Gruß, Enno

  10. Lars meint: (30.11.2009 um 12:38) AntwortenReply to this comment

    Was für ein genialer Vergleich.

    Händler A verkauft den Fernseher also für 579,- EUR mit 29 EUR Versand.
    Händler B verkauft den Fernseher für 599 EUR mit 5,90 EUR Versand.

    Händler A ist böse, der kassiert beim Versand! Es glaubt doch keiner ernsthaft, dass man für 5,90 EUR einen Fernseher durch ganz Deutschland transportiert bekommt?

  11. Michael meint: (30.11.2009 um 12:44) AntwortenReply to this comment

    Dazu kommt noch, dass der Kunde nicht hinters Licht geführt wird: Er sieht doch vor dem Abschicken der Bestellung den Preis der Ware, Gesamtpreis, Versandkosten, Versicherung, Unkostenpauschale und was sonst noch dazu kommt oder nicht: "Bestellung abschicken?" :P

  12. Andy meint: (30.11.2009 um 12:54) AntwortenReply to this comment

    Solange die Versandkosten deutlich angegeben werden, was sowieso vorgeschrieben ist, kann von mir aus jeder Händler verlangen soviel er will.

    Seit sogar Preisvergleichsseiten wie das oben bereits erwähnte Geizhals Preise inkl. Versandkosten angeben, kann man sich über mangelnde Transparenz wirklich nicht mehr beschweren.

    Entscheidend sind für mich Gesamtpreis, Versandunternehmen und -art und Erreichbarkeit und Ruf des Händlers. Alle diese Informationen bekommt man heute mit Google innerhalb von Sekunden.

    Übrigens habe ich mir auch schon einen 42"-Flachbildfernseher übers Internet gekauft – die Versandkosten lagen bei etwa 50€, der Fernseher wurde gut verpackt auf einer Palette geliefert und des Versandunternehmen hat davor sogar telefonisch einen Liefertermin vereinbart. Das bei solchen Großgeräten 5,90€ für den Versand nicht kostendeckend sind, sollte klar sein.

    Mag sein dass es Onlinehändler gibt, die ab einer gewissen Bestellsumme kostenlos liefern, aber dort werden die Versandkosten dann halt auf den Artikelpreis aufgeschlagen.

  13. Lord meint: (30.11.2009 um 12:59) AntwortenReply to this comment

    @llamaz:

    Online zahlt man für ein DHL-Paket nur 5,90; wenn man 500 Paketscheine kauft liegt der Einzelpreis nur noch bei 5,40. Wer 6,90 zahlt macht irgendwas falsch, denn selbst im 3er-Pack kostet ein Paket nur 6,40…

  14. Anonymous meint: (30.11.2009 um 13:07) AntwortenReply to this comment

    Ich sehe das wie #12. Das einzige was zählt ist der Gesamtpreis, die Diskussion also überflüssig (genau wie auf Ebay übrigens).

  15. llamaz meint: (30.11.2009 um 13:24) AntwortenReply to this comment

    @Lord:

    Isch abe aber gar kein Internet…

  16. Numanoid meint: (30.11.2009 um 13:26) AntwortenReply to this comment

    Das idiotischste Versandkostensystem, was ich jemals erlebt hab, war bei einem Computerhändler. Da staffelten sich die Versandkosten nach der Bestellsumme, was z.B. dazu führte, daß man 2 Computergehäuse à 50€ für 7€ geliefert bekam, bei 4GB RAM für 140€ aber 14€ Versandkosten zahlen sollte.

  17. Sanjo meint: (30.11.2009 um 14:13) AntwortenReply to this comment

    Amazon is auch so ein Beispiel für versandkostenabzocke 2.52€ (ohne mwst) versand für einen unversicherten Briefumschlag!

  18. Gerhard meint: (30.11.2009 um 14:41) AntwortenReply to this comment

    Mir sind Händler die ihre Versandkosten genau ausweisen und nicht einfach auf den Artikelpreis aufschlagen deutlich sympathischer. Kostenloser Versand bedeutet ganze einfach die Versandkosten wurden auf jeden Artikelpreis aufgeschlagen. Bei einer Bestellung mehrerer Artikel bezahlt man die hohen Versandkosten gleich mehrmals. Versandkostenabzocke? Ein modernes Märchen mit dem Kunden versuchen ihre eigene Unfähigkeit zu kaschieren.

  19. Manuel2 meint: (30.11.2009 um 15:01) AntwortenReply to this comment

    Ich sehe das Problem nicht. Bevor ich eine Bestellung aufgebe, ermittle ich stets zunächst die Versand-/Transportkosten. Und wenn mir die zu hoch sind, bestelle ich halt nicht.

  20. Rallemann meint: (30.11.2009 um 15:28) AntwortenReply to this comment

    Schließe mich # 12 und #14 an!

  21. hiro meint: (30.11.2009 um 20:10) AntwortenReply to this comment

    @Sanjo:
    "Unversicherter Briefumschlag" heißt nur, daß Amazon nicht die Post für die Versicherung bezahlt, sondern Ausfälle selbst abdeckt. Und auch das kostet.

    Nebenbei werden in der Tat gerne weitere Kosten neben dem Porto vergessen: Verpackungsmaterial, der Depp der's einwickelt, dessen Arbeitsplatz, …

  22. derRösrather meint: (1.12.2009 um 12:08) AntwortenReply to this comment

    @21 Hiro

    Weshalb sind Einwickler (Versandhelfer) Deppen? Sie haben eine merkwürdige Einstellung!

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