11.1.2010

In Gedanken

Schon die Anzeige wegen Körperverletzung klang merkwürdig. Ein Mann schilderte der Polizei, er sei seinem Nachbarn im Eingangsbereich des Hauses begegnet. Der Nachbar sei einfach auf ihn zugegangen und habe ihn heftig in den Unterleib gestoßen. Dann habe der Nachbar, mein Mandant, nur bedrohlich geguckt und sei weggegangen.

Nach einigem Hin und Her stellt sich der Sachverhalt nun so dar:

Anzeigenerstatter verlässt mit einer Bierkiste in der Hand das Haus. Mandant kommt im gleichen Augenblick in Gedanken heran. Er hat zwei Einkaufstüten in der Hand. Anzeigenerstatter und Mandant sind in Gedanken und rasseln zusammen. Mandant erschreckt, reißt eine der Einkaufstüten hoch. So unglücklich, dass die Tüte den Anzeigenerstatter in die Weichteile trifft.

Immerhin bewies der zuständige Staatsanwalt Augenmaß. Er stellte das Verfahren ein und verwies den “Geschädigten” auf den Privatklageweg. So was ist beim Schiedsmann auch deutlich besser aufgehoben.

19 Kommentare zu “In Gedanken”

  1. Tom meint: (11.1.2010 um 13:24) AntwortenReply to this comment

    Hab gestern auch "in Gedanken" meine Frau fast umgerannt – hoffentlich zeigt die mich jetzt nicht an :-P

  2. Thomas meint: (11.1.2010 um 13:28) AntwortenReply to this comment

    Maschendrahtzaun!

  3. Chris meint: (11.1.2010 um 13:40) AntwortenReply to this comment

    Herr, lass Hirn regnen!

  4. Freddi meint: (11.1.2010 um 13:47) AntwortenReply to this comment

    Waaas,
    keine Arbeit für Strafrechtler, das Jahr fängt ja mies an!

  5. Vik meint: (11.1.2010 um 13:51) AntwortenReply to this comment

    @ Chris

    Nein, dann müssen wir auch noch mit Hirnverwehungen von bis zu 2 Metern rechnen.

  6. Franz meint: (11.1.2010 um 14:08) AntwortenReply to this comment

    Die Kosten trägt die Staatskasse, nehme ich an?

  7. www.diewaldseite.de meint: (11.1.2010 um 14:11) AntwortenReply to this comment

    Dann ist ja alles gut, denn was die Mandanten Herrn Vetter erzählen stimmt immer! Alle unschuldig!

  8. Thomas meint: (11.1.2010 um 14:17) AntwortenReply to this comment

    Wenigstens ist dem Bier nix passiert…

  9. Hansi meint: (11.1.2010 um 14:19) AntwortenReply to this comment

    Mit so einem Mist muss sich die Justiz abgeben? In diesem Land mutieren alle zu Falschparker-Kennzeichen-Notierenden Meckeropas und Strafanzeigen-Erstatter!

    Normale Menschen würden sich entschuldigen, sich gegenseitig aufhelfen und vllt. weniger träumen!

  10. Kampfschmuser meint: (11.1.2010 um 14:30) AntwortenReply to this comment

    Das spiegelt sehr schön die Gesellschaft wieder.

    Man redet nicht mehr miteinander. Keiner entschuldigt sich, wenn er einem auf den Fuß tritt und man nimmt in der Regel keine Rücksicht auf Andere.

    Dann kommen solche wortlosen Zusammenpraller. Früher hätte man sich entschuldigt, gegenseitig geholfen und Wochen später bei einem Bierchen über die Situation gelacht.

    Wir sind Deutschland!

  11. Reinhard meint: (11.1.2010 um 14:40) AntwortenReply to this comment

    @Kampfschmuser: Wir sind Deutschland!

    Ja, WIR lieben auch gröbste Verallgemeinerungen und den Film im Kopf, der uns daran hindert die Realität so wahrzunehmen, wie sie ist und nicht, wie wir sie gerne hätten … aber das können andere Leute auf der Welt mindestens genauso gut :)

  12. Kand.in.Sky meint: (11.1.2010 um 14:52) AntwortenReply to this comment

    Bier saufen aber heulen wie ein kleines Mädchen.

    #k.

  13. Heendrik meint: (11.1.2010 um 15:19) AntwortenReply to this comment

    "in Gedanken"….? Wohl eher bei gerade auf iPod Mariah Careys Version von "against all odds" gehört….!!

  14. RA Lothar Müller-Güldemeister meint: (11.1.2010 um 16:49) AntwortenReply to this comment

    In Tübingen gibt es zwar keine Gogen (= die weingärtnernden Ureinwohner) mehr, aber doch noch die Gogenwitze. Einer davon geht so: Bei einer Wirtshausschlägerei ist dem Gottlieb ein Auge ausgeschlagen worden. Der Angeklagte, vom Richter nach dem Tathergang gefragt: "Sitz i ganz friedli en dr Besewirtschaft, schau i rom, schau i nom, scho hängt dem Gottliab's lenk Aug naus".
    So ähnlich war's hier wohl auch.

  15. palosalto meint: (11.1.2010 um 17:38) AntwortenReply to this comment

    @RA Lothar Müller-Güldemeister: sie verunglimpfen ethnische minderheiten!

  16. RA Lothar Müller-Güldemeister meint: (11.1.2010 um 18:56) AntwortenReply to this comment

    @palosalto: Dr Gottliab woa au e Gog

  17. Dja Ngo meint: (11.1.2010 um 19:53) AntwortenReply to this comment

    Die Herrschaften sollten einfach zusammen 'n Sixpack leermachen.

    Besser ist das!

  18. peter meint: (12.1.2010 um 12:41) AntwortenReply to this comment

    @11: auch wenn es eine Verallgemeinerungen ist: ich nehme auch zunehmend eine "Verarschlochung" in der Gesellschaft wahr. Was würden Sie empfehlen? Selbst eins werden oder sich weiterhin über die anderen aufregen? …

  19. killerkralle meint: (12.1.2010 um 13:26) AntwortenReply to this comment

    War die Bierkiste voll oder leer? Diese zur Entscheidungsfindung hochwichtige Information wurde in dem Beitrag einfach unterschlagen.

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