Sind Sie beteiligt gewesen?
Mandant schickt mir ein Telefonprotokoll:
Anruf mit unterdrückter Rufnummer.
Meier: Meier.
Polizist stellt sich vor, sagt worum es geht, fragt ob ich der Fahrer war. (Keine Belehrung!)
Meier: Dazu möchte ich nichts sagen. Wenden Sie sich bitte an meinen Anwalt.
Polizist: Ich kann mich nicht direkt an Ihren Anwalt wenden, Sie bekommen dann Post. Wie Sie bereits gemerkt haben, müssen sie dazu auch nichts sagen. Sind Sie denn beteiligt gewesen?
Meier: Wie Sie gerade gesagt haben, muss ich dazu nichts sagen. Das möchte ich auch so machen.
Polizist wünscht schönen Tag.
Meier wünscht schönen Tag.
Telefonatende.
Vorbildlich.
Quelle: wulkan (www.wulkan-comic.de)

Ich wurde auch angerufen, um organisatorische Fragen zu beantworten, aber sicher auch, um Indizien zu sammeln "Wann wollen Sie IHRE Festplatte abholen?"…Hab nie behauptet, dass es meine ist, Durchsuchung war wegen einer anderen Person :p
Mein Anwalt sagte eindringlich, ich soll keinesfalls ein Gespräch führen und sofort beenden, da sehr schnell falsche Protokolle entstehen könnten. Absichtlich oder "unabsichtlich" sei dahingestellt.
Das schafft sogar die Verkehrspolizei, indem aus "Ich fuhr in den Wagen des anderen" ein Schuldanerkenntnis wurde.
Meier ist sicher der Typ, der mir eine Beule in mein geparktes Fahrrad gefahren hat und dann abgehauen ist. Die Polizei ermittelt wegen Fahrerflucht. Mir egal, ich wende mich an seine Versicherung.
Endlich mal ein Mandant, der sich nicht aufs Glatteis hat locken lassen und den Mund gehalten hat. Da haben Sie offenabr schon gute Vorarbeit geleistet oder Meier hat bereits leidvolle Erfahrungen hinter sich. Es ist immer wieder ärgerlich und erstaunlich, wie Polizisten versuchen, "Aufklärung" zu betreiben, leider sind viele nicht so standhaft, wenn sie es mit der Polizei zu tun haben. Ich habe da schon Fälle erlebt, da haben sich die Polizisten selbst gefährlich nah an Straftatbestände, z.B, Nötigung, begeben, um etwas zu erfahren.
Fragen kann man ja mal…
@Joerg:
Naja, "gefährlich" nahe würde ich nicht sagen. Straftaten im Zuge der Strafverfolgung sind für Polizisten ja immer ungefährlich
Was hat die Polizei zu verbergen, wenn sie ihre eigene Rufnummer verbirgt?
@knutw: Es handelte sich um eine verdeckte Ermittlung :-)
"…. fragt ob ich der Fahrer war."
Pokerturnierüberfall? ;)
:-D
@ Kai..
..als dein Anwalt rate Ich dir….
;-D
> Was hat die Polizei zu verbergen,
> wenn sie ihre eigene Rufnummer verbirgt?
und ich dachte, solche Anrufe ohne Rufnummernanzeige seien inzwischen verboten, man sollte die Bndesnetzagentur informieren, daß da ein Callcenter vorgeblich als Polizei auftritt.
Die "echte" Polizei würde sicher MIT Rufnummernazeige anrufen, denn wer nichts zu verbergen hat …
Cold Call ohne Nummnernanzeige durch die Polizei? Gleich abmahnen – Streitwert 10.000€!!
@Mithos: Sehr gut, das war mein Brüller des Tages.
Also ich habe es noch nie erlebt das die Polizei mit übermittelter Rufnummer anruft.
Hab dienstlich öfter mal mit denen was zu tun.
Naja, ob vorbildlich oder nicht – der Polizeibeamte hat aus dem Telefonat für sich persönlich die sichere Erkenntnis mitgenommen, dass der Mandant der der Fahrer war. Das bedeutet nicht, dass er es auch beweisen kann, aber weiß, dass er in die richtige Richtung ermittelt, und das wird ihn motivieren. Tolles Ergebnis.
@Jörg: Woher soll der Polizist "für sich persönlich die sichere Erkenntnis" denn haben und wie wäre das Deiner Meinung nach zu vermeiden gewesen?
@Danny Wilde: Wer auf eine Frage, auf die jeder vernüftige Mensch, auf den "nein" zutrifft, auch mit "nein" antworten würde, statt dessen "sag ich nicht" antwortet, kann genausogut "ja" sagen.
@Jörg: Kein vernünftiger Mensch macht bei der Polizei Angaben zur Sache. Egal, welche.
tja jörg
das is typisch polizeiliche vorgehensweise
wir können nichts beweißen aber das arschloch will nich mit mir zusammen arbeiten deswegen muss er schuldig sein
und weil sie hier nicht ihren vollen namen angeben muss ich davon ausgehn das sie etwas zu verbergen haben und vermutlich mindestens kriminel sind und das haben sie ja bewiesen da sie sich hier unter einem pseudonym verbergen …
klingt lächerlich?
oh… nur weil sie wissen das das besser für sie ist wen sie hier keinen realen namen angeben heist das nicht das sie nicht schuldig sind…
ich persöhnlich verweigere jede art der zusammen arbeit …
den wen der nette herr polizist meint ich hätte ihm etwas falsches gesagt hab ich ein problem … nämlich das der da lügt glaubhafter zu sein scheint wie ich … (mein persöhnliches erscheinungsbild dient nicht der seriösität)
@17, flyer:
Kein vernünftiger Mensch macht bei der Polizei Angaben zur Sache.
Für Dich sind also 99% der deutschen Bevölkerung "unvernünftig".
Jörg hat völlig recht. Wenn man mit der Sache nichts zu tun hat, dann versucht man sie so schnell wie möglich zu erledigen. Und da helfen natürlich klare Angaben.
Mal abgesehen davon, daß man sich unnötige Anwaltskosten spart.
@R.A.: 99,45% aller Statistiken sind spontan aus dem Hut gezaubert, gelle?
Wenn man mit einer Sache nichts zu tun hat, wieso sollte man dann mit der Polizei darüber reden?
@flyer: Die Frage lautet eher warum nicht, oder willst Du lieber ohne Polizei leben?
@http://www.diewaldseite.de: Nein, ohne Polizei nicht. Aber der absolute Antagonismus, der hier postuliert wird, ist doch interessant. Oder seit wann beschäftigt die Polizei nur absolut korrekt und objektiv handelnde Mitglieder unserer Gesellschaft?
Es gibt für mich keinen Grund, anzunehmen, dass ein Polizist vertrauenswürdiger ist als irgendein anderer Fremder. Ein Polizist repräsentiert aber in seiner Funktion einen Apparat, dessen Möglichkeiten die meinigen erheblich übersteigen, der meine Rechte einschränken und mir auch ohne das erheblichen sozialen Schaden zufügen kann.
Im Zweifelsfall ist es völlig unerheblich, was ich sage: Wenn man mich zur Sache befragt, geht man davon aus, dass ich damit zu tun habe.
Wenn ich sage, ich hätte nichts damit zu tun, wird man mir glauben – oder auch nicht. Wenn ich sage, ich möchte nichts zur Sache sagen, wird man sich – wie Jörg angedeutet hat – sowieso seine eigenen Gedanken machen.
Jörg hat ja schon angedeutet, dass es ohnehin nicht auf den Inhalt ankommt. Als Bürger gegenüber der Polizei kann ich lediglich versuchen, keinen Anhaltspunkt für blödsinnige Gedankengänge zu liefern. Durch eine Aussage zur Sache kann ich sie aber nicht verhindern.
Zeugnisverweigerungsrecht
Warum wird hier soviel aufsehns dadrum gemacht das jemand von seinem RECHT nichts zu sagen gebrauch macht.
Man braucht keinen Grund dazu man hat das Recht.
Wen wir anfangen müssen unsere Grundrechte begründen zu müssen, glaube ich, müssten wir uns Gedanken darüber machen ob mit unsere Rechtsstaat alles in Ordnung ist.
Darüber hinaus, nur weil ich JETZT sage das ich keine Aussage mache, bedeutet das nicht das ich nie aussagen werde. Es hat sich nunmal bewährt, über das was man sagt, vorher nachzudenken. Ob man das in einer stress Situation so überlegt machen kann?
@flyer: Nur weil Du nicht schizophren bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind…
@Jörg: Abzustreiten kann je nach Fallkonstalltion auch riskant sein. Was, wenn die Polizei aus irgendwelchen Gründen bereits sicher weiß (und beweisen kann), dass nur ein mir nahe stehender Mensch oder ich gefahren sein können? Wenn ich dann abstreite, gefahren zu sein, liefere ich den anderen ans Messer, ohne es zu wissen.
@MaxR #10
Für solche Fälle (Anrufe ohne Identifikation) gibt es ACR (auf Deutsch: Anonymous Call Rejection). Damit hat man schon mal viele lästige Anrufer abgewehrt. Wenn die Polizei darunter ist: Tant pis pour les poulets. ACR muß von jeder Telefongesellschaft in der EU gratis eingerichtet werden, endlich mal eine sinnvolle europ. Richtlinie. Man muß allerdings beim Einrichten von ACR hartnäckig bleiben, denn das Personal kennt diesen Service meist nicht. Das schöne für den Anrufer ist noch, daß er in D eine absolut nichtssagende Ansage bekommt: "Dieser Anschluß ist vorübergehend nicht erreichbar." Hä? In der Schweiz ist der Hinweis eindeutig.
@26
Meine fritzbox sagt dem anonymen Anrufer höflich, WARUM er nicht durchgestellt wird. Das finde ich "pädagogisch wirksamer" als eine nichtssagende Ansage bei einer Provider ACR.
@Werner: Danke für den Tipp, ich probier´s gleich mal bei der Telekom. ;-)
So wird's natürlich auch was – wenn keiner mehr Anrufe ohne Rufnummernübermittlung annimmt, andererseits allerdings auch niemand mehr seine Rufnummer übermitteln will (wer weiß, in welche Hände diese hochsensiblen Daten fallen?), redet keiner mehr mit niemandem….
@PA: Dann ist endlich mal Ruhe im Karton! ;)
@26:
Jupp, sehr erfolgreich.
Der / die / das landet bei mir auch bei ner netten Ansage vom Anrufbeantworter (allerdings ohne Aufsprechmöglichkeit).
Leider fangen mittlerweile die größeren Callcenter / Meinungsumfrage-Fuzzies an, ihre Rufnummer zu übermitteln, d.h. diese Art der Filterung wird nicht mehr lange erfolgreich sein. :(
Wenn man dann noch mehrere Familienmitglieder hat, die seit 40 Jahren denselben analogen Anschluß mitsamt Wählscheibentelefon nutzen und einen nicht mehr erreichen können wird's albern.
Ich bin erwachsen genug um ans Telefon zu gehen und einem ggf. störenden "anonymen" Anrufer zu sagen, daß er stört. Und ansonsten freue ich mich über Mutterns / Tante Herthas / Onkel Peters Anruf.
@ichbins: Der "analoge" Anschluss meiner Eltern besteht seit 1961. Dennoch wird die Nummer übermittelt, weil wir das so bei der Telekom beauftragt haben. Nein, keinen ISDN-Anschluss… nur das Merkmal Rufnummernübertragung. So sehe ich, wer da anruft. Und praktisch ist das auch noch für dem Fall, daß ich nicht zu Hause bin. Dann sehe ich die Nummer in der Anruferliste und kann zurückrufen.
@32
"die seit 40 Jahren denselben analogen Anschluß mitsamt Wählscheibentelefon nutzen"
Was hat das mit Rufnummernübertragung zu tun?
Oder wohnen Tante Hertha und Onkel Peter in einem Land ohne digitale Vermittlungstellen?
Ich würde nie im Leben auf die Idee kommen meine Rufnummer am Festnetzanschluss mitsenden zu lassen. Wenn ich Firmen anrufe mache ich dieses nämlich meist über meinen Festnetz anschluss, anrufen sollen mich diese Firmen aber lieber per Handy, da ich das ohne probleme "deaktivieren" kann wenn ich z.b. Schlafe. Das ist bei einem Festnetztelefon sicher auch möglich aber doch nicht so konfortable
ich habe die erfahrung gemacht das menschen die ihre telefon nummer unterdrücken in der regel eher unangenehme zeitgenossen sind… mein vater z.b. die polizei … das arbeitsamt meine ex frau usw
Ich habe nur einen analogen Anschluss-da gibt es gar keine Rufnummernübermittlung, die ich unterdrücken könnte! Wenn Ihr automatisch davon ausgeht, dass ich sie, womöglich in übler Absicht, unterdrücke unterliegt Ihr einem Irrtum-ich bin einfach nur hoffnungslos altmodisch!
Mit W-48-Grüßen
Joachim
@Joachim: Auch bei analogem Anschluss kann man die Rufnummerübertragung aktivieren.
@Joachim, Patrick: Standardmässig ist sie das sogar. (Zumindest bei Anschlüssen der Telekom. Aber ich schätze auch sonst überall.)
Zu ACR:
Ist schon eine weile her, dass ich mich damit auseinander gesetzt habe. Soweit mir bekannt werden aber nur Anrufe mit unterdrückter Rufnummer abgewiesen. Wird, aus technischen Gründen, grundsätzlich keine Nummer übermittelt, greift ACR nicht.
Nach einer Testphase habe ich es aber wieder abschalten lassen. Die Telekom sieht sich leider nicht in der Lage
a) einen sinnvollen Spruch zu schalten, warum man nicht bis zum Gesprächspartner vordringt. "Aus technischen Gründen ist der Gesprächspartner nicht erreichbar", ist mal so hilfreich nicht.
b) ACR nur für eine/bestimmte MSN zu schalten. Gab es nur ganz, oder gar nicht. :-/
@39: standardmäßig wird bei T die Rufnummernübertragung deaktiviert, wenn man seine Telefonnummer nicht ins Telefonbuch eintragen lässt. Erst nach Einrichtung des Anschlusses kann beantragt werden, dass die Nummernübertragung aktiviert wird.