Eine eher unglaubliche Geschichte
Die Geschichte mit der fast zwei Monate verwesenden Leiche im Hotelbett ist ein heißer Kandidat – für die Rubrik “Eine Meldung und wie es wirklich gewesen ist”.
Etwa fünf Hotelgäste sollen also arglos in dem Zimmer übernachtet haben, während die Tote im Bettkasten unter der Matratze lag. Das Reinigungspersonal will nichts bemerkt haben.
Man darf wohl annehmen, dass die Budget Lodge in Memphis (Video) nicht gerade High-Class ist, vielleicht auch was die Reinigung angeht. Dass aber der Verwesungsgeruch einer Leiche so lange unbemerkt bleibt, obwohl sich Menschen in dem Zimmer aufhalten, kann ich mir nicht vorstellen.
Ich hatte schon einige Male Gelegenheit, mich in der Nähe von Leichen in verschiedensten Dekompostationsstadien aufzuhalten, bevor sie abtransportiert wurden. Sowohl im Zivildienst als auch später als Anwalt. Zuletzt kam das vor, als ich nach einem alkoholkranken Mandanten schaute, der einen Gesprächstermin nicht wahrgenommen hatte, auf E-Mails und Anrufe nicht reagierte. Die Polizeibeamten, die auf meine Bitte schließlich die Wohnung öffneten und für die so was zum Tagesgeschäft gehört, meinten, er sei vor ungefähr zehn bis 14 Tagen in seinem Bett gestorben.
Ich will gar nicht versuchen, den Geruch in der Wohnung zu beschreiben. Nur so viel: Auch nach einiger Zeit tue ich alles, um überhaupt nicht daran zu denken. Von daher, aber auch wegen ähnlicher Erfahrungen in weiteren Fällen fällt es mir schwer, die Geschichte so zu glauben, wie sie jetzt erzählt wird.
Ja, der Geuch eine Leiche ist etwas, das man sein Leben lang nicht vergisst (und das obwohl in meinem Fall im Referendariat der Tote bereits eine gute Woche abtransportiert war und alle Fenster aufgerissen waren).
Dekompostationsstadien …
2 Monate? Never, nicht bei Raumtemperatur… das hält keiner aus, da wird es auf dem Flur schon hart.
Offen gelagert wohl unmöglich.
Aber vielleicht wurde die Leiche vom Mörder umfangreich verpackt, sprich "eingetütet".
Ich habe während meiner Zivi-Zeit im Rettungsdienst auch eine Türöffnung mit Leichenfund mitbekommen. Es war gerade Frühlingsanfang, die Wohnung war "heizungstechnisch" allerdings noch auf Winter eingestellt.
Allerdings waren da eher Mumifizierungsprozesse im Gange. Es kommt daher glaube ich entschieden auf den Einzelfall an (Temperatur, Luftfeuchtigkeit etc.). Ausschließen würde ich die Geschichte jedoch nicht so einfach.
Man kennt es ja schon von Kleintieren. Mäuse oder Ratten. Selbst da wird der Geruch nach einiger Zeit schon unerträglich. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man nach zwei Monaten das Zimmer noch in irgendeiner Form betreten will. Es sei denn, sowohl den Gästen als auch den Reinigungskräften fehlt der Geruchssinn.
Es muss nicht sein, dass eine Leiche immer Geruch entwickelt.
Der Undertaker hat dazu schon des öfteren geschrieben.
http://bestatterweblog.de/archives/Stinker/4406#extended
.h
In einem bewohnten Hotelzimmer werden sicher keine Temperaturen < 20°C herrschen, auch nicht im Winter. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so einfach eine Leiche geruchsneutral zu "verpacken". Frischhaltefolie oder Müllsäcke dürften da nicht reichen. Angenommen ihr Freund ist wirklich der Mörder, halte ich es für wahrscheinlich, dass die Tötung im Affekt passiert ist (es gibt wirklich besser geeignete Orte für einen geplanten Mord) demzufolge dürfte auch kein geeignetes Verpackungsmaterial vorhanden gewesen sein. Wirklich erklären kann ich mir die Geschichte allerdings auch nicht.
In Whitehaven (in Memphis sagt man, das mag hier unkommentiert bleiben, tatsächlich "Blackhaven") ist alles möglich!
da hat wohl jemand zuviel 4 rooms gesehen?;)
http://de.wikipedia.org/wiki/Four_Rooms
sorry, aber musste da einfach an zimmer 309 denken:)
Es steht zwar drunter, die "Süddeutsche Zeitung" hätte den Bericht bei AFP abgeschrieben, tatsächlich stammt sie aber aus dem Episodenfilm "Four Rooms" und zwar aus der Episode "The Misbehaviours" von Robert Rodgiguez.
Süddeutsche halt. Die Schreiben eh nur Müll.
Klingt ein bisschen nach Urban Myths.
Selbst ein gasdicht verpackter Verblichener fällt durch Horden von Fliegen im Umfeld auf, deren Geruchsinn, was Brutmöglichkeiten angeht, geradezu sensationell ist. Schon Hunde können "durch" Plastiktüten und unter Wasser riechen, Fliegen schlagen das noch um Längen! Aber vielleicht ist ja auch ein entsprechender Ungezieferbestand vor Ort nichts Ungewöhnliches…
@ dh
Whitehaven kenne ich flüchtig (Elvis Presley Bvd.). Woher wollen Sie wissen, daß das besagte Hotel dort liegt?
@anonym: Das Video mal angesehen das verlinkt ist?
> Selbst ein gasdicht verpackter Verblichener fällt durch
> Horden von Fliegen auf…
Im Winter eher nicht.
Klingt für mich unglaubwürdig. Lediglich wenn der Mörder ein Vakuumfolienschweißgerät (entsprechend groß) dabei gehabt hätte, wäre so etwas möglich. Und Vorbenanntes kommt wohl eher nicht in Frage.
Dekompostationsstadien? Nun hat der Herr Vetter eben einen neuen Begriff geschaffen.
Unter Kompostierung versteht man die Zersetzung organischen Materials durch Kleinlebewesen. Das kommt einer Verwesung schon mal sehr, sehr nahe. Doch was ist dann eine Dekompostierung?
Lieber Herr Vetter, das verlangt nach Erklärung.
Aber bitte nicht verwechseln mit Plastinierung, die übt Herr von Hagens gerade an Tieren. Ist aber nicht neu, die Lebensmittelindustrie macht das schon länger, finden sie in jedem Kühlregal im Supermarkt unter Formschinken.
automatic air freshener?
Also unter den Betten billiger Motels in USA habe ich auch schon einiges gesehen, ging im Ekelfaktor allerdings über benutzte Kondome nicht hinaus.
Wenn das Bettgestell massiv gebaut ist und die Matraze dem US-Standard "Prinzessin auf der Erbse" beruht, kann man sich schon vorstellen, dass das locker genauso dicht hält wie eine Wohnungstür und bis die Verwesung in den Flur reicht, dauert's ja schon eine Weile. (wenn's denn überhaupt so stark riecht) Nur denkt man, dass es beim Bettenmachen doch mal Auffallen sollte.
Letztes Jahr erlebt: Eine junge Dame, die gut drei Wochen ein Zimmer neben ihrem verstorbenen WG-Mitbewohner gelebt hat. Im August. Der Geruch hat sie zwar genervt, dass das Licht auch nachts brannte und der Fernseher immer lief auch, aber die richtigen Schlüsse hat sie nicht einmal gezogen, als die Tierchen schon im Flur herumkrabbelten. Ich habe es beim Eintreffen schon auf der Straße gerochen.
Will sagen: Ich halte nichts mehr für unmöglich.
Ekelblog.de ist noch frei!
@Tim:
Ja. So wie die Geschichte von der Familie, der die Überführungskosten für den verblichenen Opa zu hoch waren, ihn deshalb in der Ski-Box auf dem Autodach in seinen Heimatort fahren wollte und der dann das Auto auf einem Rastplatz gestohlen wurde. Es gibt verschiedene Versionen, wie es danach weiterging.
Taxi Sharia fahre jetzt nicht mehr Memphis!
"Ich rieche tote Menschen."
(scnr)
@Axel John: Hm. "Die Oma im Schlauchboot" von Erich Loest.
Don Olafio
Ich glaube eher da hat sich ein 'Journalist' on Robert Rodriguez inspirieren lassen. Wer den Film nicht kennt: In 'Four Rooms' finden die Filmkinder von Antonio Bandeiras die Leiche beim spielen.
@Rettungsdienstler: Eine stark parfürmierte Dame?
Ein klarer Fall für die MythBusters!
Mehrmals nach Ausbleiben der Zahlung vermietet, kann bedeuten, dass die Tote, vor Ihrem Ableben, ihr Zimmer täglich bezahlt hat, schon nach dem Todestag das Zimmer neu vermietet wurde.
Also Gasdicht verpacken In Folie bzw Säcken ist nicht der Druck ist zu hoch und es wird undicht.
Mumifizierung ist da eher was Amis bauen ja immer so Massiv (ja das ist Ironie) und durch das Heizen ist die Luft auch nicht gerade Feucht wenn es nicht zu warm und Trocken ist muss es nicht Stinken ;)
Halte das aber auch eher Für eine Ente
@Wolf Hagen:
decomposition = Verwesung
Das ganze einfach deutsch aussprechen, et voilà: ein niegelnagelneuer Pseudo-Fachausdruck zur Unterstreichung der eigenen Eloquenz gegenüber dem leichtgläubigen Publikum. Da guckt dann auch der Richter beeindruckt.
Die Alternative wäre, daß man den englischen Originaltext zwar gelesen hat, aber zu doof ist für eine Übersetzung. Stattdessen hält man sich lieber an irgendwelche "false friends". Macht auch Sinn, am Ende des Tages? Nicht wirklich.
Für den attentiven Rezipienten stellt sich dann nur die Frage, welche Variante embarassierender ist.
Dekomposition.
Hat da jemand etwa Dexters Deponie entdeckt?
@hiro:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dekomposition
@hiro: Da "Dekomposition" und "decomposition" denselben lateinischen Ursprung und weitgehend dieselbe Bedeutung haben ist es doch irgendwie naheliegend, das so zu übersetzen. "Niegelnagelneu" ist das Wort nun wirklich nicht, weder in der deutschen noch in der englischen Variante…und in beiden Fällen ist "Verwesung" nicht die einzige Wortbedeutung. Wobei umgekehrt mit "Verwesung" im deutschen aber auch nicht Dekomposition gemeint sein muss ;-)
Denk-Komposition !!
Kinder, da oben steht eindeutig Dekompostation.
Auf die Idee ein Wortspiel zu suchen kommt keiner?
Mumifizierung stinkt nicht.
Aber es muss schon sehr trocken sein, damit sich in einem geschlossenen Raum kein Gestank entwickelt bei der Menge Flüssigkeit, die ein menschlicher Körper enthält.
In Dänemark wurde vor etlichen Jahren eine Leiche gefunden, die ein Rocker unter der Garage entsorgt hatte. Betonfundament auf, Erde ausgehoben, Leiche rein, Erde drauf, Betonfundament schön wieder hergerichtet. Monate später ausgezogen und doch wunderte der Nachmieter sich über den Gestank in der Garage.
Und nein, es war nicht die Leiche aus dem Skikoffer auf dem Dach eines geklauten Autos.
@24 – in einer der verscheidenen Versionen spielt sogar Heinz Ehrhardt mit. Und eine DS.
War also selbst damals schon etwas älter.
@Volker Racho: MythBusters
Gab's schon. Wollten dem Gerücht nachgehen, dass man Leichen in Betonfundamenten verschwinden lassen kann. Die haben dazu ein Schwein einbetoniert. Ergebnis: das funktioniert nicht.
@John: Ging so. Germanistikstudentin.
@danebod: ich glaube das nicht. dann würde ja jeder friedhof unbenutzbar, weil unendlich stinkend.
snopes.com sagt, die Geschichte sei wahr, und listet weitere wahre Fälle auf:
http://www.snopes.com/horrors/gruesome/bodybed.asp
Für solche Geschichten gab es früher die "Neue Spezial".
#k.
@Icke: Der Unterschied ist der geschlossene Raum. Würde man Friedhöfe mit Wänden und Dächern versehen, würden die auch stinken.
Hätte der Rocker statt der Garage einen offenen Carport genutzt, wär's vielleicht gut gegangen – für ihn.
So ging's gut für den Rechtsstaat.
Hm…vielleicht sollte man Garagen verbieten?
@Wolf Hagen:
Auch wenn es nicht wirklich wichtig ist, schlagen sie mal in einem Englischwörterbuch "decomposition" nach, Fortgeschrittenen ist "Decomposing Composers" von Monty Python ein Begriff.
@Gast:
Ähm, nein, das hast du falsch in Erinnerung. Die Episode damals ging darum, ob der Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa im Giants Stadion einbetoniert sein könnte. Gefunden wurde natürlich nichts, unter anderem, weil sie bei ihren Messungen von Hohlräumen in der Größe eines Menschen ausgingen, wohingegen die Ursprungsthese von einer zerstückelten Leiche ausging (macht man gerne mal bei Mythbusters, die Originalthese etwas 'anpassen', um das gewünschte Resultat zu bekommen).
Die Grundidee selbst, Leichen in Fundamente einzubetonieren, funktioniert selbstverständlich, und hat im Normalfall auch keine negativen Auswirkungen durch Hohlraumbildung oder Geruchsauffälligkeiten.
unglaublich
I could not think you are more right..