Spreeblick soll’s richten
Blogger haben es ja nicht immer leicht, aber die Kollegen bei Spreeblick sind derzeit wirklich nicht zu beneiden. Die Firma Primacall, sicherlich völlig zu Unrecht in einem gewissen Verruf wegen fragwürdiger Vertriebsmethoden, macht Spreeblick juristisch die Hölle heiß und verursacht Rechtsberatungskosten in schmerzhafter Höher. Hier berichtet Johnny Haeusler Einzelheiten.
Die Telefonfirma beanstandet nicht nur Beiträge und Kommentare auf Spreeblick. Nein, die Primadonnen bei Primacall beziehungsweise ihre juristischen Berater wollen auch noch, dass Spreeblick die Verantwortung für das Löschen von Beiträgen in anderen Blogs übernimmt. Neben vielen anderen hatten wir den Streit hier im law blog auch mal erwähnt. Spreeblick soll nun anscheinend dafür in die Pflicht genommen werden, dass Primacall auch im law blog nicht mehr vorkommt.
Große Klasse. Ich rufe nachher auch bei Mercedes an und beschwere mich, dass bei ARAL das Benzin so teuer ist. Aber vorher möchte ich noch mal das Augenmerk auf den Aufruf im Spreeblick-Artikel richten, mit dem ehemalige Primacall-Mitarbeiter als Zeugen für die Geschäftsmethoden der Firma gesucht werden. Tatsachenbehauptungen sind ja immer dem Wahrheitsbeweis zugänglich. Wäre doch nett, wenn Spreeblick den Prozess auf dieser Schiene gewinnen könnte.
Dann könnte sich Primacall auch einen Brief an law blog sparen.
Barbara Streisand läßt grüßen…
Aber die Junx sind verwirrt bis genervt, damit haben diese "Leute" ihr Ziel doch erreicht. Verhandlung in Hamburch? Da werden doch wohl am nächsten Tag in ganz Deutshcland alle Server beschlagnahmt, oder? Gruuuuuuuselig und keiner tut was…
Coldcalls sind gang und gäbe. Günter Walraff war ja in der Branche auch schon selbst unterwegs.
Und das mit dem LG Hamburg ist schlicht Rechtsbeugung. Hier wird dem Beklagten sein gesetzlicher Richter verweigert, das heißt der Kläger sucht sich seinen Richter aus. Das hat nichts mehr mit unabhängiger Rechtssprechung zu tun, sondern ist mittelalterliche Willkür.
Ja als ich LG Hamurg gelesen habe, war mir auch alles klar. Hoffe ja, dass der Originalartikel nach dem richtigen Urteil wieder unzensiert gepostet wird.
Bemerkenswert ist, dass dieses Unternehmen noch immer solche Anrufe tätigt, nachdem die Unterlassungserklärung unterzeichnet wurde.
Ich hatte vor einigen Wochen das zweifelhafte Vergnügen… was damit endete, dass die Person am anderen Ende der Leitung entnervt auflegte.
Wenn Abmahnabzocke das Geschäftsmodell ist, kann nachtreten ja sinnvoll sein, aber so verstreisandet das doch nur.
Am besten eine Abmahnung von einem Verbraucherschutzverein abwarten und dann alle mal die folgende Anrufe protokollieren. Wird bestimmt sehr teuer für die :)
Und wenn wir per Netz über die tatsächlichen Anrufe von Primacall berichten? Bei mir war's Freitag so, dass meine Festnetznummer angeblich bei einem Gewinnspiel im Internet angegeben wurde – für sowas hab ich ne Prepaid-Karte, kann also gar nicht. Als Beweis für den Opt-In betete der Callcenter-Agent stur die paar Daten runter, die im Telefonbuch stehen. Mir wurde ein Anruf zugesagt, wo mir genauer gesagt werden solle, wann und in welchem Gewinnspiel ich so neben der Spur war, dass ich meine Festnetznummer angegeben hab ;-)
Blieb aus.
Mir juckt es in den Fingern, TFFF auf diese Primacall-Masche anzupassen und in Umlauf zu bringen.
Wenn Spreeblick nicht das Geld hat, bis zum BGH, notfalls BVerfG zu gehen, ist das Schicksal des Blogs bereits jetzt besiegelt.
Der fanatische Hass der Hamburger auf die Meinungsfreiheit schließt ein faires und objektives Verfahren praktisch aus.
Aber auch vor einem Gericht, welches rechtsstaatlichen Ansprüchen genügt, entscheidet hauptsächlich der Stand der Kriegskasse über sein oder nicht sein, wenn der Gegner es darauf anlegt, jemanden durch ruinöse Klageserien mundtot zu machen.
Kann mal einer der anwesenden Rechtsverdreher diesen Juristenfurz ins Deutsche für Normalsterbliche übersetzen?
@Hannes
Das ist wohl eine Ermutigung an die ehemaligen Mitarbeiter des besagten Call-Centers.
Wenn sich jemand an die reine Wahrheit, sprich auschließlich Tatsachen hält, dann besteht auch die Möglichkeit, diese zu beweisen.
@marylein
So ähnlich. Wenn man den Satz folgendermaßen liest, ergibt er auch für Laien einen Sinn:
"Tatsachenbehauptungen – im Gegensatz zu Meinungen – sind dem Wahrheitsbeweis zugänglich."
"Marylein ist 1,65 m groß" = Tatsachenbehauptung und deswegen nachprüfbar entweder wahr oder falsch.
"Marylein ist mir zu klein" = Meinung und also nicht nachweisbar.
Im übrigen schließe ich mich der allgemeinen Empörung über Primacall und das LG Hamburg an.
Sehr geehrter Herr Vetter,
Sie werden u.a. <a href="http://www.burks.de/burksblog/2010/03/23/primacall-vs-spreeblick" rel="nofollow">hier</a> und <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/blogger-interviews-fuer-dctp-tv-2/" rel="nofollow"> hier</a> verlinkt.
Unterlassen Sie das!
;)
Vorallem macht sich doch Primacall durch den ganzen Tummel den sie sich zurzeit leisten nur noch mehr auf ihre zweifelhafte Arbeitsweise aufmerksam. Entweder der Image Schaden ist bereits schon am höchsten Punkt erreicht oder die wissen nicht was sie mit solchen Aussagen erreichen…. jedenfalls weiß jetzt jeder über diese Firma bescheid und daran sind allein sie selbst schuld.
@steda_:
was sind das für links?
@Alphan:
Oh man jetzt hab ich den Witz verstanden.
Oh, ich hoffe Hr Vetter hat einen guten Anwalt. HAR! HAR!