22.3.2010

Spreeblick soll’s richten

Blogger haben es ja nicht immer leicht, aber die Kollegen bei Spreeblick sind derzeit wirklich nicht zu beneiden. Die Firma Primacall, sicherlich völlig zu Unrecht in einem gewissen Verruf wegen fragwürdiger Vertriebsmethoden, macht Spreeblick juristisch die Hölle heiß und verursacht Rechtsberatungskosten in schmerzhafter Höher. Hier berichtet Johnny Haeusler Einzelheiten.

Die Telefonfirma beanstandet nicht nur Beiträge und Kommentare auf Spreeblick. Nein, die Primadonnen bei Primacall beziehungsweise ihre juristischen Berater wollen auch noch, dass Spreeblick die Verantwortung für das Löschen von Beiträgen in anderen Blogs übernimmt. Neben vielen anderen hatten wir den Streit hier im law blog auch mal erwähnt. Spreeblick soll nun anscheinend dafür in die Pflicht genommen werden, dass Primacall auch im law blog nicht mehr vorkommt.

Große Klasse. Ich rufe nachher auch bei Mercedes an und beschwere mich, dass bei ARAL das Benzin so teuer ist. Aber vorher möchte ich noch mal das Augenmerk auf den Aufruf im Spreeblick-Artikel richten, mit dem ehemalige Primacall-Mitarbeiter als Zeugen für die Geschäftsmethoden der Firma gesucht werden. Tatsachenbehauptungen sind ja immer dem Wahrheitsbeweis zugänglich. Wäre doch nett, wenn Spreeblick den Prozess auf dieser Schiene gewinnen könnte.

Dann könnte sich Primacall auch einen Brief an law blog sparen.

17 Kommentare zu “Spreeblick soll’s richten”

  1. stimmviech meint: (22.3.2010 um 16:56) AntwortenReply to this comment

    Barbara Streisand läßt grüßen…

  2. keiner meint: (22.3.2010 um 17:18) AntwortenReply to this comment

    Aber die Junx sind verwirrt bis genervt, damit haben diese "Leute" ihr Ziel doch erreicht. Verhandlung in Hamburch? Da werden doch wohl am nächsten Tag in ganz Deutshcland alle Server beschlagnahmt, oder? Gruuuuuuuselig und keiner tut was…

  3. Joe meint: (22.3.2010 um 17:36) AntwortenReply to this comment

    Coldcalls sind gang und gäbe. Günter Walraff war ja in der Branche auch schon selbst unterwegs.

    Und das mit dem LG Hamburg ist schlicht Rechtsbeugung. Hier wird dem Beklagten sein gesetzlicher Richter verweigert, das heißt der Kläger sucht sich seinen Richter aus. Das hat nichts mehr mit unabhängiger Rechtssprechung zu tun, sondern ist mittelalterliche Willkür.

  4. UsF meint: (22.3.2010 um 17:53) AntwortenReply to this comment

    Ja als ich LG Hamurg gelesen habe, war mir auch alles klar. Hoffe ja, dass der Originalartikel nach dem richtigen Urteil wieder unzensiert gepostet wird.

  5. Beobachter meint: (22.3.2010 um 17:53) AntwortenReply to this comment

    Bemerkenswert ist, dass dieses Unternehmen noch immer solche Anrufe tätigt, nachdem die Unterlassungserklärung unterzeichnet wurde.
    Ich hatte vor einigen Wochen das zweifelhafte Vergnügen… was damit endete, dass die Person am anderen Ende der Leitung entnervt auflegte.

  6. 5zjunge meint: (22.3.2010 um 18:08) AntwortenReply to this comment

    Wenn Abmahnabzocke das Geschäftsmodell ist, kann nachtreten ja sinnvoll sein, aber so verstreisandet das doch nur.

  7. Kai meint: (22.3.2010 um 18:17) AntwortenReply to this comment

    Am besten eine Abmahnung von einem Verbraucherschutzverein abwarten und dann alle mal die folgende Anrufe protokollieren. Wird bestimmt sehr teuer für die :)

  8. VolkerK meint: (22.3.2010 um 18:25) AntwortenReply to this comment

    Und wenn wir per Netz über die tatsächlichen Anrufe von Primacall berichten? Bei mir war's Freitag so, dass meine Festnetznummer angeblich bei einem Gewinnspiel im Internet angegeben wurde – für sowas hab ich ne Prepaid-Karte, kann also gar nicht. Als Beweis für den Opt-In betete der Callcenter-Agent stur die paar Daten runter, die im Telefonbuch stehen. Mir wurde ein Anruf zugesagt, wo mir genauer gesagt werden solle, wann und in welchem Gewinnspiel ich so neben der Spur war, dass ich meine Festnetznummer angegeben hab ;-)
    Blieb aus.
    Mir juckt es in den Fingern, TFFF auf diese Primacall-Masche anzupassen und in Umlauf zu bringen.

  9. Axel John meint: (22.3.2010 um 20:56) AntwortenReply to this comment

    Wenn Spreeblick nicht das Geld hat, bis zum BGH, notfalls BVerfG zu gehen, ist das Schicksal des Blogs bereits jetzt besiegelt.
    Der fanatische Hass der Hamburger auf die Meinungsfreiheit schließt ein faires und objektives Verfahren praktisch aus.
    Aber auch vor einem Gericht, welches rechtsstaatlichen Ansprüchen genügt, entscheidet hauptsächlich der Stand der Kriegskasse über sein oder nicht sein, wenn der Gegner es darauf anlegt, jemanden durch ruinöse Klageserien mundtot zu machen.

  10. Hannes meint: (22.3.2010 um 21:30) AntwortenReply to this comment

    Tatsachenbehauptungen sind ja immer dem Wahrheitsbeweis zugänglich.

    Kann mal einer der anwesenden Rechtsverdreher diesen Juristenfurz ins Deutsche für Normalsterbliche übersetzen?

  11. marylein meint: (22.3.2010 um 21:40) AntwortenReply to this comment

    @Hannes
    Das ist wohl eine Ermutigung an die ehemaligen Mitarbeiter des besagten Call-Centers.
    Wenn sich jemand an die reine Wahrheit, sprich auschließlich Tatsachen hält, dann besteht auch die Möglichkeit, diese zu beweisen.

  12. jansalterego meint: (22.3.2010 um 23:48) AntwortenReply to this comment

    @marylein
    So ähnlich. Wenn man den Satz folgendermaßen liest, ergibt er auch für Laien einen Sinn:
    "Tatsachenbehauptungen – im Gegensatz zu Meinungen – sind dem Wahrheitsbeweis zugänglich."
    "Marylein ist 1,65 m groß" = Tatsachenbehauptung und deswegen nachprüfbar entweder wahr oder falsch.
    "Marylein ist mir zu klein" = Meinung und also nicht nachweisbar.
    Im übrigen schließe ich mich der allgemeinen Empörung über Primacall und das LG Hamburg an.

  13. steda_ meint: (23.3.2010 um 00:33) AntwortenReply to this comment

    Sehr geehrter Herr Vetter,

    Sie werden u.a. <a href="http://www.burks.de/burksblog/2010/03/23/primacall-vs-spreeblick&quot; rel="nofollow">hier</a> und <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/blogger-interviews-fuer-dctp-tv-2/&quot; rel="nofollow"> hier</a> verlinkt.

    Unterlassen Sie das!
    ;)

  14. Alf meint: (23.3.2010 um 09:44) AntwortenReply to this comment

    Vorallem macht sich doch Primacall durch den ganzen Tummel den sie sich zurzeit leisten nur noch mehr auf ihre zweifelhafte Arbeitsweise aufmerksam. Entweder der Image Schaden ist bereits schon am höchsten Punkt erreicht oder die wissen nicht was sie mit solchen Aussagen erreichen…. jedenfalls weiß jetzt jeder über diese Firma bescheid und daran sind allein sie selbst schuld.

  15. Alphan meint: (23.3.2010 um 11:12) AntwortenReply to this comment

    @steda_:

    was sind das für links?

  16. Alphan meint: (23.3.2010 um 11:44) AntwortenReply to this comment

    @Alphan:

    Oh man jetzt hab ich den Witz verstanden.

  17. Nils meint: (23.3.2010 um 12:18) AntwortenReply to this comment

    Oh, ich hoffe Hr Vetter hat einen guten Anwalt. HAR! HAR!

Kommentar schreiben

Zulässige HTML-Tags:
Fett: <b> - Kursiv: <i> - Zitat: <blockquote>

Powered by WordPress - Impressum