Street View will viel mehr wissen
Interessante Neuigkeiten zu Googles Projekt Street View. Waren die meisten Bedenken zuletzt ausgeräumt, berichten Datenschützer nun, Google fotografiere nicht nur deutsche Ortschaften. Vielmehr seien in den Fahrzeugen auch Geräte installiert, die alle an der Strecke befindlichen WLANs speichern (Pressemitteilung).
Wenn das stimmt, ist zunächst Googles Informationspolitik zu kritisieren. Dass auch Drahtlosnetzwerke festgehalten werden, scheint jedenfalls nicht offen kommuniziert worden zu sein. Ich habe es bislang jedenfalls nirgends gelesen. Wie die Verbotsforderungen der Datenschutzbeauftragten zeigen, scheint die mögliche WLAN-Erfassung auch für sie neu zu sein.
Selbst wenn es keine Ente ist, scheint mir die Aufregung aber etwas übertrieben. Die vom WLAN abgestrahlten Daten sind nun erst mal öffentlich zugänglich. Die weitaus meisten WLANs übertragen auch keine personenbezogenen Daten. Dass eine Vielzahl der Router, wie es die Datenschutzbeauftragten behaupten, Namensbestandteile enthält, kann ich aus meiner Erfahrung (Düsseldorf, dicht besiedelt) nun ganz und gar nicht bestätigen. Jedenfalls steht es jedem Nutzer frei, wie er sein WLAN nennt. Was aus dem Verschlüsselungsstatus groß hergeleitet werden soll – Fragezeichen.
Allerdings ist auch unübersehbar, dass solche Daten natürlich nicht in erster Linie auf Außenwirkung gerichtet sind. Im Gegensatz zum öffentlichen bzw. öffentlich einsehbaren Lebensraum, den Google Street View in erster Linie erfasst, sind sie deutlich privater. Und in dünner besiedelten Gegenden wird es sicher auch einfach sein, schon vom Standort her eines WLAN auf seinen Betreiber zu schließen.
Nachtrag: Gegenüber heise online hat Google die Aktion eingeräumt. Es gehe um die WLAN-gestützte Ortung, die etwa bei Smartphones ohne GPS erfolge. Um was es da genau geht, kann ich technisch nicht nachvollziehen. Google betont aber, die Daten würden “aggregiert und anonymisiert”. Laut Spiegel online ist die Ortung per WLAN seit Jahren gang und gäbe.
Gedanken von Jens Ferner zum Thema.
Doch, in gewisser Weise gibt es den schon. Ein Andriod-Handy benutzt unter anderem verfügbare WLANs für eine annähermde Ortsbestimmung, wenn kein GPS verfügbar oder ausgeschaltet ist.
@StitchJones: Genau! Bzw. weiß ich nicht ob Androids das machen, aber iPhones/iPod Touch Dinger machen das auf jeden Fall. Und da hat sich noch keiner groß beschwert gehabt… [ich hab ein Android-Handy, hab aber davon noch nix mitbekommen. Bei mir funktioniert's aber mit Funkmasten-Triangulation super]
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,690600,00.html
@StitchJones: Sehe ich auch so. Apple macht das afaik auch. Standortbestimmung ohne GPS.
Das soooooo ein alter Hut nochmal aufgewärmt wird…. Mannomann….
Das Google gerne Daten sammelt ist allen bewusst. Aber nur um in der "ihnen einen Strich durch die Rechung zu machen" jede Aktion von ihnen zu verteufeln geht zu weit. Ich meine wie viele Daten werden z.B. von unserer Regierung gesammelt ohne das wir uns dagegen wehren können? Da ist es mir ein kleineres Übel, dass Fremde wissen wo ich ein Wlan habe (außerdem, sollte wirklich nur der Standort bestimmt werden, so wäre es absolout egal da ein Netzwerk mit dem-bisher- ungeknackten WPA2 standard verschlüsselt sein kann und so die Information über die Existenz wirklich nur eine Information bleibt und keinerlei Strafbare Handlung oder Benutzung des Wlans mit sich zieht.)
Ich bin den Firmen, die Wlans tracken um Ortsbestimmung zu ermöglichen dankbar. So einfach.
Skyhook, die Firma, mit der iPhones die WLAN-gestützte Ortung machen, speichert die MAC-Adressen der Access-Points, nichtmal die SSID (den "Namen").
Ich würd von google mein WLAN Standpunkt tracken lassen und es danach um etliche Meter bewegen. Mal schauen wieviele Leute dann plötzlich in die falsche Strasse laufen :)
Ich hab mir dieses System vor ein paar Jahren einmal angesehen (da war das System noch ganz neu) und ich muss sagen, dass das eine wirklich überzeugende technik handelt, da sie um einiges genauer als gps ist (ein handy GPS empfänger bestimmt die position auf ein paar meter, das Wlan-System macht dies im centimeter bereich).
Ich erinnere mich noch recht genau das einer der Entwickler meinte, dass die erhebung der daten (also das was google macht) eines der größeren hindernisse sei.
Verschlüsselungen oder Daten werden dabei sowiso nicht angetastet und die Daten, die Google jetzt speichert, sind für jeden mit einem Wlan fähigen Gerät (handy/laptop) einsehbar (sprich der netzwerkname).
Verrückt: Wenn jemand WLANs sucht ohne zu schießen, nennt man das "Wardriving". Google schießt auch noch und es ist ein Dienst an der Menschheit. Vermutlich so ähnlich wie die Unterscheidung zwischen Terroristen und Freiheitskämpfern.
Navigation anhand WLANs ist so eine Apple-Krücke, mit der man unzureichend ausgestattete Hardware schönzureden versucht. Was kostet ein GPS-Chip? 10 Cent? 20? Vielleicht sogar 50? Und seien Sie versichert: GPS ist deutlich genauer als WLAN, und da mein popliger GPS-Logger sogar teilweise inhouse funktioniert, kann mir keiner erzählen, daß Navigation anhand von WLAN ein "Gewinn" oder gar "notwendig" wäre. In meinem Haus finde ich mich übrigens auch ohne GPS bestens zurecht.
Familie K. in meiner Nachbarschaft kann man jedenfalls an ihrer SSID erkennen. Ist nicht so dicht besiedelt wie Düsseldorf hier, aber auf 7 WLANs in den Abendstunden habe ich es auch schon gebracht. Und nein, die wohnen nicht alle in meinem Haus, also "da ist ein WLAN, das gehört sicher zu dem Haus" funktioniert in der Realität nicht so recht.
Mal schauen, was Google noch so alles sammelt. Aber ist ja alles kein Problem, schließlich sagt Google ja selbst, daß sie nichts böses tun. Da müssen wir uns also keine Sorgen machen.
Der Punkt dabei dürfte wohl eher die Ortung kommerzieller Hotspots sein da private WLANs in der Regel nicht über eine zuverlässig lange Zeitdauer am selben Ort verfügbar sind und in aller Regel, wenn sie korrekt gesichert sind, auch ihre Netzwerk-ID nicht ausstrahlen.
Udo: "Die vom WLAN abgestrahlten Daten sind nun erst mal öffentlich zugänglich."
Mit dem Argument kann man ja fast alles rechtfertigen.
Mein Haus strahlt auch (öffentlich) elektromagnetische Wellen ab, Licht genannt. Mein Gesicht übrigens auch, wenn ich mal keine Papiertüte trage.
Hin und wieder nenne ich auch meinen Namen in der Öffentlichkeit.
Dass diese öffentlichen Daten gesammelt und mit anderen Daten (Ort, Zeit, …) verknüpft werden, muss man aber nicht unbedingt akzeptieren.
Die Daten werden evtl. aggregiert und anonymisiert bevor sie für die WLAN-gestützte Ortung benutzt werden. Wer allerdings glaubt, Google würde die "raw" Daten nicht auch lagern um sie evtl. später einem profitablen Zweck zuzuführen, dem würde ich Gutgläubigkeit unterstellen. Das gilt IMHO eigentlich für alles was Goggle macht. Umso erschreckender zu sehen, wie arglos viele damit umgehen. Zu oft fehlt wahrscheinlich das technische Verständnis.
@hiro: du wirst lachen. Aber die WLAN Ortung ist je nach Umgebung sogar wesentlich genauer als GPS. Dies trifft zum Beispiel auf Häuserschluchten zu, wo die Sichtung von mehreren GPS Satelliten, durch Mehrwegeausbreitung und Abschirmung, sehr schwer ist. Hier ist die Lokalisierung durch WLAN wesentlich genauer. Ein schönes Beispiel ist aber auch die lokalisierung innerhalb von Gebäuden, wo man auch sehr schwer GPS Empfang hat, dagegen aber oft mehrere Accesspoint. Wenn das einmal eingemessen ist bekommt man da auf Genauigkeiten von <1m. Gern genutztes Testfeld hierfür sind z.B. Messehallen.
Zum eigentlichen Thema: Ich verstehe die Aufregung nicht. Skyhook sammelt die Daten seit Jahren. Was denken denn die Leute wie die Location API in aktuellen Macs (die definitiv kein GPS haben) funktioniert? Und ich habe die starke Vermutung, dass beim Aufruf der Location API alle gefundenen Accesspoints mitgeschickt werden und so die Datenbank auch um bisher nicht bekannte WLANs am ermittelten Standort erweitert wird. Gleiches gilt für iPod touch etc.
@14: WLAN-Betreiber würden die Daten vermutlich noch argloser herausrücken, wenn sie von Google Geld dafür bekämen. Was ist also der Punkt Deines Beitrages? Daß Google ein Geschäft macht? Geht's hier überhaupt um Datenschutz? Oder um Futterneid?
@Karsten: Der Name ist auch ziemlich wurscht, wenn ich fürs Ändern 20 Sekunden brauche und der Tag 24 Stunden hat, kann ich den wie oft pro Tag verändern?
Die MAC-Adresse bleibt dabei allerdings immer gleich (weshalb diese als Orientierungskriterium herangezogen wird). Verwirre ich jetzt Andoid-User, wenn ich unregelmäßig den Standort meines Access Points verändere? Oder gar immer wieder mal die MAC-Adresse ändere (indem ich den Alten aus- und einen anderen Access Point einschalte)?
Da man sich doch im Laufe der Jahre immer wieder mal aktuelle Hardware anschafft, dürften die Daten schon nach relativ kurzer Zeit nicht mehr wirklich zur Orientierung nutzen…
Auf der anderen Seite ziehe ich gerade den Umkehrschluss: "Sag mir die MAC-Adresse von deinem WLAN-Router und ich sag dir wo du wohnst" Beängstigend…
@12/Kaboom: die MAC-Adressen sind immer öffentlich (d.h. insbesondere unverschlüsselt), egal wie sehr ein WLAN geschützt ist.
@Kaboom:
Doch auch wenn sie korrekt gesichert sind strahlen sie die ID aus.
Wieso? Weil das verstecken nix bringt und man damit nur die Einrichtung neuer Geräte erschwert.
Ehrlich gesagt verstehe ich die Aufregung um die WLAN-Scans nicht. Google sind absolut nicht die ersten, die das tun.
Die Positionsbestimmung mittels WLAN-Daten ist schon weit verbreitet – Apple hat selbst im iPod Touch und im ersten iPhone schon längst eine entsprechende Funktion drin, damit man ohne GPS herausfinden kann wo man ist. Die Datenbanken mit den entsprechenden Daten kann man meines Wissens schon von mehreren Firmen kaufen.
Nun sammelt Google die gleichen Daten, weil sie ohnehin schon durch die Gegend fahren und so z.B. in der Google Maps-Anwendung auf den Handys ohne GPS-Modul oder ohne Satfix nahezu sofort eine Positionsangabe geben können. Und?
P.S.: Das Ändern der SSID bringt übrigens nix – die werden sie womöglich gar nicht speichern, zumindest haben sie davon nix. Viel interessanter ist die MAC-Adresse Deines Routers – die ändert sich nämlich nicht.
Nachtrag: Hier ein Beispiel – http://www.skyhookwireless.com/
Wie schon erwähnt macht Skyhook dies seit langem.
Was die schon alles kartographiert haben kann man hier nachschlagen http://www.skyhookwireless.com/howitworks/coverage.php
Bisher hats niemanden gestört.
Ich bin ein Fan von dieser Technik, genauso wie ich auch Google Streetview klasse finde.
Wenn ich nicht will, dass jemand mein Haus fotografiert, dann sollte ich einen hohen Zaun herum bauen. Dann brauch ich auch nicht die Panorama-Freiheit in Frage stellen. Und fangt jetzt nicht wegen der 2,9m an, im LKW sitzt man auch so hoch!
Und wenn ich nicht will, dass jemand die SSID und und die MAC-Adresse meines WLAN-APs ausliest, dann sollte ich keinen verwenden und lieber Netzwerkkabel verlegen. Diese Daten sind einfach öffentlich, man spricht vom SSID Broadcast.
Und Firefox-User helfen kräftig mit: http://www.golem.de/0810/62821.html
Was mich ebenfalls aergert: Haben wir keine wichtigeren Datenschutz-Probleme als StreetView? Was kommt morgen? Merkt Peter Schaar, dass wir in Deutschland Gemischtsaunen haben?
Google macht die Träume aller Stasi 2.0-Phantasten wahr. Beängstigend.
@Momo:
Schon klar, aber da auch steckt keine Information über irgendeine Person drin.
Wieso ist das beänstigend? Die konkrete MAC-Adresse kenne ich doch erst, wenn ich sowieso schon vor dem Haus stehe und meine Position auch einigermaßen genau kenne. Der Vorteil von Skyhook & Co ist, dass mein Gerät die Position damit auch kennt, mir eine Karte zeigt, mir damit z.B. den Weg zur nächsten öffentlichen Toilette weist und ich nicht mehr in Deinen Garten urinieren muss. ;-)
Wenn man "Mein Standort" der Google Maps App (auf S60 z.B.) nutzt, macht man da auch mit. Leute, die mit WLAN-fähigen Mobiles ein GPS Fix haben, vermessen den Äther besonders genau, und das für Umme. Usergenerated Content. Je mehr User das machen, desto genauer wird die Sache. Prima, um später auch den Usern LBSs anzubieten, die kein GPS haben.
Nicht wenn man die SSID versteckt und Ihr einen möglichst nichtssagenden Namen gibt oder ihren Namen vielleicht ab und an ändert (was ich jedem empfehle).
Udo Vetter auf der re:publica:
http://www.netzpolitik.org/2010/udo-vetter-spielregeln-fuer-den-zweiten-lebensraum/
Das "Verstecken" der SSID hilft nur gegen unbedarfte Gelegenheitstäter bei abgeschalteter oder schwächerer Verschlüsselung. Für Experten ist es kein Hindernis. Ganz im Gegenteil, denn die SSID wird von Clients trotzdem ausgestrahlt:
http://www.heise.de/security/meldung/Drahtlos-Einbruch-trotz-WPA-dank-WLAN-Automatik-184921.html
@Duke:
Wer seine SSID versteckt, wird von der Google-Suche nach APs vermutlich nicht mehr gefunden, hat dafür aber ein zumindest gegen Experten unsichereres Netz. Schuss ins Knie …
Wer an seiner Haustür keinen Namen auf dem Klingelschild hat und in keinem Telefonbuch mit Adresse auftaucht, kann sich ggf. mit der Wahl eines "nichtssagenden Namens" befassen. Andernfalls ist das weitgehend sinnfrei, denn Nachname und Hausnummer sind bereits öffentlich.
@11 (hiro): Das GPS kostet schon ein bisschen mehr, aber immer noch wenig genug um beim Preis des iPhone vernachlässigbar zu sein. Wenn man kein GPS (und kein 3G) in ein Telefon baut, macht man das primär deswegen, weil die Dinger Akkumörder sind. Das iPhone 3G hatte dann die passenden Chips (in etwas stromsparender Version) ja drin, der Akkulaufzeit war's allerdings abträglich.
Und wenn man sie den Akku nicht morden lassen will, sondern nur aktiviert, wenn man sie braucht, sind die Anlaufzeiten bis zur Bestimmung des Standorts tödlich. Da der Start eines GPS deutlich beschleunigt werden kann, wenn der Standort so ungefähr bekannt ist nutzen kluge Smartphones dafür übrigens genau diese Positionierung über Funkzellen und/oder WLAN. Das hat schon alles seinen Sinn …
In New York City zum Beispiel ist GPS-Empfang durch die Hochhäuser so schlecht, die WLAN-Dichte aber so hoch, dass die WLAN-Positionierung stellenweise deutlich bessere Ergebnisse bringt als GPS – selbst ausprobiert!
Ob jetzt die Seelensamler durch die Straßen fahren oder die Steve-Jobs-Jünger mit ihren iPhonauten W-LANs scannen, kommt doch im Endeffekt auf's Gleiche raus. Wenn ich meinen Personalausweis im Auto liegen lasse, bleibt es mir doch auch überlassen, ob ich abschließe oder nicht.
Angesichts der geballten Inkompetenz, die hier bisher zu grossen Teilen ihr gefaehrliches Halbwissen zum besten gegeben hat, will ich mal versuchen, ein wenig technische Argumentation ueber Computerbild-Niveau beizutragen:
Das Interessante an der MAC-Adresse (was wohl das einzige sein wird, was Google neben den Positionsdaten interessiert) ist, dass diese weltweit eindeutig ist, und bei den meisten APs auch nicht geaendert werden kann – oder selbst wenn man kann, macht das wohl kaum jemand. Zum einen folgt daraus also, dass man anhand der MAC-Adresse Bewegung von Hardware und damit mittelbar die Bewegung von Menschen verfolgen kann, wenn man derartige Scans ueber die Zeit wiederholt. Am offensichtlichsten ist das bei Umzuegen. Aber wenn ich z.B. meinen Laptop als Access Point betreibe und mit meinem Wohnort so in der Google-DB lande, koennte man, wenn ich den Laptop dann ebenso auf einer Bahnreise verwende, anhand der ausgestrahlten MAC-Adresse zuordnen, wo ich vermutlich wohne, und ueber Korrelation mit Adressdatenbanken, wer ich bin.
Wirklich interessant wird das ganze aber dann, wenn man ueberlegt, wo MAC-Adressen das lokale Netz verlassen koennten. Primaer faellt mir da die Stateless Autoconfiguration ohne Privacy Extension von IPv6 ein: IPv6-Endgeraete erzeugen ihre IPv6-Adresse idR. durch das (mehr oder weniger) Aneinanderhaengen eines lokalen Netz-Praefixes und ihrer MAC-Adresse. Tut ein Access Point (mglw. als Teil eines Routers) das und verwendet diese Adresse dann, um irgendwelche Verbindungen ins Internet aufzubauen, koennte das Gegenueber mit Hilfe einer solchen Datenbank herausfinden, von welcher Person der Request mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit kommt.
Soviel zum Thema "kein personenbezogenes Datum". Leute, Daten sind nicht personenbezogen, weil Name und Geburtsdatum dranstehen, Daten sind personenbezogen, wenn sie sich einer Person zuordnen lassen, vollkommen egal, wieviel Korrelation mit weiteren Datenbestaenden man dazu braucht.
@Spectator: Das stimmt schon. Allerdings gehe ich jetzt mal nicht davon aus, dass in unserem guten Haus so viele versierte Hacker sitzen. Mir geht es nur darum, dass eben z.B. Google oder andere Dienste nichts von meinem WLAN mitkriegen. Knacken kann man sowieso immer alles, aber wo man nichts vermutet, sucht man auch nichts.
@ 33 brummbrumm: Interessante Ausführungen, vielen Dank. Ich hatte mich auch schon gefragt inwiefern anhand der MAC-Adresse sich personenbezogene Daten zuordnen lassen. Gerade die weltweite Einmaligkeit der Adresse könnte zu einem personenbezogenen Datum führen. Die europäische Datenschutzrichtlinie spricht bereits dann von personenbezogenen Daten, wenn die Person bestimmbar ist, "insbesondere durch Zuordnung zu einer Kennummer[sic]".
Mir missfällt auch die Argumentation von Google, dass einige Firmen WLANs zu scannen schon seit Jahren praktizieren. Das heißt noch lange nicht, dass ich damit einverstanden sein muss.
Bin nach langem suchen im Internet darauf gestoßen, nachdem ich mich wunderte wie mein Iphone 2G nur mit aktiviertem Wlan eine so exakte Ortung hinbekommt.
Aber das zeigt ja das dies schon längere Praxis ist….
Endlich ist das re-publica Video online: http://www.netzpolitik.org/2010/udo-vetter-spielregeln-fuer-den-zweiten-lebensraum/
Mein iDings hat die Position meiner Hütte auf ca. 30m genau bestimmt. Mein Twitter-Client hat Tweets in meiner Nähe gesucht und, wenn mich meine Phantasie nicht trügt, hat Twitter jetzt zu meinem Account eine genauere Positionsbestimmung, als es über die IP möglich wäre. Der lustige Client kontaktiert alle paar Minuten Twitter, und somit bekommen die ständig die aktuelle IP meines Anschlusses.
Sollte ich demnächst wieder einen meiner monatlichen Einbrüche in NASA-, CIA-, FBI- und Illuminatennetze durchführen, muss ich unbedingt daran denken, 24 Stunden zuvor alle mobilen und sonstwie strahlenden Geräte in eine Metallkiste zu packen.
Spaß beiseite: Vorratsdatenspeicherung ist komplett unnötig. Einfach bei Facebook, Google, xxxVZ und Amazon nachfragen, wer zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einer IP anwesend war, und schon hat man die Daten.
Bereits in den 80ern ließ die Dt. Bundespost ganz (West-) Deutschland begehen und jede Postadresse/Hausnummer katalogisieren nach freistehendem 1-Familienhaus, 2-FH, Mehr-FH, etc.
Diese Daten wurde mit den Telefonanschluss-Daten (Monopolist) zusammengeführt und ausgewertet.
Das Ergebnis waren exakte Raster: 1-FH, Anschluss seit >20 Jahren unverändert, Rechnungen abnehmend, Gespräche auch tagsüber in der Woche, –> Ehepaar um die 45-60, Haus (fast) abbezahlt, Kind(er) aus dem Haus, Frau nicht berufstätig, relativ hohes verfügbares Einkommen, etc.
Was ein nicht-freistehendes Mehrfamilienhaus mit häufig wechselnden Anschlüssen, relativ niedrigen Rechnungen, Gesprächen tagsüber ist,
kann sich jeder ausmalen.
Diese Daten waren bei der Post schon 1990 käuflich. Damit optimierten z. B. Banken ihre Filial-Standorte. Versandhandel + Versicherungen steuerten damit den Verkauf.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Den gläsernen Staatsbürger/Verbraucher gibt es (offline) schon lange.
@mz: Und genau dafür veranstaltet Google Streetview und erfasst WLAN Standorte.
@33: Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass MAC Adressen eindeutig sind. Dem ist aber nicht so. Es gibt durchaus Kollisionen, weil Hersteller MAC Adressen wiederverwenden.
@Dr. Dru: Die IPv6-Adresse wird durch das Netzpräfix ausreichend eindeutig. Zwar sind MAC-Adressen nicht (mehr) von sich aus eindeutig, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine MAC im Subnetz wiederholt ist sehr gering.
@Momo: ""Sag mir die MAC-Adresse von deinem WLAN-Router und ich sag dir wo du wohnst" und die letzten Jahre überall gewohnt hast, wann du im internet warst und welche daten über diese adresse weitergegeben wurden.
das mit der handy-ortung ist wahrscheinlich nur ein teil der wahrheit.
damit kann man dann im nächsten schritt ganz gezielt werbung in bestimmte straßen oder orte per email senden, sobald die mac-adressen mit email-adressen verknüpft werden können. jetzt schon dürfte gezielt regionale werbung aufploppen können, was damit noch verfeinert werden kann.
@40: Man kann MAC-Adressen sogar selbst bestimmen. Heutige Netzwerkchips nehmen bereitwillig jede beliebige MAC-Adresse an. Man muss nur wissen wie bzw. braucht das richtige Programm dafür.
@33: Bei einem WLAN im Infrastukturmodus heißt es nicht MAC sondern BSSID, siehe IEEE 802.11-1999 Wireless LAN Spezifikation. ;))
@udo: Infos zur Positionsbestimmung u.a. mit WLAN: http://is.gd/bExew
@33 brummbrumm: Ich unterstelle Google nichts Böses, daher denke ich auch nicht, dass sie die MAC-Adresse meines Notebooks oder Smartphones speichern, sondern schon nur die vom WLAN-Router. Sollte ich mal umziehen bzw. den Router verkaufen, wird die Positionsbestimmung über WLAN-Accesspoints eine Weile etwas verwirrt sein.
Ich weiss nicht, wie es bei Android bzw. dem iPhone ist, aber bei meinem Palm Pre kann ich auswählen, ob die von mir genutzten Google-Dienste im Hintergrund Daten zur Optimierung der Ortung erfassen dürfen – soll wohl heissen: Wenn ich das aktiviere, dann sende ich Google in Intervallen Daten über Accesspoints und GSM/UTMS-Stationen in meiner Nähe. Ich denke, dass wenigstens Android als Google-Produkt das auch macht.
Insofern ist die Aufregung etwas überzogen, finde ich, weil Google anlässlich der Fototouren das gleiche macht, was einige hunderttausend Android- und WebOS-Smartphones schon die ganze Zeit machen. Die Ortung über GSM/UMTS-Knoten ist schon etwas älter: http://www.areamobile.de/news/8313-google-maps-fuer-handys-2-0-ortsbestimmung-ohne-gps
Na, was ist wohl die AGPS Funktion in ihrem Handy und wie funktioniert sie?
Ein Narr wer nicht erkennt, dass dahinter System steckt. Google & Facebook & Co werden zZ gezielt zu Datenmonstern aufgebauscht, zu Bedrohungen, auf die die Politik dann gezielt einschlagen kann, um Beifall von der Netzgemeinde zu bekommen, und zugleich vom Datenmonster Staat abzulenken.
Dabei vertraue ich meinen Daten viel lieber Google & Co an, denn
- auf die Erfassung meiner Daten habe ich dort weitgehend Einfluss
- vertraue ich (zumindest Google), dass die Ahnung von Datensicherheit haben
- weiß ich den Zweck, zu dem die Daten genutzt werden: make some money
- bekomme ich etwas dafür zurück (Bessere, kostenlose Dienste)
Alles Punkte, die bei Vater Staat nicht zutreffen.
Und mal ganz ehrlich: Wer Autos ausrüstet um die ganze Welt zu vermessen, wäre dämlich, nicht alle erfassbaren Daten zu erfassen. Kommt morgen der "Skandal", das auch das GSM-Netz gescannt und mit GEO-Daten versehen wird?
Lassen wir uns nicht mit Scheinskandalen und Scheindebatten ablenken!
"nicht offen kommuniziert".
Wie sagte man das früher auf Deutsch?
Ist das nicht viel Rauch um nichts? Für mich ist das eine Nullmeldung.
1. ist es klar, dass das gemacht werden kann und auch gemacht wird, siehe Wikipedia "WLAN-basierte Ortung".
2. macht das jeder, der WLAN-basierte Ortung benutzt, ebenfalls. Die Endgeräte übermittlen erfasste WLANs auch an den jeweiligen Anbieter. Die Accesspoint-DB wird so laufend gepflegt, nicht nur durch Google.
3. Enthalten die gesammelten Daten nun wirklich keine personenbezogenen Daten. @brummbrumm: Es gibt naheliegendere und einfachere Möglichkeiten, Deine Adresse rauszukriegen. Dafür WLAN-Daten heranzuziehen, wäre einigermassen hirnrissig. Direkt geht das über Browser-identifikation (https://panopticlick.eff.org/) und IP-Ortung.
Gähn. Google ist vielleicht böse, aber diese Tätigkeit gehört m.E. zu den harmloseren.
Noch zu Ergänzung: Wer Daten herausposaunt ( = Accesspoint betreibt) sollte jederzeit damit rechnen, dass ein anderer diese aufsammelt. Jegliche Aufregung darüber ist unangebracht, es handelt sich dabei um öffentliche Daten, darüber muss man sich schlicht und einfach im Klaren sein und sich entsprechend verhalten.
@Klaus: @Klaus: @Klaus: nicht erwähnt, weil es relativ selbstverständlich ist. ^^
Die Frage hier ist doch eher die der Datensicherheit, wenn es die Möglichkeit gibt die MAC-Adresse heraus zu finden und es dann noch einen Zugriff auf die gesammelten Daten gibt, finde ich locker den Standort der Person heraus mit der ich auf eine oder andere Weise komuniziere. Und dann darf ich mich auch nicht mehr bei meinen Nichten beschweren, dass sie jemandem sagen wo sie wohnen, den sie nicht kennen, weil das machen wir dann alle…
@pangu: Glauben sie wirklich, es ist auch nur einem geringen Prozentsatz der Betreiber irgendwelcher WLANs bewusst, dass sie Daten rausposaunen? Es war nicht einmal mir bewusst, dass mein WLAN die MAC einfach so rausrückt. Die meisten Leute wissen nicht einmal was das ist. Außerdem sind das meiner Meinung nach Daten, die eben nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind sondern für den Gebrauch im eigenen Umfeld.
@Suicider: Nein, kein Firefox-User "hilft mit". Geolocationing (bzw. damit mögliche Spielereien und, klar, auch kommerzielle Dienste, inkl. kostenloser Navi-Möglichkeit als Google-Dienst) stehen auf der Agenda aller Browser.
Und ganz wichtig: Man muß erstmal einstellen, daß man das überhaupt will. Ohne explizite Erlaubnis läuft da also gar nichts.
Was das Thema generell angeht: Alter Hut. Ich persönlich bin zwar ein arger Verfechter des Datenschutzes, aber ich sehe hier das wirkliche Problem auch eigentlich nicht. Es war vor Streetview schon üblich, und daß Google bei den Fahrten gleichzeitig auch die WLans scannt, war nicht nur bekannt (wer es denn wissen wollte), ich würde mal sagen: jeder der sich auch nur ein wenig mit der Materie auskennt, wäre hochgradig verblüfft gewesen, wenn Google bei der Gelegenheit nicht auch selbstverständlich die Hotspots erfaßt.
Aber schon interessant (wieder mal) zu sehen, wie weit entfernt manche Leute von der IT-Realität sind, die das von Berufs wegen eigentlich nicht sein sollten …
… was wiederum Google vermutlich verblüfft. Getreu dem Motto: Was regen die sich jetzt auf, wo wir auch nichts anderes machen, als andere. Da fehlt sicherlich beiden Seiten das Gespür für die jeweils anderen.
Als ITler bleibt mir aber mom. nur das Kopfschütteln über die "Spätmerker" …
@Daarin: Niemand wird gehindert, sich zu informieren, was er da eigentlich macht. Und zwar bevor er einen Hotspot in Betrieb nimmt.
Wenn ich in die Ecke pinkle, dann beschwere ich mich anschließend ja auch nicht, daß es in der Ecke jetzt so naß ist. >;->
Man kann auch jederzeit den Hotspot stillegen und Alternativen verwenden. Das ist ziemlich effektiv. Und auf jeden Fall effektiver, als darauf zu warten, daß die Technik so geändert wird, wie man sich das vielleicht erträumt …
greift §202a bei mac-adresse oder "versteckter" ssid?
.~.
Wenn ich ein großes Schild mit meinem Namen ins Fenster hänge, dass man aus 200 Meter aus sehen kann, dann bin ich selber dafür verantwortlich, dass jeder der vorbei kommt, meinen Namen kennt und weiß dass ich da wohne. Oder nicht? ^^
Und wenn ich ein WLAN-Funknetz betreibe, dass im Umkreis von 200 Meter empfangbar ist, und das Netz mit meinem Klar-Namen benenne, dann bin ich natürlich genau so selber verantwortlich.
Mit jedem WLAN-Fähigen Handy kann man das machen, was Google tut. Nämlich Funknetze in der Umgebung scannen, damit man sich ggf. in sein eigenes oder ein öffentliches WLAN einwählen kann.
Solche Netze heißen natürlich fast immer wie die Firma des WLAN-Routers (Fritzbox, NETGEAR) oder z. B. Mikymaus oder suki11.
Kein Mensch benennt die mit VornameNachname. Das hab ich in Köln jedenfalls noch nie gesehen. Und da bin ich viel mit meinm Palm Pre (WLAN-Handy) unterwegs. Dann wäre man ja auch verrückt und natürlich selber Schuld.
Und dass die Nachbarn oder Leute auf der Straße merken, dass man ein WLAN betreibt und sendet, wie man das genannt hat und welche MAC-Adresse der Router hat, ist natürlich das "allgemeine Betriebsrisiko", das man eingeht, wenn man ein solches Gerät/Sender betreibt (kenn das juristische Wort nicht).
Ähnlich, wie man Gefahr geht, dass es anfängt zu regnen und man nass wird, wenn man auf die Straße geht. ^^
Oder dass jemand merkt, dass man ein Blog beteibt, wenn man das ins Internet stellt.
Das wird alles immer grotesker und bekloppter. :)
Übrigens läßt sich die MAC Adresse durchaus auch ändern. Bei einigen Routern geht das sogar ohne Firmwareupdate.
Fakt ist aber, daß das so gut wie niemand macht, daher ist die MAC wohl wirklich das beste ID Merkmal für die Kartographierung.
Und was die ganze Aufregung hier soll, habe ich auch nicht wirklich verstanden. Muß wohl der Datenschutz-Reflex sein.
Schließlich steht es jedem frei, sein Haus-WLAN per Zeitschaltuhr zu betreiben, dessen Reichweite nach unten zu optimieren, so daß es nur im Haus geht, oder die MAC/SSID öfters zu ändern, wenn er das will.
Kurzum, das ist keine zwangsweise Geschichte. Anders als bei so mancher staatlicher Aktion, wo ich nicht die Wahl habe.
WLAN ist z.Zte nicht das Hauptproblem:
es gibt garantiert schon Software
die private Schnappschüsse
mit Hilfe von Street View
dahingehend auswerten kann
dass es möglich ist herauzufinden
wo das Foto aufgenommen worden ist.
Da mach' ich nicht mit!!