Das Rollkommando im U-Bahnhof
Mit “Rollkommandos” versucht die Düsseldorfer Rheinbahn Schwarzfahrern beizukommen. Gestern morgen um 8.30, also zur besten Rush Hour im Bürobezirk, besetzten zum Beispiel 38 Kontrolleure, sechs Sicherheitskräfte und zwei Polizisten den U-Bahnhof Königsallee.
Der Düsseldorfer Express berichtet von von einer “dichten Sperrkette”. Laut NRZ betraten sofort nach dem Türöffnen 30 (!) Kontrolleure die Züge und versuchten, alle Fahrgäste innerhalb einer Minute zu kontrollieren. Wachleute hätten derweil die Türen gesichert. Auch aussteigende Fahrgäste seien auf dem Bahnsteig angehalten und kontrolliert worden.
Mit den Kontrollen auf dem Bahnsteig dürfte sich die Rheinbahn auf glattes Parkett begeben. Zumindest dann, wenn ausgestiegene Fahrgäste vom eigenen Personal festgehalten werden. Ich bezweifle, dass es nach Ende der Beförderung überhaupt noch ein Recht gibt, (Ex-)Fahrgäste zu kontrollieren.
Ich würde es mir jedenfalls nicht gefallen lassen.
Angesichts des Aufwandes kein Wunder, dass viele Fahrgäste erst mal von einer groß angelegten Verbrecherjagd ausgingen und dann überrascht feststellten, dass es nur um Schwarzfahrer geht. Eine Frau empfand das Vorgehen als “Einkesselung”, ein Fahrgast sprach von “Razzia”. Die Westdeutsche Zeitung zitiert ein “lächerlich”.
Interessant ist, was für Schwarzfahrer mit dieser martialischen Aktion erwischt wurden. Da war zum Beispiel ein Herr aus Lissabon. Er hatte zwar ein Ticket, es war aber nicht abgestempelt. Er habe das nicht gewusst, sagte er. Seine Personalien wurden trotzdem notiert. Er wird sich bestimmt gerne an seine Reise nach Düsseldorf erinnern und davon schwärmen, wie hilfsbereit und nachsichtig einem die regionalen Gepflogenheiten erläutert werden, mit denen man einen vom Automaten ausgespuckten Einzelfahrschein auch gültig macht.
Insgesamt 70 Schwarzfahrer wurden in zwei Stunden “erwischt”, heißt es stolz. Man kann es auch anders sehen. Rund 3.3000 Fahrgäste, die brav für ihre Tickets zahlen, mussten sich allein am Bahnhof Königsallee diesem unschönen Szenario aussetzen – obwohl sie für ihr Geld eigentlich zügigen Transport und ordentlichen Service ewarten dürfen. Und keine Drohkulissen.
Selbst nach Angaben der Rheinbahn fahren nämlich maximal 2,1 Prozent aller Passagiere schwarz.
1. Gedanke : Lächerlich
2. Gedanke : Ob da wohl jemand seine Machtphantasien ausleben wollte ?
3. Gedanke : 70 Schwarzfahrer mal (bei uns) 40 Euro = 2800 Euro, da kommt einem doch der Gedanke das es sich nicht lohnen könnte, bzw. die Aktion ein Minusgeschäft war, sowohl finanzieller als auch service- und werbetechnischer Hinsicht (wobei vllt. negativ Werbung FTW oder so -.o )
Ich frag mich sowieso, ob es Volkswirtschaftlich nicht besser wäre Schaffner mitfahren zu lassen. Denn Bezahlen muss der Staat sowieso. Entweder H4 oder halt einen Lohn als Schaffner. Und die Differenz dürften die Mehreinnahmen locker ausgleichen.
Ein Vorgehen dieser Art gibt es in Hannover schon seit mehreren Jahren, denke mal so ab 2003 etwa.
In Hamburg wird das ähnlich, jedoch besser, gelöst. In Hamburgs U-Bahn Stationen ist nämlich allein der Auffenthalt in der Station nur mit gültigem Ticket erlaubt. Es gibt oft eine Messing-Boen-Gravur die diese Grenze markiert. Abstempeln im Zug gibt es nicht. Wenn Kontrolliert wird dann auch in Kette unten bei der Treppe wo beide Bahnsteige runter kommen. Niemand wird im/am Zug festgehalten. Man muss nur sein Ticken kurz zeigen wenn man an der Kontroll-Kette vorbei möchte. Natürlich funktioniert das nicht ohne Zivile, die schwarzfahrende wieder gen Bahnsteig umdrehende oben abfangen. Allem in allem für alle entspannte Situation – aus für den der schwarz Fährt.
Ich schreibe zwar ungerne Kommentare aber dieses Erlebniss hatte ich in Frankfurt auch. Ich kam mir vor wie ein Schwerverbrecher als diese Kontrolleure mit Schlagstock am Beim uns anbrüllten uns anzustellen und uns auch noch mit "schneller, schneller" anfeuerten.
Irgendwie erinnerte es mich an "Schindler's Liste" als die Gettos geräumt wurden.
Ich beschloss seitdem mit dem Auto zu fahren. Menschen Autorität geben die damit nicht umgehen können hat bereits des öfteren in der Geschichte bewiesen das es schlecht ist.
In Berlin ist es wohl normal, dass die Kontrolleure im Dutzend anrücken. Zumindest in der S-Bahn.
Wenn man weiß wie rüde die Rheinbahn mit ihrem Personal umgeht,wundert eine solche Aktion gegen ihre Fahrgäste nicht.
@Lifeguard:
Ich würde sogar soweit gehen, dass es volkswirtschaftlich besser wäre, ganz auf Tickets zu verzichten (ich mein das ganz ernst).
- die Bahn wird vom Steuerzahler eh schon mächtig unterstützt
- Kosteneinsparung durch
– keine Automaten samt Infrastruktur
– keine Kontrolleure
– dadurch viel kleinere Buchhaltung
- dafür aber mehr Bahnnutzer, dadurch
– bessere Auslastung
– weniger Autofahrten -> Umwelt, -> Einsparungen beim Straßenbau
ÖPNV inkl. Schienen- und Straßenunterhaltung ist eh nicht kostendeckend machbar; die Tickets könnte keienr bezahlen. Waraum also nicht eine Infrastrukturaufgabe des Staats daraus machen? Wenn man die obigen Punkte gegenrechnet, könnte da durchaus ein Plus unten rauskommen :-)
Das (U)Bahn System krankt an einem falschen Aufbau. Würden endlich – wie in vielen anderen Ländern üblich – die Zugänge zu den Stationen beschrankt sowie die Tickets beim Ein- und Ausgang eingelesen müsste die alberne Entwerterei entfallen. Stattdessen schickt man lieber Horden von Kontrolleuren durch die Gänge… naja…
Das Verhältnis Kosten/Nutzen war auch mein erster Gedanke. So gewinnt man neue zufriedene Kunden. ;)
@Torsten: Also ich fahre werktags täglich mit der S-Bahn in Berlin und wurde seit knapp 3 Jahren im Berufsverkehr noch gar nicht, und zu abweichenden Zeiten höchstens von 3er Teams kontrolliert. Auf welcher Linie und zu welchen Zeiten machen Sie denn solche Feststellungen?
Eine Frechheit sondergleichen.
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Booahh, haben die große Züge in Düsseldorf! ;-)
Gibt es in Düsseldorf auch schon länger.
Habe das in den letzten paar Jahren schon ein paar mal erlebt.
Ich wundere mich allerdings schon ein bisschen:
Denn das Vorgehen H4ler einzusetzten ist auch schon Gang und Gebe.
Eigentlich werde ich pro Woche 2-3 mal kontrolliert. Meistens gondeln 2-4 Matronen ( ähm… Kontrolleure) durch die Bahn.
Die Chance erwischt zu werden ist so eh mehr als hoch.
Bei der Aktion wurde in meiner Bahn glaube ich 1 Mann rausgewunken…
Wenn das dem Schnitt entspricht, kann das keine Profit orientierte Aktion sein.
Und wenn es darum geht die Leute mal ans zahlen zu errinnern, muss man sich fragen ob man bei der Zielgruppe (bei der Uhrzeit wohl Berufstätige, studenten und Schüler) damit vielleicht an der richtigen Adresse ist…
Leider kann ich nicht auf das Auto umschwenken. Es macht bei meinem Dienstweg einfach keinen Sinn.
Verdammtes Monopol…
Die optimale Lösung in der Moskauer Metro. 5 Kopeken (damals, in der guten alten Zeit) an der Sperre einwerfen, durchgehen und dann solange fahren wie man lustig ist. Wer versucht ohne Münzeinwurf durchzugehen, dem versperrt sofort ein solider Holzstock den Weg (Lichtschranke). Irgendwo in Deutschland gab es mal das gleiche System, war aber zu einfach und wurde wieder abgeschafft. – Zu dem Herrn aus Lissabon: Es ist wirklich einmalig dämlich ein gerade gezogenes Einmalticket auch noch abstempeln zu müssen. Ist aber fast überall so, was beweist, daß dämliche Systeme sich am besten durchsetzen.
Aus http://www.vrr.de/imperia/md/content/tarif/handbuch/april/a_befoerderungsbedingungen.pdf :
Sieht aus, als hätte das Verkehrsunternehmen hier einen Bock geschossen – Fahrtende dürfte gewöhnlich als "Verlassen des Fahrzeugs" zu verstehen sein.
Andere Verkehrsunternehmen sprechen hier vom "Verlassen des Betriebsgeländes" o.ä., d.h. dort sind Kontrollen auch noch auf dem Bahnsteig / im Bahnhof erlaubt.
Sind die Fahrkartenautomaten der Rheinbahn alle wieder funktionsfähig?
Ichw ar auch überrascht als ich letztens am Münsterplatz (richtung Nordstrasse) in der 701 kontrolliert wurde. Das wurd eich ja noch nie. Aber auch auf was für eine Art: Man stieg ein und stellte sich hin und auf einmal packt einen eine FRau am Oberarm und sagt im bissigen Ton "Ihren Fahrschein würd eich gerne einmal sehen!". Man muss dazu sagen, dass ich an dem Tag sehr studentisch (also: lässig) gekleidet war. Sie war regelrecht enttäuscht als ich ihr meinen Studentenausweis zeigte und sie sich schnaubend, das Prüfgerät tarnedn unter Mantel tarnend zurückschiebend, wieder hinsetzte.
Nach dem Ausstieg zu kontrollieren dürfte sinnlos sein, weil man ja auf das Ticket eines weiterfahrenden Mitfahrers gefahren sein könnte (z.B. zwei Stempel in einem Mehrfahrtenausweis).
@DraMaticK: haben dann Straßenbahnen und Busse drehkreuze?
@Tobi: Das sind dann Momente, bei denen ich halt etwas länger in der Tasche krame und gegebenenfalls den Kontrolleur mit "Das heisst Könnten Sie sich bitte beeilen?" korrigiere. Bei Androhung körperlicher Gewalt hilft dann nur noch die Polizei hinzuziehen. Könnte in der U-Bahn etwas schwieriger werden mit dem Handyempfang…
@Sebastian Salzgeber
Also das Anfassen hätte ich mir relativ lautstark verbeten.
@Sebastian Salzgeber: Erste Gegenfrage: "In Deutschland sagt man Guten Tag. Wer sind Sie überhaupt? Können Sie sich ausweisen? Und lassen Sie meinen Arm los, ich tue Ihnen nichts."
Fairerweise muss ich mal anmerken, dass mir in Düsseldorf eher die Unfreundlichkeit der Kontrollierten, als die der Kontrolleure aufgefallen ist. Insbesondere ältere Damen in Pelzmänteln sind mir da schon mehr als einmal mit ihrer Hochnäsigkeit und aus jeder Pore triefenden Arroganz gegenüber jungen Männern aufgefallen. Nur mal so als Einwurf…
@Tom: Na, das ist ja auch eine Frage der Abschreckung. Würde gar nicht kontrolliert, dann würden erheblich mehr Leute schwarz fahren. Außerdem wissen die aufgrund solcher "Rollkommandos" nun definitiv, mit wie vielen Schwarzfahrern sie z.Z. rechnen müssen.
Als häufiger Nutzer des ÖPNV kann ich solche Aktionen nur begrüßen. Solange eine solche Aktion in höflich durchgeführt wird, ist dagegen nichts einzuwenden. Die Unternehmen müssen schließlich Geld für den Betrieb von Bus&Bahn aufwenden, was auf die Nutzer umgelegt wird. Da habe ich wenig Lust auch noch für andere mit zu bezahlen.
Solche Rollkommandos sollten viel häufiger eingesetzt werden, etwa wenn es darum geht, Rundfunkgebührenpreller zu stellen … Einfach mal einen ganzen Häuserblock umstellen und durchsuchen. Erfahrungsgemäß dürfe man dabei sicherlich auch noch einige Zufallsfunde machen (Drogen o.ä.)!
Hat was von Polizeistaat. Glückwunsch.
Gegen 9.30 sah es so aus, dass Fahrgäste mit Zeitkarten (im VRR brillant als RFID-Chipkarten gelöst) praktisch überhaupt nicht kontrolliert wurden. Von weitem mit dem bunten Kärtchen winken reichte.
Eine sinnvolle Lösung, um die Zielzeit von einer Minute zu erreichen, denn alleine das auslesen einer solchen Karte dauert gerne mal 5 bis 10 Sekunden.
Als zahlender Fahrgast war ich allerdings höchst begeistert, dass ich für sowas auf meinem Weg zur Arbeit aufgehalten wurde.
hier fahren sbahnen gerne mal langsam wenn kontrolliert wird. ist schon lange nicht mehr vorgekommen aber falls mir das passieren sollte werde ich den fahrer auffordern normal weiter zu fahre und drohe ihm mir einer anzeige wegen nötigung.
zum "festhalten" zwecks fahrkartenkontrolle an bahnsteigen – vorwarnen, festnehmen, polizei rufen und anzeige wegen nötigung und freiheitsberaubung.
@Vakur: Ich wurde vor etwa vier Wochen in der S47 am S+U Neukölln gegen 14:30 kontrolliert, kommt also durchaus auch zu "normalen" Zeiten vor. Allerdings durch ein überraschend sympathisches Zweierteam.
Hab so ein Rollkommando nur in relativ klein (ca. 15 Leute) in Köln erlebt. Die haben es tatsächlich geschafft, zwischen 2 Haltestellen einen kompletten U-Bahn-Wagon zu prüfen. Lief aber relativ entspannt ab, ich kann da nicht klagen.
Die Idee mit den staatlich getragenen öffentlichen Verkehrsmitteln finde ich interessant. Sollte mal von Fachleuten durchgerechnet werden. Die dann arbeitslosen Kontrolleure können ja als Sicherheitsbegleiter weiter mitfahren.
Ich muss auch sagen, ich kann mich in der Bahn noch so hinlümmeln, ich werde freundlich gefragt, einmal als ich an einer extrem spannenden Stelle im Hörbuch war und aus dem Fenster gesehen habe wohl auch mehrfach und es läuft meistens sehr ruhig ab. Andererseits ist das vielleicht hier auf dem Land auch besser, auch wenn ich sagen muss die Zahl der Kontrolleure ist stark angestiegen. Zumindest in der Bahn.
Was könnte daran "einmalig dämlich" sein? Wenn ich den mal den ÖPV nutze kaufe ich mit gleich das Rückfahrticket dazu…..Also es besteht durchaus Bedarf mehrere Tickets auf einmal zu kaufen.
In München war das früher Standard, heute weiß ich es nicht.
Da wurde einfach oben am Marienplatz am Ende einer wirklich langen Rolltreppe, bei den Stempelautomaten eine Kette gebildet und alle kontrolliert die rauskamen. Umdrehen konnte man auf der Rolltreppe nicht, außer man wurde von ankommenden Leuten gewarnt dass oben kontrolliert wird.
Innerhalb des sog. "Sperrenbereichs" braucht man mindestes eine Bahnsteigkarte, so dass niemand sagen kann "ich bin ja gar nicht gefahren".
@Werner: Meist fahren aber die verschiedenen Verkehrsmittel aber im Verbund. Man löst irgendwo im Bus, fährt weiter mit der U-Bahn, Zug und dann wieder mit dem Bus. Ich bin froh, dass ich dann nicht jedes mal beim Umsteigen ein neues Ticket benötige. Bevor jetzt jemand mit einer Hightech-Lösung kommt: Ja, das lässt sich sicherlich auch noch lösen, wäre aber bestimmt auch erheblich teurer als die heutigen Papierschnippel, wenn man das in Zeiten der Farblaser auch noch halbwegs sicher machen möchte.
Zum Abstempeln der Tickets: Das ändert sich z.Z. aber. Also ich kenne jetzt schon zwei Städte, bei denen die Fahrkarten beim Kauf direkt entwertet werden. Selbst bei Mehrfahrtenkarten gilt die erste Fahrt direkt als entwertet.
Als Ausländer oder sonstig Fremder muss man sich halt informieren. Tut man das nicht, hat man halt pech gehabt und lernt das fürs nächste mal. Ausländer können ja als alternative auch versuchen ein Auto zu mieten und dann nach brasilianischen, amerikanischen, japanischen, ägyptischen oder jordanischen Verkehrsregeln fahren. Das wird dann u.U. mehr als 40 Euro kosten.
In Hamburg wird so seit Jahrzehnten kontrolliert.
Solches Vorgehen gab es in Berlin vor Jahren auch, am U-Bahnhof Kottbusser Tor, der als ein Kriminalitätsschwerpunkt gilt, außerdem Umsteigebahnhof der U-Bahn ist, also ein recht zentraler Ort. (Ob das heute noch so gehandhabt wird, weiß ich nicht.) Ich selbst habe das nie miterlebt, kenne das nur aus den Medien. Dort war aber immer relativ viel Polizei dabei (hieß es). Der Vorgang dürfte aber dem hier beschriebenen sehr ähneln, also: Herstellung eines bürgerkriegsähnlichen Eindrucks zwecks Einschüchterung und Abschreckung für die Zukunft.
Ich sehe Fahrkartenkontrollen im ÖPNV zwiespältig. Natürlich besteht das berechtigte Interesse der Verkehrsbetriebe, möglichst wenig Schwarzfahrer zu dulden. Ich habe eine Jahreskarte und prinzipiell wenig zu fürchten. Andererseits sind die Preise für die ÖPNV-Nutzung teilweise derart absurd hoch, daß das für Leute mit wenig Geld (z. B. Langzeitarbeitslose) oft kaum oder gar nicht erschwinglich und damit völlig unsozial ist. Insofern kann ich manche Schwarzfahrer durchaus verstehen.
Die Politik der Verkehrsbetriebe (z. B. in Berlin) halte ich für verlogen. Bereiis vor Jahren habe ich gesagt, wenn es keine Schwarzfahrer gäbe, würden die Träger des ÖPNV in Berlin sie erfinden. Denn sie dienen als Alibi versuchter jährlicher Fahrpreiserhöhungen.
Hier im Beitrag kommt ein Aspekt besonders gut heraus: die Unverhältnismäßigkeit. Als ständiger Käufer einer Jahreskarte, der die städt. und sonstigen ÖPNV-Verkehrsträger also permanent kreditiert, werde ich aus nichtigem Anlaß kriminalisiert. Wegen einer Handvoll Schwarzfahrer oder angeblicher Schwarzfahrer sollen sich rund 98 Prozent der ÖPNV-Nutzer schikanieren lassen.
Hmm, denke das ist ein Deutschland-Problem, die Nachfahren all der nicht ausgestorbenen SA-Horden aus den 30er Jahren müssen ja auch zu was Nutze sein…
@Dieter: Sachsen-Anhalt? Was war denn da in den dreisiger Jahren???
@8. T.
Diese (m.E. sinnvolle) Idee kommt immer mal wieder, z.B. vor einigen Jahren in Ulm, von einem CDU! Gemeinderat. Leider auf Anhieb keine Internet Quelle dafür gefunden
@anonym: Sozialabgaben können aber nicht einfach nur auf die zahlenden Fahrgäste umgelegt werden. Das benachteiligt ja schließlich dann auch die Fahrgäste, die Empfänger von Sozialleistungen sind und trotzdem das hohe Entgelt für ein die Tickets ehrlich gezahlt haben.
Es ist zumindest in NRW so, dass die Subventionen für den ÖPNV stark gekürzt wurden, so dass in wenigen Jahren die Preise massiv stiegen (eine Mehrfahrtenkarte z.B. von 15,60 auf 17,00 Euro). Das ist politisch so gewollt und muss auch dort gelöst werden (Hint: Wahlen in NRW!).
In Norwegen wurde ich bereits zweimal – im kleineren Maßstab – in der Straßenbahn so kontrolliert.
Straßenbahn hält auf freier Strecke an, vorne und hinten Polizeiautos mit Blaulicht, vor jeder Tür steht ein Polizist und hindert eventuell fliehende Personen. Dann kommen drei Zweierteams, kontrollieren alle Insassen der Straßenbahn, gehen wieder, Straßenbahn fährt weiter.
Da fühlt man sich wie ein Verbrecher.
Zu Deutschland: bei Fahrpreisen jenseits der 1,50 Euro, die noch nichtmal für die Rückfahrt (auch nicht auf anderem Weg!) gelten (vgl. Magdeburger Verkehrsbetriebe) kann ich den Hang zum Schwarzfahren durchaus verstehen. Ach ja, Magdeburg ist nebenbei noch eine Hochburg der Fahrraddiebstähle, falls jemand doch weder Auto noch Bahn nutzen möchte…
Auch in Düsseldorf ist ein Aufenthalt in den U-Bahnhöfen nur mit gültigem Ticket gestattet. Hierauf wird an jedem Eingang hingewiesen. Entsprechend wird das Kontrollieren nach Ausstieg aus den Bahnen, aber noch vor Verlassen der Bahnhöfe, zulässig sein.
Im Übrigen wären die Schwarzfahrerquoten sicherlich höher, wenn nachlässiger kontrolliert würde. Ich sehe nicht, was an dieser Aktion grundsätzlich auszusetzen ist. Natürlich hat sich das Kontrollpersonal anständig zu verhalten, dass dies nicht erfolgt sei, ist aber nicht überliefert.
In Lissabon geht es schön mit RFID da ist nix mit abstempeln – da sollte man sich hier mal ein Beispiel dran nehmen :)
Hier gibts seit langem kostenlosen ÖPNV, ein tolles Konzept, aus finanziellen Zwängen geboren:
http://www.zeit.de/1997/48/Stadt_ohne_Fahrschein
Das hat mich damals schon begeistert. Schade, daß es so wenig Nachahmer findet.
@ Klaus
Das mag so sein. Aber ich fände die Idee (die immer wieder mal auftaucht innerhalb verschiedener Jahrzehnte), den ÖPNV zum Nulltarif anzubieten, auch nicht völlig abwegig. Wenn man bedenkt, daß die BVG in Berlin von der Politik für ihre Arbeit gelobt wird, öffentliche Zuwendungen in dreistelliger Millionenhöhe erhält und andererseits Schulden in ähnlicher Größenordnung hat, fragt man sich schon, was da nicht stimmt (ganz abgesehen von den meist deutlich fragwürdigen Personen an ihrer Spitze).
Ich halte regelmäßige Kontrollen für wichtig, denn wenn nicht kontrolliert wird, geht die Zahl der Schwarzfahrer vermutlich schnell nach oben.
Jedoch bevorzuge ich sehr die bei uns übliche Version, meist zwei ältere Herren, die kurz nach dem Anfahren an der Station ihren Dienstausweis zücken und die Fahrkarten der zugestiegenen Fahrgäste überprüfen.
In München ist das bei den Kontrolen der MVV-Busse üblich so vorzugehen. Selber schon zweimal miterlebt. Nicht besonders angenehm.
Habe ich in Berlin auch schon mal erleben dürfen in einer U-Bahn-Station. Fand ich auch eher schräg. Dass die in den Waggons kontrollieren, daran war ich ja gewöhnt, aber dass die einen ganzen Bahnhof abriegeln und jeden da kontrollieren (und dann auch noch extrem unhöflich; wenn jemand was von mir will, soll er mich wenigstens angucken), war für mich ungewöhnlich. Kann mir auch nicht vorstellen, dass das besonders attraktiv auf Touristen wirkt.
Irgendein Optimierungsspezialist in der Verwaltung der Rheinbahn hat sicherlich ausgerechnet, dass man die Rendite des Unternehmens erhöhen kann, wenn man die Schwarzfahrerquote um 0,5% reduziert. Daraus folgen dann solche Aktionen.
Der Herr aus Lissabon sollte sich nach der Erfahrung in Ddorf aus Köln fernhalten: Die Automaten-Tickets in der Bahn sind hier bereits entwertet und dürfen* nicht noch mal gestempelt werden.
Mit Nachsicht würde ich auch hier nicht rechnen.
*so war es mal, ob das heute noch so gilt …
@ Eric
Was den zweiten Punkt betrifft, gebe ich Ihnen natürlich recht.
Es wäre ja aber doch sehr die Frage, ob und wie die Zahl der Schwarzfahrer wirklich steigen würde, ohne (regelmäßige) Kontrollen. Ich benutze täglich (Mo. bis Fr.) die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin seit knapp vierzig Jahren, habe dabei schon nahezu alle Formen von Kontrollen erlebt, sehr häufige, über Jahre gar keine und alles dazwischen.
Gibt es nicht sogar etwas detailliertere Untersuchungen zum Schwarzfahren aus Wien?
@Klopfer: Das Berliner extrem unhöflich sind, ist eine allgemein bekannte Tatsache ("Berliner Schnauze"). Da ist es allgemein üblich auf einfache Fragen pampige Antworten anstatt freundliche Hilfestellungen zu bekommen. Das hat nicht mit Fahrkartenkontrollen zu tun.
Komische Sache, beim HVV in Hamburg ist sowas schon Gang und Gebe. Oft gibt es dann mitten in den Stoßzeiten einen abgeriegelten Bahnhof und man verspätet sich mal eben um 5 Minuten bis alles geklärt ist.
In der Münchner U-Bahn steigen bei einer Kontrolle meist 3 zivile Kontrolleure pro Wagen (einer pro Tür) ein und schaffen es problemlos, zwischen zwei Stationen höflich alle Fahrgäste zu kontrollieren. (Wie das in den neuen U-Bahnen mit zusammenhängenden Wagen gemacht wird, weiß ich nicht).
Ebenso klappt das auch in den Trams (Straßenbahnen) sehr gut – nur meiner Meinung nach wird viel zu selten kontrolliert (mich als täglichen Fahrgast trifft es alle 2-3 Monate).
@Pirmin:
Andererseits wird in München auch beim Verlassen des Bahnhofs kontrolliert. Nach meiner persönlichen Erfahrung bisher ohne Razzia-Charakter.
In Hamburg wird (wie schon geschrieben) so ähnlich, also auf dem Bahnsteig, und während der Fahrt in den Wagen kontrolliert.
Habe ich in den, jetzt erschreckenderweise schon zwei Jahrzehnten, die ich den ÖPNV hier nutze, schon etliche male erlebt.
Bislang war der Ton jedoch immer durchaus normal bis höflich.
Selbst bei der Kontrolle am Tag vom St.Pauli/Bayern – Spiel.
Und der Herr aus Lissabon hätte hier keinerlei Probleme bekommen. Man muss die Fahrscheine hier auch nicht noch einmal gesondert entwerten – wo ich der Einfachheit halber sehr froh drum bin.
In Hamburg ganz normal.
Also nicht der Teil mit dem stürmen der Bahn, aber hier werden meist die Bahnhöfe abgeriegelt, man kann sie dann nur durch die Kontrolleurketten verlassen.
@Klopfer: Das Nicht-Angucken ist eine reine Vorsichtsmaßnahme der Kontrolleure. Bloßes In-die Augen-schauen reicht bei gewissen Kulturen bereits als Verletzung der Ehre und wird mit Prügel oder Messer bestraft.
Grade den Herrn aus Lissabon kann ich gut verstehen. Ich lebe schon eine Weile nicht mehr in Deutschland und bin viel am Reisen. In jeder Stadt dieser Welt gibt es ein neues System, jedes System ist anders und mal muss man mit Muenzen, mal mit Scheinen, mal mit Kredit Karten, EC Karten, speziellen Token oder gar nicht zahlen (in Bangkok sind z.B. gewisse Busse kostenlos).
Das ist verwirrend, klappt aber meist mehr oder weniger gut. Nur wenn ich nach Deutschland komme brauche ich erst Mal 10 Minuten um zu verstehen, was ich zahlen muss. Dann kann ich die Karte meist nicht kaufen, da hierzulande kaum Kreditkarten akzeptiert werden.
Ich bin sicher, ich haette unwillentlich die Statistik dieser Aktion in Richtung "lohnt sich" verschoben…
@ Klaus
Berliner können extrem unhöflich sein, sie können aber auch extrem freundlich sein.
Der Begriff Rollkommando trifft es auf den Punkt.
Und wie immer sind 99% aller Schäfchen brav, stellen sich lieb in die Schlange und lassen sich mit "schnell, schnell" und Holzknüppel einschüchtern.
Das ist wie mit den Schweinen. Die singen auch immer auf dem Weg zum Schlachthof: "Heut ist so ein schöner Tag… la la la la…"
Noch ein Nachtrag zur Aüßerung von Hugo (Nr. 58).
In Hamburg können die bahnhöfe deshalb abgeriegelt werden, da dort das Betreten derselben nur mit Fahrkarte oder gültiger Bahnsteigkarte (!!) (scheint es also noch zu geben) erlaubt ist.
Anderorts gibt es wohl keine solchen mehr, sodass nach Beendigung der Fahrt eine Fahrkarte nicht mehr kontrolliert werden dürfte.
@Klaus:
So ein Blödsinn. Wie soll man sich als Ausländer bitte vor seiner Ankunft hier in Erfahrung bringen dass man hier eine Einmalfahrkarte (was übrigens bei der VAG nicht der Fall ist) nochmal abstempeln muss? Die Information wirst du garantiert nirgends auf Englisch finden.
"Schwarzfahrer"? – Das ist doch veraltet!
.
Sollte man diese Menschen nicht eher als "Raubfahrer" bezeichnen?
Oder als U-Bahnpiraten?
@ Dr Dietmar Beining
Das mit Hamburg und dem Bahnsteig war bereits weiter oben thematisiert worden. In Berlin wird bei der S-Bahn bereits seit vielen Jahren nicht mehr auf dem Bahnsteig kontrolliert; bei der BVG ist man da wohl weniger zimperlich.
Andererseits: Wenn jemand gerade eben die Bahn verlassen hat und auf dem Bahnsteig mind. zwei Kontrolleure in unmittelbarer Nähe dazu stehen, wo sollte da ein rechtl. Problem bestehen, diese Person nach dem Ticket zu fragen?
Grundsätzlich sind Kontrollen wichtig. Ich habe auch keine Lust, die dauernden Schwarzfahrern oder "ich-kaufe-nur-ein-Ticket-wenn-ein-Kontrolleur-in-der-Bahn-ist"-Fahrern mitzufinanzieren. Allerdings geht das hier dann doch zu weit.
@Svenska:
In Magdeburg ist ja gerade das gemeine, dass es geändert wurde. Vorher galt das Ticket ja gerade 90 Minuten, egal, wohin ich fahre.
Und: Bis jetzt ist mir (und vielen anderen) nicht klar, was "Rückfahrt, auch auf anderem Weg" genau bedeutet. Wenn ich umsteige und auch nur eine einzige Haltestelle richtig ursprünglichem Ziel zurückfahre (weil es z.B. verkehrstechnisch günstiger war), ist das schon eine unerlaubte Rückfahrt? Falls nein: Was ist mit 2 Haltestellen? Falls auch das erlaubt ist: Was, wenn ich eine einzige Haltestelle vor dem Abfahrort aussteige? Darf ich das auch? Falls nein: Wo genau ist die Grenze?
Bezüglich der Entwertung von FAhrscheinen: Da man in jedem Ort, in den man fährt, völlig andere Regelungen hat (Fahrkarte am Automaten VOR Fahrtantritt, beim Schaffner/in der Bahn kaufbar, manchmal entwerten, manchmal nicht, manchmal als Verbundticket mit anderen Verkehrsmitteln nutzbar, manchmal nicht), ist das ganze einfach nur krank. An vielen Orten muss man sich entweder vorab informieren (z.B. Internet), was aber häufig auch dauert und nicht immer ganz eindeutige Ergebnisse zutagefördert, man sitzt an den Aushängen und studiert die TExte genau (und verpaßt den Anschluß), oder man fragt jemanden, falls es jemand gibt, der es weiß ("Entschuldigung, das weiß ich auch nicht. Ich nutze schon seit Jahren nur mein Abo.") – und verläßt sich darauf, dass er ehrlich geantwortet hat!
Das ist nicht wirklich schön.
@palosalto: Länderkürzel für Sachsen-Anhalt lautet ST. Aus eben genau diesem Grund ;
Das ist Deutschland.
Da werden Fahrkarten noch ordnungsgemäß geknipst.
Also in Kuala Lumpur funktioniert das am Automaten anders:
1) Sprache wählen
2) Ziel wählen
3) Anzahl Karten wählen
4) zahlen
dann bekommt man eine Magnetkarte, die beim Betreten eingelesen (entwertet) wird und beim Verlassen am Zielort nochmal gelesen und einbehalten wird.
Kein Papier, simpelst zu bedienen (auch für Ausländer). Funktioniert aber leider nur mit S/U-Bahnen mit einem abgegrenzten Bahnhof.
In Frankfurt werden Fahrkarten auch nicht extra gestempelt, dafür ist es aber bereits beim Lösen der Karte ein Glücksspiel, den richtigen Tarif zu erwischen, auch für Einheimische.
Der bahnfahrende Pöbel wird in Düsseldorf ja sowieso nicht gern gesehen. Da können die Leute von Glück reden überhaupt in die Nähe der Kö zu gelangen mit solche einem niveaulosen Transportmittel.
/satire
Aber mal ernsthaft, im Berufsverkehr? Das sollen die mal lieber Freitag oder/und Samstag Abends machen. Da triffts dann wenigsten "die richtigen".
@Sebastian: In Hamburg ist das an allen Stationen so, auch bei der S-Bahn, da hat man zum Teil nur keine Markierung auf dem Boden oder nur eine weniger auffällige, eine Markierung gibt es aber in jedem Fall. Zusätzlich gibt es die Bahnsteigkarte, die man am Automaten kaufen kann, die kostet 30 Cent und man darf sich damit eine Stunde lang am Bahnsteig an dem die Karte gelöst wurde im kartenpflichtigen Bereich aufhalten.
Jungs, fahrt mal in Köln mit der KVB (meidet jedoch die U-Bahn) :-D
@Klaus:
Ja klar das schreckt mehr ab als die normalen Kontrollen. Also mich schreckt es eher ab den ÖPNV zu nutzen. Als Schwarzfahrer würde mich das gar nicht abschrecken.
ich find's gut. Wenn ich zahle, könne die anderen auch zahlen und den Punks mit ihren Dreckstölen, die meinen das wäre nicht nötig, sehe ich gerne beim erwischt werden zu. Mich persönlich freut jede Kontrolle.
@Sebastian: digitaluhren ticken nicht. wie zeigt man den kontrolleuren dann das ticken an?
Leipzig hat wahnsinnig viele Kontrolleure. Bin ca. 10 mal mit der Straßenbahn gefahren und wurde bereits 6 mal kontrolliert. (an jedem Tag mind. ein Mal)
@Eike: Das mit den "Kulturen" halte ich für ein Gerücht oder Vorurteil.
Sie meinen, bei einigen asozialen Menschen. Die gibt es wohl in beliebigen Kulturen.
@Eike:
Jo bei den Briten, Amerikanern, Franzosen, amerikanischen Ureinwohnern, Spaniern, Italienern,….
Eigetnlich bei jedem außer den Deutschen,
Ich seh' den Punkt nicht ganz.
In meiner Stadt ist schon das Betreten des Bahngeländes jenseits der Fahrkartenautomaten nur mit gültigem Fahrausweis gestattet. Kontrollen finden entsprechend an dieser "Grenze" oder eben in den Fahrzeugen statt (Hausrecht?). Bei genauerer Prüfung wird sich das in Düsseldorf ähnlich gestalten?
Was (unbedarfte) ortsunkundige und mit den Gepflogenheiten nicht vertraute Gäste der Stadt angeht, kann ich die Irritation verstehen. Aber Spielregeln sind nunmal einzuhalten.
Und wenn wir uns vergegenwärtigen, dass JEDER ÖPNV steuerlich subventioniert werden muß, ist m.E. auch entschlossenes Verfolgen von "Beförderungserschleichern" ok.
Ich bin allerdings auch intensiver Nutzer des ÖPNV im Berufsverkehr, quasi parteiisch;-)
@T.: Sehr gute Überlegung!
——
Was ist eigentlich, wenn ich an den Bahnsteig trete, um einen lange erwarteten Freund abzuholen aber dieser nicht eintrifft?
Bin ich dann ein Schwarz-auf-einen-Freund-Warter?
Die sind sooo doof!
Die einzige Uhbahn in der nicht kontrolliert wird, ist die Bremer U-Bahn ;)
http://www.die-bremer-ubahn.de/
@Klaus:
zumindestens in Japan kostet es nicht mehr. Mann kommt nicht ohne Karte auf den Bahnsteig, wenn zuwenig bezahlt zahlt man halt am Ziel nach, und zwar _ohne_ Aufschlag.
Seitdem ich dieses System in verschiedenen Jahren an verschiedenen Orten testen konnte weiß ich das ein preisgünstiger, sauberer und pünktliches Verkehrssystem möglich ist und das für seine Benutzer da ist.
BTW japanische Bekannte haben regelmäßig einen Kulturschock wenn sie (nicht nur) unser Verkehrssystem sehen. Die muß man aber eh immer schonend auf das ehemalige Land der Dichter und Denker einstimmen wenn sie zum ersten mal hier sind…
Das wurde vor einigen (vielen) Jahren in Hamburg auch so gemacht. Eine Reihe von Kontrolleuren hat sich am Ausgang der U-Bahn-Station postiert und hat quasi die Schwarzfahrer abgefischt. Ob das jetzt noch so gemacht wird weiß ich aber nicht.
@T.: das ist purer sozialismus, schon fast kommunismus und damit spätrömische dekadenz. das darf westerwelle bloß nicht erfahren, sonst bekommt er wieder einen seiner anfälle.
übrigens: in der DDR wurde der ÖPNV 100% vom staat getragen. daß das funktioniert hat, sieht man erstens an dem hervorragenden ausbau des öffentlichen nahverkehrssystems und zweitens auch an den preisen, die sich im pfennigbereich bewegten.
@DraMaticK: Die Pariser Metro ist so aufgebaut. Und dort wird schwarzgefahren (auch wenn man ausreichend sportlich für sein muss und es definitiv kein Versehen mehr sein kann). Dementsprechend wird dort auch kontrolliert.
@Werner:
"Es ist wirklich einmalig dämlich ein gerade gezogenes Einmalticket auch noch abstempeln zu müssen."
Nein ist es nicht. Im Fernverkehr ist das Ticket dann nicht mehr umtauschfähig. Im Nahverkehr gibt es meist Zeitkarten, wenn man dann den Zug doch verpasst kann man sich u.U. eine neues Ticket kaufen wenn es schon entwertet ist.
Und schlußendlich kann man ja man ja auch mal Tickets kaufen wollen die man nicht sofort benutzen möchet.
Meine Güte, locker bleiben! In Hannover heißt sowas "Schwerpunktkontrolle" und wird regelmäßig durchgeführt. Und die Beförderungsbedingungen sagen hier, dass man sein Ticket bis zum Verlassen der U-Bahn-Station (in der das Beförderungsunternehmen Hausrecht hat) aufbewahren muss.
Schwarzfahren sollte wirklich eine Owi sein. Im übrigen sparen wir immer an der falschen Stelle und finanzieren nicht die Arbeit, sondern das Nichtstun. Früher sass in jeder Straßenbahn ein Schaffner, bei dem man eine Karte kaufen konnte. Da gab es so gut wie keine Schwarzfahrer.
@Hans:
früher fuhren ja auch solche straßenbahnen:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bb/Fahren_ohne_Fahrerlaubnis.jpg
wie man gut sehen kann: es wurde bei denen und wird auch heute noch schwarzgefahren.
im übrigen lese man sich mal § 265a StGB durch. da steht einiges zum thema schwarzfahren. stammtischparolen sind also nicht angebracht, schätzelein.
70 Schwarzfahrer in 2 Stunden.
38 Personen Personal 2 Stunden plus Personal zur Koordination der Aktion viele Stunden.
Rechnet sich inklusive Sozialabgaben nicht.
Plus Negativimage.
@ prior
100 % kann aber nicht stimmen, denn die Fahrpreise waren zwar niedrig; aber bei 100 % hätte es überhaupt keine Fahrpreise geben dürfen. Oder kann ich nicht rechnen?
@Wolli:
Egal wie es heißt ich finde sowas nicht toll.
Hach, die Rheinbahn!
Der Inbegriff für Service, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit schlechthin!
Man mache sich mal den Spaß, deren Hochglanzselbstbeweihräucherungsveröffentlichungen zu lesen und insbesondere die nachgerade an einen Luxus-Urlaub erinnernden Fotos der glücklich grinsenden Fahr"gäste" zu studieren.
Anschließend begebe man sich im morgendlichen Berufsverkehr – versehen mit dem unverständlichen Wunsch nach pünktlicher Ankunft – in eine der im Weltstadt-Hochleistungs-Takt verkehrenden Stadtbahnen (also für Nicht-Düsseldorfer: das sind U-Bahnen, die etwa 2 Prozent der Strecke unterirdisch fahren)und mache den Realitäts-Check…
Da passt eine Rollkommando-Aktion wie die oben geschilderte perfekt ins Gesamtbild.
Elender Sch***laden!
Aber 650 Millionen für eine überflüssige U-Bahn-Strecke "verbrennen" – da ist so eine Aktion doch eher eine Petitesse, oder?
Ich mag die U-Bahn-Systeme mit den Barrieren. Man hat seine Karte und wenn man damit aus Versehen falsch gefahren ist, kommt man eben nicht raus und muss nachzahlen. Kein Problem. Schwarzfahrer wird man erst, wenn man über die Schranke springt. Sehr portugiesenfreundlich, zumal in den Stationen auch immer ein paar Aufpasser stehen, die man fragen könnte. Die werden auch nicht den ganzen Tag über angelogen und sind vielleicht dadurch schon etwas freundlicher.
Das Rollkommando könnte noch effizienter arbeiten, nämlich indem die Fahrscheinkontrolle gleich mit einer vorbeugenden Personendurchsuchung kombiniert wird (könnte ja sein, daß jemand zum Beispiel ein gefährliches Taschenmesser mit sich führt ;-)).
Zum Thema entwertete Tickets aus Automaten: Das kann durchaus sehr verwirrend sein, denn das handhaben verschiedene Städte unterschiedlich und wer nicht aus Deutschland stammt und schlecht deutsch spricht, kann sich da schonmal vertun, wenn es vorher woanders ganz unterschiedlich lief. Wenn jemand einwandfrei als Tourist zu identifizieren ist, ist es hochgradig unklug, hier keine Kulanz walten zu lassen, denn derjenige besucht diese Stadt sicherlich nicht gerne wieder und benutzt dort erst recht keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr.
Leipzig ist hier ein schönes Negativbeispiel: Wenn man Tickets am Automaten an der Haltestelle, im Kiosk oder beim Straßenbahnfahrer kauft, sind sie noch nicht entwertet, wenn man sie am Automaten in der Bahn löst, sind sie hingegen entwertet. Ich habe auch schon Kontrolleure erlebt, die Fahrgäste dann wegen Doppelentwertung und "Erschleichen von Leistungen" anpöbeln wollten, die sich einen Fahrschein aus dem Automaten in der Bahn gezogen und anschließend irrtümlich wie immer entwertet haben… Mitfahrgäste, die unabhängig voneinander bezeugen konnten, dass das Ticket ganz frisch ist, konnten da aber meist Schlimmeres verhindern.
@ MichiK
Ja, das ist nicht nur für Ausländer schwierig. Wenn man in seiner Jugend gewöhnt war, bei der U-Bahn am Schalter ein Ticket zu kaufen und dies nicht zu entwerten war, weil man so gleich damit losfahren konnte, dann weiß man Jahre später nicht unbedingt, daß nun wieder alles anders ist (vllt. hat es sich inzwischen auch mehrfach geändert). Das betrifft auch deutsche Wenigfahrer (z. B. Autofahrer, die mal mit der Bahn fahren wollen/müssen), die denken, alles richtig gemacht zu haben, und zwei Minuten später 40 Euro Strafe zahlen müssen. Das ist alles halt wenig kundenfreundlich.
Japan ist in dieser Hinsicht wirklich vorbildlich. Aber auch in anderen Ländern ist es Usus – wieso baut man keine physikalische Sperre, ein "Ticketgate", daß einen nur mit einem gültigen Ticket durchläßt?
Die Investition dürfte sich auch ruck-zuck wieder einsparen lassen, weil man dann ja diese nervigen Kontrolleure weitestgehend entlassen kann.
Die Kunden haben ein angenehmeres Erlebnis, müssen sich nicht wie potentielle Kriminelle behandeln lassen, verlieren keine Zeit durch die Kontrollen – und so Trivialitäten wie das Abstempeln des Tickets spielen keine Rolle mehr – denn das wird automatisch durch das Gate erledigt… In Japan und fast überall auf der Welt auf jedem Bahnsteig.
@ irgendwer
Sperren sind nicht die ideale Lösung. Das weiß vmtl. jeder, der schon in London oder New York mit dem ÖPNV unterwegs war. Es gibt bauliche Investitionen, nicht zu knapp; man benötigt viel Personal wie in London, weil es Behinderte, Alte, Leute mit Gepäck oder mit Rollstühlen gibt, die an der Seite durchgelassen werden müssen; vmtl. müssen die Sperren, d. h. diese Automaten, flächendeckend relativ häufig gewartet werden. Und dann sind wahrscheinlich Sperren im absoluten Katastrophenfall auch verheerend. Insofern finde ich es vernünftig, wenn in D nicht auf Sperren gesetzt wird.
@Tobi:
Machen die das immer noch? Ich hatte das "Vergnügen" bereits vor Jahrzehnten in Frankfurt.
Die damalige Vorgehensweise war die, dass man an die Ausgänge am oberen Ende, also so weit wie möglich weg vom Bahnsteig und möglichst vom Bahnsteig nicht einsehbar, mit quergestellten Tischen blockierte und dort kontrollierte. Das hatte den besonderen "Vorteil", dass viele Fahrgäste, die ihre regulär gekauften und abgestempelten Fahrscheine bereits unten auf dem Bahnsteig weggeworfen hatten, oben "erwischt" wurden.
Angeblich war das Vorgehen formal korrekt (Fahrscheine sind bis zum Verlassen des Geländes aufzuheben …). Mein persönlicher Eindruck war jedoch, dass man Spaß daran hatte, möglichst viele braven Kunden zu f*cken.
Oh fein.
Da kann man gleich die Personalien von den Kontrolleuren feststellen lassen, wenn die Polizei da ist.
… und noch gleich die Leute wegen Nötigung anzeigen!
Wie gut, dass ich da nicht bei war. Wäre mir ein Vergnügen gewesen wie bei uns in den Öffis die Heinis erstmal auflaufen zu lassen. :D
@Mandros: "3. Gedanke : 70 Schwarzfahrer mal (bei uns) 40 Euro = 2800 Euro, da kommt einem doch der Gedanke das es sich nicht lohnen könnte, bzw. die Aktion ein Minusgeschäft war, sowohl finanzieller als auch service- und werbetechnischer Hinsicht"
Ah… ja. Finanziell ganz sicher dann, wenn man für diese Aktion keine sowieso in irgendeiner Form angestellten Kontrolleure einsetzt, sondern hochbezahlte externe, ggf. fachfremde Spezialisten (im IT-Bereich sind ja hier problemlos Netto-Stundenlöhne von EUR150,– und mehr möglich). Erscheint mir auch sehr plausibel, dieser Gedankengang.
Und was die werbetechnische Hinsicht anbelangt, kann ich den zahllosen Vorrednern ebenfalls nur beipflichten: Am Besten kostenlose Bahnfahrten für alle, die Mittelschicht wird's schon zahlen, und angesichts der Unterstützung für Griechenland sind das eh' nur Peanuts. Denn der Gedankengang, daß es einem zahlenden Kunden nicht sch…[.]egal ist, ob man als Depp für etwas zahlt, was andere umsonst genießen (und sogar für diese mitzahlt, denn natürlich wird die Schwarzfahrequote in die Ticketpreise miteingerechnet), ist ja sowas von abwegig. Ich Gedankenverbrecher, ich.
Den Begriff "Drohkulisse" muß ich zugegebenermaßen nochmal nachschlagen… ich Einfaltspinsel assoziiere damit immer noch im weitesten Sinne Gefahr für — naja, nicht zwangsweise Leib und Leben, aber zumindest für das verdiente "Wohlergehen", wie man es durch Befolgung aller Vorschriften/Rechte/Pflichten und gesellschaftlicher Normen erwarten darf (was Du nicht willst, das man Dir tu'…) –, insbesondere, wenn er ohne Anführungszeichen verwendet wird. Aber vielleicht bin ich auch da nur einseitigen Berichten aufgesessen, und die sind allesamt quasi wild um sich schlagend mit Schlagstöcken und Tasern, MPs und Granatwerfern, auf alle Fälle aber maximal aggressiv und Gewalt-provozierend angerückt (der obige "Ghettoräumungsvergleich" läßt darauf schließen)… dann will ich nichts gesagt haben. Das wäre tatsächlich ein klein wenig überzogen. Hmm… hmm…?
@Anonymous:
Oh weißt du was die 2 % Schwarzfahrer. Wenn wir o. g. Quote annehmen Zahle ich gerne. Wofür ich aber nicht gerne zahle sind teure Kontrollen die kaum etwas bringen, mich Zeit kosten und eher dafür Sorgen das die Leute wieder Auto fahren.
Apropos Kontrollen dafür setzt man ja inzwischen auch gerne 1 € Jobber ein trotzdem steigen die Ticketpreise jedes Jahr obwohl man dort Kosten einspart. Ich will gar nicht wissen wo man das Geld jetzt wieder zum Fenster rausgeblasen hat.
Und ich hätte auch nix gegen kostenlose Fahrten so lange sich das rechnet und richtig quer finanziert wird habe nur die Befürchtung das es nicht wirklich klappt.
Und ja schlage unter Drohkulisse nochmal nach dafür braucht man kein Tränengas und keine Prügelmeute.
Liebster Lawblog,
da bin ich fast irritiert- in Hamburg ist sowas schon seit Jahren Standart- nur das da neben Polizei, Kontrolleuren auch noch der U-Bahn Wachschutz, nicht selten mit Schäferhunden in Maulkörben, alle Treppen dichtmacht.
@Hannes: Jepp, genau mit dieser Methode machen die das immer noch.
Ich staune über die Kommentare und was der Mensch so alles auf sich nimmt. Sicherlich Länderspezifisch.
#k.
Ich habe beide verlinkte Artikel gelesen, kann aber die tendenziöse Berichterstattung die hier gewählt wurde nicht daraus lesen und sehe sie auch nicht bestätigt. Einen Herren aus Lissabon habe ich nicht entdeckt, sowie auch einiges andere hier in einem anderem Zusammenhang dargestellt wird, der so aus den Zeitungsartikeln nicht für mich herauszulesen ist.
Das mit den Fahrkarten ist doch ganz einfach:
Am VRR-Automaten gezogene Einzeltickets sind entwertet und dürfen deshalb nicht mehr gestempelt werden. Mehrfachtickets natürlich nicht. Das steht auch ausführlich in ca. zweitausend Sprachen in der Benutzerführung.
Jedoch sind Einzeltickets, die am Automaten der örtlichen Verkehrsbetriebe gezogen wird *nicht* entwertet, und daß muss man selbständig nachholen. Diese Automaten verfügen über null Benutzersteuerung.
Oder anders ausgedrückt: Dieselbe Leistung für denselben Preis muss ich als Kunde jeweils unterschiedlich erwerben, je nachdem, wir wir das Ticket verkauft.
"wer mir" im letzten Satz macht es lesbarer…
Hatte das Erlebnis mal in Stuttgart im Bus (!).
Bus fährt los, hält am nächsten Parkplatz, öffnet alle Türen, etwa 15 Kontrolleure (und ein paar Polizisten als Rückendeckung) stürzen rein und fangen an zu kontrollieren. Da aber jeder Fahrgast beim Einsteigen am Busfahrer vorbei muss, wurde natürlich niemand ohne Fahrschein gefunden. Ich weiß bis heute nicht was das sollte…
Da fällt mir eine nette Geschichte von neulich ein:
Hier in Kölle gibt es ja die KVB.
Der Kölner betont das so wie "Asche-Monster" oder
"Kinder-Mißbrauch" und hegt eine langjährige Haßliebe.
Während allerdings in Berlin die Kontrolleure während der katastrophalen Zustände am Ende des Reparatur-Staus die Bahngäste in Ruhe ließen und damit ihre eigene Gesundheit sicherstellten, wird in Köln trotz immer noch aktueller Gefahr wegen extremer baulicher Mängel und bereits 2 Toten inkl. fast 2.000.000.000 € Schaden (Baukosten der bisherigen Trasse, die nicht genutzt werden kann & kaputte Dokumente) munter weiter kontrolliert.
Neulich weigerte sich ein Abo-Kunde, sein Job-Ticket zu zeigen, weil er es nicht einsieht, in einer dreckigen & lebensgefährlichen Bahn fahren zu müssen & dafür auch noch zahlen zu müssen. "Kontrollieren Sie lieber Ihre Baustellen, da sterben Leute und sie nerven hier Zwangskunden, die mangels Alternative in runtergekommenen, verdreckten Bahnen sitzen und bei jedem Tunnel Todesangst haben." "Bringen Sie erstmal Leistung, bevor Sie hier Ihre Kunden und damit auch Brötchengeber nerven!" "Ich würde mich schämen, für so ein liederliches und mieses Produkt auch noch Geld zu nehmen!" Er konnte seinen zivilen Ungehorsam immerhin 1 Station lang aufrechterhalten und hat für muntere Diskussionen bei den anderen Berufspendlern gesorgt. Wenn ich morgens nicht so muffelig wäre, würde ich das auch mal machen. Ich fürchte nur, dass ich nicht so sachlich bleiben kann, wenn mich der abgerockte Hartz4-1Euro-Kontrolleur deswegen anschreit.
So long,
Alaaf
Gerade HIER kann man wunderbar "zivilen Ungehorsam" leisten und wenn es nur das laute "WO ist denn IHR Ausweis" ist, was man dem Kontrolleur entgegenschmettert, dazu die Aufforderung den richtig rum zu zeigen.
Alleine solche kleinen Sticheleien, dazu noch das langsam Hervorkramen der Fahrkarte, kann so manchen Kontrolleur zur Weißglut bringen. Mache ich oft, mache ich gerne. Danach gibt es ne nette Beschwerde bei den Öffis, die sich dann zumeist entschuldigen. :D
Hätte ich mehr Zeit frühs, würde ich generell die Polizei holen um die Personalien feststellen zu lassen….
Schön ist es auch, sich bei den Öffis über "Trickbetrüger" (hier die Kontrolleuere, die nicht korrekt ihren Ausweis zeigen und ich halt Betrüger dahinter vermute) zu beschweren…. :D
@fh: Ich hatte mal ein Duo von „Mitbürgern mit Migrationshintergrund“ (oder gibt es schon wieder eine neue Bezeichnung dafür?), die so garnichts mit einer bestimmten Fernbahnfahrkarte anfangen konnten. Nach drei Minuten faßten sie dann den Entschluß, trotzdem keine Schwarzfahrt zu vermuten.
Hmm – grundsätzlich ist Kontrolle doch nur bei Nachweis der Transportleistung durch den Transporteur möglich? Was ist denn so die Gegenleistung für den allenfalls schon als kostenpflichtig erachteten Bahnsteigaufenthalt? Dass ich auf die Bahn warten darf oder ich kontrolliert werde? Somit sind Kontrollen nur im Zug, während der Erbringung dieser Transportleistung wirklich dicht.
Zivilen Gehorsam trage ich in der Frage nach dem Nachweis der erbrachten Transportleistung vor, so diese Kontrolle nicht im Transportmittel vor sich geht.
Stuff
@Klaus: Berliner Schnauze ist für mein Empfinden aber herzlich (z.B. die Schwester über ihren Doktor: „Der kommt glei', ick habben schon ranjepfiffen hia“) und damit klar von dieser mir aus Berlin auch nicht unbekannten Sorte Unfreundlichkeit zu unterscheiden.
@MacSpi: Im Fernverkehr gibt es keine Tickets, die man vorher entwerten müsste. Im Nahverkehr ist zumindest im VRR mittlerweile auch oft üblich, dass die Tickets schon entwertet aus dem Automaten kommen. Das ist dann für Ortsfremde doppelt verwirrend.
@VRR-Nutzer:
Haha, damit haben Sie sich selbst ein Bein gestellt. An VRR-Automaten gezogene Einzeltickets sind keineswegs grundsätzlich entwertet. Die Automaten der Bogestra an den Haltestellen werfen nicht entwertete Tickets aus. Die in den Strassenbahnen sind hingegen entwertet.
Von wegen ganz einfach!
Ok, ich sehe gerade, Sie haben die Automaten der Verkehrsbetriebe nicht unter dem Begriff "VRR-Automaten" gehandelt. Damit liegen Sie dann aber auch völlig falsch, denn bei dieser Sichtweise gibt es gar keine VRR-Automaten. Was Sie wahrscheinlich meinen sind Automaten der DB Regio Rhein-Ruhr. Der VRR ist nur ein Verbund und kann daher selber gar keine Tickets verkaufen, das können nur die angeschlossenen Verkehrsunternehmen.
@Hans: [Ironie] Wie man sieht, ist es super einfach… [/Ironnie]
In New York und so ziemlich jeder Grossstadt, die ich kenne ich das Them kein Problem.
Im Prinzip ist es so: Ein gutes System ist so idiotensicher aufgebaut, dass man einfach nichts falsch machen kann. Ein schlechtes ist so aufgebaut, dass man es erst verstehen lernen muss. In Deutschland haben wir meisst schlechte Systeme. Die sind oft formal 'gerechter' (hunderte Zonen und Einzel-, Mehr-, Tages-, 3Tages-, Wochen-, Monatskarten fuer Rentner, Schueler, Berufstaetige, Behinderte im Tags, Nachts, Rushhour und Wochenendtarif) aber dadurch so kompliziert, dass man sich schnell drin verhaspelt und ohne Absicht nicht korrekt bezahlt.
In NYC kostet eine Fahrt 2.25 USD. Es gibt zwar Mehrfahrten und Monatskarten aber egal wie weit und wann man faehrt es ist der gleiche Tarif. Und ohne korrekte Karte kommt man weder in den Bus noch in die U-Bahn.
Ich bin maximal schockiert über die Berichte. Ich wohne seit 5 Jahren in München und mir ist sowas noch nie passiert, auch nicht in Magdeburg oder Köln bspw.. Ich fände einen derartigen Aufmarsch hochgradig verstörend und würde mir im Zweifelsfall auch eine Anzeige überlegen. So gehts ja nun wirklich nicht. Bisher waren die Kontrolleure hier fast immer freundlich. Ein wenig knickrig, aber alles noch im Rahmen. Für mich wirklich unvorstellbar, und ich fände mich auch an dunkle Zeiten erinnert.
Auch für die Kontrolleure ist so ein Vorgehen ungut, denn wenn eine Seite "aufstockt", ist die andere automatisch motiviert, auch aufzustocken. Konkret heißt das, dass dann einfache Kontrolleure schnell belächelt werden, da man ja gewohnt ist, dass sie zur Durchsetzung ihrer Autorität auf ein solches Aufgebot zurückgreifen müssen.
Auch ich gehöre zu denen, die lieber ein System mit Sperren, Drehkreuze, und/oder Kontrollanten bevor dem Betreten des eigentlichen Verkehrsbereiches sehen würden. Ich habe einige Jahre in Stockholm gewohnt, und dort hat dieses System ausgezeichnet funktioniert. Zwar ging es noch schwarz zu fahren, und zwar wurde bei seltenen Gelegenheiten Stichproben in den Zügen gemacht, aber im Großen lief alles mit weniger Stress, Mogeleien, und sonstigen Problemen. Als Bonus ergaben sich hier einige Stellen für Niedrigverdiener und Studenten. Der einzige Haken: Wer zu Stoßzeiten nicht durch die Drehkreuze, sondern die Kasse, gehen musste, könnte in einer Schlange landen. Mit dem kräftigen Zuwachs von Kartenautomaten sollte aber auch dieses Problem erschlagen sein.
Einige der oben geschilderten Prüfungen halte ich für sehr bedenklich, vorallem indem sie dazu führen können, dass Fahrgäste Anschlusszüge o.ä. verpassen. Entweder sind die Prüfungen während der normalen Fahrt des Zuges zu erledigen, oder mit extremer Priorisierung von der Schnelligkeit. Ganz sicher haben die Kontrollanten auch nach “in dubio pro reo'' zu arbeiten, entsprechend höflich sein, usw, bis sich jemand tatsächlich als Schwarzfahrer herausstellt.
@Franse: Doch, doch, so massive Kontrollen macht man in München schon länger. Ich habe das 1997 kennengelernt. Der Ausgang aus der S-Bahn am Marienplatz ist ja prädestiniert dafür, da dort nur hin kommt, wer schon mal in einer Bahn war.
@abc:
Kann ich so bestätigen. Ich stand an einer Haltestelle wo ca. ein Dutzend SSB-Mitarbeiter rumlungerten und sich derbe Witze erzählten.
Dann kam der Bus und alle stürmten rein (und drängten die 2 Frauen mit Kinderwagen wieder zurück).
Haben dann bei einer Frau stunk gemacht, die wohl ihr Ticket hatte, aber wohl keinen Sozialnachweis bei sich hatte.
Wie sieht das eigentlich Rechtlich aus? Der Bus fuhr erst 5min später weiter und ich verpasste meinen Anschluss (Von wegen Mobilitätgarantie?!)
War wirklich "Unheimlich"…
ich habe Glück, eine Rollkommando-Kontrolle habe ich bisher noch nicht erlebt. Ich treffe öfters mal die 3-Mann Teams und gönne mir nur kleine Spässe. Z.B. wenn der männliche Kontrolleur seinen Ausweis nicht/richtig zeigt und mich auffordert meinen Fahrschein zu zeigen. Ein "zeigen Sie mir Ihren, zeige ich Ihnen meinen" löst das meistens ein Grinsen aus und alle sind entspannt.
Mit der DB habe ich auch schon so manches negativ Erlebniss gemacht. Deshalb mach ich mir ab und zu einen Spass den jew. Zugbegleiter zu nerven. Auf den Fahrkarten die man im Zug kauft steht "… es gelten die ABB der DB AG …" Ich fordere den Zugbegleiter dann auf, mir die ABB auszuhändigen bzw. sie mir zu zeigen. Kann er natürlich nicht. Aber wie können Bedingungen Vertragsbestandteil werden, die ich nicht kenne und die man mir nicht VOR Vertragsabschluss zur Kenntnisnahme gibt? Möglicherweise habe ich ja mit der Fahrkarte auch noch ein Klingeton-Abo erworben? Die Reaktionen sind unterschiedlich und immer wieder aufs Neue interessant.
@Martin:
Geht mir ähnlich. Habe aber einmal in Hamburg erlebt, wie genau diese Klientel (vorsichtshalber?) gar nicht erst nach einem Fahrschein im Abteil gefragt wurde.
In Templin gibt es kostenlose Busse in der Innenstadt. Finde ich genial vom Konzept, aber sicher kaum bezahlbar in einer Großstadt.
Lustig, dass so viel über Hamburg berichtet wird. Kontrollieren die so häufig, oder stammt die Leserschaft meist von dort? :)
Dann kommen Sie doch mal nach Hannover, da passiert soetwas jede Woche. Da werden sogar offensichtlich geistig Behinderte Menschen brutal aus der Bahn "entfernt" wenn sie keinen gültigen Ausweis dabei haben.
Seitdem man bei uns hier in Oberhausen in jedem Bus vorne sein Ticket vorzeigen muss, werden satte 9% mehr Tickets verkauft. Für mich Beweiß genug, dass die Kunden in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so unschuldig sind, wie es dieser Blogeintrag verdeutlichen soll.
Hamburg, HVV, hab ich ebenfalls schon erlebt. Dafür ist das HVV-Ticket gültig, sobald es aus dem Automaten kommt, es muss nicht noch einmal irgendwo gestempelt werden.
In Köln bin ich damit schon einmal beinahe auf die Schn**ze gefallen, weil ich damals keinen blassen Schimmer von diesen Entwertern hatte und vor allem nicht wusste, wann die denn jetzt genau zu benutzen sind. Wobei eine Gruppe aus einem 14jährigen mit Oma und Opa, die sich mal die Stadt angucken wollen, dann wohl eher nicht die typischen Schwarzfahrer sein dürften.
Fazit: Die Fahrkarten-Systeme sind viel zu Kompliziert. Egal ob Hamburg oder Köln, entwerten oder nicht, welchen Tarif, in Begleitung der Oma des Bürgermeisters oder Solo, alles nicht bedienbar. Führt nur zu unabsichtlichen aber teuren Fehlern bei ehrlichen Fahrgästen.
@iradex: das Thema war hier ja weniger "Zahlungsmoral der Fahrgästen des ÖPNV" sondern mehr "Ablauf von Kontrollen und Verhalten der Ausführenden".
Bei uns in FFM würde ich zur offiziellen Pronzentzahl der "Schwarzfahrer" noch 4 Zähler "Dunkelzifferbonus" addieren.
Schon klar, dass es primär um diese dämliche Kontrollart ging. Dass es zumindest in den Bussen einfacher geht, zeigt ja das Beispiel meiner Stadt. Aber gerade der letzte Satz des Eintrags erzeugt bei mir den Beigeschmack, dass die Anzahl der Schwarzfahrer so gering sein soll, dass Kontrollen generell kaum angebracht sind.
@Mithos: "… Führt nur zu unabsichtlichen aber teuren Fehlern bei ehrlichen Fahrgästen." und genau darauf stützt sich das System ja auch. Für die VBs ist es doch nicht ökonomisch, das Inkasso bei irgendwelchen Harz-4 Leistungserschleichern zu betreiben. Viel besser ist es doch, den Liquiden und Zahlungswilligen zum Irrtum zu verleiten, um ihn dann ein Mehrfaches abzunehmen. Welches Interesse sollten die VBs also haben, die system verständlich und "idiotensicher" zu machen? Denn die Mittellosen fahren sowieso ohne Fahrkarte, egal ob kompliziertes oder einfaches System.
@iradex:
Genau… Seit ich mit freiem Oberkörper Hölzer schleppe wachsen die Gurken. Ist doch nett Gottes Sohn zu sein…. Und Du kommst in die Hölle!
Warum wird in Deutschland eigentlich in den U-Bahnen nicht in Zugangsschranken investiert. In jeder nennenswerten Metropole (London, Hong Kong, New York…) hat es am Eingang zur U-Bahn eine Zugangsschranke, in die man sein Ticket einführen oder auf einen Sensor halten muss um Zugang zu erlangen. Dazu dann evtl. noch ein paar Servicemitarbeiter, die drauf achten, das niemand über die Absperrung springt und sonst eben als Ansprechpartner bei Fragen zur Verfügung stehen. Und schon hat sich das Problem erledigt. Aber hierzulande setzt man lieber auf althergebrachte Kontrolleure und nervige Kontrollen. Insbesondere in Berlin ist es nervig, 3 bis 5 x am Tag kontrolliert zu werden, wenn man als Tourist ein wenig durch die Stadt tingelt…
Wegen der Erfolgen solcher (und anderer) Kontrollen: Die Frage ist ja nicht, wie viele Leute dabei rausgezogen werden, sondern wie viele Leute mehr schwarzführen, wenn die Kontrollen nicht stattfänden. Die Kontrolle ist wirtschaftlich, solange die direkten Vierziger *plus* die erhöhte Ehrlichkeit mehr bringt als die Kontrolle kostet.
Und komischerweise fühlt sich im Kino niemand wie ein Verbrecher behandelt (jedenfalls nicht deswegen…), obwohl dort *alle* die Eintrittskarte vorzeigen müssen.
Zugangsschranken sind auch keineswegs eine Garantie. Einige Pariser sind da ziemlich sportlich; und konsequenterweise finden dort auch unterwegs gelegentlich Kontrollen statt. (Die sind dann logischerweise auch innerhalb der beschrankten Bereiche.)
In Nürnberg habe ich auch schon einmal eine solche Kontrolle erlebt, bei der auch ein Flüchtender festgehalten wurde. Geht schon in Ordnung, zumindest solange man als ehrlicher Kunde auch freundlich behandelt wird.
Vor allem sind RFID-basierte Tickets unter Datenschutzgesichtspunkten zweifelhaft.
Sperren funktionieren in der Tat nicht so gut in Verkehrsverbünden, in denen die Tickets auch im Bus gelten.
Die herbste Kontrolle, die ich mal erlebt hatte:
Kontrolleur stieg in die Straßenbahn und man sah schon den Ausweis. Mir ist in diesem Moment eingefallen, daß ich doch noch aussteigen muß.
Nunja, er versperrte mir den Weg und die Bahn fuhr weiter. Er wollte meine Fahrkarte sehen. Ich fragte ihn, warum er mich nicht aussteigen ließ. Er hampelte ständig vor mir herum, wollte mich scheinbar nicht fest- aber aufhalten.
An der nächsten Station konnte ich dann an ihm vorbei aussteigen. Er hampelte am Bahnsteig weiter um mich herum mit ausgestreckten Armen. Auf meine Frage, warum er mich 1. zwang länger mit der Bahn zu fahren, als ich wollte und warum er 2. mich nicht weiterlaufen ließ, antwortete er nicht.
Unter diesen Umständen hatte ich weder Lust Ihm meinen Fahrausweis zu zeigen, noch mich auszuweisen. Wobei letztgenanntes mir immerhin leicht möglich gewesen wäre.
Zu erwähnen wäre vielleicht noch, daß er mich die ganze Zeit aufforderte ihn zu schlagen. Aber nichts lag mir ferner. Im Gegenteil, ich bekam wirklich Angst und bei seinem Versuch, mit dem Handy Verstärkung zu rufen, gelang mir die Flucht.
@rex: klingt aber sehr abstrus. Haben sie da vielleicht ein paar Details vergessen? Bei uns steigt in so einem Fall der Kontroletto einfach mit aus, wenn man schnell doch noch raus muss. Und kontrolliert dann eben an der Haltestelle. Der hat ja Zeit und muss nirgendwo hin :-)
Spass macht es natürlich, wenn man die Kontrolleure sieht, schnell aufspringen und raus. Die hinterher (meistens das komplette Team) und dann zeigt man ihnen freundlich den gültigen Fahrausweis. Geht natürlich nur in der Innenstadt, wo die Haltestellen nahe beieinander liegen. So hält man die Jungs/Mädels wenigstens fit ;-)
Nach welcher gesetzlichen Grundlage dürfen die Kontrolleure (ohne Polizeibegleitung) eigentlich jemanden festhalten ?
@Andreas Krey: Bisher wurde man doch eher selten von Rollkommandos im Kino überrascht. Haben sie da andere Erfahrungen gemacht?
@Andreas Krey:
Und was bringt so eine Aktion mehr als die normale Kontrolle im Bus? Gut man schnappt einige Leute mehr die man sonst nicht geschnappt hätte (weil diese ihr Ticket schon weggeworfen haben) aber das wars dann auch schon). Nebenbei schüchtert man noch schön die Menschen ein und sorgt so dafür das einige Leute es sich zweimal überlegen ob sie nochmal mit dem Zug fahren. Und ich könnte jetzt noch gemein ein und spekulieren was das aufhalten alleine schon gekostet hat weil es dürften ja eingie Berufstätige zu spät gekommen sein.
Ach und im Kino muss ich meine Karten vor der Vorstellung vorzeigen. Ich muss nicht damit rechnen das ich dann vor dem Kino noch mal abgefangen werde.
Die Sache mit dem ÖPNV kostenfrei und für alle steht gut begründet übrigens auch in dem einen oder anderen Wahlprogramm: Hier z.B. http://tinyurl.com/yckbedg auf S. 36
@T.:
weil wir den löffentlichen nahverkehr privatisieren müssen . (punkt)
In Frankfurt darf ich immer wieder erleben wie Schüler auf der Suche nach dem Monatsmärkchen von mehreren Kontrolleuren eingekesselt und bedrängt werden bis sie flennen. Offensichtlich gefällt den Kontrolleuren was sie tun. Ein mal habe ich mich eingemischt. Nicht schön von Halbaffen angebrüllt zu werden, die nur auf einen Anlass warten handgreiflich zu werden. Und "Volk" versteckt sich hinter seiner Blöd. Wer eine Uniform trägt hat Recht.
> Spass macht es natürlich, wenn man die Kontrolleure sieht, schnell aufspringen und raus. Die hinterher (meistens das komplette Team) und dann zeigt man ihnen freundlich den gültigen Fahrausweis.
Geile Idee …
@Tobi: Tobi, ich bin stolz auf Dich. Sehr couragiert, wie Du die historischen Zusammenhänge aufdeckst. Aber eigentlich ist es ja noch viel schlimmer als in Auschwitz. Denn dort gab es keine Fahrkartenkontrollen.
Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Kampf gegen Rechts und gegen die Nazi-Fahrkartenkontrolleure.
Als ich neulich in der S-Bahn in Berlin unterwegs war, hat mich ein Kontrolleur der Berliner S-Bahn einfach mit seinem Finger angetippt und auf seinen Dienstausweis gezeigt, quasi als Ersatz für die Frage "Guten Tag, dürfte ich bitte Ihren Fahrschein sehen". Einen solchen Eingriff in die persönliche Unversehrtheit muss niemand hinnehmen. Ich habe ihm dann mit der Hinzuziehung der Bundespolizei gedroht und er ist abgehauen. Meiner Meinung nach handelt es sich nämlich um eine "Beleidigung mittels einer Tätlichkeit" im Sinne des § 185 StGB.
@145: viel zu verkniffen. Da sagt man "Das ist aber ein schöner Ausweis. Ist damit etwas nicht in Ordnung?"
@Olli: 'Und was bringt so eine Aktion mehr als die normale Kontrolle im Bus?'
Sowenig ich gehört habe, kommen solche Kontrollen bei uns (Ulm) gelegentlich im Schülerverkehr vor, wo man Kontrolleure schon nur noch mit Schwierigkeiten in den Bus bekommen würde.
Und die Wartezeiten bei solch einer Kontrolle sollten auch nicht wesentlich länger sein als der Taktjitter bei entsprechender Busbelegung. War noch nie selbst in einer solchen. Dafür fahren die Kontrollettis auch mal mehrere Stationen mit und behelligen dann jeweils die Zugestiegenen. Oder haben vergessen, daß man auch am Karfreitag zu mehreren auf einer Monatskarte fahren kann, erweisen sich aber als instantan lernfähig.
Einige dieser beknackten Fahrkartenautomaten der nehmen nür Münzen… schon mal versucht, ein 30 Euro teures Tagesticket mit 2 Euro-Münzen zu bezahlen? Hatte leider nur 10 Cent dabei, dabei spuckt der Automat nach einiger Zeit wieder alle aus, bevor man fertig bezahlt hat. Rechtwidrig!?
Oder die Dinger in den Bremer Trams: die nehmen nicht mal Bargeld an. Rechtswidrig!?
Die zwingen einen doch geradezu, überteuerte (Einzeltickets) Tickets zu kaufen oder schwarz zu fahren. Bravo, gut gemacht!
Schon mal darüber nachgedacht, dass die niedrige Schwarzfahrerquote damit zusammenhängt, dass regelmäßig kontrolliert wird? Ich habe für diese Kontrollen volles Verständnis. Lieber Stichprobenartig kontrollieren, als jedes Mal irgendwo sein Ticket herzuzeigen. In dem Fall wäre der Zeitverlust ein Vielfaches größer.
Und zu den ganzen Sperrenbefürwortern: Das funktioniert nur bei "geschlossenen" Systemen wie U-Bahnen, aber nicht bei Tarifverbünden wie in D, wo man mit dem selben Ticket Bus-,U-, S- und Straßenbahn fahren kann.
… sie würde noch niedriger sein, wenn die Öffis mal ihre Automaten warten würden.
Entweder gehen sie gar nicht, oder akzeptieren bei einer 48 Euro Monatskarte keine 50 Euroscheine, oder man soll passend zahlen in der Bahn oder aber das Geld fliegt immer wieder durch….
Seit wann hat Düsseldorf U-Bahnhöfe? Nicht jede bessere Straßenbahn mit einigen unterirdischen Haltestellen ist eine U-Bahn, auch wenn es manche Marketingmenschen gerne so sehen.u
Wenn der Herr aus Lissabon älter als 18 Jahre ist, kennt er das in noch "effizienterer Weise" auch aus seiner Heimatstadt. Alle Passagiere raus, zusammenpferchen, kontrollieren und dann weiterfahren. Das waren mindestens 20 Minuten Fahrtunterbrechung für jeden. Als Deutscher fühlt man sich an die Dokumentationen aus den 40er Jahren erinnert.
wie funzt das eigentlich mit den Ticketschranken wenn man Monatskarten hat?
@marcus05:
Die spucken die Tickets dann wieder aus
@T.: Was für eine geniale Idee! Das sollte man wirklich mal durchrechnen.
die idee, den oepnv kostenlos anzubieten ist nicht so neu. das problem dabei, und im uebrigen auch die haerter werdenden kontrollen, sind die cross border leasing-vertraege. es gibt kaum eine grossstadt in deutschland, die nicht ihre u-bahn, busse, strassenbahn ueber cbl an amerikanische investoren verkauft hat. uebrigens einer der gruende, warum in diesen staedten ( ua. muenchen, frankfuert, hamburg,berlin ) die preise weiter steigen.
Auch wenn ich die vorrangehensweise als stümperhaft bezeichnen würde, ist so eine praxis doch gang und gebe in anderen europäischen metropolen.
In Paris sperrt regelmäßig die Polizei Ubahnstationen ab (Polizei für schwarzfahren?!? wie sind die da überhaupt befugt?). In Wien haben sie zum teil bei den Nachtbussen Mitten auf der Straße, neben einem Bus in entgegengesettze richtung geparkt, sodass man beim aussteigen nur in den anderen Bus umsteigen kann, alle leute kontrolliert und die "täter" gleich im 2t-bus gesammelt. Mal ganz abgesehen von den regelmäßigen Absperrungen an wichtigen Stationen inkl. ziviler kontrolleure die diejenigen abfangen die noch rechtzeitig umdrehen wollen.
Ubahn-Bedienstete im Bereich der Ubahnstation ist sogesehen eigentlich relativ nachvollziehbar.
Ich wäre dennoch für eine Verpflichtende Jahreskarte für die öffentlichen für alle bürger. Motiviert dazu das auto mal stehen zu lassen und Schwarzfahrer muss man auch keine mehr jagen.
Ich finde es nicht richtig, Fahrgästen auf den Sack zu gehen. Aber ich finde es auch nicht richtig, Kontrolleuren die Arbeit unnötig zu erschweren.
Ich selbst freue mich immer, wenn ich kontrolliert werde. Dann weiß ich wenigstens, wofür ich mir die Fahrkarte gekauft habe.
@ bridget
Ob die Cross-Border-Leasing-Verträge die Ursache des Problems sind, weiß ich nicht, denn die Fahrpreise waren ja auch früher nicht niedrig, als es die Verträge (z. B. in Berlin) noch gar nicht gab.
Tatsache ist allerdings, daß diese Verträge eher geheim behandelt wurden, in der Tageszeitung stand nur mal kurz was darüber. Offenbar wollten weder BVG noch Senat in Berlin gern darüber sprechen. Ich weiß noch, daß ich, als ich von den Verträgen erfuhr (ich verstehe nun gewiß nichts von Wirtschaft!), dachte, welcher Volltrottel schließt denn solche Verträge ab. Das war noch vor der sog. Krise.
Heute hab ich so ein "Rollkommando" auch erlebt. Auf der U77 Richtung Benrath am Oberbilker Markt. Während der Fahrt wurde es angekündigt und alle aufgefordert die Tickets bereitzuhalten.
Ich habs nicht all wahnsinnig schlimm empfunden. Nach ein paar Minuten war die Sache durch und von den Kontrolleuren waren auch alle sehr nett. ..
@Meta 158
Warum findest Du es nicht richtig, zivilen Ungehorsam zu zeigen?
Die Leute beschimpfen einen (Beleidigung), verdächtigen einen man hätte ne "Raubkopie" von ner Monatskarte gemacht , versuchen einen zu nötigen, versuchen einem die Kopfhörer runterzuhauen (Sachbeschädigung) und und und.
Kommt ALLES vor, habe ich alles erlebt! Und das ist kein Einzelfall. Ich lege mich des Öfteren mit den Leuten an und glaube mir, ich lasse mir das nicht gefallen von den Hanseln.
Da ist es schon fast Pflicht! die Herrschaften warten zu lassen!