23.6.2010

Ein Umfeld für ältere Gefangene

Der erste Satz ähnelt der Werbung eines Wellness-Hotels: „Am Fuße des Hermannsdenkmales und in der wunderschönen Residenzstadt Detmold liegt sie“ – die Justizvollzugsanstalt im Lippischen Land. Für Gefangene mit langen Haftstrafen mag so ein Internetauftritt bitter klingen, doch für ältere Menschen hinter Gittern aber gilt diese JVA als Vorbild im ganzen Land.

So sagt und hofft es die Leiterin dort. Kerstin Höltgemeyer-Schwick hatte die „gesamtgesellschaftliche Entwicklung“ beobachtet und herausgefunden: „Die “Vergreisung” spiegelt sich auch im Strafvollzug wieder“. Kriminalität sei nicht mehr eine Sache überwiegend junger Leute. Mit dieser Erkenntnis und Ideen dazu ging die Beamtin vor gut einem Jahr zum Justizministerium und bekam ideelle wie finanzielle Unterstützung.

Inzwischen gibt es in der JVA Detmold im Haftbereich C, dem Untergeschoss des sozialtherapeutischen Bereiches, 22 Haftplätze für lebensältere Gefangene. Diese Männer sind wenigstens 62 Jahre alt, der älteste ist 76. Alle bevorzugen sie ihren „Rückzugsbereich“, sind demnach auch in Einzelzellen untergebracht. Dennoch gebe es auch eine „wohngruppenähnliche“ Atmosphäre im Gemeinschaftsraum, berichtet Höltgemeyer-Schwick.

Von Gewalt könne keine Rede sein, obwohl auch wegen Gewalttaten (Banküberfälle etwa oder Raub) verurteilte Männer hier leben. „Es gibt unter den Gefangenen keine Durchsetzungskämpfe und kein Alpha-Tier-Gehabe.” Dabei spielt wohl auch die Auswahl eine Rolle. Die Menschen hier haben Lebenserfahrung. Sie ordnen sich dem Wachpersonal (im Durchschnitt um die 40 Jahre alt) zumeist unter, sind Hierarchie gewohnt.

Weil im Alter vor allem chronische Erkrankungen deutlich zunehmen, werden solche Diabetes-, Herz- oder Kreislauferkrankungen in enger Zusammenarbeit mit dem Krankenpflegedienst (im zweiten Stockwerk, mit dem Aufzug zu erreichen) medizinisch versorgt. Um seelische Problemen sorgen sich eine Psychologin und ein Pfarrer. In einer Gesprächsgruppe können Erinnerungen, Erfahrungen, Pläne diskutiert werden.

Eine „Freizeitabteilung“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, den lebensälteren Gefangenen reichliche Angebote zu machen. Auf der langen Liste stehen Gymnastik, Tischtennis, Billard und Schach ebenso wie Karten- und Gesellschaftsspiele.

Auch Gefangene im Rentenalter haben ein Sonderrecht, sie müssen nicht mehr arbeiten. Wer das dennoch in Detmold will, kann tischlern oder basteln und sich so ein Taschengeld verdienen. Ein anderes Ziel in dieser JVA ist es aber auch, soziale Kontakte zu halten, zu schaffen, zu fördern. „Wir arbeiten gegen die Isolation“, versichert die Anstaltsleiterin.

Besuche von Verwandten und Bekannten werden unterstützt, insgesamt 25 Ehrenamtler aus der Umgebung kümmern sich zudem, fünf von denen kommen zum Kochen mit Gefangenen regelmäßig hinter die Mauern. Ein Anstaltsbeirat fungiert als Ansprechpartner und der Verein „Straffälligenhilfe e.V.“ unterstützt die Lebensälteren.

Zu deren Problem gehört natürlich, das verschweigt Kerstin Höltgemeyer-Schwick nicht, die Auseinandersetzung mit dem Tod. „Wir hatten noch keinen Todesfall“, sagt sie. Die Kollegen hätten aber gelernt, mit den Tabuthemen Krankheit, Leiden und Sterben „unter Achtung der Menschenwürde“ umzugehen.

Nicht vergleichbar, dennoch ähnlich delikat seien die Vorbereitungen zur Entlassung aus der Haft. Dazu zählen die helfende Suche nach passender Unterkunft, tragfähigen, soziale Beziehungen und – schwierig – neuen Bezugs- und Lebensmittelpunkten. Möglichst in Nachbarschaft zum Hermannsdenkmal. Und doch weit von der JVA: „Der Drang nach Freiheit ist immer da“, ist die Erkenntnis der Leiterin, „jeder strebt nach draußen.“ (pbd)

60 Kommentare zu “Ein Umfeld für ältere Gefangene”

  1. Kastna meint: (23.6.2010 um 12:03) AntwortenReply to this comment

    Puh, denen geht's besser als so manch allein gelassenem Altenheiminsassen – bei denen der Terminus "Insasse" genauso viel Sinn macht.

  2. Micha3l meint: (23.6.2010 um 12:13) AntwortenReply to this comment

    Für mich liest sich das so als würde dort älteren Gefangenen (die vermutlich längere Haftstrafen zu verbüssen haben oder hatten) auf Steuerzahlers Kosten der Arsch gepudert… ganz grosses Tennis.

  3. Snickerman meint: (23.6.2010 um 12:18) AntwortenReply to this comment

    Ja, war klar, dass sich die Vertreter der Hardliner-Fraktion wieder melden, denen ohnehin alles zu lasch ist.
    Wahrscheinlich ist das Angola-Gefängnis in Louisiana
    http://www.corrections.state.la.us/lsp/
    ja Euer leuchtendes Vorbild, wo die Lebenslänglichen in der Haft verrotten und meistens noch nach dem Tod dort bleiben
    (Gefängniseigener Friedhof)

  4. Volker Racho meint: (23.6.2010 um 12:24) AntwortenReply to this comment

    Andere Probleme hat unser Staat nicht?

  5. Christian meint: (23.6.2010 um 12:27) AntwortenReply to this comment

    Ich gehöre nicht zu denen die sich über schlechte Haftbedingungen für Straftäter freuen, trotzdem wäre es mir lieber die Mehraufwendungen die dort in dies Projekt fliessen, würden statt dessen in die Resozialisierung und Qualifikation von jungen Straftätern/Straftäterinnen fliessen.

  6. illop meint: (23.6.2010 um 12:34) AntwortenReply to this comment

    Ich hadere mit dem Artikel. Auf der einen Seite freut es mich, dass man sich auch in der Haftanstalt um die Bedürfnisse der Menschen kümmert. Auf der anderen Seite hat es Kastna treffend gesagt, dass es vielen "draussen" um einiges schlechter geht.
    Was ist das für ein Signal? Kommen da nicht manche auf die Idee: Tausche Freiheit gegen altersgerechten Alltag (ohne Einsamkeit)? Das erinnert mich alles irgendwie an die Gerechtigkeitsdebatte nach dem Twitterkommentar von Frau Schröder (ex-Köhler). Da schlagen einem 2 Herzen in der Brust.

  7. Dierk meint: (23.6.2010 um 12:39) AntwortenReply to this comment

    Besonders unterhaltsam wieder einmal die geliebte Truppe 'Drinnen geht's denen viel zu gut'. Jungs [und Mädels?], ich wünsche ja niemandem ernstlich was Schlimmes, aber könntet Ihr nicht einfach mal für ein paar Jahre einfahren? Nur so, um mal zu sehen, wie es ist, wenn man auf wenigen Quadratmetern, vielleicht noch mit einem Stinker zusammen, leben muss. Wenn man nicht selbst entscheiden kann, wann man was macht. Wenn man also schlicht keine Freiheit mehr hat.

    @Udo Vetter [oder wer sich sonst auskennt]: Darf ein Strafgefangener eigentlich [regelmäßige] ärztliche Untersuchungen, z.B. Krebsvorsorge, oder Behandlungen ablehnen?

  8. Carola meint: (23.6.2010 um 12:40) AntwortenReply to this comment

    Wenn wir sonst keine Probleme in diesem unseren Land hätten, würde ich das Engagement der "Heimleiterin Abt. JVA" durchaus begrüßen.

    Andererseits – um nun doch in die wohl vorgesehene Kerbe zu hauen, wenn es den Menschen dort so angenehm wie eben u. U. möglich gemacht wird, stelle ich den Freiheitsentzug als Strafe in Frage.
    Es muss einen Mittelweg zwischen menschenverachtend und Strafe geben – und Strafe muss Strafe bleiben und dazu gehört meiner Meinung nach kein "Gemeinschaftsraum" und auch kein Herz- Kreislaufprogramm dass unser einer entweder teuer bezahlen muss oder bei der KK erbetteln muss.

    Wirft direkt ein neues Thema auf : "Sind Frauen zur Leitung einer Vollzugsanstalt geeignet"

  9. Carola meint: (23.6.2010 um 12:44) AntwortenReply to this comment

    @Dierk

    Das Wort "Freiheitsentzug" (auch Haft oder Vollzug) ist selbsterklärend ?

  10. peter meint: (23.6.2010 um 12:57) AntwortenReply to this comment

    @Dierk: Aha, und einem wie Ihnen möchte ich mal empfehlen ab und zu einen Blick in ein deutsches Altersheim oder eine deutsche Rentnerwohnung zu werfen. Meinen Sie die haben mehr als ein paar Quadratmeter? Nein, die haben auch keinen Billard- oder Tischtennistisch im Keller und oft auch keine warme Mahlzeit mittags.
    Denken Sie mal drüber nach, wenn es den Gefangenen in einem Staat besser geht als der Mehrheit der "Freien" ist was ganz großes im Argen. Und das gilt nicht nur für alte Menschen.
    Trotz des sarkastischen Kommentars #3 könnte sich Deutschland ruhig noch ein paar Scheiben abschneiden vom Amerikanischen System. Strafvollzug heißt nämlich nicht umsonst STRAFvollzug.

  11. Hendrik meint: (23.6.2010 um 13:01) AntwortenReply to this comment

    @10, Peter:
    "Denken Sie mal drüber nach, wenn es den Gefangenen in einem Staat besser geht als der Mehrheit der "Freien" ist was ganz großes im Argen."
    Es geht der Mehrheit in Deutschland schlechter als Strafgefangen? Das ist so dämlich, da kann man wirklich nichts mehr zu sagen.

  12. stimmviech meint: (23.6.2010 um 13:12) AntwortenReply to this comment

    Bei älteren und vor allem gebrechlichen Gefangenen kurz vor dem Tod ist halt die Strafwirkung dahin, damit muß und kann die Gesellschaft leben. Heinrich Boere hat die gegen ihn verhängte lebenslange Haft locker kommentiert: seine Frau sei tot, und ob er gelähmt im Heim sitze oder im Knast, sei egal.

  13. Das Volk meint: (23.6.2010 um 13:17) AntwortenReply to this comment

    Das Volk versteht nicht, warum die lebenslänglichen nicht einfach weggesppert werden in dunklen, kalten Höhlen. Bei Zeitlich begrenzten Stafen kann sowas OK sein, Resozialierung ist OK, aber bei Lebenslänglichen.

    Und wer tut was für die Opfer – es gibt mit Sicherheit Opfer, denen es in freien Altersheimen dann schlechter geht als ihren Tätern.

  14. Abmahner meint: (23.6.2010 um 13:18) AntwortenReply to this comment

    Jedem der schreibt das ein deutscher Knas ja viel zu locker ist wünsche ich tatsächlich die Erfahrung am eigenen Leib zu machen, was Jurastudenten schon im ersten Semester lernen: Das die persönliche Freiheit das höchste Gut ist, was der Mensch besitzt.

    Aber zum Blogbeitrag: Gute Sache. Schön hier auch mal was positives lesen zu können.

  15. Ein Bayer meint: (23.6.2010 um 13:32) AntwortenReply to this comment

    "Auch Gefangene im Rentenalter haben ein Sonderrecht, sie müssen nicht mehr arbeiten."

    Heißt das, als Gefangener muss man Zwangsarbeit leisten? :-D

    Nein, im Ernst, kann mir jemand diesen Satz genauer erläutern?

  16. max meint: (23.6.2010 um 13:35) AntwortenReply to this comment

    Ich denke das Ganze muss in den nächsten Jahren erheblich ausgebaut werden. Wenn man sich überlegt, was man im Alter wirklich braucht, läast sich das ganze auf Folgendes reduzieren:

    ausreichende und ausgewogene Ernährung
    ausreichende Unterkunft
    medizinische Versorgung

    Im Zuge der beschlossenen Kürzung im Sozialbereich und der noch zu erwartenden Rentenkürzungen ist ein staatlich finanzierter Aufenthalt in einer entsprechenden Einrichtung, im Kreise gleichgesinnter Altersgenossen für Viele durchaus eine Option.

  17. stimmviech meint: (23.6.2010 um 13:37) AntwortenReply to this comment

    @ ein Bayer: Aber selbstverständlich herrscht im Knast Arbeitspflicht. Hier gibt es scheinbar viele, die noch nicht gesessen haben. Wer sich der Arbeit verweigert, wird mit den sogenannten Hausstrafen belegt. Also kein Fernsehen und natürlich auch keine 2/3tel Entlassung.

  18. allo meint: (23.6.2010 um 13:38) AntwortenReply to this comment

    @Ein Bayer: Ja, sie müssen zwangsarbeiten. Nein, faktisch kann sie natürlich keiner zu zwingen, aber dann gibts auch keine Hafterleichterung wegen guter Führung …

  19. illop meint: (23.6.2010 um 13:40) AntwortenReply to this comment

    @Abmahner: Das höchste Gut was ein Mensch besitzt ist seine Würde, daher auch im GG Art 1 während die Freiheit Art 2 ist.

    Eigentlich sollte man diese zwei hohen Güter nicht gegeneinander ausspielen, aber vor allem im Alter würde manche glaub gerne ihre Freiheit gegen ein bisschen mehr Würde tauschen.

  20. Ein Bayer meint: (23.6.2010 um 13:41) AntwortenReply to this comment

    Hmmm. Bekommt man für die Arbeit dann wenigstens etwas bezahlt? Bei den "älteren Gefangenen" wird etwas von "Taschengeld" erwähnt, fällt das auch den anderen Gefangenen zu?
    @18: Das liegt in der Natur der Sache; die meisten Menschen in Deutschland haben noch nicht gesessen :)

  21. Sebastian meint: (23.6.2010 um 14:09) AntwortenReply to this comment

    Gut dass der Artikel überhaupt nicht suggestiv geschrieben ist :-)

    Ich sehe das Problem nicht. Die Renten sind sicher und werden nicht gekürzt. Die Kosten für die Strafgefangenen können doch kaum höher sein als das, was der Großteil der Rentner an Rente bekommt.

    Einige Diskussionsbeiträge finde ich ehrlich gesagt lustig. Dass es hier nicht um Bettlägerige oder Demenzkranke geht, ist doch wohl klar – wie kann man dieses Gefängnis mit schlechten Heimen vergleichen? Jeder, der im Heim ist, weil er sich nicht mehr selbst versorgen kann, würde wohl kaum eine Haft antreten müssen. Das hier ist immer noch Freiheitsentzug. Alles, was man hier macht, ist den alten Gefangenen ein Umfeld zu geben, in dem sie weniger Probleme machen und Probleme bekommen als im gemischten Vollzug mit anderen, jüngeren Gefangenen. Es bleibt aber Freiheitsentzug. Keiner von denen kann seine Rente genießen oder hinfahren wohin er will. So kurz vor dem Tod "eventuell" immer noch Strafe genug.

    Und Freizeitangebote und Resozialisierung gibt es in anderen Haftanstalten auch. Dass es mehr sind (wenn überhaupt) liegt wohl daran, dass diese älteren Gefangenen keinen Stress machen. Wer brav ist wird belohnt.

    Aber wie gesagt: schön suggestiv geschrieben der Artikel. Hat ja auch die gewünschten Kommentare abgeworfen :-)

  22. Axel John meint: (23.6.2010 um 14:19) AntwortenReply to this comment

    @stimmviech:

    ob er gelähmt im Heim sitze oder im Knast, sei egal.

    Heinrich Boere war vermutlich noch nie in einem Pflegeheim.
    Wenn ich alt, arm und gebrechlich wäre und zwischen Knast oder Heim wählen müsste, würde ich ohne zu zögern den Knast wählen.
    Die Aussicht, dehydriert und wund gelegen, mit den Händen an den Bettrahmen fixiert und mit Psychopharmaka vollgepumpt in den eigenen Exkrementen zu verrotten, macht die Wahl recht einfach.

  23. Treverer meint: (23.6.2010 um 14:22) AntwortenReply to this comment

    denen die mal wieder ins horn blasen, ob es nicht dringendere probleme gebe in deutschland: na, dann kümmert euch doch drum! und macht bitte nicht anderen ihr ehrenamtliches engagement zum wohle anderer menschen madig.

    knast jedenfalls ist kein spaß, aber dennoch die frage: ist es eigentlich strafrechtlich relevant (androhung einer straftat, nötigung oder so), wenn man der staatsanwaltschaft einen brief schriebe mit dem tenor, man würde freiwillig auf eine kriminelle laufbahn verzichten, wenn dafür im gegenzug die hälfte der kosten für's einsitzen gelöhnt würde? schließlich käme man persönlich so erheblich besser weg als bei hartz iv ;-)

  24. egal meint: (23.6.2010 um 14:27) AntwortenReply to this comment

    @Hendrik:
    CA 2 millinen Leiharbeiter leben wie ich so Dank rot grün
    6,41 Tariflohn x 160 Stunden=1025,60 Brutto 798,13netto
    Miete 380€
    Fahrkosten 70€
    strom 35€
    Gez 16,15€
    internet ca 20€

    276,98€ / 4= 69,25/7 =9,89 am tag
    Und damit gehöre ich laut regierung siehe armuts bericht zur " Mittelschicht"
    Nee idee was ich von deinem Kommentar halte?Davon bezahle ich Brille, Zahnersatz, Essen,Kleidung usw usw ja klar mir geht es gut PFFFFF!

  25. Kramer meint: (23.6.2010 um 14:43) AntwortenReply to this comment

    @Volker Racho:

    Naja, unser Staat hat sicherlich noch andere Probleme. Und wenn der Staat dieses Problem nicht angegangen wäre würden andere sagen "warum tut der Staat dort nichts"

    Ich persöhnlich denke das unser Geld schlechter angelegt werden kann wie in halbwegs artgerechter "Menschenhaltung". Sicherlich sind das Verbrecher aber auch diese haben noch Rechte auch wen das viele nicht wollen.
    Das erinnert mich ein wenig an die Hexenverbrennung, wo der gesetzestreue Bürger mit Volksfest Stimmung gejubelt hat wen der Mensch geschrien hat.

  26. zonk meint: (23.6.2010 um 14:51) AntwortenReply to this comment

    Ich finde es gut, wenn Gefangene menschlich behandelt werden.

    Denen, die "absolute Härte" fordern, weil es im Altersheim schlechter ist: In Bielefeld gibt es 200 arbeitslose Jedi-Ritter, die sich wegen Hartz-IV keine Batterien für ihre Lichtschwerter leisten können! Darum sollten Gefangene auch keinen Nachtisch bekommen!

    Wer sich hier über schlechte Zustände im Altersheim beklagt, soll was dagegen tun. Bei Gefangenen kurz vorm Tod nachtreten, das machen noch nicht mal französische Fußballspieler.

  27. Teutone meint: (23.6.2010 um 14:58) AntwortenReply to this comment

    Nur weil es in unserer Gesellschaft alte Menschen gibt denen es wirklich dreckig geht, dürfen es den Gefangenen nicht fair behandelt werden? Großes Tennis. Das Argument ist sehr gefährlich, denn damit wird die Abwärtsspirale nur weiter vorangetrieben.
    Besser wäre zu sagen, das leisten wir für unsere Gefangenen, darum müssen wir für die Alten und Schwachen mehr leisten. Doch das würde ja bedeuten das jeder sich mehr Kümmern müsste. Denn ist nicht der Staat der die Gesellschaft formt, sondern wir alle sind es die dafür Sorge tragen müssen.

  28. Tante Jay meint: (23.6.2010 um 15:11) AntwortenReply to this comment

    So. An die Hardliner-Fraktion: Es gibt also hier Probleme? Ja, die gibts. In erster Linie seid IHR die Probleme. Wegen Vollhupen wie euch, die meinen die Weisheit und den gesunden Menschenverstand mit der Suppenkelle gefressen zu haben, haben wir HartzIV ("Die kriegen alle zuviel Geld") haben wir unterbezahlte und überarbeitete Pflegekräfte im medizinischen Bereich und sind die Knäste stellenweise alles andere als eine Erholungskur.

    Niemand hat hier gefordert, dass die Knastis Urlaubsknäste bekommen sollen. Das will auch keiner. Aber wenn ein Mensch lebenslang einsitzt und sich dem Ende seines Lebens nähert – wem bringts noch was, wenn der bei Wasser und Brot gehalten wird?

    Da werden dumpfe Rachegelüste ("dem solls so dreckig gehen wie seinem Opfer") damit begründet, dass es den "Hartzies" so beschissen geht. Und wenn die Diskussion auf HartzIV umschwenkt, wird wieder ne Milchmädchenrechnung aufgemacht, dass HartzIV doch tierisch viel Geld ist wo locker noch gekürzt werden kann.

    Entscheidet euch mal. Mit dem Knast da hab ich weniger Probleme als mit euch. Warum?

    Ganz einfach: eine "artgerechte" Haltung hilft, dass viele Probleme gar nicht erst entstehen. Die Amiknäste, die ja immer so als leuchtendes Vorbild hinstellen, haben ne Rückfallquote von locker 80% – weil die Insassen rausgeworfen werden mti 20 Dollar und auf der Straße stehen. Die sind ratz-fatz wieder drin dank Zero Toleranz, wenn die keine Familie haben, die sie auffängt.

    Und die Wärter findens sicher auch angenehmer, nicht dauernd Insassen mit Lagerkoller kleinhalten zu müssen.

  29. Facepalm meint: (23.6.2010 um 15:27) AntwortenReply to this comment

    @Micha3l:

    Mhm, zu einem solchen Kommentar fällt mir spontan nur eins ein:

    Horizontalonanist

  30. Fejah meint: (23.6.2010 um 15:56) AntwortenReply to this comment

    @egal:

    Es gibt übrigens 750.000 Leiharbeiter in Deutschland. Bei ca. 82 Mio. Einwohner in Deutschland macht das nicht mal 1%.

  31. dasuxullebt meint: (23.6.2010 um 15:58) AntwortenReply to this comment

    > „Wir arbeiten gegen die Isolation“, versichert die
    > Anstaltsleiterin.

    Ich dachte beim "Freiheitsentzug" geht es genau darum. Leute Isolieren. Ich persönlich halte von dieser Form der Strafe nichts. Ich sehe nicht was – außer Abschreckung – sie bringen soll. In meinen Augen ist Gefängnisstrafe Folter, und zwar schlimmere Folter als manche andere von unserer Gesellschaft verachtete Formen es sind. Würde man Gewalttäter jedes mal ein paar Minuten Waterboarden würden es vermutlich mehr Leute kapieren, und die Menschenwürde wäre am Ende weniger verletzt als in einer Haftstrafe (sorry, in einen Käfig sperren finde ich schlimmer). Denn die meisten Menschen sind nicht "intellektuell", sie benötigen eine unmittelbare und harte Strafe, und danach Unterstützung im realen Leben, um sich zu ändern, statt langfristiger psychologischer Zersetzung ("Zeit zum Überlegen"). Zumindest ist das meine Meinung, auch wenn sie vermutlich kaum jemand teilen wird.

  32. Nania meint: (23.6.2010 um 16:09) AntwortenReply to this comment

    Da erscheint mal wieder der typische Deutsche auf dem Packett. Von nichts eine Ahnung, aber meckern, meckern, meckern, dass es den Menschen im Knast zu gut geht – und zudem besser, als den Menschen im Heim.

    Blödsinn.

    Die vielen Vorurteile gegenüber Altenheimen stammen teils einfach nur aus schlecht recherchierten BLÖD-Artikeln. Keine Frage, es gibt wirklich schlechtere und bessere Altersheime, aber das Problem sind nicht die Heime, sondern die ABSOLUT unterbezahlen und ÜBERARBEITETEN Pflegekräfte.

    Das der Staat Gefangenen eine Resozialisierung ermöglicht ist absolut notwendig, sonst steigt die Rückfallquote enorm an. Allen, die das nicht glauben, empfehlen ich Schillers "Der Verbrecher aus verlorener Ehr" zu lesen. Sehr gutes Buch, dass schon zu Schillers Zeiten aufzeigt, dass absolute Härte nichts bringt.

    Ich finde es überdies äußerst gerechtfertigt, Gefangenen im Alter ein halbwegs menschenwürdiges Leben und Sterben zu ermöglichen. Vergesst nicht, einige kommen da vllt. nie mehr raus!

    Und an die Hardliner hier:
    Lynchjustiz! Ja, das ist doch das einzig Wahre.
    Für jeden Unfall, der Tote nach sich zieht (egal ob betrunken oder nicht): mindestens 15 Jahre
    Für Mord: Lebenslang (also bis zum Tod)
    Für Diebstahl: Hand ab – ach ne, direkt beide,dann macht er das bestimmt nicht wieder
    Für Kindesmissbrauch: Todesstrafe. Am besten gevierteilt, gerädert, gekreuzigt, gehängt, geköpft und ganz zum Schluss noh verbrannt.

    Entschuldigung, dass kann ich nicht mehr lesen.

  33. Tante Jay meint: (23.6.2010 um 16:09) AntwortenReply to this comment

    @dasuxullebt: Also Waterboarden statt Gefängnis? Erstickungsanfälle (man kann durchaus davon sterben) statt Knast?
    Sorry, aber, äh… Nein.

  34. Sebs meint: (23.6.2010 um 16:34) AntwortenReply to this comment

    Absolute Frechheit!!!

    Nicht das es eine solche Strafanstalt gibt, nein, die hardliner kommentare. Ihr seit unnötige Menschen, weil euch ethisches Grundverständnis fehlt. PFUI! Sowas kommt halt davon wenn man keinen Quali macht.

  35. Dierk meint: (23.6.2010 um 16:37) AntwortenReply to this comment

    @dasuxullebt

    Nö, Freiheitsentzug ist nicht dasselbe wie Isolationshaft. Soll es auch nicht sein.

  36. egal meint: (23.6.2010 um 16:47) AntwortenReply to this comment

    @Fejah:
    Laut Statistischem Bundesamt arbeiten in D 40 mil 171 tausend menschen wären also schon mehr als ein Prozent. Das leiharbeit wie sie jetzt entlohnt wird gegen die Menschenrechte verstößt haben Europäischegerichte schon festgestellt( google selbst)
    aber ist doch scheiß egal sind doch nur ein zwei Prozent der deutschen ohne Menschenrechte , erschießt uns doch wir sind doch nur ein/zwei prozent abschaum!

  37. Fejah meint: (23.6.2010 um 16:59) AntwortenReply to this comment

    @egal:

    Moment, das habe ich nicht gesagt. Ich fand deine 2 Mio. nur sehr überzogen. Und natürlich gibt es 10mal so viele Leiharbeiter wie Häftlinge (zum Glück). Und ich sag auch nicht, dass ihr Abschaum seid, ich weiß gar nicht, wie du darauf kommt.
    Eigentlich schon traurig, dass du dich mit Häftlingen vergleichst. Gehst du lieber ins Gefängnis, als zu arbeiten?

  38. Longstreet meint: (23.6.2010 um 17:04) AntwortenReply to this comment

    Schlimm! Da wird diesem Lumpenpack doch tatsächlich ein lebenswürdiges Altenbrot gewährt, ein Skandal! Wo ist die CDU, wenn man sie braucht. Also als Minensucher in Afghanistan müsste man sie doch noch ranziehen können, daß geht ggf. sogar im Rollstuhl, 4h Schlaf und 400kcal Nahrung pro Tag, Gesundheitsversorge braucht es nicht, Haftort und Umgebung sorgen bereits positiv für eine Haftverkürzung (fairerweise gesagt auch für eine Lebensverkürzung), aber es geht schliesslich um unsere STEUERGELDER! Da darf kein Opfer zu gross und kein Gedankengang zu flach sein – also mindestens russiche Haftverhältnisse fordere ich als steuerzahlender Bundesbürger, um mein Gewissen zu beruhigen, daß mein hart verdientes Geld auch vernünftig verwendet wird.

  39. ChiefAlex meint: (23.6.2010 um 17:52) AntwortenReply to this comment

    was ist denn bitte "lebensalt" und wie unterscheidet es sich von "alt" ?

  40. ingo meint: (23.6.2010 um 17:53) AntwortenReply to this comment

    Bei manchen Kommentaren hat man nicht genug Handflächen um sie sich vor den Kopf zu schlagen.

    Zunächst: natürlich müssen Häftlinge arbeiten, damit verdienen sie sich ein geringes Taschengeld, das sie dann im JVA-Kiosk (mit teilweise Tankstellen-Preisen) zum Einkaufen benutzen dürfen – Tabak z. B.
    Rentner brauchen nicht mehr arbeiten, müssen dafür aber von ihrer Rente "Miete" für ihren Haftraum bezahlen, und ausbezahlt bekommen auch sie nur ein Taschengeld.

    Nun war ich neulich beruflich wieder in einer JVA unterwegs und bekam auch den dortigen Senioren-Trakt gezeigt: ordentlich saniert, Grünpflanzen auf dem Flur, helle freundliche Farben, reichlich 8 qm pro Häftling inklusive "Sanitärecke". Alles ganz nett, wirklich.
    Aber meine Oma hatte damals ein mindestens doppelt so grosses Zimmer im Altersheim, mit Teppichbelag und Couchgarnitur. Sie konnte jederzeit im Park spazieren gehen, Kinder und Enkel besuchen, bei alten Freundinnen Geburtstag feiern – ich muss nicht lange überlegen wem es da schlechter geht.

    Wer noch nicht in einer JVA war sollte sich mal klar machen wie winzig so eine Zelle ist wenn Abends die Tür verschlossen wird, mit einem Fenster aus dem man höchstens den Himmel sieht, und mit richtig Glück noch einen zweiten Mann im Doppelstockbett, der mit ganz besonders viel Glück nur schnarcht und nicht auf Analsex steht.

    Und wer ernsthaft behauptet dass es einem Hartz-IV-Empfänger schlechter geht hat den Schuss nicht gehört. 8-9 qm sind besser als eine komplette Sozialwohnung? 20-30 Euro (erarbeitetes!) Taschengeld sind mehr wert als 360 Euro Hartz IV? Billard, Schach und sonstige Angebote sind so kostbar dass man sich dafür den Rest des Tages einschliessen lassen sollte? Oder vielleicht doch nicht … ?

  41. GB meint: (23.6.2010 um 18:15) AntwortenReply to this comment

    Die Menschenwürde ist wie so vieles dem Zeitgeist und der Kultur unterworfen, seit der Entscheidung des BVerfG zu der lebenslänglichen Strafe = 15 Jahre geht es kontinuierlich in Richtung laissez faire. Nun haben immer mehr Menschen die Schnauze voll davon, dementsprechend wird es sich langsam wieder in die andere Richtung bewegen. Ist wie eine Sinuskurve, die USA haben das in diesem Bereich z.B. schon wieder hinter sich ( vom Auburn System zu der extrem liberalen Justiz der 60-70 Jahre bzgl. Strafmaße/Gefängnissystem wieder hin zum heutigen Supermax ).
    Wenn allerdings zu lange und zu weitgehend ( auch nur gefühlt ) "zu wenig" bestraft wird, beraubt sich der Staat seiner Grundlage, denn sein Gewaltmonopol gründet sich nur auf seine Fähigkeit seine Bürger gegen Rechtsbrecher zu schützen.

    Noch eine Anmerkung zu denen die die so genannten "Hardliner" attackieren im Sinne sie sollten auch einmal "sitzen". Sie übersehen einen wichtigen Unterschied, diese Menschen wurden nicht rechtskräftig verurteilt. Es ist die freie Entscheidung die in das Gefängnis führt (Irrtümer gibt es immer, sie dürfen keinen Einfluss auf die Gestaltung der Strafe haben, höchstens auf mögliche Entschädigungssysteme). Anders gesagt niemand wird gezwungen eine Entscheidung zu fällen die Ihn ins Gefängnis führt. Dementsprechend darf in einer Demokratie die Mehrheit die Art und Weise der Bestrafung oder zumindest Ihren Rahmen festlegen, wird zu lange gegen diesen Willen gehandelt löst sich der "Gesellschaftsvertrag" auf.

  42. Snickerman meint: (23.6.2010 um 18:29) AntwortenReply to this comment

    Klar, wir müssen ja alles nachmachen, was jenseits des Großen Teichs ausgekocht wird…
    OBWOHL die Zahl der Häftlinge sowohl relativ als auch absolut ein Vielfaches der europäischen Vergleichswerte beträgt
    OBWOHL immer neue Strafverschärfungen ("Three Strike and You are out!") schon für Raub bis zum Lebenslang führen können
    OBWOHL die Knastindustrie der zweitgrößte Arbeitgeber ist nach dem Militär
    liegt die Kriminalitätsrate dort viel höher als bei uns-
    und die Zahl der Justizirrtümer auch!

    DAHIN wollen sie? Never.

    Lesen sie lieber:
    http://daa.amerikanistik.net/daa10/aussagen.html

  43. PrivateSnafu meint: (23.6.2010 um 18:38) AntwortenReply to this comment

    Treverer:"denen die mal wieder ins horn blasen, ob es nicht dringendere probleme gebe in deutschland: na, dann kümmert euch doch drum!"

    STRIKE!

  44. Hendrik meint: (23.6.2010 um 18:55) AntwortenReply to this comment

    @24, egal
    1. der Kommentar auf den ich mich bezog, sprach von der Mehrheit der Bevölkerung. Neben allem, was sonst noch an ihrem Argument falsch ist, kann ich nur sagen: selbst wenn es 2 Mio. wäre, wären das deutlich weniger als die Hälfte der Bevölkerung.
    Ansonsten: Bitte lesen Sie die Kommentare 26, 28, 38, 40 und vor allem die 14.
    Übrigens sehr erfreulich zu sehen, dass es anscheinend nicht nur auf stammtischniveau hetzende Rechtsausleger gibt.

    Viele Grüße

  45. dabbelyu meint: (23.6.2010 um 19:08) AntwortenReply to this comment

    ein Hallo,
    -41- @GB meint: (23.6.2010 um 18:15)

    darum lieber gleich einen sozialistischen Gesellschaftsvertrag!
    Mir geht es vollkommen ab, wie jemand das DDR-System dieses vollkommen Paranoide Dasein, in Abbruchsiedlungen hausend, Straßen, Brücken alles aus Kaiserzeit, U-Bahn/S-Bahn von vor dem Krieg, Plattenbauten sind eine Fehlkonstruktion, Räume aus Beton die nicht Verputzt sind, sind nicht für den ständigen Aufenthalt von Menschen geeignet! Berufsleben eine Pfadfinderzeltlager-Mentalität, Technische Entwicklung nicht existent, menschenverachtende gegenseitige Unterdrückung in einem Paranoiden-Totalitären-System noch immer favorisiert, zumindest das Strafrecht.
    Du bist kein ewig gestriger, du hast ein erhebliches Problem mit der Wahrnehmung
    nicht der Einzige aus diesem Gesellschaftsystem!
    ist es verwunderlich?
    dabbelyu

  46. Olli meint: (23.6.2010 um 20:27) AntwortenReply to this comment

    @peter:

    Sie meinen das System was die Verbrecher oft noch brutaler entlässt als sie eingeliefert wurden?

    Und mich ärgert der Bericht auch aber aus anderen Gründen. Hier bemüht man sich um Ältere Menschen woanders lässt man sie im wahrsten Sinne des Wortes verrecken. Und das noch unter den Augen des Staates. Das Gefägnis ist ein Anfang aber das ganze muss man auch noch ausweiten auf Altenheime und auch auf jüngere Insassen.

  47. Karsten meint: (23.6.2010 um 20:51) AntwortenReply to this comment

    Was kostet der Spaß denn im Vergleich zum normalen Strafvollzug und wo kommt das Geld her? Als Pilotprojekt ist das schön und gut, aber wenn das nicht im breiten Einsatz zu machen ist (vielleicht weil nicht nur nette ältere Herren im Knast sitzen), finde ich das selbst innerhalb der Knastwelt ziemlich ungerecht: Damit es den 22 Leuten besser geht, wird womöglich an anderer Stelle gespart.

  48. jungspunt meint: (23.6.2010 um 21:31) AntwortenReply to this comment

    kein problem – ich zahl gerne steuern.

  49. Abmahner meint: (23.6.2010 um 22:09) AntwortenReply to this comment

    @ olli & peter

    Über die ach so schlechten Zustände in deutschen Altenheimen wird gelegentlich mal in den Medien berichtet (über die ach so schlechten Bedingungen in Gefängnissen natürlich eher seltener). Aber das muss deswegen nicht stimmen, und schon garnicht flächendeckend. Ich red hier mal wieder nicht von einem Thema von dem ich keine Ahnung hab, sondern ich hab das tatsächlich offiziell mal gelernt (Verwaltung im Gesundheitswesen).
    Den Leuten in den Altenheimen gehts ganz gut, selbst denen, die niemals im Leben was in die Kassen einbezahlt haben. Geschimpft wird immer (ich zum Beispiel find Krankenhausessen Super lecker, viele andere rümpfen mit der Nase). Jetzt zu behaupten, den Leuten in den Heimen sind arm dran, und die Gefängnisinsassen haben es besser ist lächerlich. Und das nicht nur auf den Freiheitsentzug bezogen.
    Das Angehörige sich darüber aufregen kommt auch oft vor. Das sind dann zu 99,9% die Angehörigen, die einmal im Jahr den "Heiminsassen" besuchen, und einen Momenteindruck erhalten.

    Die Hardliner, die sagen das Knast ja viel zu lasch sind, sind doch meistens auch diejenigen, die Deutschland und sein vorbildliches Gesundheitssystem über alles loben. Also bitte auch konsequent bleiben. Denn letzteres ist wirklich gut.

  50. Olli meint: (23.6.2010 um 22:34) AntwortenReply to this comment

    @Abmahner:

    Oh du hast das mal gelernt wann denn?

    Selbst in den guten Pflegeheimen ist das Personal oft völlig überarbeitet da kannst gerne jeden Pfleger fragen. Von der miesen Bezahlung ganz abgesehen. Klar in den meisten geht es noch gut aber es ist auch nur noch eine Frage der Zeit bis sich das verschlimmert. Außer es treten drastische Änderungen ein aber da bin ich eher pessimistisch.

  51. jansalterego meint: (24.6.2010 um 00:16) AntwortenReply to this comment

    @Tante Jay:
    Heirate mich! "Vollhupen"! Gnichelgnichel…

    GB hat natürlich recht, wenn er schreibt, dass das Recht dem Geist der Zeit unterliegt. Falsch liegt er allerdings darin, dass er dies völlig unkritisch als gegeben hinnimmt. Der Umstand, dass breite Bevölkerungsgruppen schärfere Strafen fordern und sich vor Kriminalität fürchten wäre dann für den Staat relevant, wenn schärfere Strafen nutzen würden und die Kriminalitätsfurcht gerechtfertigt wäre. Dem ist nun aber nicht so (dem Interessierten sei irgendein beliebiges Buch über Kriminologie ans Herz gelegt). Wenn aber der Mob, doof wie er nun mal ist, Blödsinn fordert, hat das noch lange nicht eine Änderung im Recht herbeizuführen.

    Im Übrigen gilt, dass das einzig strafende Moment am Strafvollzug der Freiheitsentzug ist. Alles was darüber hinausgeht ist Schikane und nicht Strafe. Ziel des Strafvollzugs ist es und muss es sein für künftige Legalbewährung (vulgo: "Der verbricht nix mehr") in Freiheit zu sorgen. Dies muss er (auf welchem Weg auch immer, wobei wirksame Konzepte seit langem bekannt sind) erreichen und wenn er es erreicht, ist auch für Sicherheit (außer vor Ersttätern) gesorgt. Insbesondere die Abstimmung des Strafvollzugs (und der vielfach angebotenen Sozialtherapie)auf bestimmte Alters- und Bildungsschichten ist dabei eine vielversprechende Methode. Insofern ist der Ansatz der JVA Detmold ein richtiger, der dennoch nur der erste Schritt sein kann.

  52. bombjack meint: (24.6.2010 um 06:55) AntwortenReply to this comment

    @GB:

    [...]Wenn allerdings zu lange und zu weitgehend ( auch nur gefühlt ) "zu wenig" bestraft wird, beraubt sich der Staat seiner Grundlage, denn sein Gewaltmonopol gründet sich nur auf seine Fähigkeit seine Bürger gegen Rechtsbrecher zu schützen.[...]

    Das mag sein, nur wenn ein Staat anfängt präventiv Gesetze zu erlassen an die sich keiner mehr gebunden fühlt und damit langsam aber sicher zum Präventionsstaat http://de.wikipedia.org/wiki/Präventionsstaat mutiert, anfängt alles über Verbote zu regeln vgl. http://ef-magazin.de/2009/08/06/1400-verbote-prophylaktisch-der-weg-in-den-praeventivstaat dann muß er sich nicht wundern, wenn es immer mehr Menschen gibt, die diesem Staat das Recht auf Gesetze und Verbote absprechen und sich auch nicht mehr daran halten.

    bombjack

  53. prior meint: (24.6.2010 um 10:10) AntwortenReply to this comment

    @egal: der tariflohn ist im juli angehoben worden für zeitarbeitnehmer (wie es richtig heißt). die 6,41€ stimmen nicht mehr. und selber schuld, wenn man sich in lohnstufe 1 einstellen läßt. fahrtkosten werden übernommen von den firmen, gez beträgt auch keine 16,15, sondern maximal 17,98.

  54. Müller meint: (24.6.2010 um 10:48) AntwortenReply to this comment

    der unterschied zwischen altersheim und JAV ist einfach: das eine ist eine bevormundung, staatlich beauftragt. das ist ein ganz anderes verhältniss und eine ganz andere art von verantwortung bzw. verpflichtung die hier besteht.

    und auch das "wir haben andere probleme" gerdet find ich recht horizontlos. soll die leiterin jez in die politik und die "anderen probleme" in angriff nehmen, nur weil die eine höhere priorität haben (sollten). sie ist leiterin einer JVA und versucht dies so gut wie möglich zu machen. das zu vergleichen mit andern bereichen grenzt an idiotismus.

  55. dot tilde dot meint: (24.6.2010 um 12:12) AntwortenReply to this comment

    @4 (<a href="#comment-439704"volker racho):

    super textbaustein. passt fast unter jeden artikel!

    .~.

  56. Reinhard meint: (24.6.2010 um 14:00) AntwortenReply to this comment

    Würde der Admin bitte den Spam-Eintrag von "Webkatalog & Social Bookmark Eintragsdienst" löschen? Danke :)

  57. Autolykos meint: (24.6.2010 um 15:03) AntwortenReply to this comment

    @Reinhard: Die Spammer werden auch immer kreativer. Ich hatte den erst garnicht erkannt.

    aber OT:
    An sich gute Sache, aber man sollte prüfen, ob das Geld nicht besser darin angelegt ist, jüngeren Gefangenen wieder eine Perspektive zu bieten; denn an denen hat die Gesellschaft teilweise noch mehr als ein halbes Jahrhundert zu beißen – was man von den Alten nicht behaupten kann…

  58. Axel John meint: (24.6.2010 um 16:40) AntwortenReply to this comment

    @Müller:
    Die Zustände in manchen(!) Altenheimen mit formalen Spitzfindigkeiten wegzudrücken, halte ich für äußerst zynisch.
    Was gäbe es für einen Aufschrei, würde ein "schwieriger" Strafgefangener über Monate mit Valium "ruhig gestellt" und an sein Bett gefesselt!
    Eine Klageflut bis hin zum EGMR wäre wohl unausweichlich.
    In manchen(!) Altenheimen ist das gang und gäbe, da interessiert das keine Sau.

  59. Olli meint: (24.6.2010 um 18:51) AntwortenReply to this comment

    @Axel John:

    Doch es interessiert schon nur können die Älteren sich ja oft nicht wehren und werden gerne nicht ernst genommen.

    Und ich vermute mal man sucht sich auch Leute die geistig nicht mehr so fit sind und kaum Verwandte haben die das interessiert oder mal eben auf der Matte stehen.

  60. dasuxullebt meint: (25.6.2010 um 12:47) AntwortenReply to this comment

    @Tante Jay: Man kann auch an einem Selbstmordversuch sterben, den man unternimmt, weil man es psychisch nicht verkraftet über längere Zeit hinweg eingesperrt zu sein.

    Man könnte der betreffenden Person auch einfach die Wahl lassen. Es ist das anmaßende Moment unserer modernen Moral, "Qual" als absoluten Begriff zu definieren und diese Definition jedem aufzuzwingen.

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