15.7.2010

In the end, a game may simply be a game

Gewaltspiele sind im Verruf. Vielleicht zu Unrecht. Eine amerikanische Studie will jetzt belegen, dass Probanden nach längerem Spielkonsum sich sogar weniger gestresst und depressiv fühlten als nicht spielende Personen. Für die Studie wurde das Spielverhalten von 103 Studenten an einer hispanisch geprägten Hochschule untersucht.

Getestet wurde mit folgenden Spielen: Hitman: Blood Money, Call of Duty 2 und Madden 2007, wobei letzteres zwar Action, aber keine explizite Gewalt enthält.

Aus der Zusammenfassung der Studie:

As with aggressive behavior, the evidence did not support that short-term randomized exposure to violent video games either increased or decreased hostile feelings or depression. By contrast long-term exposure to violent video games was associated with reduced hostile feelings and depression following a stressful task. Subjects who were exposed to violent video games were not less aggressive, but they were less hostile and depressed.

Die Forscher meinen, möglicherweise werde um Gewaltspiele viel zu viel Aufhebens gemacht:

The fervor over violent video games which has become intensely politicized (we would argue this unfortunately extends to the scientific community) may be ‘much ado about nothing.’ In the end, a game may simply be a game.

Siehe auch hier

47 Kommentare zu “In the end, a game may simply be a game”

  1. yahbluez meint: (15.7.2010 um 08:05) AntwortenReply to this comment

    Das deckt sich doch mit der Alltagserfahrung,
    spielen entspannt und baut agressionen ab.

    Jugendliche Gewalttäter sind in der Regel keine guten Spieler sondern eher Trinker und auch sonst im Leben Looser.

    mfg

  2. Richtigleser meint: (15.7.2010 um 08:18) AntwortenReply to this comment

    @yahbluez: Die Studie sagt etwas anderes: "Subjects who were exposed to violent video games were not less aggressive"

  3. Snickerman meint: (15.7.2010 um 08:22) AntwortenReply to this comment

    Diese Aussage passt den Populitikern nicht, die versuchen, das Volk vom Politikversagen abzulenken, also wird sie totgeschwiegen werden und statt dessen wieder so eine besorgte Kümmerin wie von der Leyen oder die neue Familienministern vorgeschickt, die dann mit Grabesstimme von "Jugendschutz" faselt und dass da doch niemand was gegenhaben darf…

    Witzigerweise gilt die Aussage aus dem Titel auch für die allgegenwärtige Pornographie, da haben ebenfalls Studien Entwarnung gegeben und festgestellt, dass die Jugendlichen gut unterscheiden können zwischen Clip und Wirklichkeit und ihr Leben davon kaum beeinflussen lassen-
    und?
    Es muss natürlich dringend was unternommen werden gegen diesen Schmutz und Schund!

  4. le D meint: (15.7.2010 um 08:25) AntwortenReply to this comment

    @Richtigleser: aber dafür weniger feindselig und depressiv "but they were less hostile and depressed" – wenn schon, denn schon

  5. murry meint: (15.7.2010 um 08:29) AntwortenReply to this comment

    Es geht doch in der Politik nicht darum irgendetwas zu tun, das was verändert oder etwas bewirkt, sondern nur noch darum die Illusion aufrecht zu erhalten man täte etwas.

  6. marcus05 meint: (15.7.2010 um 08:34) AntwortenReply to this comment

    Gibt schon viele solcher Studien, werden halt einfach ignoriert.

  7. stimmviech meint: (15.7.2010 um 08:37) AntwortenReply to this comment

    Vermutlich liegt die Wahrheit über die vielzitierten Killerspiele in der Mitte. Dem Normalo schaden sie nicht, verhelfen ihm vielleicht sogar zu einer Hirnentwicklung, die dem Computerleben bestens angepasst ist.
    Ich könnte mir aber vorstellen, daß Leute mit Aggressionsproblemen durch die Spiele erst den letzten Anreiz bekommen, ihre Gewaltfantasien weiterzuentwickeln und dann auch in der Realität umzusetzen.Statistisch bedeutsam dürfte aber letztere Gruppe nicht sein.
    Der politische Kampf gegen Killerspiele hat einfach den Grund, daß die Angst der älteren Bevölkerung vor der ihr unverständlichen Computerwelt hier in Wählerstimmen umgesetz werden kann. Diese politische Welle dürfte aber in Kürze aussterben, da die unter 40-jährigen computeraffin sind.

  8. Planewalker meint: (15.7.2010 um 08:48) AntwortenReply to this comment

    Die Frage bei Studien ist immer: In welchem Auftrag fanden Sie statt und wer hat sie bezahlt? Ganz gleich, welches Image die sog. Forschungsinstitute an den Tag legen, es ist im Endeffekt leicht, die Ergebnisse zu erhalten, die man gerne der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Studien sind nicht anderes als zusätzliche Überzeugungsmittel von Meinungsknetern, deshalb sehe ich JEDE Studie mit äusserster Skepsis.

    Dass man mit gewaltdarstellenden Computerspielen effektiv Agressionen abbauen kann, glaube ich nicht. Dafür fehlt einfach die physische Komponente. Wenn man LANGE GENUG spielt, ist man natürlich durch die Konzentrationsanstrengung ermüdet, was sich sicherlich gemäss der Aussage der Studie hinbiegen lässt. Im Vergleich dazu hätte man die Probanden allerding mal zwei Stunden lang intensiv Sport machen lassen sollen. Letzteres täte der gerade amerikanischen, sowieso schon völlig überfetteten Gesellschaft sehr gut. Die Deutschen stehen, was die Überfettung angeht, immerhin noch etwas zurück… wenn man den Studien glauben mag. ;)

  9. Joe Nevermind meint: (15.7.2010 um 08:59) AntwortenReply to this comment

    @Planewalker:

    Genau das trifft den Kern der Sache. Erst gestern beim Kinderdoc im Blog:

    http://kinderdoc.wordpress.com/2010/07/14/playstation-vs-schule/

    Diese Studie kommt zu einem völlig anderen Ergebnis. Hier wird festgestellt, dass Spielen die Leistungsfähigkeit durchaus beeinträchtigt.

    Unabhängige Studien sind Mangelware. Aber ich möchte auch betonen, dass ich kein Freund des Hypes um solche Spiele bin.

    Ich halte Spielen nicht für die Ursache sozialer und schulischer Probleme oder Problemen im Job, sondern für einen Teil der selbstgewählten Lösung. Auch Amokläufe werden durch soetwas nicht ausgelöst sondern allerhöchstens begünstigt. Und auch das ist, meiner Meinung nach, äußerst Fragwürdig.

    Es gibt neben Computerspielsucht auch noch viele andere selbstgewählte Auswege wie Alkohol- und Drogenkonsum und dergleichen mehr.

    Spiele zu verbieten oder noch restriktiver zu behandeln ist sicherlich nicht der Ausweg sondern Augenwischerei.

    Gruß
    Joe

  10. Martin meint: (15.7.2010 um 09:11) AntwortenReply to this comment

    Die Studie ist leider für Deutschland nicht anwendbar, da nicht von dem Allzwegpfeifer aus Hannover geschrieben.

  11. Dierk meint: (15.7.2010 um 09:14) AntwortenReply to this comment

    @Planewalker

    Die Frage bei Studien ist immer: In welchem Auftrag fanden Sie statt und wer hat sie bezahlt?

    Nein, das ist nur die Frage, wenn die Ergebnisse nicht überprüfbar sind bzw. durch andere Studien gleicher Methodik nicht reproduzierbar. Das deutet dann nämlich auf bewusste Fälschung hin [siehe diverse Studien der Tabakindustrie]. Ansonsten ist ausschließlich eines interessant: Wie ist die Methodik?

    Studienergebnisse müssen überprüfbar und nachvollziehbar sein, die Methoden müssen gegen mögliche andere Erklärung prüfen, mathematische Konstrukte dürfen sich nicht nach dem [gewünschten] Ergebnis richten. Sollten die Ergebnisse einer Studie dem Auftraggeber nicht gefallen, veröffentlicht er sie einfach nicht. Daher gibt es unabhängige Forschungsinstitute [z.B. öffentlich-rechtliche, staatlich finanzierte, Vereine].

  12. Chuck meint: (15.7.2010 um 09:27) AntwortenReply to this comment

    Na, die Geschichte wiederholt sich doch immer gerne…

    heute sind es Videospiele, die von der Vorgängergeneration verdammt werden, vor 20 Jahren Rap, vor 30 Jahren Metal, vor 60 Jahren Beat,…, vor 230 Jahren Suizidgeschichten von JWG,… etc.pp.

    Und ich merke schon, dass ich so langsam alt werde, weil die Jungend von heute sich lausig anzieht und man deren Musik ja gar nicht mehr Musik nennen kann! ;)

    nd die paar Fälle, in denen jemand durchdreht, korrelieren nunmal mit der aktuellen Jugendkultur, weil die aktuelle Jugendkultur nunmal das zur Zeit laufende Ding ist. Ein Spinner würde auch durchknallen, wenn er nur Bussi-Bär-Hefte zur Hand hätte…

    So, genug Allgemeinplätze für heute!

  13. Christian meint: (15.7.2010 um 09:32) AntwortenReply to this comment

    Wer dem Link zur Quelle folgt und sich die Metodik des ganzen anschaut, wird einen schwer übersehbaren Fehler feststellen der die Studie leider unbrauchbar macht.
    Im Endeffekt hat man bewiesen, dass bei einem Test der frustrieren und (daraus resultierend) agressiv machen soll (was man dann misst), die Teilnehmer mehr agressiv und frustriert sind die vor dem Test nicht das tun durften weswegen sie gekommen sind (an einer Studie zu Videospielen teilzunehmen – man sagte ihnen das es ein technisches Problem gäbe und sie nicht spielen könnten). Das ist ein sehr grundlegender Fehler, eine solche Kontrollgruppe ist gänzlich ungeeignet.

    Schade, Chance vertan.

  14. Kinder-sind-unschlagbar meint: (15.7.2010 um 09:33) AntwortenReply to this comment

    Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
    Wenn man will, kann man für jedes gewünschte Ergebnis eine Studie erstellen. Computerspieler sind weniger depressiv. Computerspieler bekommen seltemer Gallensteine. Computerspieler sind als Fußgänger seltener in tödliche Unfälle verwickelt… :-)
    Gewaltdarstellungen in Film oder Spiel stumpfen ab, lassen Gewalt als etwas Alltägliches und Normales erscheinen. Ob sie dann weniger depressiv sind, interessiert mich da nur am Rande.

  15. Kinder-sind-unschlagbar meint: (15.7.2010 um 09:36) AntwortenReply to this comment

    @Christian:
    Danke!

  16. Mampf meint: (15.7.2010 um 09:41) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:
    Bei mir ist das genaue Gegenteil der Fall… Dank unzähliger Splatter Filme und Ego-Shooter halt ich den menschlichen Körper für sehr instabil. Wenn ich nun jemanden angreifen müsste hätte ich Angst das ihm gleich der Kopf platzt.

  17. murry meint: (15.7.2010 um 09:41) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:
    "Gewaltdarstellungen in Film oder Spiel stumpfen ab, lassen Gewalt als etwas Alltägliches und Normales erscheinen. "

    Man sollte nie von sich selbst auf andere schließen.

  18. Autolykos meint: (15.7.2010 um 09:41) AntwortenReply to this comment

    Aha, Captain Obvious schlägt zurück. Naja, zunindest hat man jetzt eine weitere Studie, die man zitieren kann, wenn die "Shooter sind des Teufels"-Fraktion wieder auftaucht. Ich finde allerdings Hitman eine etwas merkwürdige Wahl für den Test – Stealth-Shooter (und die beiden ersten Teile der Serie waren das extrem, Blood Money kenne ich nicht) sind IMHO nicht sehr gut geeignet, Aggression abzubauen (so sie diese Prämisse testen wollten) – da sind sie viel zu anstrengend und knifflig für. COD2 hingegen ist keine schlechte Entscheidung, das ist ein ziemlich typischer Shooter.
    @Planewalker: Die Studie behauptet garnicht, daß Aggressionen abgebaut werden. Aber überschüssige Aggressionen sind auch garnicht das Hauptproblem der Amokläufer (die immer indirekt die Shooter-Debatte lostreten). Da passt "hostile and depressed" IMHO wesentlich besser. Das deckt sich dann mit der Beobachtung, daß Menschen, wenn man sie in Ruhe lässt, idR Dinge machen, die ihnen gut tun.

  19. Fabi meint: (15.7.2010 um 09:47) AntwortenReply to this comment

    @ Planewalker:

    Ich sehe ebenfalls eine Verbindung zwischen aufkommender Müdigkeit bei längerem Computer spielen und weniger feindseligem und depressivem Verhalten.

    1. Ich habe im Bekanntenkreis die Erfahrung gemacht, dass sich viele Spieler so sehr in die Spielgeschichte und das Spielgeschehen hineinsteigern, dass sie die aktuellen, "realen" Probleme um sich vergessen. Dass die Verbindung mit dem Spiel auch nach Ausschalten der Xbox oder der Playstation nicht sofort verschwinden, ist klar. Statt sich in seiner freien Zeit zu viele Gedanken über die wirklichen Probleme des realen Lebens zu machen und sich in diese hineinzusteigern, lenkt sich der Spieler lieber ab. Gut, man könnte das jetzt als Verdrängung bezeichnen, aber andererseits kann es durchaus passieren, dass der Spieler dadurch, dass er nicht über seine "realen Feindbilder" nachdenkt, sich weniger aufregt und damit weniger feindselig ist.

    2. Stundenlanges auf den Bildschrim starren strengt ohne Frage an und macht Körper und Geist des Spielers müde, er hat also prinzipiell gar keine "Kraft" mehr depressive oder feindselige Gedanken zu entwickeln – ein Effekt der auch durch Sport oder andere gesitig und körperlich anspruchsvolle Hobbies erzielt werden könnte.

  20. Mampf meint: (15.7.2010 um 09:48) AntwortenReply to this comment

    @Christian:

    Es gab 2 Gruppen ohne Gewaltspiele. Den einen wurde das erwähnte technische Problem vorgegaukelt, die anderen haben ein Footballspiel gezockt.

  21. Achim meint: (15.7.2010 um 09:52) AntwortenReply to this comment

    @Richtigleser: @Christian: 1. Die ganzen 103 Schüler besteht also nur aus Amokläufern, die nur noch keine Zeit hatten Amok zu laufen. SEHR OBJEKTIV.

    Und zu 14. Ja, das ist die Erklärung!!!! HITLER, Stalin & co waren ja Vollzeitspieler.

  22. M___K meint: (15.7.2010 um 09:55) AntwortenReply to this comment

    Eine Studie an 103 Studenten ist vieles, aber nicht representativ.

  23. Danny Wilde meint: (15.7.2010 um 10:03) AntwortenReply to this comment

    @Joe Nevermind:

    Erst gestern beim Kinderdoc im Blog:

    Diese Studie kommt zu einem völlig anderen Ergebnis. Hier wird festgestellt, dass Spielen die Leistungsfähigkeit durchaus beeinträchtigt.

    Nein, das wird nicht festgestellt. Es wird festgestellt, dass der Besitz einer Playstation die Lernleistung beeinträchtige. Hirnf… pur.

  24. Kam meint: (15.7.2010 um 10:14) AntwortenReply to this comment

    Das Problem beim Themenfeld Computerspiele und deren Auswirkungen ist leider, dass man viele Studien getrost in die Tonne hauen kann, weil sie nach wissenschaftlichen Maßstäben oft genug grobe Fehler aufweisen. Sei es in der Durchführung, den Schlußfolgerungen, oder dass von vornherein von falschen Annahmen ausgegangen wird die selbst nicht wissenschaftlich geprüft wurden. Lesenswert ist hier IMO das Buch Grand Theft Childhood ( http://en.wikipedia.org/wiki/Grand_Theft_Childhood )von Lawrence Kutner und Cheryl Olson, dass sich mit verschiedenen Studien zu diesem Thema befasst.

  25. Christian meint: (15.7.2010 um 10:20) AntwortenReply to this comment

    @Achim: Ich denke nicht, dass die Diskussion von der Sachebene wegzuführen irgendwem hilft das vorliegende Thema weiterzubringen.

    Und um mich kurz selber zu erklären, ich bin selber jemand der Erwachsen ist und "Killerspiele" spielt. Die verteufelung selbiger gefällt mir auch nicht. Das hat aber nichts damit zu tun, dass die Studie in ihrer Konzeption ein großes Loch aufweist. Es sollte jedem klar sein, das eine Studie welche Frustration testet und seine Hauptkontrollgruppe vorher zusätzlich frustriert am Ende keine beständigen und verlässlichen Ergebnisse produzieren kann.
    "Schade, Chance vertan." habe ich nicht umsonst geschrieben.

    @Mampf: Ja, habe ich gelesen. Welche Ergebnisse da erziehlt wurden, dazu steht aber in der Aus- und Bewertung der Ergebnisse der Studie kein Wort.

  26. Aurisa meint: (15.7.2010 um 10:47) AntwortenReply to this comment

    Besonder lustig finde ich ja, daß 'Killerspiele' die Ursache für Amok-Taten sein sollen… wo doch der Begriff "Amok" aus einer Kultur und einer Zeit stammt, in der Computer vollkommen unbekannt waren…

  27. Bendix meint: (15.7.2010 um 11:08) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar: Dieser Einschätzung kann ich leider nicht folgen. Nach Ihrer Aussage gäbe es gar keinen Grund wissenschaftliche Studien anzufertigen, weil diese ja sowieseo "gefälscht" seien.

    Das man jede Studie kritisch hinterfragen sollte sehe ich natürlich genau so, aber dann zu behaupten "alles sei falsch" halte ich doch für fragwürdig.

    Im Gegenzug einfach Behauptumgen aufzustellen ist noch viel zweifelhafter.

  28. Mithos meint: (15.7.2010 um 11:17) AntwortenReply to this comment

    Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren müssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles heißt, ja, sollte man doch Schluss machen.

  29. Kinder-sind-unschlagbar meint: (15.7.2010 um 11:34) AntwortenReply to this comment

    @Aurisa:
    Außer
    @Achim:
    (und den kann man nicht wirklich ernst nehmen) hat hier niemand behauptet, dass Killerspiele Ursache für Amoktaten sind. Ich habe aber beispielsweise gesagt, dass die Spieler abstumpfen und "Gewalt als etwas Alltägliches und Normales" sehen. Was nicht unbedingt heißt, dass sie dann zum Amokläufer werden.

    @Bendix:
    Wissen Sie, was Ironie ist? Meine "Gegenbehauptungen" waren ironisch. Ebenso wie der Eingangsspruch.
    Die Aussage, dass bei vielen Studien das gewünschte Ergebnis bereits vor Beginn feststellt (bzw. klar ist, zu welchem Zweck die Studie in Auftrag gegeben wurde), ist mit Sicherheit nicht von der Hand zu weisen. DAS die genannte Studie wissenschaftlich nicht haltbar ist, war mir induitiv sofort klar. Und das wurde ja beispielsweise von
    @Christian:
    sehr schön belegt.

  30. Karsten meint: (15.7.2010 um 12:03) AntwortenReply to this comment

    @stimmviech:

    Ich könnte mir aber vorstellen, daß Leute mit Aggressionsproblemen durch die Spiele erst den letzten Anreiz bekommen, ihre Gewaltfantasien weiterzuentwickeln und dann auch in der Realität umzusetzen.Statistisch bedeutsam dürfte aber letztere Gruppe nicht sein.

    Wenn einer schon Agressionsprobleme hat, braucht es für den letzten Anreiz nur einen, der beim Rauchen oder Abziehen stört oder auch nur "dumm guckt".

    Das mit den Gewaltphantasien kann ich mir schlecht vorstellen: Die Shooter fordern so viel Aufmerksamkeit, dass man dabei ziemlich sicher nicht mehr viel über die echte Welt nachdenkt. Gerade dieses intensive Erleben macht einen Erfolg im Spiel erst wertvoll. Ich denke, dass darin auch die eigentliche Gefahr von Computerspielen liegt: Kinder werden nicht schlechter in der Schule, weil Gewalt in der Konsole läuft, sondern weil sie zu viel Aufmerksamkeit in Spiele stecken. Glücklicherweise könn(t)en Eltern da recht gut gegensteuern.

  31. alter Jakob meint: (15.7.2010 um 12:24) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:

    Sie wiederholen Ihre These vom "abgestumpften Killerspieler", für den Gewalt etwas Alltägliches und Normales" ist völlig unironisch. Als Beleg gilt Ihnen wohl Ihr Gefühl, das wohl aber hier als empirisch abgesichert gelten kann, oder? So wie Ihnen bei der Studie ja auch schon "intuitiv" klar war, dass die wissenschaftlich nicht haltbar ist. Wenn @Bendix: Ihnen dann aber vorwirft, einfach nur eigene Behauptungen aufzustellen, dann war alles wieder ironisch?

    Aus Ihren Kommentaren lese ich nur die typische (und mMn ahnungslose) Meinung von Leuten heraus, die sich selbst noch nie mit einem "Killerspiel" beschäftigt haben. Muss man ja auch nicht, aber man sollte sich dann halt auch nicht auf die Expertise von Günther Beckstein verlassen…

  32. Ben meint: (15.7.2010 um 12:42) AntwortenReply to this comment

    Oh, eine neue Studie.
    Mal ehrlich, die empirische Sozialforschung zeigt seit rund 80 Jahren stets die gleichen Ergebnisse: Die einfache These von der starken Medienwirkung (Sender->Empfänger, Reiz->Reaktion) ist in der Realität nicht beweisbar. Medienwirkung ist eine komplexe Veranstaltung die vor allem von den Mediennutzern, deren Dispositionen und Umfeld bestimmt wird.

  33. Anmerkung meint: (15.7.2010 um 13:03) AntwortenReply to this comment

    Es ist eigtl. ganz einfach: Zuviel von irgendwas schadet immer, egal obs nun Computerspiele, Tv, Sonne, Essen, Wasser oder sonstetwas ist.

    Man muss fast alles alles im geregeltem Maße zu sich nehmen .. aber wenn man nie gelernt hat damit umzugehen ja dann ist das schon ein Problem..

    Gewalt kann man nicht verallgemeinern.. ich bin auch mit verschiedener (hier nicht aufzählbarer) Software der Firma ID aufgewachsen und beschäftige mich in meiner Freizeit immer noch mit den bösen "pengpeng" Spielen.. trotzdem gehts mir gut(mal abgesehen von einem Schnupfen :P)

  34. Autolykos meint: (15.7.2010 um 13:26) AntwortenReply to this comment

    @alter Jakob: Don't feed the troll.

  35. Kinder-sind-unschlagbar meint: (15.7.2010 um 14:02) AntwortenReply to this comment

    @Autolykos:
    Troll = jmd, der eine andere Meinung vertritt, als meine eigene ?!

    @alter Jakob:
    Doch, ich habe schon Killerspiele gespielt. Ich habe lange Jahre leidenschaftlich gerne Coputer gespielt und weiß, dass Gewalt und Töten (meist) nicht den primären Kick bei diesen Spielen ausmacht. Trotzdem bewirken diese Bilder etwas bei dem Spieler. Keiner schaut sich dauerhaft solche Bilder an, ohne dass das in seiner Psyche etwas bewirkt, insbesondere bei Kindern.
    Aber Sie können gern versuchen, meine These zu widerlegen. Dazu soll ja wohl die angesprochene Studie dienen. Das sie dazu nicht taugt, haben eine (Ihrer Meinung nach "ahnungslose") Kommentatoren hier sehr schön begründet. Beispielsweise Chirstian (12) oder Ben (32).

  36. alter Jakob meint: (15.7.2010 um 14:27) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:
    Weder habe ich behauptet, dass Christian oder Ben ahnungslos sind, denn die beiden können begründen was sie behaupten. Lediglich bei Ihnen hat sich bei mir der Eindruck der Ahnungslosigkeit eingestellt, denn Ihre Behauptungen sind eben nicht zu begründen. Außer natürlich mit "intuitivem" Wissen.

    Und ich wüsste nicht, weswegen ich mir die Mühe geben sollte unbegründeten Vermutungen etwas Wissenschaftliches entgegenzusetzen, insbesondere nachdem Sie hier die steile Thesen aufstellen. Ich mach mir das Widerlegen Ihrer Thesen lieber auch so einfach wie Sie es sich machen:

    Ich weiß jetzt schon intuitiv, dass Ihre These wissenschaftlich nicht haltbar ist, denn es ist ja nicht mehr als Ihre private Meinung (oder auch Intuition). Und außerdem ist noch niemand mit einem Joystick oder Gamepad Amok gelaufen. Kann also gar nicht sein, dass man davon Amok wird…

  37. alter Jakob meint: (15.7.2010 um 14:38) AntwortenReply to this comment

    @alter Jakob:
    Da fehlt am Ende des ersten Satzes ein: "… noch, dass die Studie richtig wäre".

    Echt Schade um die Editierfunktion. Vielleicht könnte man eine Vorschaufunktion einbauen?

  38. Kinder-sind-unschlagbar meint: (15.7.2010 um 14:45) AntwortenReply to this comment

    @alter Jakob:
    Also noch mal gaaanz langsam:
    - Beim ersten Lesen des Betrags hatte ich das subjektive Gefühl, dass die Studie sicher nicht haltbar sein wird.
    - Andere Kommentatoren haben dies bestätigt, indem sie sich näher mit der Studie beschäftigt haben. Warum soll ich deren Argumente widerholen? Oder soll ich mich jetzt dafür entschuldigen, dass sie meinen ersten Eindruck bestätigt haben?
    - In dem Moment, in dem andere meine Vermutung begründen, ist diese nicht mehr unbegründet, oder?
    - Ich habe nie behauptet, dass Amokläufe direkt mit Gewaltspielen zusammen hängen und werde das auch nicht tun. Siehe auch @29.

  39. Kinder-sind-unschlagbar meint: (15.7.2010 um 14:48) AntwortenReply to this comment

    @alter Jakob:
    Zum editieren müßte man sich irgendwie einloggen können. Da könnte ich auch "wiederholen" aus "widerholen" machen … :-)

  40. alter Jakob meint: (15.7.2010 um 15:05) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:

    Sie haben ohne erkennbare Ironie und ohne Beleg behauptet, dass Spieler von Killerspielen abstumpfen und "Gewalt als etwas Alltägliches und Normales" ansehen würden (siehe @Kinder-sind-unschlagbar: ). Dass Sie Amok ausschließen stimmt soweit, das macht aber Ihre trotzdem aufgestellte Behauptung nicht richtiger und begründet sie auch nicht. Und hier können Sie sich nicht auf andere berufen…

    Den Zusammenhang, den Sie versuchen herzustellen, den Zweifel ich massiv an.

  41. Kinder-sind-unschlagbar meint: (15.7.2010 um 15:15) AntwortenReply to this comment

    @alter Jakob:
    Ich werde eine Studie in Auftrag geben, die das belegt… :-)
    Sie haben Recht, diese Behauptung kann ich momentan nicht beweisen. Sie ist aber meine tiefe Überzeugung und auch entspricht meiner eigenen Erfahrung, sowohl bei mir selbst als auch in meinem Umfeld (Kinder, Neffen,…). Sie können sie anzweifeln. Werde heute abend mal recherieren, ob es wissenschaftliche Belege fafür gibt…

  42. alter Jakob meint: (15.7.2010 um 15:31) AntwortenReply to this comment

    Suchen Sie mal beim Innenministerium, evtl. auch beim bayerischen ;-)

    Ich kann mir aber nur schwer vorstellen, dass Sie etwas Belastbares finden werden. Ich habe zwar keinen Zweifel, dass besonders gewaltätige Jugendliche gerne solche Spiele spielen. Ich habe aber Zweifel, dass das Spielen solcher Spiele gewaltätige Jugendliche erzeugt. Denn nach meiner Auffassung führt nicht das Spielen dieser Spiele zu Gewalt oder zu Gewaltbereitschaft und Abstumpfung, sondern das jeweilige persönliche Umfeld.

  43. Tilia meint: (15.7.2010 um 16:57) AntwortenReply to this comment

    @yahbluez: Wenn es denn unbedingt Anglizismen zur pauschalen Charakterisierung jugendlicher Gewalttäter sein müssen, dann bitte richtig. Sonst stehen Sie selbst bald als "loser" da.

  44. Olli meint: (15.7.2010 um 19:02) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:

    Das stimmt nicht so ganz.

    Sie stumpfen etwas ab aber wirklich "helfen" tun nur richtige Bilder und Videos und natürlich noch mehr Vernachlässigung und Shcläge in der Kindheit.

    Will sagen wenn die Eltern ihre Blagen nicht erziehen können machen Spiele nichts mehr aus. *Sarkasmus an* Im Gegenteil die Zeit in der sie vor dem PC oder der Glotze können sie nicht nutzen um jemanden zu verprügeln.*Sarkasmus aus*

    Und bei Kindern die normal erzogen werden machen Spiele erst recht nichts.

  45. Olli meint: (15.7.2010 um 19:06) AntwortenReply to this comment

    @alter Jakob:

    Welche Spiele?

    Wie lange?

    Welche Lieblingswaffe?

    Welcher Lieblingscharakter?

    Welches Lieblingslevel?

  46. SILen(e meint: (15.7.2010 um 19:16) AntwortenReply to this comment

    Kleiner Hinweis, da das im Post nicht wirklich deutlich wird und vielleicht nicht jeder ohne Googlen was mit den Titeln anfangen kann.

    "Hitman: Blood Money" ist ein Schleichshooter, man spielt einen Auftragskiller der eine Zielperson liquidieren soll.
    Das Spiel lässt einem dabei die Freiheit mit Geschick und Täuschung an die Zielperson heranzukommen – oder mit offensiver Gewalt.
    In der Serie kann man z.b. entweder das Essen einer Zielperson vergiften wenn man sich als Koch in die Küche schleicht, oder mit der AK47 sich durch die Bodyguards mähen und sie so töten.
    Dies ist gibt jedoch niedrigere Wertungen und ist auch meist schwerer.

    "Call of Duty 2" ist ein typischer Weltkriegsshooter, man übernimmt im 2. Weltkrieg die Rollen diverser alliierter oder sowjetischer Soldaten. Der Anspruch des Spieles entspricht einem Actionfilm, ist also sehr gering, die Gewaltdarstellung ist weniger explizit als in Hitman, auch da man keinerlei Beziehung zu den Gegnermassen aufbaut.

    Madden 2007 ist ein American Football-Spiel, d.h. es entstammt natürlich nicht dem Genre der abwertend "Killerspiele" genannten (Ego)-Shooter, sondern ist ein Sportspiel.

  47. madd meint: (16.7.2010 um 22:27) AntwortenReply to this comment

    Hat nie jemand die Frage gestellt, was zuerst kommt? Amoklaeufer werden meistens als zurueckgezogene Eigenbroetler dargestellt, die Killerspiele spielen.

    1.) Waren sie immer Einzelgaenger, oder wurden sie zu welchen, weil sie nicht in die Gruppe passten/isoliert/gemobbt wurden?
    2.) Eine Antwortmoeglichkeit von 1.) bietet ein Motiv fuer die Tat.
    3.) Koennte es vielleicht sein, dass man vermehrt Computer spielt, wenn man sozial desintegriert ist?
    4.) Koennten 2.) und 3.) damit eine gemeinsame Ursache haben, ohne kausal verknuepft zu sein?
    5.) Koennte im Vorfeld einer Tat die Affinitaet zu Egoshootern steigen, ohne das der Umkehrschluss richtig ist?
    6.) Wo kann man ueberhaupt Waffen kaufen !!!11elf???? Ich sehe kein gruenes Symbol eines Einkaufswagens!!1!elf! Am Ende muss ich noch einem Schuetzenverein beitreten oder so. Oder ich warte, bis sie mich ziehen.
    7.) Disclaimer: für die Sherlocks: 6.) ist Sarkasmus.

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