Junge Richterinnen
Junge Richterinnen kriegen heute Haue. Ich gebe ab an folgende Jura-Blogs:
Strafprozesse und andere Ungereimtheiten
Stimmt natürlich alles nicht…
Junge Richterinnen kriegen heute Haue. Ich gebe ab an folgende Jura-Blogs:
Strafprozesse und andere Ungereimtheiten
Stimmt natürlich alles nicht…
Auch eine Möglichkeit das Motto der Zeit, "in dubio contra reo", durchzusetzen. Irgendwie muss man ja mit den 80 Millionen Gefährdern in Deutschland fertig werden.
Sind bestimmt nur gehäuft auftretende Einzelfälle…
Sicher sind´s nur hormonelle Störungen. Nach dem ersten Kind wird Frau Jung-Richterin so gereift sein und so viel Zeit gehabt haben, dass solche Urteile nicht mehr vorkommen.
Ahh.. das wird also aus den ganzen weltfremden Jura-Tussis, die auf'm Campus rumlaufen…
…gab's nicht mal ein Lied von den Kassierern mit dem gleichen Titel?
*schonmal das Popcorn bereitstell*
manche richterinnen erhängen sich sogar bzw. werden erhängt.
kurz bevor sie ein skandalbuch rausbringen…
komisch komisch
Ja, ja… Das Mittelalter hatte auch seine guten Seiten.
Darum: Männer an die Macht und Frauen an den Herd.
Aber was machen wir mit den (männlichen) Richtern, die z.B. internetbezogene Fälle beurteilen, denen aber bei E-Mail nur Badewannenbeschichtung einfällt?
Ich habe mal junge Richterinnen erlebt, die bei dem Thema RA Gravenreuth selig krachend versenkt hat.
in meiner OWI-Sache war die Richterin jedenfalls rattenscharf.
also, so richtig. Fotos machen war aber nicht erlaubt.
Wird Zeit, dass die Damen anfangen zu bloggen.
@Martin23:
Herrje,nicht erlaubt!Weichei!
Schau bloss,dass Du mit dem foto rumkommst.Erst den mund wässrig machen,und dann sowas…
Kinners, das ist ja schlimm, dieses Niveau hier in den Kommentaren. Werdet mal erwachsen.
Selten so viel Schwachsinn gelesen. Sowohl in den Kommentaren hier, als auch in den verlinkten Blogs. Armselig!
Ihr seid erbärmlich. Was muss man(n) denn für ein kleines Würstchen sein, wenn man es nicht ertragen kann, dass frau als Richterinnen Karriere macht? Was hier entgegenschwappt ist nicht etwa die Empörung über Einzelfälle, sondern das tiefsitzende Ressentiment gegen erfolgreiche Frauen. Wie tief muss die Verletzung sitzen, wenn mann nicht in der Lange ist zu begreifen, dass Frauen in allen Belangen ebenbürtig sind? Wie sehr muss mann in seiner eigenen Identität verunsichert sein, um die Selbstbestätigung in der Empörung über solche Stories zu suchen? Im kollektiven Ritus der Bestätigung solcher Ressentiments versucht mann sich gegenseitig und sich selbst zu versichern, dass die Welt ihrer und ihrer Männlichkeit bedarf. Selbst der traurige Tod einer Jugendrichterin muss für einem Teil der Leser dazu dienen, die Schwäche und Unzulänglichkeit der Frauen im Allgemeinen zu belegen.
Weitere Kommentarverfasser, von Autoren kann bei diesem Niveau nicht die Rede sein, können sich dagegen der Zustimmung der anderen Leser bedingungslos erfreuen, wenn sie von heißen Richterinnen fabulieren.
Aus den "rattenscharfen" Teilen auf der Bank wird dann gleich zweifach Profit geschlagen. Einerseits kann mann sabbern. Andererseits ist aber auch klar gestellt: das ist nicht die Regel. Erfolgreiche Frau und gutaussehend geht nicht zusammen. Die Ausnahme bestätigen die Regel. Schließlich käme da ja auch das Gefüge durch einander. Muss mann schon zugestehen, dass die Frau optisch in einer anderen Liga spielt und unerreichbar ist, muss sie mann dann doch zumindest intellektuell unterlegen sein.
Fakt ist aber: Frauen haben durchschnittlich die besseren Staatsexamina und Frauen in Wissenschaft, Studium und Beruf sind nicht mehr und nicht minder kompetent als ihre männlichen Pendants.
Fakt ist auch, wer so ein Verhalten nötig hat, kommt einfach nicht klar mit Frauenpower, kann einfach nicht ertragen, dass es Frauen gibt, die erfolgreich sein, clever und obendrein noch Männer auf die Plätze verweisen. Das ist eigentlich nichts, was der Diskussion wert wäre. Vielmehr ist es "pathetic".
@"Ein Wort" LoooL da hat wohl jemand zu viele Frauenzeitschriften gelesen. Mach mal locker, der einzige mit Komplexen bist Du selbst!
In sehr vielen Berufen haben Männer und Frauen Probleme, richtig miteinander umzugehen. Selbst wenn sie sich bemühen, haben naemlich Männer massive Probleme, das Geschlecht einer Frau auszublenden und mit Ihr nur gemaess ihrem Amt/ Ihrer Position umzugehen. Und selbst wenn sie sich bemuehen, haben Frauen im Beruf massive Probleme, den Maennern, die korrekt mit ihnen umgehen, nicht die Fehler der Maenner vorzuwerfen, die das nicht getan haben. Ergebnis: Massive Spannungen und Sich-Beweisen-Muessen auf allen Seiten.
Wenn diese Konstellation dann im Gericht auftritt, wo es ja von vorneherein ums Recht-Haben geht, wird die Sache fatal. Naemlich dann, wenn aus einer Trotzreaktion gegen eine Verteidigerin ein Richter den Angeklagten anders verurteilt als ohne diese persoenliche Komponente.
Wuenschenswert waere, dass dies alles niemals auftritt.
Da es aber passiert und Menschen Menschen sind, frage ich mich: Welche Strategien hat sich der gewitzte U.V. erarbeitet, um solche Richterinnen nicht zu provozieren, weder mit Detailkenntnis noch perfektem Vortrag? Stellt er sich dümmer? Redet er langsamer? Baut er kleine Fehler ein, an denen sich die Richterin erfreuen kann? Vermeidet er Augenkontakt?
?
@Ein Wort: Da sind wir aber schön auf die Propaganda des neuen Feminismus hereingefallen. Nicht immer wenn Menschen weiblichen Geschlechts Ziel der Kritik sind, steht dahinter das überkommene Patriarchat. Die Kritik der Blogs hängt sich denn auch an dem Typus Mensch und nicht an dem Geschlecht auf. Derartige Männer sind ebenso wenig in der Rolle des Richters wünschenswert. Wenn das Bewerbungsverfahren aber nun speziell bei Frauen diesen Typus favorisiert (was ich nicht Einschätzen kann), dann geht ihre Kritik vollends fehl.
@Ein Wort: TL;DR
Ich kann weder die drei verlinkten Blog-Beiträge noch die Kommentare (sowohl hier als auch in den anderen Blogs) bestätigen. Sie haben teilweise eher eine ziemlich sexistische Tendenz.
Herr Nebgen liegt jedenfalls deshalb ziemlich daneben, da es ein offenes Geheimnis ist, dass man in Hamburg (und da er seinen Sitz in Hamburg hat, gehe ich davon aus, dass er überwiegend die Justiz dort meint) als Mann bessere Chancen hat, in die Justiz zu kommen. Insofern sind Sprüche wie "politisch verordnete Frauenquote" schlicht unzutreffend und daneben.
Ferner sind die Bundesländer im letzten Jahrzehnt dazu übergegangen, die Bewerber in den Vorstellungsgesprächen nicht auf Fachwissen – das ist sowieso schon durch die Examina nachgewiesen – sondern auf soziale Kompetenz zu prüfen. Durch Einstellungsinterviews, bei denen man stundenlang so richtig in die Mangel genommen wird. Dass da mal jemand durchrutscht, der eigentlich nicht wirklich geeignet ist, mag sicherlich passieren, dürfte aber eher die Ausnahme sein. Aber alle Assessorinen über einen Kamm zu scheren und ihnen "Ausleben von jungmädchenhaften Gerechtigkeitssinn" zu unterstellen, ist völlig daneben.
Auch die Einträge zu "Aussage gegen Aussage" liegen neben der Sache – das hängt vom Eindruck der jeweiligen Personen in der Hauptverhandlung ab. Nehmen wir als Extrebeispiel eine Belastungszeugin, die bei der Vernehmung noch ersichtlich unter dem Eindruck der Tat steht und die in sich schlüssig und widerspruchsfrei aussagt und einen Angeklagten, der auf Nachfragen rumdruckst, widersprüchliche Angaben macht, die erst auf Nachfragen und Vorhalte halbwegs schlüssig werden, und der auch sonst detailarm vorträgt. Vertritt da jemand ernsthaft "Das ist aber Aussage gegen Aussage, also in dubio pro reo!"?
Das einzige, was zutreffen mag (aber nicht muss) ist, dass Assessorinnen teilweise vielleicht unter etwas mehr Nervosität in Verhandlungen leiden als Assessoren. Das ist aber sicherlich kein Allgemeinplatz. Vielleicht ist bei Männern aber der "ICH leite hier die Verhandlung und bin der Alphawolf. ICH bestimme deshalb, wo's langgeht langgeht"-Trieb stärker ausgeprägt. Ich weiss es nicht. Jedenfalls hab ich von männlichen Assessoren noch nie sowas wie "Anwalt X hat mich total verunsichert" gehört. Wenn ich allerdings die Blog-Einträge lese, kann ich mich des Eindrucks nicht verwehren, dass da teilweise bei Richterinnen von den Anwälten eine gönnerhafte "Mädchen, lass mich mal den Ton angeben, ich bin viel älter und sowieso ein Mann, und Du bist nur eine Frau und hast viel weniger Erfahrung"-Mentalität durchschlägt. Und da kann ich verstehen, wenn die Richterinnen dann sauer und das naturgemäss "zickiger" rüberkommt. Insbesondere natürlich aus Männersicht.
Dass jetzt bei Richterinnen aus irgendeinem Grund im Gegensatz zu Richtern da im Ergebnis ein "Der Anwalt nervt! Dafür kriegt der Angeklagte doppelt so viele Tagessätze!" durchschlägt, bezweifle ich ebenfalls stark. Auch als Mann ärgert man sich über Krawallverteidiger, aber spätestens bei der Sitzungspause zur Urteilsfindungen atmet man ein paarmal tief durch und kommt zu dem Ergebnis, dass trotz dem doofen Anwalt die in vergleichbaren Fällen tat- und schuldangemessenen 30 Tagessätze üblich sind. Anhaltspunkte dafür, dass Richterinnen das anders sehen, sind mir nicht ersichtlich.
Geschlechtermässig kann man da jedenfalls keine allgemeine Aussage treffen. Ich hab Referendarinnen als Sitzungsvertreter gehabt, die so souverän und cool an der Verhandlung teilgenommen (und insbesondere plädoyiert) haben, dass man kaum glauben mochte, dass die das vorher noch nie gemacht haben. Die waren nichtmal die Ausnahme. Da waren eher die Referendare die Herren, die bei ihrem Plädoyer ins Stocken gerieten und nicht wirklich sachliche Erwägungen einfliessen liessen.
@Ein Wort:
Sie haben vollkommen recht,und ich bedauere mein verhalten und meine wortwahl.Beides unentschuldbar.
@<a href="#comment-
442281">Martin23</a>:
Wo bleiben die Fotos?
Kinders, lasst mich noch den kurzen Rest meiner Referendarzeit geniessen bevor ich zurück hinter meinen Herd stapfe ;-)))
Ham die drei Blogschreiber mit dem, was sie beschreiben recht?
Zweifelsohne! Es gibt ne Menge junge Richterinnen, die so sind.
Sind sie in der Art ihrer Beschreibung sexistisch?
Aber ja, da es, zumindest meiner bescheidenen subjektiven Erfahrung nach genauso viele junge männliche Richter gibt, auf die diese Beschreibungen zutreffen.
Bleibt nur meine Theorie, warum so viele junge Richterinnen/Richter so zickig:
Das sind alles Topjuristen, die sich gegen die vermeintlich aufregende Großkanzleikarriere mit Einstiegsgehältern jenseits der 80.000 € Jahresgehalt entschieden haben, um das erhabene Gefühl des Rechtsprechens zu genießen. Und während ihre Streberfreunde von der Uni mit Millionenfällen hantieren, müssen sie nunmehr in schimmligen Amtsgerichtsstuben rumgammeln, und sich mit belanglosem juristischen Kleinkram beschäftigen. Und wenn ihnen dann diese prädikatslosen Looseranwälte erfolgreiche Berufungen reindrücken, müssen Sie befürchten, ewig am Amtsgericht zu versauern.
Nur um das nochmal klarzustellen: Davon gibts genauso viele männliche Exemplare wie weibliche.
Auch wenn man nicht an statistisch gehäufte Signifikanzen glaubt – im Gegenteil zum fliegenden Spaghettimonster existieren diese tatsächlich.
Genauso schlimm sind ehemalige Staatsanwältinnen. die frisch als Zivilrichter im Amtsgericht tätig sind. Die Erkenntnis, dass im Zivilrecht die Parteienmaxime gilt, ist für die extrem schwer verkraftbar.
Und außerdem können sie nicht Autofahren :)
@Der andere jens: Na endlich!
Sowas passiert, wenn nach Quote und nicht nach Können eingestellt wird….
He! Nix gegen Richterinnen! Ohne meine kluge Scheidungsrichterin wäre ich voll am Arsch gewesen. Und bevor jetzt einer rummault, das hätte nicht mit Strafrecht zu tun: Meine Ehe schon. :D
Von Richterinnen sind "politische" Urteile zu erwarten, deshalb gerne in "systemrelevanten" Bereichen eingesetzt.
Wie immer bei solchen Themen: Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
Ich bin selber Richter. So ganz falsch sind die Beobachtungen leider nicht…
@Ein Wort: In allen Belangen ebenbürtig? Entschuldigung, aber haben sie die mal Fußball spielen sehen?
Ach, Richter haben es auch nicht einfach. Unter einer richterlichen Tätigkeit stellt sich der ambitionierte Jurastudent auch etwas anderes vor, als das, was man später in einem schlecht klimatisierten 8 Quadratmeter Büro an Arbeit verrichten muß.
Apropos Richterbüro: bisher kann ich nur Büros von Richtern und Staatsanwälten, die bis unter das Dach mit Akten zugestopft waren. Heute betrat ich das Büro einer Richterin, die keine einzige Akte im Büro hatte. Weder auf dem Tisch noch in den Schränken. Sie verkündete mir gegen 11.30 Uhr stolz, alles erledigt zu haben und auf dem Nachhauseweg zu sein. Respekt! Ob sich die offensichtliche Effizienz der Arbeit sich auch positiv in den Ergebnissen niederschlägt, werde ich später erfahren…