3.8.2010

NRW: Eigenbedarf auch bei harten Drogen

NRW setzt im Kampf gegen illegale Drogen künftig verstärkt auf Prävention und erlaubt künftig in höheren Mengen den straffreien Besitz von Haschisch oder Marihuana.

Noch in diesem Jahr will die neue Landesregierung nach Informationen der WAZ-Mediengruppe (Mittwochausgabe) die sogenannte Eigenbedarfsgrenze für “weiche” Drogen von sechs auf zehn Gramm erhöhen. Bei Heroin, Kokain und Amphetaminen sollen wieder 0,5 Gramm zum Eigenverbrauch erlaubt sein. Derzeit gilt bei “hartem” Stoff noch die Null-Grenze.

Mit den Korrekturen lockert der neue Landesjustizminister Thomas Kutschaty (SPD) die unter der schwarz-gelben Vorgängerregierung verschärfte Gangart. “Das war ein Fehler”, sagte er der WAZ. In der Praxis hätte die 2007 herabgesetzten Eigenverbrauchs-Grenzen bewirkt, “dass auch Gelegenheitskonsumenten völlig unnötigerweise kriminalisiert werden – also Menschen, die weder drogenabhängig noch in kriminelle Strukturen verstrickt sind”.

Besonders bei jungen Leuten, die aus Neugier eine Droge ausprobieren, sei Strafverfolgung nicht das richtige Mittel. Schwerabhängige ließen sich durch Eigenbedarfsgrenzen nicht von ihrer Sucht abhalten, sagte Kutschaty. Sie brauchten “in erster Linie wirksame Hilfe und Therapie”. Die Staatsanwaltschaften würden durch die geplante Neuregelung entlastet.

75 Kommentare zu “NRW: Eigenbedarf auch bei harten Drogen”

  1. elmo meint: (4.8.2010 um 00:07) AntwortenReply to this comment

    gute arbeit.

  2. zulu9 meint: (4.8.2010 um 00:23) AntwortenReply to this comment

    oh, da haben sie mal einen klassiker fürs sommerloch ausgepackt. ich wette am ende versandet das eh wieder. das klingt viel zu vernünftig als dass es wirklich umgesetzt würde.

  3. Hans meint: (4.8.2010 um 00:49) AntwortenReply to this comment

    Und dann feiern wir alle zusammen den Rückgang an Drogenkriminalität… :D

  4. Hannes meint: (4.8.2010 um 01:52) AntwortenReply to this comment

    Das ist ja alles schön und gut. Aber hat denn mal wieder Niemand und die Freunde der Halluzinogene gedacht?

    Frechheit kann ich das nur sagen! ;)

  5. Hannes meint: (4.8.2010 um 01:54) AntwortenReply to this comment

    …an die Freunde…
    und "da" -s

    manmanman, ich geh ins bett :)

  6. Stefan meint: (4.8.2010 um 02:05) AntwortenReply to this comment

    muss man sich als liberaler wiedermal freuen dass sog. "liberale" regierungspolitik rückgängig gemacht wird :(

  7. Ralf meint: (4.8.2010 um 02:43) AntwortenReply to this comment

    Die derzeitige Drogenpolitik der Kriminalisrung ist doch schon längst als gescheitert anzusehen.
    Eine Herauslösung weicher Drogen,wie in den Niederlanden,aus dem kriminellen Milieu wäre auch für Deutschland wünschenswert.
    Suchtfaktoren und dafür empfängliche Menschen gibt es überall,Alkohol,Schmerztabletten,Schlaftabletten,ect. sind legale Drogen,die weitaus schlimmere Folgen haben,als sich ab und zu einen Joint zu rauchen.
    Ich würde sogar noch weitergehen und harte Drogen oder Ersatzstoffe,Methadon, für Abhängige auf Rezept abgeben und im Gegenzug die Haftstrafen,selbst für Kleindealer auf mindestens 10 Jahre Freiheitsentzug heraufsetzen.
    Wenn sich Taten nicht mehr lohnen,der Profit wegbricht und das Risiko immenz hoch ist,trocknet sich der Markt für meine Begriffe selber aus…

  8. Leser meint: (4.8.2010 um 05:04) AntwortenReply to this comment

    @Ralf

    leider sind die meisten Kleindealer selbst süchtig und "verdienen" mit ihren Geschäften gerade so viel, dass sie "gesund" bleiben. Aber vielleicht bist Du ja der Meinung, sie sollten sich auf Einbrüche verlegen oder wenn es hart auf hart kommt ein paar älteren Damen die Handtaschen klauen?
    Mit der Abgabe von Ersatzstoffen ist im Übrigen aus meiner Sicht auch nichts gewonnen, denn sie bewirken lediglich das Ausbleiben von Entzugserscheinungen, dem Suchtproblem ist so jedenfalls nicht beizukommen…

  9. Stefan meint: (4.8.2010 um 05:33) AntwortenReply to this comment

    @Leser: Dem Suchtproblem nicht. Aber immerhin schon einmal der Kriminalisierung, der Beschaffungskriminalität und der erheblichen gesundheitlichen Gefährdung aufgrund der Streckung von Drogen (zwecks Gewinnoptimierung) mittels giftiger Substanzen. Wäre ja schon mal ein ganz erheblicher Fortschritt, oder? Wir können natürlich auch noch so lange warten bis jemand mit "dem" Patentrezept auftaucht dass die Lösung aller Probleme verspricht. Da ich aber nicht an Wunder glaube sind mir erste konkrete Schritte erheblich lieber. Und es wäre sehr wohl dadurch schon sehr viel gewonnen.

  10. Stefan meint: (4.8.2010 um 05:39) AntwortenReply to this comment

    PS: Ich, der "Stefan" aus 9 bin nicht der "Stefan" aus 6.
    PPS: Nochmal @Leser: diese "alles oder nichts"-Strategie die Du da offenbarst ist, gelinde gesagt, naiv wenn nicht sogar verantwortungslos. Dabei habe ich durchaus den Eindruck, dass Du mit der Thematik vertraut bist. Vielleicht magst Du sie näher begründen, ich kann sie nämlich nicht nachvollziehen.

  11. Rainer Zufall meint: (4.8.2010 um 05:45) AntwortenReply to this comment

    Na super, wir haben in diesem Land auch sonst keine Sorgen als den Jugendlichen noch den Drogenkonsum zu erleichtern.
    Anstatt sich mit solchem Mist zu befassen sollten sich die Herren Politiker mal lieber um wichtige Dinge kümmern!
    Vielleicht sollten wir auch die Waffengesetze mal neu überarbeiten, dann kommen wir bald auf US-Niveau.

  12. Stefan meint: (4.8.2010 um 06:14) AntwortenReply to this comment

    @Rainer: Der Stammtisch ist 100m weiter. Thema verfehlt. Sechs, setzen. Ich habe kein Verständnis für Menschen, die offenkundig keine Ahnung haben, sich nicht einmal im Ansatz bemühen, und dann bei einer derart ernsten Problematik ausser Polemik nichts anzubieten haben.

  13. Till meint: (4.8.2010 um 06:48) AntwortenReply to this comment

    Find ich gut – entlastet Polizei und Gerichtsbarkeit, entspricht auch meinem Bild des mündigen und eigenverantwortlichen Bürgers, das in der letzten Zeit nicht unbedingt Unterstützung gefunden hat.

  14. bombjack meint: (4.8.2010 um 07:21) AntwortenReply to this comment

    Die Einteilung in harte bzw. weiche Drogen ist sowieso fast nicht mehr haltbar….denn auf das Konsummuster kommt es an… Cannabis kann im Fall des dreizehn-jährigen Bong-Konsumenten eine enorm harte Droge sein, während z.B. Kokain in Form von Coca-Tee oder den Blättern eine recht weiche Droge ist, die auf der gleichen Stufe wie Kaffee liegen dürfte, außerdem müsste endlich mal am Dogma der Abstinenz gerüttelt werden und auch das eine Sucht immer negativ zu sehen ist sollte auch mal überdacht werden, wie das zum Teil schon durch z.B. das Heroinprojekt verwirklicht worden ist. Ebenso müsste es Drogenaufklärung geben; ich schreibe bewußt nicht -prävention, da Prävention automatisch ein "dass darfst und sollst Du nicht…." beinhaltet, was utopisch ist, die den Namen verdient, die Schauermärchen wie auf auf http://www.jugend-und-sucht.de/ zu sehen, sorgen bei der Zielgruppe eher für Unglauben und Gelächter, sind auf Deutsch also für den Arsch. Reale Drogenaufklärung würde dann auch den Umgang mit legalen Drogen beinhalten und viele der strammen CDU/CSU Stammtisch-Abstinenz-Fuzzies würden sich wundern, dass ihr Konsumverhalten gegenüber Alkohol ein ziemlich hartes Konsummuster ist, was nur einige Jahre ohne gesundheitliche und psychische Probleme gut geht.

    bombjack

  15. Hans meint: (4.8.2010 um 07:41) AntwortenReply to this comment

    Kann man machen, nichts gegen zu sagen. Aber damit als allererstes loszulegen, scheint doch irgendwie die falsche Priorität zu sein.

  16. Lars meint: (4.8.2010 um 08:24) AntwortenReply to this comment

    Ich sehe diese Änderung kritisch – nicht wegen dem Inhalt, sondern wegen dem Grund. Der Grund ist doch tatsächlich einzig und allein die Entlastung der Justiz, da müssen wir uns doch nichts vormachen. Es entsteht ja mehr Aufwand für die Richter um verfassungskonform zu arbeiten in nächster Zeit (z.B. Richtervorbehalt bei Blutentnahme) und das Justizsystem aufstocken, kostet den Staat Geld. Was kommt als nächstes um Geld zu sparen? Keine Verfolgung von ebay-Kleinbetrügern?

  17. Leser meint: (4.8.2010 um 08:37) AntwortenReply to this comment

    @Stefan:

    …ich möchte nicht missverstanden werden, von einer "alles oder nichts" Strategie habe ich nicht gesprochen, ich glaube generell nicht daran, dass es bei dieser Problematik ein Patentrezept gibt, aber ich bin mir sicher, dass drakonische Strafen wie sie mein Vorkommentator speziell für Kleindealer gefordert hat kontraproduktiv sind.

    Um es vorwegzunehmen, ich bin selbst nicht süchtig, kann also hier auch nur aus meiner "second hand" Sicht posten, die allerdings durch Einblicke in die Szene geschärft wurde.

    Zu glauben man könne mit der Vergabe Von Methadon/Polamidon der: "Kriminalisierung, der Beschaffungskriminalität und der erheblichen gesundheitlichen Gefährdung aufgrund der Streckung von Drogen (zwecks Gewinnoptimierung) mittels giftiger Substanzen" Herr werden ist ein frommer Wunsch, dem ich in meiner Naivität auch schon mal erlegen war.
    Die Süchtigen, die ich kennengelernt habe waren allesamt nach der speziellen Wirkung der "echten" Substanz süchtig (es heisst übrigens nicht umsonst HERO-in), Methadon/Polamidon kann das nicht leisten, es bewahrt nur vor den erheblichen hauptsächlich körperlichen Entzugserscheinungen.

    Mit anderen Worten: Ohne eine intensive (und damit kostspielige) Therapie ist keinem Betroffenen zu helfen.

    Wer von den geneigten Lesern jetzt übrigens bei dem Begriff "Betroffener" gleich ein bestimmtes Bild vor dem inneren Auge hat, dem kann ich "first hand" sagen, dass es durchaus auch nicht wenige z.B. Juristen (..nein, ich meine jetzt ausdrücklich niemand Speziellen!) und andere Stützen der Gesellschaft gibt, die sich mit dem Problem herumschlagen, und es lediglich gelernt haben sich vor der Umwelt und zuweilen vor sich selbst zu tarnen…

  18. L-Roy meint: (4.8.2010 um 08:38) AntwortenReply to this comment

    Am Ende freut sich die Justiz, dass sie etwas entlastet wird und im nächsten Jahr sitzt die NRW-Regierung freudestrahlend vor der Presse und schwadroniert von einer zurückgehenden Quote bei BTM-Fällen. Ob allerdings im selben Atemzug mit dieser Gesetzesänderung die Maßnahmen für Prävention und zur Suchtbekämpfung erhöht werden, wage ich zu bezweifeln. Schließlich sind die Geldsäckel leer und eine wirkliche Ausgabenersparnis bringt diese Maßnahme ja nicht.

  19. keiner meint: (4.8.2010 um 08:56) AntwortenReply to this comment

    Bei DER Regierung ist ein "Recht auf Rausch" ja auch die einzige Lösung. Ich bin dafür, HartzIV in Hasch und Alkohol auszuzahlen, was nicht für den Eigenbedarf gebraucht wird, kann verkauft werden. Da kann man den Dealern das Wasser abgraben.

    Well done!

  20. Unterdosis meint: (4.8.2010 um 09:08) AntwortenReply to this comment
  21. Stefan meint: (4.8.2010 um 09:19) AntwortenReply to this comment

    @Leser: Werd Deine Erfahrungen (second hand) die Du schilderst erst einmal auf mich wirken lassen. Danke erst einmal für Deine Mühe.

  22. kaputnik meint: (4.8.2010 um 09:26) AntwortenReply to this comment

    @bombjack:
    "die Schauermärchen wie auf auf http://www.jugend-und-sucht.de/ zu sehen, sorgen bei der Zielgruppe eher für Unglauben und Gelächter, "

    Schlechtere und ältere Witze über angeblich typische Drogen-Wirkungen konnten sie nicht finden. Interessant aber, dass keine typischen Gossen-Junkies mehr abgebildet sind.

    Die Universitätsklinik Hamburg zeichnet verantwortlich für diesen objektiven und, wie du ja selbst sagst, kontraproduktiven Blödsinn.

    Eigentlich zum totlachen. Wenn's nicht so traurig wär. Ärgern kann ich mich nicht mehr über diese Idioten. *seufz*

  23. Booba meint: (4.8.2010 um 10:01) AntwortenReply to this comment

    Besonders bei jungen Leuten, die aus Neugier eine Droge ausprobieren, sei Strafverfolgung nicht das richtige Mittel.

    Klingt mal wieder nach auf Ideologie und Wunschdenken basierendem Schwachsinn. Gerade harte Strafen wirken, und Bewährung und milde Strafen wirken, wie die Realität zeigt, eben nicht. Ich habe Verständnis dafür, dass bei weichen Drogen ein Auge zugedrückt wird. Wenn man das Zeug mal genauer studiert merk man auch dass das in Ordnung ist. Und auch die Idee, Abhängige erstmal eher in einer Therapie als für die selbe Zeit in den Knast zu stecken, unterstütze ich. Aber Eigenbedarfsgrenzen bei harten Drogen darf es einfach nicht geben, dieses Gift macht die Leute kaputt und das kann niemand wollen, und wer das ernsthaft fordert sollte sich überlegen wie er reagierte, wenn er seine Kinder mit Heroin, Crystal Meth oder ähnlichem Scheiß erwischt.
    http://www.methmadness.com/addictfacesofmethL.jpg
    Schaut euch die Bilder an. Wollen wir sowas wirklich teilweise legalisieren?

  24. igel meint: (4.8.2010 um 10:12) AntwortenReply to this comment

    Bin nicht überzeugt, dass das schlau ist. Man kann einen guten Fall daraus machen, dass Drogenkonsum legal sein sollte. Ich könnte auch verstehen, dass die Strafen für Konsum nicht drakonisch sein sollten. Aber warum sollte man nicht verfolgen?! Grauzonen am Rande des Gesetzes: Kaufen erlaubt, Verkaufen verboten … das klingt nicht nach einer Lösung.

    Man muss auch blauäugig sein, um zu glauben, dass Prävention eine Alternative ist. Viele Konsumenten wissen nur zu gut, was die Konsequenzen des Konsums sind. Unter Musikern scheint es völlig normal zu sein, ordentlich zu konsumieren, sagt Lily Allen. Solange man genug Geld hat, scheint das auch das Leben nicht zu ruinieren. Und ebensolche Musiker nehmen auch saubere Utensilien, verbreiten meistens kein AIDS, etc. Das ändert man auch durch Prävention nicht.

    Ist es nun erlaubt oder nicht, Drogen zu konsumieren?! Man soll das entscheiden, und die Entscheidung dann mild aber konsequent durchsetzen.

  25. Bernd meint: (4.8.2010 um 10:17) AntwortenReply to this comment

    Wer braucht "0,5 Gramm Heroin oder Kokain" "zum Eigenverbrauch" und ist dabei nicht "drogenabhängig"???

  26. www.diewaldseite.de meint: (4.8.2010 um 10:22) AntwortenReply to this comment

    An den legalen Drogen (Alkohol und Tabak) sterben mit einem großen Abstand am allermeisten Menschen im Vergleich aller Drogen.
    Statt auch nur irgendwie die illegalen Drogen zu legalisieren, sollten lieber diese eingeschränkt werden.

    Drogen verbieten hilft nicht den Abhängigen, hilft aber zu verhindern das Leute abhängig werden.

  27. DM meint: (4.8.2010 um 10:23) AntwortenReply to this comment

    Hier mal das BBC Drogenranking von 2008. Es wurden gesundheitliche Auswirkungen aber auch die Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Persönlichkeit. Dieses Ranking wurde von Wissenschaftlern aufgestellt. Es gibt dazu eine sehr interessant Dokumentation der BBC.

    The Top Twenty Most Dangerous Drugs According to BBC Horizon

    1. Heroin A
    2. Cocaine A
    3. Barbiturates (Sedatives) B [Beruhigungsmittel]
    4. Methadone (Opioid) A
    5. Alcohol Legal
    6. Ketamine C
    7. Benzodiazepines (Sedatives) C [Valium, etc]
    8. Amphetamine (Speed) B
    9. Tobacco legal
    10. Buprenorphine (Opioid) C
    11. Cannabis C
    12. Solvents Legal [Lösungsmittel - Klebstoffe, etc]
    13. 4-methylthioamphetamine (amphetamine derivative) A
    14. LSD A
    15. Methylphenidate(Ritalin) B
    16. Anabolic steroids C
    17. Gamma 4-hydroxybutyric acid (depressant, “date-rape drug”) C [GHB - Liquid Ecstasy]
    18. Ecstasy A
    19. Amyl Nitrate (nitrite inhalants, “poppers”) Legal
    20. Khat (plant-derived stimulant) Legal (illegal in USA)

  28. DM meint: (4.8.2010 um 10:30) AntwortenReply to this comment

    btw. die 0,5 Gramm beziehen die sich auf das gestreckte Zeug? Soweit ich weis wurde doch das Strafmaß immer anhand der tatsächlichen Wirkstoffmengen festgelegt.

  29. Christian meint: (4.8.2010 um 10:32) AntwortenReply to this comment

    Ich halte generell nichts davon Drogenabhängige zu kriminalisieren. Mit Betonung auf Abhängige. Diese Leute brauchen Hilfe, keine Strafe.
    Wenn man jetzt aber den "Gelegenheitskonsumenten" Hof und Tor öffnet, läuft man doch Gefahr das aus diesen dann die Abhängigen von morgen werden. Das ist verantwortungslos.

    Ich denke man sollte einfach Marijuana legaliseren und gegen die "harten" Drogen um so härter vorgehen. Holen wir die Kiffer von den Dealern weg und lassen dann aber jedem der meint dann doch hartes Zeug probieren zu müssen die volle härte des Gesetzes spüren. Ich denke dies wäre ein besserer Weg als dieser Wischi-Waschi Mittelweg.

  30. Daniel meint: (4.8.2010 um 11:07) AntwortenReply to this comment

    Aber hat denn mal wieder Niemand und die Freunde der Halluzinogene gedacht?

    LSD und sonstige Halluzinogene sind nicht zu verharmlosen – siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Hallucinogen_persisting_perception_disorder

  31. DM meint: (4.8.2010 um 11:17) AntwortenReply to this comment

    @Daniel
    Und warum ist es auf Platz Nr. 14 gegenüber Alkohol auf Platz Nr. 5?

    Wie häuftig tritt diese Störung auf? Auf der Packungsbeilage von Aspirin stehen auch einige nicht wirklich tolle Nebenwirkungen…

  32. Abmahner meint: (4.8.2010 um 11:21) AntwortenReply to this comment

    Hab von Heroin keine Ahnung.
    Aber die 0,5 – Grenze für Koks ist jawohl ein Witz, dann hätten sie es auch bei 0 belassen könnnen. 0,5 hat ein Konsument nach der Benutzung noch in der Nasen und in den Zwischenräumen der Buchstaben in seiner Kreditkarte kleben.

  33. Peter S meint: (4.8.2010 um 11:22) AntwortenReply to this comment

    @ Christian
    bzgl. cannabis legalisieren: Hab ich nichts dagegen.

    Die Diskussion wird aber fast immer vor dem subjektiven Hintergrund des eigenen Konsumverhaltens geführt.

    Der Liste von DM nach kann man auch erst mal über ein Verbot von Alkohol nachdenken. Aus Erfahrung weiss man, dass das nichts bringt.
    Was heisst "harte" Drogen ?
    In der Lister befinden sich auch "A"-Kandidaten weit hinter Alkohol.

    Die volle härte des Gesetzes soll also derjenige spüren, der nicht die gesellschaftlich anerkanntesten Rauschmittel nutzt, sondern derjenige, der sich mit seinem Konsumverhalten in einer Minderheit befindet.
    Wissenschaftliche Erkenntnisse brauchen nicht berücksichtig zu werden?
    Das ist eigentlich nicht im Sinne unserer Verfassung.

    Lustig: Ich bin vor ein paar Tage von der Polizei angehalten worden wegen Anschnallpflicht. Die Beamten wollten einen Drogenschnelltest mit mir machen. Begründung: ich antworte verzögert auf die Fragen des Beamten und unterbreche ihn..
    Heutzutage fällt man wohl damit bereits in ein Raster…

  34. Jan meint: (4.8.2010 um 11:29) AntwortenReply to this comment

    hatte neulich auch das Vergnügen so einen Wischtest machen zu dürfen, Begründung wurde mir erst gar nicht geliefert, ist das neuerdings Standard bei Verkehrskontrollen?

  35. POM meint: (4.8.2010 um 11:34) AntwortenReply to this comment

    @DM: LSD ist IMHO so wenig eine Droge, wie eine thermonukleare Bombe eine Waffe sein kann :)

  36. Peter S meint: (4.8.2010 um 11:36) AntwortenReply to this comment

    @ Jan,
    vielleicht haben die zuviel davon oder das Haltbarkeitsdatum läuft ab. Oder Oder..
    Ich habe den Test aber abgelehnt und den Verdacht als unverschämt und unbegründet abgelehnt.
    "haben sie etwas zu verbergen"
    "nein, aber ich hab andere Sachen im Kopf als Geschwindigkeitsoptimierung des Frage-Antwort-Spiels mit Polizeibeamten und solange ich nicht auffällig im Strassenverkehr agiere gibt meine mangelende Konversationsbereitschaft keinen Anlass zu Vermutung ich hätte berauschende Mittel genommen. Deswegen verweige ich den Test"
    Die Beamten haben Blutprobe und Polizeiwache angedroht, dann aber irgendwann aufgegeben..

  37. DM meint: (4.8.2010 um 11:46) AntwortenReply to this comment

    @POM

    Mmmmh … Ist das jetzt deine durch die Medien beeinflusste Meinung? (Gut der BBC-Bericht kommt auch aus den Medien, aber er hat Hand und Fuss)

    Viele Glauben ja auch, dass Menschen durch LSD-Kosum aus dem Fenster gesprungen sind, weil sie dachten sie können fliegen.
    Das ist allerdings eine "Urbane"-Legende und entbehrt jeder Grundlage.

    Sollte das dein Vergleich mit einer Atombombe sein? Böses LSD … Das Zeug könnte in der Psychatrie ungemeine Fortschritte bringen…

  38. Kinder-sind-unschlagbar meint: (4.8.2010 um 11:49) AntwortenReply to this comment

    “dass auch Gelegenheitskonsumenten völlig unnötigerweise kriminalisiert werden"
    Hallo, Drogenkonsum und -handel ist kriminell, egal ob in kleinem oder großen Stil.
    Eine Gesellschaft braucht klare Grenzen, wer diese aufweicht wird dadurch mehr Probleme schaffen, als er löst. Die Grenze zwischen legalen (Alk u.ä.) und illegalen Drogen ist klar gezogen.. Und dann muss man Besitz, Konsum und Handel mit illegalen Drogen auch streng verfolgen. Punkt.

  39. DM meint: (4.8.2010 um 11:53) AntwortenReply to this comment

    @Kinder…

    Vielleicht sollte man dann die Grenzen mal neu ziehen.

    Alk und Tabak verbieten, denn die sind viel schädlicher als Ecstasy und LSD.

  40. kaputnik meint: (4.8.2010 um 12:13) AntwortenReply to this comment

    @38 kinder -…

    dass auch Gelegenheitskonsumenten völlig unnötigerweise kriminalisiert werden"
    Hallo, Drogenkonsum und -handel ist kriminell, egal ob in kleinem oder großen Stil.

    Lernen Sie entweder lesen oder versuchen Sie, das Argument bei der Verwendung von "kriminalisiert" im Gegensatz zu "kriminell" zu erkennen.

    Zu Ihrer Überzeugung bzgl. der strengen Verfolgung von Grenzüberschreitungen: unreflektierter geht es nicht.

  41. Lord meint: (4.8.2010 um 12:29) AntwortenReply to this comment

    Weiß ja nicht worauf sich die 0,5g beziehen? Auf 100%iges Heroin?? Also DANN wär das ok, das wären ja 20g Leipziger Straßenheroin. Hier konsumieren die meisten Leute um die 5g/Tag.

    Solange es bundesweit kein Heroin auf Rezept gibt (bzw. nur nach unrealistischen Voraussetzungen – welcher Suchtkranke bringt schon 2 Therapien bis zum Ende hinter sich und wird danach noch rückfällig) wird es die Beschaffungskriminalität geben – denn wie #17 Schon richtig schrieb wirken die Ersatzdrogen nunmal nicht so wie das Original. Ein starker Kaffeetrinker wird mit ner Packung Koffeintabletten auch nicht glücklich werden. Und warum steigen nicht alle Raucher sofort auf Nikotinpflaster um? Sind viel gesünder und besser für die Umgebung. Aber da sagt keiner was…

  42. Kinder-sind-unschlagbar meint: (4.8.2010 um 12:40) AntwortenReply to this comment

    @DM:
    Darüber kann man nachdenken und/oder eine gesellschaftliche Diskussion führen. Das sollte dann aber nicht auf Landesebene sondern (mindestens) auf Bundesebene passieren.
    Bis dahin haben Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte die bestehenden Regelungen durchzusetzen.

    @kaputnik:
    Mhhh – offensichtlich geht dies über meinen gesitigen Horizont. Wenn ich etwas krimenelles tue, dann WERDE ich nicht kriminalsiert, sondern ich kriminalisiere mich selbst, indem ich das tue. Oder ist es Ihrer Meinung nach die Gesellschaft, die die armen Kleindialer und Gelegenheitskonsumenten kriminalisiert, weil sie ihr krimielles Tun auch verfolgt?!

  43. PeterS meint: (4.8.2010 um 12:47) AntwortenReply to this comment

    Ich geh mal davon aus, dass die Führerscheinstelle auch bei 0,01 g informiert wird. Was wiederum bedeutet, dass der Führerschein für mindestens 1 Jahr eingezogen wird und nur nach MPU wiedererlangt werden kann. Halte das für die schlimmere Strafe.

  44. bombjack meint: (4.8.2010 um 12:58) AntwortenReply to this comment

    @Leser:
    [...]Die Süchtigen, die ich kennengelernt habe waren allesamt nach der speziellen Wirkung der "echten" Substanz süchtig (es heisst übrigens nicht umsonst HERO-in), Methadon/Polamidon kann das nicht leisten, es bewahrt nur vor den erheblichen hauptsächlich körperlichen Entzugserscheinungen.
    [...]

    Provokant (wie im Posting 14 schon) gefragt: Warum muss eine Maßnahme auch immer zum einen mit einem Abstinenzgedanken verbunden sein und zum anderen warum muss eine Sucht immer negativ gesehen werden?

    Krass ausgedrückt warum sollen Süchtige nicht vom Staate mit dem Original-Stoff versorgt werden, wie es im Heroinprojekt http://heroinstudie.de/ gemacht wird (einfach mal die Berichte auf http://heroinstudie.de/ergebnisse_patienten.html lesen) und selbst wenn jemand diese Abgabe dazu benutzt sein High-Gefühl zu bekommen ist, wenn man sich mal die Preise was Heroin legal kosten würde*, dies immer noch billiger als der Weg der aktuell (Krieg den Drogen) beschritten wird.

    *=Zwar alt:
    [...]
    1 kg Rohopium kostet 234 US$ laut einem UN-Bericht (Suchbegriff
    Rohopium kosten)
    Wenn von der Annahme ausgegangen wird, daß der Morphingehalt zwischen
    10 und 18% (Suchbegriff >dhs substanzen Heroindhs substanzen Heroindhs substanzen Heroin<) dieser Quelle verbraucht
    ein Süchtiger bis zu 3 g pro Tag d.h. Stoff im Wert von 5,56 US$.
    Aufs Jahr gerechnet wären das 2032 $.
    Anmerkungen, der Gehalt an Morphin dürfte zum Teil höher sein, ebenso
    wie die Ausbeute bei der Synthese. Der Preis vom Rohopium ist wie der
    UN-Text zeigt recht schwankend, so daß 234 $ doch recht hoch ist und
    nicht zu vergessen, daß bei einer offiziellen Produktion die Preise
    auch nach unten gehen…..
    [...]
    h**p://forum.jurathek.de/showpost.php?p=167003&postcount=139

    bombjack

  45. bombjack meint: (4.8.2010 um 13:07) AntwortenReply to this comment

    @Booba:
    [...]Schaut euch die Bilder an. Wollen wir sowas wirklich teilweise legalisieren?[...]

    Bloß blöde das Meth- und Amphetamin als Medikament und sogar längere Zeit als Appetitzügler vermarktet worden sind und diese auf den Bildern abgebildeten Konsumenten eine der härtesten (abhängig-machenden) Konsumform (Rauchen von "Free-Base" betreiben).

    bombjack

  46. kaputnik meint: (4.8.2010 um 13:39) AntwortenReply to this comment

    @42

    Mhhh – offensichtlich geht dies über meinen gesitigen Horizont. Wenn ich etwas krimenelles tue, dann WERDE ich nicht kriminalsiert, sondern ich kriminalisiere mich selbst, indem ich das tue.

    Drogenkonsum ist per Definition "kriminell", in der Sache begründet ist es nicht. Das hat "jemand" bestimmt. Es gäbe wahrscheinlich eine gesellschaftliche Mehrheit für eine Dekriminalisierung der Pflanze Cannabis.

    Niemand kommt durch das Delikt zu Schaden. Der Konsument und sein Verhalten stellt für niemanden eine Bedrohung dar. Drogenkonsumenten in Ihrer großen Gesamtheit sind im Allgemeinen "funktionierende" Mitglieder der Gesellschaft. nicht zwingend (nicht mal Es gibt kein Unrechtsbewusstsein beim Konsumenten.

    "Funktionieren" Drogenkonsumenten nicht mehr, sie den Konsum und Leben also nicht im Griff haben, dann handelt es sich um ein hartes Konsummuster. Dann aber können Sie kaum noch einen Unterschied zwischen den Substanzen ausmachen.

    An der Substanz können Sie also die unterschiedliche rechtliche Bewertung des Verhaltens nicht festmachen. Alko- oder Tablettensucht ist nicht weniger zerstörend als irgendwas anderes. Immer ist das Konsummuster ist entscheidend.

    Seltsamerweise ist Trinken aber legal, andere Substanzen nicht. Es gibt keinen rationalen Grund für das Verbot, deshalb ist "kriminalisiert" (oder "illegalisiert") für Prohibitionsgegner das Wort der Wahl. Mord, Raub oder Totschlag sind dagegen unstrittig "kriminell".

    Wird ein Cannabis-Konsument verurteilt, dann ist er vorbestraft und damit tatsächlich kriminell mit allen damit verbundenen Nachteilen. Ohne ein nachvollziehbar strafwürdiges Delikt begangen zu haben.

    Viele Probleme unserer gedopten Drogengesellschaft gäbe es ohne die Illegalisierung überhaupt nicht, wie die Beschaffungskriminalität. Gesundheitliche Gefahren der illegalisierten Substanzen werden durch sie verschärft. Viele gesellschaftlichen Ressourcen würden frei, wenn Drogenkonsumenten nicht teuer (und erfolglos) verfolgt würden.

    Sie brauchen die Meinung nicht zu teilen, aber der Unterschied zwischen "kriminell" und "kriminalisiert" sollte deutlich geworden sein.

    Sollten Sie der Meinung sein, "Drogen"-Konsum sei strafwürdig, dann müssen Sie aus sachlichen Gründen auch für ein Alkohol und Nikotinverbot eintreten.

    Ein solches Verbot wäre aber sicher sinnlos und nicht durchsetzbar. Sie hätten Alkohol und Tabak sowie die Konsumenten dann "kriminalisiert". Aber nichts gewonnen.

  47. André Thiele meint: (4.8.2010 um 13:50) AntwortenReply to this comment

    Die Staatsanwaltschaften würden durch die geplante Neuregelung entlastet.

    Da liegt der Hase im Pfeffer.

  48. ExRA meint: (4.8.2010 um 14:21) AntwortenReply to this comment

    Wie ist das mit dem Eigenbedarf bei der Droge Alkohol? Wieviel Flaschen Pils darf ich als Autofahrer mit mir führen, ohne verhaftet zu werden? Das ganze ist doch bloss noch lächerlich.

  49. Kinder-sind-unschlagbar meint: (4.8.2010 um 14:45) AntwortenReply to this comment

    @kaputnik:
    Sie teilen Gesetze (Verbote) in solche, die sinnvoll sind (Mord, Raub = kriminell) und solche, die aus Ihrer Sicht nicht sinnvoll sind (Cannabis = "kriminalisiert"). So funktioniert das aber nicht. Weil jeder diese Grenze anders ziehen wird. (Ich möchte z.B. nicht, dass meine Jungs im Supermarkt Cannabis kaufen können.)
    Sicher kann man sich darüber unterhalten, ob man Gesetze lockern oder verschärfen sollte. Ob es eine Mehrheit in unserer Gesellschaft gäbe, Cannabis freizugeben, wage ich zu bezweifeln. Bei Nikotin geht es ja eher in die umgekehrte Richtung, Rauchen ist heute gesellschaftlich fast verpönt.
    Aber solange die Gesetze so sind wie sie sind, habe ich sie einzuhalten. Wenn ich dies nicht tue, mache ICH MICH strafbar und werde nicht von dem ach so bösen Staat kriminalisiert.
    "Wird ein Cannabis-Konsument verurteilt, dann ist er vorbestraft" – ja und zwar zu Recht. Weil er nach geltendem Gesetz sehr wohl ein strafwürdiges Vergehen begangen hat. Wem das nicht paßt, der soll das Zeug dort kaufen und konsumieren, wa das nicht strafwürdig ist. (Wobei hier einheitliche strenge Regelungen in Europa durchaus wünschenswert sind.)

  50. bombjack meint: (4.8.2010 um 14:58) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:

    [...](Ich möchte z.B. nicht, dass meine Jungs im Supermarkt Cannabis kaufen können.)[...]

    Wenn Deine Jungs das Bedürfnis verspüren Cannabis kaufen zu müssen, zu wollen usw. dann würde ich mir mal eher Gedanken machen inwiefern Du Deine Jungs über Gefahren und Risiken aufgeklärt hast, als sich darauf zu verlassen, dass sie es nicht von wo anders bekommen….

    bombjack

  51. kaputnik meint: (4.8.2010 um 15:12) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:

    Schade, dass Sie sich keine Mühe geben, die Argumentation auch nur nachzuvollziehen versuchen. Niemand verlangt, dass Sie die Meinung teilen.

    Selbstverständlich erlaube ich mir, Gesetze nach Ihrer Sinnhaftigkeit zu beurteilen. Selbstverständlich muss jeder die Konsequenzen tragen, wenn er sich nicht an die Gesetze hält. In Bezug auf BTMG ist die Gesetzgebung in der Sache schlicht schlecht, kontraproduktiv und falsch. In NRW wird ein kleiner pragmatischer Schritt in die sachlich richtige Richtung gemacht. Wenn die Staatsanwaltschaft dadurch entlastet wird, ist das ein guter Nebeneffekt. Und selbst wenn es bei dem Beschluss der Landesregierung _nur_ um Kostenersparnis ginge, wäre es im Effekt trotzdem zu begrüßen.

    Wenn Sie es nicht für nötig halten, dass Gesetze bzw. (sanktionierte) Verbote gut begründet und gerecht sein sollten, im Gegenteil, Ihnen das Verbot selbst als Verbotsgrund reicht, tun Sie mir leid. Ich bin mir auch als nicht-Jurist sicher, dass Ihre Auffassung gegen wichtige juristische Grundsätze bei uns verstößt.

    Über die Meinung diskutiere ich auch nicht. Dazu ist sowieso alles gesagt und es gibt keine neuen Argumente mehr, die auszutauschen wären. Wenn Sie die neuen, ich nenne es mal so, Ausführungsbestimmungen zum BTM in NRW (Eigenbedarfsgrenze) in der Sache kritisieren, wäre das der Beleg, dass Sie keine Ahnung vom Thema haben. Wenn Sie die neuen Ausführungsbestimmungen aber ordnungspolitisch ("Gesetz muss Gesetz sein") kritisieren, dann vertreten Sie einfach nur eine unreflektierte Meinung zum Verhältnis des Staats zu seinen Bürgern.

    Machen Sie sich keine Gedanken, dass Ihre Jungs im Supermarkt Alk kaufen können?

  52. kaputnik meint: (4.8.2010 um 15:16) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:

    Und in Ergänzung bzw. Verdeutlichung zu Bombjack in #50:

    Wenn Ihre Jungs Cannabis kaufen wollten, würden Sie es doch sicher irgendwoher bekommen?

    Völlig hypothetisch und in diesem Moment vorsichtshalber überhaupt nicht als Forderung zu verstehen (ich will ja nicht provozieren):

    Wo würden die Jungs besser kaufen? Im Supermarkt/Apotheke/lizensiertes Geschäft oder auf der Straße?

  53. bombjack meint: (4.8.2010 um 15:22) AntwortenReply to this comment

    @kaputnik:

    [...]Wo würden die Jungs besser kaufen? Im Supermarkt/Apotheke/lizensiertes Geschäft oder auf der Straße?[...]

    oder um einen drauf zu setzen: Wer würde eher auf Jugendschutz schauen?

    bombjack

  54. Kinder-sind-unschlagbar meint: (4.8.2010 um 15:30) AntwortenReply to this comment

    @bombjack:
    Selbstverständlich habe ich mit den Jungs über legale und illegale Drogen gesprochen. Trotzdem ist es ein Unterschied, ob ich das Zeug legal oder illegal erwerben kann. Auch und gerade im Empfinden Jugendlicher.
    @kaputnik:
    Möglicherweise habe ich keine Ahnung von Drogenkonsum (dafür muss ich mich aber nicht schämen).
    Aber: Ich tolleriere bei Jugendlichen maßvollen Alkoholkonsum. Wobei man selbstverständlich sie auch die Erfahrung machen werden, was passiert, wenn sie das Maß überschrieben haben. Sollte dies öfter passieren, dann ist auch hier meine persönliche Tolleranzgrenze überschritten.
    Aber ich tolleriere keinen Drogenkonsum, auch nicht hin und wieder! Für mich ist das ein Unterschied, und bei allem was ich weiß: Die Suchtgefahr ist auch bei sogenannten weichen Drogen ungleich höher als bei Alkohol. Und deshalb ist es aus meiner Sicht durchaus nachzuvollziehen, dass das Gesetz das eine verbietet und das amdere nicht.

  55. kaputnik meint: (4.8.2010 um 15:47) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:

    Aber ich tolleriere keinen Drogenkonsum, auch nicht hin und wieder! Für mich ist das ein Unterschied, und bei allem was ich weiß: Die Suchtgefahr ist auch bei sogenannten weichen Drogen ungleich höher als bei Alkohol.

    Ihre Argumentation hält der Wirklichkeit nicht stand.

    Sie glauben, dass Sie wissen. Sie wollen glauben, dass Sie wissen. Sie erkennen Alkohol nicht als "Droge" und äußern sich bzgl. der Suchtgefahr nachweislich falsch.

    Sie weigern sich, sowohl persönliche Erfahrungen wie auch wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema zur Kenntnis zu nehmen. Sie müssen sich sicher nicht schämen, keine Drogenerfahrungen gemacht zu haben. Warum glauben Sie aber, einen qualitativen Unterschied zwischen "Drogen" und Alkohol festmachen zu können. Die Erde ist nicht flach.

  56. bombjack meint: (4.8.2010 um 15:49) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:

    [...]Die Suchtgefahr ist auch bei sogenannten weichen Drogen ungleich höher als bei Alkohol.[...]

    Woher weißt Du dass?

    Alle Quellen die ich bis jetzt hatte und das waren einige stufen Cannabis vom physischen und auch psychischen Suchtrisiko als unter dem Alkohol gelegen ein, daher bitte um Quellenangabe.

    bombjack

  57. Olli meint: (4.8.2010 um 18:30) AntwortenReply to this comment

    @Kinder-sind-unschlagbar:

    Ja stimmt denn was illegal ist, ist gleich viel cooler.

    Oh und du weißt das verbotene Drogen süchtiger machen als die hier erlaubten.

    Für dich ist der Himmel auch lila oder und nicht blau richtig?

    Schon mal nen Alki ohne Stoff gesehen daneben sind die meisten Junkies noch ein Ausbund an Frohsinn und Lebenslust.

  58. Bert meint: (4.8.2010 um 21:29) AntwortenReply to this comment

    Macht ja wohl auch mehr Sinn die Dealer schärfer zu bestrafen und sofort abzuschieben…

  59. Olli meint: (4.8.2010 um 22:24) AntwortenReply to this comment

    @Bert:

    Und dann?

    Meinst du wirklich es wird sich kein guter Deutscher finden?

  60. partyboy meint: (5.8.2010 um 03:14) AntwortenReply to this comment

    ich empfinde die erhöhung der geringen menge in NRW ja auch als gut und richtig, aber mich wundert es, dass hier noch keiner auf eine andere problematik eingegangen ist – so hat das BVerfG ja schon 1994(!) in einem urteil die bundesländer dazu aufgerufen, für eine bundesweit einheitlichen grenzwert der geringfügigen menge an gras zu sorgen. passiert ist dann erstmal laaaange zeit garnichts. erst in den letzten jahren wurde dann in einigen vormals liberaleren bundesländern die geringe menge auf 6gramm runtergesetzt, und schien sich als bundesweit einheitlicher wert zu etablieren, was – wenn wirklich konsequent durchgeführt – besonders den pflanzenfreunden im süden deutschlands zugute gekommen wäre.
    das in NRW die menge jetzt wieder erhöht wird zeigt jedoch, dass es auch in zukunft erhebliche unterschiede in der bestrafung der konsumenten geben wird,und die politik die entscheidung des BVerfG einfach ignoriert. ob dies wohl auch in anderen themenbereichen so einfach möglich wäre..?

  61. noine meint: (5.8.2010 um 15:20) AntwortenReply to this comment

    mal uterschiede zu alkohol und cannabis.
    1. todesopfer:es ist niemand uter cannabisinfluss gestorben, aber die todesrate durch alkohol ist sehr hoch. laut einer stude,die ich jetzt nicht schonwieder zitiere werde,fahren leute unter cannabiseinfluss sicherer als leute, die unter der magischen 0,5 (oder ware es 8?) promillegrenze beim ethanol liegen.

    2.suchtgefahr:alkohol macht physisch abhängig. bei entzug kann es zu einer psycholse oder einem delir kommen,was idr lebensgefährlich ist. der andauernde konsum schon geringer mengen ist neuro sowie hepatoxisch, es gibt keine aktuelle studie, die irgendeinen positiven effekt von alkohol nachweist (die weinstudien beziehen sich bsp auf tannine-die wirken auc ohne ethanol)
    cannabis macht psychisch abhängig und kann bei leuten,die eine erbliche vorbelastung haben (also rund 1%der bevökuerung) zu einer psychose führen-kann, muss nicht. Zu einer psychose kann alles fhren,aber es ist wichtig diese gefahr zu kennen und seinen belastungsstatus. leute die psychotiker in der familie haben,sollten nicht kiffen.
    bei einer abhängigkeit werden manche leute sehr faul,geraaten in einer scheißegal stimmung. also auch nicht angenehm,aber besser als lebenrzorrhose und hirnschaden.
    (hinzu kommt eventuell krebsgefahr durch den konsum von zigarretten-joint- abr thc kann auch oral genommen werden. Studien widersprechen sich,was die cancerogenität von cannabis angeht.

    wirkung: alkohol regt an, enthemmt, dann führt es zu koordinationsschwierigkeiten, zu selbstüberschätzung, übelkeit und bei großer intoxikation zum koma und tod.
    cannabis: regt an oder beruhigt, lachflashs, leute werden zum essen angeregt ("fressflash") bei hohen dosen auch mal bunte formen bei geschlossenen aufgen (CEV), man redet viel unsinn.
    bei zu hoher dosis:übelkeit, kotzerei. Danach ist alles gut.
    Die nötige menge für eine tödliche vergiftung kann man nich essen.

    s erste mal kiffen ist meist total subtil. geradezu langweiig.
    verfügbarkeit-alkohoh ist immer da und akzeptiert, jeder darf mal.Die qualitt wird überprüft, in de sind panschereien mit methanol nicht mehr möglich(hoffe ich)
    cannabis-erwerb und besitz sind verboten, konsum nicht. jeder kann verkaufen und seinen profit durch strecken mit quarzsand, schuhcreme oder blei erhöhen. Wie sich gezeigt hat,sind verbote nicht geeignet,um leute vom konsum abzuhalten,a ber ein drug-cheking ist nicht erwünscht.

    also-beide substanzen haben risiken, alkohol ist deutlich toxischer, cannabis hat durch den verbotenstatus die gefahr, giftig verstreckt zu sein. durch das verbot gibt es auch wenig gute informationen,sodas das zeug sexy is ("juhu ich schocke meine eltern") und die leute nehmen inhatlich falsche "aufklärung nicht ernst"-das begünstigt riskantes verhalten und tatsächliche risiken werden eher ignoriert.
    ein interessanter fakt: in den niederlanden,dort wo das ganze "halblegal" ist, sinken die quoten derer,die regelmäßig cannabis nehmen.

    hier ist eine seite mit argumenten (ja,natürlich ist diese seite subjektiv, sie ist ja auch eher pro legalisierung. abser trotzdem schadet es nicht, die argumentation mal durchzulesen und für sich selbst auf stichhaltigkeit zu überprüfen-kostet ja nichts)
    http://www.cannabislegal.de/argumente/contra.htm

    (mit is die legalisierung recht egal-würde es zwar begrüßen,aber ich kiffe auch kaum und habe dinge im leben,die eher meiner anstrengung benötigen. )

  62. noine meint: (5.8.2010 um 15:22) AntwortenReply to this comment

    nachtrag:
    Zitat:
    "Mit einer Legalisierung würde der Drogenkonsum drastisch zunehmen"
    Dafür gibt es keine Hinweise.
    Tatsächlich liegt der Cannabiskonsum in den Niederlanden nach 25 Jahren des entkriminalisierten öffentlichen Cannabisverkaufs niedriger als in Grossbritannien wo auf den Verkauf bis zu 14 Jahre Gefängnis stehen.

    Beim Vergleich mit den USA, wo es für Cannabis sogar lebenslängige Strafen gibt, sieht es ähnlich aus: Es konsumieren nur halb soviel Niederländer ab 12 Jahren mindestens monatlich Cannabis als Amerikaner (2,5 Prozent bzw. 5 Prozent). 33 Prozent der Amerikaner haben Cannabis probiert aber nur 15,6 Prozent der Niederländer. Der Anteil der Amerikaner mit Heroinerfahrung ist gar viermal höher (0,3 Prozent bzw. 1,1 Prozent). (CSDP)

    Als vor 27 Jahren einige Bundesstaaten der USA wegen der rapide steigenden Kosten für die Strafverfolgung den Besitz geringer Cannabismengen entkriminalisierten stieg in den folgenden Jahren der Cannabiskonsum in diesen Staaten weniger stark an als in anderen Bundesstaaten die harte Strafen beibehielten.

    Regelmässiger Cannabiskonsum ist in Deutschland weiter verbreitet als in den Niederlanden: Das beweisen zwei Studien für das deutsche bzw. niederländische Gesundheitsministerium. Während nur 2,5 Prozent der Niederländer im letzten Monat Cannabis konsumiert haben, waren es in Gesamtdeutschland 2,8 Prozent und in Westdeutschland gar 3,0 Prozent. (IFT98), (CEDRO)
    Zitat ende.

    aus obrigem link

  63. noine meint: (5.8.2010 um 15:30) AntwortenReply to this comment

    noch ein nachtrag zum akohol (da kam jemand auf die idee,den ins btm zu packen-wäre konsequent,aber ich halte ncht vie von verboten.

    dies sind nur die zahlen zum alkohol.

    .
    Der regelmäßige Konsum von Ethanol (Alkohol) führt zur Abhängigkeit.
    Bei missbräuchlicher Verwendung verursacht Ethanol Schäden im gesamten Körper. Hochwirksames Neurotoxin
    Schädigung des Nervensystems. Die häufigsten Erkrankungen: Sucht, Leberzirrhose, Pankreatitis, Polyneuritis, Wernicke-Enzephalopathie und das Korsakow-Syndrom.

    Die Statistik der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
    Bundesrepublik 3.3 Mio. Personen abhängig
    9,5 Mio. täglich gesundheitsschädliche Mengen trinken jährlich mehr als 73.000 Menschen aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums allein oder in Kombination mit Tabakgebrauch sterben.

    Die volkswirtschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums werden auf ca. 24 Mrd. Euro jährlich beziffert, wohingegen die alkoholassoziierten Steuereinnahmen nur etwa 3 Mrd. Euro betragen.

    Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes wurden im Jahr 2008 393.000 Bundesbürger wegen alkoholbedingter Krankheiten behandelt, 333.000 davon wegen psychischer und Verhaltensstörungen. Damit ist Alkohol für insgesamt 60-mal so viele Behandlungsfälle verantwortlich wie das in Anhang I des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) stehende Cannabis. Keine andere Droge verursacht einen größeren gesellschaftlichen Schaden als Alkohol.

    zitat ende

    natuerlich muss man bedenken,dass cannabis illegal ist-trotzdem ist es wirklich gut erhältlis, jeder kennt irgendjemanden,der kifft, eine teil einer elterngerneration hat in ihrer jugend cannabis konsumiert und bemerkt,dass es nicht den bösen aufklärungsmythen entspricht.

    interessant wäre zu wissen, wieviele leute in dtl cvannabis ausprobiert haben und wieviel es aktuell konsumieren-dann könnte man die zahlen in ein verhältnis setzen.

  64. madd meint: (5.8.2010 um 19:17) AntwortenReply to this comment

    ich faende es ja auch gut, Drogengeschichten liberaler zu gestalten. Suechtige sind in erster Linie krank, nicht kriminell.
    In sofern @14: "das eine Sucht immer negativ zu sehen ist sollte auch mal überdacht werden"
    WTF?
    Ich kenne z.B. eine Person, die dabei ist, an einer Alkoholdemenz zu erkranken.
    Ich kann nur beipflichten zu den Stimmen, die die Einteilung von harten und weichen, legalen und illegalen Drogen als veraltet ansehen

  65. bombjack meint: (5.8.2010 um 20:03) AntwortenReply to this comment

    @madd:

    Okay..mag sein Du kennst (wie ich auch) Personen bei denen die Sucht zum Absturz geführt hat…nur kenne ich eben auch Menschen die eine gewisse Abhängigkeit haben und die eben nicht abstürzen, weil sie die Substanz sozialverträglich gebrauchen (und noch nicht gesetzesmäßig (BtmG) aufgefallen sind).

    Ein Kollege kam mal mit einem netten Beispiel: Er kennt eine Frau die sehr regelmäßig vom Doktor verschriebene Tabletten mit einem Benzodiazepin (d.h. valium-ähnlich) inzwischen über Jahre nimmt. Kurz gesagt die Frau ist hochgradig abhängig von Benzodiazepinen, würde man diese ihr entziehen wären die Entzugssymptome wohl sehr heftig. Das Interessante ist nun, dass die Frau funktioniert, sie futtert zwar die Pillen und ohne geht es nicht, nur kann sie arbeiten und leben, für sie ist dieses Bezodiazepin ungefähr das Gleiche als wie für einen Zuckerkranken sein Schuß Insulin (sorry für diesen provokanten Vergleich). Zusätzlich überlege sich man mal wie es dieser Frau gehen würde müsste sie sich diese Substanz zu überhöhten Preisen, verschnitten und immer mit dem Druck der Illegalität und damit Kriminalität auf dem Schwarzmarkt besorgen.
    Vor ein paar Jahren hatte ich im DF (drogenforum) mal die Gelegenheit einen Junkie eine Frage zu stellen; ich wollte wissen, was bei Opiat-Abhängigen für diesen Verfall und Absturz sorgt. Ich vermutete die Streckmittel wurde aber eines Besseren belehrt: Er meinte: Das ewige hinein laufen in den Affen (d.h. auf Entzug kommen), der Druck nicht zu wissen ob man am Tag die Kohle für den Stoff bekommt, dieses ewige auf und ab, das ist das was die Leute so kaputt macht….

    Für meine Begriffe hat der Mensch zumindest zum Teil recht….

    bombjack

  66. name(erforderlich) meint: (6.8.2010 um 00:24) AntwortenReply to this comment

    jeder hat die gelegenheit im drogenforum fragen zu stellen. das könnte ienige leute hier vll in die materiel reinbringen, ohne was nehmen zu müssen. allerdings ist das ein forum,ergo sind da auch ne menge verkorkste leute-aber es lohnt sich,alles mal durchzulesen um einen überlick zu bekommen, da gibt e wenig einheitliche meinungen.

    das ending des forum ist .net

  67. Hans Peter meint: (6.8.2010 um 13:20) AntwortenReply to this comment

    Finde ich prinzipiel gut. Kriminalität wird wegliberalisiert. Allerdings sollte man dann auch die Personen stärker in die Verantwortung nehmen. Wer im Rausch Straftaten/Unfälle/Ordnungswidrigkeiten begeht verletzt nämlich genau die Pflicht zum verantwortungsvollen Konsum. Das sollte dann zumindest straf-verschärfend und niemals nicht entlastend bewertet werden.

    Allerdings verstärkt diese Liberalisierung die Nachfrage gewiss noch mehr. Die Ächtung von Drogen entfällt. Und wer profitiert von einer höheren Nachfrage? Drogenkartelle etc pp. Kann das das Ziel sein?

  68. kaputnik meint: (6.8.2010 um 13:32) AntwortenReply to this comment

    @Hans Peter:

    Finde ich prinzipiel gut. Kriminalität wird wegliberalisiert. Allerdings sollte man dann auch die Personen stärker in die Verantwortung nehmen. Wer im Rausch Straftaten/Unfälle/Ordnungswidrigkeiten begeht verletzt nämlich genau die Pflicht zum verantwortungsvollen Konsum. Das sollte dann zumindest straf-verschärfend und niemals nicht entlastend bewertet werden.

    Beim Kiffen ist praktisch noch nie jemand aggressiv geworden. Lieblingsbeispiel Fußball-EM in Belgien und Holland: die Gewaltprobleme gabs in Belgien.
    Ansonsten wäre mit sowas selbstverständlich umzugehen, wie mit unter Alkoholeinfluss geschehenen Taten.

    Allerdings verstärkt diese Liberalisierung die Nachfrage gewiss noch mehr. Die Ächtung von Drogen entfällt. Und wer profitiert von einer höheren Nachfrage? Drogenkartelle etc pp. Kann das das Ziel sein?

    Die Ignoranz ist wirklich zum berühmten Mäusemelken. Redet man gg. Wände? Bringen Sie sich auf Stand oder lesen Sie einfach nur diesen Thread:
    Alle Erfahrungen widersprechen Ihrer Vermutung, besser: Behauptung PUNKT.

    Der Überlegung im zweiten Teil des Absatzes ist unlogisch: Drogenkartelle und andere Profiteure sind sicherlich gg. eine Liberalisierung des BTM-Rechts.

  69. Hans Peter meint: (6.8.2010 um 13:53) AntwortenReply to this comment

    Beim Kiffen ist praktisch noch nie jemand aggressiv geworden.

    Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Drogenkonsum stumpft allgemein ab. Haben Sie schon mal mit dauerkiffenden Jugendlichen zu tun gehabt? Als Lehrer an einer Hauptschule habe ich täglich damit zu tun. Spitzfindig ist derjenige der lediglich beim Konsum begangene Straftaten dem Konsum zurechnet. Es gibt ein größeres Spektrum an mittelbaren Folgen des Konsums. Ein weiteres Beispiel sind vernachlässigte Kinder von zugedröhnten Eltern (alle schon erlebt!). Wollen wir das?

    Drogenkartelle und andere Profiteure sind sicherlich gg. eine Liberalisierung des BTM-Rechts.

    Gewagte These. Eine Legalisierung von privatem Besitz legalisiert noch lange nicht die restliche Wertschöpfungskette mit all den damit verbundenen Problemen in den Anbauländern (Afghanistan, Algerien, Kolumbien…) und den Vertriebswegen.

    Der Konsum, des ach so verantwortungsvollen Konsument, ist der Schlüssel des Problemkreises Drogen. Eine Legalisierung ist der falsche Weg da er falsche Anreize schafft. Weiter sind nahezu alle Folgen von übermäßigem Konsum externalisiert. Die Gesellschaft trägt sie.

  70. kaputnik meint: (6.8.2010 um 14:12) AntwortenReply to this comment

    @Hans Peter:

    Zuerst sprechen Sie allgemein von Straftaten, darauf antworte ich -nicht ganz korrekt-, Kiffen macht nicht aggressiv. Sie antworten: Sie hätten andere Erfahrungen gemacht, Ihre Beispiele haben aber mit Aggressionen nichts zu tun.

    Aber zur Sache: Sie schildern Zustände, so wie sie sind. Es gibt _keine_ Anhaltspunkte dafür, dass der Drogengebrauch nach einer Liberalisierung zunehmen würde. Machen Sie sich schlau, können Sie doch, wenn Sie Lehrer sein wollen.

    Die Beseitigung des Schwarzmarktes und Entziehung der Geschäftsgrundlage der Drogenmafia ist ein zentrales Ziel der Legalisierung. Der "private Besitz" (kleiner Mengen zum Eigengebrauch) wird doch gerade wieder mehr in "größeren" Mengen erlaubt.

    Bei einer eventuellen Legalisierung geht es doch nicht ausschließlich darum, den privaten Besitz zu erlauben. Insofern verwechseln Sie hier was, nämlich das Vorhaben in NRW mit einer Legalisierung.

    Aber ich stelle fest: ich hätte schreiben sollen "Drogenkartelle sind sicherlich gegen eine Legalisierung von Drogen" (anstelle "Liberalisierung des BTM-Rechts"). Hätten Sie aber auch drauf kommen können.

  71. kaputnik meint: (6.8.2010 um 14:17) AntwortenReply to this comment

    Zur Verdeutlichung (teilweise habe ich etwas wirr geschrieben):

    Verwechseln Sie doch bitte nicht die kleine Liberalisierung in NRW mit den Forderungen der Legalisierungsvertreter.

    Dummerweise habe ich in #68 von "Liberalisierung" und nicht von "Legalisierung" gesprochen.

  72. bombjack meint: (8.8.2010 um 10:05) AntwortenReply to this comment

    @Hans Peter:

    [...]Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. [...]

    und damit lieferst Du den Beweis, dass die derzeitige Drogengesetzgebung in die Tonne getreten werden kann; selbst in Hinterobertupfingen dürfe für den der es will die gesamte Palette der Substanzen die im BtmG stehen verfügbar sein.

    [...]Ein weiteres Beispiel sind vernachlässigte Kinder von zugedröhnten Eltern (alle schon erlebt!). Wollen wir das?
    [...]

    Gemein gefragt: und wie schaut es mit den vernachlässigten Kindern aus von alkoholisierten Eltern?

    bombjack

  73. SipSipDipDip meint: (13.8.2010 um 11:41) AntwortenReply to this comment

    http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EA83A207841724810811487CDA5464E0B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    für alle die immer noch dem Irrglauben folgen, Drogen wären nicht so schlimm und eine Legalisierung würde alle Probleme lösen.

    Welche Probleme würden denn im Falle Mexikos gelöst, wenn Kokain in den USA legalisiert würde? Ach, die Drogendealer wären dann rechtschaffende Umsatz- und Körperschaftssteuer zahlende Unternehmer. Hi Hi Hi.

    Wer die Absatzmärkte kontrolliert und einschränkt, der trocknet auch die Anbaugebiete aus.

    Alkohol ist ein großes Problem. Damit lässt sich aber nicht begründen, andere Drogen auch zu legalisieren. Vielmehr muss darüber nachgedacht werden wie der Alkoholkonsum der freien bewusst konsumierenden Mitbürger eingeschränkt werden kann. Offenbar klappt es eben nicht mit dem freien und bewussten Konsum.

  74. fünf meint: (22.8.2010 um 00:56) AntwortenReply to this comment

    [Ich hoffe, dass mein Beitrag nicht ungelesen bleibt, auch wenn die letzten Kommentare zu der Diskussion einige Tage alt sind.]

    Zunächst ein mal vorab:
    Ich weiß nicht, wieso hier von einer Legalisierung gesprochen wird. Eine Lockerung der Eigenbedarfsmengen muss diese nicht zwangsläufig nach sich ziehen.

    Um aber die Debatte aufzugreifen:
    Wie bereits einige andere in diesem Thread, sehe ich auch in der Kriminalisierung von "weichen" (wenn man so eine Unterscheidung machen kann) Drogen eine falsche Herangehensweise an die ganze Problematik. Wo bleibt da einem als (vermeintlich) freier Bürger in einem (vermeintlich) freihem Land die Möglichkeit, sich selbst über sein Handeln bewusst zu sein und für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. An die entsprechenden Substanzen heran zu gelangen ist ja definitiv unabhängig von der Legalität oder Illegalität. Soll heißen: möchte jemand konsumieren, egal welche Droge, dann bekommt er es auch. Würden Verbote wirklich etwas bewirken, dann müsste es auch beim Alkohol funktionieren.
    Ist beispielsweise Bier nicht für Jugendliche unter 16 Jahren illegal? "Harter" Alkohol darf, laut Gesetz, auch erst mit 18 Jahren erworben werden. Jeder sollte mal ehrlich zu sich selbst sein: Wer hat nicht vor seinem 18 Geburtstag mit Vodka o.ä. herumexperimentiert? Es ist ja auch nicht weiter schlimm, solang es im Rahmen bleibt. Oder ist jeder, der mit 16 schon mal einen Vollrausch hatte gleich ein Alkoholiker geworden? Bei z.B. Cannabis ist es doch genau das gleiche: Kann jemand damit umgehen, kommt mit seinem Leben klar, dann ist die Gefahr einer Abhängigkeit (wie stark auch immer) verschwindend gering.
    Dies nur als Ergänzung zu vorherigen Überlegungen.

    Desweiteren möchte auch ich auf die schon zuvor aufgezählten Verweise zu Studien zurückgreifen und unterstreichen.

    Was jedoch noch überhaupt nicht angesprochen wurde ist, dass einen zwar zur Zeit der Konsum von Zigaretten zu einem Menschen zweiter Klasse macht (zumindest fühlt es sich so an), aber niemand wagt es auch nur ein Wort zu sagen, wenn ein dickerer oder fettleibiger Mensch in einem bekannten Fastfood-Restaurant sitzt.

    Eine Situation als Beispiel:
    Ein Mann zündet sich nach dem Essen eine Zigarette an. Mögliche Reaktionen von Mitmenschen: Unverständnis, Beleidigungen oder Fragen, ob ihm seine Gesundheit egal wäre.
    Schaufelt sich aber eine fettleibige Frau einen Cheeseburger nach dem anderen rein, dann würde nichts dergleichen fallen. "Die arme Frau, was muss sie nur erlebt haben?". Die extremste Reaktion ist doch wohl noch, wenn man sich seinen Teil denkt, aber mehr auch nicht.

    Was ich damit verdeutlichen möchte: Alles, ja wirklich ALLES kann schädlich sein, wenn man die für sich vorgegebenen Grenzen oder die seines Körpers überschreitet. Wie wärs, wenn wir ab sofort eine Grenze des Eigenbedarfs an Natrium setzen? Schließlich ist zu viel Salz ungesund. Aber das könnte man ja mit der entsprechenden Pflichtmenge an Flüssigkeit pro Tag wieder Ausgleichen…

  75. gast meint: (10.4.2011 um 19:29) AntwortenReply to this comment

    @Leser: du hast alles auf punkt gebracht,bin auch der selben Meinung ! respekt dafür das du dich teilweise in einen süchtigen reinversetzen kannst (denke durch deine arbeit) dem süchtigen auch noch zu strafen für seinen eigen konsum ist nicht lobens werdt süchtig zu sein ist schon die schlimste strafe die mann haben kann. Sorry für die ganzen rechtschreib fehler!

Kommentar schreiben

Zulässige HTML-Tags:
Fett: <b> - Kursiv: <i> - Zitat: <blockquote>

Powered by WordPress - Impressum - Google+