Flattr im August
Am Monatsersten gibt es jetzt immer eine Abrechnung in der Blogwelt. Sie kommt von Flattr, dem Micro-Bezahldienst. Im August haben Leser auf dem law blog Flattrs im Wert von 346,66 Euro verteilt. Ein Sommerloch gab es nicht, wie der Vergleich zu den Vormonaten zeigt:
Juli 2010 265,78 Euro
Juni 2010 247,68 Euro
Mai 2010 33,03 Euro
Gestern bin ich über die “Deutschen Flattr-Charts” gestolpert. Die Charts listen die 25 meistdotierten Beiträge des Monats auf. Vier davon stammen aus dem law blog.
Auch wenn die Ergebnisse des law blog somit nicht repräsentativ für alle Teilnehmer sein dürften, zeigt Flattr doch sein Potenzial. Die immer wieder abgestrittene Bereitschaft, Content freiwillig und nachträglich zu honorieren, scheint vorhanden. Die Gesamterlöse müssen sich auch nicht, wie ursprünglich eigentlich erwartet, im Centbereich bewegen.
Also weiterhin ein positives Fazit für Flattr. Wir bleiben dabei. Flattr ist jetzt übrigens der geschlossenen Beta entwachsen und nimmt unbeschränkt Teilnehmer auf.
Vielen Dank an alle, die uns geflattrt haben!
Welche Beiträge im August wie geflattrt wurden, steht nach dem Klick.
2010-08 GVU-Panne: “5 von 5 Millionen” 157 €43,67
2010-08 Skype: Staat hört mit 147 €41,68
2010-08 Verbrecherjagd mit Street View 144 €37,03
2010-08 Einladung zur Willkür 55 €23,46
2010-08 Gegen die Stadt Duisburg 80 €20,68
2010-08 Der kurze Weg zum Superkriminellen 70 €17,96
2010-08 Der erbärmliche Oberbürgermeister 76 €16,29
2010-08 Raublöscher geben Unterlassungserklärung ab 65 €12,94
2010-08 Flattr – das Ergebnis für Juli 22 €8,26
2010-08 Selbst schuld 34 €6,55
2010-08 Alles im Blick 32 €6,34
2010-08 “Wer will da schon Nein sagen?” 36 €5,28
2010-08 Kein Fahrrad ohne “Lichtmaschine” 33 €5,21
2010-08 Beim Sachbearbeiter abgestellt 26 €4,50
2010-08 Löschroutine – unbekannt 27 €4,44
2010-08 Wir gewinnen alles 33 €4,14
2010-08 Schweigen ist böse. Nicht. 20 €3,94
2010-08 Richter Milde 32 €3,67
2010-08 Wir kaufen nichts, schon gar kein Pfand 30 €3,57
2010-08 Nichts Schlichtes aus dem Media Markt 20 €3,22
2010-08 Vernunftunbegabt 25 €3,14
2010-08 Neununddreißig Wiederholungen 24 €2,97
2010-08 Pflichtfeld 22 €2,94
2010-08 Kachelmann: Presseskandal im Justizskandal 24 €2,90
2010-08 lawblog: Die Legende von der schutzlosen Polizei 10 €2,90
2010-08 Gerne bieten wir Ihnen einen Termin 13 €2,88
2010-08 Polizeibeamter stellte eigene Quittungen aus 12 €2,82
2010-08 Kleiner Hofstaat, knappe Fristen 21 €2,80
2010-08 Schlechte Nachrichten für Blockwarte 27 €2,79
2010-08 Apple-Rechner, ungesichert im Sinne des Gesetzes 16 €2,36
2010-08 Dann besteht Anlass zur Sorge 16 €2,17
2010-08 Links 539 3 €1,85
2010-08 Kachelmanns Richter und sein Interview 12 €1,84
2010-08 Stadt Duisburg ./. xtranews wird verhandelt 9 €1,81
2010-08 Urlaubsbedingte Abwesenheit 12 €1,65
2010-08 Keine Menschen zweiter Klasse 5 €1,55
2010-08 (K)eine Bananenrepublik 9 €1,51
2010-08 Stadt Duisburg will nicht streiten 13 €1,51
2010-08 Zuverlässig und gewissenhaft 13 €1,46
2010-08 Eine Umarmung, ein paar Worte 12 €1,46
2010-08 law blog 6 €1,38
2010-08 Verzögerung ist relativ 14 €1,36
2010-08 Allparteilich 11 €1,36
2010-08 NRW: Eigenbedarf auch bei harten Drogen 14 €1,32
2010-08 Linke Hand, linkes Ohr 8 €1,25
2010-08 Demos: Polizei darf nicht grundlos filmen 2 €1,20
2010-08 Per E-Mail 11 €1,06
2010-08 Storch Heinar darf weiter ulken 12 €1,03
2010-08 Krieg den Topfdeckeln 5 €1,00
2010-08 Es musste davon ausgegangen werden 13 €0,99
2010-08 Sportlich im Dienst 9 €0,93
2010-08 lawblog: Eine Schublade für jeden von uns 2 €0,92
2010-08 Mit dem Mofa auf der Datenautobahn 4 €0,91
2010-08 Bitte eingeben 12 €0,90
2010-08 Zum Kuhgeln 8 €0,89
2010-08 Flattr nun offen für jeden 6 €0,89
2010-08 Die Kenner der Lizenzen 8 €0,72
2010-08 Auch Richter haben Gefühle 6 €0,70
2010-08 Im wohlverstandenen Interesse 7 €0,70
2010-08 Loveparade: Ermittlungen nur gegen “unbekannt” 7 €0,70
2010-08 Urteil gegen Jörg Tauss rechtskräftig 6 €0,65
2010-08 Von unserer Seite nicht 6 €0,62
2010-08 Nicht berechenbar 11 €0,58
2010-08 Warum ich bei McFit nicht kündige 3 €0,53
2010-08 Links 535 4 €0,50
2010-08 lawblog: Flattr-Einladungen 1 €0,46
2010-08 Streitwert 5 €0,45
2010-08 Links 536 2 €0,41
2010-08 lawblog: Blick unter die Haube des law blog 1 €0,40
2010-08 Wie man sich selbst überlastet 3 €0,34
2010-08 Die Exfrau im Hundezwinger 6 €0,28
2010-08 Eingeklebt 5 €0,26
2010-08 Zauberwort 2 €0,23
2010-08 Links 537 2 €0,21
2010-08 lawblog: Pornografisches Neuland 1 €0,21
2010-08 lawblog: Flattr – die erste Abrechnung 1 €0,20
2010-08 Anwaltverein fordert Nummernschild für Polizisten 1 €0,20
2010-08 lawblog: Links 509 1 €0,18
2010-08 PRIVATE BLOGS: IMPRESSUMSPFLICHT ? 1 €0,18
2010-08 Eingelegt 4 €0,17
2010-08 Auf Auszahlung wird verzichtet 1 €0,14
2010-08 Mit Festnahme ist zu rechnen 1 €0,11
2010-08 Der vermeidbare Knastaufenthalt 1 €0,09
2010-08 Links 530 1 €0,09
2010-08 Links 533 2 €0,08
2010-08 Links 534 2 €0,06
2010-08 Unerfreulich für die Kanzlerin 1 €0,04
2010-08 Links 531 1 €0,04
2010-08 Links 528 1 €0,04
2010-08 Rechtsberatung on air 1 €0,03
2010-08 lawblog: Unverantwortliche Tipps von der Polizei 1 €0,03
2010-08 Links 532 1 €0,03
2010-08 Links 538 1 €0,01
Qualität zahlt sich eben aus.
Weiter so !!!
Muss man die Einnahmen eigentlich versteuern und welche Einkunftsart wird das wohl sein?
Eventuell lässt sich dann auch die Beseitigung von Trollkommentaren von der Steuer absetzen :-)
@Udo: mich würden mal eine Aufstellung zwischen Flattr und Besucher interessieren – was für eine Conversion Rate bekommst Du hin?
Bis jetzt lese ich aus den Zahlen heraus, dass es sehr viele Leser gibt, die grundsätzlich jeden Beitrag mit Flügelflattern honorieren. Überhaupt etwas ein wenig zu flattern wird einfach populärer. Sie mögen deinen Blog einfach :)
Hm, aber so hat UV keinen Anreiz, so richtig bombenmässig erschütternde, Richter-und-Juristen-und-so-ins-Grab-bringende postings zu schreiben – wenn er ja sowieso weiss, dass der jeweils nächste Beitrag ein paar cents mehr einbringt, unabhängig vom Inhalt. Hmmm.
Just my 0.0202920019 Swiss Francs from a statistician.
Moinmoin! ich gehöre zu denjenigen, die zwar flattrn, aber selbst keine Einnahmen erzielen (wollen). Mein Fazit ist ebenfalls positiv. Ich habe volle Kostenkontrolle, kann jederzeit die Monatsbeiträge anpassen (derzeit 8 Euro) und offenbar landet das Geld bei den richtigen. Also bei jenen Menschen, denen ich das Geld wirklich gönne.
Die Befürchtung, dass Flattr ein reines Nullsummenspiel bleibt, bei dem das Geld zwar rotiert, aber letzlich nichts bei den Contenterstellern "hängen" bleibt, scheinen zunehmend unbegründet.
Weiß nicht wie es den anderen geht, aber mir sind solche Posts, in denen gezeigt wird, was "am anderen Ende" für Einnahmen erzielt werden, sehr wichtig. Insofern vielen Dank Herr Vetter, dass Sie ein weiteres Mal Ihre Flattr-Einnahmen veröffentlicht haben.
@Kai:
Die Art der Verbuchung dieser "Einkünfte" interessiert mich auch. Könnten Sie uns bitte ein wenig auf die Sprünge helfen, Kollege Vetter? Sind diese Flattr-Zahlungen an Sie wie beispielsweise Honorar-Einnahmen aus Beiträgen in juristischen Fachzeitschriften (Aufsatz, Urteils-Kommentare etc.) zu versteuern und sind also brutto (inkl. Umsatzsteuer – in welcher Höhe – 19%?) einzubuchen? Was ist mit dem Flattr-Beitrag, den die user dort einzahlen? Wenn ich freier Journalist wäre, dann müsste ich diesen Beitrag doch als "Betriebsausgabe" gegenüber dem Finanzamt darstellen können (von der ich allerdings keine Vorsteuer abziehen kann, weil Flattr mir gegenüber keine Umsatzsteuer ausweist), oder?
Wie handhaben Sie das, werter Kollege Vetter?
Wie die Flattr-Einnahmen zu verbuchen sind, bespreche ich mit meinem Steuerberater. So im Juli/August 2011, wenn der sich an unsere Kanzleibilanz für 2010 macht.
Was mich von der Nutzung von Flattr abhält: Meines Wissens gibt es keine datenschutzfreundliche und nicht Personenprofile erstellene Auflademöglichkeit.
- Paypal von eBay in Luxemburg behält sich in den Datenschutzbestimmungen vor, Kunden- und Transaktionsdaten in weitem Umfang an internationale Behörden, Auskunfteien und Adresshändler zu übermitteln. Von einer Vorratsdatenspeicherung ist auszugehen.
- Moneybookers sitzt im Überwachungs-Rekord- und Finanzkatastrophenland Großbritannien und erlaubt, wenn ich das richtig weiß, nur Überweisung und Kreditkarte, dank Geldwäschegesetz beides personengebundene Zahlungen. Selbst anonyme Überweisungen durch Bareinzahlung, soweit überhaupt möglich, verbittet sich Moneybookers in den AGB.
Als Auslandszahlungen unterfallen alle diese User-Zahlungen auch dem SWIFT-Abkommen und können von der US-Regierung in ihr Anti-Terror-Programm eingespeist werden, davon abgesehen, dass allein deutsche Banken Umsatzdaten mehrere Jahre lang vorratsspeichern und Profile erstellen und diese auch nutzen (auch wenn sie sie meines Wissens noch nicht verkaufen, das kommt erst noch). Mir klingelt noch die Empörung über das Abkommen im Ohr, und doch scheint man sich ihm devot zu unterwerfen und lässt sich freudig und ohne Not durchleuchten.
Dabei fehlt es an anonymen Zahlungs- oder Auflademöglichkeiten nicht: Es gibt Paysafecard (wird glaube ich sogar von der EU unterstützt), es gibt Ukash, es gibt Microdollar, es gibt Bezahlung per Telefon usw. Wem Komfort wichtiger ist, der mag ja parallel weiter Kreditkarte & Co benutzen und auf die nächsten Datenpannen, Hacking-Angriffe und Bankdatenankäufe durch die deutschen Finanzbehörden zumarschieren.
Sehr gut an der Liste ist zu sehen, dass sich mit Trivialem bei Flattr kein Geld verdienen lässt. Selbst wenn man guten Content anbietet hat sich diese Bezahlform noch nicht ausreichend durchgesetzt, dass Normalblogger wirklich Geld verdienen kann. Auch ist Flattr International noch bei weitem nicht so bekannt, wie es sein müsste, damit sich auch nicht deutschsprachige Blogs damit rechnen.
Hach ja, da werde ich ganz nostalgisch…
Denn das erinnert mich an die gute alte Zeit bei 20six vor der Softwareumstellung dort…
Da konnte man nämlich für Beiträge die man gut fand virtuelle Bonbons verteilen ;-).
So quasi der ausgestorbene Dino-Vorfahre von Flattr ;-).
Hätten sie damals mal lieber ein Geschäftsmodell daraus gemacht statt's ihre aktivsten Blogger zu vergraulen…
Dann würden wir heute nicht flattern sondern uns mit Süsskram beschmeissen ;-).
Wäre es rechtlich möglich sowas anonym Anzubieten. Also zumindest für den Absender? Vieleicht in den man den Betrag auf meinetwegen 10 Euro/Monat begrenzt. Oder würde das auch als potentielle Geldwäsche angesehen werden.
Ich meine durch deren Webbugs können die ja schon auf vielen Seiten mich verfolgen und dann bekommen sie auch noch den Realnamen aufgelößt. Anonym wäre sicherlich besser.
Ich bin auch ein Zahl-Flatterer und flattr ca. 5 Blogs und die TAZ, selten mehr als 10 flatts pro Monat insgesamt. Ich bin davon überzeugt, dass die Zahl der Teilnehmer und der Einnahmen sich noch vervielfältigen wird. 12 Euro oder mehr pro Jahr sollte einem Qualität (die man selbst beurteilen kann) im Netz schon wert sein.
Bei Flattr ist auch eher die Frage wie sich sich das Mittel- bis Langfristig schlägt als so kurzfristig. Klar, jetzt sind noch alle davon begeistert und mögen die Idee, aber im kurzlebigen Internet wird es spannend zu sehen sein wie Flattr sich schlägt sobald die erste Euphorie vorbei ist.
Reden wir doch in 2 Jahren nochmal darüber … ich denke nicht, dass dann noch 200+ Euro im Monat hier zusammen kommen, selbst wenn die Qualität gleich bleibt.
Aber ich lass mich auch gerne eines besseren belehren. :)
Ihr seit in den “Flattr-Charts” http://diefreiheitsliebe.blogspot.com/2010/09/die-flattr-charts-im-august-welcher.html
Kann man die Flattr-Zahlungen ans Lawblog denn im Fall der Fälle als Anzahlung verrechnen lassen? ;)
Damit ist das law unter den ganz wenigen Seiten, die es geschafft haben, einen dreistelligen Betrag zu erwirtschaften:
http://www.pooq.org/fyi/2010/09/die-flattr-charts-im-august-2010/
Und das, obwohl einige gibt, die lawblog wohl eher nicht spenden: "Ich verstehe nicht, warum jemand den lawblog flattred [...] (gefunden in den Kommentaren von: http://carta.info/33192/die-deutschen-flattr-charts-im-august/ )