Frischauf zur Hexenjagd
Es wäre schon interessant zu wissen, worauf genau die Grefrather Kripo eigentlich ihre Vermutung stützt, der verschwunde Mirco sei vom Fahrer eines Passat Kombi entführt worden. Es gibt ja auch noch genug Kombis anderer Hersteller, die ähnlich aussehen. Wenn ich mir die Meldungen zum Fall ansehe, bleiben eigentlich nur zwei Schlüsse: Die Polizei hat die Spur Passat Kombi über lange Zeit professionell verschwiegen. Oder es handelt sich um eine extrem vage Spur unter vielen extrem vagen Spuren, die aber – aus welchen Gründe auch immer – als die noch vielversprechendste einsortiert wird.
Zu erfahren ist ja nur, ein Zeuge habe zur tatrelevanten Zeit einen Passat gesehen. Grefrath ist zwar plattes Land, aber auch dort kommt schon mal ein Auto durch.
Ich meine, die Polizei muss sich wirklich langsam fragen lassen, ob sie es nicht überzieht. Offenbar scheint sie es sogar auf eine Hexenjagd und eine Vergiftung des öffentlichen Klimas ankommen zu lassen. Denn seit heute fahnden die Beamten tatsächlich offiziell bundesweit (!) nach “Dienstwagen VW Passat Kombi der aktuellen Baureihe (Baujahr 2005 – 2010 / Modell B6 = 3C )”, die “einen regionalen Bezug zum linken Niederrhein (Kreis Viersen / Grefrath) besitzen”; hier beispielsweise der Aufruf der Frankfurter Polizei.
Firmen und Behörden sollen nun offensichtlich die Fahrer von Dienstwagen melden. Aber nicht nur das. Jeder ist aufgerufen, Passatfahrern nachzuschnüffeln. Aus dem Aufruf:
Darüber hinaus hofft die Soko auf Hinweise zu Fahrzeugen dieser Baureihe, die jetzt plötzlich unter einem Vorwand (Motorschaden, Unfall oder ähnliches) nicht mehr bewegt werden. Die örtlichen Polizeibehörden werden ersucht, diese gemeldeten Fahrzeuge auf einen möglichen Bezug auf die Region Grefrath zu überprüfen.
Zunächst mal bedeutet dieser neue Ansatz, dass die Hausbesuche bei rund 2.500 Passat-Haltern in der Region ein Schlag ins Wasser waren. Obwohl die Polizei anfangs ja ihre Profiler verkünden ließ, der Täter stamme mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Region und lebe auch dort, vermutlich als unauffälliger Bürger. Ich erinnere mich auch noch schaudernd an den Begleitkommentar eines Polizeibeamten, nun ziehe sich die Schlinge um den Täter zu. Von wegen, wie man sieht.
Dass die befragten Autohalter auch gleich noch um eine Speichelprobe gebeten wurden, erscheint im Licht der neuen Entwicklung auch eher als Schachzug, der eine gewisse Zügellosigkeit der ermittelnden Polizeibeamten belegt.
Tatsächlich reden wir zumindest über verlorenes Augenmaß. Hierzu passt nun die bundesweite Fahndung. Wer einen Passat Kombi als Dienstwagen hat und ihn womöglich unkontrolliert, am Ende sogar privat nutzen darf, darf sich ab sofort im Kreis potenzieller Kindermörder willkommen heißen. Egal, ob er in Magdeburg, Regensburg oder Flensburg lebt. Er könnte ja in Grefrath gewesen sein.
In Chefetagen und Personalabteilungen werden nun wohl Listen erstellt und Fragezeichen neben Namen gemalt. Es wird getuschelt und denunziert. “Der Herr B. drei Häuser weiter fuhr gestern nicht mit seinem Passat, sondern mit dem Opel seiner Frau.” Eine ganz und gar korrekte Meldung – jedenfalls nach dem Maßstab der Grefrather Polizei. Was nun vielleicht sogar Ehefrauen über ihre Ehemänner, Kinder über ihre Vatis denken, die nur das Pech haben einen Passat zu fahren, darf man sich gar nicht ausmalen.
Und das alles wegen einer Spur zu einem bestimmten Automodell, das zu zehntausenden über unsere Straßen rollt. Wie wenig die Polizei tatsächlich in der Hand zu haben scheint, ergibt sich übrigens aus einem Detail. Der bundesweite Aufruf enthält kein Wort über die mögliche Farbe des Wagens, nicht mal darüber, ob die Karosse eher hell oder dunkel war.
Von Grefrath aus sind es übrigens nur ein paar Kilometer bis nach Holland. Entweder handelt die Polizei hier unlogisch, oder ihre niederländischen Kollegen wollen es nicht gemeinsam mit ihnen überreizen. Im Gegensatz zu den braven Beamten in Magdeburg, Regensburg und Flensburg. Aber die haben es womöglich auch schwerer, sich gegen die so eine Aktion zu wehren.
Was fährt Herr V. eigentlich für einen Wagen? (SCNR)….
Da wird wohl mit einem groben Netz im komplett Trüben gefischt, es könnte sich ja irgendwas verfangen, auch wenn die Sorte Fisch nebensächlich ist.
@ Stefan: Ein KFZ aus Muenchen. Allerdings weiss ich nicht genau ob es in dem Fall ein Kombi – pardon, touring – ist.
Unfassbar, wie hier ermittelt wird.
Wie kommt eigentlich eine StA dazu so etwas zu billigen.
Da aber die sog. Rechtswissenschaften eher die Auswendiglerner und Funktionierer befördert, wird es mit der Intelligenz bei der StA nicht weit her sein.
Ich kann mich noch sehr genau an die Ausführungen des Strafrechtsprofs erinnern, wenn er auf die StA zu sprechen kam.
Deutschland schafft sich wirklich ab.
Ich verstehe die Polizei an dieser Stelle nicht. Dem Kraftfahrt-Bundesamt liegt doch eine vollständige Liste der Halter vor? Bei Rückrufaktionen übernimmt man dort sogar das Anschreiben der Halter – warum nicht diesen Service auch für das Anfordern einer Speichelprobe nutzen?
@hiro: Natürlich hat das Kraftfahrt-Bundesamt eine vollständige Liste der Halter. Aber dann kann man ja keine Hexenjagd in der Presse veranstalten…
Schade, mir gefällt das Passat-facelift eigentlich ganz gut – wäre ich jetzt auf der Suche nach einem Auto in dieser Klasse, eigentlich stände der ganz oben auf meiner Liste. Aber mit solch einem Fahndungsdruck der hier auf ein Fahrer eines Automodells ausgeübt wird, würde ich mir zweimal überlegen dann tatsächlich einen Passat zu kaufen. Hinterher komme ich mal zufällig in der Gegend vorbei und darf ganz freiwillig (zwinker, zwinker) Dna, Fingerabdrücke und Privatleben bei der Polizeiabgeben, auch wenn das Auto nagelneu ist.
Wieso "kennt" man den Hersteller bzw. das Modell (Passat), aber nicht die Farbe des Kombis? Ist der Zeuge ein farbenblinder Autoliebhaber?
@hiro: Ich vergass zu ergänzen: hinter der Hexenjagd steht ein politischer Wille, diese Republik zu verändern. Ob dies nun der Wille der leitenden Polizeikräfte ist oder der Leute darüber, ist egal. Die Botschaft lautet: scheiss was auf die Unschuldsvermutung.
Es ist dasselbe wie in Stuttgart.Die Botschaft lautet: scheiss was auf die Versammlungsfreiheit.
Wie war das doch gleich, das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint. Dahinter steht gewiss ein Beamter, der nur versucht, einen mutmaßlichen Kindermörder dingfest zu machen und ein Kind zu befreien. Da kommt schon mal sowas bei raus.
Vielleicht hat die Polizei eine Reifenspur und es handelt sich um ein Reifenmodell, welches nur auf neueren Passat ausgeliefert wurde? Ist jedenfalls nicht ungewöhnlich, daß Neuwagen auf speziellen reifen ausgeliefert werden, wie man z.B. bei Mercedes oder BMW weiß.
Davon abgesehen ist so ein Massengentest – frei nach dem Motto: jeder darf seine Unschuld beweisen – völlig daneben.
@Jan:
Weil die Zeugenausage vmtl. so war:
"ich bin mir nicht sicher was es war, aber ich glaube es war ein Kombi"
der Polizist googlt Kombi der erste Treffer ist Passat > Heureka…
bei der polizei gibt es doch auch ne menge passat kombis. vielleicht sollten sie da mal anfangen… m(
Ich besitze einen solchen Passat und bin stolz drauf.
Ob es sich schon lohnt eine Selbsthilfegruppe beschuldigter Passat Fahrer ins Leben zu rufen?
Schönes Spiel zum Mitmachen: suchen.mobile.de/fahrzeuge/auto/ (oder eine beliebige andere Seite mit ähnlichem Angebot) – folgendes Auswählen: KOMBI – VW – PASSAT – Erstzulassung 2005-2010 – Umkreissuche: Land- Deutschland PLZ – 47929 – Umkreis 200km Suchergebnis eingrenzen: Privatanbieter. -> Treffer anzeigen.
Wer jetzt nen Passat verkauft, kann schonmal nen Anwalt auf Kurzwahl 1 packen …
Wir wurden eigentlich die ganzen Passats der NRW Polizei überprüft?
Absurder Hühnerhaufen
Selbst wenn der Zeuge sich an etwas mehr wie die grobe Bauform erinnern konnte.. man vergleiche mal den Passat Kombi, den Golf 5 Variant und den Skoda Octavia Kombi.. alles die gleiche Grundplattform, und von der Linienfuehrung verdammt aehnlich. Wenn man dann noch Kombis anderer Hersteller(gruppen) dazustellt, kann man den Verdaechtigenkreis noch vervielfachen.
@7 (Christian): Im Raum Viersen gibts jetzt bestimmt guenstige Angebote.. jetzt guenstig kaufen, den Verkaeufer pauschal bei der naechsten Polizei denunzieren, den Wagen ein paar Monate einmotten und sich wenn sich die Hexenjagd beruhigt hat, ueber das Schnaeppchen freuen ;)
Im nächsten Schritt wird auf 'größere VW-Modelle' ausgeweitet, da der Phaeton nur schwer vom Passat zu unterscheiden ist und der Zeuge möglicherweise Golf und Passat durcheinander bekommen könnte. Vielleicht muss die Schleppnetzfahndung dann auch von 'männlicher Fahrer' auf 'und Frauen' erweitert werden, nicht nur um Frau Schwarzer gerecht zu werden, sondern weil tatsächlich auch Frauen an kriminellen Taten gegen Kinder beteiligt sind.
Zu guter Letzt wird Deutschland überdacht, es wird eine Mauer mit hohem Sicherheitsstandard gebaut – noch gibt es die Kompetenzen! – und zur Strafanstalt erklärt. Nur wer zweifelsfrei beweisen kann, niemals auch nur die Möglichkeit gehabt zu haben, in der Nähe Grefraths …
Für die Ermittlungsbehörden wäre das alles durchaus günstig, denn jedes Verbrechen, jede Gesetzesübertretung sollte bei totaler Überwachung aller potenziellen Täter [uns allen!] in der JVA D leicht aufzuklären sein.
Heute sagte der Kollege:
Wer Sarkasmus findet darf ihn kostenfrei behalten.
Von 1-20 nur Geschwalle und sinnentleertes Gefasel. Trinkt noch ´ne Cola und dann weg von Papa´s Rechner und ab ins Bett.
Aber der Vetter-Blog hat es nicht besser verdient…..
@Sabine
Schnauze!
Kurze Anmerkung zur Geographie: Grefrath liegt genau an der Grenze zum Kreis Kleve, ein Schwerpunkt war sogar in der Nachbargemeinde Wachtendonk im Ortsteil Wankum. Da steht auch das Hinweisschild "Hier stand ein verdächtiges …"
Die Einschränkung auf Grefrath und Kreis Viersen erfasst also nicht ganz den Schwerpunkt.
Es wurden Fahrzeugspuren gesichert, die auf einen VW Passat Kombi dieser Baureihe passen.
Das sich diese Tatsache mit den Aussagen von Zeugen deckt, ist dabei nur Nebensache.
Das Problem ist nicht das Vorgehen der Polizei oder der Staatsanwaltschaft, sondern die Lust des einfachen Bürgers hinter jeder Vermutung gleich einen Beweis zu sehen ("Ja, ich kenne so einen Mann, der fähr so einen Passat, und der war es bestimmt, der ist nämlich in letzter Zeit so komisch."). Nur _deswegen_ bin ich froh, keinen Passat zu fahren.
Herr Vetter, sie überschätzen die Öffentlichkeitswirkung dieses Falles mittlerweile erheblich. Berichte über den Fall Mirco sind doch mittlerweile selbst von den Panorama-Seiten der Zeitungen verschwunden. Deshalb bezweifle ich, dass die Belegschaft einer Firma in Regensburg überhaupt erfahren würde, dass sich jetzt die Schlinge um alle Passatfahrer Deutschlands zuzieht.
In Bezug auf den verlorengegangenen Sinn für Verhältnismässigkeit bei den Ermittlern stimme ich Ihnen aber voll zu.
Ich bin froh daß keinen Passat fahre, sonst hätte ich womöglich bereits ein Problem:
Ich bin männlich, 42 Jahre, alleinstehend, war am fraglichen Freitag im Kreis Neuss (bin dort aufgewachsen, Familie wort dort noch), ich lebe aber in der Nähe von Frankfurt und fahre, Gott sei Dank, einen hellgrauen Opel Kombi.
(BTW: In Grefrath war ich in meinem ganzen Leben erst einmal: als 12 jähriger in der Eishalle und den betreffenden Abend habe ich im Kreis der Familie verbracht – "schlechte" Zeugen).
Warum wehrt sich eigentlich VW nicht langsam dagegen? =)
Im SpOn stand ein Hinweis wie sie auf "aktueller Passat" kommen. Der Zeuge berichtet von nebeneinander liegenden Rückleuchten.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,726093,00.html
@Sabine: Hast ja recht. Aber jetzt geht des schon von 1-22 so.
Für die Polizei dürfte es ein Kinderspiel sein, einen ermittlungseifrigen Richter zu findet, der die Speichelproben anordnet – und die Hausdurchsuchung gleich noch dazu.
Polizeistaat halt.
Jede Wette: Der Täter wird nur geschnappt, wenn er sich selber stellt….
Wie die Grafrather Kripo mitteilt, handelt es sich bei der Verhaftung aller männlichen Bundesbürger zwischen 16 und 88 Jahren um ein bedauerliches Versehen.
Die meisten von Herrn Vetters Texten lese ich sehr gern – so auch diesen hier. Das Problem besteht doch auch darin (das verkennen offenbar viele), daß die sog. Medien es meist nicht fertigbringen, mit einer kritischen Distanz zur Polizei zu berichten. Kaum ist ein Kind tot oder entführt, da scheint man mehr als 50 Prozent der Leute den Verstand geraubt zu haben. Man fühlt sich betroffen, auch wenn man es gar nicht ist, greint herum und hat das Denken nun völlig eingestellt.
Und daß die Lokalpresse sich meist nicht richtig traut, die Polizei zu kritisieren, dürfte doch niemanden wirklich wundern (je kleiner das Kaff, um so schlimmer vermutlich).
Wo Grefrath eigentlich liegt, weiß ich gar nicht genau. Ich weiß nur, daß es einen deutschen Publizisten gleichen Namens gibt. Aber ich werde mal auf der Karte nachsehen.
@Sabine: Bienchen, Bienchen, morgen früh auf der Amtsstube summen wir aber wieder leiser, der Chef könnte lauschen!
Ist auch nicht schade, dass es dir hier nicht gefällt!
@ Sabine
Mit Deppenapostroph. Danke!
Ich bin befreundet mit einem Mann, der wegen eines Sexualdelikts an einem Jungen vorbestraft ist und deswegen im Knast saß. Er steht bzw. stand damals auf 11jährige Jungs.
Zufälligerweise besaß er meines Wissens zum Tatzeitpunkt auch einen solchen VW Passat Kombi als Dienstwagen, der privat genutzt werden durfte.
Was für ein Glück für ihn, dass er – soeit ich weiß – damals nachweislich nicht in der Gegend war, sondern sich ca. 650 km südlich aufhielt!
Soll ich ihn jetzt etwa trotzdem melden? Boah.
Vollzugsteilnehmer
@Tobias:
Richter suchen? Wozu? Das "Argument" "Gefahr im Verzug" taugt doch schon seit geraumer Zeit für alles. Im Notfall schwingt man halt die Terrorkeule.
Naja, immerhin konnten schonmal knapp 2.500 Speichelproben eingesammelt werden, damit ist unser Land doch wieder ein wenig sicherer geworden!!!
Die Kritik an den Ermittlungsmethoden ist rational sicher richtig. Bloß, kann jemand hier nachvollziehen, unter welchem Druck die Mitglieder der Sonderkommission stehen? Das sind auch nur Menschen, denen das Schicksal des verschwundenen Jungen nahe geht. Ich denke, dieser Fahndungsansatz ist auch ein Stück weit Ausdruck der Verzweiflung der Soko-Mitglieder. Vermutlich ist das die einzige greifbare Spur, die sie haben.
@vj: Und rechtfertigt deiner Meinung nach der Zweck die Mittel?
Ich Danke für die erwähnung von Magdeburg. Das nächste mal bitte in einem netteren Zusammenhang.
kein Passatfahrer! – aus Magdeburg
@vj:
Irrationaler Druck aus der Bevölkerung ist kein Argument für unsäglich peinlichen Aktionismus.
Hatte anno 2004 einen Passat Bj 1983, Rot. Wo muss ich mich melden.
puh, zum Glück auf Audi A4 B6 gewechselt wuahahaha
@Bernd: Umso schlimmer. Fuer einen betroffenen Nutzer eines Dienstwagen wiegt eine Befragung des Arbeitgebers schwerer, da "schon etwas dran sein wird" wenn die Polizei am anderen Ende der Republik fuer einen interessiert, und die Hintergruende des Falls nicht bekannt sind.
Ein VW Passat als Dienstwagen? Da fallen mir eigentlich auf Anhieb nur Polizeiwagen ein. Soll ich jetzt die Polizeiwache vor Ort melden?
@Der angelockte Troll:
Wenn es ein VW-Passat-spezifischer Reifen gewesen wäre, müßten die Limosinen mit im Aufruf sein. Kombispezifische Reifen gibts meines Wissens nicht.
Deshalb ist es in der Tat merkwürdig, daß man zwar zu wissen glaubt, daß es ein 3C Variant war, aber nicht mal einen Farbe (oder wenigstens:hell oder dunkel) angeben kann.
@Nobody:
Aus dem weiter oben verlinkten Spon-Artikel:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,726093,00.html
Ich fahre seit 11 Jahren einen Citroen Berlingo.
Aus gutem Grund.
Nicht unwahrscheinlich, dass das Ganze nicht mehr als ein verzweifelter Versuch ist, weil man ansonsten keine Anhaltspunkte hat, ich kenne den Informationsstand der Polizei nicht.
Aber ich verstehe die Aufregung nicht. Ich finde nicht, dass das mit einem Massengentest vergleichbar ist. Da wird halt dazu aufgerufen, solche Menschen zu melden, deren Passat plötzlich nicht mehr in Erscheinung tritt. Was ist daran schlimm? Dass es bundesweit geschieht? Weil ansonsten müssten wir uns ja auf jede Bitte der Mithilfe zur Aufklärung von Straftaten (wie sie im lokalen Bereich durchaus üblich ist) mit der gleichen Verve werfen und "Hexenjagd" rufen.
Im Vergleich zur absolut schlüssigen Darlegung der Folgen im Artikel "Hinter der Freiwilligkeit wartet der Zwang" erschließt sich mir hier weder die Gefahr für die Unschuldsvermutung noch die Verwerflichkeit des Tuns. Es scheint mir mehr "letzter Strohhalm" zu sein. Traurig für die Polizei, aber mehr vermag ich darin nicht zu erkennen.
@wonko
Allerdings haben nicht nur – wenn man drauf achtet – VW Passats diese nebeneinander angeordneten Rückleuchten, sondern auch einige andere Fahrzeuge des Herstellers VW. Im Dunkeln sind die Wagen nicht immer zu unterscheiden.
@SK
Das ist relativ einfach zu beantworten.
Nehmen wir an, ihr Nachbar hätte einen VW Passat. Nehmen wir weiter gehend an, dass er diesen Passat nun seit einigen Tagen nicht mehr genutzt hat. Sie beäugen die ganze Sache äußerst misstrauisch – da ihr Nachbar, wie sie meinen sich erinnern zu können – zum fraglichen Zeitpunkt der Tat nicht in der Stadt XY war – und rufen die Polizei. Diese kommt und bekommt eine – natürlich rein "freiwillige" – Speichelprobe genommen. Das wir noch beobachtet.
Jetzt stellt sich wenige Tage später heraus, dass ihr Nachbar den Wagen nicht bewegt hat, weil er sich entschieden hat, mehr öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Oder weil der Wagen einen Schaden hat. Oder weil er einfach das Auto nicht brauchte… dann haben Sie grundlos einen Mann verdächtigt und zum möglichen Täter gemacht, der mit der Tat nichts, gar nichts zu tun hatte. Und jetzt stellen Sie sich vor, wie das aussieht, wenn das hunderte von Bürgern mit ihren Nachbarn machen. Da kann man nicht mehr von einem "gesunden" Misstrauen sprechen, sondern nur noch von einem gegenseitigen Beäugen um festzustellen, oder der Nachbar nicht doch irgendetwas böses getan hat.
Halleluja!
PS: Es ist natürlich eine gute Frage, ob die zahlreichen Speicheproben tatsächlich dazu führen, dass man etwas findet.
Es ist traurig und für die Familie eine Katastophe, daß nach so langer Zeit noch keine handfeste Spur vorliegt, die Ungewissheit muß schier unerträglich sein! Mein Mitgefühl mit den Angehörigen!
Was die Ermittlungsbehörden betrifft erscheint es wirklich wie der Griff nach dem berühmten Strohhalm. Es fragt sich allerdings ob dieser Fall nicht "höherenorts" bereits in der Instrumentalisierung ist! Wäre doch ein gefundenes Fressen für Ziercke, de Misere, etc.! Hey, mit PKW-Maut und den gespeicherten GPS-Daten hätten wir den Täter längst, das müssen wir unbedingt einführen! (Ich erinnere an eine ähnliche Forderung nach dem auf einem BAB-Parkplatz ein Parkwächter von 2 (!) LKW überrollt und getötet wurde!)
Bin gespannt ob – angesichts des derzeitigen de Misere'ischen Terroralarms und im zusätzlichen Zusammenhang damit – das nicht bald kommt!
Dann sind sie für den Job falsch!
Die haben die Aufgabe zu ermitteln und nicht irgendwelchen Mist mit der Begründung zu verzapfen: Wir müssen doch was tun.
@Nania:
Ich habe nur zitiert – ich mache mir diese Aussage nicht zu eigen!
Man könnte sagen: Der Liebe Gott straft nie mit dem Stock.
Ausgerechnet die erlauchte "Kein Täter werden" Lobby, der VW- Stiftung kriegt mit ihrer geschürten Hysterie einen Bumerang an den Kopf.
@Zacki:
:-D you made my day!
Was da passiert ist doch,auf den Busch klopfen,den Täter zu einer unüberlegten,panikartigen Handlung zu bewegen,es wurden ja schon jede Menge "Mausefallen"aufgestellt,war wohl nicht genug Käse drin,dann diese Passat Aktion, mal schauen was als nächstes kommt…
Die haben nicht viel,das dürfte fest stehen,Vorwurf kann man auch keinem machen,die scheinen ja alles für die Aufklärung zu tun.
Also,wird weiter gepokert,viell. verfällt der Täter ja doch noch in Panik….
"Der Glaube stirbt zuletzt"….
Ich weiß gar nicht, was Udo Vetter hat. Bei der Fahndung handelt es sich doch nur um eine Art "Aktion Mikado" – nur dieses Mal eben nicht mit Kreditkarten, sondern mit VW Passats!
Das ganze wurde bekanntlich so vom Bundesverfassungsgericht genehmigt. Denkt doch auch mal an die betroffenen Kinder!
…hart aber wahr…
Ich finde die Annahme, dass nun jeder Besitzer eines VW Passat B6 für einen Kinderficker gehalten wird, nicht nur polemisch sondern auch ziemlich primitiv. Für wie dumm halten Sie die Menschen? Wahrscheinlich für extrem dumm, aber da geht es uns Nichtjuristen mit Ihnen auch nicht anders. Das Gras auf der anderen Seite ist nämlich immer grüner und Amöben sind immer die anderen.
Ob es eine vage Spur, oder ob es eine konkrete Spur ist, wissen wir nicht. Von daher bewegt sich dieser Eintrag doch irgendwie auf dünnem Eis. Denn angenommen, es wäre sehr wahrscheinlich, dass es sich um dieses Fabrikat handele und man ergreift von Seiten der Polizei nun ALLE Mittel um schnellstmöglich Ergebnisse zu erzielen, was bedeutet das man unter wunderbaren Umständen sogar das Leben des Jungen noch retten könnte, dann wäre dieser Beitrag arg daneben und sollte sich viel mehr der Dummheit der Menschen widmen, die sich gern das Maul zerreißen, dumm daher reden und nicht reflektieren können, denn der polizeilichen Aktion selbst.
Angenommen, die Spur wäre unsicher, bzw. würde sich in Bezug zur Region bisher als nutzlos erweisen, kann ich immer noch nicht verstehen, weswegen man die Suche nicht ausweiten sollte. Und wenn ausgeweitet wird, weswegen sollte man dann bei Niedersachsen und Hessen aushören und nicht gleich alle Bundesländer einbeziehen? Alles andere wäre doch extrem dümmlich, oder nicht?
Dass die Untersuchungen offensichtlich wenig erfolgreich sind und zudem deshalb naturgemäß nicht professionell wirken können, sehe ich eigentlich auch so.
Dass aber eine derartige Aktion im Kern grundlos attackiert wird, wirkt auf mich, als hätte hier eher ein Automatismus des Autors getextet als der geschätzte Autor selbst. Dieser automatische Reflex legt recht klar offen, dass hier sehr wenig emotionale Intelligenz hat walten dürfen.
Klar muss abgewägt werden und Speichelproben und dies und jenes. Ja! Aber bitte nicht die Dummheit des Pöbels als Grund dafür verwenden, Mittel nicht zu Nutzen, die zur Aufklärung eines solchen Falls führen, bzw. vielleicht ja doch noch zur Rettung eines Lebens führen könnten. Vergiftetes Klima. Bitte!
Es war vermutlich ein Passat im Großraum Deutschland. Aber das wissen wir ganz genau!
Und nebenbei bemerkt: Es gibt keine Grefrather Kripo. Und die Grefrather Wache ist regulär mit 2 Mann besetzt.
Soweit ich weiß, ist die Sonderkommission aus M'Gladbach.
Lustig Bernhard, ich lach' mich kaputt.
wenn ich VW wär würd ich die Polizei verklagen. Wer will denn jetzt noch einen "Passat der aktuellen Baureihe" kaufen?
Aber ernsthaft, mußte man hier den Weg über die Presse gehen? Beim Kraftfahrtbundesamt sind doch alle Fahrzeughalter vermerkt mit dem Auto das sie fahren. Das dürfte doch als "Datenbasis" reichen.
Was geschehen ist, das ist sicher ein schweres und erschütterndes Verbrechen. Und es bleibt nur zu hoffen daß der Täter bald gefunden wird, um erstens zur Verantwortung gezogen zu werden, und zweitens um zu verhindern daß er sich erneut an Kindern vergreift.
Aber erzeugt man hier nicht wieder einfach nur ein Klima der Angst? Das ist so nach dem Motto, der Täter ist unter uns, es kann jeder sein, dein Kollege, dein Nachbar, einer deiner Freunde. Das kann Panik und Hysterie schüren, und es wird mit Sicherheit eine Welle von falschen Verdächtigungen und anonymen Anzeigen nach sich ziehen. Anderen Kindern hilft dies ebensowenig wie es die Ermittlungen beschleunigen kann, da Polizeidienststellen landauf landab Hinweisen nachgehen müssen die im Nichts enden und somit wirkliche Kinderschänder kaum noch verfolgen können.
Wenn man es nicht besser wüßte, könnte man fast denken daß hier die bekannte Kinderschutzorganisation mit dem englischen Namen involviert ist.
EDIT: Und man überlegt fast, sein Auto ganz abzuschaffen. Wer weiß, vielleicht bekomme ich irgendwann nen Hausbesuch von der Polizei weil ein Opel Astra so wie meiner an einem Tatort gesehen wurde… von dem ich zur mutmaßlichen Tatzeit 600 km entfernt war. Weiß man's?
Kommentar gelöscht.
Diese Passatfahrer haben aber auch doppelt Pech: Zuerst solch ein Auto und dann auch noch solche Verdächtigungen. Gäbe es noch die innereuropäischen Grenzen, könnte man mit Sicherheit sagen ob der Täter nach Holland gefahren ist. Gäbe es noch unterscheidbare Nummernschilder in der EU, könnte sich der Zeuge wahrscheinlich auch daran erinnern, ob das Fahrzeug ein weißes oder ein gelbes Nummernschild hatte. Ist alles nicht mehr. Dafür hat man nun ja schöne Gründe um eine Überwachung (da gabe es doch dieses schöne Mautsystem) einzuführen.
@Stefan: Das macht es schwierig Mitleid zu empfinden. Ich glaube Du wurdest zu Recht verurteilt. Und wenn nicht hat es keinen Falschen getroffen. Wäre natürlich hart, so ein Fehlurteil. Aber ob Du auf einer Bananenschale ausrutscht oder einfach so Pech hast – egal. Ich gönn es Dir. Wer suhlt sich da worin? Ach, was auch immer…
@anonym
100% Zustimmung. Und es ist Tatsache, dass es inzwischen wahrscheinlicher ist, den Jungen tot als lebendig zu finden. Diejenigen, die immer noch an einen lebendigen Mirco glauben werden mit aller größter Wahrscheinlichkeit nicht Recht behalten.
Und wahrscheinlich ist auch, dass man Mirco nicht in Grefrath oder Umgebung finden wird. Der Täter hat mit den gefundenen Spuren rund um Grefrath vermutlich bewusst eine falsche Fährte gelegt. Da durch das Missverständnis der Eltern Mircos Mobiltelefon nicht klingelte, konnte er davon ausgehen, dass die Tat noch unentdeckt geblieben war. Für ihn bedeutete dies, dass er plötzlich Zeit und Gelegenheit hatte das Verschwinden zu planen und falsche Spuren zu legen. Wer möchte kann das einmal hier nachvollziehen:
http://maps.google.de/maps?f=d&source=s_d&saddr=51.339399,6.353509&daddr=51.376207,6.356771+to:51.37673,6.310326+to:51.332515,6.321076&hl=de&geocode=FYdgDwMdZfJgAA%3BFU_wDwMdI_9gAA%3BFVryDwMdtklgAA%3BFaNFDwMdtHNgAA&mra=ls&sll=51.343481,6.219635&sspn=0.403179,1.231842&g=51.332515,6.321076&ie=UTF8&ll=51.35679,6.33762&spn=0.100765,0.307961&t=h&z=12
Bei A wurde das Fahrrad gefunden und der dunkle Kombi längere Zeit parkend gesehen. Hier geht die Polizei davon aus, dass alles anfing. Bei B wurde der Schrei gehört und auch die Suchhunde haben Spuren von Mirco nördlich von Grefrath gewittert. Bei C wurde wieder ein dunkler Kombi gesehen und ein Kleidungsstück von Mirco (Schuh?) gefunden. Zwischen C und D entlang der L39 wurden angeblich weitere Gegenstände gefunden, die Mirco zugeordnet werden konnten.
Bei D befindet sich der Parkplatz, auf dem Hose und Poloshirt gefunden wurden. Danach hat sich der Täter wahrscheinlich auf eine längere Fahrt begeben um einen Ort zu finden, an dem er Mirco endgültig verschwinden lassen kann. Das Mobiltelefon wurde angeblich das letzte Mal um 23.18 Uhr geortet, nördlich bei der A40 Richtung Holland.
solche geschichten machen einem klar,
dass die gefahr nicht das misstrauen des bürgers gegen den staat ist, sondern das misstrauen des staates gegen den bürger.
und da muss man sich langsam echt mal wieder fragen, wer denn zum teufel noch mal der staat eigentlich ist ?
denn wenn ich über die momentane situation so mal nachdenke,
dann empfinde ich alles,
nur keine solidarität mit den entscheidungen der entscheider
my 2 cent
buddel
@Zerberos: Wieso? Haben sich schließlich auch Politiker über derartige Kommentare zu den Petenten gegen Internetsperren hinreißen lassen.
Da reicht nen Polizeilicher Fahndungsaufruf doch erst recht. Auch wenns diesmal Passatfahrer sind. =P
Also, mein Nachname fängt mit B an, ich fahre einen Passat als Dienstwagen und meine Frau einen Opel. Muss ich mir jetzt Gedanken machen?
laut dieser (und ich schreibe es bewusst in Anführungszeichen) "Quelle" war der Passat schwarz: http://www.bild.de/BILD/regional/ruhrgebiet/aktuell/2010/11/09/vermisster-mirco-heisse-spur/fuehrt-dieser-zeuge-die-polizei-zu-mirco.html
Ich gönne meinem schlimmsten Feind kein derartiges Desaster, dass das eigene Kind verschwunden ist und möglicherweise Opfer eines Verbrechens wurde. Wenn ich den Beitrag von Rechtsanwalt Vetter und diese Kommentare lese, die von Profilierungssucht und Dummheit nur so strotzen, muss ich mir überlegen, ob es nicht doch mal besser wäre, dass einer von euch in so eine Lage gerät. Kinderzimmer leer, Kind unauffindbar und möglicherweise gar nicht mehr am Leben. Und an dieser Stelle eine Meute, die nichts anderes im Sinn hat, als die Polizeiarbeit zu kritisieren, die selbstverständlich jeden Strohhalm ergreift, auch wenn er noch so dünn ist.
Offensichtlich ist dieser Blog der Hort für alljene User, die ihr Wissen und ihre Lebenseinstellung der Bild und Pro7 verdanken.
Warum ist Kommentar 65 eigentlich noch nicht entfernt?
@kima:
Kennzeichen in den Niederlanden sind immernoch Gelb mit schwarzer Schrift.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kfz-Kennzeichen_%28Niederlande%29
Die KFZ-Kennzeichen in Belgien sind immernoch Weiss/Rot, Dänische Kennzeichnen haben immernoch den roten äusseren Rand, in Großbritannien ist es immernoch Schwarze Schrift auf gelben Grund, Spanien hat immernoch schwarze schrift auf weissem grund. Eigentlich haben die meisten EU-länder ihre Nummernschilder genauso beibehalten wie sie vor der "EU" waren, nur das jetzt noch ein Blaues Quadrat mit Länderkennung und EU-Sternenkranz dazugekommen ist …
@ Herrn Vetter: Kommentar 65 -Stefan- schreit gerade zu danach, gelöscht zu werden!
@Manuel2:
Ja, der wortgleiche Müll wurde heute nacht auch im Forum der Rheinischen Post abgelassen.
@PB(73):
NAtürlich haben Sie Recht, wenn Sie darauf hinweisen, dass es sich bei einem vermutlichen Gewaltdelikt gegen ein Kind um ein mehr als verabscheuungswürdiges Verbrechen handelt. Sie haben auch weiterhin Recht, dass die Ermittler unter einem hohen öffentlichen und inneren Druck stehen dürften, Ergebnisse zu produzieren.
ABER die Grenze zwischen einer berechtigten Vermutung und einem bloßen "im Trüben fischen" erscheint auch mir hier als überschritten. Hierbei handelt es sich für bestimmte Fahrzeughalter um die Möglichkeit, Ihre Unschuld nachzuweisen. Kann das der richtige Weg sein? Ich denke nicht. Kein Verbrechen darf es rechtfertigen, die Unschuldsvermutung als zentrale Errungenschaft des Rechtsstaates außer Kraft zu setzen.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Kommentr 65 gelöscht werden muss.
@PB:
Schon peinlich, dass sie da die "Bild" anführen, die bei Verbrechen an Kindern sofort danach schreit vermeindliche Täter am höchsten Baum aufzuknüpfen und (speziell in solchen Fällen) mit dem Rechtsstaat auch immer wieder auf Kriegsfuss steht im Sinne das Strafe und Verfolgung nicht weit genug gehen. Kann mich auch nicht entsinnen das die "Bild" (oder Sender aus der ProSiebenSat.1 Media – Gruppe) neuerdings die Speerspitze im "Kampf gegen die Polizei" wäre. Im Gegenteil.
Sie disqualifizieren jede berechtigte Kritik die sie vieleicht vorbringen mit einer solchen Fehleinschätzung über die Medien in Deutschland (und ihre "Einstellung" zu solchen Themen).
Der Fall ist ein Beispiel dafür, ob man bzw. in wie weit man seine Freiheit aufgeben darf, um ein schweres Verbrechen aufzuklären.
Einerseits sind Grundrechte unantastabar, andererseits muss der Täter gefasst werden.
Das ist eine ganz schwere Frage und ein leidenschaftlicher Mensch, kann da ganz schnell die Grenzen überschreiten, wie z.B. damals in Frankfurt am Main im fall Gäfgen.
Wenn die Farbe nicht klar ist….es fahren sehr viele zweifarbige Passats durch die Gegend, blau-silber sieht man oft – werden die auch alle gecheckt?
Sorry OT aber es passt doch. Die machen was Sie wolln:
Am Montagabend haben Polizeieinheiten aus Niedersachsen ohne richterlichen Beschluss in einer konzertierten Aktion mehrere Höfe an den zwei möglichen Castortransportrouten durchsucht.
Quelle: http://annalist.noblogs.org/post/2010/11/08/extralegale-hausdurchsuchungen-im-wendland/
wenn ihr schon dabei seid
ich suche auch gerade jemanden einen männlichen oder weiblichen menschen der für sein geschlecht durchschnittlich groß ist mit normaler figur der wurde neulich in deutschland gesichtet und war als fussgänger unterwegs
es wird vermutet das sich die persohn bewegt und sogar schläft und sich ernährt
wer diese perverse persohn gesehn hat wendet sich doch bitte an mich … Belohnung = Kaffee nach wahl
"Was nun vielleicht sogar Ehefrauen über ihre Ehemänner, Kinder über ihre Vatis denken, die nur das Pech haben einen Passat zu fahren, darf man sich gar nicht ausmalen."
Wie rührselig. Woher nehmen Sie die profunden Kenntnisse über die Gespräche in deutschen Familien? Mal wieder ein rein spekulativer Artikel fernab jeglicher juristischer Relevanz. Das lawblog ist mittlerweile zu einer der renommiertesten Adressen für Verschwörungstheorien geworden. Wann wird der erste wohl auf die Idee kommen, der Junge sei von BKA/Verfassungsschutz/Innenministerium persönlich entführt worden, um ihre verfassungsfeindlichen Ziele durchzusetzen?
Hm. Aha. Also ein Modell bis 2005 kann es nicht gewesen sein. Warum eigentlich nicht? Wenn man die beiden Vorgängermodelle nachts daneben stellt und man nur ein mal hinguckt wird kaum jemand in der Lage sein, zwar die genaue Modellreihe zu bestimmen, nicht aber Details vom Kennzeichen oder wenigstens die Farbe.
Hexenjagd aufgrund fragwürdiger Zeugenaussagen… Hat man eigentlich mal SOLCHE Zeugen durchleuchtet? Es wäre immerhin nicht das erste mal, dass sich ein Mörder in die Ermittlungen mit eingeschaltet hat…
@Zerberos:
Leider sind die meisten Menschen dumm! Ausnahmen bestätigen die Regel, doch werden die Ausnahmen immer weniger wenn es um Datenschutz geht, die "Ich habe doch nichts zu verbergen" – Fraktion in diesem Lande wird leider immer größer!
Doch was will man auch von den Millionen ge"BILD"eten auch verlangen, Göbels war auch "nur" ein Meinungsmacher, genau so wie die Zeitung mit den 4 roten großen Buchstaben. Damals waren die Leute auch angeblich nicht dumm, aber haben fast ausnahmslos alle mitgemacht!
Glaubst Du wirklich das sich das in den letzten 60 Jahren irgendwie geändert hat?
Ich leider nicht!
Och, die Polizei stört auch eine vage / allgemeine Täterbeschreibung überhaupt nicht. Im Winter war hier um die Ecke ein Überfall auf einen Kiosk, dummerweise wollte ich gerade bei einem anderen Kiosk Tabak holen und geriet mitten in die Nahbereichsfahndung.
Keine Ahnung ob und wenn ja wie viele andere Passanten ebenfalls gefilzt und fotografiert wurden, bei der Täterbeschreibung "ca. 175-185cm gross, normale Statur, Deutscher, dunkel gekleidet" geht jedenfalls einiges.
"Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten." Wer diesen Schwachsinn wirklich glaubt, sollte einmal folgenden Artikel lesen:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23625/1.html
Ich hätte ja eine Lösung, mit der die Polizei aus diesem Dilemma wieder heraus kommen könnte… das würde zwar in dem Fall nicht weiterhelfen, aber über diesen Punkt ist man ja mittlerweile offenbar hinaus…
Um die Verfolgung und Denunzierung von Fahrern dunkler VW-Passat-Kombis zu vermeiden sollten meiner Meinung nach ALLE Halter und potentiellen Fahrer von Kraftfahrzeugen eine FREIWILLIGE Speichel- / Sperma- / Blut- / Haarprobe abgeben… Und wer sich weigert bekommt Beugehaft verordnet…
Und wie so häufig,
hätte, wäre, könnte, sollte,
es wird nur wild spekuliert, im ersten Absatz wird sogar zugegeben, dass man keine Ahnung hat, im folgenden wird dann aber wildest spekuliert, es wird unterstellt, behauptet usw.
@Nania: Natürlich werden die Speichelproben dazu führen, daß man etwas findet. Wenn man von allen Passat-Fahrern in Deutschland DNA-Proben sammelt, müssen da schon rein statistisch ein paar Zufallstreffer drunter sein.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…
@ spekulatius
Daß spekuliert wird, liegt doch in der Natur der Sache. Meinen Sie wirklich, daß die Ermittler nicht auch wild spekulieren? (Und nur ein Teil ihrer Spekulationen werden an die Öffentlichkeit gegeben.) Insofern ist doch Ihr Vorwurf hier völlig gegenstandslos.
Aber danke dafür, daß Sie mich daran erinnert haben, welches Gebäck ich mal wieder kaufen sollte.
@kima: Machen Sie heute abend einmal einen Spaziergang und versuchen Sie die Kennzeichen vorbeifahrender Fahrzeuge zu erkennen. Die meisten Kennzeichen sind so schummerig beleuchtet, dass man schon auf wenige Meter Entfernung kaum eine Chance hat etwas abzulesen. Selbst gelb dürfte nur noch schwer von weiß zu unterscheiden sein. Außerdem wusste der Zeuge zu dem Zeitpunkt wohl kaum um die Wichtigkeit seiner Beobachtung und das Auge funktioniert auch nicht wie eine Videokamera. Daher ist es absolut glaubwürdig, dass er sich an einige Details präzise erinnert und an andere überhaupt nicht oder sogar falsch wie beispielsweise die Farbe des Fahrzeugs. Es gab da auch einmal vor Jahren einen gestellten Versuch in einer Fernsehsendung. Die Erinnerungen der Zeugen, die sich sogar sehr sicher waren, stimmten nicht immer mit der Realität überein, z.B. hatten manche ein rotes andere ein blaues Auto gesehen. Mit Farbenblindheit hatte das nichts zu tun.
@A.H.: Ich halte die Aussage, dass die meisten Menschen dumm seien, für wenig intelligent. Können Sie das vielleicht auch belegen? Ist für Sie Dummheit und Ungebildetheit dasselbe? Ich glaube durchaus, dass der durchschnittliche Bildungsgrad in den letzten 60 Jahren gestiegen ist, da die schulische Ausbildung heute deutlich länger dauert und auch mehr Leute Abitur machen sowie studieren. Die Menschen sind vermutlich nicht intelligenter geworden, obwohl die gestiegene medizinische Versorgung und Qualität der Lebensmittel sicherlich den einen oder anderen Hirnschaden durch Krankheit oder Mangelernährung verhindert hat. Zudem sind Menschen heutzutage durch TV, Zeitung und das Web wesentlich breitgefächerter informiert. Selbst wenn sie da zu 90% Müll konsumierten, dringt immer noch das eine oder andere sinnvolle durch und man kann sich einfacher sowie günstiger auf unterhaltsame Weise bilden.
Aber noch einmal zum Thema: Haben Sie sich einmal andere Fahndungsmitteilungen insbesondere auch Phantomfotos angesehen? Wer einen großen Bekanntenkreis hat, könnte da sicher wöchentlich jemanden melden. Würde ich einen Passatfahrer bei der Polizei melden? Ich weiß es nicht, aber täte ich es, dann würde ich damit nicht zwangsläufig einen Verdacht verbinden, sondern davon ausgehen, dass die Person wahrscheinlich ein Alibi hat oder aus bestimmten Gründen nicht infrage kommt. Damit wäre die Person aus dem Schneider und ich bräuchte auch niemals ein schlechtes Gewissen haben, nicht geholfen zu haben. Ich finde es nicht gut, wenn ständig über mangelnde Zivilcourage oder ganz allgemeine Hilfsbereitschaft geklagt wird, und man dann auf der anderen Seite als Denunziant verunglimpft wird, sobald man der Polizei hilft. Gewissen Subjekten – ich rede nicht von Schwerverbrechern – gibt das nämlich auch ein Gefühl der Narrenfreiheit und vielen anderen Menschen ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins. Ich denke schon, dass man darüber Nachdenken darf, soll und vielleicht sogar muss, in welcher Form man der Polizei hilft. Aber die ignorante Totalverweigerung, die in diesem Blog gepredigt wird, sofern es dem eigenen Mandanten nicht nützt, finde ich unsinnig oder sogar unmoralisch. Wie angedeutet, sollte man bedenken, was für eine Atmosphäre man damit schafft, und das man selbst oder Angehörige auf solche Hilfe angewiesen sein könnte. Ich möchte hier nicht auf die Tränendrüsen drücken, sondern meine das ganz rational.
Soo gleich ma meinen Passat Kombi im See versenken..
@Zerberos
Die Polizei stützt die gesamte Passat-Theorie auf die Lage der Rücklichter. Daraus darf man schließen, dass der Zeuge das Fahrzeug von hinten gesehen hat. Wie lange weiß man nicht, auch nicht aus welchen Perspektiven oder Lichtverhältnisse.
Es wird Ihnen beim Autofahren aber auch schon passiert sein, dass es derartige kleine zusätlichen Informationen sind, die einen Gedanken auslösen an den man sich später noch erinnern kann. Bei einem gelbern Nummernschild kann das ein einfacher Gedanke sein, wie, "Oh, ein Holländer". Sprich ein derartiger Gedanke macht aus einer unbewussten Wahrnehmung, die Sekunden später wieder vergessen ist, eine bewusste Wahnehmung an die man sich später noch einmal erinnert. (Auch wenn man sich an genauere Einzelheiten der Situation nicht mehr erinnern kann).
Aber Sie haben natürlich Recht. Die Voraussetzung dass man etwas erkennen kann ist, dass man etwas erkennen kann. Selbst bei hellstem Tageslicht wäre der Zeuge wertlos, wenn er mit geschlossenen Augen vor sich hingeträumt hätte.
@Woo:
Möööp! Falsch! Golf Variant (logisch) und Octavia Combi II basieren auf der GOLF V-Plattform, der Passat hat eine eigenständige.
Puh, da hab ich als Octavia-Combi-Fahrer, der auch noch ziemlich nah am Ort des Geschehens wohnt, noch einmal Schwein gehabt!
Oder etwa nicht? Sollte der Zeuge jetzt auch andere Kombis des VW-Konzerns als mögliches Täterfahrzeug identifizieren, dann habe sie mich am A*sch.
Das ist doch nur staatlich verordnete Werbung für OPEL!
Nix Passat Kombi, Insignia kaufen! ROFL.
Ich hab hier eine Menge VW Passat(s?) in der Gegend rumfahren, die Kennzeichen fangen alle mit NRW:4- an… :)
ich wundere mich ja, dass hier noch keiner den naheliegenden hinweis oder gag mit den passat der polizei gebracht hat.
ist doch nur ein kind vermisst, vielleicht getötet und missbraucht worden. mein gott, darf man alles nicht so eng sehen.
eine tüte pommes bitte
Ich finde das nicht gut, dass polizeiliche Ermittlungen als "Hexenjagd" bezeichnet werden. Wenn die Polizei nicht so eine Ausdauer bei ihren Ermittlungen hätte, wäre das Handy von Mirco sicher nicht gefunden worden. Ich bin dafür, dass alles rechtlich Mögliche unternommen wird, um Mirco bzw. den Täter zu finden. Dieses Blog eines Strafverteidigers verkommt immer mehr zu einem Täterschutz-Blog.
fernetpunker:
Das Handy ist rein zufällig bei Mäharbeiten gefunden worden, nicht weil die Polizei effektiv danach gesucht hätte.
Also: Kein Ermittlungserfolg von der Polizei sonder ein riesiger glücklicher Zufall.
puh, welch geballte Ansammlung an vermeintlichen Experten hier!!!
Hmm. Wenn man also nicht nach bestimmten Fahrzeugen fahnden darf, weil jemand seinen Nachbarn/Arbeitnehmer verdächtigen könnte, darf man künftig auch keine Videoaufzeichnungen (Geldautomat, U-Bahn o.ä.) von unbekannten Tätern veröffentlichen, weil ja jemand seinen Nachbarn mit dem Verdächtigen verwechseln könnte?
Ihre Denke, Herr Vetter, ist schon recht eigenartig ("Vergiftung des öffentlichen Klimas"?!?!?!?!?).
Angeblich hatte die Hexenjagd Erfolg:
"Bei der Sonderkommission Mirco waren Tausende Hinweise überprüft worden, die aus der Bevölkerung eingegangen waren, unter anderem zu einem am mutmaßlichen Tatort gesichteten VW-Passat-Kombi. Dieser brachte die Ermittler nun offenbar auf die Fährte des Mannes. "Wir haben von Anfang an gesagt, wenn wir den richtigen VW Passat in der Kontrolle haben, dann wird uns das zum Täter führen", sagte Polizeisprecher Peter Spiertz."
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,741980,00.html
Wo sind sie denn nun, die vielen Vetter'schen Trolle ? Ist
die Karavane weitergezogen ? Bisweilen freut man sich schon,
wenn die ganzen hämischen Meinungsäusserungen, die unsere
Trolle aus der warmen Stube so gedankenlos absondern, doch
(so schnell) ad-absurdum geführt werden. Während sich die
verzweifelten Eltern von Mirco an jeden Strohhalm klammern
und die Polizei ihr Bestes versucht, werden blöde Witze
über Fahrzeugtypen gekloppt. Aber nun hat es doch geklappt
mit der Nadel im Heuhaufen ! Glückwunsch an die Polizei,
gut gemacht ! Mit der Hilfe der Trolle hätte das niemals
geklappt…
Fazit: Hexe gefasst. Angezweifelte Jagdmethode war erfolgreich.
Wie der Täter genau ermittelt wurde, ist noch nicht bekannt. Er stammt aber aus der Nachbarschaft. Ein Bezug zur bundesweiten (!) Hexenjagt ist noch nicht erkennbar.
Eine Schande für ein Organ der Rechtspflege, polizeiliche Ermittlungen als Hexenjagd zu diffamieren. Der Täter hat heute Lebenslänglich mit besonderer Schwere der Schuld bekommen. Vielen Dank dafür von mir im Namen aller rechtschaffenen Bürger für die unermütliche und erfolgreiche Ermittlungsarbeit der Beamten.