Minister: Biokost sollte auch im Knast möglich sein
Haben Gefangene einen Anspruch auf Biokost? J–ein! Es gibt zwar keine generelle Genehmigung, aber die Forderung nach spezieller Nahrung aus ökologischem Anbau stößt beim nordrhein-westfälischen Justizminister nicht auf taube Ohren. Thomas Kutschaty (SPD) geht noch weiter: „Eine unüberbrückbare Hürde zur Beschaffung von Biokost in den Justizvollzugsanstalten sehe ich nicht“, sagte er auf Anfrage.
Der Minister folgt mit dieser Haltung weitgehend einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle (1 Ws 186/11). Dessen 1. Strafsenat hatte sich mit dem Antrag eines Untersuchungshäftlings zu befassen. Der Mann verlangte, Bio- und Reformprodukte auf eigene Kosten einkaufen zu können. Er machte geltend, nur Speisen ohne künstliche Zusatzstoffe zu essen. Diese Ernährungsweise entspreche einer ganzheitlichen, antroposophischen Weltanschauung. Die Anstaltsleitung biete aber nur Lebensmittel mit überwiegend künstlichen Zusätze.
„Gefangene sind gesund zu ernähren“, befand das Oberlandesgericht. Schließlich bekämen sie auch aus medizinischen und religiösen Gründen eine besondere Verpflegung. Die Justizvollzugsanstalt müsse also für ein „erweitertes Nahrungsmittelangebot“ sorgen, aus dem der Häftling sich zumindest bei seinen eigenen Einkäufen bedienen kann. Käme nun solch ein „nicht ungewöhnlicher“ Antrag aus NRW-Gefängnissen, müsste sich der jeweilige Anstaltskaufmann darum kümmern und „bei Machbarkeit“ die Forderung auch erfüllen.
Die normale Verpflegung eines Gefangenen kostet das Land durchschnittlich täglich 2,30 Euro. In diesem Betrag sind die unterschiedlichen Speiseangebote (beispielsweise religiös bedingte und Krankenkost) enthalten. Die Art und Weise der Gefängnisversorgung mit Lebensmitteln wird durch eine „Verpflegungsordnung“ geregelt. Darin wird auch bestimmt, dass „Lebensmittel mittlerer Art und Güte zu beschaffen“ sind, der Speiseplan aber „im Rahmen der jeweiligen Marktlage möglichst abwechslungsreich zu gestalten ist“.
Die Küche der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen bot an einem willkürlich gewählten Tag im Juni zum Beispiel als Frühstück Hamburgerwurst, Brot, Margarine,Tee. Das Essen am Mittag bestand aus Möhreneintopf mit Mettwurst und das für den Abend aus Gouda-Käse, Brot, Margarine und Tee.
Falls Biokost im jeweiligen Gefängnis nicht zum privaten Einkauf durch den Gefangenen angeboten wird, soll die Anstalt nach den Vorgaben des Justizministers im Einzelfall sorgfältig prüfen, ob sie Biokost besorgen kann. (pbd)
Da werden völlig verschiedene Sachen verwechselt und verwürfelt. "Bio" heißt nicht "ohne Zusatzstoffe". "Bio" heißt "angebaut nach abergläubischen Regeln, unter Verschwendung von Ressourcen".
Das ändert natürlich nichts daran, dass jeder selbst wählen soll, was er isst. Aber bitte nicht den Unfug einfach weiterverbreiten.
@earl:
Finde ich gut, daß Sie da in einem fundierten, durch Quellen belegten Kommentar Aufklärungsarbeit leisten!
Wie geil ist das denn? Was wohl als nächsten kommt? Ayurveda Behandlungen für Häftlinge? Zelleneinrichtungen unter Berücksichtung von Feng-Shui?
@Volker Racho: Ist das BILD-Abonnement ausgelaufen oder warum …?
@earl: Kann es sein, dass Sie hier "bio" aus ökologischer Landwirtschaft und biologisch-dynamisch angebaute Naturkost durcheinanderwürfeln?
@ sadsad: keine Lust mit Ihnen einen Diskussion anzufangen. Sie scheinen wohl solch ein Zeitgenosse zu sein:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-53066.html
Gayn Sie also weiter…
@earl: Das war nun mal die Begründung des Klägers, auf die das Gericht eingegangen ist. Von RA Vetter ist das hier also eigentlich nur zitiert.
Dass es auch konventionelle Lebenasmittel ohne Zusatzstoffe gibt ist klar, ändert wie du sagst aber nichts daran, dass der Mann sich Bio kaufen will.
@Volker Racho:
Welchen Teil des Textes haben Sie nicht verstanden? Untersuchungshäftling? Oder "auf eigene Kosten".
OMG, das Eingesperrt sein ginge ja noch, aber das zu essen hört sich wirklich nach Strafe an.
@Norbert: :)
@Volker: Mehr lesen als nur die Überschrift könnte da helfen :-)
@ Norbert:
Wenn Sie wüssten, was es in deutschen JVAs teilweise zu essen gibt, würden Sie staunen – und sich spontan übergeben.
Thomas
@Knast-Info
Ziemlich dreiste Abzockwebseite haben Sie da.
Scheint auch noch auf einem Privatrechner mit mieser Netzanbindung gehostet zu sein.
Nichts für Ungut aber solche Werbung find ich wirklich nicht gut…
Na wenigstens mussten die Vegetarier nicht ohne Abendbrot ins Bett. Es sei denn, sie lehnten den Gouda auch ab (Lab).
Hm, im Knast gibts Essen, Krankenversicherung, Fernsehen und Miete muss man auch nicht zahlen und jetzt lebt man da sogar gesünder als draußen.
Wenn ich mich nur nicht strafbar machen müsste…
@wonko:
In England wurden alle drei Behauptungen (leckerer, gesünder, besser für die Umwelt) verboten, weil sie sich jeder Grundlange entbehren. Und das, obwohl alle politischen Führer zu der Zeit (von Tony Blair bis zum Prince of Wales) totale Öko-Freaks waren, die die Bio-Landwirtschaft gepuscht haben.
http://www.guardian.co.uk/media/2001/jul/23/advertising.shopping
http://www.guardian.co.uk/uk/2002/jun/30/research.highereducation
frage an alle "was denn noch?" krakehler:
was soll denn haft noch sein außer freiheitsentzug? deniniert mal was ihr gefangenen zusätzlich vorenthalten wollt, oder wie das eingesperrt sein durch zusätzliche maßnahmen mehr leid verursachen soll.
Da müßte man jetzt konsequent sein.
Entweder betrachtet man die eingeschränkte kulinarische Qualität als Teil der Strafe – dann gibt es eben nur für alle das Gefängnisessen (mit Varianten aus gesundheitlichen Gründen).
Oder aber die Strafe beschränkt sich auf den Freiheitsentzug. Dann sollte auch jeder Gefangene (auf eigene Kosten!) die Möglichkeit haben, sich sein Wunsch-Essen kommen zu lassen.
Ob das nun von McDonalds kommt oder vom Biohof oder ob Mutter den selbstgebackenen Kuchen schickt, das sollte dann völlig egal sein.
Aber ein Extraprivileg nur für politisch korrektes Futter kann ja wohl nicht sein.
Noch ein paar Ergänzungen:
Von EHEC waren ausschließlich Bioprodukte betroffen, vor dem Dioxin-Skandal gab es schon einen Dioxin-Skandal, der nur Bio-Eier betraf.
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/bio-eier-mit-dioxin-verseucht/
(Abgesehen davon dass Freiland-/Bio-Eier schon von Natur aus die Grenzwerte überschreiten.)
http://starweb.hessen.de/cache/hessen/lebensmitteljahresbericht_2005.pdf
Pestizide findet man heute fast ausschließlich noch auf Bio-Produkten – dabei ist das eine der weitverbreitetsten Unwahrheiten, die die Leute in die Bioläden treiben:
http://www.test.de/themen/essen-trinken/test/Rueckstaende-in-Salat-Kein-Salat-ohne-Nitrat-1653052-2653052/
http://www.test.de/themen/essen-trinken/test/Rueckstaende-in-Paprika-Weniger-belastet-1765743-2765743/
Bio-Nudeln für Kinder gut?
"Zwei davon, nämlich die 'Alnatura Spirelli' und die 'Rossmann enerBio Vollkorn-Spirelli', schnitten sogar mangelhaft ab. Weil ein Schimmelpilzgift enthalten war und das sogar über dem gesetzlichen Höchstgehalt. Bei diesen zwei Produkten ist es so, dass bei fünf Personen, die sich eine Packung teilen, diese tolerierbare Menge schon um die Hälfte überschritten wird. Man kann auch sagen, dass dies für Kinder besonders bedenklich ist, für sie wären schon 20 Gramm dieser Nudeln täglich zu viel."
leider nicht mehr verfügbar:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/1419106/
Um nochmal zu erklären, was ich mit abergläubisch meine: Die Ökos unterteilen ihre Hilfmittel in synthetisch und nichtsynthetisch, und benutzen synthetische Pestizide und Dünger nicht. Es ist aber abergläubisch, zu denken, dass synthetische schlechter für Umwelt und Gesundheit sind. Man sollte lieber die Stoffe nach Gefährlichkeit statt nach Herstellung beurteilen.
Groß erklären, dass man keine Kunstdünger benutzt, ist unehrlich, wenn die Bio-Salate dann am meisten Nitratverseucht sind.
Groß erklären, dass man keine synthetischen Pestizide benutzt, ist unehrlich, wenn diese deutlich besser abgebaut werden und weniger gesundheitsschädlich sind als die natürlichen (das im verlinkten Artikel genannte Rotenon löst Parkinson aus).
@earl:
Die verbotenen Werbesprüche sind auch totaler Bockmist. Deinem Link zu Folge lauten sie: (Organic food übersetze ich mal mit Bio)
1. Bio ist gesünder: Wer hat sich das denn ausgedacht? Bioleberwurst ist in großen Mengen genauso ungesund wie Unbioleberwurst
2. Bio ist besser für die Umwelt: Das kann mit unseren heutigen Mitteln weder bewiesen noch wiederlegt werden. Das spielt in der gleichen Liga wie detaillierte Folgen der globalen Erwärmung. (Solange diese Behauptung nicht als wissenschaftliche Erkenntnis, sondern als Meinung deklariert wird, sehe ich aber kein Problem damit.)
3. Bio schmeckt besser: Noch subjektiver geht es doch gar nicht. Seit wann darf man nicht mehr damit werben, dass man behauptet, das eigene Produkt schmecke besser als andere?
4. Biotiere sind glücklicher: ohne Kommentar
5. … und gesünder: Das kann man wissenschaftlich untersuchen und wenn die Behauptung nicht bewiesen werden kann, hat sie auch nichts in der Werbung zu tun.
Damit kann man Bioprodukte nicht diskreditieren sondern lediglich den schlampigen Selbstschutz der Bioproduzenten und -vertreiber vor solch bekloppter Werbung.
@Heinz:
Ja, ich wollte auch nicht sagen, dass Bio-Produkte an sich schlecht sind. Aber sie kosten mehr, und warum bezahlen die Leute mehr dafür? Weil sie an diese Vorteile glauben. Auch wenn der Handel sie nicht ganz so explizit bewirbt, sie bewerben ihr Zeit immer als gesund und hochwertig, aber selten als "gesünder". Sie wissen, dass sie verlieren, wenn irgendjemand mal nach einem Nachweis fragt.
Geh mal in den Bioladen und frag Leute, warum sie dort kaufen. Sie werden genau diese Punkte nennen. Und das, obwohl sie im Blindtest nicht die Bio-Produkte ausmachen könnten.
@earl:
Du bist also ein Freund der gewissenlosen Massentierhaltung in Kleinstkäfigen?
Wobei mich ehrlich gesagt die Formulierung stört, dass Gefangene ein Recht auf gesunde Ernährung haben. Auf Hartz IV kann man sich definitiv nicht mit "Bio" ernähren, hat ein hartzler also kein Anrecht auf gesunde Ernährung?
Warum nur Bio? Warum nicht gleich ein üppiges Buffet à la all you can eat? Warum nich auch noch gleich eine Freudenhaus-Flatrate? Schließlich soll man sich in den "eignen 4 Wänden" wohl fühlen, wenn man schon nicht seinen verbrecherischen Taten nachgehen kann…
WTF?! Was für einen Fraß bekommen die denn da vorgesetzt? Was war der Tagesbedarf der für H4 angesetzt ist?
Oder bekommen die bewusst so wenig, weil man kann sich ja was dazu kaufen?
@20, earl:
Seit EHEC könnte man selbst diese Werbung als irreführend verklagen …
@23/Martin: Der Vergleich zwischen den Verpflegungskosten im Gefaengnis und dem Hartz4-Verpflegungssatz (ich glaube der liegt bei 4.30, muesste man aber nachsehen) funktioniert nur bedingt. Das liegt einfach daran, dass in großen Mengen wesentlich guenstiger beschafft werden kann.
Eine typische Kantinenmahlzeit, die fuer 4 Euro verkauft wird, kostet in der Herstellung auch weniger als die Haelfte.
@marcus05: @marcus05:
Hartzler haben genauso ein Anrecht darauf sich Bio Lebensmittel zu kaufen, wie jeder andere. Sie können sich's wahrscheinlich nicht leisten. Hier geht's darum, dass jemand, der es sich leisten kann, eben gerne Biolebensmittel kaufen können würde. Um sein eigenes Geld.
@marcus05: Gesunde Ernährung ist ohne weiteres auch ohne Bioprodukte möglich. Und genau dass ist der "Aufreger" bei diesem Thema hier.
Aber ihr Hartz-Vergleich hinkt, denn die Biokost wird ja mitnichten auf Staatskosten bezahlt.
@Martin:
Effekt des Großeinkaufs und der Zubereitung durch Fachleute. Zuhause werden Sie auf solche Werte natürlich nicht kommen. In der Massenverpflegung ist das möglich. Auch ohne "Fraß".
@marcus: Nein. Zum Glück ist die Käfighaltung für Legehennen abgeschafft (es existieren leider noch ein paar Betriebe mit Ausnahmegenehmigung).
Mit dem Tierschutz sieht es bei den Biobauern aber leider nicht viel besser aus als bei den konventionellen. Bayern hat sogar mal wieder die Erlaubnis, dass Bio-Kühe angebunden im Stall stehen.
http://www.agrarheute.com/oekopraemie-anbindehaltung-gesichert
Wenn man sich die Landwirtschaftszählung des Bundesamtes für Statistik anschaut, dann sieht man, wie trügerisch der Eindruck ist, den die Leute haben. Während in BW und BY unter 15 % der Kühe Weidegang haben, sind es in SH und NRW weit über 80 %.
Aber da gibt es Hoffnung: Tierschutz ist mehrheitsfähig. In Kalifornien wurde Tierschutz per Volksabstimmung eingeführt!
http://en.wikipedia.org/wiki/California_Proposition_2_%282008%29
Der weltgrößte Milchverarbeiter Campina (ehemalige holländische königliche Molkerei) will alle seine Bauern zu Weidegang verpflichten.
http://www.frieslandcampina.com/nederlands/responsibility/outdoor-grazing-weidegang-koe-in-wei.aspx
@Wanderer:
1. Der Mann ist Untersuchungshäftling. Ob er ein Straftäter ist und wenn ja, ob er mit Haft bestraft werden soll, darüber muß erst noch ein Gericht entscheiden. Solange gilt er als unschuldig. Die Untersuchungshaft ist nicht als Strafe gedacht. Sie soll nur verhindern, dass jemand fliehen oder die Ermittlungen beeinträchtigen kann.
Letzes prominentes Beispiel für einen Untersuchungshäftling, der dann später vor Gericht freigesprochen wurde war Kachelmann. Daraus, dass jemand in Untersuchungshaft sitzt, kannst du nicht schließen, dass er ein Verbrecher ist.
2. Er will seine Lebensmittel selbst bezahlen.
mir ging es explizit um die Aussage des Richters, die impliziert dass "normales" Essen nicht gesund sei.
Für verurteilte Gewaltverbrecher ist das Beste gerade gut genug!
Seit wann ist ein Anthroposoph im Gefängnis?
Ich dachte, das seien friedliche, genügsame, eben… ja… perfekte Menschen. Ausgeglichen, tun keiner Fliege etwas an^^
/me lebt beim Anthroposophenviertel Europas
@earl meint: (1.7.2011 um 09:03) AntwortenReply to this comment
Da werden völlig verschiedene Sachen verwechselt und verwürfelt. "Bio" heißt nicht "ohne Zusatzstoffe". "Bio" heißt "angebaut nach abergläubischen Regeln, unter Verschwendung von Ressourcen".
Das ist vollkommener Blödsinn!
Guck Dir die Demeter-Kriterien, dann wirst Du da anders drüber denken. -> http://www.demeter.de/
Klar, wenn man Monsanto-Bio-Kriterien als Maßstab nimmt, dann…
@Meier:
Provokateur. (Um mal nicht das "T"-Wort zu nehmen.)
Bei demeter muss man gar nicht begründen, warum man von Aberglauben spricht. Die rühren ihren Kuhmist nach Mondphase.
Der Speiseplan im Knast klingt nicht sehr einladend. Als Hotelbetreiber könnte ich damit meinen gesamten Kundenstamm verscheuchen.
Schön, wie hier Anspruch und Wirklichkeit zusammenprallen. Einerseits ein Anrecht auf Biokost, religiöse oder kulturelle Rücksichten, andererseits ein Betrag von 2,30 Eur pro Häftling pro Tag. Bringt das mal als Küchenchef zusammen.
@turtle: Vielleicht dafür, dass sie Kinder verblöden? Zum Glück gibt es in Deutschland eine Schulpflicht, ich kenne ein Waldorfkind aus Massachussetts, das hat in der Schule überhaupt gar nichts gelernt. Er kriegt keinen korrekten englischen Satz formuliert, selbst am Computer mit Rechtschreibkorrektur ist es hoffnungslos.
Hmm, BIo ist eine Sache (bei der ich mir sogar vorstellen kann, dass das Land das auf diese Weise fördert), aber dieser antroposophische Unfug – da hätte ich ja eine Begründung mit Religionsfreiheit erwartet und das wäre dann wirklich spannend geworden.
@28, leser:
Danke für den Hinweis auf die Untersuchungshaft.
Der Einstieg von Udos Text suggerierte, daß es um ein generelles Thema bei Gefangenen ginge. Aber das konkrete Urteil betrifft natürlich nur Untersuchungsgefangene.
Und damit ist es für mich klar, daß das Kaufen eigener Nahrung selbstverständlich gestattet sein müßte.
Generell ist wohl die Organisation von Untersuchungshaft nach allem, was ich bisher darüber gehört habe, ein Riesenskandal.
Denn da sitzen ja Unschuldige ein und die Haft hat lediglich die Funktion, Flucht- und Verdunkelungsgefahr zu vermeiden.
Ansonsten aber sollten die Einsitzenden möglichst wenig Einschränkungen im Lebensstandard hinnehmen müssen. Dieser darf eigentlich nur zwei Schranken kennen: Die Finanzverhältnisse des Betreffenden (wie auch sonst im Leben) und die organisatorische Kapazität des Gefängnisses (aber in vernünftiger, nicht zu kleinteiliger Auslegung).
Sich sein eigenes Essen liefern lassen zu können sollte da ebenso eine Selbstverständlichkeit sein wie die Benutzung eigener Kleidung, Bücher, PCs (bei Verdunkelungsgefahr ohne Internet) und so weiter.
Daß dies in der Regel nicht der Fall ist, wäre eigentlich viel eher mal eine Klage wegen Menschenrechtsverletzungen wert als so manches, was verurteilte Schwerverbrecher manchmal so vorbringen …
Ah. Antroposophen. ^^
@earl: Dummschwätz. Viel Spaß mit den Uran-Verunreinigten Phosphatdüngern. Wenn man keine Ahnung hat: Fresse halten. Hat Dieter Nuhr eindeutig auf den Punkt gebracht.
@Geheimrat:
Sie bekommen für 4 € ein Frühstück, ein Mittag und ein Abendessen in ihrer Kantine? Wahnsinn :) darf man Fragen wo Sie arbeiten?
Nichts für ungut, aber selbst eine Großküche tut sich schwer für 2,30€ am Tag einen Menschen abwechslungsreich zu verpflegen.
@knast-info: Heißt " hinter den Kulissen arbeiten" vielleicht, daß sie selbst als Freigänger " tätig" sind und mit Ihere Webseite planen, nach der Entlassung die Nöte von Angehörigen auszubeuten? Hatte ihre von mir unterstellte Straftat irgendetwas mit dem Bereich " Betrug" zu tun?
Fragen, die mir bei Ihrem Angebote spontan einfallen.
@nux: Ich hab zwei Beiträge mit vielen Belegen geschrieben, die müssen leider vom Moderator freigeschaltet werden (vielleicht wegen der Links?). Bio-Lebensmittel sind mehr belastet als konventionelle. Meinst du, die Kuh nimmt beim Scheißen Rücksicht darauf, ob Phosphat- und Nitratgehalt für die menschliche Ernährung optimiert sind?
@shadaik: Aber die Anthroposophen wollen ja gerade behaupten, dass ihr System wissenschaftlich ist. Deshalb betreiben sie ja auch ihre Schulen lieber in der Grauzone statt als Bekenntnisschulen. Dabei sind ihre Schulen eigentlich illegal, wenn man ganz genau auf die Verfassungen der deutschen Länder guckt. Als Bekenntnisschulen wären sie hingegen legal.
@Volker Racho: Sie sollten vielleicht öfter mal in den Spiegel schauen. Der einzige Troll hier sind nämlich Sie.
@Schwarzmaler: Vielleicht lesen Sie den Artikel doch noch einmal. Der Küchenchef muss da überhaupt nix zusammenbringen, weil der Häftling seine besondere Ernährung selber bezahlen will und muss.
@earl: Interessanterweise wurden mir Ihre Beiträge angezeigt, mit dem Vermerk daß die Moderation noch aussteht.
Diese Blogsoftware hier macht manchmal seltsame Sachen…
@leser
Haft ist Haft, das kannst du drehen wie du willst. Das StGB ist zwar ein schlechter Witz, die Haftbedingungen jedoch auch. Wenn einer Person keine Straftat nachgewiesen werden kann, gehört sie nicht in Haft. Meistens jedoch ist es so, dass definitiv feststeht dass eine strafbare Handlung begangen wurde. Der "Fall" Kachelmann ist eine Schande für unser moralisch und sittlich verkommenes Land.
Imho ist das Mittel Untersuchungshaft nur eine Krücke, die einen Schandfleck auf jedem hinterläßt, bei dem eine Straftat vermutet wurde. Von der Tatsache, dass echte Straftäter frei herumlaufen mal ganz zu schweigen.
@ stimmviech:
Mit dieser Vermutung liegen Sie falsch.
Es ist mir völlig unverständlich, wie Sie zu derart verqueren Schlussfolgerungen kommen. Wir werden einen hilfreichen kostenpflichtigen Service für Angehörige von Inhaftierten anbieten. Sie Ihrerseits arbeiten sicherlich auch nicht (ausschließlich) pro bono, oder?
Nichts für ungut.
Thomas
@wonko: Diese Blogsoftware, WordPress, wird nicht umsonst auch hin und wieder als "Schrottpress" bezeichnet und sollte nach Möglichkeit ausgerottet werden.
@Wanderer:
Das ist eine sehr exklusive Ansicht. Es besteht ein erheblicher Unterschied zwischen Untersuchungshaft und einer "echten" Haftstrafe. Das wurde auch bereits mehrfach im Blog und auch in den Kommentaren zu diesem Artikel dargelegt.
Das haben Sie erstaunlich gut erkannt.
Und was machen wir beispielsweise mit einem Tatverdächtigen, von dem anzunehmen ist, daß er sich einer eventuellen Haft durch Flucht entzieht, bevor es zur Gerichtsverhandlung kommt, in dem ihm die Strafttat ggf. nachgewiesen werden kann? Genau.
Oder wie stellen Sie sich den Nachweis einer Schuld vor?
Daß das "meistens" so ist können Sie sicherlich belegen?
Und nein, bis zum Abschluss eines ordentlichen Verfahrens steht das eben *nicht* fest. Sobald das definitiv feststeht kann ja auch eine Haftstrafe verhängt werden.
Was nicht zuletzt daran liegt, daß einige Leute – beispielsweise Sie wie es scheint – den Unterschied zwischen U-Haft und Haftstrafe offensichtlich nicht begreifen können oder wollen.
@42, Schanzer:
Das sind ja nur die Materialkosten, also ohne Geräte, Energie und vor allem Personal.
Und selbstverständlich ist damit eine vernünftige Verpflegung möglich. Die echten Sattmacher (Brot, Kartoffeln, Nudeln …) kosten extrem wenig, erst recht im Großeinkauf. Auch Saisongemüse und -obst ist erstaunlich billig.
Die Fleischmengen dürften halt eher klein sein, Fisch wird es wohl selten geben, und besondere Leckereien gibt es natürlich überhaupt nicht.
@Knast-Info: Hier wäre wohl eher ein Rechtsanwalt der Ansprechpartner für die Angehörigen.
Nichts gegen kostenlose Veröffentlichungen, aber hier habe ich den Eindruck, daß Leute ähnlich schlimm abgezogen werden sollen wie zum Teil Trauernde von Bestattungsunternehmen.
@ stimmviech:
Sie glauben ernsthaft, dass ein Rechtsanwalt (alleine) Hilfe suchenden Angehörigen von Gefangenen zutreffende Auskünfte über das Leben hinter Gittern geben kann?! Darüber hinaus ist für die Mehrzahl aller Rechtsanwälte (und ich meine hier auch Strafverteidiger!) das Strafvollzugsgesetz ein Buch mit sieben Siegeln. Und um diese Lücken werden wir uns kümmern, in Form von brauchbaren und umsetzbaren Informationen.
Thomas
@R.A.:
Man darf aber nicht vergessen, dass es sich hierbei um einen Durchschnittswert handelt. In Bayern bekam 2009 ein Gefangener pro Hafttag zwischen
1,73 € (Justizvollzugsanstalt Niederschönenfeld) und
2,47 € (Justizvollzugsanstalt Amberg).
2-3 Mal die Woche Obst ist ja "abwechslungsreich". Einen Tag gibts was, den nächsten nicht. Abwechslungsreiche Ernährung sieht für mich anders aus.
Quelle: Drucksache 16/5816 vom Bayrischen Landtag
Link: http://goo.gl/31Ew7
@Knast-Info: Ein erfahrener Strafverteidiger kann das sehr wohl. Es gibt da keine Lücken . Und Eure Ratschläge, die ihr euch bezahlen lassen wollt, kann man in zwei Sätzen zusammenfassen: in der U-haft herrscht Ungewissheit, in der Strafhaft unendliche Langeweile gepaart mit Freiheitssehnsucht. Und nach der Entlassung ist in der Regel ne neue Freundin angesagt, denn die frühere ist trotz aller Schwüre und Besuche schon in neuen Händen. Und für sowas wollt ihr Geld nehmen?
@ stimmviech:
Ich möchte Dir weiß Gott nicht zu nahe treten, aber – mit Verlaub! – Du hast meines Erachtens nicht wirklich Ahnung von der eigentlichen Materie. Aber das macht ja nichts.
Thomas
@Knast-Info: Einem Abzocker, als den ich Dich sehe, möchte ich schon zu nahe treten. Und ich habe nach mehr als 6 Jahre Haft in Knast und Forensik durchaus Ahnung. Und zwar nicht nur bezüglich des Knastlebens, sondern auch bezüglich Leuten, die die Notlage anderer ausbeuten wollen.
Und ein Wort zu den " Kostdiskutanten": das Knastessen entspricht meiner Erfahrung nach einem unterdurchschnittlichen bis sogar leicht überdurchschnittlichen Kantinenessen. Das Essen im Knast ist- bis auf krankheitsbedingte Ausnahmen- nun wirklich nicht das Problem.
nur weiter so…
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,769607,00.html
Bezüglich Knastratgebern : man besorge sich den nämlichen aus dem Verlag " Schwarze Seele" antiquarisch, ist nicht ganz billiger , dafür aber ehrlicher als Knast-Info. Man sollte diesen Ratgeber übrigens nicht erst im Knast versuchen zu lesen. Dort ist er nämlich verboten.
Natürlich sollte jeder selbst entscheiden können, ob er sich "Bio" ernährt oder nicht, und natürlich sollte das auch für Strafgefangene, allerdings u.a. auch für Rentnerinnen und Hartz-IV Empfänger gelten. Was Thomas Kutschaty will, soll offenbar nur den finanziell besser gestellten Strafgefangenen zugute kommen, betrügerischen Unternehmern, Zuhältern usw.
Ganz abgesehen davon: Die von Frank Fahsel mutig angesprochenen Probleme sind real existent, auch in NRW, und Thomas Kutschaty will diesen Zustand ganz eindeutig nicht ändern. Was er macht, sind "Regierungsmätzchen", die liberale Einstellung und Regierungsaktivität vorgaukeln, an unerträglichen Grundübeln aber nichts ändern können (sollen).
Drei Gläser BIO-Leberwurst im Gefangenen-Intershop und fertig. Wenn aus, dann aus. Wüsste nicht, wieso Strafgefangene einen Anspruch auf mehr BIO hätten, als z.B. Bundeswehrsoldaten in der Grundausbildung.
zum Verständnis. Was ist eine Hamburger Wurst?
@Wanderer:
welchen Teil von
"auf eigene Kosten"
soll ich ihnen erklären?
Ich finde nichts verwerfliches daran, dass der Insasse sich von seinem eigenen Geld Biokost kaufen möchte. Soll er doch! Gibt er es halt nicht für Zigaretten aus!
Von einer Besserversorgung kann hier ja keine Rede sein. Es ist in Deutschland eben gerade nicht wie in Amerika, wo viele Menschen froh wären, die Lebensbedingungen im Gefängnis zu haben.
Also: who cares?!
@earl
Ihre Aussagen sind durch die links nicht belegt.
In diesem Test sind fast alle Bio-produkte frei von (oder gering) mit Pestiziden belastet. Nur ein Produkt ist stark belastet. Insgesamt schneiden die Bio-Produkte deutlich besser ab. (Produkte ohne Belastung: Bio: 4 Konventionel: 0)
http://www.test.de/themen/essen-trinken/test/Rueckstaende-in-Paprika-Weniger-belastet-1765743-2765743/
In dem anderen Test ist der gleiche Vertrieb von Bio-Produkten einmal negativ aufgefallen. Das ist dann wohl eher ein schwarzes Schaf als ein Trend von Bio-Produkten.
@ stephan und den Rest der Diskussionsfreudigen
fragt mal den hier nach Biokost
http://www.moviepilot.de/movies/marco-w-247-tage-im-turkischen-gefangnis
google gibt über solche Themen auch noch mehr Infos…
@ Tautropfen was bist du für ein Träumer und wo soll das deiner Meinung nach hinführen? Zweikassenknast?
@Wanderer:
Welche Relevanz haben die Zustände in den Gefängnissen in irgendeinem anderen Land (für diese Diskussion)?
Genau!
Biokost sollte überall und für alle möglich sein. Egal ob Knastbruder, Hartz4-Empfänger, im Krankenhaus oder an einem beliebigen Ort auf diesem Planeten. Dann haben wir es vorerst geschafft.
Denn was ist den bitteschön konventionelle Landwirtschaft? Ökologische Landbestellung und Tierhaltung? Von wegen!