9.7.2011

Junge Polizei: “Kampagne war verunglückt”

Vor einigen Tagen habe ich über eine Fotokampagne der Jungen Polizei Bremen berichtet. Die Junge Polizei ist die Jugendabteilung der Deutschen Polizeigewerkschaft. Die Bilder lösten in den Kommentaren des verlinkten Beitrags eine heftige Diskussion aus. Die Debatte hat nun Folgen.

Die Junge Polizei nimmt die Bilder aus dem Verkehr. In einer Stellungnahme mir gegenüber heißt es:

Wir haben die Fotos der zugegeben völlig verunglückten Kampagne von unserer Homepage entfernt und auf der Startseite eine Stellungnahme verfasst. Wir distanzieren uns ausdrücklich von irgendwelchen rassistischen Gedanken oder Ähnlichem. Es stand nie in unserer Absicht, irgendwelche Religionen oder Völker negativ darzustellen, sondern auf die politische Lage hinzuweisen, dass die innere Sicherheit durch erhöhte Belastung (Stuttgart 21, Terrorgefahr, Castor etc.) und konsequentem Stellenabbau immer weiter gefährdet wird.

Die offizielle Stellungnahmen, die derzeit auf der Homepage der Jungen Polizei, aber auch der der Deutschen Polizeigewerkschaft Bremen stehen, lesen sich ähnlich.

Ich habe auch einige Mails von Polizeibeamten erhalten, die sich zu der Kampagne äußern. Sie waren alle ziemlich entsetzt über das, was die Junge Polizei in Bremen abgeliefert hat. Mit zweien der Beamten habe ich telefoniert. Nach ihren Angaben gab es eine heftige Protestwelle aus den Reihen der Polizei und insbesondere den Mitgliedern der Deutschen Polizeigewerkschaft. Dazu sollen auch Austrittsdrohungen gehört haben, die auch an den Bundesvorstand der Deutschen Polizeigewerkschaft gerichtet waren. Dieser interne Widerstand gegen die Aktionen der Jungen  Polizei soll maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Kampagne zurückgezogen wird.

Ich erwähne das sehr gerne, weil es zeigt, dass nicht alle Polizisten und insbesondere auch nicht alle Mitglieder der Polizeigewerkschaft, deren Spitze ja auch ansonsten verbal nicht zimperlich ist, auf ein derartige Überspitzung abfahren.

Die Junge Polizei Bremen hat mich freundlich gebeten, die diskutierten Bilder aus dem law blog zu nehmen, um falsche Eindrücke künftig zu vermeiden.

Bericht in der Süddeutschen Zeitung

77 Kommentare zu “Junge Polizei: “Kampagne war verunglückt””

  1. bismarckhering meint: (9.7.2011 um 11:15) AntwortenReply to this comment

    Nun gilt es Freundlichkeit gegen Chronistenpflicht abzuwägen.

    b.

  2. oskar meint: (9.7.2011 um 11:15) AntwortenReply to this comment

    "Die Junge Polizei Bremen hat mich freundlich gebeten, die diskutierten Bilder aus dem law blog zu nehmen, um falsche Eindrücke künftig zu vermeiden."

    Das ist ein Dokument der Zeitgeschichte. Damit später niemand sagen kann, er habe von nichts gewusst. Drin bleiben.

  3. pirmin meint: (9.7.2011 um 11:20) AntwortenReply to this comment

    und ich hätte schwören können, das war der Martin Sonneborn von die Partei.

  4. Torsten meint: (9.7.2011 um 11:21) AntwortenReply to this comment

    Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

  5. Seb meint: (9.7.2011 um 11:23) AntwortenReply to this comment

    @Torsten: Ob man bei einer öffentlichen Erklärung wirklich Einsicht unterstellen darf?

  6. Bilder meint: (9.7.2011 um 11:26) AntwortenReply to this comment

    Oh man, hat jemand Screenshots gemacht, die Bilder will ich sehen.

  7. Toll meint: (9.7.2011 um 11:32) AntwortenReply to this comment

    habe die Bilder gesehen, ernsthaft, was ist daran so lustig?
    Schlecht gemachte Bilder, weder besonders schlecht, noch eben gut. Hätte deutlich mehr erwartet. Das Internet war früher auch noch spannender.

  8. Jens meint: (9.7.2011 um 11:47) AntwortenReply to this comment

    Dennoch die Kernaussage der Kampagne ist ein Schlag ins Gesicht jedes FDP-Wählers, der der Meinung ist, der Staat müsse immer schlanker werden und hat sich aus allem rauszuhalten.

    Polizeikontrollen – wollen wir nicht. Aber wenn uns selbst ein Leid passiert, Körperverletzung, Autodiebstahl, etc. dann ist der Ruf nach Hilfe groß und man ist verwundert wie lang es dauert, bis dann endlich ein alarmierter Polizist erscheint.

    Dies gilt auch für alle anderen staatlichen Verwaltungszweige, wie das gestrige Scheitern des Steuuervereinfachungsgesetz im Bundesrat zeigt. Auch in der Politik mag langsam aber sicher (außer vll. in der FDP) die Erkenntnis ankommen, dass wir die Verwaltung kaputt gespart haben.

    Polizisten, die ihre Fälle nicht mehr bearbeiten können, Feuerwehrleute, die nicht in den anvisierten Minutenzahlen bei der Alarmierung ausrücken, Finanzämter, die nur noch "lohnende" Fälle prüfen, Bürgerämter, wo ab Mittags keine Wartemarken mehr ausgegeben werden und Wartezeiten von 4h längst zum Alltag gehören.

    wenn das so weiter geht, dann kann man nur sagen: Deutschland schafft die Verwaltung ab.

  9. Bildgucker meint: (9.7.2011 um 11:50) AntwortenReply to this comment

    Diese Bilder zeigen deutlich die Gesinnung der Jungen Polizei. Durch eine Stellungnahme der Institution und seiner übergeordneten Institution ändert sich jedoch nicht diese Gesinnung.
    Ich finde es schade, wenn die Bilder aus den Archiven verschwinden, damit man in Zukunft diese Gesinnung weniger schnell erkennt.
    Stattdessen sollten man in der ursprünglichen Meldung lieber zusätzliche Informationen liefern, z.B. einen Link auf die heutige Meldung.

  10. bla meint: (9.7.2011 um 11:51) AntwortenReply to this comment

    @oskar, @Bilder:

    Das Internet vergisst nicht:
    http://weeplay.de/?p=3351

  11. Klabund meint: (9.7.2011 um 11:55) AntwortenReply to this comment

    Die Sache mit dem Rassismus hab ich überhaupt sonderlich wahrgenommen, die Mehrheit der Bevölkerung wohl auch nicht. Nur sind die Stimmen der Beleidigten Ultra-Korrekten halt meistens die Lautesten.

    Am witzigsten fand ich einfach nur die ziemlich passende Aussage der Kampagne: "Wir haben leider keine Zeit, uns um den Terroristen zu kümmern – wir müssen uns um den Typen kümmern, der auf der Bahnhofsbank rumlungert".
    So wirklichkeitsnah wird Polizeiarbeit selbst von den Beteiligen eingeschätzt.

  12. Ben meint: (9.7.2011 um 12:04) AntwortenReply to this comment

    "um falsche Eindrücke künftig zu vermeiden."

    ich hatte den Eindruck einen sehr zutreffenden Eindruck zu bekommen…

  13. Caron meint: (9.7.2011 um 12:05) AntwortenReply to this comment

    @Jens
    Auch wenn Du Dich sicher gefreut hast, gegen die FDP hacken zu dürfen, zeigt Dein Posting höchstens Unverständnis.

    Richtig. Ich bin gewöhnlich kein besonderer Fan von Polizeikontrollen (im strafrechtlichen Bereich, natürlich gibt es sinnvolle Stellen z.B. für Geschwindigkeitskontrollen). Ich sehe dafür keinen Grund, keine Bedrohungsituation, die irgendwie begründet, dass ich mich vor der Staatsgewalt rechtfertige oder auch nur ausweise.
    Das hat aber genau gar nichts mit der Einsatzbereitschaft der Polizei bei einem Notruf zu tun. Selbst wenn man argumentiert, dass eine Polizei, die auch zu "Stoßzeiten" für alle Notrufe einsatzfähig ist, außerhalb solche oft nicht planbaren Zeit Überkapazität hat, heißt das ja noch lange nicht, dass sie dafür dann Bürger stören muss.

    Was "schlanker Staat" mit sparen zu tun hat, erschließt sich mir auch nicht. Es gibt mehr und bessere Gründe dafür, etwas nicht über ein Amt zu regeln, als der Unwille, dieses Amt zu bezahlen.

  14. Dr. No meint: (9.7.2011 um 12:06) AntwortenReply to this comment

    "Wir haben die Fotos der zugegeben völlig verunglückten Kampagne von unserer Homepage entfernt und auf der Startseite eine Stellungnahme verfasst. Wir distanzieren uns ausdrücklich von irgendwelchen rassistischen Gedanken oder Ähnlichem. Es stand nie in unserer Absicht, irgendwelche Religionen oder Völker negativ darzustellen, sondern auf die politische Lage hinzuweisen, dass die innere Sicherheit durch erhöhte Belastung (Stuttgart 21, Terrorgefahr, Castor etc.) und konsequentem Stellenabbau immer weiter gefährdet wird."
    Mir kommen die Tränen. Taschentuch?

  15. Finmike meint: (9.7.2011 um 12:06) AntwortenReply to this comment

    "Die Junge Polizei Bremen hat mich freundlich gebeten, die diskutierten Bilder aus dem law blog zu nehmen, um falsche Eindrücke künftig zu vermeiden."
    - "Das Internet vergisst nicht: http://weeplay.de/?p=3351"

    Man sollte den Herrschaften den Streisand-Effekt erklären. Gelegentlich. Googeln hilft.

  16. boris meint: (9.7.2011 um 12:27) AntwortenReply to this comment

    die stellungnahme wird das schlechte image der polizei auch nicht verbessern. hier sind konkrete handlungen erforderlich wen man den ruf ein polizeistaat zu sein loswerden will.

  17. flippah meint: (9.7.2011 um 12:44) AntwortenReply to this comment

    wie es bei der Polizei immer ist: solange man nicht auf Großdemos ist, ist die Polizei prima und wirklich Freund und Helfer. Nur auf Großdemos klappt es nicht :(.

  18. Kinch meint: (9.7.2011 um 12:47) AntwortenReply to this comment

    @Finmike:

    Man sollte den Herrschaften den Streisand-Effekt erklären. Gelegentlich. Googeln hilft.

    Es macht in dem Kontext keinen Sinn den Streisand-Effekt zu bemühen.

    @Klabund:

    Die Sache mit dem Rassismus hab ich überhaupt sonderlich wahrgenommen, die Mehrheit der Bevölkerung wohl auch nicht.

    Ja, hoffentlich, weil die Mehrheit der Bevölkerung wohl auch die Kampagne nicht wahrgenommen hat. Ansonsten muss man schon entsprechend Blind bei der Wahrnehmung von Rassismus sein, um nicht zu sehen, dass man hier bewusst den „Terroristen“ so dargestellt hat, wie man es tat.

    So wirklichkeitsnah wird Polizeiarbeit selbst von den Beteiligen eingeschätzt.

    Quelle?

  19. Twister meint: (9.7.2011 um 12:48) AntwortenReply to this comment

    Hm, schön, dass man es "eingesehen" hat, wobei die Frage ist, ob dem wirklich so ist oder man schlichtweg aus PR-Gründen und monetären Gründen etc. Schadensbegrenzung betreibt.
    Das Herausnehmen der Bilder ist schade – zwar wird es sie noch bei diversen Tauschbörsen usw. geben, aber nicht mehr eingebettet in kritische Artikel, so dass durch diese Verfahrensweise imho auch etwas Geschichtsklitterung betrieben wird, nach ein paar Jahren weiß niemand mehr, wie die Bilder aussahen bzw. es ist nirgend "seriös" dokumentiert, wenn sie dann in der Tauschbörse auftauchen, kann man sich auf blödes Photoshoppen berufen (so hätten die doch nie ausgesehen) und sagen, sie wären eigentlich ganz anders gewesen.

    Imho sind das auch Dokumente der Zeitgeschichte, denn pardon für die Offenheit, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die JuPo nicht einmal darüber nachgedacht hat, wie diese Bilder ankommen werden – Imagekampagnen macht man ja nicht einfach so mal während des abendlichen Skatspielens, sie kosten Geld, jemand entwickelt die Ideen und diese werden dann abgenickt usw.

    Insofern steckt da schon mehr dahinter und eine Einsicht ist erfreulich, dennoch ist es sinnig, auch frühere "Jugendsünden" nicht einfach mal als "ist nicht passiert" darzustellen.

  20. Volker meint: (9.7.2011 um 13:00) AntwortenReply to this comment

    @flippah:
    "Freund und Helfer?" Hab ich da die Ironie überlesen?

    Außerhalb von Großdemos sehe ich Polizisten seit Jahren nur noch an Straßenrändern beim fleißigen Abkassieren der Autofahrer. Und wenn man tatsächlich mal einen Notfall meldet, dauert es 30 Minuten, bis ein Streifenwagen aus einer Nachbarstadt eingetroffen ist. Die letzte Fußstreife in meiner Stadt hab ich 1993 gesehen, ein paar Jahre bevor die Polizeiwache aus angeblich logistischen und "Optimierungsgründen" – natürlich zur Erhöhung der Sicherheit für den Bürger – geschlossen wurde.

    Von daher kann ich die Klage der Polizisten über Stellenabbau und Personalmangel durchaus nachvollziehen. Wie man allerdings auf so eine idiotische Kampagne kommen konnte, ist mir bis heute ein Rätsel.

  21. aesoel meint: (9.7.2011 um 13:02) AntwortenReply to this comment

    Ich habe von Abmahnungen gegen Betreiber von Webseiten gehört, die eingescannte Teile einer Landkarte verwendeten, der Streit ging aber nach Entfernung von der Webseite weiter, weil die Bilder immer noch über einen direkten Link verfügbar waren. Auch die Bilder der JP sind auf Ihrem Blog noch auf die gleiche Weise verfügbar, z.B. hier:

    http://www.lawblog.de/wp-content/uploads/2011/07/110705a.jpg
    http://www.lawblog.de/wp-content/uploads/2011/07/110705b.jpg
    http://www.lawblog.de/wp-content/uploads/2011/07/110705c.jpg

    Vielen Dank dafür! :-)

  22. Der Steuerzahler meint: (9.7.2011 um 13:03) AntwortenReply to this comment

    Verunglückte Kampanie, oder Versehentliches Äußern des Zeilleid/tbildes, das ist hier die Frage….

    mfg

    Der Steuerzahler

  23. sprachlos meint: (9.7.2011 um 13:07) AntwortenReply to this comment

    Mission erfuellt die Junge Polizei hat ihren extrem assozialen Status zum Ausdruck gebracht was der Ziel Gruppe im Gedächnis bleiben wird, um nicht offensichtlichen Seilschaften schaden zu zu fügen wurde ein Pamphlet veroeffentlich das der geistig zurueck gebliebenen Zielgruppe entspricht.
    Zitat: "Wir haben die Fotos der zugegeben völlig verunglückten Kampagne von unserer Homepage entfernt und auf der Startseite eine Stellungnahme verfasst"
    -> Wir haben Werbung fuer unsere Grundgesetzwidrige Haltung gemacht und schalten nun ein weiteres Propaganda Pamphlet.
    Leider wurde uns Hetze nicht als umfassend akzeptiert daher entfernen wir nicht die Hetze sondern nur die ohnehin nun ueberall per Streueffekt platzierten Bilder um den Mythos zu waren. (Seit wann kann man sich eigentlich im Punkto Volksverhetzung raus reden mit: Ach wir haben das gesagt und getan aber nun verteilen wir diese Hetze ja nicht mehr selber ?)

    Zitat: "Wir distanzieren uns ausdrücklich von irgendwelchen rassistischen Gedanken oder Ähnlichem" -> das heisst im Klartext wir sind nicht gegen jegliche rassistische Gedanken und Handlung etc, wir sind nun gegen einige von uns vorgeblich gewaehlte "Positionen". Der springende Punkt ist "irgendwelche".

    Zitat: "Es stand nie in unserer Absicht, irgendwelche Religionen oder Völker negativ darzustellen"
    -> Wir wollten nur gezielt uns nicht genehme Religionen Bashen, natuerlich wollten wir unser geistig zurueck gebliebenes Stimmvieh nicht verprellen, daher die Christliche Tradion und das Abendland sind nicht gemeint, unsere Meinung zu allen anderen duerfte klar sein.
    (PS: Christliche Tradition ist im wesentlich, Geisteskrankheit, Massenmord (Hexenverbrennung, Morde aus Religioesen Gruenden, diverse andere Vorwände zum Mord), Fortschritts / Wissenschaftsfeindlichkeit, Machtausuebung, Unterdrueckung, Ausbeutung, Gotteswille /// Die Abendländische Tradition verfeinert viele der Punkte noch, ist aber im wesentlichen genauso menschenverachtend.)

    Zitat: "dass die innere Sicherheit durch erhöhte Belastung (Stuttgart 21, Terrorgefahr, Castor etc.) und konsequentem Stellenabbau immer weiter gefährdet wird."
    -> Es wird Terrorismus und Volksbegehren auf eine Stufe gestellt. Es wird Kapitalismus (Stuttgart 21 und Castor sind parade beispiele fuer das sozialisieren der Kosten und Privatisieren der Gewinne) und Volksbegehren auf eine Stufe gestellt. Innere Sicherheit was ist das ? Innere Ruhe ? Wessen Sicherheit ? Sicherheit wovor, auf welchem Gebiet ?

    Ich fasse zusammen: Die Stellungnahme die Herr Vetter abgedruckt hat erinnert stark an ein beliebiges Pamphlet von irgendwelche Geistig Gestoerten, egal ob rechts, links, oben oder unten, welche Religion, Rasse, Ueberzeugung oder was auch immer. Die Sprache die verwendet wird ist verräterisch, zu dem ist der Satzbau eine Katastrophe.

    P.S. Rechtschreib , Grammatik, und Argumentationsfehler sind in diesem Kommentar in kauf genommen.

  24. Wolle meint: (9.7.2011 um 13:33) AntwortenReply to this comment
  25. Dirk meint: (9.7.2011 um 13:38) AntwortenReply to this comment

    Ich finde es sehr schade, dass du die Bilder einfach rausgenommen hast. Aus Dokumentationspflicht hätten sie beibehalten werden sollen, gerne mit einem deutlichen Hinweis auf den Nachfolgeartikel und dass die entsprechende Kampagne dann eingestellt wurde.

  26. Blacky meint: (9.7.2011 um 13:42) AntwortenReply to this comment

    "..um falsche Eindrücke künftig zu vermeiden."

    Süß, einfach nur süß.

  27. jk meint: (9.7.2011 um 13:43) AntwortenReply to this comment

    Die Kampagne war verunglückt?

    Ach so. Ich dachte schon, das peinlich-plumpe Spiel mit Klischees, Ressentiments und Emotionalisierung statt Sachaussage sei Absicht gewesen.
    Gut, dass es offensichtlich nur Inkompetenz, gepaart mit fehlender Denk- und Reflexionsfähigkeit, war.

    Ich glaube nach wie vor, dass da versehentlich Leute ihre tatsächliche Gesinnung kundgetan haben, in dem Glauben, dass ganz ganz doll viele Leute genau das gleiche krude Weltbild haben und man total viel Zuspruch dafür bekommen würde, dass man es mal so gesagt hat, wie es ist.
    Als man dann feststellen musste, dass dem nicht so ist, ist man peinlich berührt zurückgerudert und spielt Schadensbegrenzung.

    Nette Bitte hin oder her, ich halte die Entscheidung, die Bilder aus diesem Blog zu entfernen, für falsch.
    Solch lächerlich niveaulose geistige Brandstiftung gehört sorgsam dokumentiert und bewahrt.

  28. Hannes meint: (9.7.2011 um 13:52) AntwortenReply to this comment

    @Dr. No:

    Mir kommen die Tränen. Taschentuch?

    Nö, einen Furzkissen, um die entsprechenden Töne in Richtung JP zu machen.

    Das Statement der JP ist doch lächerlich. Die Bilder sind ein Ausdruck der dort herrschenden Geisteshaltung. Die sind nicht vom Himmel gefallen ala "der Praktikant wars". Die sind nicht im Vollsuff auf der Webseite gelandet. Die Kampagne und die Bilder wurden erdacht, produziert und durch Gremien abgesegnet. Alles, so ist zumindest zu befürchten, im Vollbesitz geistiger Kräfte.

    Durch das Verschwindenlassen der Bilder ändert sich nicht die in den Bildern dokumentierte Geisteshaltung. Eine Geisteshaltung, die einen weiten Abstand der Polizei zu unserer Verfassung und Gesetzen dokumentiert. Eine Geisteshaltung, die Menschen in zwei Klassen einteilt, Polizisten und Abschaum.

    Wenn jemand nach Brutstätten für prototypische deutsche Prügelpolizisten sucht, ich würde nach den Bildern die JP in die engere Wahl ziehen.

  29. sop meint: (9.7.2011 um 14:36) AntwortenReply to this comment

    Ich konnte auf den Bildern beim besten Willen keinen Rassismus oder Ähnliches erkennen. Islamistischen Terrorismus beim Namen zu nennen muss ja wohl erlaubt sein, zumal auf den Bild das entscheidende der Sprengstoffgürtel und nicht der Turban ist. Die Darstellung finde ich eigentlich lustig. Die Aufregung erinnert mich etwas daran, dass Zeitungen es vermeiden sollen ausländisch klingende Vornamen von Straftätern abzudrucken, um keine Ressentiments zu fördern.
    Mir wird eher von dem Gutmenschentum schlecht, von der Aggressivität mit der diese ihr Weltbild anderen aufzwingen wollen. Ähnlich zu beobachten bei Fragen bezüglich Abtreibung (muss man tolerieren), Wirtschafts- und Sozialpolitik (Gleichmacherei), FDP-Bashing ("Klientelpartei", was sind dann eigentlich die anderen Parteien?)

  30. Ralph meint: (9.7.2011 um 14:37) AntwortenReply to this comment

    Genau, der Terror ufert gerade aktuell wirklich völlig aus in Deutschland. Kein Generalbundesanwalt kann noch ruhig schlafen. Gerade jetzt brauchen wir mehr Polizei mit mehr Befugnissen!!1

  31. julian meint: (9.7.2011 um 14:49) AntwortenReply to this comment

    Es ist schade, dass sich manche hier dermaßen in solche Dinge reinsteigern, dass gar nicht mehr eigenständig reflektiert wird, wie lächerlich die Äußerungen hier teilweise sind.

    Ich kann nachvollziehen, dass viele schlechte Erfahrungen mit der Polizei machen, auch wenn sie rein subjektiv sind ("Fangt lieber Verbrecher als hier unbescholtene Bürger im Verkehr zu kontrollieren"). Natürlich geht es auch gar nicht dass die Polizei nur noch kassiert (eigener Verstoß hin oder her). Auch dass die Polizei oft zu langsam ist, kann ich verstehen und nachvollziehen.

    Und ja, es gibt sehr viele Berichte über schlecht oder rechtswidrig arbeitende Polizisten. Insbesondere bei geschlossenen Einheiten.

    Aber es gibt verdammt nochmal zehntausende Polizisten da draußen, die jeden Tag pflichtbewusst, rechtschaffend, freundlich und bürgerorientiert arbeiten, um diesen zu helfen und deren Rechte zu wahren. Und diese permanenten Kommentare, dass beispielsweise wie hier ein paar Fotos von einer in der Tat lächerlichen und schäbigen kleinen Werbekampagne von ein paar jungen Auszubildenden immer gleich auf eine große Berufsgruppe geschlossen wird, die ja alle verfassungsfeindlich gesinnt sind, ist ein demotivierender Stich all derer, die jeden Tag ehrgeizig und engagiert ihre Uniform anziehen.

    Wer mal ein paar Tage auf Streife, egal wo, mitgemacht hat, der kann nachvollziehen, mit welch abstrusen Dingen die Bevölkerung an die Polizei herantreten. Und nein, es ist nicht die problematische "Unterschicht", es sind vielmehr spießige, egoistische und hinterhältige Kleinbürger dieses ach so tollen Staates, die wo es nur geht Leute verarschen, anzeigen, anschwärzen, eins auswischen wollen, verleumden, Selbstjustiz üben und den Polizisten gegenüber tagtäglich teils subtil ihre verfassungs- und menschenrechtsfeindlichen Einstellungen äußern. Vom faulen Pack, den Schmarotzern, Ausländern die grundsätzlich kriminell sind, streunenden Bettlern und nervigen Obdachlosen, wegen einer harmlosen Ruhestörung oder unwichtigen Dingen, nach denen morgen kein Hahn mehr kräht, die Polizei rufen statt einfach mal miteinander zu sprechen.

    Und wenn man mal nicht immer nur versucht, überall seinen Negativeindruck auf alles zu übertragen, wo Polizei draufsteht, sondern das mal durch eine andere Brille sieht, der kann die Motive dieser miesen Werbekampagne auch anders deuten: Nämlich als Antwort auf genau die Klischees und Vorurteile, die all die fleißigen, rechtschaffenden und verfassungstreuen Bürger der schlechten Polizei so an den Kopf werfen. Kümmert euch doch mal um den Südländer da! Der hat doch Dreck am Stecken! Und die streunenden Bettler überall! Und den Kinderschändern sollte man nicht nur den Schwanz abhacken, sondern gleich ganz erschießen!

    "Polizeistaat"? Erschreckend wie leicht manchen solche Äußerungen über die Lippen kommen, ohne irgendwelche Hintergrundinfos zu besitzen.

    Dass wirklich gut arbeitende Polizisten frustriert und demotiviert ihre Uniform an den Nagel hängen, weil sie keine Unterstützung mehr und nur noch Anfeindungen ausgesetzt sind, kann nun auch nicht das Ziel sein.

    Ich habe überhaupt nichts gegen Polizeikritik! Sie ist berechtigt und ich kann tagtäglich neue Beispiele bringen. Aber diese Verallgemeinerung ist einfach nur eines: auf schäbige Weise typisch Deutsch.

  32. Albert P. meint: (9.7.2011 um 14:53) AntwortenReply to this comment

    Hallo Herr Vetter,

    ich finde das nachträgliche Entfernen der Bilder wie viele Vor-Kommentatoren ebenfalls nicht gut. Nur weil die Herren sich aufgrund des Drucks dazu entschieden haben, die Kampagne zurück zu ziehen, macht das die Kampagne nicht ungeschehen. Die Bilder sind Teil der Berichterstattung, ein nachträgliches Löschen erinnert schon ein bisschen an Geschichtsklitterung.

    Das Argument des "falschen Eindrucks" kann jedenfalls auch nicht zutreffen, denn erstens zeigt es ganz richtig, welche Geisteshaltung bei den Verantwortlichen herrst – sonst wäre es nicht zu den Fotos und der Veröffentlichung gekommen.
    Zum anderen hätte sich dem "falschen Eindruck" im ursprünglichen Blogeintrag auch durch einen eingefügten Hinweis auf die Rücknahme der Kampagne entgegenwirken lassen…

  33. Autolykos meint: (9.7.2011 um 15:24) AntwortenReply to this comment

    Ah, schön zu sehen daß die Spinner in der Polizei noch in der Minderheit sind (aber schade daß es trotzdem noch genug sind um so eine Kampagne auf den Weg zu bringen).
    An alle die hier "Zensur" schreien: Ist es nicht. UV wurde freundlich gebeten die Bilder nicht mehr auf seiner Homepage zu zeigen und ist dieser Bitte aus freiem Entschluß nachgekommen (zumindest soweit man das dem Blogpost entnehmen kann). Wenn hier jemand mit Klagen gedroht oder anderweitig Druck aufgebaut hätte, wäre das was anderes – aber so ist alles OK.

  34. Jens meint: (9.7.2011 um 15:44) AntwortenReply to this comment

    @Caron:

    "höchstes Unverständnis find ich super. :-)

    Denn du schreibst "ich bin gewöhnlich kein besonderer Fan von Polizeikontrollen (im strafrechtlichen Bereich, natürlich gibt es sinnvolle Stellen z.B. für Geschwindigkeitskontrollen)". Gerade im strafrechtlichen Bereich – so lehrt uns das Strafprozessrecht – gibt es noch so etwas wie ein Legalitätsprinzip. Davon bist du also kein besonderer Fan, das finde ich schon bezeichnend.

    Sicherlich glaubst du auch, alle staatlichen Aufgaben sollten privatisiert werden, da du schreibst "Es gibt mehr und bessere Gründe dafür, etwas nicht über ein Amt zu regeln, als der Unwille, dieses Amt zu bezahlen.", das ist pardon fürs erneute Bashing – FDP-Parteisprech. Du hast nicht verstanden, dass es hoheitliche Aufgaben gibt, die einfach nicht in betriebswirtschaftliche Hand gehören.

    Ich gebe dir insoweit Recht, dass die desolate Lage der Staatsfinanzen zum politischen Umdenken zwingt: Einsparmaßnahmen drängen hin zu einer schlanken und effektiven Verwaltung, bei der auch Wirtschaftlichkeitsaspekte mehr denn je Beachtung finden (müssen). ABER: Diese Aspekte können NUR vor dem Hintergrund einer gesetzlichen Aufgabenerfüllung berücksichtigt werden. Dabei sieht sich die moderne Verwaltung leider dem ausgesetzt ihren gesetzlichen Auftrag bei wachsender Belastung und gleichzeitiger Knappheit der Mittel bestmöglich zu erfüllen. Dabei wird auch immer weiter am Personal gespart.

    DAS KANN NICHT RICHTIG SEIN. Und allein ein BWL-Studium gereicht noch lange nicht um die Forderung zu vertreten öffentliche Aufgaben gehören in private Hände. Denn dann machen wir eines: Wir streiken!

  35. Jan meint: (9.7.2011 um 16:24) AntwortenReply to this comment

    Sehr geehrter Herr Vetter,

    nachdem ich ihr Blog schon lange mit Interesse lese, sehe ich mich heute das erste Mal veranlaßt einen Kommentar abzugeben.. schlicht weil ich ernsthaft irritiert bin:
    Nach allem was ich bisher über Sie im Netz und hier im Blog von Ihnen gelesen habe, paßt dieser Beitrag weder inhaltlich noch hinsichtlich der Entfernung der Bilder aus dem Originalbeitrag mit dem Bild zusammen das ich bisher von Ihnen hatte. Konkret frage ich mich:

    * Was macht Sie glauben, daß jener Personenkreis innerhalb der Polizei, der für dieses – ich nenne es – "outing" verantwortlich ist/war, einsichtig ist? Eine von oben angeordnete Entfernung der Aktion/Bilder angesichts desaströser PR, dürfte wohl kaum Beleg für Einsicht oder Wandel der Gesinnung sein – lediglich für ein schlechtes controlling und eine schlafmützige PR-Abteilung.
    * Woher die "Freundlichkeit" dieses Gesinungs-Beweismaterial zu entfernen? Weil nicht alle Polizeibamte so drauf sind? Nun, die Kampagne ist ein Beweis dafür, daß mindestens ein gewisser Anteil (über Prozentsätze kann man streiten) genau jene Gesinnung hat. Was beweist eine Gesinnung besser, als eine "aus dem Bauch raus" Aktion, bei der man zufällig nicht ans (PR)-Echo dachte? Diese Bilder sind Dokumente von öffentlichem Interesse.. das ist keine Aktion von verblendeten Privatpersonen, sondern Menschen die in öffentlichem Auftrag unterwegs sind, von uns allen bezahlt werden, die u.a. die Verfassung schützen (und sich an sie halten sollen), etc..

    Ich hätte von Ihnen ehrlich gesagt eher erwartet, daß die Bilder ob der Anfrage seitens der Polizei jetzt erst recht drin bleiben.. in der Hoffung auf irgendein lustiges Scharmützel rund um Zitatrecht/Urheberrecht.

    Mein Bild ist angeknackst..

    Grüße eines Bürgers, der aufgrund ausländischen Nachnamens, und eines non-Koalitionswähler-Äußeren (obwohl noch nicht mal "fremdländisch") mit solcher Gesinnung wiederholt Bekanntschaft machen durfte..

  36. Chris meint: (9.7.2011 um 16:31) AntwortenReply to this comment

    Also ich bin schwer enttäuscht, dass die Bilder tatsächlich entfernt wurden. So lange dabei nicht Copyright o.Ä. verletzt wurde, sollten sie unbedingt erhalten bleiben.

    Es ist löblich, dass man sich von diesen Bildern nachträglich distanziert, und man kann dies bei den Bildern auch durchaus mit einem nachträglichen Kommentar anmerken.
    Aber sie wurden nun mal in die Welt gesetzt und sollten nicht einfach mal so gelöscht werden.

    Ich hoffe sehr, dass die Internetgemeinde es schafft diese Bilder auf verschiedenen Mirrors zu erhalten, sie sind ein Zeichen dafür wie anscheinend manche(!) Polizisten ticken.

  37. Neuling meint: (9.7.2011 um 16:34) AntwortenReply to this comment

    @Klabund:

    Nein, da haben Sie etwas übersehen. Auf der Bank sitzt der Kinderschänder im Holzfällerhemd, der auch die Einsatzuniformhose der Polizei als Kleidungsstil bevorzugt, und versucht mit einem Stofftier eine ältere weibliche Person zu verführen, die aber augenscheinlich kein Kind, sondern Polizistin (auf einem anderem Bild, da aber nicht in knallgelb) ist. Sehr sureal, das Ganze.

    Oder einfach nur plattes Laienschauspiel …

  38. Olli meint: (9.7.2011 um 16:37) AntwortenReply to this comment

    Wo sind eigentlich die Leute die UV andauernd Polizeibashing vorwerfen?

  39. eberhard meint: (9.7.2011 um 16:43) AntwortenReply to this comment

    Hat die Bilder jmd gespeichert und könnte sie mir zuschicken? Ich würde sie gerne für die nächste Demo ausdrucken und dabei den Satz mit der mimimi-Einstellung der Polizisten von Udo Vetter zitieren

  40. Hannes meint: (9.7.2011 um 16:49) AntwortenReply to this comment

    @julian:

    Aber es gibt verdammt nochmal zehntausende Polizisten da draußen, die jeden Tag pflichtbewusst, rechtschaffend, freundlich und bürgerorientiert arbeiten, um diesen zu helfen und deren Rechte zu wahren.

    Und warum bekommen diese Polizisten ihren Arsch nicht hoch, wenn ihre Kollegen in wilden Horden Bürger zusammenprügeln, wenn ein Gefangener ganz "spontan" in einer Zelle verbrennt, wenn Polizisten als Zeugen vor Gericht lügen, wenn mal wieder auf Recht und Gesetz geschissen wird, nur weil ein Polizist der Täter ist?

    Warum wird von diesen Polizisten so penetrant geleugnet, dass auch Polizisten Straftaten begehen? Nicht zuletzt im Amt? Warum wird so penetrant bei diesen Straftaten weggesehen? Warum wird von diesen Polizisten nicht massiv gedrängt, dass Straftaten von Polizisten besonders intensiv verfolgt werden, um dem Anspruch und der Vorbildfunktion von Polizisten gerecht zu werden?

    Warum sieht man führende Gewerkschaftsvertreter nur, wenn sie sich mal wieder für die Beschneidung von Bürgerrechten einsetzen oder die Prügelorgien von Kollegen rechtfertigen? Warum sind all diese guten Polizisten noch Mitglied in einer Gewerkschaft, die das Verschleiern von Straftaten durch Polizisten dadurch fördert, dass sie sich gegen eine Kennzeichnung von Polizisten wehrt?

    Warum wird von diesen guten Polizisten eine Kultur in der Polizei geduldet, bei der kritische Bürger als "linke Zecken" tituliert und spezielle Prügeltechniken von Kollege zu Kollege weitergegeben werden?

    Ich sehe immer nur Gejammer dass die Welt so böse zu den guten Polizisten ist. Ich sehe absolut keinerlei Bemühen dieser guten Polizisten gegen die Missstände in der Polizei anzugehen und mal selbst was für ihr Image zu tun. Es sind immer nur die anderen Schuld.

    Und diese permanenten Kommentare, dass beispielsweise wie hier ein paar Fotos von einer in der Tat lächerlichen und schäbigen kleinen Werbekampagne von ein paar jungen Auszubildenden immer gleich auf eine große Berufsgruppe geschlossen wird, die ja alle verfassungsfeindlich gesinnt sind, ist ein demotivierender Stich all derer, die jeden Tag ehrgeizig und engagiert ihre Uniform anziehen.

    Und die ihren Mund halten. Immer wieder ihren Mund halten und wegsehen. Die immer wieder Gedächtnisverlust haben.

    Diese Auszubildenden da sind die Polizisten von morgen. Entweder ist bereits bei deren Auswahl ganz gewaltig was schief gegangen, oder die Ausbildung hat sie bereits zu dem gemacht was sie in ihren Bildern gezeigt haben.

    Sie wollen keine Polizeikritik? Sie wollen keine verbesserte Verfolgung von Polizei-Straftaten, z.B. durch Kennzeichnung? Wissen Sie, wie man einen Staat nennt, in dem man die Polizei nicht mehr kritisieren darf? In denen Polizei-Straftaten grundsätzlich verschleiert werden? Polizeistaat.

  41. Ben meint: (9.7.2011 um 16:55) AntwortenReply to this comment

    @Olli: Ich für meinen Teil habe diesen Vorwurf weniger gegen UV als vielmehr gegen die Kommentatoren gerichtet. Und siehe da: alles wie gehabt. Das gleiche Geplärre, die gleichen Vorwürfe – selbst nach dem Eingestehen des Fehlers… Manchen hier ist einfach nicht mehr zu helfen.

    P.S.: Was nützt ein Licht und Schatten sehender Bloginhaber, was nützt ein Kommentarbereich, wenn sich der Bloginhaber nicht gelegentlich mal damit auseinandersetzt, was hier so passiert? Ein mäßigendes Wort, kein Machtwort, sondern einfach eine an die Kommentatoren gerichtete Bitte, die Scheuklappen mal fallen zu lassen, das wünsche ich mir von UV.

  42. Alfred meint: (9.7.2011 um 17:01) AntwortenReply to this comment

    @Hannes:

    Wissen Sie, wie man einen Staat nennt, in dem man die Polizei nicht mehr kritisieren darf?

    Was glauben Sie eigentlich was Sie mit Ihrem Beitrag tun? Eine Lobeshymne ist es sicherlich nicht. Das ständige Polizeistaat-Geschrei ist einfach nur realitätsfremd. Aber jeder hat seine eigene Wahrnehmung der Dinge.

    @all
    Ich finde das sehr löblich, dass Herr Vetter der Bitte der Jungen Polizei nachgekommen ist und hier auch anderen Stimmen aus der Polizei Platz eingeräumt hat.
    Mit einer Chronistenpflicht zu argumentieren ist doch wohl arg übertrieben.

  43. Nennichnicht meint: (9.7.2011 um 17:21) AntwortenReply to this comment

    Ob Herr Vetter eine "Chronistenpflicht" hat, hängt von seinem journalistischen Anspruch ab. Schließlich ist "law blog" keine Zeitung vom Typ Generalanzeiger, in der sorgsam alles vermerkt gehört, was für Zeitgenossen und die Historiker kommender Generationen irgend von Interesse sein könnte. Ich finde es nur etwas schade, wenn an die 300 Beiträge, unabhängig von ihrem sonstigen Sinngehalt, schon deshalb vergebens verfaßt wurden, weil sich einem späteren Leser nicht mehr erschließt, worum es überhaupt geht. Abzuwägen wäre hier das Interesse der Polizei, nicht mehr an eine Peinlichkeit erinnert zu werden, gegen das Interesse der Kommentatoren, ihre Beiträge nicht entwertet zu sehen.

  44. hugo meint: (9.7.2011 um 17:32) AntwortenReply to this comment

    @Hannes #40: bester post hier aller zeiten

  45. Hannes meint: (9.7.2011 um 17:54) AntwortenReply to this comment

    @Alfred:

    Sie zitieren einen Satz aus dem Zusammenhang. Ich versuche es mal mit einer einfachen Zusammenfassung meiner Meinung. Für Sie sogar fett gedruckt. Wer keine Polizeikritik will, der will den Polizeistaat.

    Das die Forderungen nach einem Polizeistaat in den letzten Jahren mittlerweile völlig ungeniert aus den Reihen der Polizei kommen und das die guten Polizisten sich nicht einen Hauch dagegen wehren und sich distanzieren, ist bedenklich.

    Noch kann man drüber reden beziehungsweise schreiben. Wenn es nach einigen hier geht sind die Zeiten bald vorbei.

    Zu Chronistenpflicht: Für einen Grimmepreisträger finde ich wenig angemessen sich von der JP davon "überzeugen" zu lassen die Bilder verschwinden zu lassen. Aber es ist Udos Blog.

  46. Joe meint: (9.7.2011 um 17:55) AntwortenReply to this comment

    Die bei der JP haben auch das Internet nicht verstanden. Man kann die Bilder nicht mehr entfernen.

    What have been seen cannot be unseen.

  47. marcus05 meint: (9.7.2011 um 18:15) AntwortenReply to this comment

    @Volker:

    In Nürnberg sehe ich ständig Polizei beim Spazierenfahren. Ist wohl von Region zu Region sehr unterschiedlich.

  48. Olli meint: (9.7.2011 um 18:40) AntwortenReply to this comment

    @Ben:

    Nun man kann es auch so sehen das sie den Fehler nicht darin sehen diese Polemik überhaupt gebracht haben sondern das sie den Fehler darin sehen das man die Polemik nicht angenommen hat.

    Ich glaube auch eher an zweiteres vor allem wenn man sich im Ursprungspost noch die Folgekommentare der JP ansieht oder mal die ganze Homepage der JP.

    Übrigens war mein Kommentar eher allgemein und an niemanden spezielles gerichtet. Nur oft kommt ja der Kommentar Lawblog ist wie die Bild, Polizeibashing, Vetter will nutzen etc.

  49. reko meint: (9.7.2011 um 18:46) AntwortenReply to this comment

    "Und der Polizeinachwuchs? 'Wir wollten kritisch auf die immer weiter wachsende Belastung der Polizei bei gleichzeitigem Stellenabbau und deutlichen Gehaltseinbußen hinweisen', schreibt André Gudel, Landesjugendleiter der Deutschen Polizeigewerkschaft Bremen. Daniel Jungwirth, Bundesvorsitzender der Jungen Polizei und Verantwortlicher der Motive, war zunächst nicht erreichbar. Sein Kollege Gudel versuchte noch am Freitag einen Nachdruck in der Zeitung zu verhindern: 'Ich untersage Ihnen, diese Bilder abzudrucken.'"

    Soweit der letzte absatz in der SZ zu diesem thema.
    Der schlussatz liest sich nicht gerade so, als hätte einsicht einkehr gehalten.

  50. Großmutter meint: (9.7.2011 um 18:52) AntwortenReply to this comment

    Ihr lieben Zensurgegner und Internetabspeicherer und Linkleichenschänder! Ihr müßt Udo verstehen! Die Polizei ist in einen DIALOG mit ihm eingetreten, er hat zum ersten Mal seit langem mit VERNUENFTIGEN Polizisten kommuniziert. Stellt Euch doch einmal dieses Glücksgefühl vor! Der Schimmer einer Hoffnung, einmal gemeinsam mit der Polizei auf der Seite des Rechtsstaates zu stehen! Daß Udo da im Rausch der jungen Verliebtheit mal ein paar Photos tilgt, um deren Löschung man ihn FREUNDLICH gebeten hat, müßt Ihr ihm wirklich nachsehen! (Außerdem verwette ich mein Grundgesetz, daß er sich schon am Tag danach für die Entfernung der Bilder in Grund und Boden schämt.) Euer Omchen

  51. marcus05 meint: (9.7.2011 um 19:26) AntwortenReply to this comment

    Gerade da das Internet sowieso nie vergisst (man findet alle bilder per GIS nach Junge Polizei Bremen, darunter auch eines dass UV gar nicht gepostet hat, das mir aber noch viel mehr stinkt als das mißglückte mit der Unterbesetzung) kann ich das gut nachvollziehen wenn UV die Bilder runternimmt.

    1. Es ist egal da die Bilder überall zu finden sind.
    2. Er stellt sich mit diesen rechtsstatfeindlichen Bullen gut, vielleicht ist es ja mal zu was nütze.

    und damit meine ich die von der Jungen Polizei, die hinter diesem Bild stecken:
    http://kessel.tv/wp-content/uploads/2011/07/jungepolizei_03.jpg

  52. Uwe1164 meint: (9.7.2011 um 21:10) AntwortenReply to this comment

    Hoffentlich bekommt der Urheber nicht zu viele Probleme. Die unbeholfene Art erinnert mich an das gekrakel eines Kleinkindes. Einfach drollig… Und dann ist das noch von der "jungen" Polizei. Ich musste fast ein Tränchen zerdrücken. Stellen die jetzt schon Sechsjährige ein? Ist schon wieder "Volkssturm"? Auweia…

  53. Alf meint: (9.7.2011 um 21:26) AntwortenReply to this comment

    @marcus05: Das Kampagnenbild der JP gegen die Kennzeichnungspflicht ist echt der Hammer. Jeder Mensch der in Rückantworten auf Dienstaufsichtsbeschwerden schon mal von der Polizei verhöhnt wurde, kann das nur (so wie von Versammlungen unter freiem Himmel gewöhnt) als Schlag ins Gesicht bezeichnen.

    Von meiner Seite kann ich nur sagen: die JP, GdP und die Bullen allgemein, werden dieses "Image" nicht mehr verleugnen können.

  54. Klabund meint: (9.7.2011 um 21:36) AntwortenReply to this comment

    @Alf:
    Jep. Es ist schon komisch, wieso die sich weigern eine kleine Nummer zu tragen. Ich selbst wurde nie von Polizisten vermöbelt, aber dennoch drängt sich doch jedem vernünftig denkendem Menschen der Verdacht auf: Wenn die sich so gegen eine einfache Nummer wehren, und sogar lügen um dies zu verhindern (wie in der Kampagne), dann wird es schon seinen Grund haben.
    Von dämlichen Gegen-Reden mal ganz abgesehen ("Die Antifa trägt ja auch keine Nummern". höhö. Geniales Gegenargument).

  55. Unbedarft meint: (9.7.2011 um 21:44) AntwortenReply to this comment

    Ich wusste gar nicht, dass islamische Terroristen eine eigene Rasse sind!

    "Die Deutsche Polizeigewerkschaft und die Junge Polizei lehnen ausdrücklich jede Form von Rassismus ab und distanzieren sich ausdrücklich davon!!!" (Quelle: http://www.dpolg-bremen.de/ )

    Ausserdem wundert mich, dass der Landesvorstand der Deutschen Polizeigewerkschaft Bremen drei Ausrufezeichen, Grossdruck, und Unterstreichung braucht, um sich von Rassismus zu distanzieren.

    ICH BIN AUCH KEIN NAZI!!!

  56. dot tilde dot meint: (9.7.2011 um 22:34) AntwortenReply to this comment

    rassismus ist meistens überhaupt nicht rassistisch gemeint.

    .~.

  57. dentix07 meint: (9.7.2011 um 22:37) AntwortenReply to this comment

    @Bildgucker: Vielleicht wars gar keine "Gesinnung", sondern Bilder die das subjektive alltägliche Erleben darstellen, ohne eine Gedanken an political correctness oder Ähnliches zu verschwenden?
    Dann wärs kein Einblick in irgendeine unterstellte "Gesinnung", sondern lediglich ein Einblick in die Erlebenswelt junger Polizisten!
    So herum gedacht ließen die Reaktionen allerdings einen sehr tiefen Einblick in die Gesinnung der Reagierenden zu!

  58. Jan B. aus M. meint: (9.7.2011 um 23:20) AntwortenReply to this comment

    @ Hannes: Faszinierend, wie Sie julian erst unterstellen, er wolle keine Polizeikritik um dann folgerichtig unterstellen zu können, er wolle den Polizeistaat.

    @ dentix07: Sehe ich genauso.

  59. Olli meint: (10.7.2011 um 00:18) AntwortenReply to this comment

    @dentix07:

    Wenn man Werbung für sich macht dann muss man sich auch bewußt machen welche Außenwirkung das hat.

    Und was lassen denn die Reaktionen schließen? Mir geht auch die kopieren ist ein Verbrechen Werbung auf meinen DVDs auf dn Sack heißt das meine Originaldvds sind alle kopiert?

  60. Kai meint: (10.7.2011 um 15:28) AntwortenReply to this comment

    @julian: solange Polizisten uniformiert sind müssen sie damit rechnen in Sippenhaft genommen zu werden, und daher, zuallererst, die eigenen Reihen säubern.

  61. Dieter meint: (10.7.2011 um 15:28) AntwortenReply to this comment

    Ich war ja nie wirklich ein Freund der einseitig-liberalen Ansichten des UV, aber in der Hinsicht ist die Glaubwürdigkeit hiermit verspielt. Welche guten Gründe gibt es zum Entfernen der Bilder? Keine – eine Notiz über die weitere Entwicklung häte gereicht.

    Lawblog – teilweise für Informationen zu Gebrauchen, die Ansichten des Autoren sind abwegig und werden nicht konsequent vertreten.

  62. Jan B. aus M. meint: (10.7.2011 um 16:28) AntwortenReply to this comment

    @ Dieter:
    Ein guter Journalist sollte alles andere tun, als in der Berichterstattung konsequent seine privaten Ansichten vertreten.

  63. Unbedarft meint: (10.7.2011 um 16:37) AntwortenReply to this comment

    @dot tilde dot:

    Sie haben recht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Rassismusdefinition_nach_Albert_Memmi

    Immer wieder schön, wie man sich durch Teilnahme am Lawblogkommentar weiterbilden kann!

    lawblog = edutainment to go

  64. Nennichnicht meint: (10.7.2011 um 17:28) AntwortenReply to this comment

    @dentix07:

    "Gesinnung" ist aber nichts anderes als das, was die Subjektivität im "subjektiven alltäglichen Erleben" ausmacht: das, was die Wahrnehmung des Alltags steuert und umgekehrt von dieser Wahrnehmung stabilisiert wird. Ich sehe nicht, wie sich da ein Unterschied herauskitzeln lassen könnte, außer eben dem, daß die Rede von "Gesinnung" in der Regel eher unfreundlich gemeint ist.

    Man muß den jungen Polizisten das konzeptionelle Grundproblem ihrer Fotokampagne zugute halten, die gemeinten Tätertypen zu visualisieren. Mit der Figur "Einbrecher" hätte es keine Schwierigkeiten gegeben: Man staffiert den Darsteller mit Augenmaske, Schlägermütze und einem großen Schlüsselring aus, und schon ist klar, worum es geht. Es kann sich auch niemand diskriminiert fühlen, Klischee hin oder her. Dagegen gibt es für die Figuren "Kinderschänder" und "Terrorist" keine bewährten visuellen Stereotype.

    Also mußten die jungen Polizisten die Klischees gewissermaßen erst erfinden, die sie bedienen wollten. Gut war in beiden Fällen die Idee, die Figuren mit einem typischen "Tatwerkzeug" auszustatten, die eine mit einem Stofftier und die andere mit einem Sprengstoffgürtel. Hätten sie es dabei belassen, wären die Bildaussagen klar und unangreifbar gewesen. Der Fehler war, die Figuren noch weiter auszumalen und sie zu Karikaturen zu verzerren.

    Die Verzerrung hat zur Folge, daß die klaren Merkmale der Figuren in den Hintergrund treten. Der "Kinderschänder" fällt vor allem durch seine Zottelperücke, das heraushängende Hemd und die unvorteilhafte Hose auf, das Stofftier nimmt man erst danach wahr. Die Wahrnehmung des Sprengstoffgürtels wird noch stärker durch die sonstige Ausstaffierung seines Trägers verwischt (irritiert durch die Assoziation "Sternsinger", dachte ich zuerst, die roten Dinger müßten wohl Kerzen oder eine Art Grablichte sein).

    Die Überzeichnung der Figuren schwächt nicht nur die bei Annahme guten Willens als beabsichtigt zu unterstellenden Bildaussagen (Stofftier = Kinderschänder; Sprengstoffgürtel = Terrorist), sondern verschiebt sie auch: Kinderschänder = Strolch; Terrorist = Ausländer aus dem Morgenland. Und eben weil diese Verschiebung nur auf Kosten der Klarheit zu haben ist, drängt sich der Verdacht auf, daß tatsächlich genau diese Aussagen beabsichtigt waren.

    Es hat nicht unbedingt mit political correctness zu tun, wenn man sich daran stört. Das Ergebnis ist im einen Fall nur grotesk, im anderen Fall ist es auch fremdenfeindlich. Und jedenfalls ist es "ein Einblick in die Erlebenswelt junger Polizisten".

  65. Dieter meint: (11.7.2011 um 09:12) AntwortenReply to this comment

    62: Ich wusste noch gar nicht, dass ich lawblog so lesen muss wie AP oder dpa.
    Aber wenn wir UV schon einmal einen Journalisten nennen: er vertritt ständig seine Ansichten, man könnte durchaus von einer Agenda eines Anwalts als reine Interessenvertretung seiner Mandaten sprechen. Dann wäre es konsequent entsprechend zu handeln.

  66. ultrafrettchen meint: (11.7.2011 um 10:08) AntwortenReply to this comment

    Haltet mich für naiv, aber am Anfang hab ich echt gedacht, die Anzeigen seien eine Titanic-mäßige Verarschung.
    Wie traurig, daß die ernst gemeint waren.

  67. Karsten meint: (11.7.2011 um 12:43) AntwortenReply to this comment

    Schön, dass da was in's Rollen gekommen ist und die internen Proteste aus den Reihen der Polizei finde ich wichtig.
    Leider distanziert sich die Junge Polizei nur vom Rassismusvorwurf, der polemische und unsachliche Rest wird nicht mal erwähnt. Das wirkt halbgar, wie eine erzwungene Entschuldigung eben. Schade.

  68. vera meint: (11.7.2011 um 19:44) AntwortenReply to this comment

    Hab jetzt nicht alle Kommntare gelesen, bitte aber mal um den Hinweis, daß es die DPolG und die GdP gibt. Letztere ist deutlich liberaler.

  69. Kirsche meint: (12.7.2011 um 07:39) AntwortenReply to this comment

    Liebe Kommentatoren,

    die Fotos der "Jungen Polizei" der DPolG Bremen dokumentieren im Grunde genommen eine Haltung, die schwerlich mit einer freiheitlichen Gesinnung in Einklang zu bringen sind. Ich unterstelle den Fotografen und den Mitwirkenden nicht, dass sie undemokratisch oder gar rechtsextrem sind. Vielmehr drückt sich hier eine Haltung aus, die dem Populismus und den niederen Instinkten Vorschub leistet. Insofern passt es auch zu den Äußerungen, die der Bundesvorsitzende der DPOLG so gerne von sich gibt. In der Polizei gibt es neben den Standesvertretungen nur eine wirkliche Gewerkschaft. Auch sie macht Fehler – aber nicht solche!

  70. I.K. meint: (12.7.2011 um 09:05) AntwortenReply to this comment

    @Hannes:

    @ Hannes,

    in Bezug auf die notwendige Kritik gebe ich Ihnen vollkommen recht. Mangelnde Kritikfähigkeit bedeutet Stillstand. Und ohne sich zu bewegen kann man auf gesellschaftliche Veränderungen nicht reagieren.

    Allerdings scheint sich mein Verständnis von Kritik deutlich von Ihrem zu unterscheiden. Der normale Kritiker stellt Dinge in Frage, sammeln valide Fakten und bildet sich nach abschließender Bewertung ein eigenes Urteil. Ebenso wichtig wie die Kritik ist nun die Frage, wie basierend auf dieser Ausgangslage eine Verbesserung der Situation erreich werden kann.

    Sicherlich basiert Ihr Text auf persönlichen Erfahrungen und auch ich habe mich durchaus schon über das Verhalten von einzelnen Beamten geärgert, aber eine Polizeikultur der Vertuschnung aus einzelnen Vorfällen ableiten zu wollen, halte ich für ein wenig übertrieben.

    Wenn Sie das Theme wirklich interessiert und bewegt, gibt es doch ein haufen ungelöster Fragen, welcher konstruktiver zum Geschehen beitragen könnten. Beispielsweise:

    Gibt es Anzeichen für einen Gesinnungswandel bei der Polizei? Haben sich die Übergriffe gegen die Bürger tatsächlich vermehrt oder liegt diese Wahrnehmung an einer fokusierten Berichterstattung? Wie könnten Entwicklungen dieser Art begründet sein? Wie kann die demokratische Verständnis der Nachwuchskräfte geschult werden? Kann bei den Bundesländern mit Kennzeichnungspflicht eine positive Veränderung festgestellt werden?

  71. GxS meint: (12.7.2011 um 10:26) AntwortenReply to this comment

    @I.K.:

    Ob es einen Gesinnungswandel gibt, erfordert doch Studien, die ein einzelner kaum (und unbezahlt) leisten kann. Das einzige, was ich auf die Schnelle darüber gefunden habe, ist der Bericht von Amnesty über Polizeigewalt in Deutschland.

    http://www.amnestypolizei.de/sites/default/files/imce/pfds/Polizeibericht-internet.pdf

    DAS AUSMASS VON BESCHWERDEN WEGEN MISSHANDLUNG
    GEGEN DIE POLIZEI IN DEUTSCHLAND
    Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts
    gab es keine offiziellen Daten darüber, wie viele Menschen
    Anzeige wegen Misshandlung oder unverhältnismäßiger
    Gewaltanwendung erstatten. Erst seit dem
    1. Januar 2009 sind die Staatsanwaltschaften dazu
    verpflichtet, über strafrechtliche Ermittlungen bei bestimmten
    von Polizisten während der Amtsausübung
    begangenen Straftaten Statistiken zu führen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts
    waren die Daten für das erste Jahr noch nicht
    veröffentlicht. Die polizeiliche Kriminalstatistik führt
    dagegen nach wie vor nicht auf, wie viele Ermittlungen
    gegen Polizisten wegen Körperverletzung, Nötigung oder
    Bedrohung im Amt durchgeführt wurden.

    Das heisst es gibt keine Daten.

  72. GxS meint: (12.7.2011 um 10:36) AntwortenReply to this comment

    Nachtrag: ein paar Daten hat amnesty doch:

    In Berlin wurde 2006 in 234 Fällen, 2007 in 278 Fällen und 2008 in 548 Fällen gegen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt ermittelt. Die Berliner Behörden erklärten den Anstieg diesbezüglicher Ermittlungsfälle für 2008 mit Veränderungen bei der statistischen Erhebungsmethode.
    Sachsen meldete für 2004 in 52 Fällen, für 2005 in 85 Fällen, für 2006 in 68 Fällen,für 2007 in 120 Fällen und für 2008 in 81 Fällen Ermittlungen gegen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt.
    In Berlin kam es 2006 deswegen zu 21 und 2007 zu 13 Verurteilungen. Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung aus dem Jahr 2003 werden Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt gegen Polizeibeamte häufiger
    ohne eine Gerichtsentscheidung eingestellt als sonstige
    Ermittlungsverfahren gegen andere Personen.
    Amnesty International ist der Auffassung, dass diese Daten trotz ihrer Unvollständigkeit bereits zeigen, dass eine beträchtliche Anzahl von Anzeigen gegen Polizeibeamte eingereicht wird. Die Angaben des Landes Berlin weisen darüber hinaus darauf hin, dass nur wenige dieser Anzeigen letztendlich eine Gerichtsentscheidung nach sich ziehen.

  73. I.K. meint: (12.7.2011 um 11:58) AntwortenReply to this comment

    @ GxS

    Vielen Dank für die Informationen! Der erste Lichtblick ist ja schon, dass zukünftig die Daten erfasst und veröffentlich werden müssen. Auch wenn diese jetzt nicht zur Verfügung stehen, verspricht das wenigsten ein wenig mehr Transparenz.

    "Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung aus dem Jahr 2003 werden Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt gegen Polizeibeamte häufiger
    ohne eine Gerichtsentscheidung eingestellt als sonstige
    Ermittlungsverfahren gegen andere Personen." Die spannende Frage wäre ja nun, warum? Liegt das daran, dass die Judikative und die Exikutive auf Kuschelkurs gehen? Oder vielleicht daran, dass Personen im Ordnungsdienst auch bei rechtskonformer Dienstausübung häufiger angezeigt werden, weil sich Dritte trotz rechtmäßiger Durchsetzung der gemeinschaftlichen Ordnung unrechtmäßig behandelt fühlen? Schwierige Fragen die, und da stimme ich Dir uneingeschränkt zu, wenn ünerhaupt nur beantwortet werden können, wenn jemand bereit ist dafür Zeit und Geld zu investieren.

  74. GxS meint: (12.7.2011 um 16:04) AntwortenReply to this comment

    @I.K.:
    Dazu müsste man sich die Studie mal besorgen und ansehen:

    Singelnstein, Tobias, Institutionalisierte Handlungsnormen
    bei den Staatsanwaltschaften im Umgang mit Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt gegen Polizeivollzugsbeamte.
    In: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 2003, S. 1ff.

    Oder vielleicht daran, dass Personen im Ordnungsdienst auch bei rechtskonformer Dienstausübung häufiger angezeigt werden, weil sich Dritte trotz rechtmäßiger Durchsetzung der gemeinschaftlichen Ordnung unrechtmäßig behandelt fühlen?

    Die Beispiele in der Studie von Amnesty lassen eher das Gegenteil vermuten.

    Die wirklich interessante Frage lässt sich aber auch mit solchen Statistiken nicht beantworten:
    Wieviele Leute bringen aus Angst vor der Polizei die Gewalttätigkeit nicht zur Anzeige? Diese Dunkelziffer ist hier vermutlich viel höher als bei anderen (nicht von Polizisten begangenen) Körperverletzungen.

    Diese Frage ist essentiell, denn sie drückt das Vertrauen gegenüber Polizei und Rechtsstaat aus.

  75. Raschi meint: (12.7.2011 um 22:55) AntwortenReply to this comment

    Da wird doch tatsächlich ein Terrorist gezeigt, der offensichtlich Muslim ist. Rasismus pur (schon weil der Islam eine Rasse ist!) Schließlich gab es noch keinen einzigen Terroranschlag muslimischer Extremisten. Vielmehr ist festzustellen, dass alle Terror-Anschläge der letzten Jahre von Nicht-Muslimen verübt wurden.

    Jetzt gilt es den Verantwortlichen sofort die soziale Existenz zu zerstören! Ein Ausschluss aus dem Polizeidienst kann da ja wohl nur ein Anfang sein!

  76. aeon meint: (19.7.2011 um 12:00) AntwortenReply to this comment

    Oh, BTW: die Bilder bei Metronaut sind Satrie. Der Text der Pressemitteilung nicht… m(

    http://www.metronaut.de/berlin/dpolg-stellt-neue-cybercops-kampagne-vor/

  77. Kotzendes Einhorn meint: (19.7.2011 um 15:27) AntwortenReply to this comment

    Ich wurde auch gebeten die Bilder zu löschen. Aber grundsätzlich frage ich mich dennoch, ob ich das muss?! Handelt es sich dabei nicht um ein Bildzitat in diesem Sinne:

    "Ein Zitat erfordere einen Zitatzweck und eine Auseinandersetzung mit dem Bild im Text, wobei das Bild nur unverändert und mit zutreffender Quellen- bzw. Urheberangabe veröffentlicht werden darf."

    Quelle und Urheber wurden genannt und eine Auseinandersetzung mit dem Bild im Text gab es ebenfalls.

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