Regierung gibt den Bus frei
Es tut sich was im öffentlichen Personenverkehr. Die Bundesregierung hat nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Buslinien auch auf Fernstrecken erlaubt. Bislang dürfen Buslinien keine Ziele bedienen, die weiter als 50 Kilometer auseinander sind. Mit dieser Regelung, welche die Bahn vor Wettbewerb schützen sollte, soll Schluss sein.
Nach dem geltenden Personenbeförderungsgesetz sind neue inländische Fernbuslinien nur gestattet, wenn der Verkehr mit den vorhandenen Verkehrsmitteln nicht befriedigend bedient werden kann. Gerade bei den interessantesten Zielen, den Großstädten, konnte die Bahn stets auf ihr “ausreichendes” Angebot verweisen und sperrte so die Konkurrenz von der Straße aus.
Laut Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bringen Fernbuslinien mehr Flexibilität und sparen den Fahrgästen auch noch Geld. Die Fahrt mit einem Fernbus sei in jedem Fall deutlich preiswerter als mit einem privaten Pkw (und, möchte man hinzufügen, sicher auch billiger als ein Ticket der Bahn).
Der Bus sei ein umweltfreundliches und klimaschonendes Verkehrsmittel. Schon bei durchschnittlicher Auslastung sinke der Kraftstoffverbrauch und der CO2-Ausstoß pro Fahrgast im Vergleich zum Pkw deutlich.
Auch neue Fernbuslinien benötigen künftig eine Genehmigung. Diese wird von der zuständigen Landesbehörde erteilt werden. Ein entsprechendes Konzessionsmodell wird derzeit schon entwickelt.
Die Gesetzesänderung muss von Bundestag und Bundesrat noch bestätigt werden. Die ersten Fernbuslinien sollen schon ab Anfang 2012 möglich sein.
Schade, dass dann am Ende doch wieder auf die Bahn Rücksicht genommen wird. Und was tut die Bahn? In den ländlichen Gebieten fahren seit Jahren schon nur Fremdfirmen, Bahnhöfe werden auf Automaten reduziert oder Strecken werden ganz still gelegt – ganz zu schweigen von neuen Strecken in ländlichen Gebieten. Ich würde sehr gerne komplett auf die Bahn verzichten und nicht demnächst dann mit dem Fernreise-bus zum nächsten Bahnhof der nächsten größeren Stadt gekarrt werden um dann doch den Zug nehmen zu müssen.
eigentlich erstaunlich. erst schenken wir der bahn *AG* die von den bürgern bezahlten anlagen, und dann gibs noch gesetze die das privatisierte unternehmen vor konkurrenz schützt.
ein eigentümliches verhältnis zum "freien markt" der ja "sich selbst regeln" soll.
Diese zusätzliche Konkurrenz ist für alle Seiten gut. Allerdings glaube ich nicht, dass es eine erhebliche Verlagerung von der Schiene auf die Straße gibt. So gibt es zwischen Dresden und Berlin schon seit 20 Jahren einen Fernbus und trotzdem fährt die Mehrheit der Fahrgäste mit der Bahn – Und das obwohl die Anbindung ziemlich bescheiden ist.
Wobei man sich schon fragt, in welchem Bereich die Bahn bei nüchterner Betrachtung wirklich auf ein "ausreichendes" Angebot verweisen kann.
Aber so ist das in der Deutschland AG eben, auch nicht anders als mit Energieriesen oder privatisierten Banken. Würde der Bürger wirklich gefragt, kämen vielleicht unliebsame Antworten.
Das Geld fließt nach oben…
Nun will man also der Bahn endgültig den ökonomischen Garaus machen, um sie dann "für'n Appel und'n Ei" zu "privatisieren". Wenn dann in absehbahrer Zeit der Busverkehr dank gestiegener Ölpreise unbezahlbar wird, kann man problemlos die Mobilität der Bevölkerung auf ein Minimum reduzieren, da dann das einst wunderbar funktionierende Bahnsystem (ich sag nur: Zeigersprung) in Trümmern liegen wird.
30 Jahre "geistig-moralische Wende":
Ruinen schaffen ohne Waffen…
b.
Ich wundere mich dann, warum es bereits jetzt zwischen Großstädten Buslinien gibt.
Und "ausreichend" finde ich ein Angebot nicht, dass 3x so teuer ist wie die Busfahrt.
Da hat sich die Bahn mit der Klage gegen die studentische Busfahrtfirma offenbar gehörig ins Knie geschossen. Gut so.
Sehr vernünftig, daß dieses Uralt-Monopol endlich abgeschafft wird.
Aber leider nur zur Hälfte. Denn die völlig überflüssigen Konzessionen wird es weiterhin geben und natürlich eine Bürokratie, die sich damit beschäftigt.
Ich finde Bahnfahren immer einen reichlich teuren Spaß. Innerhalb des jeweiligen Bundeslandes hält es sich bei weit entfernten Zielen mit den Ländertickets noch in Grenzen. Aber zum Beispiel die Strecke Hannover-Berlin soll mit der Bahn mit nem IC 50,- EUR für ne einfache Fahrt kosten, bei nem ICE sind's bereits 60,- EUR.
Mit Auto sind das ca. 300km. Bei nem Verbrauch von 8L/100km und nem Spritpreis von 1,60 EUR/l entspricht das 40 EUR. Rechne ich zum Benzinpreis noch Versicherungen, Steuern und Reparaturen ein (die bei PKW-Besitz allerdings sowieso anfallen, egal ob man nun mit Auto oder Bahn nach Berlin fährt), dann hält sich das gerade so die Waage. Aber sobald ich wenigstens einen Mitfahrer habe ist die Bahn einfach nur absurd teuer.
Sicherlich kann man mit den Bahncards etwas sparen, aber für Gelegenheitsfahrer lohnt sich das auch nicht.
Umweltentlastung und weniger Stress ist zwar schön und gut, aber man muss es sich halt auch leisten können.
@ galaxymaster
Weil Sie gerade den Bus zwischen Berlin und Dresden erwähnen: Es mag dieses Angebot schon länger geben, aber m. E. fuhren die Busse oft bis Prag, und NUR bis Dresden durfte man nicht mitfahren.
Wenn ich von Berlin nach Dresden fahren will, und Zeit ist für mich wichtiger als Geld, dann würde ich immer die Bahn nehmen. Da brauche ich weniger Zeit und habe es bequemer als im Bus. Beim Bus gibt es ein begrenztes Platzangebot, die Fahrzeit ist vermutlich eher nach oben offen, und der Abfahrtpunkt ist sicherlich schlechter zu erreichen als der Bahnhof.
Grundsätzlich spielt es natürlich keine Rolle, ob man mit Bus oder Bahn fährt, umweltfreundlich ist beides gleichermaßen.
Gut das solch eine Regelung gekippt wird.
Einziger nutzen den ich in sowas jedoch sehe ist das Gruppen mal schnell einen Fernbus bekommen bzw das kommerziell organisiert werden kann.
Glaube da war auch mal hier was drüber.
Ansonsten ist ein Überlandbus der nun zusätzlich zu einem Zug fährt dem dann 45 Personen fehlen auch nur eine Umweltbelastung. Da sollte die Bahn aber eher mit einem "Wie ein Bus ticket"- bis zu 45 Personen für X€ einen Tag überall hin kontern und das nicht über Gesetzliche Regelungen machen.
Da bleibt nur noch die Frage, ob jetzt im Wege der Freigabe aka Regulierung auch die ganzen netten Hemmnisse auf die Busverbindungen angewandt werden:
- Zugangsregelungen für mobilitätseingeschränkte Menschen (PRM) gemäß der EU-Passagierrechtsverordnung
- Zugangsregelungen für Personen mit Behinderungen und Personen mit eingeschränkter Mobilität gemäß der EU-Passagierrechtsverordnung (EG) 1371/2007
- Entschädigung bei verspäteter Ankunft am Zielbahnhof
- Erstattung erforderlicher Kosten aufgrund von Verspätungen
Der Lobbykampf beginnt erst und es ist nicht auszuschließen, dass mit dem Argument "Fahrgastrechte" der bisherige Preisvorteil erheblich schrumpfen wird.
Jene, die die Entscheidung hier als richtig erachten: wurde diese Meinung reflektiert?
Züge verbrauchen pro Passagier weniger Energie, das dürfte unstreitig sein (und umso mehr, als immer mal wieder sogar über ÜBERvolle Züge geklagt wird. Züge haben prinzipbedingt weniger (teures!) Personal an Bord. Trotzdem ist ein Zugticket teurer.
Nun, man darf denke ich unterstellen, dass es nicht an einer größeren Marge der Bahn liegt. Viele Strecken sind defizitär und werden nur zwangsläufig bedient.
Entscheidend für den Preisunterschied sind vor allem die enormen Baukosten. Die zwar von den Straßenbaukosten noch weit übertroffen werden – aber dafür müssen die Buslinien ja nicht zahlen. Und dass Busfahrer von Tariflöhnen wie denen der DB nicht selten nur träumen können, ist ebenso ein offenes Geheimnis.
Die Abschaffung von Monopolen ist eine gute Sache. Aber man darf die Umstände nicht ganz außer Acht lassen. Man darf nicht einen gesperrten Markt durch einen ungerechten Markt ersetzen. Und insbesondere angesichts des deutschen Öko-Strom-Wahns finde ich eine Verlagerung von Schiene auf Bus extrem merkwürdig. Ich bin kein solcher Ökofaschist, der CO² für ein besonders tödliches, geschweige denn rein menschlich gemachtes Problem hält. Aber ein AKW ist mir lieber als 1000e Busse, die die Autobahnen füllen, verunfallen, etc. – und das nur tun, weil die Kosten der "Trasse" (=Autobahn) hier die Allgemeinheit zahlt, anders als (zum überwiegenden Teil) bei der Bahn.
Ich finanziere Otto Mustermann also demnächst seinen Busurlaub, während ich mangels Verbindung die Bahn nutzen soll, die aufgrund der Konkurrenz ganz bestimmt nicht günstiger wird?
Ist doch eigentlich eine sehr schwammige Gesetzgebung, der Bus darf nur Strecken fahren die "nicht ausreichend" von der Bahn bedient werden.
Die Bahn ist nach wie vor extrem unflexibel und für Fahrten, die nicht Monate im voraus geplant werden können nach wie vor meistens deutlich teurer als mit einem PKW.
@bismarckhering:
Meiner Erfahrung nach steigen die Preise der Bahn schneller als der Benzinpreis.
Wenn ein Busticket guenstiger ist als mit dem Auto zu fahren, ist es auch automatisch guenstiger, als mit der Bahn zu fahren.
Ich wollte mal vor zwei Jahren die Strecke Leipzig-Bremen fahren. Kosten: 60 oder 90 Euro. Zeit 6 oder 8 Stunden.
Mit dem Auto brauche ich drei Stunden und es kostet nur 30-40 Euro.
@Kai: Fernbuslinien gibt es bisher nur von uns nach Berlin. Ist ein Relikt aus Zeiten der Mauer, als man via Transitautobahn nach Berlin fahren können sollte – die Lizenzen sind bis heute gültig.
@Horst Kleber: Guter Punkt! Gilt Stau dann als höhere Gewalt, oder habe ich (wie bei Bahn oder Airline) einen Anspruch auf Entschädigung? Und wenn es nur 25% sind, wird sich das in einem entsprechend höheren Fahrpreis ausprägen.
@Topic: Das wird ein Schuss in den Ofen. Nicht für die Buslinien, aber für den zumindest anfangs Rechte-losen Buspassagier. Selber schuld, mir sind traurigen Herzens dann doch 60 Euro für 5 Stunden Bahn lieber als 35 Euro für 8 Stunden Bus inklusive Stau und Raststätten-Halts.
Wurde Zeit dass diese Gesetz gekippt wird. Busreisen ist jedenfalls deutlich günstiger.
Gerade erst eine Reise für 3 Personen für die Strecke MannheimAmsterdam organisiert. Bei der Bahn nur mit Umweg über Karlsruhe, dann mit Nachtzug weiter für ca 150€ p.P. Beim Busunternehmer die selbe Strecke bei gleicher Fahrtdauer für gerademal 70€ p.P.
Nebenbei bemerkt, es wäre es sogar mit einem Mittelklasse Mietwagen von Stadtmobil Carsharing bei 3 Personen immernoch günstiger als mit der Bahn => ca 300€ bei 4 Tagen aufenthalt inkl. Parkinggebühr in Amsterdam. Wer hier noch die Bahnpreise als Konkurrenzfähig einstuft, hat nicht recherchiert.
@anonym:
Man kann durchaus von Berlin nach Dresden und auch zurückfahren. Das war auch noch nie anders. Der Berlinienbus, BEX oder RVD und weitere haben eine Sondergenehmigung aus der DDR. Da musste man noch nie bis nach Prag fahren, auch wenn das durchaus möglich ist.
Außerdem haben Sie überhaupt keine Ahnung wie das ist damit zu fahren:
1) Begrenztes Platzangebot?
Jeder der ein Ticket hat, hat auch automatisch einen Sitzplatz. Wenn ich da an die Bahn denke, na ui ui ui.
2) Fahrzeit nach oben offen beim Bus?
Schon mal Bahn gefahren in den letzten Jahren? Auch wieder ui ui ui. Wenn Sie mal zwei Stunden gestanden haben zu Weihnachten in der Bahn, dann ist da auch nichts mehr bequem.
3) Abfahrtsort schwierig zu erreichen?
In Berlin fährt auch nichts wichtiges mehr ab Ostbahnhof. Jetzt müssen alles und jeder zum Hauptbahnhof und der liegt ziemlich weit im Westen von Berlin. Da fahren Sie locker 20 bis 30 Minuten länger, wenn man aus dem Osten Berlins kommt.
In den Bus kann ich in Dresden am Hauptbahnhof direkt an der Straße erreichen. Man muss also seinen schweren Koffer nicht einmal eine Treppe hoch schleppen. In Berlin fährt der Bus ab Schönefelder Flughafen, ab Tegeler Flughafen oder ab dem zentralen Omnibusbahnhof. Den kann man genauso schnell mit der S-Bahn erreichen wie den Hbf in Berlin.
Probieren Sie mal den Bus aus. Sie werden überrascht sein.
@Randalf: Erstaunlicherweise sind viele Fahrer alleine im Auto unterwegs, und bei manchen glaube ich auch nicht, dass sie mit 8 Litern auf 100 hinkommen. Das eigene Auto ist für so manchen eben doch wichtig.
Ich rechne eher andersherum: Fahre ich Köln-Hamburg, kann ich in der Bahn mindestens zwei Stunden arbeiten und komme entspannt an. Mit etwas vorausschauender Planung kostet mich die einfache Fahrt erster Klasse 69 Euro (bzw. als BC25-Kunde knapp über fuffzich). Mit dem Auto könnte ich mich auf vier Stunden Stress am Steuer einstellen, bei fiktiven 30 cent pro km wären es über 120 Euro Kosten… alleine der Sprit kostet ja schon 420*(8/100)*1,60 – über 50 Euro, da fahre ich lieber Bahn.
Soviel zum Thema Fahrtpreise…
Unabhängig davon belebt Konkurrenz hoffentlich das Geschäft: Für München-Hamburg ist der Flug oft interessant, quer durch den Ruhrpott vermutlich der Fernbus günstiger und nicht einmal langsamer, und Köln-Frankfurt ist mit der Bahn unschlagbar schnell und komfortabel. Wenn die Kunden aber hier selber am Geld und damit an Geschwindigkeit und Komfort sparen wollen, warum nicht?
@ Christian
Daß Sie mit einem Ticket einen Platz bekommen, bezweifle ich nicht. Nur – woher habe ich ein Ticket vorher? Wenn man spontan wegfährt, hat man ja kein Ticket. Bei der Bahn kriege ich immer noch ein Ticket (und sei es im Zug), und einen Platz bekomme ich auch (nahezu) auf jeden Fall. Ich fahre allerdings immer 1. Klasse.
Ansonsten mögen Sie recht haben.
@debe, du widersprichst mir ja nicht :-) Alleine und erst recht mit ner Bahncard lohnt es sich. Aber wenn ich und meine Frau uns am Freitag spontan überlegen, dass wir das Wochenende in Berlin oder wegen mir auch Köln verbringen wollen: sind wir bereits dafür den praktisch doppelten Preis für die Bahn auszugeben, oder nehmen wir statt dessen lieber in Kauf, vielleicht ein oder zwei Stunden später anzukommen und von dem Geld richtig gut essen zu gehen?
Obwohl ich das Stress- und Stauargument auch nicht ernst nehmen kann. In den Hauptverkehrszeiten hat man neben vollen Straßen meistens auch volle Züge, und in den Nebenzeiten ist beides angenehm. Und wenn man Pech hat fährt die Bahn auch schonmal gar nicht (Regen, Hitze, Stürme, Schnee), kann aber mit dem PKW natürlich ebenfalls passieren.
Ich bin für den Fernbusverkehr, sehe aber schon die Entwicklung voraus. Erst wird die Bahn krokodilstränenvergießend öffentlichkeitswirksam einige Strecken schließen wegen der bösen Buskonkurrenz, wird deren Angebot dann ein Erfolg, kauft sie die Unternehmen einfach auf und erhöht dafür massiv die Fahrtpreise…
Quasimonopole haben eine Tendenz zur Selbsterhaltung.
Wie Microsoft halt- wird wer gefährlich, wird er gekauft.
Leider hat die die Bahn protektionieren wollende SPD ja schon angekündigt, das Gesetz über den Bundesrat stoppen zu wollen: http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:widerstand-im-bundesrat-spd-torpediert-fernbus-gesetz/60087390.html
Die Bahn ist wirklich unverschämt teuer im Vergleich zu einem PKW mit mehreren Insaßen; beim PKW steigen die Kosten durch weitere Personen auch nur marginal an – und man muss nicht unter verdreckten Sitzen oder unverschämten Mitfahrern leiden.
So gerne ich den Komfort bei Bahnfahren genieße, einfach aufzustehen und mal kurz zu gehen, oder lesen und schlafen zu können, so wenig ist mir das wert, wenn ich dann doch stehen muss…
Und wenn man mal 2 Stunden vor der Toilette, oder _zwischen_ den Wagen gestanden hat, hasst man die Bahn einfach nur noch… Wo sonst dürfen Plätze verkauft werden, die es gar nicht gibt?
Lieber fahre ich mit dem PKW, und nehme jemanden mit, oder fahre selbst bei jemandem mit – da kann ich dann auch wieder schlafen. Eine nette Plattform dafür ist z.B. mitfahrgelegenheit.de.
Bei der Bahn habe ich ohne Sitzplatzreservierung – die es auf so mancher Pendlerstrecke nicht gibt – nur schlechte Erfahrungen gemacht. Mir verging es schon immer bei den Kämpfen ums einsteigen, geradezu widerlich…
Aber die Bahn darf ja wie gesagt einfach Plätze verkaufen. Bis vielleicht mal ab und zu ein Zug doch überladen ist…
Ich werde weiterhin mit dem Auto fahren. Damit entscheide ich, wann genau ich fahre. Damit weiß ich genau, dass der Fahrer mit dem Fahrzeug umgehen kann, keinen Alkohol getrunken hat und nicht übermüdet am Steuer sitzt. Damit weiß ich, dass das Fahrzeug ordnungsgemäß gewartet ist, der Reifendruck stimmt und das Innere des Fahrzeugs nicht verdreckt ist. Außerdem bin ich nicht gezwungen, mich zu einem völlig vergammelten Abfahrtsort zu begeben (Hauptbahnhof Wuppertal), mich dort von Pennern nach Geld anschnorren zu lassen, mich mit Mitreisenden abzufinden, die im Fahrzeug dummes Zeug labern (BILD-Leser, RTL-Gucker), am Handy Gott und der Welt ihre Wichtigkeit verkünden oder ihre dreckigen Füße auf den Sitz legen.
Das einzige, was mich an der ganzen Angelegenheit betrifft ist, dass mich auf der durch meine Steuern bezahlten Autobahn außer übermüdeten Fahrern in technisch vergammelten LKWs jetzt auch noch übermüdete Fahrer in technisch vergammelten Bussen behindern und gefährden.
Danke liebe Bundesregierung!
Berlin – Hamburg fährt 14 x mal am Tag, Fahrzeit 3 h 10 min (ZOB) b.z.w 3h 30 min (Ostbahnhof), kostete zuletzt 47 Euro (hin und zurück), und wer betreibt die Strecke? Richtig, die Deutsche Bahn.
@24: Das ist nicht ganz richtig. Zum einen braucht man erstmal einen PKW, der kostet auch was. Zum anderen müssen die Straßen auch irgendwie gebaut werden – also finanziert indirekt jeder Steuerzahler (auch sie) diese Fahrten. Wird also teurer als man denkt…
Es ist durchaus nicht unüblich in manchen Gegenden Deutschlands ein Auto zu haben. ÖPNV gibt es nicht, und wenn man mehr als nur 3 Brötchen auf dem Fahrrad transportiert wird es unangenehm.
Die aufgeschlüsselten Fixkosten für das Auto werden also auch immer geringer, je mehr ich damit fahre – umso besser!
Und wieso finanzieren andere Steuerzahler die Straßen mit? Ich dachte dafür gibt es dedizierte Steuern (KFZ, auf den Treibstoff, etc), die das auf alle Autofahrer verteilen?
Und die Bahn wurde/wird nicht mit Steuermitteln querfinanziert?
Achja, und über Gütertransport wird auch noch einiges umgelegt… hmm, ich würde fast sagen, dass es müßig bis unmöglich wird das nachzuvollziehen.
Bleibt nur der Fakt: PKW ist günstiger als Bahn, insbesondere wenn man den PKW schon besitzt, und noch mehr, wenn man nicht alleine fährt.
Auch tägliche Pendler-Fahrgemeinschaften sind nicht so unüblich.
@Rangar:
Gründen Sie doch Ihren eigenen Feudalstaat, wenn Ihnen der Rest des Volkes dermaßen auf den arroganten Geist geht!
Mit so einem Piefke wie Ihnen würde ich auch weder Bus noch Bahn teilen wollen.
Und SIE haben die Autobahn bezahlt? Ganz allein?
Dann reichts auch für nen Zwergstaat am Mittelmeer…
Die zusaetzliche Konkurrenz wird die Bahn billiger machen.
Ich fahre hier in Grossbritannien manchmal mit den Langstreckenbussen. Sie sind bei Vorausbuchung extrem guenstig, z.B. London-Southampton fuer 1 GBP, London-Newcastle fuer 10 GBP. Die Busse sind komfortabel, fast immer voll besetzt (auch zu nachtschlafenen Zeiten), die Passagiere sind durchschnittlich ruhiger und schlafender als im Zug.
Wie konnte dann das sein:
(http://www.uni-greifswald.de/leben/anreisen/mit-dem-bus.html)
Soweit ich weiß, war das kein DB-Tochterunternehmen.
@anonym:
Das Ticket können Sie vor Ort am Schalter kaufen. Das geht in Dresden genauso wie in Berlin. Ich bin schon oft mit dem Bus gefahren, aber bisher waren immer noch ein paar Plätze frei. Zur Not kann man immer noch auf die Bahn umsteigen. Aber probieren kann man den Bus auf jeden Fall erst einmal. Ich denke doch, dass sich so mancher die Augen reiben würde wie schnell und unkompliziert das funktioniert.
Die SPD will das doch sinnvollerweise stoppen.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/fernbus102.html
Noch mehr Busse und LKWs auf den Autobahnen. Noch mehr Staus, Unfälle und Straßenschäden durch Busse und LKSs können wir echt nicht gebrauchen. Das wäre auch das Gegenteil von Stärkung der Bahn.
Was wir eher brauchen ist ein absolutes Überholverbot für LKSs und Reisebusse (!!!) auf Straßen mit weniger als 3 Spuren in eine Richtung.
@suki11:
Lässt die Bahn neuerdings auch schon bezahlte Kommentatoren auf die Foren los? Bin ich sonst nur von Russland und China gewöhnt… obwohl… Diktatoren verstehen sich immer gut…
Genau, wir zwingen die Menschen, doppelt oder dreimal so viel zu bezahlen für teilweise unverschämten Nicht-Service bei der Bahn, damit man die Autobahnen nicht benutzt, die man mehrfach teuer selbst bezahlt hat (Mineralöl- und Autosteuer werden nur zu einem Bruchteil für den Straßenbau verwendet).
@suki11:
So schön ein Überholverbot wäre, aber es ist unpraktikabel (russischer LKW tuckert mit 80 daher und am Berg mit 30). Dann bitte auch die Schönwetter-Dauer-Mittelspurfahrer auch gleich nach rechts verbannen.
Wenn man hier wirklich marktwirtschaftliche Maßstäbe anlegen möchte, muss man wissen, dass die Bahn für die Benutzung des Schienennetzes (teilweise) zahlen muss. Auf der Straße würde das einer Maut entsprechen. Die gibt es für Pkw und Busse (noch) nicht. Über diese und andere Gebühren sind im Preis der Bahn die sog. externen Kosten eingepreist. Beim Straßenverkehr sind die externen Kosten jedoch nicht drin. Externe Kosten sind nicht nur Kosten für Bau und Erhalt von Straßen; auch Umwelt-, Lärm- und Staukosten sind umfasst. Und genau diese Kosten werden von der Allgemeinheit getragen. Würde man die in den Straßenverkehr einpreisen, müssten für jeden auf der Straße gefahrenen Kilometer etwa 3 Cent gezahlt werden. Und jetzt rechnet bitte noch einmal nach, ob Straßenverkehr unter Beachtung der externen Kosten wirklich günstiger ist.
Also ich weiss nicht. So richtig gut kann ich das nicht finden. Wie soll die Bahn denn dann in Zukunft weiterhin zwei mal jährlich ihre Beförderungsentgelde erhöhen. Am Ende bleiben nur die Fahrgäste weg und wir alle haben den Schaden (oder so…)
@Christian: Mit meinem Rad kann ich nicht nur drei Brötchen, sondern problemlos auch einen Single-Wocheneinkauf transportieren. Innerhalb meiner mittleren Großstadt kann ich dank des Rades sogar vollständig auf ein Auto und fast vollständig auf den ÖPNV verzichten. Funktioniert auch bei Freundin und Kind. Sehr umweltfreundlich. :)
@user124:
Das ist hanebüchener Unsinn. Sämtliche Aktien der Bahn gehören dem Bund, damit ist die Bahn lediglich privatrechtlich organisiert, aber weiterhin ein Staatsunternehmen; insofern haben "wir" nur "uns" etwas geschenkt, was äquivalent zu einer Situation ist, in der "wir" "uns" nichts schenken. Und wenn die Deutsche Bahn AG an die Börse gebracht und die Aktien (teilweise) in Privatbesitz gelangen wird, wer bekommt dann das Geld, das für die Aktien gezahlt wird? "Wir".
Fernbuslinien gibt es schon länger, zumindest von Berlin aus (damals noch Westberlin). siehe http://www.bex.de
Statt das Fernreisebusgesetz zu verschärfen – kein Linienbusverkehr über 50km – und die Bahn wieder zu verstaatlichen, wird das Gesetz jetzt aufgeweicht. Statt in einen bequemen, sauberen und gut funktionierenden Bahnverkehr zu investieren, wird durch Fernbuslinien, deren Kampfpreis zu lasten des Personals und des Steuerzahlers (Belastung des Strassennetzes, Umweltschäden) geht, der Bahn der Garaus gemacht.
Busse sind auf langen Strecken einfach eine Qual. Unbequeme Sitze mit Abständen für Zwerge, keine Möglichkeit sich mal zu bewegen, Toilettenstop nach Fahrplan. Nein danke! Da fahre ich tausendmal lieber mit der Bahn.
Deshalb: Weg mit den Fernbuslinien, weg mit der Privatisierung der Bahn, hin zu einem leistungsfähigen Schienenverkehr in staatlicher Hand!
In Tschechien hat die Bahn gottseidank nie versucht ICEs einzufuehren weswegen ich bis zur Grenze (ohne jedwede Rabatte) fuer wenige Euro fahren kann. Gruppenrabatte ab 2 Personen. Der selbe Eurocity kostet dann ab der Grenze 10x so viel und das Zugpersonal spricht dann auch nur noch Saechsisch. Unabhaengig davon schafft es die CZ bahn ein richtiges Restaurant sowie Steckdosen fuer Laptops anzubieten und ein Ticket Berlin-Prag ist 15 Eur guenstiger als auf der DB Webseite gebucht (weswegen das seit neuestem nicht mehr moeglich ist).
Kann man vielleicht die Deutsche Reichsbahn wiederbeleben?
@14: Stichwort: Peak Oil, Zeitrahmen 10+ Jahre
Dank Elektrifizierung des Bahnnetzes könnte die Bahn trotz versiegenden Öls Mobilität gewährleisten sofern sie nicht zuvor durch Privatisierung und Verschleißbetrieb heruntergewirtschaftet wird.
b.
Was für Milchmädchenrechnungen…
Die Bussegesellschaften betreiben keine eigene Infrastruktur und zahlen auch kaum dafür. Busse haben auch häufig recht restriktive Gepäckbeschränkungen. Zudem bekommt man bei den Bussen auch keine Anschlußverbindungen und die Busse fahren keine kleineren Orte an.
Dies alles sorgt dafür das Busse als günstiger oder besser (wenn man die vielen Nachteile aussen vor lässt).
Im Auto fahren die meisten alleine. Darauf zu verweisen das man ja weniger zahlt wenn mehr fahren passt deshalb schon nicht. Zudem werden die Autokosten gerne mal künstlich kleingerechnet.
Es kommt einfach darauf an was man macht. Wer jede Woche von einer Großstadt in die nächste fährt ist mit der Bahn mit Abstand am besten bedient. Wer viel Zeit und wenig Geld hat ist auch mit der Bahn am besten bedient. Wer spontan mit mehreren Leuten selten mal irgendwo hinfährt der ist mit dem Auto am besten bedient. Wer auf einem Dorf wohnt der braucht ein Auto……
Auf jeden Fall schneidet die Bahn verdammt gut ab wenn man fair vergleicht.
Was natürlich nichts daran ändert das die Bahn sich in vielen bereichen verschlechtert hat und den Kunden das Leben schwer macht.
Der umweltfeindliche Personenverkehr auf der Bahn gehört endlich abgeschafft. Im Regionalverkehr werden für ein paar Hanseln hunderte Tonnen herumgewuchtet bei einem Verbrauch von 3-5 l Diesel pro Kilometer. Auch der Hochgeschwindigkeitsfernverkehr ist alles, aber ganz sicher nicht energie-effizient bei 37 % Auslastung. Kein Wunder, steht er ja auch im Wettbewerb zum Flugzeug. Das wollen ein paar Eisenbahnnostalgiker bei der SPD nicht begreifen.
Ein mäßig ausgelasteter Reisebus transportiert einen Passagier für unter 1 l pro 100 km. Das schafft kein PKW und erst recht kein Eisenbahntriebwagen ('ne Straßenbahn vielleicht). Deshalb können Buslinien rentabel fahren, während der Bahnregionalverkehr fett aus Steuergeldern subventioniert werden muß. Genau da ist nämlich die SPD hinterher.
Der Staatsbankrott Deutschlands wird auch das Ende des Personenverkehrs auf der Schiene einläuten. Denn Leute werden sich den realen Preis einer Bahnfahrt schlicht nicht leisten können. Und ob der Bus dann legal oder illegal fährt, ist in Krisenzeiten dem einen oder anderen sicher auch scheißegal.
Wenn ich mir ansehe was hier geschrieben wird… Der Bus ist so unbequem habe ich schon ein paar mal gelesen, man hat keinen Platz… Ich für meinen Teil kann im normalen Linienbus bequem schlafen und habe auch schon einige Fahrten in Reisebussen unternommen die mehr als 1h gedauert haben (Kaiserslautern->München, Kaiserslautern->Wolfsburg oder auch Alzey->Unterhaching) und ich bin wunderbar damit zurecht gekommen. Gut in den Bussen konnte ich zumindest auf der Hinfahrt nicht wirklich schlafen (könnte aufgefallen sein, es waren fahrten zu Fußballspielen). Gut, mit dem Laptop im Bus zu arbeiten ist manchmal recht unbequem, aber wenn man es darauf anlegt kann man immer noch die Bahn nehmen.
Zu den ganzen Unkenrufen von wegen unbequem, wird viel zu teuer usw. sei gesagt: Wenn es zu teuer ist oder zu unbequem werden die Leute es einmal versuchen und dann wird sich das ganze auf natürlich-kapitalistische Weise erledigen.
Hier diskutieren Sozialisten oder abgerichtete Sozialisten.
Die Unternehmen sollen sich entscheiden, ob sie Verbindungen anbieten und vorallem wie.
Punkt.
In den USA gibt es Greyhounds und 1. Klassebusfahrten (siehe auch Bericht von Broder Boston-NewYork) mit schnellem Internet in einem bequemen Ledersessel, usw.
Einfach mal Unternehmer machen lassen, siehe die Jungs aus Ost-Frankfurt, mit Ihrer Internet-Plattform.
JSG hat eigentlich alles wichtige auf den Punkt gebracht.
Man braucht sich nur die Situation in den USA anschauen was durch so ein Müll passiert ist. Die Bahn ist am umweltfreundlichsten und die preislichen Vorteile, die die Buslinien haben, werden nur auf dem Rücken der allgemeinen Bevölkerung erwirtschaftet. Müsste eine Busgesellschaft nämlich ihre eigenen Strassen bauen, bewirtschaften, pflegen dann würde der Preis um ein vielfaches über den eines Bahntickets liegen.
Die Entscheidung finde ich trotzdem gut, wenn man nun im Umkehrschluss die Bahn mit den selben Mitteln fördern würde. Dann würden nämlich die Busslinien ganz schnell aussterben.
Buslinien sind um einiges unpünklicher, da sie von Strau, Strassenbeschaffenheit, Rushour etc. beeinflusst werden. Busse bieten viel weniger Platz / Konfort / Beinfreiheit. Die Gefahr eines Unfalls ist mit einem Buss um ein vielfaches Höher als mit Zügen. Minutenschlaf / Nebel / Glatteis. Das alles sind Gefahren die man mit einer ordentlichen (staatseigenen) Bahn nicht hat. Ich verweise gerne auf die alten Zeiten, wo unsere Bahn noch ein Vorzeigeobjekt war und wir alle auf diesen Staatskonzern stolz sein konnten.
Alle negativen Eigenschaften die hier von den Leuten vorgebracht werden sind kein Ergebis des Verkehrsmittels sondern ein Ergebnis von schlechtem Management.
@JSG: Zum Energieverbrauch der Bahn im Vergleich zum Fernbus hier ein vielleicht erhellender Artikel: http://www.focus.de/finanzen/news/umweltschutz_aid_135874.html
Ein gut besetzter Bus kann pro Passagier durchaus um einiges "umweltfreundlicher" sein als die Bahn.
Ich bin durchaus ein Fan des Schienenverkehrs (wenn auch nicht von Herrn Grube oder Herrn Kefer, die ja auch eher durch Rückbau von Schieneninfrastruktur von sich reden machen) aber die Bahn verbraucht nun mal auch Energie und Fläche.
Busse sind unbequem? So viel unbequemer als die Bahn auch nicht (ich bin auch schon mal 10 h nach Frankreich gefahren mit dem Bus, geht wunderbar), haben auch keine schlechteren Toiletten als die Bahn und sind, wie schon öfter erwähnt, umweltfreundlicher.
Über ein eigenes Auto geht jedoch trotzdem nichts: Immerhin laufen bei der Bahn irgendwann gegen 23 Uhr langsam die Verbindungen aus und wenn man nicht gerade in einer Millionenstadt ist, fährt dort nach 19 Uhr auch kein Bus mehr, geschweige denn irgendwas brauchbares in Richtung angrenzende Dörfer (und wer dann auch noch in den Ferien dort ist, wenn gleich gar keine Busse mehr fahren…) Konsequenz: Man kommt um ein Auto nicht herum, und bevor man sich eines leiht vor Ort (wenn denn die Möglichkeit besteht), kann man auch gleich selbst mit dem eigenen hinfahren.
@Jan
Der Kauf von Stinnes durch die DB ist nicht nur geschehen, sondern sogar eine sehr interessante Geschichte. Da lohnt es sich die Vita der Handelnden Personen mal naeher anzuschauen…
Auf jeden Fall gehoerte die Strecke damals zum Konzern.a
@Christian:Danke, Sie haben es mir erspart, fast wortgleich das Gleiche zu schreiben. Wenn man dann noch bedenkt, dass Hin- und Rückfahrt von DD nach Berlin mit dem Bus schon für 18 EUR zu haben ist…
Fahre mittlerweile schon aus Prinzip nicht mehr mit dem Abzock-Unternehmen Bahn.
An alle begeisterten Fernbusreisenden. Wie sieht es dann für Rollstuhlfahrer aus? Können die auf sie einer Fernbuslinie mitbefördert werden? Falls nicht, dann gehören diese Linien alleine schon aus diesem Grund eingestampft. Besser wäre aber, sie hätten die selben Auflagen wie die Bahn, mal sehen ob das dann immer noch so günstig wäre. Ich jedenfalls kenne keinen Reisebus, welcher eine behindertengerechte Toilette hat.
@Christian2: Eine teure selten befahrene Eisenbahnstrecke ist planwirtschaftlicher als eine stark befahrene Autobahn.
@Der finstere Hugo: Das mag sein, beantwortet aber meine Frage nicht, die Bahn und auch der Nahverkehr haben diese Auflagen. Gelten die dann auch für die Fernbuslinien?
Ich bin noch bis 2010 recht oft zwischen Itzehoe und Kiel gefahren, an den Wochenenden. Die Bahn fährt jede Stunde. Der Prinzipell schnellste Weg ist nach ca. 50km ein Umstieg in Wrist auf den Bus, Aufenthalt ca. 20min, um die restlichen 20km zurückzulegen. Wenn nun aber eine Stunde ist, zu der der Bus gar nicht faehrt, dann ist der schnellste Weg mit der Bahn erst 30km nach Elmshorn, dann nochmal 40km ueber Gluecksstadt nach Itzehoe. Natuerlich zahlt man nicht die Luftlinie. Schoen zu sehen bei Openstreetmaps. Beide Wege brauchen ueber 90min.
Es faehrt auch ein Bus die ganze Strecke, ein paar mal am Tag. Der faehrt dann immer in den hinterletzten Winkel eines jeden Kuhdorfes, das er anfaehrt, so dass er 2h braucht. Der darf uebrigens keine Stehplaetze anbieten.
Ich waere wirklich dafuer, den regionalen Zugverkehr durch Busse zu ersetzen. Wenn bei gegebener Auslastung ein Bus nicht mehr ausreicht, um so besser – dann koennen sie haeufiger fahren, und das wirtschaftlich.
Solange man davon ausgehen kann, dass Pkw die schlechteste Variante fuer das Klima sind, ist es falsch, einfach nur Bus gegen Bahn zu vergleichen: wenn wir einen Regionalverkehr haetten, bei dem jeder Ueberlandbus zumindest tagsueber mindestens alle 20min faehrt, dann muesste haette ich mir nie ein Auto zugelegt. Dann muesste ich nicht den Tagesablauf darauf ausrichten, wann ich zum Bahnhof muss, um eine Verbindung zu bekommen, bei der ich nicht 80 oder 140min in Wrist warten oder 50km Umweg nehmen muss.
Dann haette ich keinen echten Bedarf mehr nach einem Auto. Das ist vielleicht politisch nicht gewollt…
Apropos Auto: man vergleiche mal die Gebrauchtwagenpreise in Rendsburg, das direkte Bahnverbindungen nach Kiel, Flensburg, Neumünster und Hamburg hat, mit denen in Itzehoe, das nur an Hamburg gut angebunden ist, an. Von der Siedlungsdichte sind beide Orte recht aehnlich. Aber das Angebot in Rendsburg ist deutlich groeszer.
Noch ein paar Punkte Bahn vs Bus:
1.) Wenn ein Zug feststeckt (spielende Kinder auf den Gleisen, "Bombenfund" im Bahnhof, Suizid), dann belegt er die Spur. Er kann auch nicht einfach ausweichen, ohne das Netz zu stoeren. Straszenfahrzeuge sind sind wesentlich flexibler.
2.) Busse funktionieren besser auf billiger Infratruktur als Bahnen, zumindest besteht die Moeglichkeit, Busse so zu bauen, dass sie auf Schotterpisten mit 20cm Schlagloechern klarkommen. Straszenverkehr kann sich auch ohne Signalanlagen organisieren, Zuege koennen das schon wegen des Bremsweges nicht. Auch hier ist ihre Abhaengigkeit von der Infrastruktur her also geringer.
3.) Busse koennen bei Bedarf flexibel und spontan an beliebigen Orten eingesetzt werden, wenn man Reserven hat. Die Bahn AG kriegt das ja leider fast nie hin, aber wenigstens bei geplanten Ausfaellen kennt man ja den Schienenersatzverkehr.
Zusammenfassung: der oeffentliche Regionalverkehr ist, sobald es ein wenig ins laendliche geht, unattraktiv, weniger wegen der reinen Fahrzeit, als vielmehr die unflexible Zeitplanung drumherum und die oft langen Wartezeiten zwischen den Umstiegen. Bei Verspaetungen oder gar Ausfaellen kaskadiert dieses Problem regelrecht, wenn Anschluesse verpasst werden. Das alles ist Folge von einer niedrigen Bedienfrequenz, die sich auf (allein) Schienen aber oft nicht erhoehen laesst.
Pro Bahn koennte man erwaehnen, dass manche Dinge besser gehen, z.B. lesen, so dass bei geplanten Fahrten die Bahn doch den Vorzug kriegen koennte.
@53 Christian2: guter Punkt. Ich persoenlich bevorzuge auf der Kurzstrecke den Stehplatz und meine, dass man einen Teil der Sitzplaetze streichen koennte zugunsten von Freiflaeche, nutzbar zum Stehen, fuer Kinderwagen oder eben Rollstuehle – auch mehr als zwei.
Was die Toiletten angeht: wenn die Auflagen existieren, wird das technisch auch umgesetzt werden. Auch bei der Bahn gibt es noch viele Toiletten, die fuer einen Rollstuhl viel zu eng sind. Und von manchen Fluglinien wollen wir gar nicht erst reden…
@madd: Das ist aber genau der Punkt, die Bahn hat Züge mit behindertengerechten Toiletten und man muss als Rollstuhlfahrer nur 24 h vor Fartantritt angeben wo man ein und aussteigen will, den Rest (Rollstuhlrampen am den jeweiligen Bahnsteigen) organisiert die Bahn. Schafft das eine Fernbuslinie auch, wenn man dort 24 Stunden vorher anruft?
@Christian2: Sollte es diese Auflagen geben, werden sie bei der Bahn nicht umgesetzt. Behindertengerechte, d.h. ebenerdige Zustiege kenne ich nur von Regionalbahnen. Und selbst dort ist dann mitten im Waggon eine Stufe, so dass man im Zweifelsfall nicht zur Toilette kommt. Behindertengerechte Toiletten hab ich in Zügen überhaupt noch nicht gesehen. Ich bezweifle, dass jemand ohne Hilfe mit Rollstuhl in diese engen Kabuffs kommt.
Die ansonsten vorgebrachten Argumente gegen Fernbusreisen halte ich für wenig stichhaltig. Wem das Platzangebot zu beengt ist oder wem die Fahrt zu lange dauert, der kann ja andere Verkehrsmittel nutzen.
Die Behauptung, die Bahn sei umweltfreundlicher als der Bus, ist in dieser Absolutheit schlicht falsch, wie schon angeführt wurde. Gut ausgelastete Busse sind umweltfreundlicher als ein Zug.
Die Behauptung, die Busunternehmen würden die Straßen nutzen, ohne ihren Erhalt zu finanzieren, ist falsch. Wie alle anderen auch zahlen die Unternehmen KFZ-Steuer und Energiesteuer (früher: Mineralölsteuer). Und das nicht zu knapp, wenn man sich mal diesen Rechner hier (http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_55228/DE/Buergerinnen__und__Buerger/Mobilitaet__und__Reisen/Rund__ums__Auto/Erklaerstueck/benzinpreisrechner.html?__nnn=true) anschaut. Dass dieses Geld in der Realität genutzt wird, um Haushaltslcher zu stopfen, liegt ja nun wirklich nicht im Verantwortungsbereich der Busunternehmer.
@bismarckhering:
So ist es.
Von dem Problem und seinen Konsequenzen will aber – nicht nur – hier keiner was wissen.
Trotzdem, für den unwahrscheinlichen Fall, daß es hier jemand geben sollte, der sich für seine Zukunft interessiert ;-), empfehle ich hier mal reinzuschauen:
http://www.chrismartenson.com/crashcourse/deutsch/kapitel-17a-peak-oil
Ich empfehle das Video anzuschauen, weil da auch viele informative Graphiken drin sind, die man beim Text nicht hat.
Kapitel 17a bis 20 halte ich für besonders wichtig.
Bei Kapitel 1-16 geht es im wesentlichen nur um unsere Finanzprobleme, aber daß wir pleite sind ist ja eigentlich keine echte Neuigkeit mehr ;-), darum und weil peak oil viel tiefgreifendere Folgen hat, finde ich die weniger wichtig.
Man versteht die Kapitel ab Nr. 17a auch ohne die vorherigen Kapitel.
@JoSchu: Ich behaupte ja nicht das es JEDER Zug hat, aber ein ICEs haben soetwas auf jeden Fall und hier geht es um den Fernverkehr. Und ja auch im Nahverkehr ist ein niederfluriger Zugang noch nicht überall da. Aber das wird stetig ausgebaut und verbessert. Ich hätte gerne eine Antwort auf meine Frage, ist es als Rollstuhlfahrer möglich mit dem Fernbus zu reisen?
@Christian2: Ich sehe zumindest kein Problem damit, die "Problemlösung" der Bahn mittels Rampe/Hebebühne zu adaptieren. Da der Markt gerade erst großflächig freigegeben wurde, wirst du auf die endgültige Beantwortung deiner Frage aber wohl noch warten müssen, bis sich das Angebot etabliert hat.
Beim Bus kommt man zumindest mit dem Rollstuhl bis zum Beförderungsmittel. Beim Zug scheitert es schon daran, dass 1/3 aller Bahnhöfe keinen barrierfreien Zugang zum Bahnsteig bieten.
Peak oil wird erst dann zum Problem, wenn nicht rechtzeitig Alternativen gefunden werden. Hier in Dresden wird im Stadtverkehr gerade auf Hybridbusse umgestellt. Auch bei reinen Elektromotoren sehe ich Potenzial. Und sollten diese Entwicklungen nicht schnell genug gehen, wirkt sich das eben auf den Preis aus und die Leute wechseln vom Bus zurück zur Bahn. Wo ist das Problem?
@JoSchu: Und nein ich habe nichts gegen Wettbewerb, aber der muss dann fair sein. D.h. wenn die Bahn auf der Relation Frankfurt – Hamburg beispielsweise 80% ihrer Verbindungen barrierefrei anbietet, was Rollstuhlrampe, Behindertengerchtes WC, spezielle Rollstuhlplätze in der Nähe des WC (und ja sowas gibt es in modernen ICEs) bedeutet, dann sollte ein Fernbus welcher in Konkurrenz auf dieser Relation gegen die Bahn antritt, das auch bieten. Sonst wird die viel propagierte soziale Marktwirtschaft nämlich ganz schnell zu einer asozialen.
@Christian2: Ich hab absolut nichts dagegen, wenn sowohl Fernbusse als auch Bahn barrierefrei werden und man das von mir aus auch gesetzlich festschreibt. Mich stört nur die Unterstellung, dies sei bei Fernbussen nicht gewollt/nicht möglich. Und mich stört die Behauptung, bei der Bahn sei Barrierefreiheit gang und gäbe.
Eine kurze Recherche ergab, dass es zwischen Frankfurt und Hamburg gerade keine Fernbuslinie gibt. Worüber regst du dich also auf? Dir bleibt noch genug Zeit für Beschwerden, falls so eine Verbindung geschaffen und Barrierefreiheit dabei außen vor gelassen wird.
@Christian2: Mag sein, dass die Bahn Züge mit Behindertentoilette hat, ich hab da aber noch nie einen gesehen.
Und das mit der Rampe will ich auch sehen – am besten noch bei einem Bedarfshalt einsteigen, irgendwo in einem der großen, unübersichtlichen Bahnhöfe mit knapper Umsteigezeit umsteigen und irgendwo bei einem völlig anderen Bedarfshalt wieder aussteigen. Und das jeden Tag hin- und zurück und das ganze Jahr (Berufstätigkeit).
Ich will gar nicht wissen, obs die Bahn einmal schaffen würde, aber die ganze Zeit definitiv nicht.
Btw, noch was zu Schiene vs. Straße: Es hat wohl auch seinen Grund, warum man Straßenbahnlinien nur in großen Städten und nur in der Innenstadt findet und der Rest alles mit Bussen abgedeckt wird (wenn überhaupt): Straße ist einfach vielseitiger nutzbar und ist eh für die Autos vorhanden.
Warum verladen wir nicht zwischen den grossen Staedten die Busse auf die Bahn, und dann fahren die Busse in die Doerfer?
@ralph: Ah, ok, das wusste ich nicht. Ist wohl auch nie so richtig kommuniziert worden, vllt auch mit der Verschachtelung DB -> Stinnes -> binschonda.
Hmm ich Google mal nach deinem Hinweis… ;)
Fernbusse, soso.
Interessante Idee, an einigen Stellen bestimmt eine Alternative zur Bahn. Aber ich würde nie eine Reise mit einem Bus unternehmen.
Ich wohne in einer Stadt mit ca. 300.000 Einwohnern, keiner Straßenbahn, aber einem recht passabel ausgebautem Busnetz.
Hier fahren die Busse auch noch zu später Stunde.
Aber: So viel Verspätung, wie die Busse sich hier in den fast zwei Jahren die ich hier wohne, eingefahren haben, das schafft die Bahn, die ich (fast) jedes Wochenende benutze, nie im Leben.
Zwar hat die Bahn ihre Beeinträchtigungen, Verspätungen und Unannehmlichkeiten, aber immerhin ist sie nicht auf den Verkehr angewiesen. Jeder der mit einem Bus schon mal in der Hauptverkehrszeit unterwegs war, wird wissen, was ich meine. Da hängt man ewig vor den Ampeln, weil die Schaltungen nicht gerade busfreundlich sind, man kommt nicht durch die Innenstadt usw.
Klar, Fernbusse würden viel die Autobahn befahren, aber wer schon mal einen Schnellbus benutzt hat, dem wird auch auffallen, dass die an jeder zweiten Laterne halten.
Was ich meine: Selbst wenn der Bus an Haltestelle A pünklich ist, kann der Verkehr sehr leicht dafür sorgen, dass er an Haltestelle B nicht mehr pünklich ist. Sachen wie technisches Versagen (z.B. kaputte Türen, abgefahrener Spiegel) oder Fahrgäste die dafür sorgen, dass der Bus zu spät kommt (alles schon erlebt) gar nicht mit eingerechnet. Das kann bei der Bahn nicht in dem Maße passieren. Zumindest bleiben sie nicht im Stau stecken.
Ich finde die Idee an sich gut und es ist sicherlich eine Alternative zur Bahn, die Frage ist nur, wie durchsetzungsfähig sie tatsächlich ist.
Zum Thema Barrierefreiheit:
In dem Gesetzesentwurf wird Barrierefreiheit mit keinem Wort erwähnt. Das kritisieren auch Behindertenverbände. (siehe: http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,26204/ticket,g_a_s_t und http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,27265/ticket,g_a_s_t )
Mir kann keiner erzählen, dass sich privatwirstschaftliche Unternehmen aus reiner Menschenliebe teurere barrierearme Busse anschaffen (Ja, diese Busse gibt es…) wenn sie nicht per Gesetz dazu verpflichtet werden.
Keine barrierefreien Busse? Keine Zulassung. So einfach ist das. Wenn erstmal "normale" Busse angeschafft werden, dauert es Jahre bis deren Anschaffungskosten sich amortisiert haben. Jahre, in denen behinderte und ältere Menschen aussen vor bleiben. Aber, hey, was wollen wir Krüpel überhaupt verreisen, den meisten von uns mangelt es eh am nötigen Kleingeld. Der Rest kann sich ja ein behindertengerecht umgebautes Fahrzeug kaufen. Oder Bahnfahren – im Fahrradabteil.
Als Gehbehinderte mit der Bahn zu reisen ist ein Glücksspiel. Defekte Aufzüge zu den Bahnsteigen werden monatelang nicht repariert, wenn es sie denn überhaupt gibt, Hilfe beim Ein/Aus/Umstieg (mit Hublift o.Ä. Fahrzeuggebundene Hilfen, die vom Zugbegleiter bedient werden können sind mir im Fernverkehr noch nicht untergekommen) gibt es nur in der Zeit zwischen 6uhr und 22 Uhr, man wird trotz Protest in den falschen Wagen verladen, der eben KEIN behindertengerechtes WC hat usw… Wenn ich eine längere Reise mit der Bahn vor mir habe trinke ich eben vorher nichts oder nur wenig. :/
Trotz alldem bin ich pro Bahn, weil ich für die Fernbusse nach PeakOil einfach keine Zukunft sehe und ausserdem mit der Bahn / dem ÖPNV (theoretisch)in fast jedes kleine Kaff in der BRD komme. Mit den Fernbussen vielleicht in 4-5 Großstädte – ohne Anschlussmöglichkeit.
@JSG: An sich ganz einfach zu lösen: Alle überregionalen Verkehrswege werden gleich behandelt (Verkehrswegegesetz) und kosten die gleichen Abgaben…
Nach etlichen Fahrten mittels Bahn, Bus und auch Flugzeug in und durch Deutschland im letzten Jahr mein Fazit: Ich fahre mit meinem eigenen Auto, ganz gemütlich, sogar im eigentlich für kürzere Distanzen angeschafften Kleinauto. Da kann ich selbst bei Stau rauchen, beliebige Musik hören oder es lassen, muss keine Pay-Dingsda-Verträge studieren und der Schaffner braucht nicht freundlich zu sein, weil es gibt keinen. Von Tankstellen feilgebotene Speisen und Getränke sind geradezu Feinschmeckerware zu Okkasionspreisen verglichen mit dem, was in Zügen angeboten wird. Und Idioten, die es auf Strassen auch gibt, denen kann ich Platz machen, auf dass sie ausser Reichweite geraten – im Zug schiere Unmöglichkeit…
@Kai:
[...Dann bitte auch die Schönwetter-Dauer-Mittelspurfahrer auch gleich nach rechts verbannen....]
Niemand muss auf die rechte Spur verbannt werde: Die rechte Spur ist die Pflichtspur für ALLE, die nicht überholen wollen. Aber das erzählen Sie mal einem Autofahrer der genau weiss, dass die rechte Spur nur von LKWs und Langsamfahrern benutzt werden muss.
On topic:
Fernbuslinien finde ich gut – kenne ich aus Spanien, und da funktioniert es tadellos. Es gibt dort sogar Expressbusse, die den Zielort ohne Halt anfahren und über mehr Komfort (mehr Sitzabstand, Speisen- und Getränkeservice, Multimediaangebote) verfügen. Und alles nur für einen geringen Aufpreis.
Ist ja amüsant zu lesen, was manche Leute so an Nachteilen bei Busreisen finden. Nicht daß ich nicht manche dieser Beurteilungen teilen würde – ich fahre auch sehr gerne Bahn.
Aber was offenbar nicht verstanden wird: Nur weil Fernbusse nicht mehr verboten sein werden, wird noch lange keine Pflicht eingeführt, sie zu benutzen.
Es wird also Wettbewerb geben und mehr Auswahl. Und da kann man sich nach Belieben die bessere (und teurere) Bahn oder aber den billigen Bus aussuchen. Oder doch das Auto. Kommt eben immer darauf an, um welche Strecke es geht.
Der einzige noch zu klärende Punkte ist die Fairneß des Wettbewerbs, d.h. die Kostenstrukturen müssen vergleichbar sein. Aber das dürfte in der Substanz nicht so viel ändern – wo die Bahn ihre Trassenpreise zahlt während die Autobahnen umsonst sind, zahlen die Busse KfZ- und Mineralölsteuer.
@R.A.:
[...Der einzige noch zu klärende Punkte ist die Fairneß des Wettbewerbs, d.h. die Kostenstrukturen müssen vergleichbar sein. Aber das dürfte in der Substanz nicht so viel ändern – wo die Bahn ihre Trassenpreise zahlt während die Autobahnen umsonst sind, zahlen die Busse KfZ- und Mineralölsteuer....]
Würde es echten freien Wettbewerb geben, müssten wir uns darüber keine Gedanken machen. Da es aber keinen echten Wettbewerb gibt, und die Politik und Wirtschaft von Lobbyisten und Seilschaften "geführt" wird, wird der Fernreisebus – so gut die Idee auch sein mag – nie eine Alternative zu PKW und Bahn werden. Und eine echte und gerechte Chance wird er, da binich mir fast sicher, auch nicht bekommen.
Willkommen in Deutschland.
Die Einfälligkeit der Kommentatoren ist ja mal wieder bezeichnend. Da freut man sich über mehr Konkurrenz für die Bahn, die böse Bahn die Strecken in ländlichen Gebieten stilllegt. Strecken die nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Als ob die neue Konkurrenz jetzt neue Verbindungen in ländlichen Gebieten schaffen würde. Ganz im Gegenteil wird es die Entwicklung noch beschleunigen die wir in allen Bereichen der Grundversorgung beobachten: in den lukrativen Gebieten gibt es eine absolute Überversorgung, jenseits der Speckgürtel unserer Großstädte aber kann selbst eine rudimentäre Versorgung nur durch massive Zuschüsse der öffentlichen Hand und entsprechende Gesetzgebung aufrecht erhalten werden. Während bei einem staatlichen Monopol die wirtschaftlichen Strecken die nicht wirtschaftlichen subventionieren könnten, wird der Gewinn nun von Privaten abgeschöpft und der entstandene Schaden mit Steuergeldern gestopft. Und der Bürger applaudiert. Idiocracy in action.
@73:
Da schmeißt Du jetzt einiges durcheinander.
Natürlich werden die Fernbus-Linien den einsamen Alm-Bauernhof genauso wenig bedienen wie die Bahn. Das würde ja auch weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll sein.
Massenverkehrsmittel wie Bus oder Bahn kann es überhaupt nur für Relationen geben, in denen genug Fahrgäste da sind, um einen Bus bzw. eine Bahn halbwegs zu füllen. Ein Bus oder gar eine Bahn mit zwei Fahrgästen durchs Land schaukeln zu lassen ist schlichter Wahnsinn. Die Bereitstellung von öffentlichem Verkehr in Randgebieten ist völlig unabhängig von der Fernbus-Diskussion zu diskutieren.
Da kann man über Rufbus-Taxen sprechen, oder umgekehrt darüber, daß es eben kein Menschenrecht darauf gibt, sich seinen Wohnsitz in der absoluten Pampa zu wählen und dann auf Kosten der Allgemeinheit transportiert zu werden – das sind eben politische Abwägungen.
Bei den Fernbussen geht es auf jeden Fall nicht um die Randregionen, sondern um die Verbindung von Mittelzielen. Ein Bus kann da gut eingesetzt werden, wo 20-40 Leute transportiert werden wolllen – und eben nicht die 80-200, um eine Bahn vernünftig einzusetzen.
Wobei "Mittelziele" nicht nur kleine Städte sein werden, sondern durchaus auch größere mit unüblichen Zielverbindungen oder Fahrtzeiten.
@Christian2:
Keine Ahnung, ob Du Rollstuhlfahrer bist: Falls Dir der neue Service "Fernreisebus" aufgrund solcher Bedenken nicht zusagt, dann ist das okay.
Und wenn die Bahn das, was Du benötigst, bieten kann, dann ist das auch okay – und Du musst Dich nicht mit der Qual der Wahl von Alternativen rumschlagen.
Also ich fahre ab und zu die Strecke München-Zürich und zurück mit dem Bus. Und ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden.
Für 25 Euro die Strecke in viereinhalb Stunden – schneller ist die Bahn auch nicht. Und bei der Bahn zahle ich laut Werbung bei der richtigen Buchung 39 Euro – aber unter 49 Euro ist soweit ich das sehe für die nächsten zwei Wochen überhaupt kein Platz zu bekommen.
Und ich sehe nicht ein warum ich für eine nicht schnellere Verbindung mindestens das doppelte zahlen soll. Im Bus kann ich bequem meine Skier mitnehmen wenn es Winter ist, und mit der Gepäckobergrenze kam ich auf der Strecke nie in Konflikt. Ich kann sogar bis zu fünf Meter an den Bushalteplatz in München mit dem Auto samt Gepäck gebracht werden ;).
Und genauso in Zürich – wenn nötig kann man prima am Aussteigeplatz aufs Auto warten. Ist am Bahnsteig eher schwierig.
Außerdem sind fünfzig Euro für hin und zurück in meinen Augen genug, ich hab ja keinen Dukatenesel zuhause..
Mfg
So richtig lustig wird's dann, wenn irgendwann der Rohstoff für die Instandhaltung unserer hunderttausenden von Straßenkilometern allein in Deutschland fehlt…
Die bestehen nämlich zu einem großen Teil ebenfalls aus… dreimal dürft Ihr raten…
Für den Betrieb der Bahn und die Instandhaltung ihres Streckennetzes braucht es zwar ebenfalls Energie, aber zumindest kein oder jedenfalls kaum Öl…
Hallo. Die Bahn fährt Bus. Innerbalb Deutschland und im Grenzüberschreitenden Linienverkehr,supergünstig sind die Bustickets mit ABO Cards zb.BahnCard 25 die auch in der Eisenbhn gelten. Wer fährt da noch mit der Eisnbahn von Nürnberg nach Prag mit einer Reisezeitvon über 5 Stunden,wenn es der Fernbus in 3 Std. 45min. im Stundentakt schafft.Gleichzeitig bekommt die Bahn 3 bis 4 Milliarden € für den Ausbau des Schienennetzes und Bahnhöfe und Hochgeschwindigkeits ICE.Beim Bau von Stuttgart 21 sollte auch ein Bahnhof für den Internationalen Fernbus gebaut werden.