Promis dürfen Paparazzi abschießen
Das Foto an sich ist unspektakulär. Es zeigt Jörg V., als Journalist unter anderem für Bild tätig, wie er eher gelangweilt in einem unauffälligen weißen Auto sitzt und eine Qualitätszeitung liest. Trotzdem ist das Bild auch ein Akt der Notwehr. Wettermoderator Jörg Kachelmann veröffentliche seinen Gegen-Schnappschuss, der in der Nähe von Kachelmanns Schweizer Wohnung entstand, im März 2011 auf Twitter. Er wollte damit zeigen, wie die Boulevardpresse ihm nachstellt. Auf so eine Art der Öffentlichkeit stand wiederum Reporter V. ganz und gar nicht. Er verklagte Kachelmann auf Unterlassung. Damit blitzte er nun jedoch vor dem Landgericht Köln ab.
Laut Kachelmann hatte Jörg V. ihm tagelang aufgelauert, obwohl jeder wusste, dass er seine Ruhe haben wollte. Der Reporter habe sein Auto etwa 200 Meter von Kachelmanns Wohnung geparkt, aber so, dass er stets Sichtkontakt gehabt habe. Von dieser Warte habe er Kachelmanns Grundstück observiert, dieses aber auch unerlaubt betreten und Nachbarn und Anwohner über Kachelmann ausgefragt.
Das Landgericht Köln sieht in dem Foto ein zeitgeschichtliches Dokument:
Der Umgang der Medien mit Prominenten, insbesondere die Art und Weise wie die Berichterstattung über Prominente und die Bebilderung derselben erfolgt, ist bereits grundsätzlich von gesellschaftlicher Relevanz und von öffentlichem Interesse, da der Umgang miteinander die gesellschaftlichen Grundlagen berührt.
Dieses öffentliche Interesse ist im vorliegenden Fall zudem noch dadurch gesteigert, dass die Berichterstattung über den Kläger, das gegen diesen geführte Strafverfahren aber auch der Umgang der Medien hiermit, ein wesentliches Thema der Jahre 2010 und 2011 war und großen öffentlichen Widerhall gefunden hat. Die Öffentlichkeit hat daher ein Interesse daran zu erfahren, wie diese Berichterstattung zustande kommt.
Jörg V. dürfe sich auch nicht Unrecht als Sündenbock hingestellt sehen. Denn er habe selbst publizistisch Dreck am Stecken. Daran lässt das Landgericht Köln keinen Zweifel:
Der Beklagte, wenn auch selbst nicht bekannt, war in seiner Eigenschaft als Journalist und Fotograf … an dieser vielfach persönlichkeitsrechtsverletzenden (Bild-) Berichterstattung über den Kläger beteiligt. Dies und seine Arbeitsweise wird durch die streitgegenständliche zeitnah veröffentlichte Fotografie dokumentiert, die geeignet ist, einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung über die Umstände von Medienberichterstattung zu erbringen.
Bemerkenswerterweise hat sich der Paparazzo auch mit dem Argument verteidigt, das Foto verletze seine Privatsphäre. Dem kann das Landgericht Köln schon vom Ansatz her nicht folgen. Auch wenn der Journalist nichts anderes tue, als in seinem Auto rumzusitzen und Zeitung zu lesen, sei er doch bei seiner Arbeit fotografiert worden. Dies sei eine typische “Vorbereitungshandlung für weitere journalistische Maßnahmen mit Bezug auf den Kläger”.
Im gleichen Prozess untersagt das Kölner Landgericht auch, ein Bild weiter zu zeigen, das den mittlerweile freigesprochenen Jörg Kachelmann in der Untersuchungshaft beim Hofgang zeigt. Dazu hatte sich der Fotograf Zugang zu einem Gebäude gegenüber dem Gefängnishof verschafft, das gerade umgebaut wurde. Dort wartete er, bis er Kachelmann bei seinem Rundgang abschießen konnte.
Der Fotograf war Jörg V.
Landgericht Köln, Urteil vom 9. November 2011, Aktenzeichen 28 O 225/11
Jaja, wie es in den Wald hinein fotografiert so…
+1 für das Landgericht Köln!
Glückwunsch ans Landgericht:
(Bild-) Berichterstattung ist wunderschön formuliert :-)
Hihi! Ab jetzt wird zurückgeschossen ;o)
Hihi, da kommt Freude auf.
Aber es wird leider trotzdem nichts ändern.
Solange solcher Schund wie die BILD und ähnliches verkauft werden, solange gibt es die, die sie beliefern.
Im gleichen Prozess? Wenn A B verklagt und B verklagt A wegen etwas anderem, kann das einfach zusammengefasst werden?
@Torsten:
Das richtige Stichwort ist glaube ich entweder Widerklage oder verbundenes Verfahren.
Die Singularform von Paparazzi ist Paparazzo (vorletzter Absatz).
Die Reporter und die Persönlichkeitsrechte.
Ich hatte letzten Donnerstag ein ähnliches Erlebnis. Wärend ein ARD 3 MannTeam eine Zaubervorführung gefilmt hat, habe ich das TV-Team Fotografiert.
Die zickige Leitung des Teams hat dann auch gemeint der arme Kameramann muß jetzt mal so schnell auf seine Persönlichkeitsrechte verzichten.
Solche Leute haben für mich einen schlag weg.
Presseausweise sollten auf die Stirntätowierd werden.
Kachelmann wird Mir immer sympathischer.
Das das Foto vom Hofgang JETZT nicht mehr veroeffentlich werden darf hilft Herrn Kachelmann ja nicht mehr… viel interessanter ist doch jetzt die Frage des… Schmerzensgeldes? Oder welche privatrechtlichen Ansprueche koennte Herr Kachelmann geltend machen?
Hihi, Zeitunglesen als Vorbereitungshandlung für weitere Maßnahmen. Manchmal sind Juristen doch ganz witzig. :D
Im Bildblog mit Bild.
http://www.bildblog.de/34965/kachelmann-paparazzo-verliert-doppelt/
Letztlich verstehe ich sowohl den Journalisten als auch Kachelmann oder andere Promis nicht. Promis leben von der Publicity, sollten aber akzeptieren, daß auch mal negative oder unangenehme Dinge publiziert werden. Und den Fotografen verstehe ich schonmal gar nicht. Einmal sollte man Dinge, die man andern antut, auch für sich selbst akzeptieren. Zweitens: jetzt hat der Streisandeffekt voll zugeschlagen, selbst ich erkenne den Fotografen wieder. So bis heute Nachmittag, wenn andere Bilder das wieder überlagern.
klever, den jörg beim namen zu nennen, wo er in der quelle mit nachnamen genannt wird. bloglesen bildet. die ecken und winkel der justiz zu nutzen. :D
no offence, eher ein grinsend.
"Auch mal negative und unangenehme Dinge publiziert" != gezielte und gewerbsmäßige persönlichkeitsrechtsverletzende (Bild-)Berichterstattung…
Der Kerl sieht irgendwie klein und schmächtig aus. Kaum zu glauben, dass der sich mit riesen Teleobjektiven auf die Lauer legen soll. Hat der bei der Arbeit nen Träger dabei?
Auch wenn die Entscheidung im Ergebnis richtig erscheint, sollte man sie nicht undifferenziert betrachten und vor allem nicht bejubeln. Sie ist, wie sich in der Begründung zeigt, gespeist durch den unbändigen Haß auf die Presse, der ein Leitmotiv der Entscheidungen der 28. Zivilkammer des LG Köln ist (http://blog.delegibus.com/1231). Durch ein Gut-Böse-Schema, das verantwortlich dafür ist, daß diese Kammer – mit Zuständigkeit für ganz Deutschland und für die ganze Welt – reflexartig nahezu jeder Klage gegen die Presse stattgibt. Wenn es ihr in den Kram paßt, ist der Kammer jedes Mittel recht, zum Beispiel eine Twitterveröffentlichung als "Presse" zu bezeichnen (ehrenhalber?).
Wieso wird die (Text editiert. U.V.) von der Bild nicht mit vollem Namen genannt?
Joseph Gordon-Levitt hat 2006 rum auch zurückgeschlagen und Paparazzi gefilmt. Fanden die auch nicht so wirklich lustig:
http://www.youtube.com/watch?v=BzX36AW9Fhs
Macht er anscheinend öfter.
Wenn ich mal zufaellig prominent werden sollte, wuerde ich glaubich nur noch mit Digicam um den Hals auf die Strasse gehen.. und von jedem Reporter der ein Foto von mir macht, auch eins machen.
Auge um Auge, Film um Film.
@stimmviech Wenn Du sowohl Kachelmann wie auch den Fotografen nicht verstehen kannst, solltest Du mal tief in Dich gehen, es ist nämlich ganz einfach. Der Fotograf will auch in Zukunft seinen "Job" machen können, und da stört es, wenn zu viele Leute sein Gesicht kennen. Vielleicht will er sich auch die Peinlichkeit ersparen, sich für sein Tun rechtfertigen zu müssen.
Kachelmann will einfach seine Ruhe haben und seine Privatsphäre verteidigen, auf die er auch als Prominenter ein Recht hat. Dieses Recht gibt man nicht auf, auch wenn einem Prominenz vielleicht dazu verhilft, viel Geld zu verdienen. Da kann man eigentlich leicht drauf kommen, wenn man sich in Kachelmann hineinversetzt.
Dieter
@Heinrich: Einfach mal auf den Link „im März 2011 auf Twitter“ klicken, oder alternativ auf den Link zum BILDblog in den Kommentaren, dort steht auch der volle Name.
@WebR
Hab ich gesehen. :)
Gerade weil es ja auch an anderer Stelle steht, ist es mir unklar, weshalb U.V. auf die Namensnennung verzichtet.
Sollen die Hetzer von der Bild doch mal ihre eigene Medizin kosten.
Wollten die Richter der Bild wohl noch eins mitgeben. Sonst hätte man es recht elegant auch über venire contra factum proprium lösen können. Hätte auch um einiges weniger Arbeit gemacht.
@OG: Ich halte es für noch akzeptabel. Der Idee, dass jeder, der mit einer Person der Zeitgeschichte zu tun hat selber per Proxy zu einer wird, klingt bedenklich, aber im Fall V. geht es um einen speziellen Fotografen, der sich besonders engagiert zeigt. Wäre das nicht der Fall, dann könnte Herr K. die "Belagerung" seiner Wohnung vermutlich der Öffentlichkeit auch mit "gepixelten" Fotos der "Journalisten" X, Y, Z. etc. hinreichend verdeutlichen.
"Besonders engagiert" ist eine sehr euphemistische Umschreibung.
Kommentar wegen Persönlichkeitsrechten gelöscht. U.V.
Da sollte er auch akzeptieren, daß die Kameras ihn jetzt auch ablichten.
……………………
Er "sollte" ,weil es Ihnen nicht in den Kram paßt,dass er sich wehrt?
@stimmviech So ein Stuss. Nie eine Homestory und schon seit unzähligen Jahren keine Bambis, Goldenen Kameras, Hennen und was weiß ich. Und generell aufpassen mit unwahren Behauptungen, auch hier.
Bei aller Häme und Emotionalität und dem subjektiven Gerechtigkeitsempfinden, das dieses Urteil zu begleiten scheint, mache ich mir dennoch so meine Gedanken.
Wie es aussieht, wird auf dem medialen Schlachtfeld im Eifer des Gefechtes vielleicht übersehen, dass das Gericht
a) Gegenwehr im Rahmen medialer Schlammschlachten in Ordnung findet (Gleiches darf also in Selbstjustiz mit Gleichem vergolten werden) und
b) es von nun an in Ordnung ist, wenn Bilder von Menschen im Rahmen deren Ausübung ihres Berufes ohne deren Einwilligung veröffentlicht werden. Ab sofort dürfen Fotografen fotografiert und diese Bilder veröffentlicht werden. Gilt das demnächst auch für Schönheitschirungen von "Personen des öffentlichen Interesses"? Für deren Urologen, Gynäkologen, Psychologen, Beichtväter, Lehrer deren Kinder??
Mancher Schritt ist ein erster Schritt in die Grauzone.
Am anderen Ende der Grauzone liegt der Übergang zum klaren Bruch. Wer jetzt jubelt "Recht so!" muss sich die Frage stellen lassen: Quo vadis Justitia? Wohin wollen wir?
"Vorbereitungshandlung für weitere journalistische Maßnahmen"
Vorbereitungshandlung kennt man aus anderen Zusammenhängen.
Immerhin üblicherweise straflos.
@Schulz:
Das Gericht hat es ziemlich genau ausgeführt, warum der BLÖD-Mit- bzw. Zuarbeiter die Einschneidung seines Persönlichkeitsrechtes hinnehmen muss. Eine generelle Ableitung kann man daraus nicht ziehen, denn ein Koch, Straßenkehrer oder Eisverkäufer bzw. dessen Arbeitsweise ist nur unter besonderen Umständen (Gammelfleischskandal etc.) von gesellschaftlicher Bedeutung. Hier wurde jedoch abgegrenzt, dass jemand, dessen Beruf es ist, Verletzungen des Persönlichkeitsrechtes zu begehen, sich nicht auf selbiges berufen kann, da sein Tun weder rechtlich noch gesellschaftlich akzeptabel ist.
@JJPreston
Warum wird der Beruf bzw. das Tun (des Paparazzos) das "weder rechtlich noch gesellschaftlich akzeptabel ist" dann nicht verboten?
Herr Kachelmann kann rechtlich und gesellschaftlich akzeptabel gegen das Tun des Paparazzos vorgehen. Das tun Promis ja öfter und bekommen oftmals Recht.
Es ist der Jubel und das rechtliche Abnicken der von Kachelmann geübten Selbstjustiz, die mich irritiert. (Abgesehen davon, dass ich den Stil gesellschaftlich fragwürdig finde).
Übrigens sprach ich nicht von "Koch, Straßenkehrer oder Eisverkäufer" sondern von Menschen, die einen -wie auch immer gearteten- näheren Umgang mit Prominenten haben und gemäß analoger Auslegung des Urteils davon ausgehen müssten, dass Bilder von ihnen (und ihrer Arbeit/Arbeitsweise!) von öffentlichem Interesse seien.
http://www.hoecker.eu/mitteilungen/artikel.htm?id=194
@Schulz:
Die Tat des Paparazzos ist verboten.
@Schulz:
Keine Ahnung wie Sie bei "analoger Auslegung" zu Ihrem Schluss kommen. Ich vermute mal, Sie haben einen stark boulevardaffinen Beruf. Ich kann Ihren Schluss jedenfalls nicht aus dem Urteil entehmen. Auch die Arbeit eines Schönheitschirurgen an einem Promi ist prinzipiell nicht von öffentlichem Interesse, zumal die Operation selbst schon in den geschützten Privatbereich des Promis fallen dürfte.
Das aber derjenige, der andere nicht mit Samthandschuhen anfasst, auch selbst härter rangenommen werden darf, hat ja schon das (richtige) Urteil über die taz-Satire gezeigt, die von Kai D.s gering gewachsenem Gemächt gehandelt hat. Da ist das vorliegende Urteil mMn einfach die logische Folge.
Ich hatte mich schon gefragt, wie woertlich "abschieszen" zu nehmen sei…^^
@Schulz:
Der Begriff "Selbstjustiz" ist nicht angebracht, denn er unterstellt, dass es um Bestrafung des Fotografen ginge.
Der wesentliche Grund, warum ich wie Kachelmann gehandelt haette, ist die Wirkung auf zukuenftige Eindringlinge in die Privatssphaere. Wenn bekannt ist, dass jeder, der versucht einzudringen, fuerchten muss, seine eigene Anoymitaet zu verlieren, dann wird das Angriffsziel (Kachelmann) weniger attraktiv.
Gleichzeitig ist nicht anzunehmen, dass Kachelmann denn Knipser noch nachtraeglich verfolgt hat, sonderen dieser jederzeit die Moeglichkeit hatte, den "Gefahrenbreich" zu verlassen.
Das Foto zeigt diesen Typen im Zusammenhang mit seiner Arbeit, zu der auch das verletzen der Persoenlichkeitsrechte anderer gehoert. Wuerde es ihn in seiner Wohnung zeigen, dann waere die Sache eine andere.
Schauns mal Herr Journalist Schulz, das sind Ansichten eines nachdenklichen Journalisten vom 10. Juni 2011:
"Ähnliche Thematik, ganz anderer Fall: Jörg Kachelmann, nach seinem medial aufs widerwärtigste ausgeschlachteten Prozess/Freispruch ein Mann frei jeglicher Image-Sorgen, veröffentlicht er Fotos seiner Verfolger auf Twitter. Noch nie haben Bilder eine Hetzjagd von Paparazzi als so deprimierend durchschnittlich, so trostlos unspektakulär entlarvt. Ein Kamerateam zum Beispiel, das Kachelmann verfolgt, besteht nicht aus kongolesischen Söldnern auf Crack, sondern unscheinbaren jungen Menschen in Mittelklassewagen, die dafür bezahlt werden, einem Menschen das Leben zur Hölle zu machen.
………..
Wir werden, auf der Kehrseite der Medaille, nicht mehr so tun können, als wären “die Medien” eine Bande von Aliens, gekommen um uns zu versklaven, böse Mächte jenseits aller Bewertungsmaßstäbe. Hinter jedem Paparazzi-Foto steht ein Fotograph, der es unter Verletzung von Persönlichkeitsrechten schoss, Redakteure, die es forderten, Graphiker, die es setzten, Chefs, die es absegneten. Die Akteure hinter manch medialer Schweinerei bekommen plötzlich Gesichter. Und damit Angriffsflächen.
…………
Insofern macht Kachelmann alles richtig. Er zeigt die Menschen hinter einem ansonsten als anonym und systematisch wahrgenommenen Mißstand.
………..
Wenn wir ans Licht zerren, was gesehen werden sollte, und in Vergessenheit geraten lassen, was zwar aufregend, aber nicht weiter hilfreich ist, wenn wir genau hinschauen und aussuchen, was wirklich wichtig ist, dann arbeiten diese Informationen für die Wahrheit. Es sollten seltener Bilder gezeigt werden, deren größter Skandal ihre Veröffentlichung ist, und öfters Gesichter, die sonst nur in einer Grauzone hinter der Bühne agieren. Denn dann schreitet Wahrheit lauter."
http://alrightokee.de/meinung/span-stylefont-size25pxwahrheit-schreitet-lauter/
Klasse Beitrag von Herr Friedemann Karig, oder?
Jungejunge, die Lawblog-Kommentatoren sind ja schneller mit Vorurteilen bei der Hand, als Frau mitlesen kann.
Inwieweit meine Profession in der Versicherungsbranche boulevardaffin sein soll, kann ich nicht sagen. Sie werden es bestimmt gleich herleiten…
Ihr Urteil in Gottes Ohren.
Ich surf´dann mal lieber auf objektivere, sachlichere Seiten.
@Jörg Kachelmann: Nun weiß ich ja nicht, ob Sie der echte Jörg Kachelmann sind. Wenn ja: was falsches habe ich, so glaube ich, nicht geschrieben. Und meine Ansicht, kommunikativ anders mit der Situation umzugehen, war durchaus ernst gemeint. Sie können ab jetzt ihre Zeit damit verbringen, gegen jede Kommunikation über den Fall, besonders natürlich Fehlbehauptungen, juristisch vorzugehen. Es wird nichts nutzen, die Dinge , auch die falschen,werden im Netz immer wieder hochkommen . Ich fürchte, dieser Weg ist der beste Weg in die dauerhafte Verbitterung. Die offene und freundlich-offensive Kommunikation einschließlich gelegentlicher Homestory dagegen würde die Angespanntheit zwischen Ihnen und der "feinen Gesellschaft" abbauen helfen und Ihre innere Angespanntheit, die ich diesbezüglich wahrzunehmen meine, reduzieren.
Alles hängt immer von der Gesamtsituation ab. Als Nichtpromi habe ich bis vor einigen Jahren unter meinem richtigen Namen gebloggt und kommentiert, seit ich ein Geschäft betreibe, schreibe ich meist als stimmviech. Wenn ich jetzt durch welche Umstände auch immer so prominent würde wie sie, würde ich das Pseudonym aufgeben . Und die Kunden, die wegblieben, würden mehr als ersetzt durch die, die wegen Prominen und Skandal extra kämen.
Stimmviech:
Auf so eine verquere Betrachtungsweise kann man wohl nur kommen, wenn man sein Geld ohnehin schon von Burda, RTL oder Springer bezieht oder gerne wollen würde.
Das Rumgejaule o.g. Medien, wenn sich einmal ein Opfer gegen die Lügengeschichten zu wehren weiß, spricht für sich selbst. Es passt zum Verhalten des Herrn V., der offensichtlich die Springer-Arbeitsaufträge als kategorischen Imperativ missversteht.
Auf diese "feine Gesellschaft" kann man auch sehr gut verzichten.
@Franz Kafka: Meine Betrachtungsweise ist eine realistische. Nehmen wir andere Promis wie Prinzessin Caroline. Die läßt sicherlich das eine oder andere Foto verbieten, füttert das Medieninteresse dann aber auch mit gelegentlichen Homestories. Man kann diese ganze Welt falsch finden. Aber ich finde es unlogisch und vor allem auch unklug, plötzlich aus der medialen Wahrnehmung aussteigen zu wollen, nur weil plötzlich unangenehmes hochkommt. Klaus Wowereit ist bestimmt nicht meine politische Welt. Aber er ist ein gnadenlos guter Kommunikator, der aus der scheinbaren Schwäche Homosexualität eine Stärke und eines seiner Markenzeichen gemacht hat. Und das zu einer Zeit, als es in der SPD nicht wenige konservative Genossen gab, die dem eigentlich reserviert gegenüberstanden.
@stimmviech:
Du würdest es also akzeptieren, wenn dich jemand totschlägt?
scnr
@Stimmviech:
Sie scheinen zu glauben, ein jeder (auch unfreiwillig) Prominente wäre auf die von Burda, RTL und Springer betriebenen Plattformen angewiesen zur Selbstvermarktung. Sie verkennen offensichtlich dabei nicht nur die ständig abnehmende Bedeutung dieser Medien, sondern auch, dass im speziellen Fall Kachelmann der Betroffene in diesen Medien gar nichts (mehr) verkaufen will, schon gar nicht sich selbst. Das Geschäft einer Meteorologiedatenfirma hängt sicher nicht vom Wohlwollen sich feudalistisch aufführender deutscher Medienunternehmerfamilien und deren Lakaien ab.
Es wäre auch schlicht naiv, anzunehmen, diese Medien würden plötzlich ausgewogen und an der Wahrheit orientiert berichten, wenn man nur devot genug agiert.
Ihr Beispiel mit dem Politiker Wowereit ist so dermaßen daneben, dass man sich unwillkürlich fragt, ob sie die angedeutete alternativ mögliche Bild-typische latent schwulenfeindliche Berichterstattung nicht lieber gesehen hätten. Der Vergleich hinkt ohnehin gewaltig, da ein deutscher Politiker sich tatsächlich öffentlich verkaufen muss, dies trifft aber nicht auf Herrn Kachelmann zu.
@earendil: Ja, wenn ich massiv hochwertige Rechtsgüter des Betreffenden wie die Freizügigkeit der Person und die körperliche Unversehtheit verletze.
@Franz Kafka: Mich interessiert am Fall Kachelmann: was ist eine realistisch-positive Umgangsweise mit der Situation? Daraus kann ich ja auch für mich lernen.
Ich habe seit seinem Prozeßgewinn von Kachelmann den Eindruck, daß er verbittert und aggressiv geworden ist. Einerseits verständlich, bedenkt man, was ihm sowohl von der ihn fehlbeschdig habenden Einzelperson als auch von der Justiz angetan wurde. Ich habe aber darüber hinaus den Eindruck, daß er mit der Beksnntheit seiner Sexual-und Beziehungspraktiken nicht klarkommt. Und hier hilft meines Erachtens nur eine Einstellungs-und Kommnikationsänderung seinerseits im Wowereitschen Sinn. So wie er jetzt agiert, erscheint er mir wie ein Wachhund, der alle Seiten eines Grundstücks gegen verschiedene Angreifer gleichzeitig schützen muß und sich dabei lansam selbst zu Tode hetzt. Ich finde die Beschäftigung mIt solchen Fällen interessant, denn sie helfen mir, für mich selbst in schwierigen Situationen eine Lösung zu finden.
Ich habe aber darüber hinaus den Eindruck, daß er mit der Beksnntheit seiner Sexual-und Beziehungspraktiken nicht klarkommt.
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@ stimmviech
Ob das stimmt, können Sie und wir alle nicht wissen, Sie setzen es aber vorraus,dass es stimmen könnte.Bisher ist es "nur" von den angeblichen Exen in die Medien getragen worden.
Unter was leidet H.Kachelmann denn möglichweise noch,außer Verbitterung,Angespanntheit,aggressiv zu sein,können Sie noch mehr aufzählen oder sind das Ihre eigenen Eigenschaften?
@Anna: Das ist meine persönliche Vermutung, mit der ich mir erkläre , warum der frühere Medienprofi Kachelmann so reagiert, als hätte er nicht mehr als 20 Jahre Medienerfahrung an vorderster Front.
@stiemviech
Wollen Sie mit Ihren Unterstellungen, besser Fehlbehauptung (Nr. 27) und Mutmaßungen Herrn Kachelmann dazu überreden Interviews zu geben ?
Das hat er schon längst in der seriösen Presse getan. In der Zeit, Weltwoche und im Handelsblatt!
@MaxM: Fehlbehauptungen habe ich meines Wissens nicht getätigt. Ich analysiere seine mediale Strategie nach seinem Freispruch und halte diese Strategie sowohl bezüglich der Außenwirkung als auch der vermuteten inneren Ursachen wegen für ihn für schlecht.
In der Tat sollte er im Boulevard erscheinen wie früher auch und seine innere Einstellung zu sich selbst im Wowereitschen Sinne überdenken und anders kommunizieren. Er scheint doch nicht zufrieden zu sein, wie es jetzt läuft. Mit ist das natürlich egal , was er letztlich macht. Für mich ist es aber wichtig, am Beispiel eines solchen Extremfalls gedanklich eigene Lösungsmöglichkeiten durchzuspielen, um eigene mögliche Probleme besser bewältigen zu können. Auch wenn die Probleme mir im Moment gar nicht drohen. Beschäftige mich z.B. gerade mit der Frage: wie gehen Gefangene in anderen Ländern mit einer wirlich lebenslangen Haft um? Droht mir im Moment auch nicht, finde ich aber interessant.
@stimmviech:
Also gar nicht…
Ich bin kein regelmäßiger Leser des Boulevard. Kachelmann bei der Eröffnung von Wetterstationen sah man aber regelmäßig auf allen Kanälen, er war Gastgeber einer Talkshow , hat glaube ich mal Verstehen sie spaß moderiert: für mich ist das Boulevard, genau wie der Stil seiner Wetteransagen.
@stimmviech:
Dann haben wir unterschiedliche Definitionen von Boulevard. Nunja, sagen wir eben Yellow Press (oder was auch immer) und halten uns nicht mit Haarspaltereien auf. Jedenfalls hat Kachelmann sein Privatleben aus der Öffentlichkeit rausgehalten und ist nur im beruflichen Rahmen in der Öffentlichkeit gewesen.
Die Bilder, die von Paparazzi geschossen wurden, scheinen mir da doch eine andere Qualität zu haben.
@stimmviech: Das mit dem durchspielen gedanklicher Lösungsmöglichkeiten halte ich für eine gute Beschäftigung. Sollten Sie verstärken, statt hier hobbypsychologische 'Analysen', Vermutungen und Urteile über Ihnen persönlich doch wohl völlig unbekannte Menschen abzugeben.
Das Urteil ist prima, leider wird es aber wohl bei der relevanten Presse und deren Zulieferer wenig Eindruck hinterlassen.
@Biber: Sie sagen es: das Urteil wird nichts ändern, denn wir leben in einer boulevardesk-medial geprägten Welt. Und dafür bieten doch meine hobbypsychologischen Betrachtungen einen konstruktiven Ansatzpunkt zum Umgang mit dieser Welt. Viele erfolgreiche Promis gehen übrigens diesen Weg, Beispiel Dieter Bohlen. Der weiß , daß wasch mir den Pelz aber mach mich nicht naß nicht geht.
Verstehen Sie Spass? @Stiemviech
Ihr Zitat:
"Für mich ist es aber wichtig, am Beispiel eines solchen Extremfalls gedanklich eigene Lösungsmöglichkeiten durchzuspielen, um eigene mögliche Probleme besser bewältigen zu können."
Ich glaube, da gibt es ein sehr sehr viel besseres Forum, welches Ihnen helfen kann, natürlich nur rein vorsorglich, schließlich drohen Ihnen die Probleme im Moment gar nicht, mögliche zukünftige Probleme und Lösungsmöglichkeiten durchzuspielen, im Wowereitschen Sinne natürlich, unter Berücksichtigung von sozialen Ängsten, Anspannung, Sexualität, Verbitterung und Agressivität, Erfahrungen zu sammeln, um vorsorglich, Probleme besser zu bewältigen.
Nämlich hier:
http://www.psychotherapiepraxis.at/pt-forum/
Wenn Sie natürlich mit der österreichischen Sprache Probleme haben, gucke ich auch nach einer deutschen Webseite. Für Sie.
@Stiemviech
Ich hab vergessen mitzuteilen:
Aufgrund von Insiderinformationen weiß ich, dass über 50% der Personen im Forum Prominente sind.!
@stimmviech:
Was willst du eigentlich?
Kann jemand erkennen, um welche "Qualitätszeitung" es sich handelt?
@egal: Wenns die Taz war, fliegt er raus.
@lawbloglesender: Aufmerksamkeit sucht er. Scheint sehr einsam zu sein, der Gute…
Klage war von Jörg Kachelmann, Widerklage von "Jörg V."
Das der auch bei mir viele Sympathien genießende Jörg Kachelmann klagte ist absolut in Ordnung. Aber das er es vor der berühmt-berüchtigten Kammer 28 des Landgericht Köln tat war nach meinem Ermessen ein Fehler. So stellt er sich in Reihe mit ziemlich merkwürdigen Volk und beschädigt leider seinen eigenen Ruf durch das Anrufen eines Gerichtes welches nicht gerade in dem dringenden Verdacht steht tatsächlich Recht zu sprechen oder sogar "Im Namen des Volkes" zu urteilen – und wegen seiner bekannt-extremen Pressefeindlichkeit sehr oft von Betrügern angerufen wird um deren "Recht" auf das ungestörte Fortsetzen krimineller Handlungen zu wahren.
Sein Anwalt hätte ihn beraten sollen: Die oft von Kriminellen angerufenen, extrem pressefeindlichen Kammern der Landgerichte Köln, Hamburg, Berlin kann man mit Blick auf den eigenen Ruf gar nicht anrufen. Dies zu tun ist nämlich kein Scher(t)z.
@fastix: Halten Sie das Urteil für pressefeindlich?
@fastix
Die Beantwortung der Frage, die @Biber Ihnen gestellt hat, würde mich auch interessieren, weil darum geht es nämlich in diesem Strangthema.
Darüber hinaus stelle ich Ihnen die Frage, ob Sie belegen können, vielleicht mit übergeordneten BGH-Urteilen zu LG-Urteilen von Köln, dass die "berühmt berüchtigte Kammer 28 des LG Köln im Verdacht steht nicht gerade tatsächlich Recht zu sprechen und- wegen seiner bekannt-extremen Pressefeindlichkeit sehr oft von Betrügern angerufen wird um deren Recht auf das ungestörte Fortsetzen krimineller Handlungen zu wahren."