Vertretbare Lösung
Die Staatsanwaltschaft Hof stellt das Ermittlungsverfahren gegen Karl-Theodor zu Guttenberg ein. Der frühere Verteidigungsminister muss als Auflage 20.000 Euro an die Kinderkrebshilfe zahlen. Einzelheiten stehen in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.
Ich halte das für eine vertretbare Lösung. Die Gründe habe ich schon vor einiger Zeit aufgezählt.
Wenigstens wird er finanziell nicht überfordert. Und der Resozialisierungsgedanke wird auch verfolgt. Möchte mal wissen, wie die Rechnung aussähe, wenn man in Anschlag brächte, welche Vorteile er sich ungerechtfertigterweise verschafft hat durch das Führen eines Titels. Aber wahrscheinlich fällt das in der Praxis ohnehin nicht groß ins Gewicht, denn ein geborener Blender trifft eben während seines ganzen Lebens ständig auf Leute, die sich leicht beeindrucken lassen.
Ich halte das für KEINE vertretbare Lösung. Erstens zahlt er damit einfach nur doppelt so viel für seine Arbeit, halt ohne Ergebnis. Zweitens kommt das genau zu einer Zeit, in der er frisch gesttyled (ohne Brille und ohne Gel) sein Comeback versucht.
Comeback? Ja, Comeback.
@Matti
Das ist ein Teil des Comebacks… Erst wollte die Staatsanwaltschaft das Verfahren bis Weihnachten beenden…
Aber was für ein Zufall… Sehr viele Leute lesen eben nur "Verfahren eingestellt" und kommen daher zu dem Schluss "unschuldig"
Wie man so einach sein kann erschliesst sich mir nicht aber ein Blick auf Guttis Facebook Fanseite bestätigt meine Befürchtungen…
Die Bürger bekommen wonach sie schreien…
Ich halte das für keine vertretbare Lösung. Ein entsprechend dicker Strafbefehl (den es bei jedem anderen auch gegeben hätte) wäre sehr viel sinnvoller gewesen.
Hier sieht man leider wieder, dass vor dem Gesetz alle gleich sind. Manche halt aber etwas gleicher.
Werden bei der Auflage die Vermögensverhältnisse völlig ausser Acht gelassen? Wie kann es sonst sein dass ein hundertfacher Millionär nur 20.000 Euro für eine Straftat zahlen muss?
Vertretbar? Vielleicht. Gerecht? Nie.
Denn was Guttenberg gemacht hat und wofür er nicht bestraft wird, wird vielen Studenten (und Doktoranten) von vornherein unterstellt. Ihre Arbeiten werden mit Computer durchsucht und der Grundsatz: "Unschuldig, bis verdächtigt", trifft in den seltensten Fällen zu.
Studenten können für plagiierte Hausarbeiten rein theoretisch mit bis zu 50.000 Euro Strafe bestraft werden. Exmatrikulation inklusive. Und Guttenberg? Der darf sogar sein Comeback feiern. Widerlich ist das, einfach widerlich.
@Matt:
Ohne Brille und ohne Gel? Das muß natürlich strafschärfend berücksichtigt werden.
Als juristischer Laie stellt sich mir nur schon lange die Frage, ob es sich hierbei nicht um eine gewerbliche Urheberrechtsverletzung gehandelt haben könnte – hat er "seine" Arbeit nicht in Buchform veröffentlicht und so sicherlich Einnahmen erzielt? Hätte der Verlag im Wissen um die Qualität den entsprechenden Vertrag auch geschlossen? Und dann wäre die mögliche Sanktion doch deutlich höher.
Und räumt KTzG nun auch wirklich ein, daß es da um mehr als ein, zwei Stellen geht, an denen ihm "Flüchtigkeitsfehler" unterlaufen sind?
Doch, es ist eine vertretbare Lösung, zumal dann keiner sagen kann das Er einen Prommibonus/malus bekommen hat.
Die Geldstrafe hätte meines Erachtens nach zwar etwas höher ausfallen können, schließlich ist Er ja ein ziemlich vermögender Mann, doch hier gelten wohl auch die Berechnungssätze wie bei jedem Anderen.
Es ist für mein Gerechtigkeitsempfinden eine Lösung mit Augenmaß und es zeigt das auch ein Herr von und zu nicht ungestraft davonkommen, während jedem kleinem Filesharer die Daumenschrauben angelegt werden.
Trotzdem würde ich es nicht gern sehen, wenn solch ein Blender erneut zu Amt und Würden kommen würde, jedenfalls in den nächsten 10 – 15 Jahren nicht.
Wir werden sehen was Er aus der Angelegenheit nun machen wird und ob sein nächster Anlauf zum Titel durch ehrliche harte Arbeit zum Ziel führt. Doch hier bin ich mir fast 100 %tig sicher, dafür wird die Netzgemeinde schon sorgen.
20.000 Euro, das war doch seine Pension, die er nicht gekriegt hätte, wenn er zwei Tage früher zurückgetreten wäre.
Ich finde Zahlung im Prinzip auch ok, aber dieser Betrag ist wirklich Pipifax.
@nfr
Sehe ich genauso, die 20.000 sind für den Normalbürger, wie einmal falsch geparkt und dafür 5Euro abgedrückt. Das ist für die komplette Wissenschaft ein Schlag ins Gesicht und sagt nix anderes aus als: Wenn du zu dumm bist eine Doktorarbeit selbst zu schreiben, lass sie schreiben. Im Ernstfall gibste den Titel ab und drehst das Kleingeldfach deiner Geldbörse um und schon ist das Problem aus der Welt – schließlich gibts ja kein öffentliches Interesse, was eine staatliche Verfolgung trotz Vorsatz zwingend machen würde.
Außerdem wird natürlich wieder völlig unter den Tisch gekehrt, dass es nicht um Urheberrecht sondern um Plagiat geht.
Ich kann auch Shakespeare plagiieren, auch wenn niemand weiß, ob es ihn je gab, und er schon ewig tot ist. Ein Plagiat ist die Aneignung einer fremden Leistung als eigene Leistung. Das ist selbst ohne Urheberrechtsverletzung gefälligst zu Ahnden.
Betrug ist Betrug, auch wenn das betrügerische Produkt niemandem gestolen wurde.
den entscheidenden Punkt übersieht hier Herr Vetter meiner Meinung nach.
Heute kommt die Einstellung.
Morgen kommt das Buch.
Die Staatsanwaltschaft lässt sich hier mit dem Timing von Graf Rotz in seine Medienarbeit und Propaganda einspannen – von Anfang an war der Verfolgungswille ja nicht sonderlich groß, und das obwohl in ähnlich gelagerten Fällen ohne Prominenz wesentlich härter vorgegangen war (andere Staatsanwaltschaft, Göttingen wenn ichs richtig weiß).
Die Sache stinkt zum Himmel. Es geht hier darum einem Betrüger den Weg zurück in die Politik zu ebnen und man bietet sich als Steigbügelhalter an – pfui.
Wenn man bedenkt das vG ja vermutlich kein Einkommen hat,
und das Familienvermögen von einigen hundert Millionen Euro, ja nicht ihm sondern einer steuerlich recht schlauen, Stiftung in Östereich gehört, er also quasi arm ist, dann ist das doch eine verdammt hohe Strafe….
Nun ja es wird genug dumme Leute geben die nicht mal wissen wo man auf dem Stimmzettel den Änderhaken hinzusetzen hat.
Sind die 20000 Spende auch von der Steuer abziehbar?
Schön zu sehen, dass man sich als wohlhabender Mensch es mal eben leisten kann, sich einen Dr. Titel zu erlügen. Würde das Otto Normal Bürger machen, wären 20.000 durchaus existenzbedrohend.
Abgesehen von diesem Fakt, wäre ich damit aber zufrieden, wenn ich diese verlogene Hack*%$& nie mehr, und erst recht nicht in der Politik, sehen müsste. (Man wird ja nochmal träumen dürfen.)
Und das unsere Lei(t)dmedien ihm gerade wieder willfährig zu Füßen liegen, ach du schöner Brechreiz. So, ich mach jetzt lieber Schluss, bevor ich mich noch weiter rein steigere.
Ich weiß gar nicht, ob man den Mann überhaupt bestrafen kann. Er ist schließlich Politiker. Da gehört das Lügen und Betrügen doch unvermeidbar zum Beruf. Solange wir in Deutschland die freie Berufswahl haben, kann man doch nicht jemanden bestrafen, nur weil er seinen Beruf ausübt.
Guttenberg ist nicht "ziemlich vermögend", er ist weit über jeglichen Bedarf und Luxus reich.
20k sind für ihn gar nichts.
Armes Deutschland.
Letzlich muß man blöderweise sagen, das Ganze stellt tatsächlich eher ein ästhetisches als ein rechtliches Problem dar. Und ja, es ist richtig, wenn man ihn nie wieder sehen und hören müßte, wäre man als Bürger wirklich gut bedient! Aber das gilt ja auch für andere Visagen aus "Politik und Gesellschaft".
@nfr:
Der ist hundertfacher Millionär? Echt?
Wieso genießt der nicht einfach sein Leben?
@ Stauner
Manche Leute leiden an einer Krankheit, die man Ehrgeiz nennt. Oder genauer: übersteigerter Ehrgeiz. Schuld ist natürlich auch der Vater, der ihn von Anfang an angetrieben hat, er wollte ihn wohl zum Erfolg prügeln.
Da fällt mir wieder das alte Bonmot ein: Daß es beim Adel wie bei den Kartoffeln ist – das Beste liegt immer unter der Erde. (Muß nicht unbedingt sog. Adel sein, gilt einfach auch für Leute, die immer so stolz auf ihre Vorfahren sind.)
Die Entscheidung ist sicherlich vertretbar, auch wenn ich es mir subjektiv anders wünsche.
Man sieht mal wieder: wenn man ein wirlich brillianter Blender ist, kommt man damit weiter.
Frau Merkel ist sicher um nichts besser, bedenkt man, daß ein Foto von ihr, daß sie als Mitglied eines Jugendüberwachungsteams von Havemann zeigt, nicht veröffentlicht werden darf. Ich hätte es vor Jahrzehnten nie geglaubt, aber es ist so: die Deutschen willen von einer staatsnahen DDR-Bürgerin regiert werden, wenn die ihnen glaubhafter als alle anderen versichert, daß Ruhe und Gemütlichkeit nicht angetastet werden.
Tja, wen überrascht es?
War doch voraussehbar, oder?
Einer gibt sein "Ehrenwort" und muß dann nicht aussagen.
Einer bunkert Schwarzgeld als "jüdische Vermächtnisse" und kommt ungeschoren davon.
Einer "vergisst" mal eben 100.000 DM vom Waffenschieder in der Schreibtischschublade und wird trotzdem Finanzminister.
Viele nutzen/lassen nutzen widerrechtliche Trojaner, Als Verfassungschutz getarnte terroristische Vereinigungen und und und….
Auf alle Fälle ist heute wieder ein Feiertag. Und an einem Feiertag hisse ich meine Bananenrepublik-Fahne!
Ich habe diese "Popstars" soo satt. Guttenberg mit Vernunft zu beschreiben, würde desaströs enden…..Netzsperren, Kundus, Doktor, Opel, Lebenslauf. Der Mann hat in seiner Karriere in Wirtschaft oder Politik beweisbar absolut nichts geleistet. Guttenberg hat nur aus einem Grund so viele Fans: Idendität.
Er ist schlichtweg das, was man ein Idol nennt, er bietet die richtigen Identifikationsmuster, schon ästhetisch ist er ein Gegenmodell zum gängigen Politiker.
Er sieht gut aus, strahlt Sicherheit und Dynamik aus. Er trägt einen Adelstitel, wohnt auf einem Schloss, ist Millionär, hat eine schöne, blonde Frau. Die Geschichte, warum Zeitschriften wie "Frau hinterm Spiegel" so gut funktionieren: Die Geschichten von den Schönen, Reichen, Adeligen – mit denen wir uns umso lieber identifizieren, je unsicher die eigene gesellschaftliche Position ist, je größer die Verarmungsängste sind.
Leute, die nur DSDS und Boulevardmedien konsumieren und gleichzeitig seriöse Berichte und Medien verschmähen oder gar analysieren und hinterfragen, für die ist alles außerhalb von Sensationen und Superduperstars jenseits der Wahrnehmungsschwelle. Für deren Wahrnehmung gibt es nur "interessiert mich nicht" oder "saugeil".
Guttenberg ist einer der wenigen Politiker, der es über diese Wahrnehmungsschwelle geschafft hat und somit Gegenstand ihres Personenkultes wurde, eine schillernde Figur vergleichbar mit ihrem Lieblingspopstar, der aus der unbekannten Masse emporsteigt und ihr Bedürfnis "aufzuschauen" befriedigt.
Für diesen Teil der Bevölkerung ist der Rest der Politik so gut wie nicht existent, bzw. ein Einheitsbrei aus dem weder Personen oder Inhalte herausstechen.
Inhalte, Kompetenz oder gar Fehler der Person ändern diese Beliebtheit aus diversen Gründen nicht; unter anderem, da diese Gruppe eben gar kein Interesse an Inhalt, Wahrheit oder Sinn hat. Es ist für diese Menschen auch schlichtweg unwichtig, was die Persönlichkeit real leistet oder für was sie steht. Ein Hinterfragen findet nicht statt, da man in seiner Sinnempfindung "guter Mann, ist sympathisch und leistet was.." unwiderruflich abgespeichert hat.
Sogar solche Fehler oder Betrug wie aktuell werden nicht als negativ wahrgenommen, im Gegenteil – berechtigte Kritik erzeugt wiederum kein Nachdenken, sonder Trotzverhalten wie bei Kindern. Man will seinen "Star", der häufig die einzig empfundene Verbindung zur "großen Politik" herstellt, verteidigen und seine tief verankerte Sehnsucht nach Obrigkeit und Größe weiterhin auf die Figur projizieren. Versucht mal eurer Tochter den nichtsnutzigen, drogesüchtigen Freund auszureden….
Es bringt zwar nichts, sich über unsachliche und unpolitische Menschen mit diesem "einfacheren" Hintergrund aufzuregen, da man sie nicht zum Nachdenken bewegen kann.
Trotzdem sei mir hier erlaubt, meinen Unmut über dieses Idol und seine Fans darzulegen…
Grüße/Clark
Guttenberg ist ein gerissener Hund. Normalerweise hätte es gar nichts gegeben und er hätte auch nichts zahlen müssen. Hier glaube ich er wollte sogar zahlen um wieder mal zeigen zu können was für ein toller Mensch er ist.
Was wird in den Medien stehen? GUTTENBERG SPENDET BETRAG xy an KINDERHILFE
und schuldfrage offen heißt bei kachelmann schuldig und bei guttenbeg natürlich unschuldig
@Clark: Du nötigst mir Respekt ab, ein so ekliges Thema mit so vielen Worten zu würdigen.
Also ich finde den Betrag an sich ok. Als Problem sehe ich eher in der Einstellung des Verfahrens.
Ich kann nicht verstehen warum sich so viele über das Urteil aufregen! Ich bin selbst Doktorand und bin sehr verärgert über das Handeln von Herrn Guttenberg und insbesondere über seine Uneinsichtigkeit und Arroganz bezüglich dieses Themas. Dennoch ist das eigentliche Vergehen der Vertrauensmissbrauch gegenüber den Doktorvater, der Uni, den Kollegen, den Arbeitgeber und allen anderen Beteiligten. Abschreiben ist falsch, aber doch nicht primär aus Gründen des Copyrights! Mal ehrlich, wer glaubt denn, dass ein Student abgesehen von einer Exmatrikulation viel zu befürchten hat? Ja Guttenberg ist ne Nummer schlimmer, aber was wollt ihr? Soll er vielleicht in den Knast? Einer schreibt hier kann bis 50.000 bestraft werden, da passt 20.000 als Mittelding doch ganz gut. Ich bin kein Jurist und weiß nicht welche Kostensätze abhängig von Einkommen gewählt werden und welche nicht. Abhängig vom Einkommen sind die 20.000 wirklich nicht viel. Aber beim Falschparken wird beispielsweise auch Unabhängig vom Einkommen bestraft.
@math: Das zeigt mir, daß Tagessätze die beste Berechnungsgrundlage sind.
Erinnert ihr euch noch daran, wie viel Oliver Kahn für das versuchte Schmuggeln von ein paar Klamotten bezahlen musste? War das nicht in der Größenordnung von 750.000 Euro?
Gott sei dank gibt es ja die "Not Gutti" App für Facebug.
http://www.der-postillon.com/2011/03/neue-facebook-app-loscht-automatisch.html
@math : Glauben Sie wirklich noch daran, dass die Uni und der Doktorvater hier böse getäuscht wurden und sich nicht etwa willig haben täuschen lassen? Da wäre zum einen die nach Ansicht von Experten völlig ungerechtfertigt gute Note, die vergeben wurde, und zum zweiten der Umstand, dass die Uni Bayreuth erst auf deutlichen öffentlichen Druck sich von Guttenberg lossagte.
Exmatrikulation kann für einen Studenten Arbeitslosigkeit und Armut bedeuten – ein Schicksal, das Guttenberg sicher nicht befürchten muss.
Schade, dass scheinbar im Bußgeldbereich generell keine Tagessätzes als Berechnungsgrundlage verwendet werden.
In Anbetracht eines Vermögens von circa €400 Mio. entspricht das wohl gefühlten €5 Strafe bei einem Durchschnittsvermögenden.
Das sprichwörtliche Päckchen Zigaretten, oder für KT mal eben ein verlängertes Wochenende in London.
Wieso wird die Erbschaftsteuer bei Vermögen über 1 Mio € eigentlich nicht weiter progressiv erhöht? Man mag mir spontan Neid unterstellen, ich wäre von solch einer Regelung jedoch selbst potentiell betroffen.
Nein, es ist definitiv alles andere als vertretbar.
Zu Guttenberg hat getäuscht, okay, Schnee von gestern. Seinen Doktorgrad hat die Uni Bayreuth kassiert. Also sei's drum.
Aber er hat als amtierender Verteidigungsminister die Öffentlichkeit dreist, schamlos und absolut offensichtlich belogen. Zu einem Zeitpunkt, da ihm dieses Lügengebäude bereits unter dem Hintern zusammengebrochen war, weil die eindeutigen Beweise im Internet verfügbar und für jedermann nachprüfbar waren.
Und eben diese nachweisliche Lüge eines (zur damaligen Zeit) Mitglieds der Bundesregierung, gegenüber dem Volk (!), begründet ganz ohne jeden Zweifel das öffentliche Interesse an einer Strafverfolgung.
Die Entscheidung, das Verfahren einzustellen, ist offenkundig politisch motiviert. Man will Guttenberg davon kommen lassen und ihm so ein politisches Comeback ermöglichen, weil die CSU personell am Ende ist. Man redet ja jetzt schon davon, dass er zurückkommen solle.
In einer besseren Welt würde man so etwas Strafvereitelung im Amt nennen.
Und das soll eine vertretbare Lösung sein?
@watching spechless: Ich schätze mal, daß die Hälfte der Leute weniger als 4.000 Euro auf dem Konto haben.
Im Verhältnis zu Guttenbergs Vermögen müssten die dann 1/100.000 zahlen, also weniger als 20 Cent…
@eellik:
Ja, gehe davon aus, dass Herr Guttenberg seinen Doktorvater getäuscht hat. Willig täuschen lassen ist so eine Sache.
Ich VERMUTE folgenden ganz einfachen Hergang:
1. Er sucht sich einen wohlgesonnen Prof sehr kurz vor dem Ruhestand (oder schon danach?)
2. Er beginnt dann selbst mit der Arbeit, merkt aber, dass er nicht so richtig vorankommt.
3. Er gibt die bisherigen Sachen einen Ghostwriter und der produziert die vorgelegte Arbeit.
4. ABER: Während dessen trifft sich Guttenberg alle paar Monate mit dem Prof und bespricht den aktuellen Vorschritt (anfangs sein eigener und später des den des Ghostwriters). Hierbei stellt er sich gut an, zeigt seine Sachkenntnis (ja die wird er sich sicherlich oberflächlich angeeignet haben. Immerhin hat er sich ja anfangs mit dem Thema beschäftigt und auch Später zu den Treffen vorbereitet), und beeindruckt den wohlwollenden Prof.
Nun ist der Tag der Abgabe und der Prof hat die Arbeit eines netten und äußerst kompetent wirkenden Studenten auf den Tisch. Zig Hundert Seite… Hmm na dann schauen wir mal. Blättern, kurzen Abschnitt lesen, Blättern usw. Hmm sehr gut. Ich übertreibe mal, aber Fakt ist, dass der Eindruck, den ein Prof über die Jahre bekommen hat, womöglich schon mal die eigentliche Korrekturzeit verkürzen kann. Vielleicht war er nicht sonderlich gründlich, aber ich habe eigentlich überhaupt keinen Zweifel, dass der Prof davon überhaupt keine Ahnung hatte. Auch wenn es, aus mir völlig unverständlichen Gründen, viele nicht glauben wollen, in einem solchen bla bla (ja etwas Verachtung) Fach kann man doch nicht durch bloßes (schnelles) lesen feststellen, ob dies eine teilweise Kopie von anderen Texten ist. Insbesondere wenn viele Quellen Zeitungsartikel usw. sind, also Quellen, die jetzt nicht zum "muss man gelesen haben" gehört.
@ W
Eine gewagte Schätzung. Aber andererseits auch wieder nicht, da sich das ja kaum seriös nachprüfen läßt. Vielleicht haben Banken bzw. Bankenverbände einige Statistiken dazu.
Und dann gibt es ja immer noch die Leute, die ihr Geld unter der Matratze lagern. Da kann man auch deutlich mehr als 4000 Euro unterbringen.
@jk:
Aber soweit ich weiß geht es in dem Verfahren nun mal nicht um diese Lügen und insofern sind diese auch völlig unwichtig.
Außerdem habe ich Zweifel, dass dieses unmoralische Verhalten, über welches Sie sich ärgern überhaupt strafrechtlich relevant ist. Ich denke nicht, dass es ein Gesetz "Du darfst nicht als
Verteidigungsminister die Öffentlichkeit belügen" gibt. Wobei natürlich auch die Frage besteht, ob ihm im juristischen Sinn hierbei eine Lüge nachgewiesen kann. Wie gesagt, Sie sollten die Dinge trennen, auch wenns schwer fällt.
@ math
Ich glaube, daß Sie sich täuschen, mindestens teilweise. Wie inkompetent muß denn jemand sein, der als ausgewiesener Wissenschaftler auf so einen oberflächlichen Unsinn hereinfällt!? Jeder Fachmann kann doch, sofern er nur einigermaßen auf Draht ist, anhand bestimmter Kontrollfragen und -mechanismen feststellen, ob ein anderer ein bestimmtes Gebiet ausreichend beherrscht.
Etwas recht haben Sie vielleicht nach dem Motto: Die Welt will betrogen sein (aber da geht es eben mehr um Bequemlichkeit der Kontrolleure).
Wenn man aber allein bedenkt, wie die Universität bzw. der/die Hauptbetroffenen der Uni auf das Plagiat reagiert haben, ist doch ziemlich alles klar: 2005 gab es noch kein Internet, da konnte man das also nicht richtig überprüfen – das war doch die Kernaussage! Wer so etwas behauptet, ist entweder komplett verblxxxx, oder er versucht auf infantile Weise, die Öffentlichkeit zu täuschen. Mitleid mit diesen Leuten ist m. E. völlig fehl am Platz! Mir fällt dazu sogar ein Wort ein, das mit "K" beginnt (nein, nicht "Kenntnisse").
@anonym:
Haben Sie sich mal diesen Text angesehen? Primär geht es bei solchen Texten ja um die Interpretation von Vorgängen. Es ist ziemlich einfach sich da Wissen anzueignen. Schwierig ist alles zu finden (Quellen), sich mit den gängigen Meinungen auseinanderzusetzten und dies in geeigneter Form und Struktur festzuhalten. Wenn Sie meinen, man könne bei solchen Themen einfache Kontrollfragen/Wissensfragen zu formulieren irren Sie sich. Oder um es anders zu sagen, die einfachsten Dinge wird es sicherlich gewusst haben, sonst kann man zu so einem Treffen ja nicht gehen. Aber die ganz tiefen Details wiederum kennt doch der Prof in vielen Themen gar nicht. Wie soll auch? Es geht hier nicht um Schulwissen, welches einfach abgefragt werden kann.
Was 2005 und Internet angeht… mal ehrlich… da ist ein emeritierter Prof. der womöglich noch nie was mit dem Internet zu tun hatte, der auch in seiner ganzen Laufbahn noch nicht irgendwas mit dem Internet zu tun hatte. Glauben Sie wirklich, dass der dann anfängt per Hand Textfragmente in Google einzutippen um zu sehen was kommt? Sehr witzig! Fakt ist die Einführung von Überprüfungssoftware ist recht neu und auch zum Teil hochumstritten. Beispielswiese ist es bei vielen Programmen so, dass die Analyse nicht auf dem eigenen Rechner geschieht. Man schickt das Dokument dann über ein Webformular irgendwohin (USA) und dort wird es ausgewertet. Natürlich behalten sich die Betreiber vor, dass Dokument in Ihrer Datenbank zu behalten, um so die Datenmenge für ihre Analyse zu vergrößern. Außerdem müssen solche Dinge immer manuell nachbearbeitet werden. Fakt ist, dass ist ein echtes Problem.
@ math
Sie mögen mit manchen Details recht haben, das will ich gar nicht bestreiten. Dennoch bin ich der Überzeugung, daß dieser sog. Doktorvater schuldig ist und quasi die (moralische) Höchststrafe verdient hat. Wer derart agiert, sollte nicht straflos ausgehen. Er sollte zumindest lächerlich gemacht werden.
Auch wenn er heute Pensionär ist, war er ja 2005 oder 2006 offenbar noch im Amt. D. h., er ist nicht 100 Jahre alt! Es gibt doch kein Privileg, speziell für Akademiker im universitären Bereich, NICHTS über das Internet zu wissen! Das wäre ja der Gipfel. Der Mann ist wahrscheinlich, wenn er normal in den Ruhestand gegangen ist, bestenfalls gut ein Dutzend Jahre älter als ich. Ich habe mit Uni-Kreisen z. B. nichts zu tun, ich bin auch alles andere als ein Computer-Bescheidwisser; aber ich hätte doch ein Problem damit, mich in der Öffentlichkeit derart mit meinem Unwissen zu präsentieren.
Es gibt ja übrigens, als Gegenbeispiel zu diesem sog. Doktorvater, zahlreiche ältere Akademiker (im Bereich 60 bis 70 Jahre), die geistig auf der Höhe sind, internetaffin und sich in der Öffentlichkeit gut präsentieren können. Da fällt mir immer positiv das Unprätentiöse auf!
Für bedeutsam halte ich den Umstand, daß dieser Mensch einen wesentlichen Imageschaden für die Universität zu verantworten hat; vor allem auch dadurch, daß der Verdacht entstanden ist, daß man diesem schmierigen Typen als Doktoranden aufgrund bestimmter Umstände eine Sonderbehandlung hat zuteil werden lassen. Schon allein deshalb sollte es keine Gnade geben für die Person, die diesen Eindruck begünstigt hat.
Natürlich ist die Entscheidung der Einstellung gut vertretbar. Allerdings erscheinen auch angesichts des Interviews der einzigen Geschädigten, die Strafantrag gestellt hat, die Umstände schon etwas seltsam.
Der Zeitpunkt unmittelbar vor der Veröffentlichung seines Buches, die Presseerklärung vor Bescheidung der Anzeigenerstatterin, die Höhe der Summe- sieht ein bischen so aus, als wollte man zum Comeback des einstigen / zukünftigen Politstars beitragen.
Es liegt mir fern den Doktorvater zu verteidigen, aber in einem hat "math" recht: Der Prof wird die Arbeit vermutlich nie gelesen haben. Auszüge eventuell, vielleicht nicht mal das. Bei der Arbeitsbelastung mancher Profs, die übrigens vor allem auf zeitaufwändiges Wissenschaftsmanagement, weniger auf eigene Forschung und Lehre, zurückzuführen ist, ist es gang und gäbe, sich auf die Reputation des Studenten und die Einschätzung von Dritten zu verlassen. Wenn dann irgendein Assistent, dem der Prof vertraut, raunt, der Guttenberg hat's drauf, du musst die Arbeit gar nicht genau ansehen, dann tut das der Prof auch nicht. Und wenn auch sonst alle beteiligten Dritten von dem Herren schwärmen, dann gibt's eben ein summa, egal, was da wirklich in der Arbeit drin steht. Ja, das ist die traurige, aber auch verständliche Realität.
@anonym:
Laut Wikipedia ist der Herr Häberle Jahrgang 1934, ist 2002 emeritiert und hatte über Emeritierung hinaus Guttenberg bis 2006/2007 betreut. Jetzt kann man die Praxis, dass man über die eigentliche Tätigkeit hinaus Doktoranden betreuen kann kritisch hinterfragen, ist aber erst mal so. Dementsprechend war der Herr zu dem Zeitpunkt der Abgabe 72 Jahre. Ob es nun irgendwelche anderen gibt die in diesem Alter fit sind, ist doch erst mal egal. Solange von der Fakultät oder der Uni keine derartige Überprüfung vorgeschrieben ist (und das war damals fast überall so und ist es bei vielen Unis auch noch heute so) dann kann man diese nicht als Verpflichtung begreifen. Hätte, könnte, sollte kann man ja anbringen, aber wie Sie ja geschrieben haben, maximal aus rein moralischer Sicht und selbst da hege ich noch Zweifel. Und was alles andere angeht. Er hat sich doch sicherlich lächerlich gemacht, oder meinen Sie der Herr trifft gerne auf andere Kollegen, die alle von der Sache wissen. Sie können sicher sein, der Mann ist von der Sache ziemlich bedient und auf Guttenberg nicht gut zu sprechen. Aber sei es drum, für mich ist Fakt, dass er sich nach meinem Kenntnisstand weder einem Dienstvergehen schuldig gemacht hat noch nachweisbar extrem fahrlässig war. Ob er die Arbeit fünf Jahre nach seiner Emeritierung wirklich Gründlich in jedem Detail gelesen hat und sich mit der Materie im Detail auseinander gesetzt hat? Keine Ahnung. Man kann ihm aber, meiner Meinung nach, überhaupt keinen Vorwurf darüber machen, dass er nicht das Abschreiben bemerkt hat. Wie gesagt, wenn Sie glauben, dass ein 72 jähriger 2006 anfängt aus einer 400+ Seiten Arbeit Textstellen in Google einzugeben… unrealistisch.
Der Aufschneider hat mit seinem durchschnittlichen Examen nur mit Ausnahmegenehmigung promovieren dürfen, damit fängt es ja schon an. Ich halte es für gefährlich, solch einen Volksverführer ohne öffentlichen Prozess davonkommen zu lassen und die Sache sang- und klanglos mit einem Ablasshandel einzustellen. Für Herrn zu Guttenberg dürften 20.000 Euro Peanuts sein, gelinde gesagt. Das in diesem prominenten Fall außerordenliche öffentliche Interesse an der Strafverfolgung dürfte so jedenfalls nicht ausgeräumt worden sein. Die Zeitabfolge mit BILD-Berichterstattung über sein Comeback auf öffentlicher Bühne mit neuem Outfit, seine Buchveröffentlichung und jetzt die Einstellung lassen einen Eindruck entstehen, als wenn hier mit den weisungsgebundenen Beamten der Staatsanwaltschaft Politik gemacht werden soll.
@math, Ihre Ausführungen sind alle zutreffend, wenn Herr Prof. Häberle der einzige Gutachter gewesen wäre. Es gab aber zumindest einen Zweitgutachter. Der stand nicht vor der Emeritierung, muss Google kennen und hat keine Ausrede, warum nicht zumindest Stichproben auf Plausibilität geprüft wurden. An dieser Stelle sei nochmal an die "Spende" des Rhön Klinikums an die Uni Bayreuth erinnert, bei denen Herr zu Guttenberg bis 2002 Aufsichtsrat war, sofern man seinem *räusper* Lebenslauf denn Glauben schenken darf.
20.000 Euro ist die absolute Obergrenze. Der gute Mann musste schon seinem geliebten Haargel entsagen.
http://www.stern.de/politik/deutschland/guttenberg-muss-nicht-vor-gericht-1754353.html
Das alleine hätte als Strafe gereicht. Ihr Neider, Nörgler, Niederschreiber.
Meiner Meinung nach wäre die einzig angemessene Strafe, ihn zu zwingen, eine Doktorarbeit zu verfassen. Diesmal ganz alleine und unter genauer Beobachtung.
Selbstverständlich sollte inhaltlich ein wesentlicher wissenschaftlicher Fortschritt erziehlt werden. Nachdem er dieselbe Leistung ja bereits vorgetäuscht hat, wäre es doch nur fair, sie nun endlich einmal einzufordern. Dafür würde er dann natürlich auch den Doktorgrad zurückerhalten.
Also die Einstellung finde ich prinzipiell in Ordnung. Was wirklich gar nicht geht, KTvornUndZuUndHintenG sieht immer noch nicht ein, was er falsch gemacht hat. Reue zeigt er auch nicht und ein Windbeutel ist er auch immer noch. Der hat keinen Arsch in der Hose einfach zu sagen, Leute ich hab Scheiße gebaut und es tut mir Leid. Ein Vaterlandsverräter ist er auch noch, siehe cable gate. Dem würde ich nicht einmal zum Bewachen eines Lagerfeuers einsetzen, es glimmt auf und der geht stiften! ;-) Wollte der nicht 2-3 Jahre wegbleiben? Selbst das hält das Weichei nicht durch! Aber bei der CSU reicht das zur Elite.
Ich möchte nicht wissen, wieviele hochdotierte und -angesehene Doktoren, Professoren und sonstige Promovierte ihren Titel abgeben und eine Geldstrafe zahlen müssten, wenn man bei ihnen Guttberg´sche Maßstäbe ansetzte…?
Dann könnte Deutschland wahrscheinlich mit dem Slogan "Land der Dichter und Denker und Ingenieure" keinen Blumentopf mehr gewinnen.
@schredder66: Da möchte ich vehement widersprechen!
Wenn man die ganzen Blender und Dünnbrettbohrer ent-doktort und nur die wirklich Fähigen ihn behalten dürfen, steigt der Wert dieses akademischen Grades wieder auf das Niveau, wo er hingehört.
Ihr solltet Euch mal darüber im Klaren sein, daß es äußerst zweifelhaft ist, ob hier überhaupt eine Straftat vorliegt.
Die Verwendung eines Zitates ohne Hinweis verstößt sicherlich gegen die Promotionsordnung, nicht aber notwendigerweise gegen das UrhebG.
Darüber kann man aber wie bei vielen juristischen Dingen geteilter Meinung sein. Wenn gutti cool geblieben wäre, hätte er auch mit einem Freispruch rechnen können, dann wäre der Aufschrei aber noch viel größer.
So zahlt man eben zwanzig Mille, und kündigt seine Rückkehr in die Politik an, obwohl die Tinte auf den Einstellungsbeschluß noch nicht trocken ist.
Ich finde das wirklich lustig, wie sich alle über diese völlig unwichtige Doktorarbeit aufregen, während wir doch von allen Politikern täglich in einem Ausmaß belogen werden, das um Größenordnungen schlimmer ist als diese dämliche Plagiatsaffäre.
Hier noch ein wirklich lustiger Artikel von heute aus dem Postillon zum Thema Guttendings:
http://www.der-postillon.com/2011/11/eurokrise-macht-pause-damit-deutsche.html
Das gibt der ganzen Angelegenheit die Wichtigkeit, die sie verdient. :-)
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/fall-guttenberg-er-war-s-gar-nicht-11539802.html
Laut Staatsanwaltschaft liegt kein Missbrauch von Titeln vor. Heißt das die zahlreichen Stellen wurden tatsächlich unbewusst übernommen oder versehentlich nicht als Zitat gekennzeichnet?
@Thorsten
Ist das ne Scherzfrage ?
Wenn ja, ist die nämlich gut.
Es gibt drei Möglichkeiten:
1.) Er ist dämlich
2.) Er ist ein Lügner
3.) Er ist dämlich und ein Lügner
In allen 3 Fällen ist er als Politiker hervorragend geeignet und sollte schnellstmöglich zurückkommen.
@ultraferret: Ich fürchte, da muss ich enttäuschen. Die Frage war ernst gemeint.
Wenn der Schutzzweck des § 312a StGB ist, dass die Allgemeinheit davor geschützt wird, dass jemand nicht vorhandene Kompetenz oder Vertrauenswürdigkeit vorspiegelt, muss das unbefugte Führen auch dann als gegeben angenommen werden, wenn die den Titel vergebende Institution bewusst getäuscht wurde, denn die Öffentlichkeit wird dadurch nicht minder getäuscht wenn man eine Promotionsurkunde verwendet, von der einem bekannt ist, dass sie bereits überhaupt nur durch Vorspiegelung erhalten wurde. Im Gegenteil ist es eher ein Indiz für besondere kriminelle Energie, aufwändig ein besonders schwer durchschaubares Lügengebäude zu errichten.
Die Titelvergabe wäre von vorneherein nichtig gewesen. Andernfalls entsteht der Wertekonflikt, dass der, der doppelt täuscht, nämlich erst die Institution und dann mit dem erschwindelten Titel die Allgemeinheit milder behandelt wird, als der, der einfach täuscht, indem er "Dr. jur." auf seine Vistenkarte drucken lässt. Daher bin ich der Ansicht, dass nur gewöhnliche Fahrlässigkeit das Führen eines per Plagiat erworbenen Titels für die Zeit der Selbsttäuschung rechtfertigen kann.
@Thorsten: § 132a StGB – Zahlendreher. ;-)
@fernetpunker: Richtig. Danke für die Korrektur.