6.2.2012

DNA am Bierglas

Vor fünf Monaten hat ein 44-Jähriger in Schriesheim einen Diebstahl begangen. Er nahm den Geldbeutel eines Mannes mit, der wie er in einem Eiscafé saß. Nun konnte die Polizei ihn ermitteln – per DNA-Analyse.

Zeugen hatten beobachtet, dass der Täter in dem Eiscafé selbst ein Bier getrunken hatte. Die Polizei sicherte am Glas DNA. Diese wurde mit der zentralen Kartei beim Bundeskriminalamt verglichen – Treffer. Der Verdächtige musste bereits früher auf richterliche Anordnung sein DNA-Profil hinterlegen. Oder er hat sich freiwillig damit einverstanden erklärt.

Der Fall widerlegt praktisch eine verbreitete Fehlannahme: Für einen DNA-Abgleich ist es keineswegs erforderlich, dass es sich um eine Straftat von erheblicher Bedeutung handelt. Vielmehr kann die Polizei auch bei Delikten, die im Bagatellbereich angesiedelt sind, DNA-Spuren sichern und auswerten. Und sie darf die Daten mit dem DNA-Zentralregister abgleichen. Auch hierfür spielt es keine Rolle, wie schwer die Straftat ist.

Wer die DNA abgegeben hat, muss also damit rechnen, dass seine Daten auch bei Bagatellstraftaten durchs Raster gezogen werden. Wenn man überlegt, wo man täglich überall DNA hinterlässt, ist das keine angenehme Perspektive. Vor allem dann nicht, wenn man gar nichts angestellt hat, aber möglicherweise an späteren Tatorten war.

Für den Schriesheimer Verdächtigen gilt das allerdings nicht. Er hat den Diebstahl eingeräumt.

Bericht auf morgenweb.de  

(Danke an Daniel G. für den Hinweis)

88 Kommentare zu “DNA am Bierglas”

  1. Drachenstein meint: (6.2.2012 um 17:52) AntwortenReply to this comment

    Man klaut auch nicht. Punkt.
    Wer von Euch wäre nicht sauer, wenn Euch jemand den Geldbeutel samt Führerschein, Ausweis, Geldkarte….. klauen würde?
    Klar, als Verteidiger sieht man das wahrscheinlich anders, wie als Anwalt eines Geschädigten….

  2. oskar meint: (6.2.2012 um 17:58) AntwortenReply to this comment

    Man klaut auch nicht die DNA anderer Menschen. Punkt.

  3. knut meint: (6.2.2012 um 17:59) AntwortenReply to this comment

    Vor allem dann nicht, wenn man gar nichts angestellt hat, aber möglicherweise an späteren Tatorten war.

    Ist das etwas verwunderliches? Kriminalistisch spricht man von einem Indizienbeweis, dass die Person, welche die Spur hinterlassen hat, irgendwann einmal am Tatort war. Nicht mehr und nicht weniger. Als mehr wird es bei Ermittlungen auch nicht verwendet. Genauso wie ein Fingerabdruck. Beides gibt keinen Aufschluss über Tathergang, lediglich über Anwesenheit einer Person.

    Das Beweismittel "Fingerabdruck" ist, entgegen weit verbreiter Annahme, statistisch gesehen übrigens sogar sicherer als eine DNA.

    Fingerabdrücke werden auch seit vielen Jahren zentral beim BKA gespeichert und können binnen minuten über das AFIS-System abgeglichen werden. Kräht kein Hahn mehr nach. DNA-Vergleiche sind nur eine modernere, aber vergleichbare Methode.

  4. tapir meint: (6.2.2012 um 18:00) AntwortenReply to this comment

    Und irgendwo zwischen Kommentar 1 und 2 ist etwas zu finden, das man Verhältnismäßigkeit nennt …

  5. necs meint: (6.2.2012 um 18:09) AntwortenReply to this comment

    Aber es ist schon immer noch so, dass man schon mal was angestellt haben muss, damit die Behörden die eigenen DNS-Daten speichern dürfen, oder? Wer kommt denn auf die Idee, zur Polizei zu gehen und die Jungs freundlich zu bitten, doch mal eben die eigene DNS zu archivieren?

  6. user124 meint: (6.2.2012 um 18:10) AntwortenReply to this comment

    bezüglich des "nur bei schweren straftaten"… darf ich annehmen das wir auch hier schon wieder belogen wurden und werden?

    wenn ja heißt das schlussendlich das den regierungsorganen alle daten vorenthalten werden müssen, egal was sie versprechen, weil sie sonst irgendwann einmal genau so wie schlimmstenfalls befürchtet verwendet werden.
    das wäre dann keine schwarzseherei, sondern lernen aus erfahrung.

  7. user124 meint: (6.2.2012 um 18:13) AntwortenReply to this comment

    Aber es ist schon immer noch so, dass man schon mal was angestellt haben muss, damit die Behörden die eigenen DNS-Daten speichern dürfen, oder?<blockquote>

    nein, da hast du in der vergangenheit nicht aufgepasst.
    google.de/search?q=site%3...lawblog.de+freiwillig+dna

    </blockquote>

  8. Quant meint: (6.2.2012 um 18:14) AntwortenReply to this comment

    Das ist der Grund, warum ich nie freiwillig meine Daten da einliefern lassen würde. Wobei natürlich dann viele denken, sie würden sich extra verdächtig machen (wer halt zu viel CSI Miama guckt: "Wie Sie geben uns Ihre Daten nicht? Dann müssen wir Sie leider festnehmen und Ihre Wohnung durchsuchen…")

    Stell dir mal vor 2 Leute, die sich ähnlich sehen, nippen am gleichen Bierglas und es wurde nicht ordentlich abgespült (oder whatever). Nein danke!

  9. anonym meint: (6.2.2012 um 18:22) AntwortenReply to this comment

    Nein, für diese Type gilt das wirklich nicht. Da sieht man wieder mal, was diese Kleinkriminellen geistig so draufhaben. Da geht man dann doch lieber arbeiten, auch wenn das mit einigen Unbequemlichkeiten verbunden ist.

    Aber der Tendenz des Eintrags stimme ich natürlich zu. Erschreckend, aber nicht überraschend.

  10. IANAL meint: (6.2.2012 um 18:23) AntwortenReply to this comment

    Die Bagatelle liegt im Auge des Betrachters. Für den Strafverteidiger mags so sein, für das Opfer höchstwahrscheinlich nicht. Als Eigentümer eines gestohlenen Portemonnaies hat man idR ein hohes Interes an der Aufklärung des Falles, vor allem wenn diese der Wiederbeschaffung des Diebesgutes dient. Es geht ja nicht nur um das enthaltene Bargeld, sondern auch um Ausweise, Scheckkarten etc. und mglw. auch um Notizen und sonstige Gegenstände von hohem ideellen Wert.

    Und anschließend an @3 knut würde mich auch interessieren, wo jetzt der qualitative Unterschied zwischen konventionellem und genetischem Fingerabdruck in der Kriminalistik liegt.

  11. anonym meint: (6.2.2012 um 18:26) AntwortenReply to this comment

    @ IANAL
    Daß man als Betroffener ein Rieseninteresse an der Aufklärung hat, ist doch völlig unbestritten. Aber glücklicherweise legen ja nicht die Opfer den Schweregrad einer Straftat fest. Und ein Diebstahl gehört nun mal zur Bagatellkriminalität, da beißt die Maus keinen Faden ab.

  12. marcus05 meint: (6.2.2012 um 18:41) AntwortenReply to this comment

    Ich finde eine Brieftasche zu stehlen ist kein Bagatelldelikt. Wenn man mir meine stehlen würde hätte ich einen Wahnsinnsaufwand alles darin zu sperren und zu ersetzen. Da ist das Bargeld das drin ist nebensächlich.

  13. IANAL meint: (6.2.2012 um 18:47) AntwortenReply to this comment

    @anonym: OK, dass mag ja sein. Aber es bleibt die Frage, wo jetzt in der Bewertung der Unterschied zwischen konventionellen und genetischen Fingerabdruck liegt?

  14. zf.8 meint: (6.2.2012 um 18:55) AntwortenReply to this comment

    In den Elfenbeintürmen der Juristerei reibt man sich mitunter die Augen über die Einstufung von Straftaten als Bagatellen. Denn eins der ersten Dinge, mit denen man normale Menschen zu Juristen indoktriniert ist die Aussage, dass das "scharfe Schwert des Strafrechts" mit seinen Tatbeständen nur da sind, wo es sich um keine Bagatellen mehr handelt.

  15. roland meint: (6.2.2012 um 18:57) AntwortenReply to this comment

    Ein Diebstahl ist ein Bagatelldelikt? Aha, das erklärt, warum die Polizei da häufig kaum etwas unternimmt. Aber was sind dann ernsthafte Delikte, jetzt mal außer dem illegalen Herunterladen einer mp3-Datei?

  16. knut meint: (6.2.2012 um 19:01) AntwortenReply to this comment

    @IANAL:
    Nagel mich jetzt bitte nicht auf statistische Werte fest, mit welcher Häufigkeit sich Fingerabdrücke bzw DNA-Muster in der Menschheit wiederholen können.

    Der Unterschied ist aber schon an einem simplen Grundsatz zu erkennen: Bislang hat man keine zwei Menschen gefunden, die absolut identische Fingerabdrücke mit vollständig identischen Minutienmustern aufweisen. Daher gelten Fingerabdrücke in der Kriminalistik als "Einzigartig". DNA-Muster sind nicht einzigartig. Sowohl statistisch als auch tatsächlich sind Duplikate möglich. Einfachstes Beispiel sind eineiige Zwillige, bei denen eine identische DNA bestehen kann und bei DNA-Tests aufgrund identischer Basenpaare das gleiche DNA-Muster herauskommt. Hat dein Zwillingsbruder am Tatort eine Spur hinterlassen, gerätst du in den Kreis der Verdächtigen. Eineiige Zwillinge haben aber, trotz identischer DNA, keine identischen Fingerabdrücke. Die DNA gilt zwar auch als sehr sicherer Individualbeweis mit äußerst hohem Beweiswert (wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Täter einen solchen Zwillingsbruder hat?), aber eben nicht die gleichhohe Beweiskraft wie ein Fingerabdruck.

    Daher stehen konventioneller und genetischer Fingerabdruck nicht in Konkurrenz, sondern ergänzen sich. Am Vergewaltigungsopfer wird kein klassischer Fingerabdruck hinterlassen.

    @user124: Bei Beschuldigten/Verurteilten dürfen DNA-Tests zwangsweise durchgeführt werden. Auch die Speicherung gegen ihren Willen. Auf Freiwilligkeit basieren lediglich Massenscreenings. Diese Daten werden aber nicht in der DAD gespeichert, sondern nach Auswertung gelöscht. Im Unterschied zu den Beschuldigten. Von daher ist die Aussage von necs, dass derjenige etwas angestellt haben muss, schon korrekt. Gegen alle in der DAD gespeicherten Personen wurde ein Ermittlungsverfahren geführt. Gleichwohl können die Beschuldigten freiwillig der Speicherung zustimmen. Das schließt sich nicht aus.

  17. anonym meint: (6.2.2012 um 19:02) AntwortenReply to this comment

    @ IANAL
    Meine laienhafte Vermutung ist, daß ein Fingerabdruck ja nur dort auftritt, wo Sie etwas angefaßt haben, DNA aber überall an einem Ort (Fußboden usw.), wo Sie waren (wann auch immer). Okay, dann wäre das mit dem Bierglas natürlich ein schlechtes Beispiel gewesen.

    @ marcus05
    Da Brieftaschen bekanntlich manchmal gestohlen werden, könnten Sie ja Prävention betreiben, indem Sie gar nicht erst alles bündeln, sondern Ihre Wertsachen dezentralisieren. Warum muß in die Brieftasche, die ja meist eine Geldbörse ist, ein Ausweis und auch noch Bankkarten und dgl. gesteckt werden? Das habe ich noch nie verstanden. Das kann man doch anders regeln. Ich gehe z. B. immer ohne Ausweis oder Paß aus dem Haus, Bankkarten brauche ich auch in den seltensten Fällen und nehme sie demzufolge gar nicht erst mit. Das Geld steckt in Form von Scheinen (ohne Börse) in einer Tasche am Körper, es muß nicht die Hosentasche sein. Einfach, nicht? Diebstahl bleibt dennoch ein Bagatelldelikt.

  18. cebewee meint: (6.2.2012 um 19:24) AntwortenReply to this comment

    @knut: Nur zum letzten Absatz: Soweit ich weiß, kann ich auch Beschuldigter sein, ohne etwas angestellt zu haben — es reicht, der Tat hinreichend verdächtig gewesen zu sein, auch wenn ich im später freigesprochen werde / das Verfahren eingestellt wird.

  19. Anita meint: (6.2.2012 um 19:28) AntwortenReply to this comment

    @knut

    Fingerabdruecke enthalten aber keine Informationen ueber eventuelle Erbkrankheiten.
    Aus Fingerabdruecken kann man auch nicht erkennen, ob der Taeter vielleicht ein Verwandter von dir ist.
    DNA hat mehr Potential als Fingerabdruecke.

  20. Ludoergosum meint: (6.2.2012 um 19:28) AntwortenReply to this comment

    @16 knut
    Prinzipiell ist die DNA eines Menschen einzigartig, aber bei der DNA-Analyse, die hier verwendet wird, werden nur bestimmte Merkmale abgeglichen. Dies führt dennoch zu einer 99,9% Prozentigen zuverlässigkeit.

    99,9 % klingt auf den ersten Blick gut, aber es bedeutet 1 aus 1000. Sprich bereits in einer Kleinstadt mit 20000 Einwohnern treffen sind 20 dabei auf die das Profil passt. Man kann zwar gleich weiter eingrenzen, da man männlich/weiblich direkt trennen kann, aber selbst dann bleibt es bei 1 aus 1000.

    Deshalb ist ja ein Massengentest auch irgendwo kritisch. Statistisch findet sich alle 1000 Abgeber ein positiver Zufallstreffer, sprich ein Unschuldiger der aber zu unrecht verdächtigt wird.

  21. Richard meint: (6.2.2012 um 19:31) AntwortenReply to this comment

    Einige Kommentare widerlegen praktisch die verbreitete Fehlannahme, dass man durch das freie Behaupten täterfreundlicher Fehlannahmen über Strafverfolgung und die Feststellung, dass sie widerlegt sind, eine vermeintlich grundrechtsfeindliche Entwicklung vortäuschen könnte.

  22. Skeptiker meint: (6.2.2012 um 19:41) AntwortenReply to this comment

    Nicht ganz verständlich ist, warum die "verbreitete Fehlannahme" nicht anhand des Gesetzes aufgelöst wird:

    Für die Speicherung eines DNA-Profils braucht es die "Straftat von erheblicher Bedeutung" (§ 81 g Abs. 1), der Abgleich muss lediglich "für Zwecke eines Strafverfahrens, der Gefahrenabwehr…" (Abs. 5 S. 3) nach Maßgabe des BKA-Gesetzes erfolgen.

    Das steht so im Gesetz. Ob man das rechtspolitisch für richtig hält, ist die nächste Frage, aber es ist vom Gesetzgeber offen und ohne Verschleierung so entschieden und für jeden so zu lesen. Der bloße Profilabgleich mit Spurenmaterial vom Tatort dürfte von der Eingriffsintensität nicht wesentlich höher zu bewerten sein, als bei einem Fingerabdruck, sodass die Verfassungswidrigkeit einer fehlenden Eingriffsschwellenerhöhung zumindest nicht von vorne herein auf der Hand liegt.

    Hätte man die gesetzlichen Vorschriften im Blogbeitrag auch nur beiläufig erwähnt, würden sich die üblichen Spekulationen über Irreführung und "Lügen" oder sogar gesetzeswidrige Praktiken der Strafverfolgungsbehörden erübrigen…

  23. dns meint: (6.2.2012 um 20:13) AntwortenReply to this comment

    @Anita:
    es werden allerdings nur die nicht-kodierten teile untersucht, die enthalten keine merkmale einer möglichen erbkrankheit. das ergebnis der untersuchung ist eine formel, die wird dann zum vergleich genutzt

  24. Quacksilber meint: (6.2.2012 um 20:19) AntwortenReply to this comment

    @user124:
    Zu den schwersten Straftaten: Das nehmen und Speichern der DNA ist, wenn es nicht freiwillig erfolgt, nur bei schwersten Straftaten erlaubt. Nicht das Wiederverwenden. Damit soll vermieden werden, dass wenn man nicht freiwillig einwilligt, bei einem Hausbesuch heimlich Haare aus der Bürste mitgenommen werden.

    Das Problem sehe ich eher darin, dass Proben und Daten nach einer Frist vernichtet werden müssen. Zumindest bei zu Unrecht Verdächtigten. Wenn die Frist abgelaufen war, war das Geständnis dumm.

    Wenn sie nicht abgelaufen war, halte ich die Geschichte für ganz normale Ermittlungsarbeit. Ich finde es weniger schlimm als die sogenannte kriminalistische List, die Polizisten Fallenstellen bei der Ermittlung erlaubt.

  25. D.N.A. meint: (6.2.2012 um 20:50) AntwortenReply to this comment

    @Ludoergosum: Der genetische Fingerabdruck ist immer nur ein Indiz. Die Beweiskraft ist durch den Massenabgleich aufgebraucht, aber es ist ein Ansatz für die Ermittlung. Zum Glück gab es Zeugen.

  26. murry meint: (6.2.2012 um 21:10) AntwortenReply to this comment

    Morgens wenn ich in Geschäft komme liegen oft Zigarettenkippen vor der Tür. Vielleicht sollte ich ja mal die Polizei rufen, daß die einen DNA Abgleich machen um diese Umweltverbrecher dingfest zu machen.

  27. emma peel meint: (6.2.2012 um 22:11) AntwortenReply to this comment

    also: kein Bier im Eiscafe!

  28. Olli meint: (6.2.2012 um 22:37) AntwortenReply to this comment

    @knut:

    Hat man den Mörder von Mooshammer nicht geschnappt weil er mal bei einer freiwilligen Speicherprobe mitgemacht hat und diese robe dann nicht gelöscht wurde?

  29. mm meint: (6.2.2012 um 22:53) AntwortenReply to this comment

    Anscheinend werden auch die Daten von Jugendlichen gespeichert.

    hna.de/nachrichten/kreis-...he-ermittelt-1590594.html

  30. Thea Schäfer meint: (6.2.2012 um 23:35) AntwortenReply to this comment

    OK, dass mag ja sein. Aber es bleibt die Frage, wo jetzt in der Bewertung der Unterschied zwischen konventionellen und genetischen Fingerabdruck liegt?

    Ich bin jetzt nicht @anonym aber ich bin auch der Meinung dass DNA Beweise überbewertet sind. Die DNA kann ja auch wie z.B. Fasern durch Dritte an Tatorte getragen werden. Das klappt mit Schäubles Fingerabdruck allerdings auch *GGG*
    ausserdem kann ein Labor feststellen in welchen Reihenfolgen Fingerabdrücke auf einen Gegenstand kommen, das ist bei DNA eher ausgeschlossen.

  31. Quacksilber meint: (7.2.2012 um 00:17) AntwortenReply to this comment

    @Thea Schäfer:
    Davon bin ich noch nicht überzeugt.

    Bei Fingerabdrücken eine Reihenfolge zu erkennen, klingt plausibel, weil Hautfette von mehreren sich dem letzten anpassen, die schärfsten Konturen also wohl vom letzten stammen. Bei der DNA ist es mir nicht klar. Verwest DNA nicht? Könnte man auf St. Helena DNA von Napoleon feststellen?

    Ich glaube, wenn es so wäre, könnte man unter dem ganzen DNA-Müll niemanden mehr identifizieren.

  32. Trommel meint: (7.2.2012 um 01:12) AntwortenReply to this comment

    Und damit steht für mich fest, dass ich niemals freiwillig meine DNA hergeben werde um z.B. bei der Verfolgung eines Schwerkrimminellen zu helfen.

  33. FMH meint: (7.2.2012 um 01:32) AntwortenReply to this comment

    So? Und bei mir war sich die Polizei sogar zu fein Lackproben von meinem durch Unfall mit Fahrerflucht schwer beschädigten Auto zu nehmen. Ein Verein ist das.

  34. Stuff meint: (7.2.2012 um 06:29) AntwortenReply to this comment

    @Quacksilber: DNA-Müll ist eine Bezeichnung, die leider vielen Proben nahekommt, eher: Den Aufzeichnungen der Sequenzierung. Fingerabdrücke sind eher als eindeutiges Indiz zu werten als DNA-Spuren, insbesondere wenn diese nicht sauber getrennt sind. Stichwort: Wattestäbchen, was den Kollegen in Deutschland ja schon sehr früh aus einem österr. Labor nahegelegt wurde, dass diese weibliche DNA eher aus der Produktion verschleppt wurde… Hat aber dann doch noch 2 Jahre gedauert, bis das realisiert wurde.

  35. DNA-Abgabe-Gegner meint: (7.2.2012 um 06:33) AntwortenReply to this comment

    Es gab im Ort an dem ich damals beruflich tätig war ein Fall einer Vergewaltigung. Ich habe dort mich geweigert "freiwillig" DNA abzugeben. Ich sagte ruhig "es ist doch freiwillig". Genau aus diesem Grunde, weil ich das schon damals wusste dass das nie gelöscht werden wird.

    Die Drohungen gingen soweit dass sie mich in U-Haft einliefern wollten weil ich mich durch die Weigerung verdächtig machen würde. Nun, sie haben den Täter zum Glück gefunden und die Sache war vorbei.

    Die Stoss-Richtung dieses Staates ist aber deutlich. Man möchte immer mehr Daten über die Bürger haben und der Weg zur Zwangs-DNA-Abgabe bei der Geburt ist leider nicht mehr weit. Und die geBILDete Bevölkerung in Deutschland wird dazu applaudieren, geht das doch gegen die bösen Verbrecher.

  36. Thea Schäfer meint: (7.2.2012 um 07:12) AntwortenReply to this comment

    Ich glaube, wenn es so wäre, könnte man unter dem ganzen DNA-Müll niemanden mehr identifizieren.

    Der Fall der Wattestäbchen wurde hier ja auch schon angesprochen. Winzige DNA Spuren müssen nicht verwesen da sie schnell trocknen (Hautpartikel, Haare). Je nach Umgebung (trocken nass warm kalt) bleibt DNA stabil oder auch nicht.
    Gefährlich wird es wenn man sich nur noch auf die DNA Analyse verlässt und das drumrum vergisst.

  37. schredder66 meint: (7.2.2012 um 08:02) AntwortenReply to this comment

    @oskar:

    Der Verdächtige musste bereits früher auf richterliche Anordnung sein DNA-Profil hinterlegen. Oder er hat sich freiwillig damit einverstanden erklärt.

    PUNKT!

  38. schredder66 meint: (7.2.2012 um 08:08) AntwortenReply to this comment

    @anonym:

    Der Diebstahl eines Portemonnaies mag formaljuristisch eine Bagatelle sein – als Betroffener verspüre ich dennoch den Wunsch, dass diese Bagatelle schnellst- und bestmöglich aufgeklärt wird. Mit welchen Mitteln das erreicht wird, kann mir, als Geschädigter, schnurzpiepegal sein.

  39. gargamel meint: (7.2.2012 um 08:10) AntwortenReply to this comment

    hmm, wir brauchen dafür vier monate? warum konnten die amis dann die DNA von bin Laden innerhalb von Minuten feststellen?????????

  40. kinder-sind-unschlag meint: (7.2.2012 um 08:56) AntwortenReply to this comment

    Das gleiche Ergebnis hätte man auch erreichen können, wenn man Fingerabdrücke am Bierglas gesichert hätte. Auch die können mit der Datenbank abgeglichen werden. Wo ist das Problem?

    Wenn ich mich f r e i w i l l i g bereit erkläre, an einem DNA Test teilzunehmen, dann werde diese Daten ja wohl nur für den aktuellen Fall benutzt und nicht dauerhaft gespeichert. Oder etwa nicht? Eine genaue Klärung dieser Frage würde dem Blog gut tun und nicht so viel Raum für dunkle Spekualtionen lassen.

    Außerdem: Der Diebstahl einer Brieftasche wurde aufgeklärt, das Opfer hat wahrscheinlich seine Papiere wieder und weniger Stress, der Täter wird bestraft und sich hoffentlich beim nächsten Mal überlegen, ob er wieder vor Gericht möchte. Effektive Ermittlungen, so soll es öfter laufen.
    (Wer selbst mal Opfer eines Handtaschenraubes war, weiß, wovon ich rede…)

  41. oskar meint: (7.2.2012 um 08:57) AntwortenReply to this comment

    @tapir: Das Wort "Verhältnismäßigkeit" hat doch dieser Unrechtsstaat schon lange aus seinem Vokabular gestrichen. Wo aufgrund von 15,- Euro Strafzetteln Hausdurchsuchungen angeordnet werden taugt das GG allenfalls noch als Klopapier.

  42. wonko meint: (7.2.2012 um 09:33) AntwortenReply to this comment

    @Ludoergosum:

    Prinzipiell ist die DNA eines Menschen einzigartig

    Nein. Die Wahrscheinlichkeit, daß zwei Menschen die gleiche DNA haben ist lediglich sehr gering (eineiige Zwillinge ausser acht lassend).

  43. D.N.A. meint: (7.2.2012 um 09:40) AntwortenReply to this comment

    @Thea Schäfer:
    Fingerabdruck und DNA sind Spuren, die zu einem Verdächtigen führen. Womit Beweiskraft auch aufgebraucht ist. Wenn die Zeugen dann ein Foto von Schäuble sehen, werden sie schon merken, dass das nicht der Täter ist.

  44. Konrad D. meint: (7.2.2012 um 10:42) AntwortenReply to this comment

    DNS, bitte. DNA ist englisch.

  45. Laurox meint: (7.2.2012 um 11:24) AntwortenReply to this comment

    Also ich für meinen Teil fürchte mich da ein wenig vor der Zukunft (auch als ehrliche Seele). Die Frage hier ist doch, wo führt das ganze hin? Werden wir irgendwann jeden Ladendiebstahl so behandeln? Ist die Barriere erst einmal gefallen gibt es kein zurück mehr.

  46. fernetpunker meint: (7.2.2012 um 11:35) AntwortenReply to this comment

    Da muss dringend etwas gemacht werden, es kann ja nicht sein, dass jemand überführt wird und dann evtl. noch die Tat gesteht. Wie sollen Herr Vetter und seine Kollegen Strafverteidiger sonst ihre Arbeit machen? Wofür sollen Sie Rechnungen stellen? Wovon sollen sie leben? Rettet die Strafverteidiger!

  47. earendil meint: (7.2.2012 um 11:38) AntwortenReply to this comment

    @Konrad D.: Und englisch = böse. Haltet das Weltnetz sauber!

  48. GHad meint: (7.2.2012 um 11:39) AntwortenReply to this comment

    Ganz ehrlich, ich verstehe die rückständigen Privat- und Intimsphären Anhänger nicht. Bei lückenloser Überwachung und Speicherung aller Daten aller Bürger (inkl. Journalisten/Politiker/Pfarrer, etc.) und einer OpenData Auswertungsmöglichkeit für alle Bürger könnten doch jegliche Verbrechen gar nicht mehr geschehen.

    Ich doch völlig egal ob mein Leben für alle völlig transparent ist, es muss sich ja erst mal jmd dafür interessieren und dann könnt ich mir im Gegenzug ja auch das Leben von dem ansehen, der mich ansieht.

    Das schafft mehr Freiheit und Privatsphäre als die ständige Angst vor Überwachung, Zensur und Meinungsmanipulation, denn alles liese sich zurückverfolgen:

    Lobbyismus, Bestechung, Bankenzockereien, Steuerhinterziehung, Terrorismus, Ziggarettenschmugel, Drogendelikte, whatever…

    Im Gegenzug müsste natürlich aber auch ein offenes System zur Durchsetzung einer Fakten und nicht Macht/Gier/Geld orientierten Politik, also Open/Liqid Democracy o.ä. geschaffen werden, die nicht von vorneherein sagt: Fakten interessieren und nicht, alles soll so bleiben wie es ist. Z.B. Im Bereich Drogen- oder Finanzpolitik.

    Völlige Transparenz UND politischer Einfluss für JEDEN, dann wäre ich dabei.

    Greetz,
    GHad

  49. Mauermer meint: (7.2.2012 um 11:46) AntwortenReply to this comment

    Wie man glauben kann, der Diebstahl eines Geldbeutels sei ein "harmloses" Verbrechen, erschließt sich mir nicht. In meinem Geldbeutel sind zwei Kreditkarten, zwei Kontokarten, Führerschein, Personalausweis, diverse andere Ausweise, die zu manchem berechtigen, Bargeld, Krankenkassenkarte usw. In meiner anderen Geldbörse ist sogar ein Reservehausschlüssel versteckt. Allein die Bank-/Kreditkarten könnten etliche tausend Euro einbringen, mit dem Reserveschlüssel kann man das Haus ausräumen. Gerade eine Scheintasche dient ja dazu, diese Dinge zu bündeln und nicht als Loseblattsammlung am ganzen Körper zu verteilen.

    Schon die Wiederbeschaffung ist teuer, anstrengend und nervig, mal ganz abgesehen vom Austausch des Sicherheitsschließzylinders (nicht vom Baumarkt!) und der Angst, was alles an Folgen kommen könnte. Also doch kein Bagetelldelikt. Schlimm, dass manche hier schon Vermeidungsstrategien entwickeln. Es hat einfach nicht zu sein, dass man Angst vor Diebstahl haben muss, wenn man auf die Straße geht!

    Ein Dieb mehr, der erwischt wurde. Anscheinend war er ja wohl vorher schon mal auffällig und das muss heftig gewesen sein wg. der DNA-Probe. Ich bin somit nur sehr begrenzt traurig. Er hatte wohl noch nichts dazugelernt.

  50. Diogenes meint: (7.2.2012 um 11:48) AntwortenReply to this comment

    "Vor allem dann nicht, wenn man gar nichts angestellt hat, aber möglicherweise an späteren Tatorten war."

    Der Post ist äußerst widersprüchlich, insbesondere der vorletzte Absatz":Wie ist es möglich, dass man in die DNA-Datenbank aufgenommen wird, wenn man "nichts" getan? Wie sollte dies ohne richterliche Anordnung oder freiwillige Abgabe erfolgen? Wie sollte bei einem Datenabgleich ein Treffer erfolgen, wenn man nicht in Datenbank ist?

    Viele Fragen und keine kohärenten Antworten

  51. turtle of doom meint: (7.2.2012 um 11:49) AntwortenReply to this comment

    @knut: Dass Fingerabdrücke statistisch gesehen besser seien bezweifle ich. IMHO sind es immer noch Menschen, die Fingerabdrücke katalogisieren müssen. 1. Finger: Wirbel. 2. Finger: Welle. 2. Finger: Wirbel. Und andere Muster des Fingerabdrucks. Das gibt rechnerisch gesehen eine Chance von etwa 1:10 Millionen, dass zwei beliebige Fingerabdrücke übereinstimmen.

    Während jedoch hinter DNA-Tests eine ganze Wissenschaft steht (Biochemie, Genetik, andere Diziplinen der Molekularbiologie) werden die Fingerabdrücke in der Wissenschaft nur von Affenforschern verwendet, die damit im Feld Tiere identifizieren können.

    @wonko: Plus noch all die Leute, die Knochenmark oder Blutstammzellen eines Spenders erhalten haben, wenn man Blutproben testet. Übrigens wird nicht die DNA sequenziert (womit tatsächlich nur Zwillinge oder obengenannte Transplantationsempfänger nicht unterscheiden könnte), sondern man schaut mit der RFLP-Methode, in welche Bruchstücke die DNA verdaut wird, wenn man "Schneideenzyme" auf sei loslässt.

    Die Chance einer zufälligen Übereinstimmung ist im Bereich von 1 zu wenigen Millionen. Das heisst, pro Verbrechen fände man in ganz Deutschland immer noch 10 bis etwa 60 "Täter".

    Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit eines Laborfehlers (Plastikröhrchen falsch etikettiert etc.) wesentlich höher als jene einer rein zufälligen DNA-Übereinstimmung. Je nach dem wie hoch du die Chance eines Laborfehlers einschätzst – ich gehe mal von 1:1000 aus – stimmt deine DNA wesentlich häufiger mit der eines beliebigen Täters überein. Pro Grossstadt kann man also locker von 10'000 Übereinstimmungen sprechen.

  52. Alex meint: (7.2.2012 um 11:54) AntwortenReply to this comment

    Benötigt der Abgleich der DNS nicht auch eine Speicherung, wenn auch nur kurzfristig?

  53. Troll meint: (7.2.2012 um 12:16) AntwortenReply to this comment

    Das erinnert mich an mein Proejkt http://www.dna-shop.info/
    Ich möchte dort DNA von anderen Verkaufen.
    Haare, Hautschuppen, Speichel, Fingerabdrücke oh äh.
    Die kann man dann verwenden wie man will, z.b. auch auch einem Tatort verteilen.

    Gibt es ein Recht am eigenen Haar oder Hautschuppe?

    Der Verkauf erfolgt NATÜRLICH nicht zur Straftatvereitelung, sondern nur zur Sammelleidenschaft etc.

  54. Gunnar meint: (7.2.2012 um 12:28) AntwortenReply to this comment

    Q@GHad:

    Benutzt du im Schwimmbad/Turnhalle die Umkleiden oder ziehst Du Dich in der Halle um – hast doch nichts zur verbergen ;-)

    Ich mag meine Privatsphäre – und ich mag es nicht, die Privatsphäre Dritter aufgetischt zu bekommen – noch nicht mal im TV ;-)

  55. Anita meint: (7.2.2012 um 13:12) AntwortenReply to this comment

    @Gunnar

    Also ich lauf im Sommer immer nackt rum und wenn mein Mann und ich "ehelich" werden, lassen wir die Vorhaenge auf und in oeffentlichen Toiletten lass ich die Tuer offen stehen, wenn ich mich erleichtere, ich hab doch nix zu verbergen!

  56. Ceres meint: (7.2.2012 um 13:31) AntwortenReply to this comment

    Dieser Fall zeigt doch genau wie unsere Strafverfolgungsbehörden denken. Da kann noch so dick und fett im Gesetz stehen, das diese und jene Mittel nur bei "hoher Gefahr besondere Güter unserer Demokratie" angewandt werden dürfen, gemacht wirds trotzdem bei jedem Nachbarschaftsstreit.
    Zur Not bedient man sich eben des "besonderen Strafverfolgungsinteresses des Staates" und schon lässt es sich leichter leben. Ich warte ja auf den Tag, an dem das Grundgesetz wegem dem Verfolgungsinteresses des Staates außer Kraft gesetzt wird…

    Oder aber man spekuliert eine besondere Gefahr für Leben und Demokratie einfach herbei. Wie war das denn nochmal mit der "abstrakten Gefahr" zu vorletzten Weihnachten? Als der damalige Innenminister die Deutschen vor potentiellen Attentaten auf Weihnachtsmärkte gewarnt hat. Als landauf landab die Panik schwehlte und wir uns (nicht nur von der CDU) anhören müssten, wir sollten darauf achten, ob unsere Nachbarn eine "komische" Sprache sprechen.
    Nix war gewesen, im Nachhinein stellte sich sogar heraus, das diese Warnung aufgrund einer Aussage eines Bezahlinformanten gemacht wurde, der danach nicht mehr auffindbar war.

    Zur Aussagekraft von DNA muss man sich nur mal vor Augen halten, dass schon ein Haar dafür ausreicht. Das Missbrauchsrisiko ist hier schonmal um einiges höher. Dann gibt es immer noch die Gefahr, dass Spurensicherer die DNA von einem Tatort zum anderen mitschleifen, hat es alles schon gegeben.
    DNA ist besonders dann nützlich, um Fingerabdrücke 100 % zweifelsfrei zuweisen zu können und um deren Alter bestimmen zu können.

  57. wonko meint: (7.2.2012 um 13:43) AntwortenReply to this comment

    @GHad:

    Ganz ehrlich, ich verstehe die rückständigen Privat- und Intimsphären Anhänger nicht.

    Ganz ehrlich, ich verstehe auch nicht, wie man immer noch dem wer-nichts-zu-verbergen-hat-muß-nichts-befürchten-Schwachsinn anhängen kann; aber was solls.

    Sie verlangen also allen Ernstes, daß alle auf ihr Recht auf Privatheit verzichten – daß davon massiv Grundrechte tangiert sind lassen wir mal beiseite – weil Sie glauben, daß das einige wenige eventuell daran hindern zu könnte, Verbrechen zu begehen?
    Um es mal mit Frau Holofernes zu sagen: ich glaube, es hackt.

  58. GHad meint: (7.2.2012 um 14:04) AntwortenReply to this comment

    @wonko, @gunnar

    Früher oder später kommen wie sowieso dahin, bisher sind öffentliche Plätze, Tankstellen und Läden, bis es Umkleidekabinen und das Wohnzimmer wird und irgendwann mal auch das letzte bischen im Schwimmbad oder auf dem Klo. Spätestens, wenn Überwachungsdrohnen klein sind wie ein Fliege, wann kann man sich dann überhaupt nicht unbeobachtet fühlen?

    Aber das hat nix mit wer-nix-zu-verbergen-hat Mentalität zu tun, die grundlegende Idee dahinter ist eine andere. Wenn jeder alles zeigt, wer hat denn noch Zeit die Datenflut zu bewältigen außer automatisierte Prozesse? Es kann gespeichert und ausgewertet werden und JEDER hat Zugriff auf die Daten von JEDEM.

    Was dann passiert ist ein Zustand ähnlich wie heute aber ohne Ängste. Wenn es niemand interessiert wie ich auf dem Klo sitze, warum dann nicht überwachen/speichern? Und wenn es jemand interessiert, wirds aufgezeichnet…

    Wenn alle das machen und jeder hat Zugriff, wer will schon Verbrechen begehen, egal welcher Art? Es gaht dann nur noch um die Moral und Ethik, wie mit den ganzen Daten umgegangen wird und das muss man gesellschaftlich lösen. Vielleicht reicht es ja schon, dass es verpöhnt ist Daten anderer ohne Erlaubnis einzuholen oder das ein automatisierter Prozess nachfragt, ob eine bestimmte Person die Daten sehen kann.

    Aber man müsste nicht mehr ständig in der Angst leben, überwacht und zensiert zu werden, ohne dass man etwas davon weiß.

    Vielleicht ein bischen weit her geholt und zu SF mässig, aber ich empfehle mal das Buch von Arthur C. Clark und Stephan Baxter: Das Licht ferner Tage, das sich indirekt mit unausweichlicher Vollüberwachung beschäftigt, irgendwann kommen wir trotzdem an den Punkt wo man auch ohne Paranonia nie sicher ist ob man nicht beobachtet wird (mit Polizeidrohnen, stiller SMS, Funkzellenauswertung usw. hat der Staat ja schon längst damit begonnen)

    Klar sollte mein Posting provizieren, aber wenn man mal ein paar Jahre weiter denkt ist die Vollüberwachung nahezu unausweichlich und lieber hat man die Kontrolle über seine Daten als immer und überall ohne Wissen beobachtet zu werden, oder nicht?

    Gruß,
    GHad

  59. kinder-sind-unschlag meint: (7.2.2012 um 14:09) AntwortenReply to this comment

    @GHad:
    Interessante Thesen.

    Wir müssen uns wirklich entscheiden, in welcher Welt wir leben wollen:

    In einer Welt, in der jeder das tun darf, was man ihm nicht nachweisen kann. Sei es mit 80 durch ein Wohngebiet fahren, eine Handtasche zu klauen, den neuesten Kinofilm runterzuladen oder den Nachbarsjungen zu missbrauchen. Wobei dieser Nachweis durch alle möglichen Einschränkungen erschwert wird und Heerscharen von Anwälten darüber wachen, ob wirklich zweifelfrei nachzuweisen ist, wer am Steuer des Wagens gesessen hat, welcher mit 80 durch das Wohngebiet gefahren ist, ob das Meßgerät wirklich den letzte DIN Normen entspricht und der Autofahren vielleicht gar nicht schuldfähig gewesen sein könnte…

    Oder in einer transparenten Welt, mit den sich daraus möglicherweise ergebenden Einschränkungen bzgl. Prrivatsphäre, in der jeder die Folgen seines Handels viel direkter zu spüren bekommt und deshalb möglicherweise sein Handeln darauf einstellt.

    Ihr Bild treibt den Ansatz auf die Spitze und ich weiß auch nicht, wie ernst Sie das wirklich meinen. Aber ich muss auch sagen, so abschreckend finde ich die Gedankenspiele auch nicht – es ist aus meiner Sicht eine Art Gegenentwurf zu 1984. Durchsetzbar sind sie in den nächsten 100 Jahren allerdings nicht … :-)

  60. W meint: (7.2.2012 um 14:23) AntwortenReply to this comment

    @Olli: Ja, der Mörder von Mooshammer wurde schneller identifiziert und gefasst, weil "rein zufällig" und "aus Versehen" sein genetischer Fingerabdruck noch in der Datenbank war.

    Das liegt möglicherweise daran, daß die Probe zwar vernichtet wird, aber die Daten, die daraus gewonnen werden, natürlich nicht.

    Ist wahrscheinlich "technisch unmöglich" und letzen Endes garantiert "alternativlos" und überhaupt: Denkt doch mal einer an die Kinder!!!

  61. earendil meint: (7.2.2012 um 14:23) AntwortenReply to this comment

    @kinder-sind-unschlag: Da es jede Menge Leute wie dich gibt, votiere ich ganz klar für die erstere Option, egal wie euphemistisch du diese und wie dysphemistisch du die andere darstellst. Mit ein paar Straftätern lässt sich im Zweifel leichter leben als mit der totalen Kontrolle durch Staat und Bürger.

  62. anonym meint: (7.2.2012 um 14:35) AntwortenReply to this comment

    @ GHad
    Erstens glaube ich nicht, daß es dazu kommt. Insofern sind solche Gedankenspiele nutzlos und teilweise gefährlich.

    Zweitens klingt Ihre Utopie für mich keineswegs überzeugend; im Gegenteil erinnert sie mich an andere Utopien, die auch suggerierten, wenn erst der neue Mensch geschaffen worden sei, dann wären alle Probleme auf einen Schlag gelöst. Dabei konnte sich auch damals jeder denken, der nicht völlig durch Propaganda verkleistert im Hirn war, daß bereits der erste Schritt nahezu zwangsläufig scheitern würde (was ja dann auch eintrat).

    Drittens können Sie gern welche Überzeugung auch immer hegen, das bedeutet aber nicht, daß alle anderen dieselben Bestrebungen haben werden. Da bin ich einigermaßen optimistisch. Millionen Menschen werden nicht bereit sein, ihre Privatsphäre aufzugeben. Warum auch? Es spricht alles dagegen und nichts dafür.

  63. anonym meint: (7.2.2012 um 14:44) AntwortenReply to this comment

    @ kinder-sind-unschlag
    Ja, ich weiß, es ist böse von mir, es ist aber m. E. auch zutreffend: Sie sind immer noch der Alte, Sie sind sich treu geblieben. Furcht vor jeder Art von Freiheit, autoritätshörig von Anfang an, gewohnt im eingezäunten "sicheren" Bereich zu leben, bereit, für ein noch so unrealistisches Versprechen von umfassender Sicherheit durch dubiose Personen und Institutionen alle eigene Bestrebungen zu opfern.

    Daß Sie damals auf die Straße gegangen sind, wie Sie mal geschrieben haben, wundert doch, es hätte doch gleich alles so bleiben können, wie es war, und Sie wären heute noch "in Sicherheit".

  64. Waschlapp Hawel meint: (7.2.2012 um 14:48) AntwortenReply to this comment

    @FMH: Nicht nur bei dir, bei mir ebenfalls mal. Als seinerzeit junger, Citroen AX Rostlaube fahrender Mensch fuhr mir eine praktisch blinde sicher 80-jährige "feine Dame" beim rückwärtigen Einparken gegen meine Nobelkarrosse, und zwar so konsequent, dass mein Auto mit gezogener Handbremse nach hinten geschoben wurde. Mein Sohn stand fassungslos daneben, die Dame ließ sich durch nichts aufhalten.

    Also Anzeige, Fotos, Vermessung, deutliche Lackspuren in silber an meinem roten Auto, umgekehrt rot an silber, Höhe hat gepasst, Fahrerin gab zu, vor Ort gewesen zu sein.

    Lackproben nehmen? Fehlanzeige.

    Was macht die StA? Stellt das Verfahren ein.

    Könnte es daran liegen, dass der Wagen auf den werten Herrn Gemahl Prof. Dr. Dr. zugelassen war? Bestimmt nicht. Sicher habe ich mir den Unfall nur eingebildet.

  65. kinder-sind-unschlag meint: (7.2.2012 um 15:10) AntwortenReply to this comment

    @anonym: :-)

    Es ist nicht unbedingt ein Vorwurf, wenn man sich selbst treu geblieben ist. Egal, in welchem System man gerade lebt.

    Ich habe ja schon gesagt, dass die Gedankenspiele von GHad derzeit nicht realisitisch sind. Aber er hat sie in seinem 2. Kommentar sehr schön konkretisiert. Man sollte das mindestens mal DENKEN dürfen, ohne das immer wieder die gleichen sterotypen Schwarzmaler auf einen einprügeln.

    Für mich ist mindestens klar, dass unser demokratisches System ebenso an seine Grenzen kommt, wie der Kommunismus gescheitert ist. Wohin es führt, wenn jeder in Freiheit sein Ding macht und beispielsweise keine Steuern zahlt, ohne befürchten zu müssen, dass er Konsequenzen für sein Handeln tragen muss, sieht man gerade in Griechenland. Welches System danach kommt, wissen wir alle noch nicht. Da muss man heute auch mal das Undenkbare denken.

  66. Irgendwer meint: (7.2.2012 um 15:12) AntwortenReply to this comment

    Es reicht schon wegen irgendwas auch nur verdächtigt zu werden. Zur falschen Zeit am falschen Ort, oder ein Nachbar der dich anschwärzt, egal. Dann wollen die deine Fingerabdrücke und deine DNA haben. Ob die tasächlich wieder gelöscht wird, wenn sich herausstellt, dass Du mit der Straftat absolut nichts zu tun hast, wer weis es?

  67. egghat meint: (7.2.2012 um 16:27) AntwortenReply to this comment

    Tja, das zeigt mal wieder, wie wir Datenschutz denken. Nämlich gar nicht.

    Die meisten dürften es durchaus in Ordnung finden, dass die DNA aufbewahrt wird, wenn es sich um Mörder/Kinderschänder/etc. handelt. Die meisten dürften es auch OK finden, wenn für solche Delikte ein zentraler Abgleich möglich ist.

    Dieses Beispiel zeigt aber wieder schön, dass der Staat genau das nicht macht. Er sammelt (egal in welchem Zusammenhang, speichert (egal in welchem Zusammenhang und wahrscheinlich auch ohne zeitliche Begrenzung) und verwertet (egal in welchem Zusammenhang). Wie er es halt immer macht. Damit festigt er aber die Radikalposition der Datenschützer auf der anderen Seite. Und sollte sich darüber auch nicht wundern …

  68. Olli meint: (7.2.2012 um 16:42) AntwortenReply to this comment

    Totale Überwachung als Utopie?

    Das wäre doch eher eine Dystopie. Abgesehen davon das sich die Leute durch Überwachung anpassen und sogar von Aktionen ablassen die möglicherweise nicht gerne gesehen sind (aber noch lange nicht strafbar), was ist mit den vielen kleinen Sachen die einem peinlich sind und wo man bestimmt nicht will das die ganze Welt es mitbekommt?

    Btw selbst bei einer totalen Überwachung würde es immer noch Lücken geben und sei es nur das diese "nötig" sind weil die Informationen die Politiker gerade austauschen viel zu wichtig sind um sie jedem mitzuteilen selbst wenn es nur um Schmiergelder geht.

  69. anonym meint: (7.2.2012 um 16:43) AntwortenReply to this comment

    @ egghat
    Genauso ist es, Sie bringen es auf den Punkt. Was ich nur wiederum nicht verstehe, ist, daß sich (auch gerade hier) immer genug Leute finden, die am zentralen Problem haarscharf vorbeidenken. Und dann heißt es quasi: Hey, meine Rechte wurden ein bißchen verletzt (machts nichts, dient ja einer guten Sache), ich finde, alle meine Rechte sollten annulliert werden, und das sollte für alle gelten, auch für die, die das (aufgrund ihrer Uneinsichtigkeit) nicht wollen – und schon sind alle gleich und wir haben eine glückliche Volksgemeinschaft, denn niemand kann mehr etwas verbergen. Das zeigt ja nur, daß die Leute auch nach soundsoviel grandios gescheiterten Versuchen immer noch hochgradig anfällig für Heilsversprechen aller Art sind. Traurig.

  70. GxS meint: (7.2.2012 um 17:04) AntwortenReply to this comment

    @knut:

    Zur Eindeutigkeit des DNA-Profils:

    focus.de/wissen/wissensch...r-zwitter_aid_341728.html

  71. Fragender meint: (7.2.2012 um 17:06) AntwortenReply to this comment

    Kann denn davon ausgehen, dass die DNA-Proben wirklich gelöscht sind, wenn man dies beantragt hat und das auch bestätigt wurde ?

  72. kinder-sind-unschlag meint: (7.2.2012 um 17:09) AntwortenReply to this comment

    @Olli:

    Btw selbst bei einer totalen Überwachung würde es immer noch Lücken geben und sei es nur das diese "nötig" sind weil die Informationen die Politiker gerade austauschen viel zu wichtig sind um sie jedem mitzuteilen selbst wenn es nur um Schmiergelder geht.

    Genau das IST ja die Utopie, die GHad beschreibt: Es gäbe eben keine Korruption mehr, weil alle Schiergelder auch öffentlich werden. Jeder kann nachprüfen, wer wen womit geschmiert hat – damit wäre das Thema erledigt. Es gäbe ja nicht einmal mehr Politiker im heutigen Sinne, GHad nennt es "Open/Liqid Democracy".
    Es ist eben gerade das Wesen einer Utopie, dass das derzeit kaum vorstellbar ist. Trotzdem kann man den Gedanken einer solchen Welt denken – und ich finde darin einige derzeit unlösbaren Probleme sofort gelöst.

  73. GHad meint: (7.2.2012 um 19:27) AntwortenReply to this comment

    Heilversprechen? Nein, es sollte lediglich ein Denkanstoss sein, was wir erwarten können, wenn der Staat immer weiter auf Speicherung und Überwachung der Bürger drängt.

    Eine Gegenidee, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, ich habe niemand etwas aufgezwungen.

    Vor allem wäre eine Möglichkeit bei weiterreichender Vernetzung der Menschen ja auch, dass man Gesellschaften und Staaten voneinander abstrahiert, d.h. Jeder kann egal wo er wohnt zu seiner Gesellschaft gehören, Staatsgrenzen wären egal, für ihn gelten dann die Regeln seiner selbst gewählten Gesellschaft.

    Heutzutage hat man diese Wahlfreiheit nur, wenn man in ein anderes Land zieht, vielleicht wird man irgendwann ja davon wegkommen und die Menschen selbst wählen lassen, welche Regeln für sie gelten sollen. Dann kann eine Gesellschaft der Datenschutzanhänger ebenso existieren wie eine der Transparenz.

    Ich sehe das als quasi zwingend notwendig, wenn wir uns evolutionär weiterentwickeln wollen, denn ohne Konkurrenz gibt es wenig Fortschritt. Das sieht man ja auch an der Weiterentwicklung von z.B. einzelnen Homepages über MySpace hinzu Facebook. Mit Konkurrenz von G+ z.B. entwickelt sich auch Facebook weiter und die Mitglieder entscheiden zu welcher Gemeinschaft sie gehören wollen.

    Im globalen Massstab betrachtet fehlt es meiner Meinung nach genau das um auch als Menschheit insgesamt und im Zusammenleben untereinander in Gesellschaften voran zu kommen.

    Oder möchten wir aus Angst vor Terrorismus und Verbrechen immer weiter Richtung Überwachungsstaat abdriften? Es ist inzwischen fast egal wo man hinzieht, Überwachung und Zensur herrschen beinahe überall, die Menschen haben kaum mehr eine Wahl.

    Gruß,
    GHad

  74. Anita meint: (7.2.2012 um 21:49) AntwortenReply to this comment
  75. Silvie meint: (8.2.2012 um 03:17) AntwortenReply to this comment

    Wie crank,

    Wissenschaft und Logik wollen uns daran hindern Boeses zu tun (gleichfalls wollen sie uns davor schuetzen Opfer zu werden), sei es noch so eine kleine Bagatelle und wir haben nichts besseres zu tun, als uns zu wehren.
    Das aendert nichts, sondern verlangsamt lediglich den Prozess der Ausreifung. Denn das einzige Argument, das ich durchgehen lasse ist die FehlerQuote, die ja wirklich laecherlich ist.

    Aber wie auch schon gesagt, zu behaupten, dass Daten missbraucht werden grenzt an Beschraenktheit und nur innovative & sichere Methoden der Strafverfolgung koennen uns in vielen Aspekten weiterbringen. Mir ist es lieber meine Daten auf einer legalen Datenbankt zu wissen; auf den Rast haben wir mittlerweile keinen Einfluss.

  76. Diogenes meint: (8.2.2012 um 08:58) AntwortenReply to this comment

    welt.de/print/die_welt/ve...0-Jahren-aufgeklaert.html

    …und nein, natürlich ist die Aufklärung aus generalpräventiver Sicht überaus bedeutend (ganz zu schweigen für die Familie des Opfers) auch wenn der "mutmaßliche" Täter nicht mehr bestraft werden kann.

  77. Densor meint: (8.2.2012 um 11:14) AntwortenReply to this comment

    Was viele bei dieser Diskussion von "DNA Spur" vs "Fingerabdruck" übersehen ist das eine DNA spur ganz einfach gefälscht oder plaziert werden kann.

    Und selbst wenn solche beweise nur als indiz für weitere ermittlungen dienen, so macht dies die DNA spur zu einem super instrument um leute "anzuschwärzen".

    Ein büschel haare/hautschuppen/abstrich von der zahnbürste bekommt man einfach, im zweifel durchsucht man den hausmüll von irgendwem. Diese lassen sich dann nach belieben missbrauchen um die ermittlungen auf eine falsche spur zu schicken bzw. vielleicht sogar unbeliebten leuten ein bisschen ärger zu machen.

    Bei Fingerabdrücken wird das ganze ungleich schwerer.. fingerabdrücke "faken" ist schon um einiges komplexer als DNA spuren verteilen.

    Ich finde dies sollte bedacht werden wenn solche dinge als indiz für ermittlungen dienen, hier weiß glaube ich jeder was für folgen es teils für betroffene haben kann wenn man in diesem land in das visier so mancher behörde kommt.

  78. _Josh @ _[°|°]_ meint: (8.2.2012 um 11:28) AntwortenReply to this comment

    @Densor

    Bei Fingerabdrücken wird das ganze ungleich schwerer.. fingerabdrücke "faken" ist schon um einiges komplexer als DNA spuren verteilen.

    Unsinn, alles was Du brauchst ist Klebstoff, Tesa und einen Föhn, das Vorgehen ist wunderbar dokumentiert beim CCC, Stichwort Schäuble.

  79. anonym meint: (8.2.2012 um 12:25) AntwortenReply to this comment

    Hier nun wieder mal mit Facebook anzukommen, ist m. E. eine völlig kranke Argumentation. Nichts begriffen oder einfach nur mal einen Nebenkriegsschauplatz eröffnen? Ein Viertel der Deutschen nutzen Facebook. Ergo: Dreiviertel der Leute sind immerhin so klug, diesen Scheiß zu ignorieren. Und ob die Firma in drei bis fünf Jahren überhaupt noch in der Form existiert, ist völlig fraglich. Die Existenzen im Netz sind kurz, man denke nur an AOL, längst vergessen der Laden. Den Zerstörern der Privatsphäre ist aber offenbar keine Sache zu platt, um sie nicht anzubringen …

  80. GHad meint: (8.2.2012 um 12:31) AntwortenReply to this comment

    @anonym

    Komm doch bitte mal wieder ein paar Level runter, das war ein Beispiel für Weiterentwicklung durch Kunkurenzdruck, wie es auch in der natürlichen Evolution funktioniert.

    Außerdem hab ich keine Privatsphäre zerstört sondern nur ein Gedankenexperiment veranstaltet, tut mir furchtbar leid, dass ich angefangen habe zu denken und kreativ zu sein, so was passt ja wohl nicht mehr in die heutige Zeit, in der man am besten den ganzen Tag brainafk ist und fürs Arbeiten und den Erhalt des aktuellen Zustandes arbeitet.

    Schönen Tag noch,
    GHad

  81. kinder-sind-unschlag meint: (8.2.2012 um 12:40) AntwortenReply to this comment

    @GHad:
    Um den Charme dieses Gedankenexperimentes zu begreifen, muss man wahrscheinlich Mathematiker sein. Normale Menschen fühlen sich nur angegriffen. Da bringt es auch nicht, immer wieder zu betonen, was ein Gedankenexperiment ist. Das ist zwar traurig, aber leider Realität …

  82. anonym meint: (8.2.2012 um 12:54) AntwortenReply to this comment

    @ GHad
    Ihre Methode, sich hier als der Denker zu verkaufen, um damit suggerieren zu können, die anderen Kommentatoren haben eh nicht nachgedacht, ist reichlich billig, und ich möchte mal wissen, welche Art von Leuten wohl darauf hereinfällt.

    Immerhin gab es bereits vor gut 200 Jahren Leute, die Gedanken zum Thema geäußert haben, die heute noch Bestand haben. Ich darf hier an den vielzitierten Satz von Ben Franklin zur Sicherheit und Freiheit erinnern. Und bei anderer Gelegenheit hatte hier im Lawblog ein Kommentatator ein ebenfalls sehr passendes Zitat von John Adams gebracht. Dies alles nicht zu kennen oder bewußt zu ignorieren, ist Ihr Verdienst.

  83. Anita meint: (9.2.2012 um 12:47) AntwortenReply to this comment
  84. mensch meint: (9.2.2012 um 13:26) AntwortenReply to this comment

    @knut: es gibt bzgl. DNA einen wesentlichen Unterschied zu Fingerabdrücken: DNA kann leicht gesammelt und an Tatorten ausgebracht werden. das ist mit Fingerabdrücken nicht ganz so einfach möglich (die Verfahren zur Überlistung von Fingerabdruckscannern sind nicht unmittelbar auf die analoge Übertragung eines Fingerabdrucks übertragbar). Insofern möchte ich jedenfalls meine DNA nicht irgendwo in einem Behördencomputer wissen.

  85. Scherzbischof meint: (9.2.2012 um 17:53) AntwortenReply to this comment

    @roland: Ernsthafte Delikte sind solche die sich mit ganz wenig Aufwand lösen und verfolgen lassen.

  86. Thomas meint: (9.2.2012 um 18:00) AntwortenReply to this comment

    Abwarten bis auch die Ordnungsämter auf die DNA zugreifen können, dann wird es richtig interessant!, weggeworfene Kippen, Kaugummis, Dosen, die Abkürzung über die öffentliche Wiese, etc. 1984 lässt grüssen.

  87. Stefan meint: (10.2.2012 um 11:15) AntwortenReply to this comment

    Viel schlimmer ist es doch noch bei denjenigen, deren Daten bereits gespeichert wurden bzw. diejenigen, die ggf. in der Vergangenheit mal straffällig geworden sind – was heutzutage sehr schnell passieren kann.
    Diejenigen stehen grundsätzlich einem Pauschalverdacht gegenüber und im Zweifel wird auch gar nicht mehr so genau hingesehen, denn "der hat ja früher schonmal etwas angestellt, wieso sollte er es nicht wieder tun"?
    Die Stigmatisierung ist heutzutage extrem weit fortgeschritten, erinnert schon fast an milde Form von Hexenjagden.
    Und gerade die Damen und Herren bei der Polizei sind es, die diesem auch nur allzu gerne folgen.
    Einmal Täter – immer Täter. Rehabilitation (faktisch) ausgeschlossen. Das ist die Situation in der Bundesrepublik. Datenbanken überall, zu allem und jeden. Gerne auch europaweit oder weltweit ausgetauscht.
    Man soll ja auch als Täter nirgends anders mehr einen Neuanfang machen können dürfen!
    Dazu dann eben die neuen Ermittlungsformen wie die Erhebung von Millionen von Funkzellendaten bei Demonstrationen oder Straftaten usw.
    Ich möchte wetten, dass hier häufig bereits polizeibekannte Personen ständig Probleme bekommen, weil sie unter Generalverdacht stehen.

    Diese Datensammlungen gehören meiner Ansicht nach verboten. Man hat sie früher nicht gebraucht und im Land herrschte trotzdem weder Chaos noch Anarchie.
    Aber als Strafttäter hatte man wenigstens die Chance, sich zu rehabilitieren.

    Und ob hier der tatsächliche Täter ermittelt wurde?
    In einem Eiscafé fallen sehr viele DNA-Daten an.
    Die optische Wiedererkennung eines Täters durch einen Zeugen ist nachgewiesenermaßen häufig problematisch (vor allem dann, wenn man durch die "Faktenlage" bereits ohnehin vermutet, dass die Person definitiv der Täter sein MUSS, weil DNA-Daten sind ja grundsätzlich pauschal immer eindeutig, erkennt man gerne auch mal eine Person, obwohl man diese noch nie zuvor gesehen hat!).
    Wenns so war, okay, wenn der vermeintliche Täter dort jedoch wirklich nur etwas getrunken hat und entsprechende Vorstrafen hatte, mit DIESER Tat jedoch nichts zu tun hatte, dann ist er trotzdem fällig.

    Denn wir wissen ja:
    Einmal Täter – immer Täter.
    Rehabilitation: Ausgeschlossen

    BRD, 2012

  88. mindamino meint: (11.2.2012 um 03:44) AntwortenReply to this comment

    >Ist das etwas verwunderliches? Kriminalistisch spricht man von einem Indizienbeweis, dass die Person, welche die Spur hinterlassen hat, irgendwann einmal am Tatort war. Nicht mehr und nicht weniger. Als mehr wird es bei Ermittlungen auch nicht verwendet.

    So sollte es sein.

    Das kommt immer auch auf das Ansehen der Person an. Es kann besonders bei niederen Proleten auch der Beweis sein, dass er der Täter ist.
    Es kommt auch darauf an wie danach ermittelt wird. Gerne wird es dann dazu benutzt auch genau nur in die Richtung zu ermitteln soweit niemand anderes in Frage kommt. Es wird dann alles gesucht warum er der Täter sein muss.
    Bei niederen Bürger-Proleten reicht ein schlichter Anfangsverdacht um eine Hausdurchsuchung durchzuführen, die allerdings von vornherein erfolglos sein kann (zB. wenn der wegen Unterschlagung zu Durchsuchende ein Paket erhalten haben soll man aber nicht einmal eben bei dem Paketversender vorher anruft ob er es auch erhalten hat). Hätte er es nicht erhalten hätte man mit meheren Polizisten die ganze Bude auseinandergenommen. Das ist ordnungsgemäss und richtig, so das LG-Bielefeld und Konsorten.
    Wenn elitäre Juristenkumpels und auch RAte, die sich verdient machen, Straftaten nachweisbar begangen haben gibt es zur Beweissicherung keine Hausdurchsuchung, weil eindeutige Straftaten aufeinmal keine sind. Bei Richtern und Staatsanwälten wird dann auch mal zugegeben, wenn es nicht anders geht, dass es welche sind aber man Straftaten innerhalb seiner Tätigkeit nach belieben tätigen darf.

    Fünf Jahre unschuldig im Knast: Staatsanwaltschaft in Hannover verschweigt entlastendes Material, DasErste panorama, 25.01.2009

    Dann kann man sich dafür ja auch noch in den staatlichen Beweismittelwerkstätten Beweise bauen, denn wer schuldig sein muss, kann es auch nur sein:

    Innenminister Volker Bouffier betreibt zusammen mit Staatsanwaltschaften in Hessen eine kriminelle Vereinigung mit willkürlichen Inhaftierungen, Strafvereitelungen, Aktenfälschungen usw., 15.12.2011

    Jörg Bergstedt erklärt die fiesen, miesen und verlogenen Tricks von Polizei, Politik und Justiz mit Beweismittelwerkstätten, frei ausgedachten Straftaten ua., Regensburg 03.07.2010 , http://www.fiese-tricks.de.vu

    Evtl. kann man sich auch noch ein Geständnis besorgen:

    Zähne eingeschlagen: Mit Handschellen gefesselten 15-jährigen Zeugen von Polizist min. 5 mal mit dem Gesicht vor die Wand geschlagen, wegen der darauf foldenden Beamtenbeleidigung, 22.09.2011

    Von Polizisten den Schädel gebrochen, Der Fall Paul B., Verurteilt wird das Opfer zu einer Bewährungsgefängnisstrafe, Justiz glaubt fast immer nur den Polizeibeamten, 2006

    Hinzu käme nun noch, dass es sich nun um einen besonders notorischen Straftäter handelt, der Polizisten falsch beschuldigt und im Ansehen der Person ein Beleidiger ist was seine Gesinnung widerspiegelt. Desweiteren ist es Widerstand gegen die Staatsgewalt oder meint jemand, dass der 15-jährige den Kopf locker gelassen hat auch wenn der Polizist gesagt hat: "Mach die locker".

    Gerade in Richterköpfen geht das häufig so zu, denn der Staat ist alles.

    Das alles ist korrektes vorgehen oder gemäss dem ehemaligen Präsidenten des OLG Hamm, Gero Debusmann, sind es die ordnungsgemässen Aufgaben der Justiz an der diese nicht gehindert werden darf.
    http://www.justizkacke.de

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