Kino.to: Drohen tausende Durchsuchungen?

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden plant möglicherweise, gegen zahlende Nutzer des hochgenommenen Portals kino.to vorzugehehen. Die Fahnder sollen Zahlungsdaten sogenannter Premiumnutzer des Streamingdienstes auf den beschlagnahmten Rechnern gefunden haben. Das Nachrichtenmagazin Focus will erfahren haben, dass diesen zahlenden Kunden, die PayPal genutzt haben, nun Strafverfahren drohen. In diesem Rahmen kann es gegebenfalls auch zu Hausdurchsuchungen kommen – wenn die Strafverfolger sich auf glattes Parkett begeben.

Es ist nämlich noch keineswegs ausgemacht, dass sich auch die Nutzer von kino.to strafbar gemacht haben. Es ist nach wie vor höchst umstritten, ob es sich beim Anschauen eines Streams, etwa eines aktuellen Kinofilms, im Internet überhaupt um eine Urheberrechtsverletzung handeln kann. Das Urheberrechtsgesetz verlangt nämlich eine Vervielfältigung des ursprünglichen Films.

Die eine Meinung weist darauf hin, dass es bei einem Stream gar nicht zu einer Vervielfältigung kommt. Es wird nämlich keine dauerhafte Kopie auf einem Datenträger des Nutzers erstellt. Stimmt nicht, sagt die Gegenmeinung, die Daten werden zumindest im Cache zwischengespeichert und womöglich sogar Pufferdateien auf der Festplatte abgelegt. Schon das sei eine Vervielfältigung, wie es sie das Gesetz verlangt.

Bislang können sich die Rechtejäger von der GVU und auch die Staatsanwaltschaft für ihre Ansicht nur auf die Entscheidung des Amtsgerichts Leipzig stützen, das die Macher von kinto.to zu Haftstrafen verurteilte. In diesem Urteil steht wohl auch, Streaming verstoße gegen das Urheberrecht. Man darf aber nicht vergessen, dass sich das Gericht mit der Anbieterseite beschäftigte und nicht mit den Nutzern. Auf der Anbieterseite stellt sich die Sache aber als relativ unproblematisch dar.

Überdies haben die Verurteilten, so weit bekannt, sich nicht gegen das Urteil gewehrt. Die Auffassung des Amtsgerichts Dresden wird also nicht in den nächsten Instanzen überprüft, so dass es bislang an der Entscheidung eines höheren Gerichts fehlt.

Das kann für Premiumnutzer aber natürlich nicht dazu führen, dass sie nun darauf hoffen dürfen, die Generalstaatsanwaltschaft Dresden werde die Chance vorüber ziehen lassen, sich mit einem weiteren, wenn auch aus meiner Sicht zweifelhaften, Schlag in Szene zu setzen. Sofern Nutzer identifiziert sind, gibt es im Kern zwei Möglichkeiten:

- Die Verfolger achten auf die unsichere Rechtslage und vor allem auf das Gebot der Verhältnismäßigkeit. Sie lassen Betroffene deshalb von der Kriminalpolizei zur Vernehmung vorladen, so wie das bei kleineren Delikten üblich ist.

- Man geht in die Vollen und besorgt sich Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen der Beschuldigten.

Für den ersteren Fall lautet die Empfehlung jedes Strafverteidigers: Auf keinen Fall den Vernehmungstermin selbst wahrnehmen. Man ist nicht zum Erscheinen verpflichtet. Außerdem muss man als Beschuldigter nicht mit der Polizei sprechen. (Als Zeuge auch nicht, aber das ist ein anderes Thema.)

Eine schnelle Aussage birgt immer die Gefahr, dass sich der Beschuldigte selbst überführt. Die weitaus meisten Delikte, gerade im Bereich der kleinen und mittleren Kriminalität, blieben erfahrungsgemäß unaufgeklärt, wenn Beschuldigte von ihren Rechten Gebrauch machen und sich nicht selbst um Kopf und Kragen reden würden.

Am besten ist es, bei einer Vorladung einen Anwalt zu beauftragen. Dieser kann den Termin absagen und zunächst Akteneinsicht nehmen. Das mit der Akteneinsicht geht auch ohne Anwalt, ist aber nicht immer so einfach. Wenn die Akte der Staatsanwaltschaft da ist, besteht zumindest kein informationelles Ungleichgewicht mehr. Auf dieser Basis lässt sich dann viel besser überlegen, ob und was man sagt. Das gilt insbesondere für die Frage des Vorsatzes. Immerhin streiten sich ja sogar die Juristen, ob das Anschauen eines Streams strafbar sein kann. Es liegt also nicht ganz fern, dass Nutzer durchaus “guten Glaubens” gewesen sein können.

Gerade in einem Fall wie kino.to liegt es auch aus einem weiteren Grund auf der Hand, dass Ermittler auf schnelle Geständnisse aus sein werden. Auch wenn die Zahlung an den Streamingdienst vielleicht einen Anfangsverdacht rechtfertigt, belegt sie noch keine Urheberrechtsverletzung. An kino.to Geld zu überweisen ist jedenfalls nicht strafbar. Es wäre Aufgabe der Polizei, dem Nutzer nachzuweisen, ob er tatsächlich urheberrechtlich geschützte Filme geguckt hat. Wenn er sich dazu nicht äußert, was sein gutes Recht ist, könnte dies schwierig werden.

Wobei wir genau bei dem Punkt sind, der Hausdurchsuchungen wahrscheinlich macht. Natürlich sind die absehbaren Beweisprobleme auch Polizisten und Staatsanwälten bekannt. Sofern sie die Sache wirklich durchziehen wollen, besteht also ein Interesse daran, auf die Hardware der Beschuldigten zuzugreifen. Möglicherweise finden sich ja im noch Datenspuren, die Aufschluss darüber geben, ob und was für Filme geguckt wurden.

Möglicherweise. Das Problem bei solchen Hausdurchsuchungen mit Ansage ist natürlich, dass Betroffene sich darauf einstellen können. Faktisch haben die Behörden derzeit keine Möglichkeit zu verhindern, dass informierte Premiumnutzer geeignete Maßnahmen ergreifen und dann der Dinge harren, die da kommen mögen. Das ist auch nicht strafbar, denn es gibt keine Strafvereitelung in eigener Sache.

Auch im Fall einer Hausdurchsuchung raten Verteidiger dazu, zunächst eisern zu schweigen. Man muss die Ermittler zwar machen und einpacken lassen, aber selbst ist man zu gar nichts verpflichtet. Vielmehr gelten dann genau die gleichen Regeln, wie wenn eine Vorladung durch die Polizei ins Haus flattert.

Sollte es tatsächlich zu hunderten, wenn nicht sogar tausenden Durchsuchungen kommen, wage ich eine Prognose: Die Sache wird für die Ermittler zum Desaster. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass sich das Anschauen von Streams in letzter Instanz als nicht strafbar erweist.

Den Scherbenhaufen müsste man dann erst mal zusammenkehren.

  • Daarin

    Allerdings wäre bei einer Hausdurchsuchung mit Beschlagnahmung auch der Beschuldigte erstmal schlecht dran, denn die Hardware bekommt er erst wieder wenn man darauf schon gar keine Streams mehr sehen kann.

  • Sebastian

    Ich glaub jeder Saunahersteller würde neidisch werden ob des geballten Schwitzens das Sie gerade ausgelöst haben, Herr Vetter :-D

  • Rene

    Es war doch das AG Leipzig, das nebenbei erwähnt hat, dass die Nutzer sich strafbar gemacht haben, und nicht das AG Dresden?

  • Käptn Blaumeise

    Da braucht wohl in Dresden jemand eine neue Ausrede für Kapazitätsengpässe bei Ermittlungen gegen Rechts oder gegen die allgegenwärtige Korruption.

  • Ralf Petring

    Weiter “spannende” Zeiten für Streaming-Nutzer. In dem obigen Beitrag des Kollegen Vetter ist allerdings wohl nicht das Amtsgericht Dresden, sondern das Amtsgericht Leipzig mit seinem Richter Mathias Winderlich gemeint, der im Rahmen einer mündlichen Urteilsbegründung Streaming-Nutzer “praktisch” gleich mit verurteilte (vgl. http://www.golem.de/1112/88634.html ).

    Danke für den Hinweis. Habe den Fehler berichtigt. U.V.

  • RF

    Nunja, bei “Hausdurchsuchung mit Ansage” hat sicher jeder halbwegs bewanderte Nutzer einen alten, entberlichen Rechner, den man mit einem unschuldigen Linux versehen kann…

  • Johannes

    nicht, sagt die Gegenmeinung, die Daten werden zumindest im Cache zwischengespeichert und womöglich sogar Pufferdateien auf der Festplatte abgelegt. Schon das sei eine Vervielfältigung, wie es sie das Gesetz verlangt.

    Das machen aber doch mein (Software) DVD Player und jede offizielle Streaminglösung genauso. Verstoße ich so jedes Mal gegen das Gesetz?

  • Der Steuerzahler

    Man wird bei den Hausdurchsuchungen sicherlich massiv den Beifang sicherstellen. Als erstes die ein oder ander Dosis “Betäubungsmittel”, welche verboten ist. Dann sicher der ein oder ander der kurz Zulangt. Nicht zu vergessen auch der Ansichtverlust wenn man das Sontag-Nachmittag mit Blaulicht und so macht.

    Und dann währe da noch Kinderpornos, z.B in Form von Foto der lieben kleine beim letzten Urlaub oder einem Video / DVD der Orinalversion der Blechtrommel. Wie viele Nutze haben die Verschärfung der Gesetzeslage in dem Bereich überhaupt mit bekommen?

    Ich sach mal, der man 70% der Kino.to irgendwie Einlochen kann, nur nicht unbedingt für kino.to. Und darum geht es doch letztendlichd seit einigen Jahren in Deutschland, wie kann ich der Bevölkerung bei jeder gelegenheit eine machen, ohne das es auffällt.

    mfg

    Ralf

  • Scharnold Warzenegge

    Die Durchsuchung dürfte schon Strafe genug sein. Hardware (und persönliche Daten) weg, die eigene Wohnung durchwühlt und deren Geborgenheit zerbrochen. Wozu braucht man dann noch ein Urteil? Die Staatsanwaltschaft kann sich hier ganz pragmatisch nicht nur als Ankläger, sondern effektiv auch als Richter aufspielen.

    Und dann dir üblichen Angebote: man stellt das Verfahren ein, wenn der Durchsuchte auf seine Hardware verzichtet. Ansonsten müsse man das BKA einschalten und das könne übel ausgehen. Und schwupps wird die Hälfte der Betroffenen zur Erneuerung der alten Polizei-EDV beitragen.

    Bleibt zu hoffen, daß man bei der Staatsanwaltschaft Augenmaß hat und die Sache einstellt. Sollte es wirklich zu Massendurchsuchungen kommen, dann wäre das völlig unverhältnismäßig. Denn was will man erreichen? Selbst wenn sich was auf den Rechnern findet: mehr als ein paar Tagessätze kommen dabei nicht raus. Die Anwaltskosten dürften höher liegen.

  • Oliver

    Guter Zeitpunkt, um noch mal alle aufzufordern, endlich ihre privaten Daten oder noch besser ihren ganzen Rechner zu verschlüsseln.

  • RF

    Da fällt mir noch was auf: Warum darf die Polizei eigentlich ganze Rechner mitnehmen, wenn der relevante Teil nur die Festplatten sind?

  • Tom

    … und das ist erst der Anfang.
    Wartet es ab mit ACTA und VDS, ist das hier ein Kindergeburtstag.
    Ich habe Kino.to zwar nie genutzt, aber so langsam denke ich darüber nach, ob ich meine Datensicherung nicht besser dezentral lagern/verstecken sollte. So ist wenigstens nur die Hardware weg. Verschlüsselt ist das ganze so oder so schon.

  • Felix

    Mir fehlt im Artikel ein bisschen die Trennung zwoschen Kino.to und den Streaming Diensten. Nur letztere boten / bieten Premiumzugänge.

    “Den Scherbenhaufen müsste man dann erst mal zusammenkehren.” — die tausenden Opfer dieser Aktion. Die Polizei selbst hat natürlich nichts zu befürchten. Oder?

  • DV

    wie sieht es denn aus mit dem, dass der gemeine User nicht erkennen kann und konnte, dass es sich hierbei um ein illegales Angebot handelte. Sowas ähnliches wurde doch auch mal um Zusammenhang von allofmp3 diskutiert und geschrieben. Gilt dies nicht auch bei Kino.to?

  • Stefan

    Das Nachrichtenmagazin Focus will erfahren haben, dass diesen zahlenden Kunden, die PayPal genutzt haben, nun Strafverfahren drohen.

    Geschieht ihnen recht. Wer Paypal nutzt, dem ist nicht mehr zu helfen.

  • Jahn, 8 Jahre alt

    Hausdurchsuchung? PC wegnehmen? Wenn die Polizei dabei genau so schlau ist, wie dereinst ihre superschlauen Kollegen, finden die nie etwas! Wetten?

    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/02/02/monitor-und-tastatur/

  • user124

    @RF:

    Warum darf die Polizei eigentlich ganze Rechner mitnehmen, wenn der relevante Teil nur die Festplatten sind?

    weil sie sich das erlaubt haben. und du hast auch die schnauze zu halten wenn sie tastatur, maus, drucker und monitor mitnehmen – “es könnten ja wichtige daten darauf sein”.

  • Flo

    Wie bitte? – man möchte nun also einen Verdacht gegen die User haben, nur weil sie Premium-Nutzer eines Streaming-Dienstes waren? Damit könnte man schon fast behaupten, dass Streaming / Filehoster Grundsätzlich komplett “illegal” sind.

    Ich kann doch auch einen Premium Account gehabt haben, weil ich gerne selbst Filme drehe und diese über solche Portale tausche oder weil ich darüber Urlaubsfilme, etc schaue.(Natürlich ist allen klar, dass das meist nicht der Fall ist, aber von “sofort-Schuldig” darf man da auch nicht ausgehen)

    Und eine Hausdurchsuchung wegen solch einer Lappalie? Nächstes Mal gibts ne Hausdurchsuchung, weil ich einen kritischen Artikel _gelesen_ habe oder bei Rot über die Ampel bin?

    Auch stünde das in keinem Verhältnis, da man die Filme ja nicht geteilt hat, dürfte sich der “Schadensersatz” extrem in grenzen halten, wenn nicht sogar fast nicht bestehen.

  • Micha

    Wieso “Zahlungsdaten bei Kino.to” und “Geld an kino.to transferiert”? Der Content lag/liegt doch bei den Filehostern und bei denen kauft man ggf. nen Zugang?!

  • nameerforderlich

    Stimmt nicht, sagt die Gegenmeinung, die Daten werden zumindest im Cache zwischengespeichert und womöglich sogar Pufferdateien auf der Festplatte abgelegt. Schon das sei eine Vervielfältigung, wie es sie das Gesetz verlangt.

    Ich meine mich erinnern zu können, dass Gesetze nicht sinnentstellend angewendet werden dürfen, oder?

  • Matt

    @RF: Man geht davon aus, dass auch auf zb dem RAM Daten gespeichert werden, die strafrechtlich relevant sein können. Ganz so unrecht hat man da nicht, aber absichtliches Speichern auf dem RAM dürfte schon seeehr selten sein.

  • Daarin

    Mal was ganz anderes: Was haben die eigentlich vor zu finden? Der Cache an sich ist normalerweise nicht so fest gespeichert (Wozu auch?). Und die Bewegungsdaten auf der Homepage von kino.to sind wohl kaum relevant. Ist einfach schon zu lange her.

  • Comment1

    Man geht in die Vollen und besorgt sich Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen der Beschuldigten

    Aus meiner Ref-Zeit kann ich mich daran erinnern, dass meine Staatsanwaltschaft eigentlich schon bei kleinsten Dingen gern und auch sehr sehr SEHR häufig zu Hausdurchsuchungen gegriffen hat – und der Richter in evtl. 5% der Fällen mal nachfragte, ob das wirklich notwendig sei. “In die Vollen gehen” – nein, die Hausdurchsuchung ist Standard geworden.. :(

  • Oliver

    @nameerforderlich

    Ich meine mich erinnern zu können, dass Gesetze nicht sinnentstellend angewendet werden dürfen, oder?

    Witzig! Schon mal was zum „Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit“ gehört? Damit wird alles gemacht, aber nicht die Steuerehrlichkeit gefördert.

  • Drachenstein

    Ob die Durchsuchung hinterher rechtswidrig war, schert die Bullen sowiso einen Dreck. Für die Beamten hat das ja keinerlei Dienstliche Konzequenzen. Nicht mal dann, wenn schon VOR der Durchsuchung offensichtlich ist, dass diese rechtswidrig ist.
    Aber das ist genauso, wie mit der Gestapo und den DDR-Stasi Kadern. Die sehen sich deshalb im Recht, weil der Befehl von ihren Vorgesetzten kam…..

  • Chris

    zum thema “nicht mit der polizei reden” ein sehr interessantes und amüsantes video:

    http://www.youtube.com/watch?v=86XmQra5WMU

    ein amerikanischer anwalt/professor erklärt sehr humorvoll mit vielen beispielen, warum man nie mit der polizei reden sollte. danach erzählt ein polizist, mit welchen schmähs er die leute zum reden bringt. dauert etwas lang (45min), ist aber sehr sehenswert!

  • Statistiker

    Tja, und was muss man feststellen….. die B***** sind einfach blöd…. machen eine Hausdurchsuchung, beschlagnahmen den PC (obwohl es nur um eine Mail ging) und übersehen die direkt danebenliegende externe Festplatte….. Tja, ohne Gehirn nichts los. Warum wird man sonst auch B****….

  • Torben

    Ich warte eigentlich auf Pressemitteilungen der Polizeigewerkschaften, die die Staatsanwaltschaften vor so einer Aktion warnen: Schließlich gibt es angeblich zu wenig Polizisten.

    (Ohne polemisch zu sein: Die Verfolgung solcher (evt. nicht mal strafbarer) Aktivitäten sollte eine sehr geringe Priorität haben. Wenn man allerdings liest, wie viele Hausdurchsuchungen es wegen solchen oder ähnlichen Sachen gibt, fragt man sich schon ob es wirklich zu wenig Polizisten gibt – oder irgendjemand nur die Prioritäten *sehr* falsch setzt.)

  • Andy

    @Micha: Die Betreiber von kino.to haben auch einen Großteil der dort genutzten Streamhoster betrieben.

  • Nachdenklicher

    Wenn das kurzfristige Zwischenspeichern im Cache eines Rechners bereits als “illegale Kopie” ausgelegt wird, dann darf auch niemand mehr ins Kino gehen: jeder, der sich einen Film sieht, hat ständig eine Kopie der letzten 2 oder 3 Sekunden des Filmes im Kurzzeitgedächtnis. Manche Leute erinnern sich sogar Stunden oder Tage später an jede Einzelheit eines Films.

    Werden dann Personen mit gutem Gedächtnis auch eingesperrt? Immerhin könnten sie anderen das Gesehene erzählen, oder schlimmer: selber Bilder davon malen!

  • Quacksilber

    Man sollte den Cache mit shred löschen, das müsste reichen.

  • ChristianO

    Das gesamte Internet besteht aus verfielfältigung.
    Wenn man es also genau nimmt gibt es keinerlei legale Streaming angebote da alle Rechner im Netz vom Streaming Server bis hin zum Empfänger das Paket auf die nächste Leitung kopieren müssen.

    Mit der Argumentation das Speichern in RAM oder sonst wo zum Vorhalten als kopie zählt müste man sofort dqas gesamte Internet abschalten da es ohne diese Art von Kopien nicht funktionieren kann.

  • Piet
  • Dominik

    Die Polizei hat mal mein web.de-Postfach durchsucht. Ist schon seeehr lange her, da war web.de noch okay. Ich war 15, jetzt 22 btw.

    Ich gab das Passwort im Verhör raus und die ließen mich paar Minuten später gehen. Mit dem Rad fuhr ich ins Internetcafe und löschte den gesamten Inhalt meines Postfachs. Da war die Polizei ziemlich enttäuscht, dann nichts mehr zu finden.

    Bei einer Hausdurchsuchung kurz davor, wurde lediglich gefragt, ob ich Datenträger mit verbotenen Inhalten hätte. Ich verneinte bloß und drückte ein paar Rohlinge in die Hand mit der Bemerkung ‘da könnte was drauf sein’.

    Das stimmte die Dorfpolizisten zufrieden.

  • Heinz Handtuch

    Die RAMs sind doch keine permanenten Speicher, schon aus physikalischer Sicht sind sie nicht als Speicher für hier relevante Zeiträume geeignet. Die Kopie im RAM kann also vom Gesetz nicht gemeint sein. Caches sind vermutlich auch nicht intendiert, können aber hinreichend lang stabil speichern. Man bekommt aber nicht heraus, ob man vom Filehoster per “streamsoftware > /tmp/irgendwas” oder per “streamsoftware > /dev/null” streamt. Im zweiten Fall wird nicht auf permanente Medien geschrieben, also nicht wirksam kopiert.

    Des weiteren ist unklar, was die Behörden jetzt noch herausfinden wollen. Bei normalen Benutzern dürfte nach dieser langen Zeit im RAM nichts mehr, und auch im Cache nichts mehr zu finden sein. Sie müssten dann schon mit stark forensischen Mitteln angreifen und ich bezweifle einfach, dass sie genug Forensiker dafür haben. Also jedes Gutachten in der Hinsicht erst mal anzweifeln und nachliefern lassen.

  • Gerrit

    Sofern sie die Sache wirklich durchziehen wollen, besteht also ein Interesse daran, auf die Hardware der Beschuldigten zuzugreifen.

    Kann man verstehen, wenn man weiß wie dünn die Kapitaldecke für die IT ist.

  • parker

    irgendwie fühl ich mich grad ein bischen dumm…

    bei kino.to an sich musste niemand auch nur einen cent bezahlen, das war doch auch nie wirklich möglich?

    bei MEGAUPLOAD,ja, aber bei kino.to an sich? nö.

    wieso hat das hier noch keiner angemerkt?? wenn, dann geht das hier ja wohl um megaupload und nicht um kino.to, oder??

    nochmal: es gab nie einen premium-dienst bei kino.to! worum dreht sich dieser artikel? bin ich behindert im kopf?

  • user124

    @Quacksilber:

    Man sollte den Cache mit shred löschen, das müsste reichen.

    28c3 – antiforensik
    http://www.youtube.com/watch?v=4ZuSkHj2Ymk

    wer nicht sicher ist ob “den cache mit shred löschen” reicht sollte hier mal reinschauen und sich selbst ein bild machen.

  • FlyingT

    @DV:

    Sicherlich eine gute argumentationsgrundlage: “Was der Film der nächsten Monat im Kino anläuft soll aus einer illegalen Quelle stammen? Ja, woher soll ich das denn wissen?”

    @ Speichern im Ram

    Das nennt sich Ramdrive.

    @ OMG wie müssen das Internet abschalten

    man darf kopieren soviel wie man will, solange der rechteinhaber damit einverstanden ist.

  • az

    Die Sache wird für die Ermittler zum Desaster.

    Die Sache wird für die Ermittler völlig folgenlos bleiben, wie so ziemlich jede im Dienst begangene Schweinerei.

    Die Sache wird für die Betroffen zum Desaster; bei den Zahlen wird die Polizei einen Schaden im zweistelligen Millionenbereich anrichten, auf dem die Betroffenen Sitzen bleiben.

    Eine widerrechtliche Hausdurchsuchung nichts anderes als ein Überfall mit Waffen; Alle Beteiligten an so einem Verbrechen gehören entsprechend bestraft.

  • fernetpunker

    Das gilt insbesondere für die Frage des Vorsatzes. Immerhin streiten sich ja sogar die Juristen, ob das Anschauen eines Streams strafbar sein kann. Es liegt also nicht ganz fern, dass Nutzer durchaus “guten Glaubens” gewesen sein können.

    Des “guten Glaubens” zu sein, dass eine Verbotsnorm nicht für das eigene Verhalten gilt, dürfte einen Subsumtionsirrtum darstellen, welcher ein Unterfall des Verbotsirrtuns ist.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Subsumtionsirrtum

    Dann wäre nach § 17 StGB die Schuld ausgeschlossen, und zwar auch nur dann, wenn der Irrtum vermeidbar war. Nicht aber der Vorsatz, der nur bei einem Tatbestandsirrtum (§ 16 StGB) ausgeschlossen ist. Der liegt aber nicht bei falscher rechtlicher Bewertung eines Sachverhalts, sondern nur bei Irrtum über das Vorliegen der Tatbestandsmerkmale vor.

    Übertragen auf den Fall hätte für das Ausscheiden des Vorsatzes ein Irrtum darüber bestanden haben müssen, dass der Computer eine kurzfristige/sukzessive Kopie des Werkes produziert. Der Irrtum bezog sich aber darauf, dass der Straftatbestand im UrhG eine solche vergängliche Kopie umfasse, nicht auf den technischen Vorgang.

  • FlyingT

    btw ich hoffe das gibt einen großen Rundumschlag und die Staatsanwaltschaft zieht die Geschichte durch. Ich mein Leser des Lawblogs betrifft es eh nicht, weil diese niemals sowas nutzen würden und eh immer unschuldig sind. Also trifft es nur ein paar Bauernopfer. Da sich das aber dann wie ein Lauffeuer rumspricht wird die Nutzung von illegalen Angeboten und deren Nutzung im Netz richtig Null gehen. Schliesslich weiss man dann das es nicht wirklich sicher ist und itunes, lovefilm, Maxdome und co sicherere und kostengünstigere Lösung ist.

    Durch die Steigerung der Umsätze und den mangelnden illegalen Content im Netz verlieren GVU und co das interesse an einer Überwachung des Netzes. Somit verschwinden die Befürworter von VDS, ACTA, SIPA, PIPA und co von der Bildfläche und wir, die sich nie was zu schaden kommen lassen, weil sie keinen illegalen Content beziehen, könnnen wieder fröhlich im Netz surfen ohne überwacht zuwerden.

    Und die Scene verschwindet wieder aus den medien und ist nur den “eingeweihten” zugänglich.

    Ich sag mal WIN-WIN-Situation

  • Der Steuerzahler

    @FlyingT:
    Das glaubst aber auch nur du…

    Wenn es nicht Illegales Kopieren ist, sind es gefährliche Ansichten, entlaufene Informationen, oder zur Not auch Illegales Blähen im Privatwohnugen, was eine Verbot gegen irgendeine Luftreinhalteverordung darstellt, wesswegen dann alle PC mit Micro und Kammera ausgerüstet wrden müssen. die ständig überwacht werden.

    mfg

    Ralf

  • FlyingT

    @Der Steuerzahler:

    Ach und welche Lobby soll dafür dann kämpfen?

  • Shorty

    @RF: Und wenn dann noch das Home-Verzeichnis verschlüsselt ist, kann man die Büttels mit “keine
    Aussicht auf Erfolg” ablaufen lassen. Also die dürfen den Rechner dann gar nicht erst mitnehmen. Habe ich jedenfalls mal gehört.

  • Ichbins

    Falls, dann wird mit Kanonenkugeln auf Spatzen geschossen. Unabhängig davon, ob überhaupt Jagdsaison sein darf.

    Ich denke schon, das die aller-allermeisten wussten, daß kino.to kein unbedingt legales Angebot war.
    Zumindest kein Angebot der Anbieter an Kunden.

    Was ich daran nicht verstehe, wer guckt schon 30 Filme im Monat. Für ein, oder zwei Filme in der Woche, kann man doch gut dieses Amazon-DVD-Leihen Angebot nutzen. Dann hat man auch gute DVD oder gar Blu Ray Qualität, mehrere Sprachen und Untertitel.

    Die Anbieter selbst brauchen sich auch gar nicht zu wundern. Sie haben es bis heute nicht geschafft, ein vergleichbares Angebot mit normalen Preisen zu etablieren.
    Mich als Kunden interessiert nicht, welches Studio Film x produziert hat, wer evtl. noch Drittrechte hat und all die rechtlichen Quelereien.
    Ich will einfach nur Film X gucken. Zu einem Preis, der für reines Streaming gerechtfertigt ist.
    Die Preise auf iTunes sind jedenfalls nicht gerechtfertigt. Fast DVD Preis, oder gleich.
    Dafür bekomme ich keine gepresste Silberscheibe mit geduckter Hülle für den Schrank, nicht die Qualiät dieser, keine mehrere Sprachen, die Untertitel fehlen auch. Ich muss warten, bis es herunter geladen ist, erst dann kann ich gucken. Und auch nur einmal innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

    Diese fehlenden Dinge muss ich beim Preis abziehen. Ist ja auch völlig klar. Was ich nicht bekomme, zahle ich auch nicht.

    Inception kostet die Woche 4,99 als DVD bei einigen Anbietern. Was darf dann ein reiner Stream kosten mit all den genannten Nachteilen? Einen Euro, würde ich sagen, mehr nicht.

  • Nico

    @ChristianO:

    Aus genau dem von Dir ausgesprochenen Grund gibt es den § 44 UrhG. Darunter fallen allerdings nicht die her angesprochenen Streams, da nach Nr. 2 der Norm nur rechtmäßige, technisch bedingte Vervielfältigungen ausnahmsweise zulässig sind.

  • Quacksilber

    @user124:
    Kannte ich schon. Ist aber immer wieder interessant.

    Wenn man den Zeitpunkt, sein System zu präparieren, nicht verpasst, kann man gut schlafen.

  • illegaliti

    @Der Steuerzahler:
    Nicht zu vergessen die Pornoaufnahmen von Scheinjugendlichen und der darauf folgenden Anklage des Besitzes von verbotener Jugendpornografie.

    BTW: Betreiben nicht auch Isps zahlreiche Proxyserver um ihren Kunden bestimmte Inhalte schneller zur Verfügung zu stellen. D.h. hier werden ständig Kopien von den Inhalten erstellt. Vielleicht sollte man mal die Proxy-Infrastruktur von einigen Isps hochnehmen.
    Es wird Zeit, dass die gesetzlichen Regelungen aus der analogen Zeit sinnvoll in das digitale Zeitalter überführt werden.
    Eine Vervielfältigung herbei zu fantasieren bei Vorgängen, auf die der Nutzer überhaupt keinen Einfluss hat, ist abenteuerlich.

  • zf.8

    Eine Rechtsordnung, die Streams als Vervielfältigung ansieht, stuft bestimmt auch medizinische Eingriffe als Körperverletzung ein!

  • Shorty

    @Ichbins: […]Für ein, oder zwei Filme in der Woche, kann man doch gut dieses Amazon-DVD-Leihen Angebot nutzen.[…]

    Amazon wollen viele aber nicht unterstützen, da dort Arbeitslose als Saisonkräfte unbezahlt “eingearbeitet” werden. Außerdem hat Amazon die Vertragsbeziehungen mit WikiLeaks gekündigt. Usw.

  • Sonstwer

    @zf.8: Rate doch mal, wofür die Einverständniserklärung gut ist, die Du vor einer Operation unterschreibst?

    Und wenn der Arzt Dir auch nur die entzündeten Mandeln entfernt, ohne dein Einverständnis ist das Körperverletzung und der Mann kann dafür bestraft werden.

  • Sonstwer

    @illegaliti: Wenn die Streaming Quelle legal ist, dann hat der Rechteinhaber dieser Vertriebsform und den damit notwendigen Zwischenspeicherungen zugestimmt. Damit sind dann alle Beteiligten sauber.

    Wenn Du den eingehenden Stream dann mit einem modifizierten Client auf Festplatte speicherst gibt es noch immer nur einen, der Dreck am Stecken hat.

  • Matthias

    Blöde Frage, aber muss ich als zahlender Kunde, was ja scheinbar aufgrund von Paypal Belegen belegt ist, auch unbedingt das Angebot in Anspruch genommen haben? Ich kann auch zahlen und einfach nicht schauen :)

    Zahlen kann ich doch was ich will, solange man mir nicht nachweisen kann dass ich explizit illegale Inhalte angesehen habe, beweisen die Paypal Belege überhaupt nichts, klingt nach Wichtigmacherei.

  • Jakob

    Bei den P2P-Anzeigen, die von Abmahnanwälten (vor dem zivilrechtlichen Auskunftsanspruch) gemacht wurden, haben die Staatsanwaltschaften in den meisten Fällen lediglich den Anschlussinhaber ermittelt und dann das Verfahren eingestellt. Dabei ging es eindeutig um die Herstellung einer dauerhaften Kopie und die Nutzer haben die Dateien gleichzeitig hochgeladen und damit weiterverbreitet. Bei Kino.to haben die Nutzer ja nur den Stream angesehen und die Filme nicht weiterverbreitet. Daher glaube ich nicht, dass die Staatsanwaltschaften bei den einfachen Benutzern so viel mehr machen wollen.

    Bei den Uploadern sieht das natürlich anders aus. Die bekommen ja in vielen Fällen eine Prämie von den Streamhostern und wenn sich da die Zahlungen nachverfolgen lassen, dann könnte das zu weiteren Ermittlungen führen.

  • Martin

    Ein Glück, ich war nie Kino.to-Nutzer. Aber muss ich mir wegen der Puffergeschichte jetzt sorgen machen, weil ich Itunes-Nutzer bin und die Filme in meinem Puffer vervielfältigt wurden? Oder funktioniert Itunes ohne diese Puffersache?

  • Barbara

    Wie werden eigentlich Filmdateien auf Festplatten gesehen? Mal angenommen bei so einer Hausdurchsuchung werden Festplatten mit solchem Inhalt gefunden?

  • Anonymous

    Also wenn ich über Kino.to mir einen premium Acc bei Duckload gekauft habe und mit PayPal bezahlt habe. Müsste ich dann Angst haben das mir “morgen” die polizei die Bude einrennt ?

  • Quacksilber

    @Barbara:
    Es werden Hashes nach einem standardisierten Verfahren über die Files gemacht und dann mit Hashlisten abgeglichen. Es empfiehlt sich also, ein Bit umzukippen. – Aber nicht im Header!

  • Ceres

    Jetzt mal doof gefragt, in so einem Zwischenspeicher landen doch auch andere Sachen, die mit unter auch dem Urheberrecht unterliegen. Bedeutet das jetzt, dass das bloße Ansehen einer Internetseite strafbar ist? Da wird sich ja Marions Kochbuch freuen…

  • yves

    Wusste gar nicht, dass es ein kostenpflichtiges Angebot von kino.to gab. Oder war das mit MegaVideo gemeint?

  • zf.8

    51/sonstwer

    Ach, bei der Körperverletzung soll man jetzt auch noch die Rechtfertigungsebene beachten und nicht nur die Tatbestandsebene? :-)

    Weil wenn man das bei der Urheberrechtsverletzung macht kommt man nämlich zum Ergebnis, dass eine Vervielfältigung auch nicht zwingend eine Strafbarkeit begründet und das ist irgendwie langweilig und eigent sich nicht zum lästern. :-(

    PS:

    Nicht zu vergessen, dass es auch bei der Körperverletzung eine Ansicht gibt, die medizinische Eingriffe schon auf Tatbestandsebene ausschließt.

  • Erbloggtes

    Viel effektiver ist es doch für die GVU, mit massenhaften Hausdurchsuchungen nur zu drohen, unter Verweis auf schwer durchschaubare Umstände. Dabei dürfte es bleiben. Da Herr Vetter die Umstände eher durchschaubar gemacht hat, ist ihm kein Schweiß zuzurechnen.

  • zf.8

    PPS:

    Und der Besitz von Jugendpornografie mit Scheinminderjährigen ist in Deutschland auch immer noch nicht strafbar, illegaliti.

    (§ 184c Abs. 4 StGB)

  • gd

    Zum Thema “Cache”-speichern: Was ist denn, wenn man generell keinen Cache anlegen lässt. Da wird nix bei mir gespeichert :) Oder sehe ich das falsch?

  • trinse

    @Anonymous:
    ja, das musst du nun Angst haben. Es hat doch gerade bei dir geklingelt? Oder?

  • wonko

    @Martin:

    muss ich mir […] jetzt sorgen machen, weil ich Itunes-Nutzer bin

    Ja.

  • empörter

    1. Verhältnismäßigkeit, anybody?

    2. SONST NICHTS ZU TUN ODER WAS?

    3. Mangels effektiver Staatshaftungsgrundlagen können “die” jeden Scheiß machen. Und jegliche Verhältnismäßigeit oder sonstiges “subtil” unterwandern, sodass am Ende keine Haftung steht.

    4. Auf die Frage, wie man sich bei einer akuten Hausdurchsuchung wehren kann, z.B. wegen Unverhältnismäßigkeit, kam von verschiedenen Rechtsanwälten immer nur: “Muss man halt über sich ergehen lassen.”.

    Ganz tolles Deutschland, wirklich, ganz toll!

  • 5zjunge

    Gabe es denn legale Angebote bei kino.to?

  • Michaela

    Mal eine doofe Frage,gibt es einen Zusammenhang zwischen der Sache mit Megaupload und das jetzt auf einmal Daten von Premium-Usern von Kino.to gefunden worden sind?

  • marcus05

    @FlyingT:

    Und irgendwann geht die Masse auf die Straße und randaliert weil sie mit ihrer Zeit nichts mehr anzufangen weiß. Denn das alles zu bezahlen können sich weite Teile der Bevölkerung schon lange nicht mehr leisten. Raubkopien von Unterhaltungscontend ist doch so ziemlich das letzte, was die Menschen noch in ihren Wohnungen hält. Was soll man sonst mit seiner Freizeit anfangen?

    Ist das dann auch noch Win-Win?

  • marcus05

    @5zjunge:

    Natürlich, alles was zu alt fürs Urheberrecht ist.

  • Baxter

    Ich persönlich halte derartige “Drohungen” für ziemlich billige Angstmacherei. Besonders der (Film-)Lobbyvernad der Conent-Mafia (GVU e.V.) macht ja keinen Hehl daraus eng mit den Staatsanwaltschaften zusammenzuarbeiten.

    Man erinnere sich doch nur an die Hausdurchsungen von vor ein paar Jahren, als deren “Kollegen” vom (Musik-)Lobbyverband BVMI e.V. (damals noch IFPI Deutschland) Hand-in-Hand mit der Staatsanwaltschaft Kinderzimmer durchwühlt hatten. Das ging ja sogar durch die Medienlandschaft und in den Filmbeiträgen sah man dann den sog. “Chefermittler” Frank Lüngen von der sog. “anti-piracy-Firma” ProMedia ganz stolz mit einem Monitor (!) aus’m Treppenhaus des durchsuchten Mehrfamilienhauses vor die Kameras trat… Übrigens waren das “Aktionen”, die deren “Raubkopierer sind Verbrecher”-Gehrinwasch-Kampagnen medienwirksam unterstützen sollten. Die Staatsanwaltschaften (und einzelne Richterkumpel) spielten auch damals schon den treuen Erfüllungsgehilfen!
    Ich kann mich allerdings auch erinnern, daß denen dafür völlig zurecht auf die Finger gehauen wurde und dueses niederträchtige Gebahren schlagartig wieder gestoppt wurde.

    Denn (und jetzt werde ich auch wieder etwas ernster): Wir reden hier über nicht weniger als die Verletzung des Artikels 13, GG!
    Weswegen sollte dieses Grundrecht noch ‘mal eingeschränkt werden? Wegen einer etwaigen Pufferung von Nullen und Einsen auf einem privaten Rechner etwa? Also bitte!
    Auch wenn ich persönlich zwar keine juristische Ausbildung oder degleichen genossen habe, so erkenne ich im Text von Artikel 13, GG keinerlei Rechtfertigung für solch eine Maßnahme.
    Selbst wenn man argumetieren würde, daß man beim Ansehen von streams durch die Datenpufferung auf den eigenen Rechner (Stichwort: cache) eine Kopie herstellen würde, die nicht durch den § 53 UrhG als Privatkopie deklariert werden kann weil die Vorlage offensichtlich rechtswidrig hergestellte wurde und man gleichzeitig durch die bloße Mitgliedschaft bei solch einem Portal eine wissentliche Verletzung von Urheberrechten unterstellen würde, dann wäre m.E. die Beweisführung von besonderem Interesse. Will heißen: Wie würde die Staatsanwaltschaft wohl einen hinreichenden Tatverdacht konstruieren wollen, daß in einem konkreten Einzelfall (!) der Vorwurf auch entsprechend erhärtet werden könnte?
    Eine etwaige Beweisführung würde m.E. nämlich die Speicherung von Kommunikationsinhalten voraussetzen, die bekanntermaßen in solchen Fällen nicht zulässig ist (Vgl. BVerfG zum Thema VDS)!
    “Konkreter Einzelfall” übrigens deshalb, weil ja wohl kaum ein Lobbyverband (hier: GVU e.V.) jemanden pauschal “ins Blaue” hinein für sämtliche Straftaten bezichtigen kann. Zumal “Rechteinhaber” (= Inhaber verwandter Schutzrechte = Lizenznehmer) UNGLEICH Urheber ist! Und das Urheberrecht nicht übertragbar ist (Vgl. § 29 UrhG), kann auch nicht jeder dahergelaufene Verband meinen irgendwelche Rechte wahrnehmen zu können!

    Die Sache wird für die Ermittler zum Desaster. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass sich das Anschauen von Streams in letzter Instanz als nicht strafbar erweist.

    Dito! Alles andere wäre auch äußerst…ich sag’ ‘mal…befremdlich. Übrigens völlig unabhängig vom konkreten Einzelfall “kino.to”, da das Thema insgesamt in meinen Augen von genereller Natur ist. Die Lobbyverbände können bis dahin aber gerne ‘mal erläutern, weshalb ich mir beispielsweise über Youtube irgendwelche aktuellen Musikvideos ansehen kann, ohne dafür ‘ne Lizenz zu haben bzw. Lizenzierungsbedingen durchgeklickt zu haben.

    In diesem Rahmen kann es gegebenfalls auch zu Hausdurchsuchungen kommen – wenn die Strafverfolger sich auf glattes Parkett begeben.

    Ganz ehrlich (auch wenn es sich jetzt jetzt “seltsam” anhören mag:
    Ich hoffe sehr, daß es zu Hausdurchsuchungen kommen wird! Es wird nämlich allerhöchste Zeit, daß die Staatsanwaltschaften in diesem Zusammenhang ‘mal ordentlich einen auf den Sack bekommen! Außerdem stinkt deren “enge Zusammenarbeit” mit den Lobbyverbänden der Content-Mafia schon lange zum Himmel und gehört endlich unterbunden. Kinderzimmer werden kriminalisiert, aber Ermittlungen gegen z.B. diese “Turn Piracy Into Profit”-Gauner werden gar nicht erst aufgenommen, obwohl Betrug und Steuerhinterziehung auf der Hand liegen!

    Kurzum: Sollten deswegen tatsächlich Hausdurchsuchungen stattfinden, höre ich schon das Klatschen der saftigen Ohrfeigen aus Karlsruhe! Ich kann mir jedenfalls beim besten Willen nicht vorstellen, daß für so ‘was die Einschränkung von Artikel 13, GG beim BVerfG gern gesehen würde!

    In diesem Sinne, Baxter

  • Dexter

    Ist der Artikel von U.V. wegen des Hinweises auf die HD jetzt als Strafvereitelung zu werten?

  • Klaus

    Hallo,

    weis jemand welche Filehoster den zu Kino.To gehörten. Sicher ist ja das Duckload dazu gehört hat.

  • Lexus

    @Shorty:
    Dir ist aber bekannt, dass der Spiegel Artikel über die Leiharbeiter bei Amazon so nicht stimmte? Dies hat der Spiegel eine Ausgabe später klargestellt und als “Entschuldigung” ein sehr freundliches Interview mit Amazon geführt.

  • Der Steuerzahler

    @Baxter:

    Das BVerfG muniert schon seit Jahren das die Richter Hausdurchsuchungen nur abnicken. Nur ändern tut das nix, die brut macht fröhlich weiter. Erst wenn ein Umfassendes Beweismittelverbot sammt Schadenersatz durch den Richter aus der Privatkasse kommt wird da vieleicht wieder ein Vernüftiges maß einkehren.

    mfg

    Ralf

  • karl-heinz

    ich bin echt erstaunt über die vielzahl der kommentare die sich darauf beziehen, dass die kopie strafbar ist und es damit dann keine legalen streaminganbieter geben soll, das ins kino gehen und dvd schauen strafbar sein soll und dass gar jedes betrachten von internetseiten strafbar sein soll.

    weiterhin finde ich die vergleichsweise geringe zahl von antworten auf diese kommentare erstaunlich.

    ich als Laie würde so denken: wenn mir jemand seine werke zum bestaunen zur verfügung stellt, vollkommen egal ob kostenfrei oder gegen bezahlung, ist das was komplett anderes als wenn dritte gegen den willen des urhebers seine werke veröffentlichen und damit villeicht sogar noch profit erzielen.

    in diesem passus ums kopieren geht es doch darum, dass ein urheber (unter anderem) das recht hat, zu bestimmen wer sein werk vervielfältigt.

    um beim film zu bleiben:
    urheber eines films ist meistens eine produktionsfirma. um noch etwas konkreter zu werden, nehmen wir mal an Sat1 hat einen film namens Beispielfilm hergestellt.
    nun hat sat1 die möglichkeit zu sagen, der Beispielfilm darf bei maxdome angesehen werden, jeder nutzer von maxdome hat das recht dazu den film anzusehen (und im zuge dessen auch, falls es denn tatsählich eine vollwertige kopie ist, die vorübergehende kopie im ram, cache oder wo auch immer zu erstellen). damit verstoßen nutzer von maxdome nicht gegen das urheberrechtsgesetz und machen sich somit nicht strafbar.

    wenn nun der gleiche film aber bei einem anderen streaminganbieter zu sehen sein sollte, zb. bei megavideo, und sat1 hat nicht gesagt, dass megavideonutzer den beispielfilm ansehen dürfen, dann kommt die diskussion die hier im beitrag angeschnitten wurde zum tragen, ob ein nutzer von megavideo nun tatsächlich eine kopie herstellt oder nicht.

  • Shorty

    @Lexus: Nein das war mir nicht klar. Auf Wikipedia ist dieser Sachverhalt unter ‘Unternehmenspolitik’ immer noch beschrieben. Danke für den Hinweis. Aber dann gibt es auch noch die Sache mit WikiLeaks.

  • Sven

    Ich WETTE mit Euch. Während alle and. Portale zu sind, die Obst cloud ist offen. So wird die Zukunft aussehen.
    Wir User dürfen uns noch ganz warm anziehen, auch in Bezug auf FI / MI / aggressive Werbeformen und -firmen.
    Da werden meines Erachtens alle am gleichen Draht ziehen, Firmen wie das Obst werden eine Quasi-Monopolstellung auch in dem Bereich einnehmen. Ich kotze bereits jetzt schon!

  • dpck

    wenn allerdings jemand einen premiumaccount bei duckload für einmalig 4,99€ gekauft hat lohnt es sich doch nicht deswegen einen Strafantrag, geschweige denn eine Hausdurchsuchung durchzuführen oder was meint ihr?
    Bin leider selber so dumm gewesen und bereue es im nachhinein ja auch. Aber wegen 4,99€ ??

  • Hans

    Ich hätte da einmal eine Frage:
    Angenommen, ich wäre Premiumnutzer von kino.to und meine Wohnung würde durchsucht. Angenommen, ich hätte ein brandneues Macbook und kann aber nachweisen, dass das Macbook erst nachdem kino.to von der Polizei geschlossen wurde erworben wurde.
    Darf die Polizei dann auch das Macbook beschlagnahmen? Es ist ja ausgeschlossen, dass ich damit dann Streams angesehen haben könnte.

    Das Beispiel ist rein fiktiv. Ich bin weder Premiumnutzer, noch habe ich je kino.to genutzt noch besitze ich ein Macbook. Mich würde nur die Rechtslage interessieren.

    Vielen Dank und viele Grüße
    Hans

  • August D

    Unaufgeklärte Delikte mögen im Interesse eines Strafverteidigers sein, aber gewiss nicht einer Gesellschaft.

  • Matthias

    Ich muss nochmal nachfragen:

    Ein Paypal Beleg sagt doch überhaupt nichts über die Nutzung aus, es heißt nicht, dass das Angebot überhaupt in Anspruch genommen wurde, dafür scheint es ja keine Belege zu geben. Das ist doch reine Angstmacherei, das ist doch nur heiße Luft.

  • Autolykos

    @August D: Ich sehe absolut keinen Weg, wie die Gesellschaft von einer “Aufklärung” in diesem Fall profitieren könnte. Da wird mit voller Absicht ein Schaden in Millionenhöhe erzeugt, nur damit ein paar Lobbyverbände eines längst überflüssig gewordenen Gewerbes sich durch FUD-Taktiken (man könnte auch Terror sagen, aber das ist so ein böses Wort) noch eine Weile am Leben halten können.

  • Nerd

    Weil hier einige Verwirrung herrscht:

    – Bei kino.to direkt hat mein keine Premium-Zugänge gekauft. Die Betreiber haben aber extra diverse File-Hoster-Firmen vergleichbar mit megaupload gegründet, und deren Kundendaten waren damit indirekt die Kundendaten von kino.to

    – Beim Cache immer unterscheiden zwischen RAM-Cache, der beim ausschalten gelöscht wird, und Festplatten-Cache, bei dem für gewöhnlich die Film-Datei gelöscht wird nachdem man die Seite schliesst. Unter bestimmten Umständen passiert das aber nicht.
    Wer den PC ohne Festplatten-Cache benutzen will braucht ersatzweise eine sog. RAM-Disk (also ein Festplatten-Cache der im RAM simuliert wird). Da braucht’s dann aber etwas know-how um das zu konfigurieren.

  • leser

    @Hans:

    Auch wenn Du den neuen Rechner zur Tatzeit noch nicht hattest, kannst Du ja Daten vom alten Rechner auf den neuen Rechner übertragen haben. Möglicherweise hast Du sogar die Festplatte Deine alten Rechners ausgebaut und in den neuen Rechner eingebaut.

    Außerdem ist das alles viel zu kompliziert mit diesen Rechnern. Die netten Polizisten sammeln einfach erstmal alles ein und geben das an Experten weiter, die sich das näher anschauen.

  • Sozialist

    Hahahaha!

    Endlich erwischt es die Diebe!!! Schützt das Geistige Eigentum!!! Unverletzlichkeit der Wohnung? Sicher nicht! Der Staat darf immer (!!!) jedes Grundrecht einschränken… dazu braucht es nur ein Gesetz!!!
    Hahahaha!!!

  • EuroTanic

    “Sie haben das Recht zu schweigen” schöner Vortrag beim CCC zu Hausdurchsuchungen: Sie haben das Recht zu schweigen

  • EuroTanic
  • Nachgedacht

    Na das ist ja schon eine mehr als schizophrene Geisteshaltung einer (Schein)-Staatsanwaltschaft!!!

    NATÜRLICH IST MIR KLAR, DAS IN DER BRD-GmbH massenweise kriminelle in den Landes- und Bundesregierung herumlungern. Das gleiche gilt aber auch für herumprügelnde, desolate Polizisten, kriminelle Gas- und Stromversorger, umweltzerstörnde Müll-“Verwertungs”-Firmen und und und.

    Nur bin ich damit nun mithaftbar???? Soll ich bei der nächsten Verkehrskontrolle den “Bullen” umfahren, um die kriminellen Polzeibediensteten nicht zu “decken” bzw. zu unterstützen?

    Soll ich in Hamburg beispielsweise nur noch auf Gehwegen oder im Gelände fahren, um die dort illegalen Prostituierten auf dem Strassenstrich nicht mehr zu unterstützen????

    Und wie endet nun meine “Teilnahme” in(?) der BRD-GmbH insgesamt, mit einem kleinkriminelle Bundespräsidenten an der Spitze. Sind wir nun alle Verbrecher, solange wir auch nur einen Fuß in diese Kleingartenkolonie setzen???

    Wenn unser durchgeknallten Staatanwaltschaften mal das völlig verlogen-kriminelle System AUCH NUR HALBWEGS hinterfragen würden, dann müssten sie als erstes die Richter (und sich selbst) verklagen….

    DAS WÄRE AUF JEDEN FALL SCHON EINMAL DER ERSTE SCHRITT ZUM WEG ZU EINER SELBSTERKENNTNIS !

    Nicht zuletzt auch mal der dringende Hinweis: DAS GANZE “LAND” IST AUF LUG UND BETRUG DEM IM ARTIKEL 140 GG AUFGEFÜHRTEN LEGITIMEN EIGENTÜMER UND BESITZER (also das Reich) ENTZOGEN WORDEN.

    Zuzüglich, das man diesen Eigentümer und Lizenzinhaber die gesamten Steuern und Einnahmen vorenthält!

  • Matthias

    Was belegen denn überhaupt Paypal Belege, nur das ich bezahlt habe, aber nicht dass man den Account auch benutzt hat, dass muss die StA erst einmal nachweisen, mehr wie Paypal Belege scheint man dort nicht zu haben.

    Die finden auf einem Rechner Paypal Belege und schon wird so eine Meldung rausgehauen, das ist doch billige Wichtigmacherei der StA.

  • FlyingT

    @marcus05:

    Man muss ja auch nicht alles haben.

    Ganz davon ab zeigen meine jahrelange Erfahrung in dem Bereich, das nur die wenigsten Raubkopien nutzen weil sie es sich nicht leisten können. Raubkopien werden und wurden immer aus dem selben Grund genutzt, WEIL MAN ES KANN.

  • Nachgedacht

    @Daarin: Was ist eigentlich mit der Nationalhymne sowie den “Bundesadler” auf dem Reisepass (Urheberrechtsverletzung zum Nachteil des in Artikel 140 GG aufgeführten Reichs)? Müssen wir nun alle mit Prozessen rechnen und die PERSONALausweise abegeben :-) ????

  • Nachdenklicher

    Noch ein Gedanke zum Thema Kopie und flüchtiger Speicher (alias Cache):

    Wenn jemand einen sogenannten Piratensender betreibt und auf Frequenzen sendet, die innerhalb des Empfangsspektrums handelsüblicher TV-Geräte liegen, macht sich dann derjenige strafbar, der sein TV-Gerät einschaltet, und die Sendungen empfängt?

    Auch im TV-Gerät wird das elektrische Signal für eine gewisse Zeitspanne zwischengespeichert. Das mag zwar nicht so lange sein, wie bei einem Rechner, aber ohne diese Zwischenspeicherung, und sei es nur für einige Mikrosekunden, könnte das TV-Gerät nicht funktionieren.

    Wem das zu abstrakt ist, der denke an digitale Geräte und Sendungen. Da haben wir dann nämlich exakt dieselbe Funktionsweise wie im Internet: ein Sender strahlt digitale Daten aus und der Empfänger speichert die empfangenen Daten kurzfristig in flüchtigen Speicher, um es richtig dekodieren und zur Wiedergabe aufbereiten zu können.

    Und nun? Macht sich der Betreiber eines TV-Gerätes strafbar, wenn er etwas empfängt, das jemand anders ausstrahlt?

    Das wage ich stark zu bezweifeln.

  • earendil

    Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.

    Und zu Marx könnte man ergänzen: Zuweilen werden Tragödie und Farce auch gleichzeitig gespielt, wenn auch letztere in diesem Fall erst später einsetzte. Die Tragödie ist das Eigentum an materiellen Gütern, das bekanntlich deren Produktion dem Profitstreben unterwirft und die Bedürftigen von der Befriedigung ihrer Bedürfnisse ausschließt. (Was schlimmstenfalls heißt, dass sie trotz gefüllter Töpfe hungern.) Die Farce ist nun das “geistige Eigentum”, also die künstliche Verknappung eigentlich unbegrenzt zur Verfügung stehender immaterieller, digitaler Güter. Dennoch findet das Kapital, das mit dem “geistigen Eigentum” Geschäfte machen will, immer wieder nützliche und auch noch unbezahlte Idioten, die die Eigentumsideologie so weit verinnerlicht haben, dass sie auch noch deren absurdeste Auswüchse verteidigen. Gell, FlyingT?

    (Wurde doch mal wieder Zeit für einen Kommentar, mit dem ich mich nicht bloß bei Nazitrollen unbeliebt mache. ;) )

    Aber davon ab, mal ein Dank an fernetpunker: Auch wenn wir politisch gewiss nicht auf der gleichen Welle liegen, finde ich deine Beiträge wegen der sauberen und auch für Laien verständlichen juristischen Argumentation oft am wertvollsten, eine gutes Korrektiv zu UV.

  • Andy

    Der Unterschied dürfte darin liegen, dass der Nutzer am PC die Daten explizit anfordert. Der Nutzer startet ja nicht den PC und wie aus dem nichts ploppt ein Player auf, der den allerneuesten Kinofilm abspielt. Statt dessen surft der Nutzer die entsprechende Seite an, wählt den Kinofilm aus und klickt auf “abspielen”.

  • klabauter

    @Hans: Genau. “Außerdem ist das alles viel zu kompliziert mit diesen Rechnern. Die netten Polizisten sammeln einfach erstmal alles ein “. Denn wenn sie nicht alles einsammeln, wie z.B. einen imac, den sie für einen bloßen Monitor halten (siehe Lawblog vom 2.2.12), dann werden sie im lawblog als technikabholde Vollidioten verspottet.
    Wie sie es also machen, ist es falsch: alles mitnehmen Mist, irgendwas nicht mitnehmen, wo Herr Schlaubärnerd aber seine SD-Card oder seinen getarnten USB-Stick aufbewahrt: auch Mist.

    Na ja, und dass dann auch noch unter #89 ein Reichsbürger aus seinen Senf absondert, hat gerade noch gefehlt.
    Mich wundert immer, weshalb all diese Reichsbürger nicht einfach in ein Plemplemland auswandern, wo sie doch hier nur von terroristischen BRD-Scheinregierungen und Scheinjustiz und Scheinpolizei verfolgt werden.

  • parker

    ES GAB NIE EINEN PREMIUM DIENST BEI KINO.TO!!!! die gibt es nur über duckload, megaupload, fileshare und wie sie alle heissen. ÜBER WAS ZU HÖLLE WIRD HIER GEREDET?? megaupload user müssen wennschondennschon angst haben(was ich auch extrem bezweifle) sonst NIEMAND! keine kino.to user, keine duckload oder anderen user. scheiße verdammte nochmal recherchiert doch mal und regt euch nicht tagtäglich über NICHTS auf, kaputte vögel, echt.. allesamt. redet doch mal über relevante dinge astatt euch über imaginäre sachen aufzuregen..

  • gnarf

    @parker,

    mir scheint du hast nicht verstanden dass einige streamprovider ZU kino.to gehört haben und dementsprechend deren rechnungsdaten nun auf den kino.to servern gefunden wurden. Um nichts anderes geht es hier. Megaupload war meines wissens nach nicht mit kino.to verflochten und ist kein stream-only provider gewesen sondern ein ganz normaler file-hoster mit inkludiertem Stream.

  • tinus

    @parker:
    Du musst dir aber gerade selber ganz schön viel Mut zusprechen, oder? Warte doch einfach ab, was passiert, alles bislang nur Spekulationen. Trotzdem finden sich hier jede Menge Kommentatoren, aus deren Post deutlich Angst spricht.

  • W

    @Hans: Nur weil Du eine Quittung für irgendeinen Rechner vorweisen kannst, ist das ja noch lange kein Grund, den Rechner stehen zu lassen.
    Es muss ja auch geprüft werden, ob diese Quittung überhaupt zu dem Rechner passt. Dafür ist *während* der HD natürlich keine Zeit, also: Einpacken und auf der Dienststelle/LKA untersuchen lassen.

    Nach zwei Jahren kannst Du den Elektroschrott dann in Flensburg oder Konstanz abholen. Falls er noch da ist, natürlich. Waffen und andere Asservate aufzubewahren ist ja anscheinend nur optional…

  • Autolykos

    Ich frage mich, warum Einbrecher das nicht nutzen. Man fälscht sich ein paar Dienstausweise und einen Durchsuchungsbefehl (muss noch nicht einmal eine besonders gute Fälschung sein, die meisten haben so etwas noch nie gesehen), schmeißt ein paar Leute um 4 Uhr morgens aus dem Bett, textet sie zu und nimmt dabei sämtliche Elektronik mit.
    Was uns gleich zu der nächsten Frage bringt: Was ist der Unterschied zu einer offensichtlich widerrechtlichen Durchsuchung (also ohne hinreichenden Anfangsverdacht einfach mal “auf den Busch klopfen”), und wie unterscheidet sich das zu erwartende Strafmaß?

  • Frank T.

    @FlyingT :

    Gut, dass die Empirie etwas anderes zeigt.

    Sie zeigt vor allem, dass Leute, die mehr downloaden, insgesamt mehr kaufen. Es gibt sogar eine relativ klare Funktionsgerade, inwieweit Leute, die eben viel downloaden, auch viel kaufen.

    Gab dazu mehrere Studien einiger Universitäten in verschiedenen Ländern. Rein psychologisch macht das Sinn : Wer etwas haben will, besorgt es sich. Wer mehr will, besorgt sich mehr.

  • ultrafrettchen

    Einen Stream zu gucken ist definitiv nicht nach dem Urhebergesetz strafbar, genausowenig wie der Besitz einer illegalen Kopie, die man nicht verbreitet( außer KiPo).
    Strafbar könnte allerdings die Zahlung für einen Premiumzugang als Beihilfe sein, und daß ist offensichtlich der ANsatzpunkt für die GSta.

  • marcus05

    @FlyingT:

    Und wer gar nichts hat, soll gefälligst damit zufrieden sein? Ist das der Kern deiner Aussage?

  • Philipp

    Ohne die 100 Kommentare vorher gelesen zu haben: Hat man eigentlich einen Schadensersatzanspruch wenn die Polizei der Meinung ist meinen Rechner, sagen wir ein 5000 € Gerät, einfach mitzunehmen und erst nach 9 Monaten wieder rauszurücken?

    Da reicht ja heute schon ein Wink mit dem KiPo Pfahl um alle digitalen Geräte von Laptop bis Küchenwaage konfiszieren zu lassen..

  • Ceres

    @105

    Ich denke du kannst dir für die Übergangsphase ein Leihgerät organisieren und dann versuchen die Kosten davon einzufordern.
    Vorrausgesetzt natürlich man findet nicht IRGENDWAS Inkriminierendes bei dir. Lange Atem ist aber generell Vorrausgesetzt…

  • karl-heinz

    @103: wie gut das du so viel schlauer bist als viele andere und mit solcher sicherheit garantieren kannst was strafbar ist und was nicht, obwohl es derzeit ja offenbar doch sehr kontrovers diskutiert wird. wenn du so viel über das urheberrecht weißt, solltest du versuchen, dein wissen nicht nur hier kostenlos zu versprühen, sondern mehr daraus machen und eine breitere öffentlichkeitsarbeit leisten. belege deine aussagen und überzeuge alle welt davon, dass deine aussage wahr ist. sprich damit nicht nur den kleinen kreis von lawblog lesern an, sondern geh in die vollen und überzeuge gleich alle strafverfolgungsbehörden, gerichte und nicht zu vergessen die contentindustrie.

    was ich mich frage, ob nicht das bezahlen für solche streamdienste als indiz dafür durchgehen könnte, das man als einfacher internetnutzer eben im glauben war, dass dieses angebot vollkommen legal war und der betreiber des streamdienstes wohl sicherlich auch von seinen einnahmen einen obolus an die rechteinhaber abtreten wird..

  • HugoHabicht

    @Anonymous: Es geht nicht um die € 4,99, die Du bezahlt hast, sondern um die zigtausend €uro, die Du nicht bezahlt hast, weil Du Dir den Content stattdessen über Kino.to, DonaldDuckload oder was auch immer gezogen hast.

  • ultrafrettchen

    @107

    Naja, ich bin Strafverteidiger und ich kann das Gesetz lesen.
    Das aktuelle Urheberrecht hatte Streaming überhaupt nicht auf dem Schirm, sondern lediglich p2p.
    Sich einen “illegalen” stream privat anzusehen ist aber nichts anderes, als sich eine “illegal” gebrannte DVD anzusehen. Solange ich nicht verbreite, bin ich straflos. Dies gilt übrigens außer bei KiPo (was wirklich eine große gesetzliche Ausnahme ist) für alles. Ich darf auch indizierte Bücher, Filme und Musik besitzen und lesen oder hören. Ich darf sie nur nicht jemand anders zugänglich machen.
    Insofern bin ich mir ziemlich sicher, daß der einzige Ansatzpunkt der GSta ein Verfahren wegen Beihilfe zur gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzung durch kino.to sein kann, da die Premiumkunden durch Zahlung ihrer Mitgliedsbeiträge unterstützten.
    Daß sich kino.to durch das Streamen strafbar gemacht hat, liegt ja auf der Hand.
    Wenn Du mir nicht glaubst, dann sieh mal ins Gesetz.

  • hefti

    @FlyingT: Die Frage ob “Ablegen” (mind. kurzzeitiges Vorhalten) im RAM eine Kopie darstellt betrifft insofern das “Internet”, als dass dies der Gang der Dinge ist. Dieser Post (in Pakete zerlegt) z.B. wurde etwa 10 mal Zwischengespeichert bevor er in Herrn Vetters Datenbank bei vollmar gelandet sein wird. Und wenn ihn ein paar über Deutschland verteilt lesen sind sehr schnell sehr viele “Kopien” erzeugt worden.

  • W

    @Philipp: Schadensersatz? Gegenüber unseren Behörden, von Gottes Gnaden eingesetzt? So weit kommt’s noch!

    Nein, das Ganze heißt “allgemeines Lebensrisiko” und damit sind die Behörden immer fein raus.

    Falls Dich jemand fälschlicherweise angezeigt hat, kannst Du nur diesen Jemand zivilrechtlich belangen. Viel Glück dabei.

  • maSu

    Streamen von Videos = Teile des Videos werden in den Cache kopiert und somit vervielfältigt. So kann man argumentieren…

    …wenn man von der Technik keinerlei Ahnung hat und auch sonst nur gerne Mist labert.

    Praktisch ist selbst das ansehen eines Films auf DVD / Blue-Ray nur möglich, weil das Lesegerät gewisse Teile in einen temporären Zwischenspeicher (Cache) kopiert.

    D.h. wenn ein Richter wirklich so einen dämlichen Unsinn verzapfen würde und bereits das Kopieren von Daten in einen temporären (!) Zwischenspeicher als Strafbar einstuft, dann dürfte jeder Besitzer eines beliebigen (!) DVD- oder Blue-Ray-Laufwerks bald im Gefängnis sitzen.

    Aber nach allem was man so hört, ist ja mindestens ein Richter fachlich und technisch so dermaßen “unbegabt”, dass es zu etwas ähnlichem gekommen ist (zumindest angeblich in der mndl. Urteilsbegründung im Fall um die Hintermänner von kino.to). Mir macht diese Ignoranz, Blödheit, Dummheit oder was auch immer dahinter stecken mag, einfach Angst.

    Man sollte einen weiteren, legitimen Revisionsgrund einführen: Erwiesene fachliche Unfähigkeit bzw. Dummheit des Richters.

    Ich bin da echt mal gespannt, was für eine Idiotie da noch zu Tage gefördert wird. Ich würde mir sogar fast wünschen, dass tausende Haushalte durchsucht werden und das richtig hohe Wellen schlagen wird. Ich denke anders, als mit der richtig derben Ohrfeige werden es gewisse Staatsanwälte und Richter einfach NIE lernen können. Wobei… diese Ohrfeige bleibt ja auch dann aus, wenn sich Richter, Polizei und Staatsanwaltschaft bewusst über geltendes dt. Recht hinwegsetzen… .

    Für manche Berufe ist ein “Gott-Komplex” wohl fast schon Vorraussetzung…

  • Halloooooooooooooooo

    Ich gehe mal davon aus, dass es kaum zu Hausdurchsuchungen kommen wird.
    Vor dem zivilrechtlichen Auskunftsansprcuh brauchten die Rechteinahber noch die Hilfe der Staatsanwalt und auch dort hat wurde nur Hausdurchsuchungen veranlasst, wenn sehr viele Dateien angeboten worden sind. Leute, die über den Esel Pornos angeboten haben, haben auch oft eine HD bekommen, da die sich zusätzlich nach den §184 strafbar gemacht haben.

    Hier geht es aber nicht um die übliche Verbreitung wie beim Esel, deshalb mir es wohl kaum zu Hausdurchsuchungen kommen.

  • affenärschle

    Hmmm, mal überlegen:
    Irgendwas legal herunterladen => es hat KEINE Vervielfältigung stattgefunden (siehe “Verkauf von gebrauchter SW od. MP3″)
    Irgendwas illegales heruntergeladen => eine Vervielfältigung findet statt.
    Na ja, war ja nicht anders zu erwarten… die richten´s sich´s eh wie sie´s brauchen.

  • Müller

    Was würde wohl passieren, wenn sich alle ehemaligen kino.to-Nutzer selbst anzeigen würden?

    Ich habe da auch mal einen Film geschaut. Aber ich weiß leider nicht mehr genau bei welchem Freund, welcher Film und wann das war. Wäre die Ermittlungsbehörde dann verpflichtet zu ermitteln? Kann ich denen präventiv meine Festplatte zur Überprüfung zusenden?

  • Andy

    @maSu: maSu, das ist Unsinn. Bei einer gekauften DVD bezahlst du für das Recht, den Film sehen zu dürfen. Die “Kopie” im Speicher des DVD-Laufwerks (der nicht größer als ein paar MB ist), ist erlaubt, weil das Ansehen technisch sonst nicht möglich wäre. Das “Entschlüsseln” (CSS & Co.) einer originalen DVD oder BluRay im Player, das nötig ist, um am Bildschirm den Film anzeigen zu können, ist ja auch keim Umgehen des Kopierschutzes.

    Wenn du dir einen aktuellen Kinofilm von Duckload etc. herunterlädst, kannst du so nicht argumentieren, das Zwischenspeichern ist dann ja nicht nötig, um ein Nutzungsrecht, für das man bezahlt hat, auszuüben.

    Ganz abgesehen davon, dass gerade bei Duckload Filme KOMPLETT auf dem PC des “Kunden” zwischengespeichert wurden, wenn man auf Abspielen geklickt und das Video sofort danach pausiert hat. Das waren gerne mal ein paar hundert MB. Wenn das keine Kopie sein soll (wohlgemerkt: der komplette Film war in irgendeiner Form auf dem PC abgespeichert und konnte auch ohne weitere Verbindung zum Server abgespielt werden), was soll dann eine Kopie sein?

  • Gerti

    Naja, so manchen nimmt gerade für die nächsten Tage frei und schreddert tausende CD/DVD-Rohlinge, welcher er sich für seine stolz Filmsammlung incl. ausgedruckten Cover angelegt hat.
    Evtl. wäre es doch besser gewesen, sich diese Filme zu kaufen ……

  • maSu

    @Andy:
    Und wenn ich mir eine DVD nur ausleie? Von einem guten Freund? Auch beim Streamen ist es technisch nicht anders möglich. Auch geht es hier nicht um einen Filrehoster, bei dem man große Dateien heruntergeladen hat, sondern um eine Webseite, die es erlaubte, einen Film via Stream zu sehen.

    Stream=der jeweilige Player lädt die nächsten XX Sekunden Film herunter, zeigt sie an und wiederholt das solange, bis alles da ist.

    Das ist exakt(!) das gleiche Verfahren, wie bei allen DVD- oder Blue-Ray Laufwerken. Nahezu alles funktioniert so: Teile werden in einen Zwischenspeicher geladen und vorgehalten und somit KOPIERT.
    Der Kunde hat aber lediglich das Recht gekauft, sich den Film anzusehen und nicht, eine lokale Kopie anzufertigen.

    Wenn nun also gewisse schmerzbefreite Richter auf die Idee kommen, dass der Zwischenspeicherungsvorgang, der von der Hardware oder dem betriebsystem vorgenommen werden MUSS, bereits eine Kopie darstellt, dann ist jeder mit mindestens einem Bein im Knast.

  • Jakob

    Laut Heise scheint die Zuordnung zwischen den Kundendaten und den angeschauten Filmen möglich zu sein. Bei den Ermittlungen geht es wohl auch eher um die finanzielle Unterstützung der Betreiber von Kino.to und weniger um die Urheberrechtsverletzungen der Kunden.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zahlende-Kino-to-Nutzer-im-Visier-der-Staatsanwaltschaft-1433503.html

    Dem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden zufolge haben die Ermittler in vielen Fällen tatsächlich feststellen können, welche Nutzer sich welche Filme oder Serien wie oft angeschaut haben. Dennoch habe man nicht vor, aus diesem Streaming-Konsum Urheberrechtsverletzungen herzuleiten. “Da sehen wir nicht das Problem”, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein im Gespräch mit heise online. Vielmehr werde geprüft, ob man die zahlenden Nutzer belangen könnte, weil sie mit ihren PayPal-Überweisungen gewerbliche Urheberrechtsverletzungen der Kino.to-Betreiber finanziell unterstützt haben. Diese Prüfung geschehe nun unter Rücksicht auf die Verhältnismäßigkeit: “Wir werden nicht die gesamte Nutzerschaft von Kino.to kriminalisieren.”

  • Ben

    Da frage ich mich ernsthaft, wie sie das auch nur ansatzweise umsetzen wollen. Der Presse waren ja Zahlen zu entnehmen, dass kino.to bis zu 4 Mio user täglich hatte und zumindest bei Serien entsinne ich mich eines counters, der die hits mitzählte. Bei Topserien wie “scrubs” oder “two and a half man”, lagen diese counter bei teilweise über 100 Mio.
    *
    In Deutschland hat es 40 Mio Haushalte, sprich 10% aller Haushalte wäre betroffen. Doch die 4 Mio user auf kino.to werden ja nicht täglich identisch gewesen sein, sprich Faktor 3-4 oder gar höher dürfte realistisch sein. Hinzu kommt ja noch der relativ lange Zeitraum. Es dürfte keine allzu kühne Vermutung sein, dass in etwa jeden dritten Haushalt im Laufe der Zeit mal irgendetwas über kino.to geschaut worden sein dürfte. Und sei es nur, um sich zu vergewissern, dass es nix taugt.
    *
    Selbst wenn nur 5% wenigens einmal einen premium-account geordert haben, bleibt locker mal eine Zahl von 500k-1 Mio Haushalten übrig. Will man die alle durchsuchen? Und wer zur Hölle, sollte das auswerten?
    *
    Und die Preisfrage am Schluß, wer kann denn treffsicher legale von illegalen Angeboten unterscheiden?
    Hier mal 3 aktuelle Angebote:
    http://www.videoload.de/
    http://iload.to/de/
    http://www.kino1.to/
    Es ist nur eines den bösen Buben zuzuordnen, aber welches?
    *
    LG

  • RA Kompa

    Mir hat die GVU inzwischen mitgeteilt, sie hätte nur gegen ide Filehoster Strafantrag gestellt, nicht aber gegen die Nutzer. Die Staatsanwaltschaft Dresden bewertet die Paypal-Zahlungen von Nutzer von Amts wegen als Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung. Die GVU schaut also nur zu und kommentiert altklug.

  • Pit

    Ich schätze auch, dass diese Geschichte lediglich der Versuch und die Absicht ist, die gefundenen Paypal-Daten – günstig zeitnah zum Megaupload-Coup – noch fix und passend dazu zu nutzen, noch schnell ‘ne Angstkeule hinterher zu schieben, um Angst und Panik zu erzeugen, um den gemeinen Internetnutzer mit voller Kraft dazu zu bringen, sich nicht mehr auf “schwarze Angebote” zu trauen.

    Kann mir zumindest a) nicht vorstellen, dass es realistisch ist, dass Polizei- und Staatsanwalthundertschaften ausrücken und ermitteln werden, wegen läppischen Streamings (und ja wie schon einige Vorposter angemerkt haben, bereits schon wegen P2P-Sachen (also weitaus “schlimmeren Delikten”) Anklagen fallen gelassen oder als nichtiger Pippifax eingestellt/abgewiesen wurden)

    Ebenso wie im Falle, dass die Staatsorgane tatsächlich einen Run eröffnen sollten, ja immerhin dann auch noch das Problem und die Möglichkeit besteht, dass sich die Content-Mafia dort dann eine representative Schlappe einhandelt, was die unter Umständen auch nicht riskieren wollen.
    Immerhin fährt sich “die unklare Gesetzeslage” ja auch ganz gut, und zumindest besser als ein neues Grundsatzurteil, dass meinentwegen vielliecht zur Entscheidung kommt, dass ein Streaming, oder besser noch eine Paypal-Zahlung kein nachgeweisbares vorsätzliches Kopierdelikt darstellt.

    Denn sicherlich müsste das Gericht wohl bei solch einer Verhandlung dem Premium-User ja explizite und konkrete Streams nachweisen (also, dass auch tatsächlich schwarz Filme konsumiert wurden, und der Account dazu genutzt wurde).
    Ebenso, wie die Tatsache, dass der Premium-User um die Illegalität des Angebotes gewußt hat (hat ja immerhin Geld bezahlt!).

    Schließlich kann es in einer freien Marktwirtschaft ja schlecht gesetzliche Pflicht und Aufgabe des Kunden sein, die Legalität von Händlern und ihren Angeboten zu kontrollieren.
    Wenn an der Uni-Mensa Typen mit Holzkisten übelst billige Bücher verkaufen, dann muss ich ja auch nicht prüfen, wie/womit/wieso der Händler in der Lage ist, das Zeug zu dem Preis anbieten zu können.
    Warum also soll das jemand tun müssen, der z.B. auf irgendwelchen russischen MP3-Portalen landet, wo es Songs für 15 Cent und Alben für 1,50 € zu kaufen gibt???

    Jedenfalls sehe ich die Wahrscheinlichkeit, dass sich die GVÜ mit und bei Wahrmachung/Umsetzung dieser Drohung selbst in’s Knie schießt und eine ordentliche Schlappe und Dämpfer einhandelt gut geben, sollte es tatsächlich zu solchen Prozessen kommen.

    Davon abgesehen, dürfte so ein Aktion auch PR- und imagetechnisch restlosen Symphatieverlust einfahren, dessen Folge vielleicht wohl eher auf einen Konsumverzicht und -boykott hinauslaufen könnte, als auf (utopische, sowieso nie mehr erreichbare) Umsatzzahlen, wie in den 90er Jahren.

    Ansonsten würde die Content-Oligarchie sich aber auch bei erfolgreichen Massenverurteilungen das eigene Grab schaufeln (weshalb es irgedwie eigentlich auch fast wieder sein gutes hätte, wenn die tatsächlich so eine Aktion starten würden):

    Denn: Wenn alle “illegalen” Angebote verschwinden würden, kämen genau die Probleme, vor denen sich das Kartell seit Jahren zu drücken versucht.

    Zum einen gäbe es nicht nur das Problem, dass ohne Torrents, Grooveshark, Music-Blogs und Filehoster (oder auch Youtube) keiner mehr kostenlos Werbung machen könnte und würde, also “First-Adopter” und “Hype-Generatoren” für lau, großflächig wegbrechen würden, und dann dem “ehrlichen Kunden” als “Informationsquelle” dann eigentlich nur noch 30-Sekunden-Schnipsel bei Amazon zur Verfügung stehen (diverse Printmedien wie WOM-Journal etc. sind ja auch fort), wo ich schon mal die Daumen drücke und sage:
    Viel Erfolg beim Promoten und “an den Mann bringen” eurer abertausenden Neuerscheinungen!…..

    …ebenso wie natürlich gerade dann ein knallharter Preiskampf losgehen würde, nämlich wer hat die besten Filme / beste Musik zum besten Preis.

    Und da könnten dann unabhängige Medienproduzenten mehr von profitieren, als die Kartelle mit den überzogenen Preisvorstellungen.

    Und dann (ohne kostenlos ziehen können, wo’s egal ist) knallhart die Entscheidung steht:
    Klick ich jetzt hier bei Bandcamp.com auf den Download-Button eines geilen Albums, über dem 3 oder 5 €, oder sogar “Name Your Price” oder “Free” steht, oder geb’ ich 11 € her für irgendeine Platte eines Universal- oder Sony-Acts.
    Denn qualitätstechnisch gibt’s da ja – genreübergreifend – keine Unterschiede mehr (erinnere hier z.B. mal an den Blogscene-Hype und die drei kostenlosen Alben von The Weeknd (www.the-weeknd.com) – mit sowas wird “man” sich dann ganz stark messen müssen.)

    Wenn die Majors dann nämlich keinen Weg finden, wie Sie dann schnell und extra dick für ihre Acts PR fahren (und PR geht nur über “kostenlose Probeangebote”), gibt’s nämlich fix ‘ne Lücke, die dann preiswertere Bands und Filmemacher füllen könnten und werden – und die Marktbeherrschung und Kulturhegemonie “der Dinosaurier” wackeln.

    Und da wären wir dann eventuell nämlich auch ganz schnell bei den Preissenkungen, die die Konsumenten schon seit Jahren fordern, und diese RIAA-Studie-Experten-Kommission auch empfohlen hat – das Medienoligarchiekartell nach wie vor aber strikt ablehnt und verweigert.

  • Alw

    Was hätten denn die Konsumenten bei “Beihilfe” zu erwarten?

  • Dwesselhoff

    Also meiner Ansicht sind die Polizei und ähnliche Exekutivorgane des Staates dazu da, um dem Bürger Sicherheit zu gewähren.

    Allerdings ist offensichtlich das Gegenteil der Fall:

    1. Wie viele Drogenabhängige, Drogentote und durch Drogen zerrütete Familien gibt es jedes Jahr?

    2. Wie viel Abzocke gibt es inzwischen in Deutschland? Es gibt Abmahnanwälte die seit Jahren unbehelligt die kleinen Leute abzocken, es gibt Ketten von Briefkastenfirmen, die die Leute mit irgendeiner bescheuerten Masche abzocken, es gibt vermeintlich seriöse Bestellseiten im Internet wo die Leute reihenweise abkassiert werden, es gibt Kreditkarten- und Kontobetrüger usw. und es wird immer schlimmer.

    Und die Polizei versucht jetzt ausgerechnet die Filmindustrie in Schutz nehmen, die sowieso fette Millionengewinne mit jedem Film macht und die Angst vor billiger Konkurrenz hat… Und das ganze beruht noch nicht mal auf einer sicheren Gesetzesgrundlage…

    Was tut denn die Polizei und die für die Sicherheit zuständigen Exekutivorgane denn dagegen???

    Unfassbar. Was soll das???

  • Krapp Kripo Dortmund

    Oh ha. Schön nett sein, wenn die Grünen (teils auch Blauen) morgens klingeln. Und hoffen, daß es kein Rambo in Uniform ist! Dann ist “Gefahr im Verzug” und ihr wacht nachts um vier mit einer MPi am Schädel auf, weil die wie die Affen herumbrüllen. Glück habt ihr, wenn ihr Macs habt. Die lassen sie liegen, sind ja nur ein Fernseher und ein Glastablett. Bei einer bunten Blechkiste habe ihr Pech. Den erkennt die geballte kriminalistische Erfahrung mittlerweile als Tatwerkzeug. Euer Router wird gefilzt, ebenso der Drucker und eure Bleistifte plus Papier. Damit könntet ihr ja eine URL raubmörderkopiert haben. Außerdem kann die Polente Bürokram selber gut gebrauchen. Und räumt euren festen Kuchen vom Vortag weg, sonst liegen noch krümelartige Substanzen herum. Das weiße Pulver im Schrank ist besser Puderzucker. Und sucht euch schonmal einen guten Anwalt. Aber nicht alle Vetter, das wäre ein DoS-Angriff auf ihn ;)

  • Charlie

    @Gerti: Was für ein sinnloser Kommentar. Sicherlich werden die meisten Jäger und Sammler ja auch ohne weiteres die finanziellen Mittel für “Tausende” Original-DVDs haben, also 20 000 – 100 000 Euro… Das zeigt ja nur wieder mal, wie theoretische die “Schäden” sind, welche die Content-Mafia geltend macht.
    Und ja, das schreibt jemand, der keine einzige “Raubkopie” besitzt.

  • Pit

    Naja, also auch die “Beihilfe” muss ja erstmal “juristisch belegt” werden.

    Wofür die Grundlage ja sein müsste, dass der Konsument eindeutig um die Illegalität des Angebotes gewußt haben müßte.

    Das allerdings dürfte schwer eindeutig und einwandfrei zu belegen und vorzuwerfen sein, da ja nicht nur nach dem Start Youtube, Googlevideo oder z.B. auch Zattoo, sondern auch nach den Urteilen bezügl. Rapidshare, jahrelang gar nicht so richtig klar war, ob und inwieweit Streaming (oder “von anderen bereitgestellte Videos schauen”) nun eigentlich rechtens oder nicht rechtens ist.

    Die Meldungen und Debatten zum Streaming (also die GVÜ-Erklärungen, dass dies in jedem Fall illegal sei) sind zumindest jünger, als die Dienste, die mit dessen Praxis gestartet sind.

    Und dann müsste z.B. dort ein Richter auch erklären können, wieso das Schauen einer Doku XY auf Googlevideo legal ist, das Schauen des selben Films auf Megavideo aber illegal.
    Und vor allem: Wie und woher der Zuschauer wissen muss und hätte wissen können / wissen müssen, welcher Dienst z.B. irgendwelche Abgaben zahlt und welcher nicht.

    Für den unbedarften Internet-Nutzer sieht die Oberfläche von Google-Video und die von Megavideo jedenfalls ja nun erstmal gleich aus.

    Und erstrecht die Tatsache, dass der Dienst jahrelang ohne irgendein staatliches und juristisches Eingreifen oder Mediendebatte kommerziell anbieten durfte / konnte (sowie z.B. auch Werbe-Pop-Up-Fenster mit Anzeigen bekannter großer Firmen), könnte der Internet-Nutzer als legales / legitimes Angebot interpretieren haben dürfen können.

    Sprich: Zur “Beihilfe”, mit der sich dann ein Vorsatz begründen läßt müsste ja erstmal ein Urteil/Gesetz zur Illegalität von Streamings vorliegen, und das ist ja nun erst jetzt passiert, bzw. ist nach wie vor noch umstritten und trotz diverser (schnell-dreister) Festnahmen noch nicht abschließend und von oberster Instanz geklärt.

    Und soweit ich weiss, kann niemand für etwas veruteilt werden, was zum Zeitpunkt der Tat nicht explizit verboten und eindeutig gesetzlich geregelt war.

  • karl-heinz

    @109: danke das gesetz lesen kann ich auch, habe ich sogar schon getan.
    aber ich bin eben kein strafverteidiger, schlimmer noch kein jurist. habe damit nicht die notwendige spitzfindigkeit, erfahrung und den sachverstand, um die hier geführte debatte sinnvoll zu bewerten. ich versuche auch meine persönliche bewertung außen vor zu lassen. ich finde es nur auffallend wie jemand einfach so sagen kann das ist so, wenn an sehr vielen anderen stellen öffentlich verbreitet wird, das es eben zwei meinungen gibt die diskutiert werden und wo schlichtweg noch nicht klar ist, wie staatsanwaltschaft und gerichte das schlussendlich bewerten.

    scheinbar ist das mit der beihilfe ja genau das worauf die staatsanwaltschaft nun aus ist, wie hier inzwischen in den kommentaren auch ausgeführt.

    zu nummer 127: es geht doch bei der beihilfe die ein zahlender kunde geleistet haben soll darum, dass er die streamingdienste (oder letzlich kino.to) unterstützt hat, dass diese gewerbsmäßig, also um damit gewinne zu erzielen, filme verbreitet haben ohne die rechte dafür zu besitzen.

    und das verbreiten von filmen, ohne dafür die notwendigen rechte erworben zu haben, dürfte wohl recht unumstritten strafbar sein. kenne mich mit beihilfe nicht so aus, aber ich denke wenn ich jemanden helfe eine strafbare handlung zu tun, dann wäre zumindest eine prüfung ob diese hilfe selbst schon strafbar ist oder nicht durchaus berechtigt und sinnvoll.

    allerdings stellt sich mir die frage, ob eine unwissentliche beihilfe strafbar sein kann. den meisten nutzern wird es ja nicht primär darum gegangen sein, dass es den uploadern gut geht, wenn sie bezahlt haben. sondern es ging vermutlich darum, dass es ihnen (den nutzern) selbst gut geht. sprich sie haben gezahlt, um eine dienstleistung zu bekommen, es waren keine spenden um irgendjemanden aufzubauen.

  • Pit

    P.S.: Ich beziehe mich hierbei natülrich nur auf’s “Abspielen von Streams”.

    Und die “Unklarheit” dort müsste ja theoretisch die selbe sein, wie bei Youtube.
    Wo ja auch maximal der Uploader belangt werden könnte, der ein “fremdes Video” hochgeladen hat, nicht aber die tausenden “Play-Taste-Drücker”.

    Und nur weil da jetzt noch Premium-Kunden-Zahlungen dazu- und in’s Spiel kommen, ändert das ja nun grundsätzlich noch nichts, …an der Beziehung / dem Verhältnis von Anbieter und Nutzer.

    Man bezahlt dort ja auch schließlich ersteinmal nur für “Bandbreite”. Und nicht dafür, dass die Betreiber Uploader bezahlen, die Urheberrechtsverletzungen begehen und hochladen.

    Also wenn z.B. meine Wohnungsverwaltung Schlägertupps anheuert, um Leute aus anderen sanierbegehrlichen Wohnungen zu vertreiben, und dafür vor den Kadi wandert, dann kann mir da ja auch niemand ‘ne “Beihilfe” andichten.
    Nichtmal wenn ich denen gegenüber explizit den Wunsch nach einem Wohnungswechsel geäußert und nachgefragt hätte, ob die denn nicht auch größere, luxuriösere, bessere Wohnungen anzubieten hätten.

    Und für meine Auffassung haben die Premium-User lediglich Traffic gekauft. Um sich *vielleicht* (was zu beweisen ist) vom Dienst illegal angebotene Filme anzuschauen, per Stream, was ja (noch) nichtmal eindeutig gesetzlich geregelt verboten ist.

  • Pit

    @ 128, karl-heinz:

    Naja, genau: Dort wird’s nämlich problematisch, um nicht zu sagen erfolglos:

    Dass der Streamhoster-Premium-User wußte, dass der Streamhoster von Kino.to selbst betrieben wird.

    Und der Premium-User mit seiner Kohle damit nicht nur Kino.to direkt finanziert, sondern auch noch Uploader, weil Kino.to das wohl auch noch selbst in die Hand genommen hat.

    Also überhaupt, dass irgendwas von seiner Kohle an Duckload, oder weiss der Geier, direkt bei Kino.to landet.

    Denn das war mitnichten wohl 99,5 % der Kino.to-User nicht bekannt (woher auch) und damit scheidet die besagte “Beihilfe” (die ja solch einen “Vorsatz” bedingt) ja eigentlich komplett aus.

    Und Traffic kaufen, bei einem Filehoster, ist so legal wie Milch-Kaufen im Supermarkt.

    Und mir wie gesagt auch nicht bekannt ist, dass der Kunde beim Kauf von Waren und Dienstleistungen, nicht nur a) die Pflicht habe, zu wissen, wie, wo und über welche Wege das Angebot hergestellt und zuwege gebracht wurde, und b) dafür auch noch haftbar ist – v.a. sogar auch noch ohne eine konkrete Anstiftung / “dreckigen” Auftrag erteilt zu haben.

    Bei der Deutschen Bank ist es zumindest wohl kein Problem Anlagengewinne zu machen, mit Renditen, die sich letztendlich aus Landgrabbing speisen.
    Selbst wenn ich darüber Bescheid wüßte, ist MEINE rechtliche Verantwortung da null.

  • Quacksilber

    @hefti:

    Die Frage ob “Ablegen” (mind. kurzzeitiges Vorhalten) im RAM eine Kopie darstellt betrifft insofern das “Internet”, als dass dies der Gang der Dinge ist

    Gibt es denn überhaupt ein Programm, welches es ermöglicht den RAM gezielt auszulesen? Dass es geht, ist keine Frage, aber wo kriegt man sowas her, wenn man es nicht in Eigenarbeit programmieren will?

    Normalerweise wird oder kann man den Cache so einstellen, dass auf der Festplatte zwischengespeichert wird. Damit wäre eine Kopie des RAM in 90% der Fälle gegenstandslos.

  • Matthias

    Die StA macht sich mittlerweile lächerlich, nun werden mögliche Straftatbestände schon an den Haaren herbeigezogen, weil man im Grunde nichts in der Hand hat, das zeigt doch eigentlich wie hilflos man dort ist, Hauptsache wichtig machen, nur weil Paypal Belege gefunden wurden wird gleich großspurig rausposaunt, man würde tausende Nutzer belangen, ein Witz mit Anlauf.

  • ich

    Mit Kino.to und seinen Streamingseiten ist es ja nun schon ein wenig her, deshalb die kurze Frage an die User dieses Bogs:

    Ging man damals nicht diese Abos (bzw Premiummitgliedschaften) dadurch ein, das man den “fehlenden DivX Codec” herunterladen sollte (also über die Werbeeinblendungen, die man einfach weggeklickt bzw geblockt hatte)?

  • Filmriss.tk

    Lieber Herr Vetter,

    wie einige wenige vor mir schon richtig angemerkt haben, müssen Sie in der Aussage “An kino.to Geld zu überweisen” besser differenzieren: die Domain kino.to war “nur” ein Linkportal mit Verweis auf Streaming-Dienste Dritter. Man überwies also Geld an den Streaming-Betreiber.

    (Dass in den meisten Fällen (duckload und co) die Betreiber dieselben waren, steht doch auf einem ganz anderen Blatt und konnte auch kein User ahnen – von wegen “guten Glaubens” und so…)

  • Matthias Müntefering

    @Daarin:

    Auch wenn das Ansehen von Video Streams sicher vorsatzfreier Diebstahl geistigen Eigentums ist, so macht es ihn nicht besser.
    Wer allerdings auf solchen Plattformen dafür bei Paypal bezahlt, geht sicher nicht davon aus, das irgendein Urheber davon auch nur einen Bruchteil erhält.Da schützt auch Unwissenheit nichts. Die Leute gehen doch auch nicht ohne zu bezahlen aus der guten alten Videothek, und von diesen Gebühren erhalten die Urheber etwas, nicht nur die überzogen verteufelte Industrie.

    Die Selbstverständlichkeit mit der solche Leistungen im Netz genutzt werden ohne sie zu bezahlen ist schon erstaunlich. Natürlich hat die Industrie es versäumt rechtzeitig entsprechende Portale aufzubauen in denen man einfach und gegen eine GERINGE Gebühr ohne schlechtes Gewissen Fime ansehen kann, wovon dann auch die Urheber etwas hätten.

    Aber dies wird in den nächsten Jahren kommen und dann wird man ja sehen ob diesmal dann mit gutem Vorsatz die Leistungen Vieler die zur Herstellung eines Filmes notwendig sind endlich angemessen honoriert werden können.

    Ansonsten kann man ja auch weiter RTL sehen.

    EIn Filmkomponist

  • ultrafrettchen

    @128
    Was ich meinte sollte überhaupt nicht überheblich rüberkommen. Es ist nur so, daß dir gerade als Jurist massiv auffällt, was für ein Scheiß im Netz und in den anderen Medien über juristische Themen verzapft wird.
    Google heute mal “streaming” und Du wirst tausende Einträge kriegen, die behaupten, daß das Ansehen von Streams strafbar ist. Die schreiben aber alle nur voneinander ab und behaupten dies, weil ein kleiner Amtsrichter in Dresden sowas in einem obiter dictum verzapft hat.

    @135
    Dann ist es halt Diebstahl geistigen Eigentums. Wenn Du nicht Filmkomponist wärest, würde Dich das ja auch nicht interessieren.

  • Andy

    @Matthias Müntefering: Das was ich am Entlarvensten finde, ist folgendes:

    Ständig wird sich darüber beklagt, dass nur noch Müll produziert wird, dass man sich einen beliebigen Film sowieso nicht im Kino angesehen hätte und dass die Medienindustrie die Künstler ausbeutet.

    Das soll dann irgendwie als Rechtfertigung dienen, wieso man sich einen Kinofilm oder ein Album (den oder das man ja eigentlich gar nicht sehen oder hören will, weil es schlecht produzierter Müll ist) aus dem Internet herunterladen und die Künstler dadurch auch um den letzten Cent bringen “darf”.

    Wenn etwas sein Geld nicht wert ist, dann verzichtet man halt darauf. Es geht hier schließlich nicht um zum Überleben wichtige Grundnahrungsmittel. Aber mit irgendwelchen an den Haaren herbeigezogenen Scheinargumenten rechtfertigen wollen, dass man einfach zu geizig ist, ein paar Euro auszugeben, ist peinlich.

  • Matthias Müntefering

    @ultrafrettchen:

    Die Einsicht ist schon mal lobenswert, und Diebstahl wird ja in Nachbars Garten auch durch einen Zaun zumindest erschwert.
    Mein Zaun ist das Urheberrecht, es hat schon einen Grund warum es das gibt. Verletzungen sind strafbar, aber wie gesagt, wenn es vernünftige Angebote geben würde, wo jeder ein bisschen bezahlt, wenn er sich amüsieren will, wäre diese ganze Diskussion überflüssig.
    Aber ich wäre wohl besser Bäcker geworden….

  • affenärschle

    @Matthias Müntefering:

    Die Selbstverständlichkeit mit der solche Leistungen im Netz genutzt werden ohne sie zu bezahlen ist schon erstaunlich.

    Genau so ist das Netz aber im wesentlichen entstanden…gratis.
    Kopien hat es im übrigen immer schon gegeben, angefangen von den frühesten mündlichen Überlieferungen bis zur CC im letzten Jahrhundert. Alles wird/wurde kopiert. Und, ist die Menscheit daran zugrunde gegangen ? (manche würden vielleicht sogar sagen “leider nicht”)
    Den “armen” Künstlern nutzt das Copyright nichts, denn sie verkaufen so oder so keines ihrer Werke, und die anderen schwimmen im Geld.
    Nur so nebenbei bemerkt, jeder der IT nutzt, zahlt: Zwangsabgabe für ÖR, Abgabe auf Drucker, auf Festplatte, auf USB Stick, auf Rohlinge, auf Sat-Receiver auf was weis ich noch nicht alles … (HIER könnte man AUCH von Diebstahl sprechen).
    Von “gratis” kann also eh keine Rede sein.
    Und auch Modelle, bei denen ich nicht mehr die VOLLSTÄNDIGE Kontrolle über BEZAHLTE Inhalte habe, sind abzulehnen.
    Es wurde ja auch schon öffter kritisiert, das GERADE legale Nutzer stark benachteiligt werde: ich darf nur erinnern an missglückte Transfers von Adobe Lizenzen, Schnüffelsoftware bei Spieleherstellern, Verlust von zig DRM Kopien nach Herstellerpleiten, nicht zu überspringende “Warnhinweise” bei DVDs, BR Player die ohne Firmwareupdate den gerade neu gekauften Film nicht abspielen und viele mehr…
    @Andy:

    Aber mit irgendwelchen an den Haaren herbeigezogenen Scheinargumenten rechtfertigen wollen, dass man einfach zu geizig ist, ein paar Euro auszugeben, ist peinlich.

    Ich bin nicht zu geizig, ich lass mich nur einfach nicht gern verarschen und übervorteilen.

  • Constantin

    Zitat von Matthias Müntefering:

    “Aber ich wäre wohl besser Bäcker geworden….”

    wohl besser Backautomatat bei Lidl oder Aldi. Dem Bäcker ohne eigene Kette steht das Wasser sicher mehr bis zum Hals als einem durchschnittlich begabten Filmproduzenten.

    Die tollen neuen Filme können die Urheber mit Ihren Stars und Sternchen von mir aus gerne kostenlos selbst bei der Premiere ansehen. Ich habe auch nichts dagegen, wenn kurze Zeit später sich die geschlossene Gesellschaft bei einer der unzähligen Filmpreisverleihungen champagnerschlürfend über die Umsonstmentalität im Internet echauffiert. Von mir bekommt Ihr keinen Cent mehr, abgesehen von den bereits erwähnten zahlreichen Abgaben wie GEZ-Gebühren.

    Und ja – dann schaue ich mir eben den Kram auf RTL 6 bis 12 Monate später an. Die Verwertungskette ist zeitlich gerade bei deutschsprachigen Produktionen doch sehr kurz geworden. Ich gewinne fast den Eindruck, dass bereits kurz nach Kinostart schon die TV-Verwertungsrechte verhökert worden sind. Der spätere TV-Konsum hat auch den Vorteil, dass jederzeit ab- und umgeschaltet werden kann. Selbst die lästigen Werbeblöcke stören mich nicht mehr. Diese Zwangspausen lassen sich durchaus sinnvoll nutzen, sofern man nicht eine legale (temporäre) Privatkopie mit Rekorder erstellt, wo man dann danach die Werbeblöcke bequem überspringen kann. Und noch besser: ich entscheide dann selbst, wann ich mir diese Filmkonserve ansehe und nicht, wann es mir der Sendetermin vorsieht.

    Ich gehe sogar noch ein Stück weiter. Meine Freizeit ist begrenzt und das Angebot an urheberrechtlich geschützen Unterhaltungswerken unendlich. Also, was seid ihr bereit dafür zu zahlen, dass ich 90 bis 120 Minuten meiner kostbaren Freizeit ausschließlich zumeist nichtssagend beworbenen Produkten widme? Sicherlich nichts. Das ist aber eben die typische Müllindustriementalität, d.h. die angeblich immer teuer werdenden Rohstoffe werden noch nicht mal kostenlos zur Abholung überlassen. Ja ja – Geiz ist geil. Millardenscheffeln mit Müll ist noch geiler.

    Im übrigen wasr ich mal anders drauf und habe durchaus regelmäßig Geld für CDs und Kinobesuche ausgegeben. Tja, nachdem die Contentmafia über ihre Piratenjäger – in meinem Fall ein Abmahnanwalt – maßlos überzogen zugeschlagen hatte, war das von heute auf morgen anders: keine vermeintlichen Urheberrechtsverletzungen mehr, dafür aber auch totaler Konsumverzicht und absolutes Desinteresse für Neuerscheinungen der Contentindustrie. Sie braucht uns – den zahlenden, nichtzahlenden oder später einmal zahlen könnenden bzw. wollenden Konsumenten – und nicht umgekehrt!

  • Tes

    Gibt es zu dem Thema inzwischen eine definitive Aussage? Bisher haben sie ja nur überlegt. Wollen Sie jetzt definitiv die Sache durchziehen?

  • schwerstverbrecher

    Wie war das mit Kinderpornographie?
    Der Konsum ist nicht illegal. Das SPeichern und Verbreiten schon. Würde ich mit einer Ubuntudistribution und ausgeschalteten Schreibrechten auf eine solche Seite gehen (Jailbait/Posing z.b.) und könnte mir sicher sein keine Strafe, aber eine HD dafür zu bekommen?

  • Isnogud

    Auf welcher Basis wollen die Strafanträge oder Hausdurchsuchungen rechtfertigen, wenn es nicht mal ein klares Gesetz gibt? Die Meinung eines Amtsrichters dürfte nicht ausreichend sein.

  • GVU-Verhöhnender

    Ist doch alles Schwachsinn, den die GVU-Kasper rausfurzen, um die Leute einzuschüchtern. Einfach ignorieren und gut ists.

  • Tes

    Schwachsinn würde ich das nicht unbedingt nennen. Einschüchterungstaktik auf jeden Fall, aber es wird schon was dran sein and den Daten die sie gefunden haben.

  • Halloooooooooooooooo

    @schwerstverbrecher:

    einer Ubuntudistribution und ausgeschalteten Schreibrechten auf eine solche Seite gehen (Jailbait/Posing z.b.) und könnte mir sicher sein keine Strafe, aber eine HD dafür zu bekommen?

    Bei Posing-Bildern kommt es immer darauf an, ob diese pornographisch sind oder nicht. Eine 13-jährige in Reizwäsche muss nicht unbedingt nach §184b strafbar sein, aber vielleicht ist das für ein Richter bereits pornographisch und dann natürlich schon.

    Jetzt aber zum eigentlichen Punkt mit “Besitz”.
    Vor 2 Jahren gab es ein Urteil des LG Hamburg wonach beim §184b “Besitz” bereits angenommen wird, wenn sich die Datei nur im RAM befindet, also nicht auf der Festplatte.
    Bei einer Ubuntu-Live CD z.B läuft ja alles über RAM und dann wäre das auch schon Besitz.

    Die entscheidene Frage wird sein, ob sich die anderen Gerichte der Meinung des LG Hamburg anschließen.

    Beim Wort “Konsum” musste ich sofort an die Politiker von Abgeordnetenquatsch denken, die immer wieder davon reden, dass Konsum, Verbreitung, Herstellung ein unvorstellbar abscheuliches Verbrechen ist. Diese Aussagen kommen ja meistens sogar von Juristen, möglicherweise sogar Volljuristen!

    Da frage ich mich immer, ob die Politiker die Bevölkerung für “Hein Blöd” halten oder selber keine Ahnung haben. Verbreitung, Besitz & Herstellung ist weder ein Verbrechen, noch ist der Konsum strafbar.

  • Normalbürger

    Die Staatsanwaltschaft prüft ja zunächst einmal. Um tatsächlich eine Hausdurchsuchung durchsetzen zu können, wäre ein wesentlich schwerwiegender Grund als eine Bezahlung via PayPal nötig. Eine Hausdurchsuchung ist erst dann richterlich durchsetzbar, wenn im Rahmen einer Straftat ermittelt wird, die geeignet ist, den Rechtsfrieden erheblich zu stören. Die Voraussetzungen dafür dürften hier gar nicht vorliegen, dies wären nach meiner Einschätzung Upload und Vertrieb ggf. im Rahmen einer Vereinigung. Da die Premiumkunden ja nun eigentlich seit Mitte 2011 gewarnt sind, macht es ja auch keinen Sinn mehr. Der übereifrige Staatsanwalt versucht allerdings, Premium-Zugänge in den Bereich der Beihilfe oder Unterstützung einer Straftat zu stellen, um Hausdurchsuchungen überhaupt durchsetzen zu können. Alles in allem erscheint mir das Ganze als Drohkulisse vor allen Dingen für die zukünftige Nutzung solcher Portale. Sollte sich allerdings bei Premium-Kunden ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen PayPal-Zahlung und Streaming herstellen lassen, rückt zumindest ein Strafverfahren näher. Allerdings bleibt für die Nutzer immer noch die Hoffnung, dass weder die Staatsanwaltschaft noch die GVU dies bis in die letzte möglicherweise sogar europäische Instanz durchgeklagt wissen wollen.

  • muh

    Hier muss mal klargestellt werden, dass es bei der Klagewellt nicht ums Anschauen von Streams geht. Es geht darum, dass die Premium User angeblich durch das Bezahlen eine kriminelle Vereinigung unterstützt haben.

    Das ist natürlich noch größerer Unsinn als das Streamen. Zumal Kino.to ja nichtmal einen offensichtlich Premiumdienst hatte, sondern lediglich die angeschlossenen Filehoster. Zu sagen, dass Filehoster generell kriminell Handeln ist schlicht schwachfug. Ein Filehoster stellt lediglich Speicherplatz zur Verfügung. Ob die Filehoster dann das geltende Landesrecht durchsetzen ist deren Problem, nicht das der normalen User, die ja weder wissen können, dass sich hinter einer Scheinfirma bzw. Domain aus Tonga eine deutsche Verbrecherbande versteckt, noch das die Filehoster insgeheim die Uploader unterstützen und Urheberrechtsverletzungen nur unzureichend verfolgen. Gibt schließlich unmengen von legalen Filehostern. Unter anderem wurde z.B. Rapidshare bis heute nicht in der Schweiz belangt. Obwohl die ja praktisch die Vorreiter im Bereich der organisierten Urheberrechtsverletzungen sind.

    Sprich: selbst wenn ein Filehoster etwas tut das in DE nicht erlaubt ist, ist er deswegen noch lange keine kriminelle Vereinigung nach deutschen Recht.

    Finde die Idee deswegen schon sehr weit hergeholt.