Mein Plakat
Schon vor einiger Zeit hatte ich ja mal bekannt, dass ich seit meinem 18. Lebensjahr die “Liberalen” gewählt habe. Aber jede Phase endet mal, spätestens wenn du die Notwendigkeit von Anführungszeichen erkennst. Schon bei den letzten Abstimmungen habe ich den Piraten meine Stimme gegeben – und das wird auch bei der vorgezogenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 13. Mai wieder der Fall sein.
Nach dem Erfolg im Saarland freuen sich die Piraten zwar über ein riesiges mediales Interesse. Aber trotzdem ist es wichtig, die Partei auch offline stärker ins Blickfeld zu rücken. Da hilft natürlich ein Hinweis aufs Parteiprogramm, das die Piraten entgegen anderslautender Gerüchte überraschenderweise haben.
Eine andere Möglichkeit, die weitaus mehr Wähler erreicht, sind Plakate. Klingt schnöde, aber die Dinger haben durchaus Einfluss auf die Bürger. Allerdings fehlt den Piraten derzeit das Geld, um plakatemäßig gegen die (noch) im Landtag von NRW vertretenen Parteien bestehen zu können. Deshalb finde ich die Idee relativ großartig, dass Freunde der Piraten einfach selbst ein Großplakat spenden.
Das habe ich gerade gemacht.
Es geht ganz einfach: Auf der Seite plakate.piratenpartei.de gibt es eine Liste mit Plakatstandorten, die belegt werden können. Fotos sind zu den Adressen auch gleich dabei, so dass man sich ein Bild machen kann, wo das gespendete Plakat hängen wird. Die Plakate kosten für den jeweils buchbaren Zeitraum von zehn Tagen zwischen 70 und knapp 500 Euro. Die Buchung des Plakatmotivs übernehmen die Piraten,
Ich habe auch einen sehr netten Standort “meines” Plakats gefunden. Es wird vom 27. April bis 7. Mai gleich um die Ecke von meinem Büro hängen, direkt am Haus Ulmenstraße 95. Das ist übrigens die alte Justizvollzugsanstalt, die erst im letzten Monat geschlossen wurde.
So sieht das dann hoffentlich aus:
Bis heute haben die Piraten schon 100 Plakate an die Frau bzw. den Mann gebracht. Falls es bei der Entscheidung hilft – die Plakatkosten sind als Parteispende steuerlich absetzbar.
Man kann darüber ja streiten, mir erschließt sich aber der Zusammenhang persönlicher politischer Vorlieben mit den regulären Inhalten dieses Blogs nicht wirklich. Kann man zwar hier schreiben, muss man aber nicht. Übrigens bieten auch andere Parteien aus dem "linken" Spektrum ähnliche Möglichkeiten zum Sponsoring an.
Danke! :)
Die Kartenansicht geht bei mir irgendwie nicht 0o
Danke!
Vielen Dank! Habe auch eines gespendet.
Wenn es hilft, der FDP den Todesstoß zu versetzen, warum nicht. Die FDP käme vielleicht besser, wenn sie klar sagen würde, was sie ist: Eine Lobbypartei für Zahnärzte, Steuerberater, Anwälte – kurz Besserverdienende. Wenn sie das klar sagen, dann sehe ich durchaus 5 % Potential.
Die Piraten haben für mich derzeit noch zu wenig wählbare Inhalte. Es wird interessant, wie sie sich in den nächsten 5 Jahren entwickeln, inhaltlich und "prozentual".
@Ben: Zu den Anführungszeichen hat Udo ja etwas geschrieben.
Wow, hätte ich nicht gedacht, dass Sie sich hier positionieren. Finde es aber sehr gut, und das mit dem Plakat natürlich doppeltgut :)
Das dürfte tatsächlich das Ende der FDP sein, wenn ihr sogar die Anwälte weglaufen. :-D
Mir gefällt der Beitrag und die offene Positionierung.
Das gibt eine persönliche Note!
Danke für die Unterstützung! :-)
Ich weiß nicht. Zu meinen, dass das Internet die wichtigste Sache der Welt ist, spricht nicht für die intellektuellen Qualitäten und die Lebenserfahrung, die ich von meinem Anwalt erwarten würde.
Das Internet spielt im Parteiprogramm eine erstaunlich untergeordnete Rolle: http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm
Vorab: Ich bin aus Österreich und kenne mich in der deutschen Politiklandschaft nicht aus. Wenn ich's höre muss ich da immer drüber nachdenken: Warum nennt sich eine politische Partei Piratenpartei? Piraten werden zwar von Disney und Co als Helden dargestellt, und ja, ich mag diese Bücher und Filme auch. Aber Piraten sind nun mal Schwerverbrecher, die es auch in der heutigen Zeit noch gibt. Ich versteh nicht, wie man sich als Politiker als Pirat identifizieren kann.
Die Piraten sind bzgl. ihrer Position zu Internet und ACTA schon ganz schick, ihrer Position bzgl. der Freigabe von Betäubungsmitteln stimme ich jedoch als Naturwissenschaftler absolut nicht zu (das klingt für mich eher nach ein paar durchgeknallten Studenten, die da einen auf "Legalize it" machen; wenn das Fass einmal offen ist, kriegen wir das nicht mehr zu). Nachdem ich selbst eine Dissertation gemacht habe und mir auch schon mal Ergebnisse "geklaut" wurden, schätze ich auch das Urheberrecht etwas höher ein als die Piratenpartei.
Eine Bitte: Machen Sie doch mal einen Blogeintrag, weshalb man die Piraten in NRW wählen soll. Vielleicht gebe ich den Jungs ja im Mai auch meine Stimme anstatt wie üblich CDU oder SPD zu wählen.
Ich empfehle auch Mal einen Blick in das Programm. Außer einer unbezahlbaren Bildungs-Wunschliste ist da nicht viel Landespolitik. Zu den andere drängenden Problemen in NRW habe ich jedenfalls wenig gefunden.
Der Vergleich FDP/Piratenpartei erweckt den (falschen) Eindruck, die Piraten wären tatsächlich eine liberale Partei.
Ablasshandel § 425:
Wer die FDP gewählt hat, wird ausgelacht.
Wer aber seine Schuldigkeit rechtzeitig einsieht, kann seine verdorbene Seele durch das Sponsoring eines Piraten-Plakates reinwaschen.
P.S. Ich meinte das Landesprogramm NRW.
@stefan:
Wenn Sie die Piraten in Somalia meinen, dann lesen Sie doch mal, warum diese Menschen zu Piraten wurden. Das Problem ist wie immer hausgemacht.
Zwei Hinweise zu den Parteispenden.
1. Spenden sind nicht nur absetzbar, man bekommt sogar die Hälfte zurück (also satte 50%, statt nur je nach Grenzsteuersatz ~30%).
2. Für die Piraten steigt mit den Einnahmen die Wahlkampfkostenerstattung. Diese deckeln diese nämlich, mehr Stimmen bringen daher z.Z. kein Geld., aber jede Spende wird per Wahlkampfkostenerstattung verdoppelt.
Also effektiv Faktor vier.
Das Internet ist eines der wichtigsten Bereiche für die Zukunft. Es spricht für die Intellektuellen Qualitäten und Weisheit eines Anwalts ( ;-) ) wenn er den Weitblick hat und dies erkennt.
Wir können uns glaub noch garnicht vorstellen wie wichtig in 10-20 Jahren ein freies Internet ist.
Wer hat denn vor 10-20 Jahren auch nur ansatzweise gedacht, welche technischen Entwicklungen hier passieren.
Die Leute die denken, daß Internet ist nur ein Spielplatz für solch komischen Nerds sind wie damals der IBM Chef Watson. "Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird"…. (auch wenn es keine Belege für diese Aussage gibt) Passen tut sie schon.
Ich konnt mir vor 10 Jahren auch nicht vorstellen, dass für mich mein Smartphone eine so zentrale Bedeutung mal haben wird.
Auch Dinge wie Facebook wurde von vielen vor 3-4 Jahren noch abgetan. Auch von mir.
Ich hab nie geglaubt, daß dieses unübersichtliche Ding mehr Nutzer in D als die MeinVZ oder StudiVZ usw. haben wird….
Die Welt dreht sich online ziemlich schnell…
@Ben: Der regulären Inhalt ist AFAIK Sachen die Herrn Vetter interessieren, passiert sind oder beschäftigen. Wie passt das hier also nicht?
@J.S. Ich geb zu, ich bin nicht wirklich informiert über die Zustände in Somalia, aber die Gründe, die Piraterie rechtfertigen müssten Sie mir dann schon mal erklären. Aber ich wollte hier die Diskussion nicht in diese Richtung lenken. Ich find's nur sonderlich, denn wenn man eine Partei gründet macht man sich ja schon gründliche Gedanken über den Namen, oder nicht?
@stefan: Je mehr Piraten desto weniger Globaleerwärmung.
Sie haben die Hoteliers vergessen.
P.S.: Aus Wiki
oh cool, danke für die Unterstützung!
@1: Also wirklich!
Wie kann man nur in einem persönlichen Blog
etwas Persönliches berichten.
Da muß sofort der Blogwart ran.
Kopfschüttelnd, b.
@stefan: Nur weil Sie es nicht verstehen muss das ja nicht für alle gelten. Menschen sind halt unterschiedlich begabt, sie können vielleicht gant toll Gewichtheben oder so.
Die Piraten sind mit ihren Ideen, die sie zur Debatte stellen, imho genau die frische Brise, die unserer alteingesessenen Parteienlandschaft zur Zeit gut bekommt. Insofern eine schöne Aktion. Gefällt mir.
Zum Namen: Hier wird der Begriff "Pirat" aufgegriffen, der als Kampfbegriff im Urheberrecht verwendet wird. Er soll dabei in diesem Zusammenhang neubesetzt werden, genauso wie es der Schwulenbewegung mit dem Begriff "schwul" gelungen ist.
@stefan: Z.B. überfischen industrielle Trawler aus den Industrieländern die Gewässer dort, so dass eine Nahrungsgrundlage der Einheimischen wegfällt.
@stefan: Nach den Ursachen für etwas zu suchen, heißt noch lange nicht, es zu rechtfertigen.
@stefan
Die Bezeichnung hat einen simplen Grund – es handelt sich wie so oft um die Zueigenmachung eines Kampfbegriffs (aka Geusenwort, Trotzwort, Reappropriation). Dass die Piratenbewegung ursprünglich aus der Copyrightdebatte stammt, sollte ja bekannt sein. Dort werden Personen, die gegen das Copyright verstoßen, als "Raubkopierer" (klar, sie haben die Daten mit Waffengewalt an sich gebracht…) und die ganze Praxis als Film-/Musikpiraterie bezeichnet.
Genau wie also die LGBT-Szene die ehemaligen Schimpfwörter 'Gay' und 'Queer' für sich beansprucht hat, afroamerikanische Jugendliche einander mit 'Nigga' ansprechen und 'Yankee' auch mal nicht eben schmeichelhaft war, hat die Piratenbewegung also diesen Begriff für sich beansprucht, um auf seine Absurdität aufmerksam zu machen – "Seht her zu uns blutdürstigen Freibeutern, wie wir hier mit unseren hochgefährlichen Computern und gefürchteten MP3-Playern die Weltmeere terrorisieren!"
Außerdem ist natürlich der Wahl eines 'albernen' Parteinamens ein Mittel der Abgrenzung zu den etablierten Parteien, deren Politikstil als staubtrocken und klüngelhaft charakterisiert und abgelehnt wird.
So unwählbar ist die FDP nicht. Die VDS wäre ohne die FDP schon längst Gesetz in Deutschland.
Sollte ab 2013 eine Bundesregierung unter Führung der SPD regieren, dann würde aus die Grünen ankommen.
Dabei haben diese bei allen sicherheitspolitischen Themen (Schily-Katalog) als Bürgerrechtspartei versagt.
Man kann das alles nachlesen:
http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/SPD
wiki.vorratsdatenspeicher...Cndnis_90/Die_Gr%C3%BCnen
Wenn man darüber nachdenkt, was durch den Innenminister Schily und seine Justiziministern Zypris (ehemalige Staatssekretärin im Innenministerium) an Gesetzen eingeführt wurde, kann man nur kotzen. Zyprie und damit die SPD waren auf europäischer Ebene sogar die treibende Kraft, die VDS einzuführen.
Eine solche Partei hat sich auf Jahrzehnte als unwählbar diskreditiert.
Dass die FDP die VDS bis heute blockiert, ist nur möglich, weil sie außergewöhnlich stark gewählt wurde. Mit schwachen Piraten im Bundestag ist dagegen kein bürgerrechtspolitischer Blumentopf zu gewinnen.
@stefan:
Kann man nachlesen: http://wiki.piratenpartei.de/Name
Gibts auch in Österreich: http://www.piratenpartei.at/
@Jan Niklas Fingerle:
Huch? Sind Schwule jetzt nicht mehr männliche Homosexuelle*
Grüaßle, der Ulli
*für die Merkbefreiten: das war ein Scherz.
@stefan, bitte erst über die Gründe der Namensfindung informieren, dann meckern. (hier z.B.: http://wiki.piratenpartei.de/Name) Es gibt mittlerweile mehr Piratenparteien auf der Welt als FDP-Wähler in Saarlouis, (oder so..) und alle tragen den Namen. Oh nein oh nein. Gegen das "F" in FDP, das "C" in CDU oder das "S" in SPD gibts nix zu stänkern? Da ist versprochener Inhalt der nicht gefüllt wird. Die Piraten kapern Parlamente und den festgefahrenen Politikzirkus. Ich find es passt super.
Und als nächstes, jeder der auf dem Programm rumdrischt, überlegt euch mal bitte, dass diese Partei erst seit 2009 effektiv "existiert" für die Bevölkerung und vorher kaum wirklich aktive Programmgestaltung machen konnte. Es gibt ein Bundesprogramm, das wird ergänzt durch Landesprogramme, und wenn die Piraten irgendwann mal 30 Jahre Zeit hatten, wird sogar eure Oma durch das Programm erschlagen. Dann gibts auch wieder Gejammer? Ich glaube nicht einmal 5% aller die über das Programm der Piraten schimpfen, haben es sich tatsächlich durchgelesen, und dann noch mit den Programmen der anderen Parteien verglichen. Oh, super, die SPD will die Welt retten. Und? Hat Schröder doch schonmal geschafft, oder nicht? Die CDU will nen Gottesstaat mit Vorratsdatenspeicherung und die Grünen wollen nur Macht..äh.. Biobenzin aus Raps, das die Landwirtschaft der meisten Bauern unmöglich macht oder extrem verteuert. Toll! Also, entspannen, Wahl-o-Mat machen vor der Wahl und dann wählen was am besten gefällt. Und legt die verkackte Blöd-Zeitung weg (Oder Pendants..)
@Gurkenhasser: Sie haben aber schon mitbekommen, das die EU sagt: "Was interessiert uns eure Meinung, macht jetzt gefälligst die VDS online oder es wird teuer" – Ergo: Viel "Lob" um Nichts.
Die Scharrenberger kämpft doch eh auf verlorenen Posten, den auch Sie muss sich bald dem Druck beugen und zudem auch noch um ihre Existenz in der eigenen Partei fürchten, wenn sie noch weiter Karriere machen will. Und Rückendeckung hat sie ja schon lange nicht mehr. Sie nutz nur noch ihren Posten aus, solange sie noch kann. Wobei sie ja nach der Saarlandwahl wieder zu besten gegeben hat, das sie auch nur zu gern mit Gummiknüppel durch die Gegend rennt (Stichwort "Piratenbashing").
@Ulli:
Das Wiki ignoriert ganz geflissentlich, dass die schwedische (Ur-)Piratenpartei von Unterstützern von Pirate Bay gegründet wurde, die damit gegen deren rechtliche Verfolgung protestieren wollten. Käme wohl auch in einem offiziellen Parteiwiki nicht so gut.
Die FDP ist töter als tot. Sogar bei Hardcore-FDP-Wählern wie Herrn Vetter oder mir. Und das hat einen einfachen Grund. Das "F" im Namen der FDP war das, was gewählt wurde. Man wollte es liberal.
Ich möchte Freiheit, weniger Bürokratie und daß der Bürger mehr Rechte haben soll. Kurz: ich will vom Staat (sei es vom Finanzamt, dem Einwohnermeldeamt oder auch den sonstigen gefühlt 10.000 überflüssigen Ämtern) nicht gegängelt werden. Ich will keine Vorratsdatenspeicherung (die Lautheuler-Schluchzberger ist wirklich der einzig helle Fleck bei der FDP) und keine sonstige Überwachung oder Gängelung.
Wer heute ein Gewerbe anmeldet bzw. eine Firma gründet, der wird als erstes vom Finanzamt, der IHK, der Berufsgenossenschaft, dem Handelsregister, den Krankenkassen und einer Reihe weiterer Bürokraten mit einer "Papierwand" und Kosten überzogen. Noch bevor ein Euro Einnahme da ist. DAS sollte die FDP aktiv bekämpfen, dann würde sie vom Mittelstand auch wieder gewählt. Scheiß auf ein paar Euro Steuersenkung. Die Freiheit, überhaupt sich bewegen zu können, sollte wieder her!
Wer sich monatelang mit Bauämtern rumschlagen muß, um eine Nutzungsänderung für ein Ladenlokal von "Textileinzelhandel" auf "Schuheinzelhandel" zu erhalten und dafür unter dem Strich (inkl. Neuvermessung des Gebäudes, Brandschutz, Arbeitsschutz, Genehmigung, Architektenhonorar usw.) tausende von Euro bezahlen soll, der hat kein Bock mehr. Dessen – gestorbene – Hoffnung war die FDP.
Die FDP hatte bei der letzten Wahl ein tolles Ergebnis, weil Sie versprochen hatte sich für die Freiheit und die Rechte der Bürger einzusetzen. Und für die Wirtschaft. Das haben sie verraten. Nichts wurde besser, alles schlechter. Und nun wählen die Leute die Piraten. Selbst schuld.
Nachtrag: anstelle des Mittelstands unterstützt die FDP die Medien-MAFIA. Ich könnte kotzen…
Das hätte man vielleicht mal den Piraten in FFM raten sollen, bevor sie alberne Plakate des Kandidaten im Superman-Kostüm aufhängen -.-'
Bin ja eigentlich auch ein Freund der Grundrichtung der Piraten, aber so einen albernen Typen will ich doch nicht als Bürgermeister…
@NaWi:
Nun das ist der aktuelle Mehrheitsbeschluss der Basis, der sich auch wieder ändern kann. Aber eine ganze Partei nur an diesem einen Punkt festzumachen finde ich schon recht einfach.
Ich stimme auch nicht allen Punkten des Parteiprogrammes zu, aber finde dort die größten Übereinstimmungen mit meinen Vorstellungen.
@NaWi: Gerade als Naturwissenschaftler sollte man hinter dem drogenpolitischem Programm der Piratenpartei stehen. Es geht um ein evidenzbasiertes Assessment und nicht um ein blindes "legalize it". Vergleiche dazu scienceblogs.com/scientif..._alcohol_and_tobacc_1.php , die (natur-)wissenschaftliche Basis ist also gegeben und auch praktisch scheinen andere Wege als das momentane Vorgehen erfolgreich zu sein, siehe Portugal ( virgin.com/richard-branso...e-to-end-the-war-on-drugs ). Allerdings scheint unser moralischer Kompass durch gesellschaftliche Tabus sehr verzerrt zu sein. Ob die wissenschaftlich fundiert sind möchte ich doch bezweifeln.
Auch im Bereich Urheberrecht habe ich das Gefühl, dass sich viele nicht die Mühe machen das Programm wirklich durchzulesen. Nirgendwo wird gesagt, dass Plagiate legal sein sollen oder gar unterstützt werden. Gerade was das frei zugänglich machen von öffentlich finanzierter Forschung angeht sollte man sich als Wissenschaftler mit dem Programm gut anfreunden können.
@PK: Ich hatte das so verstanden, dass die schw. Piraten sich aus der Empörung heraus gegründet haben, dass ausländische Polizei sich um die Verfolgung von Verletzungen des Urheberrechts in Schweden gekümmert hat.
@Quant: jopp.die plakate von den piraten in ffm waren wirklich n epic fail…*immernochdenkopfschüttel*
@le D:
Schriftart und -größe erinnern an die lesefeindlichen Fußnoten der Telekom-Werbung.
I for one welcome our brony overlords.
Einfach mal reinhören bevor hier wieder geschrien wird, die Piraten hätten kein Programm.
radioeins.de/programm/sen...entar/lorenz_maroldt.html
spitze! finde ich super…hab auch grad eins gespendet…
@rindersindunschlacht:
Ramen
Der Blogeintrag ist auf jeden Fall besser als diverse Jazz-Links :)
@stefan: Das hat nichts mit Deutschland zu tun. Siehe bspw. http://www.piratenpartei.at/ (auch wenn ich das Lila etwas merkwürdig finde, aber Orange ist wohl belegt bei euch?) – und nicht von dieser Animation im Hintergrund irritieren lassen :)
Und noch eines mehr für Köln-Süd. Danke für den Hinweis!
Wenn nur nicht dieses doofe Dauergeduze bei den Piraten vorherrschen würde, und wenn die nicht die Einstellung hätten, dass jeder über 30 sowieso zu doof für das Internet ist. Rotzlöffel.
Quatsch. Ich bin 40 und damit nicht einsam bei den Piraten. Guck doch mal in deiner Nähe, ob es da nicht einen Stammtisch gibt. Dann guck Dir die "Rotzlöffel" einfach mal an. Und: you can say you to me… ;)
Tolle Aktion! Überlege jetzt auch, ein Plakat zu spenden.
Den Slogan dieses Plakate finde ich sehr gut. Insbesondere den tieferen Sinn, den er vermittelt.
Hier hat man das Gefühl dass es den Machern wirklich um sachliche Politik geht und nicht um sich selbst.
70 bis 500 Euro? Für ein Stück auf Pappe aufgeklebtes bedrucktes Papier? Erscheint mir doch stark übertrieben.
@holli:
Nein, nicht für das Papier … für die Werbefläche wo das Plakat aufgehängt wird.
@Wetter
Sie haben aber schon mitbekommen, dass es einen Passus gibt, der es Deutschland erlaubt die VDS abzulehnen, wenn diese gegen das nationale Recht verstößt? Deutschland ist keineswegs gezwungen die EU Richtlinie umzusetzten und muss bei Weigerung auch nichts zahlen.
Tue Gutes und schweige darüber!
Sollte ich nun auch Twittern/Bloggen wo mein gespendetes Plakat (00681) in der Woche vor den Wahlen vom 08.05.2012 bis 17.05.2012 hängen wird?
nein, das nützt mir geschäftlich gar nichts. Es wertet mich nicht auf und meine Potenz wird nur als Internetheld besser.
Also lass ich es.
#k.
@mrz:
Im Hinblick auf die folgende Passage aus dem Parteiprogramm halte ich die Aussage "Die Piraten wollen Plagiate legalisieren und aktiv unterstützen" für durchaus legitim. Denn ein Plagiat setzt jedenfalls nach meinem Verständnis nicht voraus, dass im kommerziellen Bereich agiert wird.
Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar.
Für mich ist die Piratenpartei angesichts ihrer obskuren Ansichten im Bezug zum Patentwesen nicht wählbar.
Klaus Störtebecker, die Geusen usw. als Schwerverbrecher zu bezeichnen zeigt schon das Bildung dringend erforderlich ist.
@zf.8: Ich denke, deshalb werden weder in Afrika mehr Kinder verhungern noch werden in Afghanistan mehr Verrückte um sich ballern als jetzt schon.
Die Mär das nur Patente und Copyright Entwicklung fördern glauben nur noch die ewig Gestrigen.
Mein Großplakat wird in Mettmann stehen. Dort sind die Plakate auch deutlich preiswerter.
Leider sind die Piraten auch nur wieder eine andere linke Partei… In NRW wird auch die Partei der Vernunft antreten, eine libertäre Partei – als Alternative zur linksgrünen FDP.
@Patentheini: Nicht nur in Bezug aufs Patentwesen… Genauso dieser Unsinn mit dem BGE.
"denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar."
"Essentielle Grundvoraussetzung" für all diese schönen Dinge ist aber auch, dass die Urheber was zu futtern kriegen. Und jetzt zu sagen "Aber die Content-Mafia beutet sie doch auch aus" mag zwar stimmen, ist aber noch keine Lösung für das beschriebene Problem.
Genial einfach – ich hab' auch gerade eins gebucht.
Ich schätze den blog als Rechtsblog (haha! gemeint ist natürlich Jurablog).
Politisch sind die Piraten unwählbar, da ihr Programm zuviel gutmenschliche Träumerei enthält.
Bleiben wir doch beim Jurablog und machen hier keinen Politblog draus…
Herr Vetter,
ich finde es gut, dass sich die "Altparteien" sich mal "drehen" müssen. Im Moment reicht es bei leider nur für T-Shirts in der KITA
Ach ja – FULL ACK für Deine Einschätzung der F.D.P.: Mit dem Verschwinden ihrer Liberalen ist sie zur Partei der Opportunisten, Miethaie & Großgrundbesitzer mutiert.
@Kand.in.Sky
Es würde durchaus etwas nutzen, wenn du darüber twittern oder bloggen würdest, dass du ein PIRATEN-Großplakat gespendet hast. Denn dann erfahren noch mehr Menschen von der Aktion – und schließen sich vielleicht an. Angesichts unserer bisher nur minimalen finanziellen Mittel (zuletzt ca 1,5% der Einnahmen der FDP) ist crowdfunding für uns nämlich extrem wichtig.
Daher auch herzlichen Dank an Udo Vetter, seit dessen Blogbeitrag nun schon 63 (!) weitere Großplakate gespendet worden sind – gegenüber etwa 3 bis 5 pro Tag in normalen Zeiten.
Herzliche Grüße
Matthias Schrade
- Mitglied des
Bundesvorstands -
Piratenpartei Deutschland
Mich hat Politik bis her sehr wenig interessiert und ich war auch noch in keiner Partei. Bei Bundestagswahlen habe ich immer die FDP gewählt.
Seit der letzten Bundestagswahl weis ich das die FDP schamlose Lügner und Umkippler sind die nichts von dem machen was sie bei Wahlen sagen.
Mittlerweile bin ich sogar Mitglied in der Piratenpartei und unterstütze die damit Jährlich.
Für mich ist das die EINZIGE wählbare Partei.
Und zwar aus einem Grund, weil die Piraten Transparenz und damit eine echte Demokratie wollen. Hier besteht die Chance die komplette politische Kultur zu ändern und das ist im Moment das einzige wichtige.
@holli:
Holli, es geht nicht um das bedruckte Papier, das gibts schon für 11,80 euro in A1 4 Farbdruck.
Es muß der Plakatplatz bezahlt werden. Die Stadt kassiert pro Plakatplatz Geld.
Keiner darf Plakate kostenlos in der Stadt aufhängen, das ist pro Stadt streng reglementiert.
Wow, krass – hier sind ja gewaltig viele Spindoktoren unterwegs.
@zf.8: Plagiat ist, wenn man fremde Werke als eigene ausgibt. Und das findet man auch in der OpenSource- und Copyleft-Szene nicht cool. Du kannst es nutzen, weiterverbreiten und (ganz oder in Auszügen) in eigenen Arbeiten verwenden – aber wenn der Autor es will, muss er genannt werden. Informiere dich einfach mal über freie Lizenzen, und wie sie funktionieren.
So läuft es in der Wissenschaft übrigens schon immer. Ich könnte niemandem verbieten, aus meiner Diplomarbeit zu zitieren, selbst wenn er die Zitate aus dem Kontext reißt und absurden Dummfug damit begründen will. Er könnte auch komplette Kapitel übernehmen. So lange er korrekt zitiert, darf er das.
@Autolykos: Danke, trefflicher hätte ich eine Antwort nicht formulieren können.
Man stelle sich einfach mal vor, in der Wissenschaft würden auch so krude Vorstellungen von Verwertungsrechten herrschen. Ich glaube wir könnten diesen Dialog in diesem Blog gar nicht führen, da die ganze Technologie dazu nicht vorhanden wäre. Aber das hat halt nichts mit Anerkennung gebrachter Leistungen zu tun, die letztendlich durch ein Plagiat verletzt wird.
Zur Bildung kann man über Pirat, Korsar, Vitalier oder Likedeeler nachlesen.
Piraten wählten ihren Kapitän und der war abwählbar. Beute wurde geteilt. Es gab so etwas wie Rentenkassen, Unfallversorgung, Hinterbliebenenversorgung, etc. lange bevor irgendein Staatssystem so etwas einführte.
Im zeitlichen Kontext absolut innovativ, menschlich, sozial und begrüßenswert.
Alternativ kann man über die Forderungen der ersten Bauernkriege nachlesen.
Hallo!
Vielen Dank für die großzügige Spende!!!!
Liebe Grüße
Thomas
Falls es jemanden interessiert, hier das Wahlprogramm 2010 der Piraten NRW: wiki.piratenpartei.de/NRW...amm_Landtagswahl_NRW_2010
Aufgrund des überraschenden Wahltermins gibt es noch keine aktuelle Fassung, aber ich gehe mal davon aus, dass das im wesentlichen für 2012 übernommen werden wird.
Udo Vetter jetzt als Pirat – schwer nachvollziehbar.
Die Enttäuschung über die FDP-Politik der letzten zwei Jahre ist verständlich. Da ist nun wirklich viel schief gelaufen. Aber eigentlich nur auf Gebieten, in denen die Piraten eigentlich überhaupt keine Alternative anbieten.
Und genau da, wo die Piraten inhaltlich stark sind – also vor allem im Internet-Bereich – da hat die FDP nicht nur kompetente Leute, sondern auch echte Erfolge geliefert.
Man kann wohl sicher davon ausgehen: Wären 2009 statt der FDP die Piraten in den Bundestag gekommen, dann würde die Gesetzgebung deutlich schlechter aussehen. Dann hätten wir Stop-Schild-Zensur, Vorratsdatenspeicherung und ACTA – weil ein Haufen lautstarker Amateure wirkungslos geblieben wäre, wo Leutheuser-Schnarrenberger, Höferlin und Schulz Ergebenisse erzielt haben.
Und was konkret die Piraten im Landtag von NRW wollen, das wissen sie wahrscheinlich selber noch nicht. Die bisherigen Erfahrungen mit ihren kollegen im Berliner Landesparlament sind ja ziemlich enttäuschend.
@R.A.:
"Vertrau keinem Pressebericht – informier dich!"
… das von den Medien vermittelte Bild und deren Fokussierung auf "Skandälchen" und Äußerlichkeiten (Latzhose, Kopftuch usw) ist nicht unbedingt repräsentativ für die tatsächliche Arbeit der Piratenfraktion.
Nur mal so zum Nachdenken: vor einem halben Jahr erreichten die PIRATEN ein Wahlergebnis von 8,9%. Die aktuellste Forsa-Umfrage sieht uns bei 13%, im Monat vorher waren es sogar 14%. Wenn die Performance der Berliner Piraten wirklich sooo schlecht war, wie ist das zu erklären?
Vor der Wahl hatte uns Forsa übrigens nur bei 5% gesehen…
wahlrecht.de/umfragen/landtage/berlin.htm
Gruß
Matthias
Die Piraten als Sammelbecken enttäuschter "Mehr Netto vom Brutto"-Wähler. Wer hätte das gedacht. Mit viel Pech haben wir bald 2 radikal wirtschaftsliberale Parteien in den Parlamenten. Und das in unserer Situation. Man mag es kaum glauben.
Ich finde die Piraten erfrischend und hoffe, dass sie noch viele Landtage entern. Ich glaube, dass sie durch ihre unkonventionelle Art eine sehr interessante Oppositionspartei sind.
Mit der Vorstellung einer Regierungsbeteiligung ist es hingegen schwierig: Will man Minister, die erst einen Mitgliederentscheid herbeiführen müssen, bevor sie im Kabinett abstimmen? Schwierige Vorstellung.
Und ein Wort zur FDP: Es war eigentlich allen klar, dass die FDP bei der letzten Wahl so gut abgeschnitten hatte, weil die Wähler keine große Koalition mehr wollten und weil sie die elendigen Gesetzesverschärfungen von Schäuble satt hatten.
Das hatten eigentlich alle kapiert, außer die FDP selbst. Mit der Verhinderung der Netzsperren und dem Kampf gegen die VDS hatten sich die Bürgerrechtsthemen schon wieder erschöpft und man wendete sich dem bisheren Einzelthema zu: Steuern. Statt den Progressionsbauch zu kippen, gabs was für die Hoteliers. Das war nicht besonders klug.
Auch die Ministerienauswahl war bis auf Justiz- und Wirtschaftsministerium, nicht klug. Das Ergebnis sieht man nun.
Trotzdem stimmt natürlich, dass es ohne FDP mittlerweise Netzsperren geben würde, VDS und ACTA.
@affenärschle:
Dem würde ich in Teilen zustimmen, aber darum ging es nicht. Es ging um das, was das Parteiprogramm der Piraten zu Plagiaten sagt.
@Autolykos:
Dass man das fremde Werk als eigenes Ausgeben muss, ist m.E. kein wesentlicher Bestandteil des Plagiatsbegriffs, wie er in der Diskussion um Privatkopien, Fair Use etc verwendet wird. Deshalb würde ich immer noch sagen, dass es ein vertretbares Verständnis des Parteiprogramms der Piraten ist, wenn man sagt, "Die Piraten wollen Plagiate legalisieren."
Und die Anführung von "Wenn der Autor es will, muss er genannt werden" halte im Zusammenhang mit den Plänen der Piraten auch für unangebracht. Denn das Recht des Urhebers seine Namensnennung zu verlangen ist bereits de lega lata etabliert und ist als Teil des Werkherrschaftsrechts Urheberrecht gerade eines der privaten Monopole, gegen die sich die Piratenpartei nach eigenem Programm ausdrücklich einsetzen wollen.
Ich will ja gerne glauben, dass die Piraten solche Rechte der Urheber beibehalten wollen, aber der – vielleicht auch naturgemäß wage gehaltene – Text des Parteiprogramms liest sich da eben nicht so eindeutig, wie manche das gerne hätten.
@84, Matthias:
Selbstverständlich nicht – deutsche Medien sind eigentlich nur noch dazu gut, auf Ereignisse aufmerksam zu machen. Die Hintergründe muß man sich dann selber erarbeiten.
Und wenn man sich die Details anschaut, dann ist die Bilanz der Berliner Piraten halt bisher recht dürftig. Und da rechne ich weniger manche Anfängerfehler, und schon gar nicht skandalisierte Einzeläußerungen. Aber trotzdem erwarte ich nach einem solchen Wahlerfolg mehr Output und weniger Selbstbeschäftigung.
Wer hat denn von den bundesweiten Wählern wirklich mitbekommen, was in Berlin läuft?
Momentan werden die Piraten gewählt a) von Internet-affinen Leuten, die sich über spezielle Themen ärgern und b) von allgemein Politik-verdrossenen Wählern, die "frischen Wind" wollen.
Das ist auch völlig in Ordnung so, langfristige politische Überzeugungen konnten ja angesichts der kurzen Zeit seit Parteigründung noch nicht entstehen.
Auf jeden Fall sind die bisherigen Wahl- oder Umfrageerfolge zwangsläufig nur Vorschußlorbeeren und kein Urteil über die bisher abgelieferte Arbeit.
Letztlich bleibt es eine geheime Wahl Herr Vetter.
udo vetter ist für`s BGE ?
und einmal piraten wählen und ein plakat spenden kann die sünden der vergangenheit (fdp)nicht abwaschen. ;-)
@Matthias Schrade:
ich werde ein Bild twittern/bloggen sobald das Plakat hängt.
das ist genug aufmerksamkeitshurerei.
Bis dahin könnt ihr damit vorlieb nehmen:
http://yfrog.com/nxa7g6j
gruss,
#k.
https://twitter.com/#!/ka...status/140464229714112513
Ich finde es schade, dass dieses sehr gute Blog mit sehr guten Inhalten nun mit sowas schnödem wie Wahlwerbung befüllt wird. (Auch wenn Udo Vetter natürlich prinzipiell machen darf, was er will – ich finde es halt "schade".)
Wenn es aber schon Thema ist: Piraten haben sich in ihrem Gesamtprogramm eher links positioniert. Bürgerrechte, Vorratsdatenspeicherung haben sie Deckung mit der FDP, ansonsten sind viele linke Ideen auf Bundesebene umgesetzt worden. Ich wage zu bezweifeln, dass die meisten, welche die Piraten wählen (wollen), sich darüber im Klaren sind, welche Positionen sie da tatsächlich wählen. Die Piraten sind nicht liberal (auch nicht "liberal"). Und die "Basisdemokratische Komponente" ist grundsätzlich zu befürworten, in der aktuellen Ausprägung führt es aber dazu, dass radikal ausschliesslich Mehrheiten ein Gewicht finden, die Minderheiten werden unterdrückt. – Das entspricht nicht der sozialstaatlichen Verantwortung.
Übrigens diskutiert die FDP seit vielen Jahren ihre Parteiprogramme und Grundsatzprogramme offen im Internet. Die Medien finden das merkwürdiger Weise nur bei den Piraten plötzlich "revolutionär"…
@Scharnold Warzenegge: Schön beschrieben. Und der "Anarchie von oben" der Machthaber im Staate setzen die Piraten ein geordnetes Kapern, ein Zurückerobern menschlicher (statt institutioneller) Souveränität entgegen. Das ist einfach das friedlichmöglichste Gebot der Stunde.
Jetzt habe ich das gesamte Parteiprogramm gelsen und weiß noch immer nicht, wie die Piarten zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr stehen.
Viele weitere aktuelle politische Thmenkomplexe finde ich in diesem Programm mit keiner Sulbe erwähnt.
Schade, aber eine Partei, von der ich nicht weiß, wie ihre jeweilige Position in vielen aktuellen Fragen ist, kann ich nicht wählen.
Selbst der stellvertretende Bundesvorsitzende sagte live bei den Tagesthemen, dass die Partei in wirthschaftpolitischen und außenpolitischen Fragen nicht über abgestimmte Positionen verfügt.
Wenn die Partei mal ihre Positionen gefunden hat, kann man ja nochmal darüber nachdenken, sie zu wählen.
Für den "Kauf der Katze im Sack" ist mir meine Stimme jedenfalls zu wertvoll.
Ich werde das Programm lesen, und dann vermutlich auch ein Plakat spenden.
@SonicBlade:
Am 1. April findet der Tag der politischen Arbeit statt auf welchem die Arbeitskreise Inhalte in Anträge formulieren werden, über diese wird dann am 14./15. April auf einem Parteitag abgestimmt um das Wahlprogramm für die Landtagswahl 2012 aufzustellen. Es wird sicherlich in vielen Teilen ähnlich sein, aber das konkrete Programm für die LTW NRW wird erst ab Mitte nächsten Monats stehen.
Durch die relativ kurze Frist zur Neuwahl sind die zeitlich aufwendigeren basisdemokratischen Prozesse im Vergleich zu anderen Parteien natürlich etwas bremsend, dafür aber imo ehrlicher.
Ich finde es erstaunlich, dass so viele Leute Probleme damit haben, wenn die Partei zu einigen Themen (noch) keinen Standpunkt hat. Immerhin läuft es nicht so wie bei anderen Parteien, da dauert es sicher etwas länger bis diese Positionen ausdiskutiert sind.
Aber wie sagte Pispers schon: "Der deutsche hat es gerne geschlossen. Hose, Weltbild, alles muss geschlossen sein. Weltoffenheit und was neues mag der Deutsche nicht". Auch die Medien machen fein mit. Hauptsache die Partei ist geschlossen, sobald es Diskussionen gibt ist das schlecht.
Ich finde es besser die Positionen in ruhe zu diskutieren und vor der Wahl eine geschlossene Meinung zu propagieren die ich nach der Wahl im Zweifel sowieso nicht umsetzten werde.
@Daniel: Freuen wir uns daran, daß es einen beachtlichen Teil an Leuten gibt, denen die Offenheit der Piraten gerade recht ist. Natürlich ist sie damit gar keine richtige Partei – und das macht die Sache nur noch besser.
Die, die die Offenheit so toll finden, wählen also eine Partei, ohne zu wissen, für was sie steht?
Hauptsache, man ist offen und nicht spießig verschlossen.
Dann sind Wahlprogramme und Inhalte also völlig egal. Man könnte dann auch nach dem sachönsten Logo gehen oder der Farbe des Pullovers des Spitzenkandidaten.
Die Meinung kann sich die Partei dann ja nach der Wahl bilden.
Die Piratenwähler sind also zum großen Teil Protestwähler, die es den anderen Parteien mal zeigen wollen? Wofür die Partei, die sie wählen steht, wollen sie zum Zeitpunkt der Wahl gar nicht wissen?
@Theo: Richtig, Wahlprogramme und Inhalte sind völlig egal. In der Politik kann man sowieso nicht wählen, das kann man nur auf Märkten. Was sind denn die von Ihnen so geschätzten Wahlprogramme wert? Man wählt CDU und bekommt antichristliche Politik, man wählt SPD und man bekommt antisoziale Politik, man wählt FDP und bekommt antiliberale Politik. Da sind mir die Piraten einfach lieber, die wenigstens eine Kultur haben, die ergebnisoffene Entscheidungen ermöglicht, die eben um Inhalte in einer guten und geeigneten Weise ringen wollen – und die viele unterschiedliche Haltungen einbringen. Hier gibt es ganz neue Ansätze, Entscheidungsprozesse anzugehen und eben nicht nur determinierte Inhalte, sondern zuvörderst eine Entscheidungskultur zu verwirklichen. Das ist mir wichtig. Wählen, was hinten 'raus kommt, kann man doch ohnehin nicht. Das Versagen der völlig überheblichen etablierten politischen Klasse ist doch offensichtlich; jedenfalls wenn man das Allgemeinwohl im Auge hat. Es nutzen die tollsten Inhalte und Ziele nichts mehr, wenn man keine geeigneten Transportvehikel mehr hat. Ja, und wenn man nicht einmal mehr geeignete Maßstäbe für gute und rechte Inhalte hat. Genau an dieser Stelle erkennen die Piraten die Zeichen der Zeit und reagieren als einzige auf der systemischen Ebene. Wird es jetzt klar, daß das schon Sinn macht? Den verrosteten Dreckskarren der Nomenklatura und ihres verwesten (im doppelten Wortsinn) Staatsgebildes würde ich am liebsten gar nicht mehr berühren (er rückt einem halt nur allenthalben auf die Pelle). Da sind die Piraten ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Und ganz klar: Mehr als Menschenmögliches werden auch sie nicht schaffen. Gerade darum ist ihre Entspanntheit und der Umtand, daß sie sich nicht drängeln lassen, wertvoll. Ich wünsche mir wirklich eine solch' bescheidene Politik, die nicht alle naslang glaubt, daß ohne sie nichts mehr ginge.
Was mich betroffen macht: Im Anschluss an die Plakatspende schicken mir die Piraten eine Email (unverschlüsselt, versteht sich) mit all den persönlichen Daten, die ich gerade in ihr Webformular eingegeben habe, zur Prüfung. Inklusive Adresse und Kontoverbindung. Identitätsdiebstahl leicht gemacht!
Schneller kann eine Partei, welche sich mit ihrem Verständnis des Internets profiliert, ihre Glaubwürdigkeit nicht verspielen.
@Gast:
@Gast-Kommentar #12:
sie leiten ein mit: "ich weiß nicht" – und genau das merkt an ihrem Kommentar an: außer einer Unterstellung, die keine Entsprechung in der Realität findet, kommt da nämlich nichts von Ihnen. Substanz in der Sache? Fehlanzeige!
Dafür gilt umso mehr Hr. Vetter mein herzlicher Dank, der sicher ahnte, dass ihm mit seinem Outing unzutreffende Dinge unterstellt werden.
Hallo Enno, warum regst du dich auf. Die Piraten sind für Transparenz. Viele Grüße Heinz