Ihr seid nicht systemrelevant

Schreib mal was zum Urheberrecht. Eine Bitte, die Redaktionen dieser Tage vielfach aussprechen. Gut denkbar, dass auch der eine oder andere Erstunterzeichner des Appells “Wir sind die Urheber!” gefragt worden ist. Immerhin handelt es sich meist um renommierte Autoren. Eines ist allerdings klar: Selbst Qualitätsblätter wie die Super Illu hätten den Abdruck abgelehnt und das Honorar verweigert, wenn einer der Mitwirkenden das platte Machwerk eingereicht hätte, mit dem sich die Schreiber nun kollektiv an die Öffentlichkeit wenden.

Die Autoren des Appells wählen einen historischen Einstieg. Das klingt erst mal nett:

Das Urheberrecht ist eine historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit gegen feudale Abhängigkeit.

Noch besser wäre es natürlich, wenn die Behauptung auch stimmen würde. Tut sie aber nicht, zumindest nicht in dieser verkürzten Darstellung, wie schon ein schneller Blick in den Wikipedia-Artikel “Die Geschichte des Urheberrechts” zeigt. 

Merkwürdigerweise machen die Autoren dann sofort den Schwenk zu einem völlig anderen Thema. Sie nehmen Verlage, Galerien, Produzenten und Verwertungsgesellschaften (wie die GEMA) in Schutz, denn diese haben aus ihrer Sicht nur eine hehre Aufgabe im Rahmen der “arbeitsteiligen Gesellschaft”: die Interessen der Künstler bestmöglich zu vertreten und zu verteidigen.

Es kann sein, dass die Unterzeichner des Appells die Verwerterseite wirklich mit der Caritas gleichsetzen. Allerdings hat dies auch einen naheliegenden Grund. Die weitaus meisten, die nun ihre Stimme heben, gehören offensichtlich zur Riege der Besserverdiener im Kulturbusiness.

Der Fairness halber müsste dann aber auch der Hinweis erlaubt sein, dass zur Kunst nicht nur das zählt, was ordentlich Kohle abwirft. Die Heerschar jener Autoren, Musiker und Filmemacher, die sich mit ihren Werken (noch) keinen Platz in den Top-Rängen verdient haben, sieht das Wirken der Verwerter weitaus distanzierter.

Dass die Verwerter eine Abmahnindustrie ins Leben gerufen haben, die mit ihren aberwitzigen Auswüchsen mittlerweile nicht nur individuelle Angst, sondern längst sozialen Unfrieden stiftet, ist den Unterzeichnern des Appells keine Erwähnung wert. Für sie ist alles offensichtlich in Ordnung.  Allenfalls sollte es nach ihren Vorstellungen noch etwas rustikaler zugehen. Denn anders ist die ausdrücklich formulierte Forderung, das Urheberrecht noch weiter zu stärken, ja wohl kaum zu verstehen.

Immerhin trauen sich die Unterzeichner nicht zu sagen, wie sie sich die Anpassung des Urheberrechts an die Gegebenheiten des Internets denn so vorstellen. Merkwürdig, dass hier gar nichts Konkretes kommt. Aber hätte der Verfasser des Textes, der nach meiner bescheidenen Meinung garantiert kein Künstler, sondern Verwerter ist, Vorratsdatenspeicherung und ACTA reingeschrieben, wären einige der Teilnehmer vielleicht ja doch noch aufgewacht und hätten ihren Namen nicht hergegeben.

Ansonsten bleiben nur Platitüden. Der durchaus umstrittene Begriff des geistigen Eigentums wird so selbstverständlich im Mund geführt wie die Behauptung, das Anfertigen einer digitalen Kopie sei “profaner Diebstahl”. Wer so selbstvergessen auf  Maximalpositionen besteht, darf sich nicht wundern, wenn die Brüchigkeit seiner Position mit wenigen Worten belegt wird. Thomas Stadler hat dies heute bereits in seinem Blog erledigt, und zwar mit einigen zutreffenden Argumenten zur Sozialbindung des Eigentums.

Auch das “geistige Eigentum” unterliegt weitgehenden Schranken. Und es ist durchaus nicht vermessen und schon gar nicht illegal zu fordern, dass sich das Urheberrecht an die Gegebenheiten der digitalen Welt anpassen soll und nicht umgekehrt. Es könnten sich nämlich auch durchaus Mehrheiten finden, welche die jetzige oder gar künftig verschärfte Kontrolle und Überwachung des Internets wegen – gesamtwirtschaftlich bescheidener – finanzieller Interessen schlichtweg ablehnen.

Die heute noch so stolzen Urhebern müssten dann die bittere Erfahrung machen, dass das freie Netz wichtiger ist als ihr unbestrittener Beitrag zur Kultur. Das Motto wäre dann: Besser jeder kann frei online seine Meinung sagen, als dass alles den Bach runtergeht, bloß weil ein paar Schriftsteller meinen, sie hätten den unbedingten Anspruch an die Gesellschaft auf ein solides Auskommen pro Essay oder Roman. 

Klingt hart, ist aber nur eine verständliche Reaktion auf den Alles-oder-nichts-Kurs, den die Initiatoren des Appells offenkundig einschlagen. Man sollte ihnen rechtzeitig sagen, dass am Ende des Weges auch folgende Feststellung stehen könnte:

Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant.

  • Zorg

    Heute im Feuilleton: Die Angst der Dinosaurier vor dem Meteoriteneinschlag. Wehren können sie sich nicht, darum beissen sie noch mal kräftig um sich. Genießen wir die Show.

  • Torsten

    Sorry, Wikipedia-NAchschlagen hilft da nicht. Natürlich waren Urheber vieler Art von feudalen Strukturen abhängig und natürlich ist das Urheberrecht mit der Abkehr von dieser Entwicklung verknüpft. Primär verantwortlich dafür sind aber die Entwicklung von Vervielfältigungs und Vertriebsmechanismen.

  • p90

    ist es in DE nicht eigentlich auch so, das Eigentum verpflichtet bzw. immer mit Pflichten verbunden ist?
    Wenn mir ein Haus gehört muss ich Grundsteuer etc bezahlen und wenn eine neue Straße gebaut wird auch zur Kasse gebeten. Warum gibt es das nicht für geistiges Eigentum? So 7 Jahre (von mir aus auch Länger) Schonfrist, spätesten dann muss man es Anmelden und Steuern drauf zahlen oder es abgeben.

  • Tilman
  • Der Steuerzahler

    Ist die “Urheberechtsgestapo” von Gema & Co schon unterwegs um den Author diese “Gewinnterorisierenden” Artikel vorbeugend zu erschiessen? Nicht oh, ach, wir haben noch nicht 2020 und ACTA 4 ist noch nicht Gültig….Ok…schade aber auch…;)

    mfg

    Ralf

  • Drachenstein

    “Geltendes Recht ist noch lange keine Gerechtigkeit”
    Ich finde es kriminell, wie die ganze Abmahn-Industrie den gesamten Beruf “Rechtsanwalt” in Verruf bringt.

  • kralynx

    Das traurige an der GEMA ist, dass dort 1068 Mitarbeiter (laut Wikipedia) arbeiten.
    Wo ist der Beitrag für die Gesellschaft, welche Leistung bringen diese Menschen für die, auf deren Kosten sie leben?

    Sisyphusarbeit, Parasitismus?

  • yt

    Hut ab Herr Vetter. Das war IMHO der bisher ungekünstelte Beitrag zur Debatte. Exzellent.

    Mit hochachtungsvollen Grüßen,
    yt

  • rudram

    Dass die Verwerter eine Abmahnindustrie ins Leben gerufen haben, die mit ihren aberwitzigen Auswüchsen mittlerweile nicht nur individuelle Angst, sondern längst sozialen Unfrieden stiftet, ist den Unterzeichnern des Appells keine Erwähnung wert.

    Nein lieber Herr Vetter, völlig falsch! Grund sind die zahllosen brotlosen am Hungertuch nagenden Schwarzkittel-Kollegen von Ihnen! Schuld ist der unkontrollierte Zuwachs von Abmahnwahnwälten, die trotz 2.Staatsexamen sich nicht anders zu helfen wissen als ihren Lebensunterhalt mit Abmahnungen zu erschleichen. Ihre “Kollegen” sind Schuld am sozialen Unfrieden, nicht die Urheber!!!!!

    und zu 3: natürlich zahlen Urheber Steuern auf ihre Tantiemen und zwar vom 1. Tag an.
    Nicht nur das: wenn man als Musiker einen Hit hat und 1 Mio einnimmt, kommt gleich der Fiskus und will Vorsteuer :-) Wo lebt Ihr alle eigentlich? Im usenet-Vakuum?

  • or

    @ Torsten

    als das Urheberrecht heutiger Prägung aufkam, hatte es eigentlich nix mit der Feudalgesellschaft sondern mit dem technischen Fortschritt zu tun. Bitte machen Sie sich mal kundig, was Mark Twain damit zu tun hatte, reicht für einen kleinen Einstieg.

    Zu den Feudalherren sollte man sagen, dass Sie sich über Jahrhunderte als große Mäzene um die Kunst in allen Formen verdient gemacht haben – natürlich zum Ruhme Gottes und des eigenen.

    Zur heutigen Situation könnte man was zum Schluß kommen, das Recheverwerter und einige Urheber (und zwar die Großverdiener) versuchen, einen kalten Putsch durchzuführen. Über Menschenrechte und Verfassung stellen sie sich schon…

  • kaputnik
  • zf.8

    Der Wikipedia-Artikel zur “Geschichte des Urheberrechts” stellt die Geschichte einseitig und verkürzt da. Wenn man sich schon im Bereich von Wikimedia informieren will, so sollte man zum englischen Artikel greifen. Dieser verlinkt auch auf Einzelartikel, welche die unterschiedliche Entwicklung des Urheberrechts in der kontinentalen (insb. französischen) und der anglo/amerikanischen Rechtssphäre deutlich machen.

  • Torsten

    @or: Deshalb schrieb ich: “Primär verantwortlich dafür sind aber die Entwicklung von Vervielfältigungs und Vertriebsmechanismen.” Da Vinci hatte schlichtweg keine anderen Möglichkeiten als für Adel und Klerus zu arbeiten.

    Trotzdem ist es nicht gut, komplexe geschichtliche Zusammenhänge anhand einer Wikipedia-Zusammenfassung zu negieren.

  • Arne

    “…der Verfasser des Textes, der nach meiner bescheidenen Meinung garantiert kein Künstler, sondern Verwerter ist…”

    Bingo!

    Zumindest Matthias Landwehr, Initiator der Aktion und Domaininhaber von “wir-sind-die-urheber.de”, ist nicht Autor, sondern Literaturagent.

    “WIR” sind die Urheber… Ein Schelm, wer hier an Böses denkt.

  • Klopfer

    “Die Heerschar jener Autoren, Musiker und Filmemacher, die sich mit ihren Werken (noch) keinen Platz in den Top-Rängen verdient haben, sieht das Wirken der Verwerter weitaus distanzierter.”

    Damit deuten Sie ja an, dass all die weniger erfolgreichen Urheber nichts von den Verwertungsgesellschaften hätten. Kann ich aus eigener Erfahrung und den Erfahrungen anderer Urheber nicht bestätigen. Ich hab letztes Jahr 1000 Euro von der VG Wort bekommen. Damit komme ich immerhin einen Monat über die Runden. Auch viele kleinere Komponisten sind sehr dankbar über den Scheck von der Gema, auch wenn sie nicht allein davon leben können. Sicher kann man manchmal über die Verteilungsschlüssel streiten (gerade bei der Gema, bei anderen VGs gibt es da weniger Konflikte), aber dass man hier so tut, als wären die Verwertungsgesellschaften ja für die Mehrzahl der Urheber total nutzlos oder gar schädlich, ist einfach falsch.

    Und sorry, wenn ich das einfach mal so sagen muss: Wenn es Klärungsbedarf gibt, was das Verhältnis zwischen Urhebern und Verwertungsgesellschaften angeht, dann ist das die Aufgabe von uns Urhebern, sich darum zu kümmern, nicht eure. Ich als Urheber will nicht von Piraten, ihren Sympathisanten oder sonstwelchen Leuten in ihrem Kampf gegen die Verwertungsgesellschaften instrumentalisiert werden. Wenn ihr als Begründung für euren Kampf angebt, es würde euch um uns arme Urheber gehen, dann ist das einfach nur Heuchelei.

  • Lawblog-DasBuch

    Herrn Vetter verstehe ich diesmal nicht. Einen Verfasser eines Buches oder eines Musikstücks nicht zu bezahlen ist vergleichbar damit, einen Rechtsanwalt für eine gelungene Verteidigung nicht zu bezahlen.

    Wer setzt sich denn monatelang noch vor einen Rechner und schreibt Bücher, wenn man damit kein Geld verdienen kann?
    Da kann man ja auch gleich den Inhalt dieses Blogs nehmen und ihn in Buchform rausbringen und damit einen Batzen Geld verdienen.
    Nur Mut dazu! Herr Vetter fordert gerade dazu auf. Er hat nichts dagegen, wenn jemand ein Buch namens LAWBLOG mit den Inhalten dieses Blogs veröffentlichen wird und will da auch nicht mitverdienen. Er will da niemanden verklagen, da es ihn nicht ärgern wird, wenn jemand mit seiner Arbeit Geld verdient und er dabei in die Röhre schaut.

  • wirallesindurheber

    Ich denke auch das besondere Rücksichtnahme auf diesen Personenkreis nicht angebracht ist. So wie man Autos auch nicht aus Rücksicht auf Hufschmiede verboten hat. Egal wieviele dieser Leute dann die Arbeit einstellen, die gesamtgesellschaftlichen Folgen weden vernachlässigbar sein. Und es wird ganz sicher etwas nachkommen. Freie Verbreitung von Wissen und Kultur ist wichtiger.
    Bei manchen Namen denke ich mir auch das es Heuchler sind. Wenn es erstmal um den eigenen Geldbeutel geht ist alles andere nicht mehr ganz so wichtig.

  • Stern

    Besser jeder kann frei online seine Meinung sagen, als dass alles den Bach runtergeht, bloß weil ein paar Schriftsteller meinen, sie hätten den unbedingten Anspruch an die Gesellschaft auf ein solides Auskommen pro Essay oder Roman.

    Warum darf der Schriftsteller darauf keinen Anspruch haben? Wer sich oftmals 2 Jahre oder mehr auf seinen Hintern setzt und einen Roman schreibt, also immerhin eine (geistige) Leistung vollbringt, ist doch berechtigt, dafür auch etwas als Gegenleistung zu erhalten.
    Gerade die Anfangsjahre eines noch nicht erfolgreichen Schriftsteller sind mit enormen Entbehrungen verbunden: Sich in Abhängigkeit von Lesern und Verlagen durchzuboxen mit Talent, Ausdauer, Disziplin und Beharrlichkeit ist schon eine Aufgabe, an der die Meisten von uns kläglich scheitern würden.
    Wer dann wirklich so gut ist, dass er von seinem Schreiben leben kann, weil es die Leser interessiert, hat doch das Recht, dafür die Tantiemen zu kassieren. Das auch der Verlag daran beteiligt wird, der oft erstmal den Mut haben muss, einen Unbekannten Autor zu veröffentlichen ist auch legitim.
    Ein wirklicher Schriftsteller wird sich dann auch nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern seine hart erarbeitete finanzielle Unabhängigkeit in neue Werke stecken.
    Warum sollte ab einem bestimmten Zeitpunkt der Schriftsteller kein Geld mehr dafür bekommen, dass seine Bücher immer noch gelesen werden? Das ist für mich nicht nachvollziehbar.
    Vielleicht steht das auch gar nicht zur Debatte, jedoch ist das die Aussage des Zitats. Wenn es im Kern der Urheberrechtsdiskussion also darum geht, ab einem bestimmten Zeitpunkt zB. einen Schriftsteller nicht mehr zu vergüten, weil er doch langsam genug Geld beisammen haben müsste, dann läuft hier irgendetwas schief.

  • Mike

    @wirallesindurheber : Es geht den Piraten und deren Fanboys ja auch nur um ihren eigenen Geldbeutel. Das sollte man nicht vergessen. Sie wollen nicht zahlen. Was man da teilweise an Kunstfeindlichkeit lesen muss ist widerlich.

    Dazu zeigt das Beispiel Julia Schramm, wie so oft, dass Politiker ganz schnell ihre Meinung ändern, wenn jemand mit einem Scheckheft um die Ecke kommt. Sie hat 100.000€ Vorschuss für ein Buch kassiert, das sie als echte Piratin ja auch kostenlos ins Internet hätte stellen können. So viel zur Glaubwürdigkeit der Piraten.

  • Frank

    @Klopfer: Doch, wenn ich als Konsument diesen riesigen Wasserkopf aus Verwertungsgesellschaften bezahlen soll und obendrein nicht einmal die Wahl habe, es nicht zu tun, dann habe ich sehr wohl das Recht ein Wörtchen mitzureden.

    @Lawblog-DasBuch: Ihr Beitrag ist so sinnlos, dass ich vor lauter Kopfschütteln nicht mal weiß, was ich antworten soll. Versuchen wir es damit: Wo schreibt Herr Vetter denn bitte genau, dass die Urheber nichts an ihren Werken verdienen sollen?

  • DAmerrick

    @wirallesindurheber: @Lawblog-DasBuch: Sie bringen dieselbe Polemik wie die Verwerter. Sind sie einer? Wer redet davon nicht zu bezahlen? Niemand.

    Haben Sie ein Buch rausgebracht oder eine cd? Sagen Sie mir Ihre kontodaten. Sie waeren der 20. In den letzten drei Monaten von Autoren und Künstlern die ich darum gebeten habe, damit auch wirklich die Künstler das Geld bekommen und nicht deren Agenten. Aber keiner will sich melden….

    So nebenbei, Menschen zahlen wenn sie wissen das sie was dafür bekommen. Die Musikindustrie macht wieder hohe Gewinne seit sie kapiert haben das die Menschen für einfachen Kauf und keine DRM bereit sind zu zahlen. Bei iTunes oder sonstwo.

    @Klopfer: Dann tun Sie es doch endlich.

    Wir warten alle darauf das sich mal die Urheber zur Wort melden. Aber nein, die schweigen und lassen sich von Agenten und Verwertern vertreten, als dürften sie gar nicht mehr selber reden.

    Btw, so wie Sie es beschreiben ist das ja fast schon Stockholm-Syndrom. Ich weiß nicht wieviel Sie genau “urhebern”, aber Hut ab das Ihnen 1.000€ als Scheck im Jahr reichen um die Verwerter zu loben. Kleiner Tipp: Sie koennten das Fünffache allein durch Spenden bekommen.

    Und noch etwas: Nicht nur bei der GEMA gilt, “die Kleinen kopieren ja eh nur die Großen, also bekommen sie erstmal lieber weniger bis sie selber groß sind”

  • Twister

    @DAmerrick:
    obgleich ich auf der Seite der PP usw. bin, kann ich die Urheber auch verstehen. Ich gebe selbst meine Kurzgeschichten frei raus, jeder kann, keiner muss zahlen, als ich sie als Buch rausgab habe ich aber auch jede Menge Leute kennengelernt, die ihren Reibach damit machen wollten bzw. mich dafür verteufelten, dass ich tatsächlich ein paar Euro verdienen wollte.

    Bei allem Verständnis für die neuen technischen Errungenschaften plus auch einer Befürwortung meinerseits der PP-Ideen, sehe ich aber schlichtweg auch z.B. meine Lage, die schlichtweg ohne die paar Gelder von Verlagen (wenig genug und das mit Total Buyout) völlig am Ende wäre. Denn letztendlich würden manche juristische Auseinandersetzungen mich schon an den Rande des Ruins treiben und letztendlich wäre die Abhängigkeit von der Community ja eben auch wieder Abhängigkeit.

  • walim

    Es ist immer wieder betrüblich, wenn geschätzte Autoren sich in aus vielleicht Ahnungslosigkeit, aus Meutenverhalten oder auch bloß Verunsicherung als Kampagneidioten auf irgendwelchen Unterschriftslisten benutzen lassen. Ich neige dann dazu, deren Kompetenz als geistiger Vorturner ein wenig zu zu entwickeln.

  • walim

    korr: ein wenig anzuzweifeln

  • kaputnik

    @Klopfer:
    “Wenn ihr als Begründung für euren Kampf angebt, es würde euch um uns arme Urheber gehen, dann ist das einfach nur Heuchelei.”

    1x zuhören bitte:
    In erster Linie geht es darum, dass ein freies Internet zu wertvoll und wichtig ist, als dass man es totalüberwacht dürfte um wirtschaftliche Partikularinteressen zu schützen!

    Und weil das so ist, müssen andere und bessere Wege gefunden werden, damit Kulturschaffende ein Einkommen haben.

    Dass die ignoranten “Wir-sind-die-Urheber” (ja, auch, neben unzähligen anderen Urhebern, z.B. Udo Vetter), zum Teil unterstellt und auch tatsächlich hochintelligent, das nicht reflektieren ist erschütternd und enttäuschend.

  • Twister

    @DAmmerick:
    nur noch zur Vervollständigung:
    ich _kann_ nicht mehr veröffentlichen als momentan wegen gesundheitlicher Probleme, die VG Wort aber ermöglicht mir zumindest einmal im Jahr das Geld für z.B. Heizmaterial usw. zu erhalten. Könnte ich soziale Leistungen (Transferleistungen) erhalten? Nein, nciht wirklich, denn laut Gesetz verdienen _wir_ zuviel. Pech gehabt. Also muss ich mich mit Artikeln, Totalbuyoutverrägen usw. herumschlagen und sie akzeptieren – ich kritisiere sie und wenn die VG Wort fällt, werde ich een kein Geld für Heizmaterial haben, abe rwie es dann weitergeht: keine Ahnung.
    Das bedeutet nicht, dass ich nicht akzeptiere, dass manche eben Verlierer sind, wenn sich was ändert, es bedeutet aber schlichtweg, dass nicht jeder, der von der VG Wort momentan profitiert oder sich bei Verlagen prostituiert, ein gewissenloer oder idiotischer Kapitalist ist.

  • kaputnik

    @Klopfer:
    “dann ist das einfach nur Heuchelei.”

    Übrigens auch wie die Heuchelei, von Google gefunden werden zu wollen oder im redaktionellen Angebot gerne das youtube-Video, sicher auch für kommerzielle Angebote kostenfrei einbinden. Oder Freeware zu benutzen. Oder Donationware, würde mich interessieren, ob die Spendenquote bei den unterzeichnenden “Urhebern” irgendwie höher ist, als unter den Durchschnittsusern.

    Untersuchungen scheinen zu belegen, dass weniger wohlhabende Menschen eher was in den Hut werfen, als “Reiche”.

    Danke für die Aufmerksamkeit.

  • rudram

    @DAmerrick Sie sagen:Haben Sie ein Buch rausgebracht oder eine cd? Sagen Sie mir Ihre kontodaten.

    wie soll ich das verstehen? Man soll hier seine Kontonummer veröffentlichen? Sind Sie Datensammler? Ich verkaufe Ihnen gerne meine CD´s…

  • wirallesindurheber

    @Mike:
    Solche gibt es überall. Ganz sicher auch bei den Piraten. (fast) jeder ist käuflich. Deshalb ist es wichtig Politik zu machen die das berücksichtigt.
    Das Frau Schramm mit ihrem Buch Geld verdient finde ich nicht verwerflich. So wie alle Personen auf dieser Liste gerne Geld mit Ihrem Tun verdienen können. Ich selbst habe verschiedene Medien dieser Leute gekauft.
    Wenn man aber die geschichtliche Bedeutung des Internets bedenkt, und das Leute für Redefreiheit auch sterben, dann sind Sie es nicht wert. Und die sollten sich selbst nicht so wichtig nehmen. Die können auch was anderes Arbeiten. Sei es auf dem Bau, als Kassiererin oder was auch immer. Macht keiner gerne. Ich mache auch was anderes, aber ich wäre auch gerne König.
    Ob Frau Schramm unglaubwürdig ist, wird sich zeigen wenn ihr Buch als PDF kursiert. Ich könnte es mir auch vorstellen es mir irgendwo runterzuladen, einfach nur weil sie bei den Piraten ist.
    Ich wünsche mir von den Piraten einen Politikstil der den einzelnen Funktionär (z.B. Fr. Schramm) unwichtig macht.

  • Frank

    @22: Natürlich ist das auch Abhängigkeit, aber wer ist denn bitte in diesem Sinne nicht abhängig? Jeder Mensch braucht Arbeitgeber oder Kunden, die ihm oder ihr das Auskommen sichern.

  • Twister

    @Frank (@ Twister würde es auch tun ;)
    Ich meinte nur, dass eine Abhängigkeit durch die andere ausgetauscht wird, was immer gerne negiert wird und der Künstler als endlich frei angesehen wird, ohne zu bedenken, was denn nun diese Freiheit bedeuten soll usw. usf.
    Und letztendlich ist jeder irgendwo schon in die Verwertungskette eingebunden – mal duch günstige Angeobte des ‘Computers, die nur durch xyz möglich sind; mal durch billige BoD-Angebote, die nur wegen der günstigen Mitarbeiter von X möglich sind; mal wegen des Verlages, der trotz Totalbuyout immerhin Geld gibt usw. usf.

  • Mike

    Ich finde es nicht verwerflich, wenn ein Urheber Geld für sein Werk haben will. Wenn aber eine Frau Schramm Künstlern vorwirft keine richtigen Künstler zu sein, weil sie ja offenbar auch an Geld interessiert sind und nicht die romantischen hungernden Künstler und dann selbst so viel Geld absahnen wie die meisten Autoren in zehn Jahren nicht, dann werde ich das auf jeden Fall verwerflich finden.

    Und “arbeiten gehen”? erstens ist das für manche Menschen nicht so einfach wieder im Berufsleben unterzukommen, außerdem fällt damit jede professionelle Kunstarbeit weg. Es gibt durchaus Unterschiede zwischen einem ausgebildetem Kameramann und einem betrunkenem 15jährigen mit Handykamera.

    Ich bin gegen eine Internetüberwachung, aber man könnte auch staatliche Stichkontrollen einführen. Wie im Straßenverkehr. Mit Bußgeldkatalog, um die Abmahnindustrie abzuschaffen. Wer runterlädt und nicht erwischt wird, Glück gehabt. Wer erwischt wird, 25€ beim ersten Mal. Jedes weitere Mal das Doppelte. (zum Beispiel).

  • Kosh Flow

    Also ich bin Komponist und Schreiber von Kurzgeschichten.
    Als ich mit dem Musik machen 1994 begonnen hatte musste ich auf polnische Presswerke ausweischen um meine Musik ohne Gema veröffentlichen zu können, und als kleiner Künstler hat es sich gelohnt.
    Heute veröffentliche ich meine Kurzgeschichten unter einem anderen Pseudonym und es gibt die Möglichkeit dort zu spenden wenn es einem gefällt. Als Musiker nutze ich ebenfalls alternative Vertriebswege wie z.B. Bandcamp, wo man einen Mindestbetrag für einen Download bezahlen muss aber jederzeit mehr bezahlen kann wenn es einem gefällt.
    Schade ist wirklich daß ich in den Medien immer nur Menschen sehe, die wie Marionetten das nachplappern wofür sie bezahlt werden und nur ganz selten einmal selbst ihren Kopf anstrengen.
    Relevant sind für mich alle Künstler und Urheber, aber einen wirklichen Nutzen von den Verwertern haben nur wenige.

  • Frank

    @ Twister: Sorry, ich kommentiere hier zum ersten Mal und hatte irgendwie im Hinterkopf, dass irgendein schlaues Skript die Beitragsnummer automatisch durch nen Link ersetzt, aber da hab ich mich wohl geirrt.

    Ansonsten erwarte ich persönlich nicht von jedem Urheber, dass er/sie die Verwerter jetzt auch verteufelt, allerdings finde ich diese vielen unreflektierten Kommentare gerade von Seiten der Kreativen doch auch ziemlich schade, um es mal vorsichtig zu formulieren.

  • Martin

    @Lawblog-DasBuch: Blödes Beispiel.

    Es wäre eher damit vergleichbar, wenn Herr Vetter das Internet kontrollieren wollte, weil ja jemand illegalerweise sein Schlussplädoyer online gestellt haben könnte, das andere dann illegal kopieren und zitieren könnten.
    Auch Piraten haben kein Interesse daran, dass Urheber in Zukunft weniger Einnahmen haben. Das wird auch nicht passieren.

  • wirallesindurheber

    @Mike:
    Sie hat die Gunst der Stunde genutzt. Ich glaube kaum das da Kunst dahintersteckt, aber ich habe weiter kein Problem mit Ihrer Meinung zu Fr. Schramm.
    Wenn Sie Ihr Argument mit der professionellen Kunstarbeit überarbeiten und die ganze Polemik rausschmeißen, ist das natürlich ein Punkt. Ich denke aber das ausgebildete Kameramänner auch mehr verdienen als betrunkene 15jährige? Wenn das beim “Tatort” anders ist liegt das wohl kaum an den Raubkopierern.
    So wie die meisten auf der Liste sich wohl nicht beschweren können. Zumindest die, die ich kenne sollten eigentlich kein Gejammer anfangen.
    Egal was Sie an Maßnahmen ergreifen, es wird immer ein gegenseitiges Hochschaukeln werden. Früher oder später landet man da wo man nicht hinwollte.

  • Dirk Moebius

    @Klopfer:
    Wie kommst Du eigentlich auf das duenne Brett, Urheberrecht auf den Willen zur kommerziellen Verwertung zu reduzieren?
    Es gibt jede Menge Urheber – von Musik, Texten, Bilder, Fotos – die gar nicht vorhaben, sich mit Dir um die Brosamen von Heino und Regener (oder wars Rennecke?) zu zanken. Aber das macht sie nicht weniger zu Urhebern.

  • Eva

    Ich finde das, was Udo Vetter da schreibt wirklich gut.
    Denn ich will auch in Zukunft keine Anwälte nicht mehr für ihr Wissen, ihre Erfahrung, und ihr Engagement bezahlen müssen. Schießlich nehme ich ihnen das nicht weg. Das haben sie ja hinterher immer noch.

    Die Leistung, die sie erbringen, soll selbstverständlich die gleiche sein, wie bisher!

    Vielleicht sollte man sicherheitshalber aber noch über eine Arbeitsverpflichtung für Anwälte nachdenken.

  • Dirk Moebius

    @Stern:
    Wer sich oftmals 2 Jahre oder mehr auf seinen Hintern setzt und einen Roman schreibt, also immerhin eine (geistige) Leistung vollbringt, ist doch berechtigt, dafür auch etwas als Gegenleistung zu erhalten.
    Genauso wie der Maler, der zwei Jahre lang an einem unverkaueflichen Bild malt hat er natuerlich ein Recht auf eine Gegenleistung – wenns jemand kauft.
    Wenn nicht, dann kriegt er aber – wenn er den marktfaschistischen Kapitalismus doch so schoen preist – eben nichts. Gar nichts.

  • Twister

    @Frank falls du jetzt diese Aktion der “Kreativen” meinst, da sehe ich höchstens eine konzertierte Aktiond er Verwerter. Ansonsten denke ich, dass eie Veränderung der Situation sowieso unumgänglich ist, egal wie sehr die Verwerter rufen – dass sich die hochbezahlten Künstler dafür einspannen lassen ist logisch, erstens verdienen sie gut, zweitens machen sie sich wenig Gedanken darüber, weshalb eigentlich und drittens werden sie von Agenten usw. ja mit Fehlinformationen gefüttert bzw. die Agenten sprechen einfach mal in ihrem Namen, so nach dem Motto “wir machen das jetzt, Ihr Name steht da doch auch, oder?”

    Oder meinst du die Kommentare hier? Da sind imho die meisten doch eindeutig gegen die Aktion gerichtet, nur imho sind hier und auch anderswo eben auch wenig Kommentare von den “kreativen” (wer ist das eigentlich nicht?) zu finden, die beide Seiten beleuchten. Ich bin für Freiheit des Netzes und werde daher als Urheber schlichtweg von manch bequemer Form Abstand nehmen müssen – passiert. Abe rich halte es für legitim darüber zu diskutieren, fernab des “du Kapitalist”-Denkens, denn momentan gibt es ja fast nur Stellungskriege

  • horst

    Was besonders verlogen seitens dieser “Urheber” ist, war die überwiegende Bejahung von sozialistischer Herrschaft, wenn es um Eigentum geht.

    Doppelmoral at its best.

  • A.P.

    slightly off topic:

    Gestern im Heise-Newsticker: “USA Mehr Copyright-Hinweise auf DVDs und Blu-rays”.

    In einer Grafik zusammengefasst sieht das dann so aus:

    http://pics.nase-bohren.de/pirate_dvd.jpg

  • Zwerg

    @Der Steuerzahler: Es hat bis Beitrag 5 gedauert, bis die Gestapo auftaucht. Respekt!

  • Anno Nüm

    Denkt denn keiner an die Kinder?

  • Frank

    @ Twister: Und erneut ein Sorry, diesmal für die Ungenauigkeit. Gemeint hatte ich die (vermeintlich) Großen der Branche (eigentlich wollte ich das Wort auch noch in “” setzen), also die die wohl am meisten verdienen und gleichzeitig am lautesten schreien. Das ganze nicht nur mit dieser Aktion, sondern z.B. auch gerne mal in Talkshows im Fernsehen.
    Und ja, diese Personen werden sicher nicht unerheblich aus ihrem Umfeld beeinflusst, aber dass da praktisch keine differenzierten Meinungen zu hören sind, sondern eigentlich immer nur die gleichen inhaltsleeren Floskeln, überrascht mich dann doch.

    Und ja, ich sehe das auch so, dieser Konflikt ist im Moment ziemlich verfahren und emotional aufgeladen, so dass auch gute Argumente im Moment nur wenig zählen. Ich denke es wird wohl schlicht noch ein paar Jahre dauern bis es so weit ist, dass sich eine konstruktive Diskussion entwickeln kann.

  • Pegg

    Was ich mich bei dieser ganzen Diskussion seit Jahren frage ist, warum eigentlich ein Pauschalbetrag in Höhe von z. B.:

    CD-Brenner: 8,70 €
    DVD-Brenner: 10,68 €
    MP3-Player: 2,56 €
    Tonbandgeräte: 1,28 €
    Bildaufzeichnungsgeräte: 9,21 €
    Tonträger: 0,0614 €/h
    Bildträger: 0,0870 €/h
    Digitale Speichermedien (Speicherkarten, USB-Sticks u. ä.): 0,10 € pro Medium.
    Externe Festplatten mit einer Speicherkapazität < 1 TB: € 7,00 €
    Externe Festplatten mit einer Speicherkapazität ≥ 1 TB: € 9,00 €

    erhoben wird und wofür dieser verwendet wird. Für eine Bezahlung von Urhebern scheinbar nicht?
    Man muss ja bedenken, daß ein sehr großer Teil dieser Medien gar nicht mit Material bespielt wird für das diese Regelungen bzw. Bezahlungen überhaupt qualifiziert ist. Abgesehen von Betriebssystemen und Programmen speichert man in unterschiedlichen Situationen ja auch jede Menge privater Dateien. Ob dies bei der Berechnung des Gebührenschlüssels ausreichend berücksichtigt wurde scheint bei der stetig zunehmenden Datenmenge zumindest fraglich.

    Und warum eigentlich sollten Urheberrrechte anders zu behandeln sein und längere Gültigkeit haben als Patentrechte?

  • earendil

    @rudram: Irgendwer muss die Abmahnanwälte aber auch beauftragen, ne?

    @Frank: Das schlaue Skript kommt zum Zuge, wenn du bei dem Beitrag, auf den du antworten willst, auf “Antworten” klickst. :)

  • lambo9
  • Chris

    “Auch das “geistige Eigentum” unterliegt weitgehenden Schranken. Und es ist durchaus nicht vermessen und schon gar nicht illegal zu fordern, dass sich das Urheberrecht an die Gegebenheiten der digitalen Welt anpassen soll und nicht umgekehrt.”

    Früher gab es noch kleine Kaufmannsläden, wo der Verkäufer hinter dem Tresen stand und dem Kunden die Ware reichte. Wenn jemand etwas stahl, was auf dem Tresen stand, nannte sich das Ladendiebstahl und wurde gerichtlich sanktioniert. Heute gibt es große Kaufhäuser, wo die Ware mehr oder weniger unbeobachtet herumsteht und jeder sich etwas in die Tasche stecken und herauspazieren kann.

    Mit Einführung der Kaufhäuser kam niemand auf die Idee zu sagen: “Und es ist durchaus nicht vermessen und schon gar nicht illegal zu fordern, dass sich das Eigentumsrecht an die Gegebenheiten der neuen Einkaufswelt anpassen soll und nicht umgekehrt.”

    Generell finde ich es immer wieder interessant, dass es fast nur Außenstehende sind, die sich über die bösen, bösen Verwertungsfirmen, die GEMA und Konsorten aufregen, aber fast nie die Künstler selber.

  • zero_content

    liebe gemeinde
    da mein opa und mein vater tischler waren,stelle ich mir immer vor,wie sie auf die frage des kunden,was der esstisch kostet,geantwortet haetten:”erst mal 300 dm und danach 0,165 pf fuer jeden der sich bis zu 70 jahre nach meinem tod an den tisch setzt.zusaetzlich verlange ich,dass sowohl eure computer und handys,als auch alle verkehrsueberwachungskameras programme laufen haben,mit denen ich die esstischbenutzung kontrollieren kann.”…

  • Apollo

    Eigentlich blickten die Linken mit Verachtung auf Menschen, die Produktionsmittel ihr Eigen nennen.
    Feindbild Nummer Eins war der Besitzbürger, der sein geistig armes Dasein mit der Herstellung von Zahnbürsten, Autoreifen oder Dosensuppen verplempert, anstatt Theaterstücke zu inszenieren, zu dichten oder Manifeste zu unterschreiben. Welch himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass einige dieser Spießer damit wohlhabender werden als die meisten Kulturschaffenden. Enteignung war die einzig gerechte Antwort darauf. Die Maschinen sollten dem Volk gehören und nicht dem Kapitalisten. Gemeineigentum statt Privatbesitz!
    Seit die Piratenpartei diese sozialistische Forderung an den Bereich der Kultur stellt, beobachten wir mit Freude, wie erklärte Kapitalismusverächter plötzlich das Eigentumsrecht verteidigen. Auf die Parole „Enteignet Springer!“ konnte sich einst fast die gesamte deutsche Linke einigen. Nun haben die Piraten die Forderung etwas erweitert. Sie wollen nicht nur Springer, sondern auch alle anderen enteignen, die Texte, Bilder, Filme oder Ideen produzieren. Und – hoppla – entdecken antibürgerliche Schriftsteller, Filmemacher und Künstler, dass das Prinzip Eigentum gar nicht so übel ist. Allein dies ist Grund genug, den Piraten dankbar zu sein. Sie haben im Schnellverfahren einen Denkprozess ausgelöst, den anzustoßen sich Liberale seit Jahrzehnten vergeblich bemühten.
    (Maxeiner und Miersch, WELT-Online am 06.04.2012)

  • zf.8

    @Pegg:

    Die Geräteabgabe finanziert die Einschränkungen der Urheberrechte durch die Schranken des Urheberrechts. (z.B. die “Privatkopie”)Sie wird von den Wahrnehmungsgesellschaften eingezogen und an die ihr jeweils angeschlossenen Urheber ausgeschüttet.

  • Mick

    @wirallesindurheber (29) Bitte mal Vorrechnen: welchen finanziellen Schaden erleidet Frau Schramm, wenn Sie sich ihr Buch “weil sie bei den Piraten ist” herunterladen, das Sie sich aber niemals gekauft hätten?

  • Jeff Kelly

    “Warum darf der Schriftsteller darauf keinen Anspruch haben?”

    Weil NIEMAND einen Anspruch darauf hat auf ewig von seinem gewählten Beruf leben zu können. Insbesondere wenn er ein Angebot schafft dessen Nachfrage noch nicht absehbar ist.

    Fragen sie Weber, Schuster, Löffelschnitzer, Bankangestellte, IT Experten oder jeden anderen Berufszweig deren Auskommen durch technischen Fortschritt oder soziale Veränderungen weggefallen ist oder schlicht überflüssig wurde.

    Es gibt keine Garantie dafür, dass sie mit dem gewählten Lebensweg bis zum Grabstein ein gutes Auskommen haben, ja nicht einmal, dass sie überhaupt davon leben können.

    Das nennt man Risiko der Existenz.

    Im Gegensatz zu Urhebern und vielleicht noch den Kohlebergbau verlangt aber niemand eine staatliche Garantie dafür bis zum St. Nimmerleinstag bezahlt zu werden und die Grundrechte der Bevölkerung über Bord zu werfen, selbst wenn die bisherigen Verwertungsmodelle absehbar am Bedarf der Internetgeneration vorbei gehen.

    Selbst der Weberaufstand konnte den mechanischen Webstuhl nicht verhindern, IT Outsourcing führt auch nicht dazu, dass ITler eine staatliche Beschäftigungsgarantie erhalten und Anwälten wird auch nicht staatlich eine Mindest-Nachbarschaftsstreitquote garantiert.

    Ein Leistungsschutzrecht wird die normative Kraft des Faktischen auch nicht aufhalten.

    Wenn ihr kreatives Talent keine Fans findet ist das, wie der Amerikaner sagen würde “tough luck”.

    Willkommen im Kreise der restlichen Bevölkerung, die auch keine Garantie dafür hat nächstes Jahr noch einen für den Broterwerb relevanten Skill zu haben.

    Ansonsten gibt es trotz der bösen Kopierer eine Legion an Kreativen die “Scheisse viel Geld”(TM) verdienen. Werden sie Mitglied im Club indem sie die Möglichkeiten des Internetzeitalters nutzen anstatt der Zeit des Wählscheibentelefons nachzutrauern.

  • Eric Bonacci

    Schade… aber die alte Weisheit stimmt: “Kohle frisst Hirn!”

  • zero_content

    @zero_content:
    ich muss allerdings anmerken,dass mein vater wegen einer anhaltenden auftragsflaute gezwungen war,sich ueber den zweiten bildungsweg in ein beamtenverhaeltniss zu retten und den familienbetrieb zu liquidieren.

  • Zafolo

    @Apollo: Allein die Idee, etwas, das nur durch Kommunikation – auf Deutsch: “Mit-Teilungen” überhaupt einen Wert hat, als “Eigentum” zu bezeichnen, ist erst in den letzten Jahren populär geworden.

    Siehe den folgenden Artikel von Richard Stallman:
    http://www.gnu.org/philosophy/not-ipr.html

    Und wenn allein die Herstellung eines kreativen Werkes zu einer Bezahlung berechtigt – Warum muss ich dann nicht zur Untersützung der Hersteller von Tischen eine Tischlerabgabe bezahlen, die zu 5 % an eine Mehrheit von am HUngertuch nagenden Kleintischlern und zu 95 % an einige Startischler geht?

    Und wieso ist es, auch aus dem Blickwinkel der Auskömmlichkeit, so viel erfolgreicher, wenn im Software- und IT-Bereich das Erstellen vonm Programmcodes gegenüber dem originalem Ersteller als Dienstleistung behandelt wird?

  • meckimesser

    1. Diebstahl ist und bleibt illegal

    2. Es herrscht Vertragsfreiheit zwischen Urhebern und ‘Verwertern’ (eigentliche Verwerter sind google, facebook, youtube und ähnliche monopolisten die die Werke von Urhebern verwursten mit dem einzigen Ziel Geld zu verdienen – schließlich greift auch niemand Aldi, Lidl und Tante Emma an, weil sie die Produkte der Nahrungsmittelindustirie ‘verwerten’)

    3. Wenn die Werke von Urhebern – wie gefordert – für private Nutzung frei und kostenlos soll, dann gibt es für professionelle Urheber keinen Grund mehr Werke zu schaffen ….und dann bestehe ich darauf dass jeder bei Aldi Lidl etc für den privaten Gebrauch kostenlos einkaufen können muss…. es ist genau dasselbe.

    4. Die ganzen Piraten_Trolle die den Diebstahl von geschützen Werken fordern oder gutheißen haben ein Problem: ÄTSCH … Eigentum (auch geistiges Eigentum) steht unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes … selbst wenn den Piraten Gesetzesänderungen gelingen…Karlruhe wird sie aufheben

    5. Selten hat jemand so sehr Recht gehabt wie Sven Regener

    …. to be continued

  • Zafolo

    @zero_content:

    Siehst Du! Wäre dein Vater Musiker oder Schriftsteller gewesen und bei der GEMA bzw. VG Wort affiliiert, hätte er sicher gar nicht gewußt wohin mit dem Gelf.

  • ingo

    @Chris: schlechtes beispiel. die kaufhäuser haben auf die neuen realitäzten mit ladendetektiven, überwachungskameras und warensicherungssystemen reagiert – alles dinge die innerhalb ihres ladens passieren und die man (falls man sie nicht mag) umgehen kann indem man dort einfach nicht kauft.

    was den verwertern vorschwebt ist aber quasi der IM in meinem kühlschrank, der jedesmal wenn ich die tür öffne prüft ob ich das auch alles brav bezahlt habe was ich da einsortiere, oder das rollkommando das zur wohnungsdurchsuchung anrückt wenn die kassiererin den verdacht äussert dass ich etwas in der hosentasche hätte haben können.

    die urheber täten jedenfalls gut daran sich nochmal zu überlegen worum es hier geht: die mehrzahl der leute will gar nicht den halben tag wild raubkopieren, sie will nur einfach nicht unter generalverdacht gestellt und in ihren grundrechten eingeschränkt werden, nur weil andere ihre finaziellen interessen gefährdet sehen. und ich persönlich müsste nicht lange überlegen wenn man mir die wahl liesse zwischen einem verzicht auf freiheit oder auf (professionelle) kunst, eines von beidem ist nämlich deutlich höher zu bewerten als das andere.

  • Ray

    @Jeff Kelly:

    Fand ich zwar insgesamt etwas derbe aber den bisher besten Kommentar zur Thematik. Es wirkt schon sehr paradox wie bestimmte Gruppen auf Urheberrechtsseite ( ich tue mich schwer mit Vermutungen zu Motivation bzw. Zugehörigkeit) die Mechanismen des Kapitalismus verteufeln aber strikt versuchen, ihren Standpunkt mit Argumenten zu untermauern, die demselben System entspringen.

    @Christ GENERELL führt das “fast” vor “nur” und “immer” nicht dazu, dass diese Aussagen weniger absolut klingen. Ich habe neulich erst eine Diskussion bei Kontrovers im Deutschlandfunk zum Urheberrecht verfolgen dürfen. Verwundert hat mich dabei, dass ausschließlich Künstler dort anriefen, die sich über die Gema und deren Knebelverträge beschwerten. Stefan Niggemeier war natürlich auch geladen, lobte an sich die VGWort, scheint ihr aber an sich beim Ausverkauf keine Träne nachzuweinen und alle Anwesenden (einschl. Csu-Politiker) waren sich einig darüber, dass die Geschäftsmodeller der Verw.Gesellschaften mit TotalBuyOut etc. nicht zeitgemäß seien, ebenso wie die Verwertungsmodelle überhaupt. Ich fand, da waren sich viele sehr einig, dass es so wie bisher nicht weitergehen wird und auch nicht soll, einschließlich der Künstler.

    …. Sorry für die schlechte Rechtschreibung – Smartphonenutzung.

  • Ich

    @rudram: Ich weiß ja nicht, was auf den CDs drauf ist die Sie so urheben. Bestellen werde ich sie mir jedenfalls nicht. Was soll ich mit CDs? Die Stauben nur ein und brauchen Platz im Regal. Und vor allem dauert es 3-7 Tage bis ich mir die bei der Post abholen kann.
    Wenn ich die Inhalte allerdings als MP3 bei PirateBay, Rapidshare oder auf Ihrer Homepage finden würde mit Ihrem flatr, PayPal-oder sonstwie Spenden-Button daneben würde ich sicher draufklicken.

    Genauso zahle ich gerne für Musik-Streaming-Dienste. Ich würde sogar doppelt so viel zahlen wie z.Z. wenn ich Wüsste dass das Geld bei den Urhebern ankommt und nicht unterwegs versandet.
    Aber so Leute wie der Herr Regener (oder vielleicht auch nur die Verwerter dahinter) wollen das offenbar nicht. Bei rdio kann ich einige Alben von EoC jedenfalls nicht hören, auf der Band-Webseite gibt es nur einen Teil der CDs, Keine MP3s und die CDs sind teilweise auch noch deutlich teurer als bei anderen Shops.

    Es kommt (gerade bei weniger bekannten Künstlern) auch oft genug vor, dass ich die CD kaufen würde aber dabei steht “vergriffen”. Wenn man mal davon ausgeht, dass der Urheber selber noch ein Exemplar besitzt sollte es doch ein leichtes sein die CD zu rippen und kostenlos (mit Spendenaufruf) oder meinetwegen auch für ein paar Euro als MP3-Download anzubieten. Das bringt allen Seiten auf jeden Fall mehr als zu sagen: “Ja, dieses Lied gibt es aber niemand kriegt es”.

    Dabei sollte eigentlich allen klar sein (auch @Lawblog-DasBuch), dass es nicht um die kommerzielle Verwertung geht, sondern um rein private Benutzung. Wenn jemand also ein Lawblog-Buch veröffentlicht sollte er Herrn Vetter schon daran beteiligen. Wenn ich allerdings auf meiner privaten Homepage den obigen Artikel veröffentlichte und dann auch noch die Quelle mit Link daneben schriebe hätte Herr Vetter vermutlich nichts dagegen. Im Gegensatz zu den großen kommerziellen Verwertern wäre ich sogar vorbildlich indem ich nicht einfach “Quelle: Internet” daneben schriebe.

    Ich will niemanden enteignen (außer Springer natürlich ;-). Wenn mir aber CBS nicht ermöglicht meine Lieblingsserie im Originalton gleichzeitig mit all den Leuten die in den USA leben zu sehen habe ich auch kein Problem damit, die neueste Folge “illegal” runter zu laden. Ich kann die Serie nur 3 Monate später schlecht syncronisiert oder 1 Jahr später auf DVD bekommen. Dann zahle ich aber auch keine 30€ mehr dafür. Ich habe die gefragt warum ich die Sendung nicht live sehen darf, ich würde sogar dafür bezahlen. Ich habe nie eine Antwort bekommen. Wenn jemand mein Geld so offensichtlich nicht haben möchte soll er sich nicht beschweren, wenn ich mir die Inhalte anderweitig besorge.

    Sorry, dass dieser Beitrag so lang geworden ist, aber mich regen diese Urheber inzwischen echt auf, die behaupten sie wollen doch auch Geld verdienen aber es dann nicht nehmen wenn ich es ihnen anbiete. Da gebe ich lieber denen die es brauchen und auch dann annehmen.

    Ach ja, dieser Beitrag steht unter CC0 und/oder WTFPL

  • Stuff

    Die Gleichstellung von “geistigem Eigentum” mit Eigentum an physischen Gütern und das jahrzehntelange Trommeln hiezu (“Copy kills Music”) hat zu einem Rechtsverständnis wie in
    http://www.137b.org/?p=2445
    geführt, genauer: Zu solchen Rants. Und zum Verhalten, sowas als unangemessen zu ignorieren.
    Nicht übersehen darf man, dass diverse Abgaben an Verwerter für Festplatten, Kopierer etc. letzten Endes das Eingeständnis der Undurchsetzbarkeit der jetzigen Gesetzeslage darstellt, die nun mit einer Art Strafabgabe für auch jene, die gesetzestreu sind, einhergeht. Oder man vermeint, dass im Urheberrecht niemand gesetzestreu sein kann! Weiters bedingt Aufpasserei auf Zahlen, die in sedezimaler Schreibweise zwar so 5 Mio. … 12 Mrd. Stellen aufweisen die Kontrolle aller Wege, auf die diese Zahlen übertragen werden könnten, das heisst Zöllner, Polizisten und Verkaufspersonal samt Security nicht nur auf der Strasse und in Läden, sondern auch in Telefonen, seien es Leitungen oder via Funk, dem Internet und anderen Kommunikationseinrichtungen: ZENSUR!
    Wem sowas einfällt bzw. sowas für möglich hält, längere Zeit auch noch, der hat nicht alle.
    Period.

  • Ray

    @meckimesser

    Der ganz große Fehler in Ihrer Argumentation ist, dass Sie versuchen, Gegebenheiten aus der stofflichen Welt auf das Internet zu übertragen. Aber der Reihe nach:

    1. Könnte man die Verletzung v. Urheberrechten einfach mit Diebstahl gleichsetzen, hätte der Gesetzgeber nicht die Mühen auf sich genommen ein ganzes, neues Gesetz zu entwerfen, sondern er hätte bei Diebstahl einen neuen Absatz oder Paragraphen hinzugefügt … Wenn es eben so eknfsch wäre, wie Sie das hier darstellen.

    2. Zum Generalfehler: Nahrungsmittel kann ich mir nicht draußen auf dem Feld zusammensuchen wie Beiträge oder Musik im Internet. Wenn ich das kann, dann gehe ich meistens auch raus aufs Feld und pflücke mir die Erdbeeren qualitativ hochwertigdr und billiger, als ich sie im Laden bekomme. Möchte ich das nicht gehe ich zum Verwertet Edeka etc.

    3. Nur weil Sie es dahinter schreiben, ist es noch lange nicht dasselbe. Niemand fordert ständigen, unbegrenzten, kostenlosen Zugriff. Außerdem geht es nicht darum, dass Verwertet verwerten, sondern WIE sie es tun und da stehen auch Lidl, Aldi und Konsorten unter Beobachtung (bspw.: Billigrosen aus Afrika)

    4. Das wird man sehen. Ätsch

    5. Selten war es in dieser Woche so warm, wie heute … So what?!

    Bitte nicht continuen!!!

  • SC

    @Pegg:
    Ich bezeichne das als die »erweiterte GEMA-Vermutung«, nach der davon ausgegangen wird, dass sämtliche Leermedien, Aufnahmegeräte und Vervielfältigungsmechanismen in allererster Linie dazu verwendet werden, urheberrechtlich geschützte Werke in illegaler Form herzustellen und zu verbreiten. Selbstverständlich gilt auch hier die übliche Beweislastumkehr.

    Inwiefern sind Kopierschutzmechanismen unter diesem Aspekt überhaupt noch zu rechtfertigen? Da ein Kopierschutz in DE nicht umgangen werden darf, wird dem Konsumenten damit das Recht auf die Privatkopie entzogen. Einerseits werden die zusätzlichen Kosten für den »Schutz« an den Konsumenten weitergereicht. Andererseits wird derselbe Konsument darüber hinaus dazu gezwungen, durch eine Quasi-Steuer auf Leermedien etc. eine weitere Abgabe zu leisten.

    PS: Danke für die Preistabelle.

  • earendil

    @Chris: Das Recht wurde da durchaus an die neuen Gegebenheiten angepasst. Die Strafen für Ladendiebstahl zum Beispiel sind seit Einführung der Selbsbedienungsläden m.W. wesentlich milder geworden, weil Gerichte die neuen Gegebenheiten berücksichtigten. Zudem sind die Möglichkeiten zur Durchsetzung des Eigentumsrechts begrenzt, so dürfte eine generelle Taschenkontrolle der Kunden nicht erlaubt sein. Noch weit unangemessener wäre es aber, wenn die Freiheit des Netzes der Durchsetzung von Verwertungsinteressen geopfert würde.

    @Apollo: Oh Gott, das berühmte Springer-Niveau wieder… Kulturschaffende sind also alles Linke? Danke, deutlicher kann man die Verachtung der Rechten für Kunst und Kultur nicht machen. Die können mit Kultur nur was anfangen, wenn sie entweder “klassisch” geworden ist oder wenn man damit Geschäfte machen kann. Ansonsten sind das alles linke Spinner, liberal, zersetzend, defätistisch, verjudet… ok, letzteres war früher, das hat sich ja nun mit den Nazis erledigt. Aber ansonsten haben sich die Klischees im Prinzip bis heute erhalten. Übrigens nicht nur hierzulande, Hollywood hat ja einen ähnlichen Ruf. Wenn das zutreffen würde, warum fragen sich die Konservativen eigentlich nicht mal, warum aus ihren Reihen kaum jemand in der Lage ist, Kunstwerke von Rang zu erschaffen?

    Und jetzt verteidigen diese Linken plötzlich das Eigentum? Nö, die verteidigen – auch wenn es sich tatsächlich mal um Linke handelt – ihre Revenuequellen (oder was sie dafür halten), mehr nicht. Irgendwie logisch, oder? Man stelle sich vor: Auch kommunistische Bücher, Zeitungen und Zeitschriften werden für Geld verkauft! Und zwar schon immer! Solange es nämlich keinen Kommunismus gibt, kann man ohne Geld nicht überleben, und auch kein Papier bedrucken. Ein Widerspruch zur Eigentumskritik existiert dabei nicht. Dabei geht’s nämlich um die Aufhebung des Privateigentums (übrigens nicht des Besitzes!) insgesamt, und nicht darum, dass einige aus hehren Motiven auf ihr Eigentum verzichten.

    Nun ausgerechnet aus der Verwertungsrechtedebatte ein Argument für das Privateigentum gewinnen zu wollen, ist echt haarsträubend. Kaum etwas zeigt doch den Irrsin des Eigentums so deutlich wie die juristischen Verrenkungen, die angestellt werden müssen, um unbegrenzt und nahezu aufwandslos vervielfältigbare Güter künstlich zu verknappen, damit deren Schöpfer ein Auskommen haben.

    @meckimesser: Nach Punkt 1 braucht man bei dir gar nicht weiter lesen. Wer Urheberrechtsverletzungen und Diebstahl in eins setzt, hat sich eh aus der ernstzunehmenden Debatte verabschiedet.

  • zero_content

    “Im angloamerikanischen Raum wird eher der gesellschaftliche Nutzen bzw. Schaden, der beim Diebstahl geistigen Eigentums und der Verletzung von Copyright-Bestimmungen entsteht, diskutiert. Im Gegensatz dazu werden die Rechte am geistigen Eigentum in der Tradition der kontinentaleuropäischen Länder eher als grundlegende Persönlichkeitsrechte verstanden”(zitat:intrnt)

  • Telperion

    @Drachenstein:

    Nicht die Abmahnindustrie bringt die Anwälte in Verruf; das machen die schon selber, indem sie für die Abmahnindustrie arbeiten.

  • till

    Was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen?

    * Mensch schafft mit Investition in Talent, Geduld, Kenntnis, Kampf gegen inneren Schweinehund etwas

    * Mensch unterbreitet selbst oder mittels eines Helfers – aka “Verwerter” – ein Angebot an seine Mitmenschen:
    Willst Du das Ergebnis hören / lesen / sehen, dann will ich bitte Betrag x

    * Mitmensch nimmt an und zahlt
    ODER
    * Mitmensch nimmt nicht an und zahlt nicht

    Wie immer man den Casus nennen will, wenn der Mitmensch goutiert, aber nicht zahlt – Diebstahl, Unterschlagung, Erschleichung – es ist und bleibt unrecht.

    Und was das Aufbegehren der hehren Robin-Hood-Piraten gegen die ach so jahrelange Abzocke über ein einmal geschaffenes Werk angeht: in meinem ausgedehnten Freundes- und Bekanntenkreis gab es dutzende Fälle, in denen Leute in Abmahnverfahren verstrickt waren. In nicht einem einzigen Fall ging es um Material, das zum entsprechenden Zeitpunkt älter war als ein Jahr.

  • Jacques

    Warum singt Ihr nicht gleich die Internationale?

    Denn darum geht es doch – um eine Konfrontation der Gesellschaftsmodelle. Die Novellierung des Urheberrechts ist lediglich ein Feigenblatt für Euch, ein Vehikel, um absurde Vorstellungen von egalisierender Gerechtigkeit zu verwirklichen – wie bei jeder linken Revolution zu Lasten derjenigen, die Werte geschaffen und sich damit aus dem behaupteten Proletariat herausgelöst haben. Dafür ist Euch jedes Mittel recht, bis hin zur Verunglimpfung und Herabwürdigung des vermeintlichen Feindes. Die “Netzgemeinde” ist allzu oft nur eine selbstgerechte Clique neosozialistischer Romantiker, die mit ideologischen Schlagworten wie Netzneutralität und Zensurfreiheit umgeht wie die ehemaligen Ostblockstaaten mit den Begriffen Bruderland und Klassenkampf – jede Kritik daran ist eine Kriegserklärung. Man sollte meinen, die Geschichte hätte Euch belehrt, aber offenbar bedeutet Netizen zu sein, dass man sich die Zukunft aus halbgaren Erlösungsfantasien zusammenreimt.

    Und Ihr Wikipedia-Amateure wollt für die Kunst sprechen? It’s not your business.

  • Kusi

    Die ganze Diskussion ist doch Schwachsinn!

    1) Das Urheberrecht soll nicht abgeschafft werden, sondern so geändert, dass es sich den Lebensumständen anpasst (wie das bei Gesetzen immer der Fall sein sollte!).

    2) Ein alternatives Modell könnten eine Kulturflatrate sein, bei der am Ende die Autoren genauso ihr Geld bekommen. Von der Enteignung der Urheber kann nicht die Rede sein.

    3) Bildung und Forschung sind frei. Besonders Ergebnisse die zum größten Teil aus Steuermitteln finanziert wurden (und nicht nur als Kredit), sollen den Bürgern im vollen Umfang und zur freien Nutzung zur Verfügung stehen. Er hat ja bereits dafür gezahlt.

    Solange diese Grundlegenden Fakten ausgeblendet werden, erübrigt sich auch eine Diskussion.

  • kaputnik

    @48 chris
    Mit Einführung der Kaufhäuser kam niemand auf die
    Idee zu sagen: “Und es ist durchaus nicht vermessen
    und schon gar nicht illegal zu fordern, dass sich das
    Eigentumsrecht an die Gegebenheiten der neuen
    Einkaufswelt anpassen soll und nicht umgekehrt.”

    dieser verglwich ist immer Unsinn:
    a) im Laden + Kaufhaus geht es um wegnehmbare Dinge.
    b) das Internet war vorher da. es ist als Informationsnetz entwickelt. zum kaufhaus soll es gemacht werden weil wir dem Wachstumsgut huldigen und weil das wichtiger als Freiheit genommen wird.

  • Duddley

    This is the future of music
    (und wahrscheinlich auch fuer andere Urheber interessant)

    http://www.theverge.com/2012/5/4/2998243/amanda-palmer-kickstarter-music-record

  • Hans Retep

    Vielleicht sollte man versuchen, anstatt sich gegenseitig Kampfbegriffe und “Maximalforderungen” an den Kopf zu werfen, erstmal festzulegen, was die drängendsten Probleme sind. Ich sehe zwei: Auf der einen Seite Internetnutzer, die sich einen Sch…dreck um Rechte anderer kümmern. Auf der anderen Seite die privatisierte Bestrafung der Übeltäter durch Abmahnfolter. Dafür intelligente Lösungen zu finden, würde die Debatte weitgehnd beruhigen und mann könnte sich daran machen, eine Reform des Urheberrechts im internationalen Maßstab anzustoßen, denn das wird auch gerne vergessen: Deutschland ist keine Internetinsel. Egal welche radikalen Änderungen am Urheberrecht man vornimmt, sie können nicht funktionieren, wenn die Sache nicht international geregelt ist.

  • Mario

    Apropo Urheber, mich würde mal erstens interessieren, wieviele Urheber von Büchern ihre Bücher mit Word schreiben und dann würde mich zweitens interessieren, wieviele von denen sich denn Word auch gekauft haben? Genauso bei den noch “kleinen Musikern”, benutzt ihr IMMER legal erworbene Software? Ich dachte immer, daß man sich als noch “kleiner Urheber” diese gar nicht leisten kann.

  • gerhardq

    Welche eine Diskussion.
    Vielleicht sollte man die Frage einmal umdrehen. Was erwarten wir als Gesellschaft von Urhebern? Wollen wir, daß nur einige wenige Topverdiener den Markt bestimmen und die Mehrheit der Künstler am Hungertuch nagt? Wenn es das ist, was wir wollen, dann müssen wir das Urheberrecht weiter verschärfen und Verstöße mit harten Sanktionen belegen.
    Wollen wir aber eine Gesellschaft mit einer Vielfalt an künstlerischen Leistungen und mit Künstlern die von ihren Leistungen leben können. Wenn wir also in unserer Gesellschaft eine große Vielfalt wollen, dann müssen wir das machen, was Deutschland zu seiner literarische Hochzeit gemacht hat – das Urheberrecht deutlich abschwächen.

    Ein weiterer Punkt ist die ständige Verwechslung von Urhebern und ihren Rechten mit den Verwertern. Die Verwerter haben ein ureigenes Interesse daran, den Markt zu kontrollieren und eine wirkliche Vielfalt zu vermeiden. Sie können damit der Mehrheit der Künstler einen Hungerlohn bezahlen und mit den wenigen reichen Künstlern argumentieren, daß sie ihre Arbeit ja nur für das Wohl der Künstler machen.

    Wie würde das Urheberrecht aussehen, wenn alle Verwerter gezwungen würden, jedem Künstler, den sie vertreten, einen Mindestlohn einschließlich der Sozialversicherung zu bezahlen?

  • hö?

    > Ihre “Kollegen” sind Schuld am sozialen Unfrieden, nicht die Urheber!!!!! ”

    Ja moment – sie nutzen eine Fehler des Systems. Wenn irgendwo ein parkverbot sinnvoll wäre, es aber nicht ausgewiesen ist und jemand seinen LKW dort abstellt – wer ist dann Schuld?
    Der LKW Fahrer ist sich vielleicht bewußt dass das jetzt nicht optimal ist – aber hey – ist doch nicht verboten …

  • hö?

    > “Bildung und Forschung sind frei. Besonders Ergebnisse die zum größten Teil aus Steuermitteln finanziert wurden (und nicht nur als Kredit), sollen den Bürgern im vollen Umfang und zur freien Nutzung zur Verfügung stehen. Er hat ja bereits dafür gezahlt.”

    Das bedingt, dass Unis keine Erfindungen/Patente mehr anmelden dürfen. – Teils ist das aber die Grundlage für SpinOffs und Existentgründungen aus der Uni heraus …
    Nein – ich bin kein Freund von Uni-Patenten – aber das gilt es bei der Sache schon zu bedenken. SOOO einfach ist es also nicht

  • Der Copytexter

    Herr Vetter, der Text, den Sie da mit der Spitzfindigkeit eines Juristen sezieren, ist kein anwaltliches Schreiben, sondern ein emotionaler, an die breite Öffentlichkeit gerichteter Appell von Personen einer Berufsgruppe, die sich tagtäglich von Halbwüchsigen, Möchtegern-Piraten und Alleshabenwollern anhören müssen, dass ihr Talent, ihre Ideen und ihre kreative Arbeit einen Dreck wert sind.

    Nicht etwa, weil kein Bedarf mehr an ihren Werken bestünde. Nein, die Damen und Herren Künstler sollen sich bitteschön weiter schöne Songs, Filme und Bücher ausdenken und „die Industrie“ soll gefälligst deren Produktion weiter finanzieren – nur Geld sollen sie dafür eben nicht mehr verlangen dürfen. Weil: „Früher waren Künstler auch arm!“ (sic!)

    Und alles, was Ihnen zu diesem moralischen, logischen und ökonomischen Unfug einfällt ist, die Betroffenen noch zu vehöhnen und dafür zu kritisieren, dass sie sich zu wehren versuchen, dabei die angeblich falschen Begriffe verwenden und in Ihrem Appell nicht auf sämtliche Aspekte des digitalen Lebens eingehen, also zum Beispiel auch nicht auf das einträgliche Abmahngeschäft Ihrer Berufskollegen, Herr Rechtsanwalt.

    Ich habe Sie offenbar bisher überschätzt. Ihr ganzes Statement, das in dem albernen Schlusssatz von der Systemrelevanz gipfelt, klingt für mich wie ein Schrei nach Anerkennung. Er wird Ihnen sicher neue Follower bei Twitter einbringen.

  • affenärschle

    @rudram:

    und zu 3: natürlich zahlen Urheber Steuern auf ihre Tantiemen und zwar vom 1. Tag an.
    Nicht nur das: wenn man als Musiker einen Hit hat und 1 Mio einnimmt, kommt gleich der Fiskus und will Vorsteuer :-) Wo lebt Ihr alle eigentlich? Im usenet-Vakuum?

    Lieber rudram, Sie verwechseln hier aber leider Substanzsteuer mit Steuern auf Einkünfte – ein Kardinalfehler !

  • affenärschle

    @Pegg:

    Was ich mich bei dieser ganzen Diskussion seit Jahren frage ist, warum eigentlich ein Pauschalbetrag in Höhe von z. B.:

    CD-Brenner: 8,70 €
    DVD-Brenner: 10,68 €
    MP3-Player: 2,56 €
    Tonbandgeräte: 1,28 €
    Bildaufzeichnungsgeräte: 9,21 €
    Tonträger: 0,0614 €/h
    Bildträger: 0,0870 €/h
    Digitale Speichermedien (Speicherkarten, USB-Sticks u. ä.): 0,10 € pro Medium.
    Externe Festplatten mit einer Speicherkapazität < 1 TB: € 7,00 €
    Externe Festplatten mit einer Speicherkapazität ≥ 1 TB: € 9,00 €

    Solltes du aus Versehen in Österreich eine Sat-Receiver kaufen, kommt noch Künstlersozialversicherungsabgabe 10,46 € hinzu …

  • maSu

    Ich habe mir dieses “wir sind Urheber” angeschaut. erwartet habe ich einen langen und argumentativ hochwertigen Text.

    Was ich dann jedoch lesen musste, das wäre sogar von der BILD an Trivialität, Argumentfreiheit und Ignoranz nur schwer zu unterbieten gewesen.

    Ich bin erschüttert. Wenn “die Urheber” nicht in der Lage sind, ihren Standpunkt detaillierter darzustellen, dann wirft das mMn auch kein gutes Licht auf ihre sonstige geistige Arbeit.

    – Das System der GEMA ist hochgradig unfair und korrupt (nur die, die von der GEMA am meisten Geld erhalten dürfen mit ihrer Stimme mitbestimmen wer wie viel Geld bekommt… korrupter geht es nicht).

    – Kleine Künstler bzw. solche, die nicht den Mainstream bedienen werden von der GEMA massiv benachteiligt.

    – Das System der GEMA erlaubt es auch nicht, das ein Künstler ein Lied im Internet kostenlos anbietet. Ist der Künstler in der GEMA dann muss der Künstler dafür Geld bezahlen, dass er sein Werk kostenlos anbietet. Wie bescheuert ist das denn?

    – Große Labels sollen angeblich statt je Lied nur je verkauften Tonträger anteilig an die GEMA zahlen, was natürlich billiger ist.

    – Das Urheberrecht widerspricht der Lebenswirklichkeit vieler “digital natives”. Man darf noch nicht einmal ein Video von sich machen, wie man sein Lieblingslied nachsingt, bzw. darf dann direkt mit der Abmahnung rechnen.

    – DRM ist ein Unding, ein Monster, das Verbraucher permanent in den Hintern tritt und wer sich dafür nicht auch noch bedankt bekommt preislich hoch dotierte Post vom Anwalt.

    – Das Recht auf Privatkopie wird durch “dieses Medium ist durch einen Kopierschutz geschützt” faktisch ausgehebelt.

    Ich pers. bin ja schon froh, wenn ich ein Lied/Film/Spiel kaufe und es dann wirklich “besitze” und nicht nur “temporäre Nutzungsrechte” erhalte… als Verbraucher kann man sich da nur verarscht fühlen. Aber gut, die Leute da in ihrem Elfenbeinturm sind entweder nicht in der Lage das zu verstehen oder nicht willens.

  • GUFSZ

    Das Urheberrecht ist eine historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit gegen feudale Abhängigkeit.

    Das stimmt musikgeschichtlich betrachtet schon. Bach musste, weil er eine Anstellung am Hofe oder bei der Kirche hatte, sich die Art des Werkes vorschreiben lassen. Eine musikalische Existens als Komponist ausserhalb dieses Systems war fast unmöglich, weil man seine Kompositionen sonst nicht verwerten konnte.

    Dadurch dass es möglich wurde, seine Werke selbst zu vermarkten, konnte der Komponist selbstbestimmter arbeiten.

    In der Musikgeschichte wird dies als Gewinn betrachtet.

  • affenärschle

    @Jacques:

    Die Novellierung des Urheberrechts ist lediglich ein Feigenblatt für Euch, ein Vehikel, um absurde Vorstellungen von egalisierender Gerechtigkeit zu verwirklichen – wie bei jeder linken Revolution zu Lasten derjenigen, die Werte geschaffen und sich damit aus dem behaupteten Proletariat herausgelöst haben.

    Ja, schon klar.
    Die “Künstler” schaffen “Werte” ja auch alle aus dem “Nichts”: sitzen ihr Leben lang in einer Höhle, ohne Beziehung zur restlichen Welt und “schwupp” ist eine neues Buch entstanden.
    nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Man sammelt Input, “Inspiration” aus seinem Umfeld, verwurschtelt es zu etwas anderem und beindruckt damit (mal mehr mal weniger) seine Mitmenschen.
    Aber auf die Idee, dafür seine “Tipgeber” dafür zu entlohnen ist noch keiner gekommen.
    Ist also imho schon legitim, die Allgemeinheit angemessen am Ergebnis zu beteiligen…

  • tg

    @affenärschle

    Aber auch das ist nicht korrekt.
    Wenn ich etwas Erschaffe, dann habe ich meistens ein Ziel.
    Der Weg zu diesem Ziel ist an finanzielle Lasten gebunden.

    Somit geht es praktisch einher:
    Wenn ich etwas Erschaffe, dann sollen zumindest die Erschaffungskosten von den Nutzern gedeckt werden.
    Wenn das nicht der Fall ist, mache ich Minus und gehe pleite.

    Aus anderen Gründen bringe ich kein Werk in den Verkauf.
    Und das ist auch in Ordnung. Wer etwas erschafft, sollte vom Nutzer entlohnt werden.

    >>Aber der hat die Idee von seinem Umfeld…so steht es doch auch auf Seite 1!. Er sollte es daher kostenlos zur Verfügung stellen! Oder zumindest viel günstiger!<<

    Alles schön und gut, nur:
    Wenn alles was ich erschaffe gleich jedem kostenlos zur Verfügung gestellt wird, dann habe ich keinen Antrieb etwas zu Erschaffen.
    Und fals ich doch etwas erschaffen sollte, bin ich halt selbst Schuld.

  • Tom

    Eines kommt mir an dieser Diskussion komisch vor. Es wird oft davon gesprochen, dass ein Urheber das Recht habe, für seine Arbeit entlohnt zu werden, weil er sich dafür oft viele Jahre abrackern musste.

    Also wir leben hier ja in einer freien Marktwirtschaft. Jeder kann ein Unternehmen gründen und versuchen Profit zu machen. Wer es versucht, hat aber durchaus keinen rechtlichen Anspruch darauf, es zu schaffen. Und es gehen ja auch genug Unternehmen pleite. Hat sich von denen schonmal jemand beklagt, dass sie von der Gesellschaft nicht ordentlich bezahlt worden sind, wo sie sich doch jahrelang den “Ar…” aufgerissen haben?

    Unter dem Strich sind Urheber Unternehmer. Meistens jedenfalls (Ausnahme wäre z.b. ein angestellter Journalist), aber hier geht es ja momentan eher um Buchautoren. Ein Autor beschliesst aus freien Stücken, etwas “zu unternehmen” – nämlich ein Buch zu schreiben. Keiner zwingt ihn dazu und daraus ergeben sich auch keine Rechte oder Ansprüche. Man nennt das unternehmerisches Risiko. Es kann klappen und er schafft es, davon leben zu können, oder es klappt nicht. Die Ursachen warum Unternehmen nicht erfolgreich sind, sind bekannt, das ist bei einem Autor auch nicht anders: falsche Zielgruppe, schlechte Qualität, Thema verfehlt, was weiss ich.

    Und all das weiß jeder Sechstklässler. Es ist ein Risiko, welches man bewusst eingeht. Daher kann ich nicht nachvollziehen, wieso manche Urheber für sich irgendwelche Rechte reklamieren, dass sie bezahlt werden müssen. Von wem denn? Geld bekommt man in einer freien Marktwirtschaft eigentlich nur, wenn man es geschafft hat, sein Produkt erfolgreich am Markt zu plazieren. Schafft man es nicht, kriegt man kein Geld. Punkt.

    Vielleicht sollten diese jammernden “Urheber” lieber mal ein bischen lesen, ich empfehle Atlas Shrugged von Ayn Rand. Das mag ideologisch nicht jedem in den Kram passen aber es verdeutlicht wie Marktwirtschaft funktionieren sollte.

    Ich selber schreibe auch gerade ein Buch. Sitze seit Monaten dran und habe noch viele Monate vor mir. Ich tue das nebenher, neben Arbeit, Familie uvm. Und mir ist glasklar, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich damit mal irgendwann Geld verdienen kann, im Promillebereich liegt. Und mir ist es egal. Denn warum schreibe ich denn? Um reich zu werden? Oder berühmt? WTF! kann ich da nur sagen. Man schreibt, weil man was zu sagen hat. Wenn man am Ende damit Geld verdienen kann – fein. Und wenn nicht – dann hat man zumindest einen bleibenden Wert hinterlassen. Mir reicht das als Motivation jedenfalls völlig aus.

  • ChriDDel

    Falls es noch nicht erwähnt wurde.
    Die GEMA behält 2/3 der einnahmen für sich.

    2010 hatten die über 860 Mio EUR Einnahmen
    und haben 299 Mio EUR an die Urheber ausgeschüttet.

  • Der Copytexter

    @ Tom (85):

    „Also wir leben hier ja in einer freien Marktwirtschaft.“

    Eben. Und genau das fordern die Künstler auch für sich. Sie wollen das Risiko des Scheiterns ja gerne weiterhin eingehen, erwarten aber, dass auch die Chancen erhalten bleiben.

    Es ist genau umgekehrt: Es sind die Urheberrechtskritiker, die das Prinzip von Angebot und Nachfrage, Erfolg und Misserfolg für Künstler und ihre Werke in Frage stellen. Stichwort „Kulturflatrate“.

    An solchen Statements sieht man, welch absurde Blüten die Diskussion treibt.

  • Heike Rost

    Zu Kommentar 86: https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Presse/Publikationen/Geschaeftsbericht/geschaeftsbericht_2010.pdf
    Einnahmen 863 Mio €, Verteilungssumme 735 Mio €, Kostensatz 14,7% im Jahr 2010.

  • Der Copytexter

    @ ChriDDel (86):

    Oder auch: http://de.wikipedia.org/wiki/GEMA#Jahre_2000_bis_heute

    Wobei mir immer noch nicht klar ist, was der Verteilungsschlüssel einer Verwertungsgesellschaft überhaupt mit dem Urheberrecht zu tun hat.

  • Kommentator

    @rudram: Das macht der Produzent einer patentrechtlich geschützten Sache aber auch. Ich weiß gerade nicht, ob der seine Patentgebühren von diesen Steuern dann absetzen kann, aber darüber könnten wir bei Künstlern dann ja auch reden.

    Ganz einfach:
    Urheberrechtsschutz kostet ab sofort 40€ Anmeldegebühr um erstmal 10 Werke melden zu können, weitere 20€ per zusätzlichem Werk.
    Wer per Recherche vorprüfen lassen will mit seinem Werk keine bestehenden Urheberrechte zu verletzen, zahlt Rechercheantragsgebühr 250,00 Euro sowie eine Prüfungsgebühr nach gestelltem Rechercheantrag 150,00 Euro. Wer sowieso weiß, dass er auf jeden Fall prüfen lässt, zahlt einfach direkt Prüfungsgebühr ohne vorherigen Rechercheantrag 350,00 Euro.
    Wer sein Werk mehr als 2 Jahr schützen will, zahlt:
    Jahresgebühr 3. Jahr 70,00 Euro
    Jahresgebühr 4. Jahr 70,00 Euro
    Jahresgebühr 5. Jahr 90,00 Euro
    Jahresgebühr 6. Jahr 130,00 Euro
    Das wäre jetzt natürlich ausschließlich für den Schutz innerhalb von Deutschland.

    Das klingt zu viel? Komisch: http://www.dpma.de/patent/gebuehren/index.html

  • Finne

    Ja und ich erinnere mich an eine Charlotte Roche, um 2002 herum, in ihrer Sendung Fast Forward auf Viva, die ich sehr gerne geschaut habe. Damals, als ich noch ins Fernseh guckte und es noch sowas wie Musikfernsehen gab.

    Tja und in einem der Interviews kamen amerikanische Serien zur Sprache. Frau Roche erzählte, dass sie ja total auf “6 Feet Under” steht. “Die läuft hier doch noch gar nicht”, sagte da der Gast. Ja und was antwortete Frau Roche? “Ja, die lasse ich mir immer von ‘Freunden’ aus den USA ‘schicken’ *hust*hust*” – und alle wussten, was sie eigentlich meinte.

    Ja so war das. Ich erinnere mich so gut daran, weil ich die letzten 10 Jahre gedacht habe: “Ja, die Roche, die hat’s offensichtlich verstanden” – wie man sich doch (ent)täuschen (lassen) kann.

  • Gunnar

    @Jacques:
    Wer Netzneutralität für einen “ideologischesn Kampfbegriff” hält, sollte besser ganz schnell den Rechener ausschalten … und dafür das Hirn an..

  • Tom

    @Copytexter: da muss ich widersprechen. Alleine hier in den Kommentaren wurde mehrfach geschrieben, dass Urheber ein “Recht hätten, bezahlt zu werden”. Dieses Recht haben sie nicht. Wenn ich einen Arbeitsvertrag unterzeichne, habe ich das Recht, bezahlt zu werden. Oder wenn ich einen Vertrag mit einem Verwerter unterzeichne, habe ich dieses Recht. In letzterem Fall aber gegenüber dem Verwerter und zu dessen Bedingungen, die mir auch vorher bekannt sind. Ich habe dann immer noch kein Recht, von der Allgemeinheit bezahlt zu werden.

    Und “Urheberrechtskritiker” gibt es nicht. Die Leute kritisieren nicht das Urheberrecht als solches, sondern wie die Verwerterlobby und die Politik damit umgeht, sie kritisieren, dass ganze Bevölkerungsteile unter Generalverdacht gestellt werden, dass zahlende Kunden wie potentielle Verbrecher behandelt werden, Stichwort DRM. Und in dieser Diskussion geht es ohnehin gar nicht um das Urheberrecht, das steht völlig ausser Frage. Es geht um das Kopierrecht. Denn Kopieren != Diebstahl. DAS ist es, was kritisiert wird. Und die Kulturflatrate ist ein Verhandlungsangebot, ein Entgegenkommen, ein Vorschlag zur Güte. Kein Infragestellen der Marktwirtschaft.

    Kein Mensch will, dass Autoren oder Komponisten nicht bezahlt werden. Aber darum müssen sie sich selber kümmern. Wie das eben so ist in einer Marktwirtschaft. Und nicht nach dem Staat schreien und jammern. Die Welt hat sich geändert und die Urheber müssen sich anpassen. Da hilft kein Jammern. Und es gibt reichlich Beispiele, dass das heutzutage durchaus möglich ist, neue Wege zu gehen. Nur ein Beispiel: “Iron Sky”. Ein Teil der Finanzierung wurde von Bürgern getragen (Crowdfunding nennt man das). Und zwar von den gleichen Bürgern, die von der Verwerterlobby allweil als Räuber und Diebe beschimpft werden.

    Unterm Strich ist das eine Lüge, so einfach ist das. Es ist schlicht gelogen, dass die Leute für Kultur nichts bezahlen wollen. Doch, das wollen sie. Aber sie wollen, wenn sie zahlende Kunden sind, auch als solche behandelt werden. Mit Respekt und Freundlichkeit. Das ist nicht allzu viel verlangt. Aber die Verwerter leben noch immer im zwanzigsten Jahrhundert und haben noch nicht begriffen, warum ihnen die Felle wegschwimmen (Deshalb: http://theoatmeal.com/comics/game_of_thrones). Deshalb behandeln sie ihre bestehenden und potentiellen Kunden wie verdächtige oder schon überführte Täter.

    Und in DIESEM Ton muss man sich als Bürger nicht anherrschen lassen. Es ist beleidigend und entwürdigend. Und entsprechend ist die Antwort. Wie man in den Wald hinein ruft und so…

  • _Flin_

    Gesamtwirtschaftlich bescheidene Interessen? Herr Vetter, da haben Sie aber nicht genug recherchiert.

    – Musikindustrie: 1,5 Mrd. €
    – Filmindustrie: ca. 2,5 Mrd. €
    – Fernsehsender: ca. 4 Mrd. € (zzgl. ÖR)
    – Buchhandel: ca. 10 Mrd. €
    – Zeitungsverlage: ca. 8,5 Mrd. €
    – Softwareindustrie: ca. 17 Mrd. €

    Sind zusammen 43,5 Mrd. €.
    Das ist kein Pappenstiel.

  • Eric Bonacci

    Hallo Ihr Urheber,
    warum lasst Ihr Euch von der Verwertungsindustrie eigentlich so instrumentalisieren? Ist es denn so schwer zu verstehen, dass Euch niemand Eure Tantiemen oder sonstigen Entgelte streitig machen will – auch nicht die Piraten???

    Hier geht es doch alleine darum ob Ihr weiter wie Lemminge der Verwertungsindustrie folgen und die bestimmen lassen wollt, wer, wann und wie viel vom Kuchen abbekommt. Wo bitte ist denn Euer selbstgerechter Aufschrei für alle die unter Euch, die nicht von dem Leben können, was ihnen die Verwerter gnädigerweise überlassen?

    Wo bleibt da Euer Gefühl für Gerechtigkeit?

    Bemerkt Ihr denn in Eurer künstlichen Erregtheit gar nicht, dass wir die Kunden sind und GEMA und Konsorten schlicht nur ihr Monopol behalten wollen. Denen geht es nicht um Eure Kunst und Euer Urheberrecht, sondern ausschließlich darum, die Fäden in der Hand zu behalten?

    Habt Ihr immer noch nicht gecheckt, dass die Verwertungsindustrie das Internet nur deshalb reglementieren will, damit Sie die Macht über die Vertriebskanäle EURER Güter behalten will und weil sie das nicht offen zugeben kann, stattdessen vorgibt das Urheberrecht schützen zu wollen???

    Seid Ihr wirklich so naiv zu glauben das wir – die Menschen die Eure Kunst konsumieren, verbreiten und erst wertig machen – es weiter zulassen werden, dass uns in der digitalen Gesellschaft weiter eine kleine mafiöse Verteilerbande vorschreiben will, wie wir zu leben haben???

    Genügen Euch wirklich die paar “Krümmel” die Euch die Verwerter überlassen und von denen die meisten von Euch gar nicht leben können, dass Ihr sklavisch das Lied dieser Lobbyvereinigung pfeifen müsst? Wo bleibt denn da Euer Stolz?

    Wacht endlich auf und merkt wessen Ring ihr durch die Nase gezogen bekommen habt, merkt wer die Fäden zieht, an denen Ihr wie rückgratlose Handpuppen durch das Märchen vom vermeintlichen “Urheberrechtschutz” gezogen werdet!

  • urhebenmachtspaß

    Vielleicht leiden die Unterzeichner des Appells unter dem Stockholm-Syndrom. Opfer von Geiselnahmen neigen dazu, ein positives Verhältnis zu den Entführern aufzubauen. Sie beginnen nach einiger Zeit, mit den Tätern zu sympathisieren und kooperieren. (siehe zur Definition Wikipedia).

    Bei mir ist das nicht passiert. Ich habe einige Bücher geschrieben und bekomme von den Verlagen zum Teil nur ein paar Cent von jedem verkauften Exemplar. Ich weiß genau, dass deren Interessen nicht meine sind.

    Deshalb bin ich froh, dass jetzt endlich die Möglichkeit besteht, auf der eigenen Website oder bei entsprechenden Anbietern eBooks zu veröffentlichen. Das lohnt sich für die Autoren und Leser. Dass Verlage, LIteraturagenturen und Buchhändler, die bisher prächtig an dem alten System verdient haben, nicht kampflos abtreten, ist doch klar. Hilft ihnen aber nicht (siehe Musik- und Fotoindustrie).

  • Sebastian

    @Copytexter: Na ja, das Geld aus einer Kulturflatrate müsste doch in irgend einer Form erfolgsabhängig an die Kulturschaffenden verteilt werden, oder?

    Bei den Kampagnen pro Urheberrecht klingt es halt oft so, als glaubten Künstler, sie hätten ein Recht auf ein Einkommen. Aber ein Bäcker hat ja auch kein Recht darauf, dass ich bei ihm kaufe. Nur wenn ich seine Brötchen esse, hat er ein Recht darauf, dass ich sie auch bezahle. Das ist ein feiner Unterschied.

    Der Gedanke an Angebot und Nachfrage kommt auch ein bisschen kurz in dem Sinn, dass immer auf Recht und seine Durchsetzung und die Erhaltung des Bestehenden gepocht wird, man aber überhaupt nicht darüber nachdenkt, wie man eventuell Angebote schaffen könnte, die unter den aktuellen Bedingungen marktfähig sind. Man wird permanent dafür beleidigt, dass man sich aktuelle Filme, Serien oder Musik runterladen will, anstatt dass die riesigen kommerziellen Chancen gesehen würden, die in dieser Nachfrage liegen. Auch für Konsumenten sind illegale Plattformen alles andere als ideal. Man bekommt nicht unbedingt das, was man sucht, man bekommt es nicht unbedingt sofort, man muss Viren etc. befürchten, man wird mit nerviger Werbung bombardiert, man hat keine Gewähr bezüglich der Qualität der Inhalte und man muss Strafverfolgung fürchten. Hier etwas besseres anzubieten, mag nicht so einfach sein, aber damit wäre allen gedient. Stattdessen wird geschimpft und nach der Polizei gerufen. Und dass Leute wie Charlotte Roche, Roger Willemsen und Daniel Kehlmann noch nicht mal die Notwendigkeit einer Güterabwägung sehen, wenn mittellose Nutzer durch absurde Schadensersatzforderungen plattgemacht werden und eine Totalüberwachung des Internetverkehrs nötig wäre, um ihr Einkommen zu sichern, ist einfach nur traurig.

  • affenärschle

    @tg:

    Wer etwas erschafft, sollte vom Nutzer entlohnt werden.

    Ich sprach ja nicht von gratis (umsonst ist ja vieles) sonden von angemessen. Als Beispiel für “angemessen” hier ein paar Zahlen…

    Umsatzrendite für Unternehmen aus dem Bereich der “geistigen Eigentümer”
    Bertelsmann: 19%
    Springer: 14%
    Microsoft: 40%
    Oracle: 24%
    Disney: 17%

    zum Vergleich produzierende Unternehmen:
    Nestle: 8%
    Volkswagen: 8%
    Alcoa: 5%
    Porr Bau: 1%
    Siemens: 8%

  • nnoiz

    Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant.
    ok, vielleicht, aber dann stimmt schon mal eure gitarren…

  • Nadine Englhart

    @p90:

    Wenn mir ein Haus gehört muss ich Grundsteuer etc bezahlen und wenn eine neue Straße gebaut wird auch zur Kasse gebeten. Warum gibt es das nicht für geistiges Eigentum? So 7 Jahre (von mir aus auch Länger) Schonfrist, spätesten dann muss man es Anmelden und Steuern drauf zahlen oder es abgeben.

    Ich bin immer davon ausgegangen, daß sich die Verpflichtung, Steuern zu zahlen, aus einem wie auch immer gearteten Vorteil ergibt (ich muß keine Miete zahlen, ich nutze die Straße). Wenn ich also ein Gedicht schreibe und in die Schublade stecke, es also nicht anbiete, dann habe ich mir mit dem Schreiben des Gedichts höchstens Lebenszeit abgeknapst, die ich auch zur Erwerbsarbeit hätte nutzen können. Woraus ergibt sich also mein Vorteil, aus dem sich eine Verpflichtung zur Steuerzahlung oder zur “Abgabe” meines Gedichts (an wen? an Sie etwa?) ableiten ließe?

  • affenärschle

    @Nadine Englhart: Denke p90 geht schon von einer veröffentlichung aus…Sie jönnen ja auch eine KFZ besitzen ohne KFZ Steuer zu bezahlen…so lange es nicht angemeldet ist.

  • InGo

    Wenn ich eine Leistung erbringe, will ich, sobald jemand diese Leistung in Anspruch nimmt auch entlohnt werden. Und zwar finanziell. Wenn meine Leistung keiner haben will, Pech gehabt, muss ich mit anderen Dingen mein Geld verdienen.

    Wenn ich, um meine Leistung zu bewerben, damit wirklich jemand diese Leistung in Anspruch nimmt, einen Dritten damit beauftrage, sich darum zu kümmern, ist das meine Sache.

    Wenn dieser Dritte sich so entwickelt, dass derjenige einfach alle Leistungsbringer vertritt, und aufgrund von schwieriger Überprüfungsmöglichkeiten der Leistungsnutzungen, pauschale einnimmt und ausgibt, so ist das auch das Geschäft des Dritten.
    Und wenn dann das Internet für alle kommt, ist es immer noch so, dass ich auch dort Geld für meine dort genutzte Leistung haben möchte und das ich mich auch dort von einem Dritten vertreten lassen kann.
    Und wer meine Leistung kopiert, muss mir dafür etwas zahlen bzw. wenn er etwas weiterverwertet und dort selber Gewinne erwirtschaftet, stehen mir die Gewinne zu.
    Internet ist wie Fernsehen ist wie Zeitung ist wie öffentliche Feiern ist wie…. alles andere auch.
    Urheberrecht ist die Freiheit des Schaffenden und berührt nicht die Freiheit des Nutzenden, wenn er dafür bezahlen muss.

    Viel wichtiger wäre es, bestimmte Auswüchse des Verhaltens zu regulieren: Das Abmahngebaren der Rechtsanwälte, die Höhe der Gebühren der Verwertungsgesellschaft.

  • kaputnik

    @affenärschle:
    “zwangsabgabe”

    Auf die Frage, warum denn Zwangsabgabe bei gleichzeitigem Kopierverbot, wurde im Rahmen der Urheberrechtsdiskussion noch von niemanden der “Urheber”/Verwerter-Seite eingegangen :)

  • R.A.

    Das Urheberrecht soll nicht abgeschafft werden, sondern so geändert, dass es sich den Lebensumständen anpasst

    Das ist eine bsonders infame Ausrede der Piraten.
    Dem Urheber wird zwar großzügig sein Recht zugestanden – aber gleichzeitig wird es völlig entwertet.
    Wenn das völlig freie Kopieren zugelassen wird, dann bleibt vom Urheberrecht nur eine bedeutungslose Hülle.

    Ein alternatives Modell könnten eine Kulturflatrate sein, bei der am Ende die Autoren genauso ihr Geld bekommen.

    Also die Nachteile von GEMA und GEZ kombiniert: Alle Bürger müssen kräftig bezahlen (völlig unabhängig davon, ob und wieviel sie im Netz Kultur konsumieren). Und dann wird nach obskuren Kriterien Geld verteilt (wobei möglichst viel in der Verteilbürokratie hängen bleiben wird).

  • J.R.

    Gleiches Recht für alle.
    Wenn Musik und Kunst frei verfügbar sein soll, muss dies auch für Software gelten. Spätestens dann werden sich einige Piraten wundern und querstellen.
    Als Komponist und Verleger bin ich auch für eine Reformierung des Urheberrechts, aber gegen eine Abschaffung. Und gegen den Missbrauch des Themas für den Piraten-Wahlkampf.
    Es gibt aus meiner Sicht deutlich dringendere Themen, als so ein Eisen völlig nicht-zu-ende-gedacht in die Medien zu schmeissen.

  • Thorsten

    “Besser jeder kann frei online seine Meinung sagen, als dass alles den Bach runtergeht, bloß weil ein paar Schriftsteller meinen, sie hätten den unbedingten Anspruch an die Gesellschaft auf ein solides Auskommen pro Essay oder Roman.”
    Die Urheber haben nicht den Anspruch die Gesellschaft möge für ihr Auskommen sorgen. Sie haben lediglich den nicht ganz so unverschämten Anspruch für ihre Arbeit bezahlt zu werden, wenn diese denn konsumiert wird.
    Den Anspruch der Piraten, die Künstler sollten bitteschön umsonst schaffen, halte ich da für weitaus dreister. Im Übrigen offenbart jemand, der sagt Künstler seien nicht systemrelevant, allzu deutlich wessen Geistes Kind er ist. Ein Künstler, der nicht umsonst arbeiten will, ist für Herrn Vetter wahrscheinlich entartet.

  • Sinnfrei

    @R.A.: Dann mach doch mal einen kompromissfähigen Gegenvorschlag.

  • Densor

    Geht es nur mir so oder wird diese Diskussion schon seit Jahren auf einem ziemlich erbährmlichen Niveau geführt?

    Es sind immer die selben “pro Verwerter” Argumente wo von Diebstahl und dämlichen Auto/Kaufhaus Vergleichen die Rede ist.

    Respekt an die Kommentatoren die noch sachlich auf so einen Blödsinn antworten können! Persönlich hat diese “Debatte” langsam einen “und täglich grüßt das Murmeltier” Geschmack für mich. Alle paar Jahre kommen dazu Diskussionen auf die einseitig immer gleich geführt werden.

    Da ist von “einem Recht auf entlohnung” und “nutzen” die rede.
    Nur mal so liebe “Urheber” von kreativen Erzeugnissen: Welchen “Nutzen” hat eine neue Folge Tatort? Warum sollte jemand pauschal dafür entlohnt werden sich Geschichten aus den Fingern zu ziehen die weder bildungs noch wissenschaftlichen Charakter haben? Im schlimmsten Fall sogar soziale Stigmata generieren?

    Der “Nutzen” ist hier nicht aus der Natur der Sache gegeben, der “Nutzen” entsteht erst wenn der eigentliche Rezipient der Sache diese auch für “nützlich” hält.

    Kreatives schaffen ist von seinem Wert und Nutzen grundsätzlich erst einmal subjektiv einzuschätzen und kann nicht pauschalisiert Bewertet werden. Nicht jede “geistige Leistung” ist auch eine “nützliche”, dementsprechend muss auch nicht jede “geistige Leistung” pauschal bezahlt werden.

    Der Trend geht aber in die andere Richtung. Ich “mache” also “will” ich, auf Qualität oder wirklichen Nutzen wird keinerlei Wert mehr gelegt. Marktrealitäten werden verdrängt und die Schuld dem Kunden zugeschoben welcher ja offensichtlich nicht den hohen “Nutzen” dieser kreativen Ergüsse zu würdigen weiß.

    @J.R.: Schon mal von Open Source und Creative Commons gehört? Sorry aber ungebildete Dummschwätzerei dieser Sorte zeigt nur das einige noch nicht einmal Ansatzweise das Problem verstanden haben oder überhaupt verstehen wollen. Stattdessen kommt es zur pauschal Ablehnung aufgrund von dämlichen Vorurteilen bzw. simplen unwissen.

  • Bateman

    Diese Arroganz und Überheblichkeit ist es, die jedem Aufgeklärten Angst machen muß. Wer sich ein Urteil über “Systemrelevanz” in dieser Debatte anmaßt, hat wohl wenig gelernt und noch weniger verstanden. Kunst und Wissenschaft für überflüssig zu erachten – genau das steckt letztlich in dieser Aussage – ist eine Denke von Faschisten, von Feinden der Freiheit, entgegen aller Lippenbekenntnisse.

  • Nakonda

    Sie sch….. Aufs Urheberrecht was macht dann dieser Vermerk im Impressum?
    ——
    Achtung: Die Inhalte dieses Weblogs unterliegen dem Urheberrecht. Eine Verbreitung der Inhalte, die über das gesetzlich Zulässige (z.B. Zitate) hinausgeht, bedarf der vorherigen Zustimmung. Dies gilt uneingeschränkt auch für die RSS-Feeds.
    ——
    Darf ich nun In Ihrem Blog samt Layout klauen oder nicht?
    Würde gerne einen Klon davon unter meiner Domain generieren ist das Ok?
    Ich bin natürlich besser verlinkt, d. h. ich würde mehr Asche machen als Sie, sie dürfen aber gerne weiter kostenlos Inhalte liefern.

    Bitte um eine rechtlich Verbindliche Zusage Ihrerseits daß sie aufs Urheberecht pfeifen und ich Ihren kompletten Blog absaugen darf.

    Vielen Dank

    S.H.

  • Densor

    @Bateman: Genau es geht nur um Systemrelevanz…

    Und natürlich muss man Kunst und Wissenschaft absolut gleich beurteilen und entlohnen. Wenn wir dabei sind: Können wir da noch Religion dazu packen?

    Es ist schon erstaunlich wie man diesen, doch recht vielschichtigen Text, dermaßen grob misinterpretieren kann.

    Künstlerischer Anspruch hin und her, Kunst ist die manifestierung unserer momentanen sozialen Kultur. Und wenn ihre Art der “Kunst” sich nicht rentiert dann haben sie wohl die falsche “Kunst” am Start für die momentane sozialkulturele Stimmung.

    Andere kreativ Schaffende zeigen wie es besser geht ohne sich ständig in Opferrollen zu drängen. Man muss nur in die USA gucken was mit Aktionen wie Kickstarter plötzlich möglich geworden ist. Perfekte Symbiose von Konsument und kreativ Schaffendem.

    Aber hier in Deutschland brauchen kreativ Schaffende ja
    anscheinend ein Sicherheitsnetz in Form von Verwertungsgesellschaften welche Ihnen Risiko aber auch Freiheiten abknüpfen. Oder soll es vielleicht dazu dienen sich nicht direkter mit den Konsumenten und deren Lebensumständen befassen zu müssen?

  • Kurt Weber

    Herr Vetter, sind Sie ein Netz-Kommunist?
    Warum setzen Sie sich nicht auch für die Aufhebung des Berufsschutzes (§ 132 a STGB) oder den Schutz des Doktortitels ein? Da wären Sie nämlich selbst betroffen. Mit Ihrer Polemik bewegen Sie sich auf sehr dünnem Eis.

  • cb
  • Kritik

    “Die weitaus meisten, die nun ihre Stimme heben, gehören offensichtlich zur Riege der Besserverdiener im Kulturbusiness.”

    Dies ist eine unbelegte Behauptung, von der ich stark vermute, dass sie nicht überprüft wurde.

    “Die Heerschar jener Autoren, Musiker und Filmemacher, die sich mit ihren Werken (noch) keinen Platz in den Top-Rängen verdient haben, sieht das Wirken der Verwerter weitaus distanzierter.”

    Dies ist reine Spekulation über die Ansichten Dritter.

    Herr Vetter hat auch schon bessere Artikel geschrieben.

  • Kommentator

    @InGo: “Wenn dieser Dritte sich so entwickelt, dass derjenige einfach alle Leistungsbringer vertritt, und aufgrund von schwieriger Überprüfungsmöglichkeiten der Leistungsnutzungen, pauschale einnimmt und ausgibt, so ist das auch das Geschäft des Dritten.”

    Ja, dann weiß ich allerdings nicht, worüber wir noch reden. Gib dich halt mit der Pauschale zufrieden. Hier wird ja gerade eben eine Pauschale verlangt für etwas, was mir gesetzlich verboten ist, und das auch noch dann, wenn ich es gar nicht tun möchte.
    Mir wird hier immer gesagt: wenn ich es nicht bezahlen will, soll ich es halt nicht kaufen. Mach ich seit 10 Jahren, trotzdem nimmt dieser Dritte mein Geld. Und DAS ist eben einfach nicht fair.

    Die Pauschale war vielleicht noch nachvollziehbar, als tatsächlich diese Medien hauptsächlich dem Kopieren von Inhalten dienten (Kassetten). Auf meiner Festplatte befinden sich aber mittlerweile mehrere hundert Gigabytes MEINER Werke die ICH geschaffen habe. Warum noch mal bezahle ich für dieses Speichermedium Geld an diesen Dritten und damit an dich, dessen Werke ich nie haben wollte und haben wollen werde?

    Mein Recht auf Konsumverweigerung wird mir längst unbegründet verweigert. Du hast kein Produkt das ich will, verlangst aber trotzdem mein Geld und beschimpfst mich danach noch als Dieb und Verbrecher, weil ich deine Werk weder kaufe noch geschenkt will.

  • Der Copytexter

    @ Sebastian (97):

    „Bei den Kampagnen pro Urheberrecht klingt es halt oft so, als glaubten Künstler, sie hätten ein Recht auf ein Einkommen. Aber ein Bäcker hat ja auch kein Recht darauf, dass ich bei ihm kaufe.“

    Zum tausendsten Mal: Kein Urheber fordert eine Bezahlung allein für die Tatsache, dass er künstlerisch tätig ist. Und es fordert auch niemand, dass man [Brötchen/Songs/Filme/…] bei ihm kaufen muss, selbst wenn sie einem gar nicht schmecken.

    Aber wenn man sie haben will, weil sie einem eben doch schmecken, dann soll man gefälligst auch dafür bezahlen. Bei Brötchen wird das nicht in Frage gestellt, bei Songs, Filmen usw. schon. Und zwar allein auf Grund der Tatsache, dass es technisch möglich ist, die Bezahlung zu umgehen, ohne dabei erwischt zu werden.

    Dagegen wehren sich die Urheber und alle, die an der Kreation, Produktion und Distribution solcher Werke beteiligt sind. Und sie tun gut daran, sich in ihrem Appell auf die grundlegenden moralischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Aspekte zu beschränken und nicht auf die unzähligen sinnlosen Scharmützel auf Nebenkriegsschauplätzen im intellektuellen Niemandsland einzulassen. Das führt nämlich zu nichts, wie diese und viele andere Diskussionen zum Thema Urheberrecht zeigen.

    Abschließend sei noch auf die aktuelle Aktion „Wir sind die Bürgerinnen und Bürger“ unter http://wir-sind-die-buerger.de hingewiesen. Was dort steht, unterschreibe ich sofort, und die meisten Urheber wohl auch.

  • affenärschle

    @J.R.: Absolut richtig – leider werden wichtige Themen wie “Freiheit und frei Meinungsäusserung” gegenwärtig von den Verfechtern lückenloser Wertschöpfungsketten, aka ACTA, und in deren Fahrwasser (oder auch Wegbereiter, je nachdem) agierende Überwachungsfreaks ausgehebelt.
    Daher kann und muss man mMn diese Diskussion im Zusammenhang führen.

  • Stefan G.

    Die Urheber haben nicht den Anspruch die Gesellschaft möge für ihr Auskommen sorgen. Sie haben lediglich den nicht ganz so unverschämten Anspruch für ihre Arbeit bezahlt zu werden, wenn diese denn konsumiert wird.

    Bei diesem Punkt besteht auch kaum ein Unterschied zwischen den Standpunkten.

    Nur ist die Frage, ob dieser Anspruch auf ein Jahrzehnt nach dem Entstehen eines Werkes zementiert werden sollte und ob der Anspruch des Schöpfers eines digitalen Werkes nach Kopie oder nach Nutzer abgerechnet werden sollte und viele andere kleine Teufel, die in den Details stecken (wie z.B. die DVD-Regionen etc.)…

  • Bernd

    Ich vermisse Mario Barth und Franz-Josef Wagner in der Liste …

  • Stefan G.

    Aber wenn man sie haben will, weil sie einem eben doch schmecken, dann soll man gefälligst auch dafür bezahlen. Bei Brötchen wird das nicht in Frage gestellt, bei Songs, Filmen usw. schon.

    Der Bäcker gibt mir die Brötchen aber auch zum Zeitpunkt meiner Wahl (während seiner Öffnungszeiten) und in der von mir gewünschten Stückzahl und nicht ausschließlich in 10er Tüten und helle Brötchen nur Montags, dunkle nur Dienstags und Körnerbrötchen Mittwochs in der Filiale A und nur am Freitag (dafür auch für den doppelten Preis) in Filiale B…

    Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich…

  • Björn

    Erklärt uns doch einmal, lieber Rechteinhaber, warum bereits JETZT mein Recht auf freie Information durch die Gema gesperrt ist. Siehe Youtube!

  • Nadine Englhart

    @affenärschle:

    Denke p90 geht schon von einer veröffentlichung aus…Sie jönnen ja auch eine KFZ besitzen ohne KFZ Steuer zu bezahlen…so lange es nicht angemeldet ist.

    p90 geht davon aus, daß jeder Autor binnen sieben Jahren soviel Geld mit seiner Veröffentlichung erwirtschaftet, daß man sie ihm nach den sieben Jahren bedenkenlos wegnehmen kann. Dabei stellt sich p90 vor, daß Autoren reiche Leute sind, die geradezu in Geld schwimmen müßten, oder irgendsowas. Das trifft vielleicht auf 10 Prozent aller Autoren zu.

    Alle anderen arbeiten von der Hand in den Mund, mit Verlusten oder mit Zuschüssen (Literaturpreise – die übrigens allesamt versteuert werden müssen, Stipendien, Mäzenatentum, Sozialleistungen, sonstige Almosen). Kunst, insbesondere Literatur, ist ein staatlich hochsubventioniertes Geschäft, Braunkohleabbau ist verglichen damit harmloser Scheiß, nur pflegt der Kulturbetrieb nicht mehr die Attitüde vom armen Poeten, sondern die sehen alle schniek aus, damit das spießige Mittelstandspublikum nicht schreiend wegrennt, obwohl sie sich schniek eigentlich gar nicht leisten können.

    Und anhand dieser Äußerlichkeiten (“Oh, die sind gut angezogen, die müssen ja Geld haben”), wird dem Autor ein hohes Einkommen unterstellt und gemeint, man könne ihm gerne nach sieben Jahren die spärlich rinnende Einkommensquelle wegnehmen.

    Ich könnte angesichts der “Wir sind Urheber”-Kampagne (und ihrer “Bist du nicht für uns, bist Du gegen uns”-Attitüde) zwar kotzen, aber angesichts der Argumente einiger aus dem “gegnerischen” Lager könnte ich das auch.

    Ich fühle mich als Schreibende von beiden Seiten schmerzhaft im Stich gelassen.

  • Ian

    Genialer Beitrag. Habe grade mit einem Kollegen über eine ähnliche Thematik gesprochen.

    Das Urheberrecht wie wir es bisher kannten ist (leider) dem Untergang geweiht. Es muss sich anpassen, da führt kein Weg vorbei. Was mir an dem Thema positiv auffällt: Die Gesellschaft scheint sich trotzdem darum zu scheren – siehe zahlreiche Plagiatsaffären von Politikern, die nicht etwa von den eigentlichen Schützern des Urheberrechts angeklagt wurden, sondern von Menschen aus der Gesellschaft. Und das auch noch freiwillig.

    Die Information und das Wissen sind längst keine Exklusivitätsrechte mehr. Der Wandel hin zur “Wissenscloud” wird sich vollziehen.

    Noch was zum Thema Kunst: Die Kunst bezieht ihre (wirtschaftliche) Bedeutung ja auch daraus, dass jemand etwas besser kann als jeder Andere. Und das geht ja nicht verloren.

  • kaputnik

    @Kritik:
    “”Die weitaus meisten, die nun ihre Stimme heben, gehören offensichtlich zur Riege der Besserverdiener im Kulturbusiness.”

    Dies ist eine unbelegte Behauptung, von der ich stark vermute, dass sie nicht überprüft wurde.”

    häh? Schauen Sie auf die Namensliste.

  • Rolf

    Schöne Polemik!

    Aber den Urhebern des Aufrufs vorzuwerfen, sie hätten kein Konzept, wie das Urheberrecht an die digitale Gesellschaft angepasst werden soll, ohne selbst ein Konzept anzubieten, ist – gelinde gesagt – einzigartig unüberzeugend.

    Hier sammeln sich in den Kommentaren die gleichgeschalteten Vertreter einer Digitalen-Bauchladen-Selbstbedienungskultur, die keine Antwort darauf wissen, wie Kunst dann zulünftig finanziert werden soll. Werbefinanzierte Kunst? Nein, danke!

    Und noch eine kleine Polemik in Richtung des Autors: Wer seine Argumentation auf einem schnellen Blick auf Wikipedia aufbaut, kann nur schwerlich mit Intellektuellen auf Augenhöhe diskutieren!

    Oder um es mit den abschließenden Worten des Autors zu sagen:

    Ihr wart nur ein paar Landtagswahlen systemrelevant!
    Denn das System beginnt bereits, euch zu verändern…

    In diesem Sinne: Grüzi!

  • InGo

    @Kommentator:
    Jetzt kommt halt dann die Frage auf, ob man wirklich überhaupt nichts nutzt…hört man keine Musik, liest mein kein Buch, surft man nur bewusst auf Seiten im Internet, die nichts urheberrechtliches veröffentlich.
    Schafft man das?
    Möchte man, wenn es politisch entschieden ist, dass es halt pauschalisiert bezahlt wird, an dieser demokratischen Gesellschaft überhaupt teilhaben? (Und bitte jetzt nicht dieses Argument, dass man diese Politiker ja nicht gewählt hat. Schließlich ist es in einem demokratischen Staat so, dass die gewählte Mehrheit die Entscheidungen für alle trifft. So hat man sich dem politischen Konsens unterzuordnen. Wenn man dann sein Recht auf Konsumverweigerung nicht ausüben kann, sollte man vielleicht in ein Land für Konsumverweigerer umsiedeln: Diese Möglichkeit hat jeder)
    Eine Frage bliebe noch: Was ist, wenn Ihre hunderte Gigabytes geistigen Eigentums im Umlauf gebracht wird, kopiert wird und mit diesen Kopien an Ihnen vorbei eine Menge Geld verdient wird? Was passiert mit Ihrem Denken dann?

  • Antwort

    @Björn:
    Weil youtube für die Rechte kein Geld bezahlt…solltest du für die Rechte Geld bezahlen, kannst du das auch anschauen.Ganz einfach und hat keinen Deut etwas mit dem Recht auf freie Information zu tun, schließlich ist der Verantwortliche für den Inhalt auf dieser Homepage: Youtube und die bestimmen was gezeigt und was nicht gezeigt wird (zur Not auch über das Nicht-Bezahlen von Gebühren).

  • R.A.

    @Densor:

    Geht es nur mir so oder wird diese Diskussion schon seit Jahren auf einem ziemlich erbährmlichen Niveau geführt?

    Wohl schon. Wozu auch gehört, daß die Kopierfans unterstellen, Urheberrecht und Vergütung von Künstlern müsse automatisch zu Auswüchsen führen, wie sie von den Verwertern gefordert werden.
    Es gibt aber durchaus Zwischenstufen zwischen völligem Schmarotzen und totalem Polizeistaat.

    Es sind immer die selben “pro Verwerter” Argumente wo von Diebstahl und dämlichen Auto/Kaufhaus Vergleichen die Rede ist.

    Diese Argumente sind ja auch berechtigt. Und nötig wenn immer dieselben Forderungen kommen, den Content umsonst nutzen zu dürfen.

    Da ist von “einem Recht auf entlohnung” und “nutzen” die rede.

    Zu Recht.
    Wenn A etwas bereitstellt, UND B WILL DAS HABEN, dann muß B dem A eben auch die geforderte Gegenleistung bringen.

    Welchen “Nutzen” hat eine neue Folge Tatort?

    Schlechtes Beispiel, weil die GEZ Zwangscharakter hat.

    Aber bei einer neuen Folge James Bond im Kino ist der Nutzen bestimmbar – er ist ableitbar aus der Zahl von Leuten, die den Film anschauen wollen. Wenn sie es wollen, dann hat er einen Nutzen für sie. Und dann sollen sie auch entsprechend zahlen.
    Wenn sie ihn nicht nutzen wollen, bitte sehr – dann hat der Filmproduzent eben Pech gehabt.
    Aber den Film kopieren wollen, und zwar kostenlos, und dann den Nutzen bestreiten – das ist abstrus.

    Warum sollte jemand pauschal dafür entlohnt werden sich Geschichten aus den Fingern zu ziehen die weder bildungs noch wissenschaftlichen Charakter haben?

    Hat denn irgendwer eine solche pauschale Entlohnung gefordert? Das ist doch ein Strohmann!

    Der “Nutzen” ist hier nicht aus der Natur der Sache gegeben, der “Nutzen” entsteht erst wenn der eigentliche Rezipient der Sache diese auch für “nützlich” hält.

    Unbestritten. Und wenn der eigentliche Rezipient die Sache für nützlich hält, dann soll er auch löhnen.

  • Ralf

    Noch ein Aspekt: Copyright garantiert Top-Profit durch Auslutschen weniger Bestseller, anstatt einer breiten Autorenschaft ein Einkommen zu ermöglichen.

    http://schueler.ws/?p=566

  • R.A.

    @Stefan G.:

    Der Bäcker gibt mir die Brötchen aber auch zum Zeitpunkt meiner Wahl (während seiner Öffnungszeiten) und in der von mir gewünschten Stückzahl und nicht ausschließlich in 10er Tüten und helle Brötchen nur Montags, dunkle nur Dienstags und Körnerbrötchen Mittwochs in der Filiale A und nur am Freitag (dafür auch für den doppelten Preis) in Filiale B…

    So what?
    Der Bäcker entscheidet über die Öffnungszeiten und über das Angebot an Brötchensorten und könnte auch jederzeit entscheiden, nur 10er Tüten anzubieten. Seine Freiheit.
    Und die Freiheit des Kunden ist es, die Brötchen zu den angegebenen Konditionen zu kaufen – oder eben nicht.

    Es gibt aber keine Rechtfertigung dafür, daß man die Brötchen klaut, nur weil man das mit den 10er Tüten nicht mag.

  • R.A.

    Copyright garantiert Top-Profit durch Auslutschen weniger Bestseller, anstatt einer breiten Autorenschaft ein Einkommen zu ermöglichen.

    Unfug.
    Copyricht sorgt dafür, daß ein Autor viel Geld bekommt, wenn viele Leute sein Buch lesen wollen, und wenig bis kein Geld, wenn wenige Leute oder gar keiner das will.
    Es gibt keine vernünftige Begründung, daß einer “breiten Autorenschaft” ein Auskommen gesichert werden müsse. Gäbe ja auch keinen Grund, einer “breiten Maurerschaft” ein Einkommen zu ermöglichen. Es werden gerade so viele beschäftigt, wie Bedarf an Bauten da ist.

  • Literat

    Das hier Lesbare läßt mich erstarren. Soviel Dummheit auf einem Platz. Erinnert an “Wollt ihr den totalen Krieg?”, zu dem Zeitpunkt hörte niemand das Weinen, die das gefordert hatten über ihre zerstörten Leben und Städte, ihre toten Verwandten und Freunde. Was habt ihr gelernt. Der Herr Anwalt Vetter wird seinen Stundensatz berechnen, wenn jemand zu ihm kommt. Und die großen Verwerter? Apple, Facebook, Microsoft. Die ficken diese Leute in den Arsch und kassieren Milliarden, Sie sind dann dankbar! Die Meute? sie heulen ohne Differenzierungen. Ja, GEMA, Industrie und so weiter beuten die Autoren aus. Letztlich aber geht es darum, dass die Industrie alles will: Urheberrechte auf DNS, auf Mais, auf Hühner. Dieses Geheul der Freiheit spielt denen in die Hände, diese Kommentatoren auf dieser Seite begreifen nicht einmal, wessen Gesang sie singe.

    LETZTLICH: systemrelevant sind Aasverwerter wie Herr Rechtsanwalt Vetter, der von dem Zerfall im System lebt, UND Künstler, Architekten, Autoren etc., deren kreative Leistungen diese gesamte Meute begierig nutzen. Es ist ein Elend, das Einstein beschrieb, er kennen zwei Dinge, die unendlich sind: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum sei er sich nicht sicher.

  • Kommentator

    @InGo: Sie werfen mir Dinge vor, die ich nicht gefordert habe und argumentieren mit Szenarien, die auch in einem Urheberrecht nach meinen Vorstellungen illegal wären.

    Mir geht es weder darum Urheberrechte abzuschaffen (wenn überhaupt deren Auswüchse), noch darum eine Flatrate einzuführen. Nur was wir im Moment haben ist das genaue Gegenteil von Gerechtigkeit.
    Wir haben ein Gesetz, dass jeden Kunden von Speichermedien zur Subvention von Künstlern zwingt.
    Wir haben gleichzeitig ein Gesetz, dass defakto die Nutzung dieser Medien für den Konsum der Produkte dieser Künstler unterbindet.

    Wenn überhaupt müsste sich ein Verwerter entscheiden: DRM oder Beteiligung an der Ausschüttung der Leermedienabgabe. Beides kann nicht zusammengehen.

    Wenn es nach mir ginge, wäre die Leermedienabgabe ersatzlos zu streichen, da deren Begründung mittlerweile entfällt. Leermedien werden eben nicht mehr primär für die Privatkopie erworben, wie das noch zur Zeit der Kassette der Fall gewesen war. Die Gegenwart und Zukunft zeigen, dass die Menschen immer mehr Inhalte selbst erzeugen, seien es Urlaubsphotos, Urlaubsvideos oder was auch immer. Die Medien werden auch massenhaft zur Speicherung legal erworbener Dinge gebraucht. Die Privatkopie rückt dabei immer mehr in den Hintergrund womit die Leermittelabgabe langsam an Berechtigung verliert. Zusätzlich haben die Verwerter sich ein Gesetz verkauft, welches die Privatkopie defakto unterbindet. Damit ist die Leermittelabgabe defakto eine Steuer auf illegales Handeln. Sie hat damit zu entfallen.

    Die derzeitigen Auswüchse des Urheberrechts sind ebenfalls zu überdenken. Bei “70 Jahre nach Tod des Autors” kann man längst nicht mehr von Interessenausgleich reden. 5-10 Jahre nach Veröffentlichung wäre realistisch. Gerne auch mit einer Möglichkeit sich eine Verlängerung für einzelne Werke zu erkaufen. Die diversen Einschränkungen für Forschung und Lehre sollten sowieso ersatzlos gestrichen werden.

    Wie hieß es so schön bei Stadler? “Wenn wir schon von Eigentumsrechten sprechen: Eigentum verpflichtet.”

  • Kommentator

    @InGo: Ach und zu ihrer ersten Frage: natürlich lese ich Bücher, und kaufe diese legal. Natürlich höre ich weiter Musik. Mehr als genug davon habe ich vor Beginn meines Boykotts legal erworben und auch “Funk&Fernsehen” bedudeln mich in ausreichendem Maße. Ich gehe sogar hin- und wieder auf Konzerte. Das alles sind für mich attraktive Angebote, bei denen Preis und Leistung stimmt.

    Warum ich deshalb zur Unterstützung weiterer Wasserköpfe gezwungen werde ist mir unklar. Die Leermittelabgabe ist quasi eine Entrechtung des Verbrauchers. Sie unterstützt gegen meinen erklärten Willen ausgerechnet die Urheber, denen ich persönlich das Label Künstler verweigern würde. Was genau hat also ihrer Meinung nach der grundsätzliche Konsum von kreativen Erzeugnissen mit einer Reform des Urheberrechts zu tun? Inwiefern bedeutet der Willen kreative Erzeugnisse legal zu konsumieren, dass ich jedes denkbare Geschäftsmodell finanzieren müsste? Wann genau wurde bestimmt, dass ich Dieter Bohlen meinen Zehnten zu leisten habe?

  • Fry

    @Literat: Ja, so viel Dummheit. Was wollten Sie mit Ihrem Beitrag eigentlich sagen? Mir erschließt es sich auch nach wiederholtem Lesen nicht. Vielleicht nochmal weniger literarisch ausdrücken.
    Danke

  • Helge

    Es existiert eine gegenläufige Aktion: http://wir-sind-die-buerger.de/ versucht den Standpunkt der Verbraucher zu erklären. Serh lobenswert.

  • p90

    @Nadine Englhart:
    1. Das man einem Urheber sein geistiges Eigentum nach sieben Jahren einfach weg nimmt habe ich gar nicht gesagt. Auch nicht, das ein Urheber in 7 Jahren Unsummen mit seinem Werk verdient. Mit ihrer Aussage, die meisten leben von der Hand in den Mund, haben sie mMn. sogar noch übertrieben, die meisten Urheber in meinem Umfeld leben überhaupt nicht von ihren Werken sondern machen dies meist als Hobby da sie gegen die großen eh keine Chancen haben.

    2. Sie haben gefragt welchen Vorteil sie durch geistiges Eigentum erhalten.
    Sie erhalten ein Monopol für eine beschränkte Zeit. Sie werden jetzt sagen “Aber das heißt nicht, das ich daraus Geld ziehen kann oder überhaupt einen Vorteil habe!” Aber das gilt auch für ein Haus. Das kann auch leer stehen, zahlen müssen sie trotzdem. Wenn sie Vorteil aus dem Haus ziehen zahlen sie nur noch mehr.

    3. Ist es ihrer Meinung nach zu viel verlangt das ein Urheber bei einem Werk das er veröffentlicht (wenn er es nicht veröffentlicht ist es eh egal, er kann keinen Gewinn daraus ziehen und ich kann die selbe Geschichte immer noch veröffentlichen) innerhalb von 7 Jahren zeigt, das er der Urheber ist und auch in den nächsten x Jahren Vorteil daraus ziehen will? Das würde das Problem der verwaisten Werke endlich lösen. Das zahlen eines Geldbetrags (ka,was zahlt man bei einem Haus im Vergleich zum Wert des Hauses) soll hierbei die Überlegung anstoßen, ob es sich für mich noch lohnt dieses geistige Eigentum weiter zu behalten. So gibt es verschiedene Bücher die von dem Verlag, der die Vermarktungsrechte besitzt nicht mehr gedruckt werden (zu wenig Gewinn weil zu kleine Auflage), gleichzeitig werde dann aber Raubdrucker, die es doch drucken gnadenlos verfolgt.

    4. Habe ich keine Ahnung woraus sie schließen was ich über Urheber denke.
    Ich frage mich nur, warum immer schön geistiges Eigentum angeführt wird, von Raub und Diebstahl gesprochen wird aber keiner der Urheber dann auch konsequent Pflichten aus diesem geistigen Eigentum ableitet. Wie gesagt, ist doch bei einem Haus auch so oder sind alle Häuserbesitzer so reich das es da eh egal ist und man ihnen Steuern/Straßen/etc auferlegen kann?

  • InGo

    @Kommentator:
    Das ist ja schon mal eine klare Aussage. Mit dem ersten Teil ihrer Aussage kann ich sehr gut leben.
    Ich werfe ihnen ja nichts vor, es hätte mich halt gewundert, wenn Sie nichts in Anspruch nähmen.
    Und wenn es ja dann tatsächlich nur um die Leermittelabgabe geht, auch mit der Äußerung kann ich ihnen beipflichten.
    Also ginge es jetzt daran, dieses politisch zu aktivieren, aber nur dieses, denn ansonsten ist das Urheberrecht doch in Ordnung (auch die 70 Jahre nach Tod Regel: 5-10 Jahre sind beiweiten zu wenig: Warum sollte irgendwelche Geier schon nach 5 Jahren mit Dingen Geld verdienen, mit deren Herstellung sie nichts zu tun haben? Weil dann unterstützt man gerade solchen Nicht-Künstlern, denen sie ihren Zehnten nicht gönnen, zwar erst nach 5- 10 Jahren, aber man tut es).

  • Homie

    Guter Artikel, sehe ich genauso!

  • Literat

    @Fry. Das ist so ein Problem: Was erschließt sich nicht?
    1. Die Rechte am Werk sind nicht in Frage zu stellen, solange es Geld gibt. Das gilt für jeden, der Geld erhält und damit wirklich für JEDEN! Denn auch Sie erhalten ihr Geld irgenwo her.
    2. Alles, was auf dieser Seite diskutiert wird, ist Humbug. Denn die UrheberRechtsFragen sind nicht mehr an das gebunden, was in piratigen Kreisen jegleicher Coleur diskutiert wird. Das haben die großen Konzerne von Monsanto bis Microsoft geregelt.
    3. Die Leute, die diese Debatten so albern wie Korinthenkacker oder Erbsenzähler (70 oder 15 Jahre) führen, erledigen genau die Geschäfte dieser Konzerne, die das genießen, diese nützlichen idioten begrüßen zu dürfen.
    4. genau diese Abstraktionsfähigkeit, die fehlt, ist gefährlich, wie es vor 100Jahren schon mal war und immer noch ist. Diese Leute – so wirkt es auf mich – erledigen das Geschäft ihrer Metzger, indem sie “Freiheit von” fordern und garnicht bemerken, wie sie verheizt werden.

    Das ist keine Literatur. Denken ist gefordert. Die eigenen Positionen in Frage stellen. Mehr Denken. Dialogfähig bleiben. Sich der Hintergründe vergewissern…..

  • Honysoit

    @Lawblog-DasBuch:

    Wobei Rechtsanwälte nicht für “gelungene Verteidigungen” bezahlt werden, sondern einfach so. Denn diese Leistungsträger müssen sich, gottbehüte, nicht nach dem Markt richten, was ihre Bezahlung angeht, sondern nach ihrer Gebührenordnung: http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsanwaltsvergütungsgesetz
    Was den Beitrag von Herrn Vetter noch etwas unappetitlicher macht also ohnehin schon.

  • JaJa

    @or:

    Wo stellen sich Urheber und /oder Verwerter über die Verfassung. Ihre -ähm- “Meinung” ist doch kompletter Blödsin.

    Lesen Sie sich das Grundgesetz und die Menschenrechte hinsichtlich Schutzes des geistigen Eignetums durch, und dann wird Ihnen ein Licht aufgehen.

  • asd

    @kralynx:

    Die gleiche Frage kann man bei allen Arbeitsplätzen stellen.

    Welchen Sinn hat z.B. der Beruf eines Finanzbeamten oder der des Hochschullehrers, oder der des Hausmeisters?

    Alle erledigen ihren (mehr oder weniger sinnvollen) Job in unserer Volkswirtschaft und erwarten dafür eine Bezahlung.

    Und genauso ist es bei den Urhebern und auch den von ihnen beauftragten GEMA-Mitarbeitern.

    Ach so: es gibt sogar Leute, die erwarten Bezahlung OHNE zu arbeiten. HartzIV läßt grüßen.

  • p90

    @InGo:

    Naja, die meisten Urheber verkaufen ihre Verwertungsrechte, da ist es egal ob die nun 5, 10 oder 20 Jahre gehen, sehen tut der Urheber davon nichts mehr sondern meist nur der Verlag/Label etc. Aber mir fehlen leider die notwendigen Daten (z.B. Verkaufszahlen) um hier über die Notwendige Länge der Schutzdauer zu entscheiden. Bei PC spielen ist es z.B. so, das in den ersten 8 Wochen 90% des gesamten Umsatzes gemacht werden, zumindest wenn man den Spieleschmieden glaubt die ihren DRM mit diesem Argument verteidigen. Aber auch hier habe ich leider keine Verkaufszahlen.

  • Antwort

    @Kommentator:

    Zitat:
    “Inwiefern bedeutet der Willen kreative Erzeugnisse legal zu konsumieren, dass ich jedes denkbare Geschäftsmodell finanzieren müsste? ”

    Müssen Sie nicht. Sie brauchen die mit der Abgabe belegten Sachen doch nicht zu kaufen. Machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch. Es hindert Sie niemand daran.
    Ebenso können Sie einem Künstler anbieten, dass er exclusiv für Sie tätig ist. Wenn Sie ihm ein brauchbares Jahresgehalt zahlen, dann wird er Ihren Wünschen sicher mit Freuden nachkommen (oder aben gerade NICHT, denn das zeichnet Künstler ja nunmal auch aus … Dann müssen Sie eben mit dem angebotenen Ergebnis leben ;-) ).

  • Kritik

    @kaputnik: Die schiere Anzahl der Unterzeichner (weit über tausend), ließ mich vermuten dass Herr Vetter die von mir beanstandete Behauptung nicht ausreichend geprüft hat, sondern lediglich die Unterzeicherliste überflogen hat. Ein derartiges Überfliegen rechtfertig meiner Ansicht nach nicht die getätigte Behauptung.

  • p90

    @Antwort:
    Wie passen den die Leermittelabgaben in dieses “von meinem Recht Gebrauch machen”? Ich darf also keinen PC/Handy/Kopierer haben wenn ich gegen das heutige Finanzierungssystem bin?
    Den das ist alles mit Abgaben die an die Urheber gehen egal was ich mit diesen mache.

  • Densor

    @R.A.: Sorry aber wenn Sie schon im zweiten Absatz meinen das nutzlose und realitätsfremde Vergleiche “nötig sind” weil ja jemand was von “content umsonst nutzen” gesagt hat dann verlassen Sie schon wieder die Diskussion, das hat nämlich nie jemand gefordert.

    Was mich auch stört ist diese beiläufige benutzung von “konsumieren” und “nutzen”. Dies sind zwei komplett unterschiedliche Konzepte die in dieser Diskussion zu oft einfach durcheinander geworfen werden.

    Übrigens: Die GEZ als Zwangsabgabe macht die neue Folge Tatort zum perfekten Beispiel. Es werden den Konsumenten ja auch ansonsten genug versteckte Zwangsabgaben aufgebrummt.

    Hat denn irgendwer eine solche pauschale Entlohnung gefordert? Das ist doch ein Strohmann!

    Ach wird sie nicht? Wieso ist hier dann die rede von den armen brotlosen Autoren die ja viele viele Jahre lang am Hungertuch nagen weil sie an einem einzigen Roman schreiben und deswegen nachträglich extra gut entlohnt werden müssen?

    Genehm der Logik: Ich musste lange verzichten also soll ich nun auch lange profitieren.
    Da sieht man doch wie fern der Realität diese Diskussion für den “normalen arbeitnehmenden Menschen” wirkt.

    Die Zeiten haben sich geändert, dementsprechend muss sich auch unser Verständniss von Kultur und wie wir damit umgehen ändern. Vor knapp 15 Jahren war es noch unvorstellbar Geld im Internet zu bezahlen bzw. zu verdienen. Inzwischen schreit jeder nach einem Stück vom “Internetprofit Kuchen” als wäre es das selbstverständlichste der Welt und es gäbe kein Geld mehr ausserhalb des Internets.

    Da wird dann gegen Google, Facebook und Co. gehetzt nach dem Motto “Die bereichern sich ja an unseren deutschen Kulturerzeugnissen!” als wäre das heutige Internet und der “digitale Markt” was er ist ohne Google, Youtube und Co.

    Unverständniss gegenüber den neuen Begebenheiten, das ist alles was hier herrscht. Künstler und kreativ Schaffende können heute viel direkter und effizienter arbeiten und machen dies auch im großen Maßstab. Nur ein paar ewig Gestrige müssen sich an alten Strukturen festklammern weil es das einzige ist was sie können.

    Es gibt genug Vorbilder und Beispiele wie man es besser machen kann. Projekte wie Kickstarter erlauben es kreativ Schaffenden sich selbst zu finanzieren und direkt mit den “Kunden” zu interagieren, Konzepte wie die Kulturwertmark vom CCC stehen schon seit ewigkeiten im Raum und werden ignoriert.

    Diese ganze Bewegung wurde hauptsächlich von kreativ schaffenden Dienstleistern ins rollen gebracht. Ja auch Programmierer sind “Urheber” die oft nach ziemlich abstrakten Bezahl und Dienstleisttungsmodellen arbeiten und handeln müssen. Aber das wird gerne ignoriert um partisanen mässig die “Kostenloskultur” anzuprangern wo ja “jeder nur alles umsonst” will.

    Lächerlich und typisch deutsch kleingeistig wie dieses Thema gehandhabt wird…

  • Rudi

    @rudram:

    Richtig, aber EKSt zahlt jeder!

    Wenn ich eine technische Erfindung mache, dann zahle ich auf meine Einnahmen auch EKSt, darüber hinaus muß ich aber noch Jahresgebühren entrichten, die mit der Zeit steigen (im 20. Jahr allein ca. 2000 Euro!), sonst ist mein Schutz weg!

    Im UrhR bekomme ich alles umsonst und auch noch meine Kinder…

    Kann irgendwie nicht sein, oder???

  • Antwort

    @p90:

    Natürlich dürfen Sie ein Handy etc. haben. Aber eben nur, wenn Sie sich mit den Bedingungen des Kaufs einverstanden erklären.
    Statt gegen das Urheberrecht zu wettern, sollte man also die Handyhersteller bitten, die gewünschten Geräte mit gesperrter Kopierfunktion urhebrrechtlich geschützter Musik/Filme etc. anzubieten und diese dafür eben entsprechend günstiger. Das wäre doch für alle das Beste und Sinnvollste.

  • Densor

    @Kritik: Unterzeichnen kann jeder Hansel ob kreativ schaffend oder nicht. Dafür gibt es einen extra Link.

    Aber die Erstunterzeichner haben schon eine gewisse signalwirkung in der Beziehung.

  • Musikproduzent

    @p90:

    So lange der Urheber in einem Vertragsverhältnis mit seinem Verlag/Label etc. steht, so lange bekommt er den vertraglich vereinbarten Anteil an den Einnahmen. Ob er sich nunr 5, 10 oder 100 Jahre verpflichtet (und umgekehrt der Abnehmer auch), kann er ganz allein in den Vertragsverhandlungen bestimmen. Wenn die Einnahmen natürlich über die Jahre sinken, dann kriegt anteilsmäßig auch der Urheber weniger – logisch. Und genau DAS ist ja das Problem in den letzten Jahren für Labels/Verlage UND Künstler. Seit über 10 Jahren gehen die Einnahmen stetig bergab, so dass es sich in vielen Fällen einfach überhaupt nicht mehr lohnt, überhaupt noch einen Deal zu machen. Und speziell im Bereich Spartenmusik wirkt sich das leider am schlimmsten aus. Also genau in dem Bereich, der hier ja immer als Gegenmodell zu DSDS und Co. angeführt wird.

    Wenn die Künstler dann keine ausgewiesenen Live-Musiker mit sehr gut dotierten Live-Gigs sind (leider EXTREM selten), dann kommt nix mehr beim Musikmachen ‘rum.

    Die immer öder werdende Musiklandschaft führt dies leider eindeutig vor Augen.

  • qwertz

    @Rudi:

    Was schreiben Sie für einen Müll?
    Einnahmen aus urheberrechtlichen Nutzungen/Verwertungen unterliegen genauso der Einkommensteuer wie jedes andere Einkommen auch!

  • Sjk

    Herr Vetter, wie können Sie nur so argumentieren?
    nicht systemrelevant? vielleicht in rein rechtlich/kapitalistischem Sinne nicht.
    Aber ohne Künstler geht bald gar nichts mehr.

    Kunst ohne Entlohnung bedeutet das Ende der Kunst.
    Das Ende der Kunst bedeutet das Ende einer Kultur.
    Was das bedeutet können Sie sich ausmalen (Ach nein, dazu bräuchten Sie ja Künstlermaterial, was es ja wegen sinkender Nachfrage auch nicht mehr gibt..)

    Wir sehen uns in der Hölle.

  • Antwort

    @Arne:

    Na ja, irgendwer muß das ja einstielen und alle koordinieren, oder? Und wer es unterschreibt, der erklärt sich mit dem Gesagten einverstanden.

    Oder machen Sie auch ihre gewählte Partei nieder, weil sie plötzlich genau IHRE Meinung vertritt?

    Immer diese hohle, einseitige Betrachtungsweise der Digital Naives.

  • qwertz

    @Rudi:

    Übrigens: Wer in der GEMA ist, muß auch Jahresgebühren zahlen und von den überwiesenen Tantiemen zieht sich die GEMA auch ihren Verwaltungsanteil ab.
    Ist ja auch völlig OK, so lange sie ihre Arbeit im Sinne der Urheber macht.

    Aber es ist eben NICHT alles kostenlos, wie sie behaupten.

    Kostenlos ist lediglich, dass man im Sinne des Urheberrechts der Urheber ist (und das natrülich auch nur, wenn man es im Zweifel nachweisen kann, weswegen einige ja auch hier Notargebühren in Kauf nehmen, damit der das im Zweifel belegen kann).

    Also keine Neiddebatte bitte.

    Auch Sie als Erfinder sind doch Urheber und damit urheberrechtlich geschützt. Bitte also nicht auf den Kollegen herumhacken, stattdessen gründen Sie doch lieber einen entsprechenden “Erfinderverein”, der sich für IHRE Forderungen nach Verbesserungen für Sie einsetzt.

  • affenärschle

    @qwertz: Er meinte wohl, Urheber zahlen keine Steuer/Gebühren für MÖGLICHE Einkünfte aus einem SCHUTZRECHT so wie Patentinhaber…

  • Pfui

    PFUI, Herr Vetter!

  • Olli

    @Klopfer:

    Und wofür war das?

    Und man könnte über den Verwertungsschlüssel streiten?

    Frag doch mal Undergroundbands wie viel die von den Verwertungsgesellschaften kriegen.

    Frag doch mal kleinere Läden wieso die selbst bei GEMA-Freien noch die Gebühr drauf schlagen.

  • Olli

    @Pegg: Ich wäre sogar für eine Ausweitung damit alle Berufe was davon haben nicht nur Künstler.

    Wie viel ich verdienen könnte hach.

  • p90

    @Antwort:
    Genau, ich kaufe mir ein Handy ohne Speicherplatz damit ich da nichts drauf kopieren kann statt gegen die momentane Rechtslage zu wettern. Die SMS die ankommen schmeiße ich dann einfach weg, Kontaktbuch, wer brauch das schon? Und das Betriebssystem muss ja auch nirgends gespeichert werden. Kameras sind auch überbewertet und Apps installieren muss auch nicht sein.

    @Musikproduzent:
    Jo, und die wenigsten Musiker/Journalisten/Fotographen können es sich leisten eine dauerhafte Auszahlung an sie zu verlangen. Dann werden sie nämlich ausgelacht. Journalisten bekommen z.B. meist einen Festpreis für ihren Artikel, da ist es total egal ob der 1 Jahr, 10 oder 100 Jahre geschützt ist, der Urheber bekommt nichts davon.

    Des weiteren würde ich mich über zahlen zu diesem “stetig bergab gehen” der einnahmen freuen. Bisher lese ich nur davon, dass, wenn überhaupt, das Wachstum zurück geht aber da geht es auch meist um die großen Labels. Wie es bei den kleinen aussieht kann ich nicht sagen und bitte deshalb um Erleuchtung ^^

    @qwertz:
    1. Und wer zwingt dich bei der Gema zu sein und die zu bezahlen? Niemand.
    2. Macht die Gema keine Arbeit im Sinne der Urheber sondern im Sinne ihrer Mitglieder (wenn überhaupt). Das ein Teil der Mitglieder Urheber sind stimmt aber.

  • Christian Mörken

    Sehr geehrter Herr Vetter,

    wir sollen also das Recht an die Gegebenheiten des Netzes anpassen? Die Mehrheit hat also recht, egal welches Unrecht sie fordert? Ich bin Autor und lebe von meinen Büchern und Artikeln, so wie sie von Ihren Leistungen als Anwalt leben. Warum habe ich als Kreativer kein Recht mehr die Grundlage meines Broterwerbes zu schützen? Weil die “Mehrheit” der Bürger sich meiner Werke lieber umsonst bedienen möchte, anstatt mir meine Leistung dafür zu entlohnen? Also: Die Mehrheit hat recht, egal welches Unrecht sie fordert?

    Gut, denken wir mal nicht in Richtung Bücher, Filme und Musik, sondern in Richtung Kinderpornos. Wenn nun mehrere Hunderttausend Menschen gerne Kinderpornos sehen und diese über das Netz verbreiten, wollen Sie sich dann auch den digitalen Gegebenheiten anpassen und sagen, das Verbot von Kinderpornos kann man nicht mehr durchsetzen, also lasst es uns den digitalen Bedingungen anpassen und Kinderpornos legalisieren. Schliesslich kann man ja nicht hunderttausend Menschen kriminalisieren? Und was unterscheidet eigentlich digitale Güter von haptischen? Die Piratenpartei sagt, vereinfacht ausgedrückt, alles was Künstler nutzen, war schon da und Künstler fungieren im Grunde nur als Filter oder Katalysator. Aber alle Werkstoffe die z.B. Mercedes zur Herstellung von Autos nutzt waren auch schon da. Alles, womit wir arbeiten, stammt am Anfang aus der Natur. Öl war schon da, Raffinerien und damit die Ölkonzerne fungieren also nur als Katalysator. Warum also nicht Tankstellen beklauen?

    Auch wenn manche hier meinen, dass wir Urheber und nicht gegen den tausendfachen Diebstahl schützen können, aber ich werde alles dafür tun, dass man mir mein recht nict nimmt.

  • abc-dabei

    @Olli:

    Die meisten Undergroundbands und Newcomer wissen doch nicht ‘mal, wie die GEMA eigentlich funktioniert und demzufolge nutzen sie deren Leistung auch nicht zu ihrem Vorteil.
    Wohl auch allem deshalb, weil im Netz die schlimmsten Gerüchte über die GEMA kursieren, von denen 99,9% nicht wahr sind, bzw. Sachverhalte schlicht falsch interpreitiert werden, von Leuten, die keine Ahnung haben, dies dann mit einer allgemeinen Unzufriedenheit mischen und lediglich aus Protest mit dem restlichen Pöbel mitschwimmen, der sich ebenfalls völlig uninformiert im Shitstorm gegen die GEMA suhlt –> anale Phase läßt grüßen. Und weil sich alle einig sind (Schwarmdummheit) fühlen sie sich auch noch im Recht (immerhin kann man so sein illegales Treiben vor dem eigenen Gewissen legitimieren, welches sich in stiller Stunde vielleicht doch ‘mal meldet, um zu fragen, ob man nicht vielleicht doch was falsch macht (oder verstanden hat)).

    Und wenn die Sachen der Undergroundbands nicht im Radio und/oder live gespielt werden, oder auf Platten gepreßt werden bzw. in den Onlineshops verkauft werden, dann bekommen sie natürlich auch kein Geld von der GEMA. Denn die GEMA vergütet ja eben nur die Nutzung und zieht DAFÜR die Gelder bei den Nutzern ein.
    Die GEMA ist kein Sozialamt für unbekannte und/oder unerfolgreiche Künstler. Das sollte man einfach ‘mal lernen.

    Dass das Verteilungssystem einer Reform bedarf, insbesondere in der heutigen Zeit, das steht für die meisten außer Frage.
    Allerdings macht eine solche Reform wirklich nur dann Sinn, wenn man absolut JEDE Nutzung genau erfassen kann. Denn NUR dann kann man 100% genau die Gelder an die Berechtigten nach der tatsächlichen Nutzung ausschütten, statt – wie heute- über komplizierte und teilweise ungerechte Verteilschlüssel.

    Man kann eben nicht alles haben. Keine GEMA ist aber – genau wie kein Alkohol – definitiv keine Lösung.

  • Antwort

    @p90:

    Wieso OHNE Speicherplatz? Ich sagt, mit Speicherplatz, der alles außer urheberrechtlich geschütztem Material zuläßt.
    Ach, dann besteht keine Verwendung für Speicherplatz mehr? Nun also, genau aus dem Grund gibt es ja gerade die Geräteabgabe.
    Weil es eben ein Ammenmärchen ist, dass auf den immer wieder gerne zitierten Speichermedien und Geräten ausschließlich selbst produzierte Inhalte abgelegt werden. Es mag Ausnahmen geben, bei denen das so ist. Genauso wie es Leute geben soll, die eine 50 MBit Flatrate ausschließlich zum Versand von eMails und selbst produzierter Musik nutzen. Dieser Anteil ist aber mit an Sichehreit grenzender Wahrscheinlichkeit so gering, dass selbst Unverbesserliche einsehen müssen, dass die Geräte- und Leermedienabgabe ihren Sinn hat, will man nicht zu Gunsten dieser Minderheit ein Kontrollsystem einführen, welches jedwede Nutzung zu 100% protokolliert. Rein technisch machbar wäre das nämlich ohne Probleme.

  • R.A.

    @Densor:

    “content umsonst nutzen”…
    das hat nämlich nie jemand gefordert.

    Content umsonst nutzen zu können ist DIE zentrale Forderung der Piraten und darauf haben die Urheber reagiert.

    Was mich auch stört ist diese beiläufige benutzung von “konsumieren” und “nutzen”. Dies sind zwei komplett unterschiedliche Konzepte die in dieser Diskussion zu oft einfach durcheinander geworfen werden.

    Was immer man da an Bedeutungsunterschieden konstruieren könnte – für diese Diskussion hier sind sie irrelevant. Wenn man eine “Privatkopie” macht, um kostenlos Musik oder Filme etc. zu konsumieren, dann ist ist das “Nutzung” dieses Contents. Musik anzuhören ist eigentlich die einzige Form, wie man sie nutzen kann.

    Die GEZ als Zwangsabgabe macht die neue Folge Tatort zum perfekten Beispiel.

    Überhaupt nicht. Die Fehlkonstruktion GEZ hat mit der Debatte ums Urheberrecht nichts zu tun. Was man alleine schon daran sehen kann, daß fast alle Länder das Urheberrecht kennen, aber nur wenige eine GEZ-ähnliche Institution haben.

    “Hat denn irgendwer eine solche pauschale Entlohnung gefordert? Das ist doch ein Strohmann!”

    Ach wird sie nicht? Wieso ist hier dann die rede von den armen brotlosen Autoren …

    Was hat denn das miteinander zu tun? Es hat niemand verlangt, daß diese Autoren automatisch und pauschal Geld bekommen. Aber WENN jemand ihre Arbeit haben will (d.h. ihre Texte liest), DANN haben sie ein Recht auf Bezahlung.

    Künstler und kreativ Schaffende können heute viel direkter und effizienter arbeiten und machen dies auch im großen Maßstab.

    Fein, sollen sie machen, da hat niemand etwas dagegen.
    Ist aber überhaupt keine Begründung, für die Arbeit dieser Künstler nichts zu bezahlen.
    Und auch ein Konzept wie “Kickstarter” beruht letztlich auf dem klassischen Urheberrecht. Da werden ja schließlich keine Spenden eingesammelt, sondern für ihr Geld wollen die Leute Ergebnisse.

  • Musikproduzent

    @p90:

    Die Zahlen können Sie selbst recherchieren. IFPI u.ä.
    Nicht das Wachstum geht zurück, sondern der Umsatz.

    Was die kleinen Labels angeht. Suchen Sie mal, Sie werden als Newcomerband kaum noch ein kleines Label finden, geschweige denn eines, welches das Risiko einer Erstproduktion eingeht.
    Bei den Elektroniksachen mag es anders aussehen, weil da die Produktionsweise anders ist –> Einer am Keyboard und Rechner produziert ein VÖ-fähiges Master und fertig.
    Bei einer echten Band ist der Aufwand um ein Vielfaches größer, will man am Ende ein Ergebnis haben, für das der Nutzer auch tatsächlich Geld auszugeben bereit ist.
    Es ist ein Märchen, dass mit Homerecording ohne gutes Studio mit entsprechend Know-How wirklich marktfähige Sachen veröffentlicht werden können, die ein Auskommen ALLER Beteiligten ermöglichen. Und damit meine ich, dass die Einnahmen oberhalb der Armutsgrenze liegen.

    Der BR hat dazu ‘mal schön recherchiert und liefert harte Fakten und Zahlen:
    http://on3.de/e/12940#/e/12940

  • Kommentator

    Es ist schon eine Weile her, da gab es eine … Konferenz wenn ich mich nicht irre in der es darum ging, wie die Lobbyarbeit von Urheberrechten weiter gehen soll.

    Ich erinnere mich noch dunkel daran was beschlossen wurde:

    Die Künstler sollen ihren Einfluss nutzen um die öffentliche Meinung, die sich seit der “Raubkopierer müssen ins Gefängnis” Kampagne nicht mehr wohlgesonnen ist, zu ändern.

    Es ist schon etwas peinlich wenn man sich anschaut wie schnell alle vergessen haben was diese offenen Briefe sind, eine organisierte und bezahlte Werbekampagne, nicht mehr und nicht weniger.

    Zum Glück muss man wohl feststellen, das die Aktion nicht besonders gut zieht, denn die öffentliche Meinung scheint jetzt noch stärker die Differenz zwischen den Urheberbegründern (Künster, Autoren, Programmierer) und den Nutznießern des Urheberrechts (Firmen, Verwertungsgesellschaften, Abmahnanwälten)

  • Peter

    Ich habe diesen Blog seit Jahren abonniert und viel Wissen und Spaß daraus gezogen. Danke dafür. Aber jetzt ist damit Schluss. Ich kann jemanden, für den Kultur dermaßen unwichtig ist, schlicht nicht mehr ernst nehmen. Ich glaube, Sven Regener hat sowas von Recht, aber den kennen ja die meisten hier wahrscheinlich gar nicht, bzw. kannten ihn vor dem ganzen Theater nicht.
    Es wird Zeit, dass die Piraten, oder wer auch immer ein Problem mit der Entlohnung der Urheber hat, sich endlich mal mit den Künstlern zusammensetzt und genau erklärt, was eigentlich das Problem ist.
    So wie ich das mitbekommen habe, will eine Fraktion schlicht, dass Kunst immer umsonst fabriziert wird (schließlich werde ja Kunst nur gemacht, um sich selbst auszudrücken, gibt ja noch Harz4), gut, schafft Euch so eine Welt, da will ich nicht Teil von sein. Da wird die Meinung vertreten, dass, wenn z. B. eine CD einmal da ist, der Künstler ja schon entlohnt wurde, da kann sich der Rest der Welt dann bedienen. Toll, was verdient er dann an der einen verkauften CD?
    Andere sehen das durchaus vernünftiger. Sicher sollte man etwas ändern, aber so pauschal wie im Moment auf die Künstler draufgehauen wird, das ist einfach nicht mehr zu ertragen. Und wenn, wie in manchen Kommentaren, den Künstlern einfach Unwissenheit (über die Verwertung ihrer eigenen Werke!) unterstellt wird, das ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten. Wie selbstherrlich muss man denn da sein?

  • Tomate

    Musikproduzent: Ich möchte dir ganz herlich für diesen tollen Beitrag DANKEN in dem du auf diesen tollen Artikel aufmerksam gemacht hast: http://on3.de/e/12940#/e/12940

    Ich gehöre zu der Gruppe der AUTOREN die vom Verfasser des Artikels oben so klein geredet wird.

    Im Gegensatz zu den bekannten Bestsellerautoren erscheinen meine Werke in einem Verlag. Wir wissen, dass unsere Bücher auch nicht gerade selten “gerippt” werden, kennen auch die Zahlen, und ich kann nur allen Beteiligten hier sagen:

    Leben kann ich von den Büchern NICHT, fürEIN JAHR Arbeit bekomme ich wenn ich Glück habe einen Monatslohn von jemand, der “normal” in der Wirtschaft arbeitet!

    Nun könnte man sich streiten ob diese Lohnhöhe angemessen ist. Dennoch würd eich argumentieren, warum jeder andere Mensch für ein Jahr Arbeit einen guten Lohn bekommen soll, nur wir KReativen nicht.

    Wir haben auch Ausgaben für Essen und Wohnung, haben in unsere Bildung investiert, und sollend afür alles für nen Appel und ein Ei (wenn wir Glück haben) hergeben?

    Wir merken in meinem Verlag leider SCHMERZHAFT jedes illegal kopierte Buch und eigentlich könnte man sich fast schon fragen warum unsere Autoren sich 1 Jahr Arbeit überhaupt noch antun wollen, wenn es ja eh nicht mal zum Leben reicht weil alle alles umsonst wollen. :/

    Wenn jemand Teile unserer Buches als Werbung herumzeigt (zum Thema freies Internet) dann haben wir übrigens nichts dagegen, denn das hilft uns WIRKLICH. Es hilft uns aber NICHT wenn unsere Bücher im gesamten verbreitet werden und wir für unsere harte Arbeit nichts bekommen.

  • finefin

    Ich bin auch Urheber. Echt!
    Ich entwickle Lern- und Casualgames. Wird oft belächelt, ist in meinen Augen aber das großartigste, was man machen kann.

    Und Fakt ist, dass sich diese Tätigkeit sehr breiter künstlerischer Mittel bedient: ich arbeite mit Grafikern, Musikern, Programmierern, Textern, Lehrern und Sozialpädagogen zusammen (ja, ich sehe auch die Pädagogik als Kunst an – wer Kinder hat, weiß, was ich meine)…

    Letztes Jahr ist eines meiner iOS-Spiele auf ThePirateBay aufgetaucht. Eine Woche später ein gespannter Blick auf die Verkaufszahlen. Und? Einbruch der Verkäufe? Nein. Das Gegenteil war der Fall. Ich bin insgesamt zwar längst nicht reich geworden, die Veröffentlichung auf der Torrent-Plattform hat aber einen deutlichen Verkaufs-Peak im AppStore hervorgerufen.

    Ich kann also persönlich (!) die angeblichen negativen Auswirkungen des bösen Filesharings in keiner Weise nachvollziehen. Ich weiß echt nicht, warum da alle so in Panik geraten… oder bin ich echt allein mit der Erfahrung?

  • kaputnik

    @Nakonda:

    Ein wenig ungeschickt in der Tat, auch ich fände eine Creative Commons-Lizenz für die Bloginhalte passender, bildet aber trotzdem keinen Widerspruch.

    Praktisch niemand in der Diskussion verlangt, dass Dritte Inhalte ohne Genehmigung des Urhebers kommerziell verwerten dürfen sollen. Hierüber wird überhaupt nicht diskutiert, Sie tun aber so.

    Udo Vetter tritt aber nicht für eine Verschärfung des Urheberrechts und die Totalüberwachung des Internets ein, um das bestehende bzw. das dann verschärfte Urheberrecht durchzusetzen. Sondern er tritt sicherlich für eine Anpassung des Rechts an die Gegebenheiten unserer Zeit ein.

  • Tomate

    @finefin: Da hast du Glück gehabt. :)

    Aber das wäre ja mal ein guter Punkt… da man mal nachforscht wo wirklich Verluste gemacht wurden und wo nicht.

  • Thomas

    @ Tomate: also wenn sie ein ganzes Jahr, 40 Stunden/Woche, also 1920 Stunden gebraucht haben, um EIN Buch zu schreiben, dann wäre ihre Argumentation schlüssig. Wenn sie ungefähr 160 Stunden gebraucht haben, dann ist ihre Bezahlung (ein Monatslohn) aber genau das, was wir alle kriegen.

    Über alles zwischen den 160 Stunden und den 1920 Stunden kann man reden. Mit dem Verleger.
    Allerdings würde ich vor so einer Debatte warnen: sie läuft darauf hinaus, die Zeit, die jemand zum Kunst schaffen benötigt, in Geld umzurechnen. Was umgekehrt eine Notwendigkeit aufschließt, nämlich die, diese gearbetieten Stunden auch wirklich NACHWEISEN zu können.
    Was ein wirklich lustiges Abrechnungssystem, ganz eigens für Künstler erfunden, hervorbringen dürfte, welches diesen Künstlern sicherlich total viel Freude bereiten würde.

    Vielleicht auch mal eine Weisheit über den Diebstahl nicht missachten: was man klauen will, das will man selten kaufen.
    1 Million Klicks auf Youtube in 1 Million mal 14,99 (für ein Album) umzurechnen ist eine üble Milchmädchenrechnung. Das gilt analog für geripte Bücher. Das ist betriebswirtschaflicher Unsinn und buchhalterische Grobschlächtigkeit. Wer mit solchen Analogien aufwartet, braucht sich nicht wundern, wenn die Leute langsam nicht mehr zuhören wollen und latent genervt werden. Diese Rechnung stimmt einfach nicht. Sie müssen das Buch nicht nochmal schreiben, sich nicht nochmal alles ausdenken, nichts, was mit dem Diebstahl bspw. eines Fahrrads vergleichbar wäre. Oder eines Brotes. Oder eines Autos. Sie können alles beliebig oft selbst nachkopieren. Im Gegensatz zum beklauten Ex-Fahrradbesiter. IHR materieller Wert verschwindet nich, wenn er geklaut wird. Der des Fahhrradbesitzers schon.

    Im Übrigen frage ich mich langsam auch – angesichts der Mauern, die gegeneinander aufgebaut werden auf Grundlage des Eigentumsbegriffes – wie bitte die Verpflichtung des geistigen Eigentums ausssieht?

  • kaputnik

    @Christian Mörken:
    wie hochgradig blödsinnig Ihr KiPo-Beispiel ist, müsste Ihnen eigentlich selbst auffallen.

    Ich weiß ja nicht, wie sie zu Mashups, Sampling und sowas stehen, aber es gehört zum Thema:

    Der Titel Ihres Buches “Oh, wie schön ist Caracas” erinnert mich irgendwie an … die Titelähnlichkeit ist sicher reiner Zufall und Sie haben auf keinen Fall an das Panama-Buch gedacht und …. _ich_ hätte mich nicht getraut mein Buch so zu nennen, aus Angst, Post von Abmahngangstern zu bekommen.

    So wie die Drogenprohibition und das Verbot über rote Ampeln zu gehen, jeden Tag scheitern, so scheitert das aktuelle Urheberrecht. Jeden Tag.

    Wie wollen Sie das lösen? Das Gesetz verschärfen? Totalüberwachung? Vielleicht fällt Ihrer Seite mal ein gutes Argument ein!

    Noch niemand der “Urheber-Seite” (schon das ist ein Witz) ist in verschiedenen Diskussionsthreads zum Thema auf den verschiedensten Seiten ist darauf eingegangen, wofür eigentlich _viele_ Euros Zwangsabgaben auf allen möglichen Geräten liegen, wenn man nichts darf. Nein, auch keine Privatkopie, denn das Umgehen des DRM ist ja verboten.

    Nehmen Sie gefälligst! zur Kenntnis, dass niemand verlangt, dass Sie Ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen können. Aber für Ihr Geschäftsmodell bin ich nicht bereit in einem Überwachungsstaat zu leben.

    Das Ängste sind verständlich, aber das diskursive Niveau der “Urheber” ist unfassbar erbärmlich.

  • Tomate

    @Thomas:

    Sind die Bücher, die Sie lesen nur 10 Seiten dick? ;)
    Es dauert ne Weile etwas qualitativ hochwertiges zu schreiben. Hinzu kommt noch Zeit für Recherche und Vorbereitung/ Verwaltung der Ideen.

    Selbst wenn Sie ein Buch mit nur 300 Seiten schreiben wären Sie, wenn sie das in 3 Monaten schaffen schon verdammt gut dabei. ;D

    “Allerdings würde ich vor so einer Debatte warnen: sie läuft darauf hinaus, die Zeit, die jemand zum Kunst schaffen benötigt, in Geld umzurechnen.”

    Jeder Handwerker bekommt für das Handwerk, dass er leistet einen entsprechenden Stundenlohn, der auch nicht selten Kosten für Anfahrt etc beinhaltet.

    Warum also ein Künstler nicht?

    Natürlich muss ich das Buch nicht noch einmal schreiben, die Frage stellt sich dennoch wovon ich denn bitte leben soll, wenn ich nunmal beruflich als Autor arbeiten will – und dazu habe ich genauso das Recht wie jemand sich frei entscheiden darf, einen anderen Beruf auszuüben.

    Also ja, wovon soll ich bitte leben wenn mein Beruf Autor ist und ich dummer Weise auch noch den Anspruch daran habe, ein gutes Buch zu schreiben? Soll ich dann eben Busfahrer werden (nichts gegen Busfahrer ist nur ein Beispiel) nur weil SIE darüber bestimmen wollen, dass ich gefälligst enteignet werden soll?

  • Tomate

    PS: Nein ich spreche nicht für große Firmen sondern für kleine Künstler. Danke. -__-

  • kaputnik

    @Antwort:
    “Dieser Anteil ist aber mit an Sichehreit grenzender Wahrscheinlichkeit so gering, dass selbst Unverbesserliche einsehen müssen, dass die Geräte- und Leermedienabgabe ihren Sinn hat, will man nicht zu Gunsten dieser Minderheit ein Kontrollsystem einführen, welches jedwede Nutzung zu 100% protokolliert. Rein technisch machbar wäre das nämlich ohne Probleme.”

    An die Geräteabgabe hat sich die Gesellschaft gewöhnt. Aber warum gibt es die Abgabe, wenn man nicht kopieren darf?
    Nicht mal meine selbst gekaufte CD, die über einen Kopierschutz verfügt.
    Feuchter Traum der Verwertungskonzerne ist, dass zeitlich beschränkte gerätebezogene Lizenzen verkauft werden … verzichtet also auf die Geräteabgabe.

    Wofür habe ich gerade angeblich bis zu 36Euro bei meinem neuen Smartphone bezahlt, wenn ich keine CD rippen darf? Häh?

  • kaputnik

    @Tomate:

    Wir sollen Ihnen glauben, vor Zeiten des massiven Sharings war alles gut für den Durchschnittsautoren. (ganz konkret) Sie konnten also vor einigen Jahren prima von Ihren Werken leben und jetzt bleibt ein Monatsgehalt für ein ganzes Jahr?

    Das ist doch Blödsinn.

    In irgendeinem Thread bei netzpolitik.org zum Thema gestern oder heute wurde dargelegt, dass die Gewinnmargen der Verwertungsindustrie deutlich höher sind als die Margen der produzierenden Industrie. Die Umsätze der Filmindustrie steigen von Jahr zu Jahr, was wird hier eigentlich gejammert. Bzw. Sie geben den falschen die Schuld. Entweder sind Ihre Werke so schlecht, dass sie sich nicht verkaufen oder Sie werden von Ihrem Verlag über den Tisch gezogen. Sie glauben, dass jedes ihrer (angeblich) downgeloadeten Bücher gekauft worden wäre?

  • Olli

    @Antwort: Selbst wenn die Leute ihre dicken Leitungen nur fürs kopieren einsetzen würden. Was in anbetracht der Tatsache das nicht mal DSL 16.000 weit verbreitet ist und an der Leitung meist mehrere Rechner hängen eine nette Unterstellung ist, wo wird da eine Urheberrechtsabgabe begründet?

  • Tomate

    @kaputnik:

    Ich denke nicht, dass ich von meinem Verlag verarscht werde, da es wie gesagt ein kleiner Verlag ist.

    Und davon rede ich, egal wie ihr das gerade dreht und wendet weil es euch so Recht ist. Wenn es immernur darum geht neue Ausredne zu finden warum wir Künstler kein Geld verdienen- wir seien angeblich zu shclecht oder was auch immer – dann ist das für mich keine solide Basis für eine Diskussion.

    Das Buch ist recht teuer weil es lehrende Inhalte zu einem Spartenthema behandelt. Es ist also echt KEIN Mainstreamwek und ja, es ist DICK und ja, man arbeitet LANGE an so etwas, macht Notizen und Aufzeichnungen und trägt alles GENAU zusammen.

    Es gibt nunmal nicht für alles Mainnstreamverlagshäuser die alles zum nem Appel und nem Ei herausschleudern.

    Haben Ihrer Meinung nach z.B. all die kleinen Bands, die auch nicht von ihrer Musik leben können es übrigens auch nicht besser verdient weil sie, da sie aufgrund mangelnder Bekanntheit kaum einer kauft ja “zu schlecht” sind um als Künstler zu existieren? ;)

    Warum greifen wir nicht einen Schritt weiter und erklären einfach ALLE Produkte für schlecht, die wir gerne für umsonst hätten. zB den öffentlichen Nahverkehr. Fahre ich halt für umsnst und erkläre dem Kontrolleur dann, dass deren Service mir zu schlecht ist.

    Ändert das was daran, dass arbeitende Menschen – egal in welchem Bereich, sie ARBEITEN, für ihre Arbeit entlohnt werden müssen?

    Äh- nein. Denn sonst könnten wir ja auch umsonst mit der Bahn fahren. ;)

  • kaputnik

    @Tomate:

    Sie hören ja nicht mal zu. Sie sondern nur Unterstellungen ab. Aus meinen und praktisch allen Beiträgen in Diskussionen zum Thema können Sie nicht im entferntesten die Einstellungen ableiten, die sie mir bzw. allen “Piraten” unterstellen.

    Auch gut, dass Sie meinen mir erklären zu müssen meinen, wie man ein Buch schreibt. Hätte nicht gedacht, dass ich so bescheuert rüberkomme.

    Sie bekommen für Ihre schreibende Tätigkeit also im Jahr ungefähr ein Monatsgehalt raus und behaupten implizit, es wäre deutlich mehr, wenn es die bösen Piraten nicht gäbe.

    Vielleicht könnte es mehr sein, wenn Sie alternative Vertriebswege suchen würden? Vielleicht natürlich auch nicht. Dann aber ist es das Werk tatsächlich entweder zu schlecht oder Ihre Nische zu klein. Was hat die Gesellschaft damit zu tun?

    Was erwarten Sie von der Gesetzgebung? Wie stellen Sie sich ein verbessertes Urheberrecht vor.

    Auf freitag.de finden Sie unter dem Titel Schneiden wir den Kuchen neu an, konkrete Vorschläge der fortschrittlichen Seite. Auch die heute erschienenden Artikel bei SPON sind sehr gut.

  • kaputnik

    “Ändert das was daran, dass arbeitende Menschen – egal in welchem Bereich, sie ARBEITEN, für ihre Arbeit entlohnt werden müssen?”

    In meinem Vorposting habe ich schon darauf hingewiesen, dass Ihre Nische möglicherweise einfach zu klein ist. Woher nehmen Sie das Selbstbewusstsein, dass Ihre Werke unbedingt Abnehmer finden müssen. Ihre Beiträge lesen sich, als erhebten Sie einen Anspruch darauf, ausreichend bezahlt zu werden … ja, wenn Ihre Leistung die Leute interessiert und die Leute Ihre Arbeit schätzen, werden sie dafür bezahlen.

    Wenn Sie unter den gegenwärtigen Bedingungen aber nicht klarkommen, dann lassen Sie sich was einfallen. Sie kommen aber offensichtlich klar und tun etwas, von dem Sie glauben, es sei richtig und wertvoll. Mit den Konsequenzen leben müssen Sie aber sowieso.

  • Densor

    @R.A.: Erstmal ist “Content” ein extrem weitreichender Begriff und ganz ernsthaft, den Stand der Piraten bei einem so komplexen Thema so arg zu versimpeln tut der Sache keinen Gefallen.

    Niemand will “Content umsonst für jeden und alles”, dies als “zentrale Forderung” einer dermaßen dezentralisierten und chaotischen Partei zu propagandieren finde ich arg reißerisch.

    Man konstruiert ausserdem keine “Bedeutungsunterschiede”, es sind aus gutem Grund zwei verschiedene Wörter, es zu arg zu versimpeln tut würde den realen Zuständen nicht entsprechen.

    In dieser Diskussion muss man auch bedenken das es eben hauptsächlich um “Konsumgüter” geht die größtenteils der Unterhaltung dienen und vervielfälltigt werden können mit praktisch 0 Kostenaufwand für den Produzenten.

    Dadurch entsteht eine regelrechte Inflation von kreativen Werken jeder Art, denn nicht nur das vertreiben auch das produzieren von “Content” ist inzwischen um einen gigantischen Faktor leichter geworden. All dies dank dem bösen “freien Internet” und trotz all der Wildraubkopiererei. Der “Konsument” will heutzutage auch einfach gleichzeitig “Nutzer” sein auf jegliche abstrakte Art und Weise. Man will dinge “besitzen” damit man selbige verändern und weiterbenutzen kann.

    Mit diesem neuen Umstand kommen vor allem Verlage nicht wirklich klar. Dies äussert sich in so tollen Dingen wie dem Leistungsschutzrecht für (doitschte!) Presseerzeugnisse und dem generel parasitärem Verhalten von großen Verlagshäusern wie im Wissenschafts und Bildungssektor.

    Überhaupt nicht. Die Fehlkonstruktion GEZ hat mit der Debatte ums Urheberrecht nichts zu tun. Was man alleine schon daran sehen kann, daß fast alle Länder das Urheberrecht kennen, aber nur wenige eine GEZ-ähnliche Institution haben.

    Natürlich nicht, genauso wenig wie Zwangsabgaben auf Datenträger, Kasetten oder sonstige elektronische Geräte die jeder Nutzer gezwungen wird zu zahlen. Hat alles keinen Zusammenhang und ist ja ein komplett anderes Themengebiet.

    Andere Länder haben aber oft auch anderes angewandtes Urheberrecht als Deutschland, jedes ist da speziell im einzeln ebenso wie die Verwertungsgesellschaften natürlich auf den regionalen Kontext angepasst sind bzw. es in manchen Ländern kaum vergleichbare Strukturen gibt.

    Was hat denn das miteinander zu tun? Es hat niemand verlangt, daß diese Autoren automatisch und pauschal Geld bekommen.

    Dann aufmerksamer die Kommentare lesen, die Story vom armen “Künstler” der es ja einen harten langen Weg zum Erfolg hat wurde hier einige male dramatisiert um zu rechtfertigen das Profit durch geistiges Eigentum ja überproportional skalieren sollte, zumindest im vergleich zu regulären materiellen Gütern und Erzeugnissen.

    Und auch ein Konzept wie “Kickstarter” beruht letztlich auf dem klassischen Urheberrecht. Da werden ja schließlich keine Spenden eingesammelt, sondern für ihr Geld wollen die Leute Ergebnisse.

    Richtig, dort werden keine Spenden eingesammelt. Dort gibt der Konsument/Nutzer eine Arbeit in Auftrag, er kann entscheiden wieviel Geld er für was ausgibt und kann sich den groben Ausgang schon vorstellen.

    Im Gegensatz dazu steht der traditionelle Weg: Kunde kauft etwas dessen Qualität er im vorraus nicht wirklich beurteilen kann und soll im idealfall drauf sitzen bleiben, für immer.

    Oder auch schön: Öffentliche “Spenden” in Form einer GEZ sammeln, misserable Qualität liefern und dabei gegen die eigenen Konsumenten und Kunden hetzen.

    Aber im großen und ganzen sind die Konsumenten und Nutzer mit ihrem Geld die wahren Entscheidungsträger. Deren Verhalten kriminalisieren weil man künstliche Märkte schaffen/halten will wird auch nicht mehr Geld für schlechte Erzeugnisse und Dienste liefern, das sollte man bitte bedenken.

  • Tomate

    @kaputnik:

    Hm das finde ich sehr amüsant wie Sie meinen, mich zu kennen.

    Ich bin ehrlich gesagt Piratenwähler und verteidige Ihre Einstellung auch immer gegenüber meinen kreativen Freunden.

    Ich erkläre denen sogar regelmäßig, dass Sie nicht für eine Abschaffung des Urheberrechts sondern eine Anpassung dessen sind und auch wollen, dass wirklich in Zukunft mehr bei den Künstlern landet.

    Warum könnte ich, da ich ja so sehr “nicht klar komme”, wohl trotzdem auf Ihrer Seite sein?

    Möglicher Weise weil auch ich und mein Verlag gerade nach alternativen Wegen suchen.

    Dennoch haben wir damals nunmal die Kosten gehabt, um die Bücher zu drucken. Man kann vorher nunmal nicht wissen, wieviele es kaufen würden. Fakt ist dennoch, wir sind klein, und wir spüren es wenn jemand sich das Buch einfach nimmt ohne dafür zu bezahlen.

    Ich spreche auch öfter mit den Leuten darüber warum sie es sich saugen wollen und sie sagen dann, das Buch sei zu teuer. Ich kann es aber nunmal leider nicht billiger drucken lassen weil: kleiner Verlag.

    Übrigens lässt sich bei kleinen Autoren ganz gut nachverfolgen ob sie zum Download angeboten werden… finde ich ja sogar schon auf Google wenn ich mal meinen Namen eingebe. Plus Zahlen daneben wie oft es runtergeladen wurde. XD

    Zudem kann ich Ihnen nicht sagen wie gut das Ganze gehen wird, wenn es dann als -> Ebook <- erhältlich sein wird.

    Ich kann Ihnen aber jetzt schon sagen, dass es mich dann auch ärgern wird wenn Leute es sich für umsonst saugen obwohl es nun für günstig zu haben ist. Wenn jemand sich etwas nimmt obwohl es schon so wenig kostet kann er ja den Wert der Sache unmöglich erkennen wollen.

    Und dieses Nicht Erkennen des künstlerischen Wertes – sprechen wir mal allgemein – ist etwas das mir leider sehr oft auffällt und das ich zu einem Zeitpunkt wo etwas das gedruckt 40 Euro kostet und man als Ebook 4 Mal billiger bekommt immernoch geklaut wird für mich leider schwer nachzuvollziehen ist.

    Ich will und erwarte mir zudem nicht dass ich eines Tages ne Villa und nen Pool für meine Arbeit bekommen würde. Was ich wll ist Wertschätzung, und weder Verbraucher noch FIRMEN, die mir erklären, ich würde ja nicht viel Arbeiten (vor Allem Firmen tun das gerne) damit sie meine Arbeit für umsonst kriegen. Ich arbeite schon 6 Tage die Woche und habe eine sehr kleine Wohnung. Also soll mir bitte keiner erzählen das ich keine Abstriche mache oder mit meiner Kunst nicht bescheiden bin. :/

  • Tomate

    @kaputnik: @kaputnik

    Sorry jetzt habe ich den Lösungsansatz vergessen.

    Aus gegebenem Anlass hatte ich mir da im Fall Youtube mal Gedanken gemacht und dachte an eine Art “Musikflatrate” die jeder User bezahlt und die gerecht unter den Kreativen aufgeteilt wird.

    (Ich fasse mich jetzt nicht zu lang da ich noch was Essen gehen wollte)

    Was die anderen Sparten betrifft so ist das generell schwer in wenigen Sätzden zusammenzufassen aber sagen wir es mal so: Ich wäre dafür das man das Urheberrecht in sofern modifiziert das man zwischen Firmen und Privatleuten unterscheidet.

    Eine Lockerung für alle würde für den Kreativen nämlich bedeuten, dass große Firmen mit seiner Arbeit noch mehr Geld machen und er geht mal wieder leer aus.

    Aus diesem Grund bin ich für die Trennung zwischen Privat und Firma. Genauso wie ich für das Finden von neuen Wegen bin. Ich bin auch dafür das Privatleute zB eine gewisse Anzahl Seiten aus einem Ebook erstmal legal umsonst zum Probelesen bekommen etc etc.

    Man müsste es eben für jeden Bereich noch einmal gesondert durchdenken.

    Was zB den Maler ärgern dürfte ist wenn sein Bild irgendwo ohne Namensnennung auftaucht. Das wäre für ihn immernoch keine Werbung… sondern einfach: nix.
    Da müsste man sich also auch überlegen ob man erlaubt, dass Bilder von Illustratoren auf Website unter Namensnennung auf jeden Fall verwendet werden dürfen usw.

    Ich hoffe das zeigt genug Einblik. ;)

  • Pencil-Samurai

    @kaputnik:

    Wenn Werke sich schlecht verkaufen, weil sie schlecht seien, aber deren Downloadzahlen in die Höhe schnellen – merken Sie da nicht diesen Widerspruch an sich?

    Wenn etwas so schlecht ist, wieso wird dann förmlich von den Künstlern “gefordert”, dass sie ihre Arbeit kostenlos verfügbar machen, oder gefordert, dass das Urheberrecht zugunsten der Nutzer ausfallen muss, dass Urheber eventuell zwangsenteignet werden sollen?

    Weshalb werden schlechte Werke denn (und wir wissen, dass sie schlecht seien, ist nicht der Grund) so oft heruntergeladen? Massives Filesharing führt vielleicht dazu, dass mehr Menschen vom Produkt in Kenntnis gesetzt werden können und auch, dass mehr Menschen es sich kaufen können – doch genauso viele kaufen es sich NICHT und behalten es trotzdem.

    Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin gegen die teilweise drakonischen Strafen, auch gegen Überwachung – doch spreche mich für ein gestärktes Urheberrecht FÜR die Urheber aus (was dazu führen wird, dass Urheber im digitalen Zeitalter ihre eigenen Verwerter sein können, doch ganz ohne Verwerter wird es nicht gehen).

    Und weshalb vermischen Sie die Filmindustrie und Buchverlage? Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Filme bringen nunmal mehr Gewinne ein als Bücher, doch kostenfrei gesaugt wird überall zu Hauf.

    Die Kleinen gehen daran zuerst kaputt und von diesen gibt es mehr als von den Großen. Oder glauben Sie wirklich, jeder Künstler wohnt in einer Villa, lehnt sich zurück und nimmt genug Geld ein um sich für sein restliches Leben zurücklehnen zu können?

    Und ganz ehrlich – Ihre Beiträge sind das beste Beispiel für die Unterstellungen, die man Ihnen und den “Piraten” macht – Sie leben diese Unterstellungen nämlich beispielhaft vor. Sie reden von schlechten Werken, die sich nicht verkaufen weil sie schlecht seien, oder weil es Nischenprodukte sind, gleichzeitig scheinen Sie aber das kostenfreie Downloaden dieser (denn Sie selbst sagten ja “Sie glauben, dass jedes ihrer (angeblich) downgeloadeten Bücher gekauft worden wäre?”) vehement zu verteidigen. Weshalb? Die Doppelmoral wird hiermit klar ersichtlich, die Sie an den Tag legen.

    Wie würden Sie sich denn fühlen, wenn man Ihnen Ihren Lohn zurückhält mit der Begründung, dass Ihre Arbeit zu schlecht sei und Sie sich neue Wege einfallen lassen sollten, Ihre Arbeit abzuleisten, während man Sie gleichzeitig zu mehr Arbeit auffordert? Ja, das kann man vergleichen – denn hier geht es um Arbeit und Entlohnung. In welcher Form die Arbeit stattfindet, ist nicht der Hauptpunkt. Dieser wird jedoch sehr gerne aufgeführt, um das Leistungserschleichen zu rechtfertigen.

  • kaputnik

    Hm das finde ich sehr amüsant wie Sie meinen, mich zu kennen.

    Sie haben mit Unterstellungen begonnen. Ich habe Ihre Aussagen interpretiert.

    Ich bin ehrlich gesagt Piratenwähler und verteidige Ihre Einstellung auch immer gegenüber meinen kreativen Freunden.

    ??? Tomate, sind Sie es ??? “Ihre” großgeschrieben?

    Ich erkläre denen sogar regelmäßig, dass Sie nicht für eine Abschaffung des Urheberrechts sondern eine Anpassung dessen sind und auch wollen, dass wirklich in Zukunft mehr bei den Künstlern landet.

    “Sie” großgeschrieben?

    Warum könnte ich, da ich ja so sehr “nicht klar komme”, wohl trotzdem auf Ihrer Seite sein?

    Möglicher Weise weil auch ich und mein Verlag gerade nach alternativen Wegen suchen.

    Dennoch haben wir damals nunmal die Kosten gehabt, um die Bücher zu drucken. Man kann vorher nunmal nicht wissen, wieviele es kaufen würden. Fakt ist dennoch, wir sind klein, und wir spüren es wenn jemand sich das Buch einfach nimmt ohne dafür zu bezahlen.

    Wenn Sie auf einem Haufen Bücher sitzen, dann haben Sie sich verkalkuliert. Geschäftsrisiko. Sie können nicht von illegalen Downloads auf verkaufte Bücher schließen. Wenn man Ihre Beiträge liest, müssen es ja ganz schön viele sein.

    Ich spreche auch öfter mit den Leuten darüber warum sie es sich saugen wollen und sie sagen dann, das Buch sei zu teuer. Ich kann es aber nunmal leider nicht billiger drucken lassen weil: kleiner Verlag.

    book on demand vielleicht? PDF download? Verschenken, dann hätten Sie wenigstens Leser und nicht die Kosten für den Druck? Verschenken wäre in Ihrem Fall also wirtschaftlich besser. Ganz offensichtlich ;)

    Übrigens lässt sich bei kleinen Autoren ganz gut nachverfolgen ob sie zum Download angeboten werden… finde ich ja sogar schon auf Google wenn ich mal meinen Namen eingebe. Plus Zahlen daneben wie oft es runtergeladen wurde. XD

    Ihr Name ist “Tomate”? Warum machen Sie hier nicht ein bisschen Werbung für Ihren Namen? Ich halte Anonymität für ein hohes Gut, aber in Ihrem Fall könnte es doch sinnvoll sein, mit dem Klarnamen aufzutreten?
    Wo sehen Sie bitte die Downloadzahlen neben einem Autoren bei Google?

    Zudem kann ich Ihnen nicht sagen wie gut das Ganze gehen wird, wenn es dann als -> Ebook <- erhältlich sein wird.

    Ich kann Ihnen aber jetzt schon sagen, dass es mich dann auch ärgern wird wenn Leute es sich für umsonst saugen obwohl es nun für günstig zu haben ist. Wenn jemand sich etwas nimmt obwohl es schon so wenig kostet kann er ja den Wert der Sache unmöglich erkennen wollen.

    Und dieses Nicht Erkennen des künstlerischen Wertes – sprechen wir mal allgemein – ist etwas das mir leider sehr oft auffällt und das ich zu einem Zeitpunkt wo etwas das gedruckt 40 Euro kostet und man als Ebook 4 Mal billiger bekommt immernoch geklaut wird für mich leider schwer nachzuvollziehen ist.

    Ist blöd, stimmt. Aber möglicherweise wirds trotzdem auch 4x mehr verkauft?

  • Andi

    Herr Vetter, Urheber sollen nicht mehr systemrelevant sein?
    Verstehe ich nicht.

    “Content is king” hat Helmut Thoma mal gesagt. Filme, Bücher, Musik – all das stammt von Urhebern, nicht aus dem Netz, dem Universum oder sonstwoher. Und nach alldem dürstet unsere Gesellschaft täglich mehr.

    Ich glaube, Urheber werden von Tag zu Tag sytemrelvanter.
    Ob es den Piraten passt oder nicht.

  • ThomasL

    @Tomate:

    Entschuldigung, aber ist das Problem nicht selbst verursacht? Ich habe bis vor kurzem den Studiengang: Wirtschaftsingenieur studiert. Im Rahmen des Studiums habe ich mehrere Fachbücher durchgearbeitet. Meist in der Bücherei, denn zum kaufen waren die einfach zu teuer. Das bedeutet nicht, dass die Bücher den Preis nicht wert waren/sind. Aber wenn ich als Student 10 Fachbücher pro Semester studieren muß, und jedes 60-70€ kostet….. so viel Geld hatte ich einfach nicht.
    Für meine Abschlussarbeit habe ich mir dann 3 Fachbücher gekauft, die ich in der Bücherei nicht gefunden habe. Nach dem Bestehen der Arbeit habe ich die Bücher wieder verkauft.

    Worauf ich hinaus will: Die meisten Autoren der Fachbücher waren Professoren an Hochschulen, die wollten diese Bücher eben schreiben, alleine davon leben kann man aber nicht, da nicht genügend Abnehmer vorhanden sind. Also hatten die eine Haupttätigkeit (lehren) und haben die Bücher nebenbei geschrieben.

    “Natürlich muss ich das Buch nicht noch einmal schreiben, die Frage stellt sich dennoch wovon ich denn bitte leben soll, wenn ich nunmal beruflich als Autor arbeiten will – und dazu habe ich genauso das Recht wie jemand sich frei entscheiden darf, einen anderen Beruf auszuüben.”

    Das ist die freie Berufswahl, stimmt. Es gibt aber keinen rechtlichen Anspruch, dass man in dem Bereich in dem man arbeiten will, auch Geld verdienen kann. Wenn ich nach meinem Studium in meinem Fachbereich keine Arbeit finde kann ich nach Alternativen suchen, oder gegen Einwanderer hetzen die mir den Arbeitsplatz wegnehmen. Oder, frei nach South Park: “They took our jobs!”

    “Wir merken in meinem Verlag leider SCHMERZHAFT jedes illegal kopierte Buch und eigentlich könnte man sich fast schon fragen warum unsere Autoren sich 1 Jahr Arbeit überhaupt noch antun wollen, wenn es ja eh nicht mal zum Leben reicht weil alle alles umsonst wollen. :/”

    *amKopfkratz* Wo ist aber bitte der Unterschied:
    1.) Ich leihe mir das Buch aus einer Bücherei.
    2.) Ich bestelle das Buch bei amazon/libri, und sende es innerhalb von 2 Wochen zurück.
    3.) Ich lade es mir als PDF.

    Ich möchte die Arbeit der Autoren nicht kleinreden, aber dieses Problem wurde nicht durch das Internet verursacht. Vielleicht ist es einfacher die Dimensionen wahrzunehmen, da man nun die Downloadzahlen von Torrents abrufen kann, aber dann davon auf entgangene Einnahmen zu schließen ist…. falsch.

    Das einzige Beispiel das ich bringen kann betrifft Comics. Eine Zeichnerin aus Österreich hatte jahrelang einen Comic bei orf.at herausgebracht. Nachdem orf diesen “Service” eingestellt hat, hat sie den auf ihrer Website weiter veröffentlicht. Vor einigen Jahren hat dann eine Freundin von ihr den Comic als Druckversion veröffentlicht, und Leute haben den gekauft. Obwohl die kostenlose Version online frei verfügbar war.

    Das Problem ist nicht das Internet. Es ist auch nicht das illegale kopieren.
    Raubkopien und Torrents für entgangene Gewinne verantwortlich zu machen ist das Problem.

    Früher habe ich Musik aus dem Radio aufgenommen. Danach habe ich mit Freunden Kassetten auf dem Schulhof getauscht und kopiert. Später habe ich CDs im Kaufhaus “probegehört”. Jetzt ist es illegal mir Musik auf youtube anzuhören.

  • kaputnik

    @Tomate:
    “Was die anderen Sparten betrifft so ist das generell schwer in wenigen Sätzden zusammenzufassen aber sagen wir es mal so: Ich wäre dafür das man das Urheberrecht in sofern modifiziert das man zwischen Firmen und Privatleuten unterscheidet.”

    > da Frage ich mich, worüber die ganze Zeit gestritten wird. Das ist genau der Ansatz, den auch die meisten Piraten zustimmen könnten. Fair Use im privaten Bereich und nicht kommerziellen Bereich und ähnliche Regelungen wie sie jetzt bestehen gültig für den kommerziellen Bereich dann nur noch.
    Im Alltag darf das Urheberrecht für den einfachen Nutzer keine Rolle spielen.

  • kaputnik

    @kaputnik:
    @kaputnik: @Tomate:

    @tomate:
    Ihren Beitrag von 20:58 hatte ich zunächst übersehen

  • kaputnik

    @ThomasL:
    super Beitrag!

  • Blackb3ard

    @88 Heike Rost

    Ach kommen sie, wie durchschaubar ! Enthalten sie doch nichgt das Beste vor:
    “Einnahmen 863 Mio €, Verteilungssumme 735 Mio €, Kostensatz 14,7% im Jahr 2010.”

    Effektive Ausschüttungen an die Mitglieder: 299,7 Mio €

    Kommentator 86 hat also vollkommen recht.

  • Thomas

    @Tomate:

    Wenn Sie ein Buch machen, das viel Zeit kostet und dabei Sparte ist, dann ist es überhaupt kein Wunder, dass Sie damit nicht viel verdienen, wahrscheinlich gar einen Verlust einfahren. Mit Spartenliteratur ist noch so ziemlich kein Verlag und kein Schriftsteller reich geworden. Wenn er finanziell überlebt hatte, war das schon ein Wunder.

    Aber auch heute gilt noch der Nietzschanische Satz: Ein gutes Buch leiht man nicht, man besitzt es. (Und zwar in Papierform.)

    Und falls Sie sich gerne über Ausbeutung beschweren möchten im Verein mit Klagen über saumäßigem Lohn: willkommen im Club der Arbeiterklasse. Uns gehts hier allen so!
    Ich bin überhaupt dafür, dass diese “Gerechte Entlohnng für geistige Arbeit”-Debatte mal auf das ihr angemessene Niveau gehoben wird: “gerechte Entlohnung für Arbeit”.
    Sie werden es nicht für möglich halten, aber vielen von uns wird ihr Schaffen durch Diebstahl am selben Geschaffenen verleidet: dadurch, dass man sein Leben in Form von Arbeitskraftverkauf zu Minimalpreisen verschleudern und dazu lächeln muss, entwertet man sein Leben als Kunstwerk wahrscheinlich gleich noch mit. “Er war sein ganzes Leben ein Tagelöhner” klingt auf jedem Grabstein scheisse, weil man die Aussage nur noch durch ein irgendwie geartetes “aber trotzdem…” verschlimmbessern kann. Ein Leben ohne “aber trotzdem…” auf dem Grabstein ist dann aber trotzdem nicht mehr gegeben. Ergo: Kunstwerk versaut.

    Ich verstehe auch einfach nicht, wieso bestimmte Diskussionsfraktionen so dermaßen auf die “Schmarotzer” aus sind. Mal davon abgesehen, dass wir als Gesellschaft aus nichts als Schmarotzern an Anderen bestehen – jeder schmarotzt irgendwo zu irgendwessen Nachteil – ist eine so fast neurotische Geprägtheit auf die klauenden Menschen im Grunde ebenfalls nur Nietzscheanisch zu fassen:

    “Es wäre ein Machtbewusstsein der Gesellschaft nicht undenkbar, bei dem sie sich den vornehmsten Luxus gönnen dürfte, den es für sie gibt, – ihren Schädiger straf1os zu lassen. »Was gehen mich eigentlich meine Schmarotzer an? dürfte sie dann sprechen. Mögen sie leben und gedeihen: dazu bin ich noch stark genug!« … Die Gerechtigkeit, welche damit anhob »Alles ist abzahlbar, Alles muss abgezahlt werden«, endet damit, durch die Finger zu sehn und den Zahlungsunfähigen laufen zu lassen, – sie endet wie jedes gute Ding auf Erden, sich selbst aufhebend. Diese Selbstaufhebung der Gerechtigkeit: man weiß, mit welch schönem Namen sie sich nennt – Gnade ; sie bleibt, wie sich von selbst versteht, das Vorrecht des Mächtigsten, besser noch, sein jenseits des Rechts.”

    Statt auf die Schmarotzer in “eurer” Gesellschaft zu schauen, solltet ihr mal auf die Mächtigsten “eurer” Gesellschaft schauen, die es nötig machen, dass alle so geil auf die Diebe sein müssen und dann diese eure Mächtigsten (mal die Friede Springer anrufen?) fragen, weshalb im von ihnen forcierten System eigentlich jeder Schmarotzer verfolgt werden müsse? Ist es so krank oder kaputt? Ist es so am Boden?

    Eine Verschärfung des jetzigen Urheberrechts würde übrigens auch zur sozialen Spaltung beitragen, das sei hier am Rande nur mal erwähnt. Weil das, was man “Soziale Teilhabe” nennt, schlicht viel schwieriger wäre, VOR ALLEM mit einer Idee wie der Ihren, dass man einfach alles frei Verfügbare mit einem kleinen Obolus zu entlohnen hätte. GENAU SOWAS trifft gerade die Ärmsten, so wie das auch mit der Erhöhung der MwSt. regelmäßig der Fall ist. Und JA, DIE KLAUEN, um noch irgendwie an unserer Kultur teilnehmen zu können, weil das inzwischen wieder nötig GEWORDEN ist! Bespuckt sie halt dafür! Ich halte es da eher mit Oscar Wilde: Jeder Arme hat das Recht, sich über die lumpigen Almosen (“Vergünstigungen für Schwache”), die man ihnen wie Brosamen hinschmeißt, zu tiefst zu empören. Weil an einer Armut, die jeden treffen kann, niemand irgendwas Gerechtes mehr empfinden kann und sich also auch nicht irgendwie dazu zwingen lassen muss, den hingeworfenen Almosen auch noch dankbar anzunehmen, so als handle es sich um ein Individualschicksal.

    Und ja, mag sein, dass wir eine Kostenloskultur in der Kunst haben. Über den sozialen Kitt diesbetreffend habe ich ja gerade schon was gesagt.
    Aber die Kostenloskultur ist nichts als die Erweiterung der Kostenloskultur unserer ganzen Arbeitswelt (1-Euro-Jobs, Leiharbeit, schlechtere Bezahlung aller der Jugend im Vergleich zur Vorgängergeneration; gar keine Wahrnehmung mehr der Arbeitskraft über 58-jähriger als Arbeitskraft usw.).
    Weswegen gerade weniger populäre Schrift- und Musik- und sonst Kunstschaffende sich auf ein kleines Nebenschlachtfeld ziehen und gelinde gesagt von hinten Kinder machen lassen, lassen, wenn sie meinen, dieses Problem der schlechten Bezahlung und des Diebstahls bestünde nun vor allem gerade bei ihnen und sei da überproportional dramatisch und damit gesellschaftlich vorzugsweise sehr relevant. Das ist ein Problem der Verfasstheit unserer Arbeitswelt, was nach 40 Jahren richtig versaut-antisozialem Neoliberalismus auch kein Wunder ist. Es ist aber vor allem kein Berufsspartenproblem.

    Falls Sie nicht verstehen, warum in dieser Gesellschaft ein Produktionszeitdokumentationswesen ihrer Arbeitszeit als Künstler irgendwie voll nach hinten los gehen könnte, dann bewerben Sie sich einfach mal als Hartz-IV-Empfänger (“wo waren Sie am 4.6.2007 um 14.30Uhr? Sie haben keinen Nachweis dafür? Muss ich Ihnen leider was streichen.”) oder vielleicht als Zeitarbeiter zb. in der Logisticbranche (zb bei Hermes, den blauen Engeln, nicht wahr?).

    Und dazu, dass Sie sich ihre Tätigkeit als Schriftstellender als Beruf ausgesucht haben: die Schlecker-Dammen und -Herren müssen sich angesichts des Niedergangs ihres Geschäfts jetzt auch was neues suchen. Das nennt man eine Verbindung aus Schicksal und verkalkuliert. Bei den Schleckers ist es vor allem Schicksal, die können nichts anderes als Einzelhandel machen, jedenfalls Ausbildungsmäßig. Sie hingegen scheinen ja wenigstens nicht alles auf die Kunst-Karte gesetzt zu haben. Umorientieren ist aber nie zu spät.
    In den USA gibt es inzwischen mehrer Millionen Menschen, die leider mit ganz nutzlosen Abschlüssen 10.000ende Dollar Schulden gemacht haben und nun keine für sie selbst verwertbare Ausbildung besitzen, um diese Schulden wieder abzutragen.
    In Spanien hat die Hälfte einer jugendlichen Generation gerade komplett Arschkarte gezogen. Wenn die Glück haben, können die mit irgendwo zwischen 35 und 40 in 10 Jahren anfanngen, verwertbare berufliche Referenzen zu sammeln. Bis dahin können sie hoffen, dass sie sich nicht selbst töten wollen.

    Nochmal: dieses Problem des Diebstahls von Arbeitskraft, der damit verbundenen miesen Bezahlung ist KEIN exklusives Probelm der Kunstschaffenden! So zu tun, ist für mich einfach Verzerrung und hat auch was usurpierendes, muss ich sagen. Und die Dreistigkeit, mit der das inzwischen artukuliert wird, finde ich ehrlich gesagt langsam unverschämt. Bis zur Frage des Urheberrechts im Netz haben sich bestenfalls mal so Spartenperformancekünstler wie der Wallraff in die Welt der Arbeit niedergelassen. Gibt auch kaum Bücher über unsere Arbeitswelt, kaum Filme. Und jetzt wird da so reingeprescht und all jenen Schmarotzertum vorgeworfen, die in der Künstlerwelt vorher kaum mal aufgetaucht sind.

    Weswegen Herr Vetters Drohung: passt mal auf, dass ihr nicht auf “nicht systemrelevant” herabgestuft werdet, auch sehr treffend ist. Den Leuten gehts schlecht genug, jetzt kommt ihr und sagt, sie seien Schmarotzer und wir müssten eine gesonderte Grundsicherung für Künstler schaffen.

    Ihr sagt denen, deren LEBESNWERK gerade weltweit herabgestuft wird – HartzIV-Empfänger, über 58-jährige, die spanische Jugend, ca. 10% der US-Amerikanischen Bevölkerung, ganz Griechenland – dass sie verdammt nochmal mehr für euer Werk bereitstellen sollen. Wobei es nicht mal euer – das Werk der kleinen Leute – sein wird, sondern das von Dieter und Co., das davon profitieren wird. Die Millionen der Verlage und der Musik”industrie” kommen ja auch nicht von euch kleinen Leuten, sondern von den unvergleichlichen Kulturwerken einer Charlotte Roche oder eines Dieter Bohlen. Um die geht es. Wir reden hier schließlich über Konzerne, die maßgeblich diese Diskussion anführen! Davon werden auch kleine Verlage nichts haben, von dem, was dort geändert wird. Wer das glaubt, hat einfach die letzten 80 Jahre Geschichte der weltweiten Konzerne nicht mitbekommen oder aber den Trend überhaupt nicht bemerkt.

    Wenn ihr wirklich meint, hier ginge es nur um eine kleine Streitigkeit zwischen Deutschen Schmarotzer-Blödeln und Deutschen Schriftsstellern (deren Diebstahlschäden übrigens nicht so wahnsinnig hoch sind!), dann habt ihr einfach voll in die Blendung der letzten, gezündeten Blendgranate geschaut. Die wurde nicht und die werden nie zum Vorteil “kleiner Leute” abgeschossen.

  • fnord

    Es ist doch ganz einfach mit den Interessen: Wenn ich einen Haufen Tantiemen mit einer CD oder einem Buch verdient hätte, würde ich auch gegen jeden Piraten sein und mich so fühlen als wolle er/sie mir mein schönes Haus wegnehmen oder zumindest davor rumpöbeln. Man frage mal die Atomlobby was die über Die Grünen denken. Bei solchen Sachen ist kein Platz für differenzierte Positionen.

    Wichtig ist, was sich aber nun wirklich tun wird. Im Grunde spielen sie doch mit solchen plumpen Aktionen wie “Wir sind die Urheber” ihren gefühlten Gegnern zu.

  • Tomate

    @kaputnik:
    “> da Frage ich mich, worüber die ganze Zeit gestritten wird. Das ist genau der Ansatz, den auch die meisten Piraten zustimmen könnten. Fair Use im privaten Bereich und nicht kommerziellen Bereich und ähnliche Regelungen wie sie jetzt bestehen gültig für den kommerziellen Bereich dann nur noch.
    Im Alltag darf das Urheberrecht für den einfachen Nutzer keine Rolle spielen.”

    Ich streite mich mit den Leuten – also so gesehen im Grunde genommen nicht mit den Piraten – sondern eben mit den Leuten, die meiner Meinung nach die Arbeit des Künstlers zu wenig würdigen und seine Enteignung fordern.

    Wir sind ja nicht die Firmen und Vertriebe. Wir sind nicht die Jenigen, die Millionen scheffeln, sondern meistens leider die jenigen die von den Firmen noch für nen Appel und nen Ei ausgenommen werden.

    Wenn das Urheberrecht zB für alle (nicht nur für private) gelockert werden würde, würde das für uns (Künstler) bedeuten, dass die Firmen zB 5 Jahre warten und dann mit unserer Arbeit sprichwörtlich abkassieren und wir bekommen nichts ab.

    Das darf einfach nicht sein, deshalb ist mir das herausheben, der Unterschied so wichtig. Und auch der Unterschied zwischen großem Konzern und kleinem Betrieb.

    Was ich mir von den Piraten wünsche ist das sie deutlicher machen, dass es ihnen um Veränderung geht damit die Stimmen die behaupten, sie wären für eine Abschaffung des Urheberrechts leiser werden und die Künstler eine echte Chance bekommen. ;)

    Achso nochwas, ich kann meinen Verlag leider nicht dazu überreden die damals gedruckten Bücher zu verschenken. Sie hoffen einfach darauf das sich nach und nach Liebhaber dafür finden. Der Verlag ist wie gesagt nicht groß genug um so teure Bücher einfach zu verschenken.

    Und das “dumm gelaufen” und “Geschäftsrisiko” bewegt sich mir gerade zu gefährlich an einer Kante die in den Bereich wandert “wenn ichs mir zurechtlege, ist auch ein Autoklau OK.”
    Daher sorry wenn ich dir da nicht beipflichten kann, ich kann nur nochmal wiederholen das der Verlag bereits neue (digitale) Wege geht.

    Abgesehen davon möchte ich gerne noch einen generellen Gedankengang in den Raum werfen:
    Du meintest vorhin wenn jemand mein Buch runterlädt muss ich es ja nicht neu schreiben. Das ist richtig.
    Wenn er eine physische Kopie erhält (gedrucktes Buch ausm Laden) muss ich das aber auch nicht.
    Da find ichs sinnvoller über neue Vertriebswege zu diskutieren als darüber, wann sich jemand nun sagt das etwas stehlen drf und wann nicht. ;)

  • Tomate

    @ThomasL: (189)

    Hab ich jemals gesagt, dass ich reich werden will?
    Hab ich so weit ich weiß nicht.

    Ich sagte ich möchte das meine Arbeit GEACHTET wird und man mir nicht die ganze Zeit erzählt ich solle zwangsendeignet werden. Das sind doch zwei VERSCHIEDENE Dinge.
    (Und warum wird geachtet werden eigentlich immer mit Geld gleich gesetzt? Allein die Haltung mit der die Leute über ein Werk reden macht für mich dabei auch schon viel aus!)

    Darüber hinaus habe ich von Anfang an die Arbeit ALLER, also nicht nur der Künstler GLEICH gesetzt!
    Ich sagte weiter oben das jede Arbeit anständig entlohnt werden muss, JEDE.

    Dass ich dabei den Künstler hervorhob liegt einzig und allein daran, dass es in dieser Diskussion nunmal primär um den Künstler geht.

    Und denken Sie nicht ich verfolge nicht die Probleme, die Sie aufgezählt haben? Das tue ich. Was meinen Sie warum ich wohl so sehr gegen die jenigen wettere, die die eigentlichen “Geldverdiener” bei der Sache sind?

    Damit den Leuten ein Unterschied bewusst wird zwischen den Firmen und den Künstlern.

    Noch zu dem Beitrag weiter oben das Studium betreffen:

    Das Problem hierbei ist das die Fachbücher meistens leider so teuer sind weil sie nur von kleinen Verlagshäusern vertrieben werden.

    Ich weiß, dass das für viele Studenten zu teuer ist und ich sage gerne noch einmal das ich da meinem Verlag auch schon in den Ohren gelegen habe die Preise zu senken.
    Aus diesem Grund macht mein Verlag sich jetzt auch an den Vertrieb unserer Bücher als Ebooks (hatte ich auch schon erwähnt).

    Mir geht es wie gesagt um die Leute die Künstler mit Firmen gleichsetzen und unsere Zwangsendeignung nach X Jahren fordern. Wie ich oben schon kaputnik schrieb, würde unsere Zwangsendeignung auch bedeuten das nicht nur Privatleute, sondern auch FIRMEN mit KOMMERZIELLEM Nutzen unsere Arbeiten nach Belieben nutzen könnten.

    Sie dürften damit viel Geld verdienen, immer und immer wieder und wir bekämen gar nichts. Hier wäre dann die Frage zu stellen: Warum darf eine Firma immer und immer wieder Geld an der von uns erstellten Arbeit verdienen?

    Noch dazu hat eine Firma in diesem fiktiven Szenario keinen Grund noch weiterhin Designer etc zu beschäftigen wenn sie sich an allem was beispielsweise älter als 5 Jahr meist eh frei bedienen kann.

    Noch einmal:
    Ich unterscheide zwischen Privatperson und Firma.
    Ich bin FÜR fair use aber dagegen Künstler den kommerzeillen Unternehmen gegenüber noch verwundbarer zu machen.

    Abgesehen davon finde ich die Ausbeutung der Arbeiterklasse generell ebenfalls scheiße und möchte nicht dafür angegriffen werden, dass ich hier nunmal themenbezogen über die Künstler spreche damit wenigstens mal einer sagt, dass wir nicht mit den Firmen gleichzusetzen sind, sondern genau wie die kleinen Arbeiter auch eigene Persönlichkeiten die unter der Ausbeutung genauso zu leiden haben wie jeder andere auch. -_-

  • Pencil-Samurai

    @ ThomasL

    Um mein Wort einzuwerfen – Sie können nicht von der Anzahl der Abnehmer in einer Sparte davon ausgehen, dass nun jede Sparte einen neuen Vertriebsweg braucht bzw. eine Alternative zum Erlangen des Produkts her muss, nur weil in einer Sparte zu wenige Abnehmer sind. Es erscheint mir auf den ersten Blick so, dass Sie darauf hinauswollen.

    Aber Sie haben nicht ganz Unrecht – das Internet ist eine hervorragende Möglichkeit sich selbst zu verwerten und Fans zu gewinnen. Das Problem sind jedoch in der Tat Menschen, die sich downloaden und behalten, was sie geladen haben – ohne einen Kauf zu tätigen. Das ist das Problem auf der einen Seite. Verbunden damit das energische Fordern nach Abschaffung/Lockerung des Urheberrechts.

    Auf der Anderen haben wir das Problem, dass Verwerter (nicht die Urheber mit Verwertern in einen Topf werfen, wie es so gerne gemacht wird) mit den Säbeln rasseln und das Klima unnötig anheizen. (Z.B. indem unsagbar dreiste Konsequenzen gefordert werden – doch dies tun die Urheber nicht, die Verwerter tönen hier am lautesten)

    Ein gestärktes Urheberrecht muss her, damit wir (ich bin auch Urheber) uns verstärkt selbst verwerten können, unabhängig von Verwertern. Ein Urheberrecht, welches die Nutzung und sonstige Verarbeitungen der Werke (kostenfrei) erlaubt, würde den Verwertern in die Hände spielen. Diese könnten sich dann frei bedienen und die wahren Urheber gingen endgültig leer aus.

    (An dieser Stelle nochmal an kaputnik ein paar Worte – Ich schätze wir sind einer Meinung, dass sich Urheber selbst verstärkt gegenüber Verwertern behaupten können sollen, nicht wahr?)

    Ich schätze wir haben es hier mit einer Mixtur aus Problemen zu tun:

    – Das Internet als noch zu unbekannte Vertriebsform – hier stellen sich Verwerter gerne quer, die “ihre” Werke durch die Urheber erhalten davonschwimmen sehen, weil Urheber sie selbst verwerten könnten. Das große Säbelrasseln beginnt…

    – Die Gier nicht weniger Menschen, die dazu führt, dass unrechtes Handeln wie das Hochladen, Runterladen (kostenfrei und unerlaubt) durch verworrene Aussagen gerechtfertigt wird. Mit diesen Menschen kann man nicht diskutieren, es sind jene, die zurzeit äußerst radikal und aggressiv rüberkommen und sicherlich den Vernünftigen in der Piratenpartei schaden. Ich schließe nicht aus, dass es Menschen in der Piratenpartei gibt, die wirklich für den Urheber und dessen Stärkung sind, ohne, dass noch kostenfreie Nutzung oder Enteignung angehängt wird. (zumindest als Pflicht, wenn ein Urheber es erlaubt, dann soll es so sein – wenn nicht, dann nicht)

    – Ein Problem, dass sich zusammensetzt aus:
    — Nutzern, die ab und zu mal downloaden um zu gucken, was es so gibt (kann man gleichsetzen mit einem Bummel durch die Läden, dort kann man ja auch Probehören wenn man sich eine CD kaufen möchte, oder mal reinhören möchte, oder bei Büchereien in die Bücher reingucken) und das was ihnen gefällt kaufen, das was nicht gefällt wieder löschen.
    — Die Downloadzahlen, die für Verwerter und Urheber suggerieren können, dass (zu 100%) entgangene Käufe stattgefunden haben. Dies muss nicht der Fall sein und wird auch vermutlich nie der Fall sein, da sich viele Menschen die das Produkt vorher nie gesehen hätten es auch nie gekauft haben würden. Andererseits gibt es die Gierigen, welche die entgangenen Käufe verursachen und das kostenfreie Downloaden und Behalten mit dem selben Argument auf Biegen und Brechen verteidigen.
    — Einem verschärften Ton ausgelöst durch die Neider und Verwerter (die oftmals auch Neider sind) wodurch sich Urheber und vernünftig denkende Nutzer nicht ansatzweise annähern können.

    Es muss definitiv eine Anpassung an das digitale Zeitalter stattfinden, aber nicht durch eine Lockerung des Urheberrechts, sondern durch eine Stärkung – damit Urheber sich effektiver selbst verwerten können. Wenn ein Urheber mit verstärktem Recht sagt – hey, ich lade mein Werk auf Youtube hoch, dann kann er dies tun (und kein Verwerter sollte ihn daran hindern dürfen). Wenn er (der Urheber) es nicht will, dann muss er es nicht tun – das hat man zu respektieren. Auch, wenn ein Urheber (und auch Rechteinhaber) die unerlaubt verbreiteten Werke effektiver löschen lassen möchte, sollte das umsetzbar sein. Es geht nicht darum, dass es absolut verhindert wird Werke zu verbreiten, sondern darum, dass das eigene Recht einfacher durchzusetzen ist (und hier muss auf jeden Fall angesetzt werden, was eventuelle Strafmaßnahmen angeht, drakonische Strafen halte ich wie gesagt für falsch in manchen Fällen). Das wird den Neidern nicht gefallen, doch den normaldenkenden Nutzern logisch erscheinen.

    Schließlich wäre es möglich durch eine Stärkung der Urheber eine neue Plattform zu errichten, zusätzlich zu den üblichen Wegen (DVD, Kino, MP3 Album bei ITunes, auch qualitativ bessere Dateiformate natürlich), welche sich durch Werbung finanziert und den Nutzern sozusagen einen digitalen “Einkaufsbummel” zu ermöglicht, in welchem man ebenso vorher mal ein Produkt begutachten kann.

    Wichtig ist mir als Urheber, dass ich meine Rechte an meinen Arbeiten habe und diese auch durchsetzen kann, sobald sie unrechtmäßig verwendet werden. Allerdings (es sei denn jemand wird unwirsch, dann werde ich es ab einem gewissen Punkt auch) möchte ich auch nicht, dass jeder Downloader/Uploader drakonisch bestraft wird. Es kommt allerdings ganz auf den Fall an. Downloader dranzukriegen halte ich ohnehin für unnütz. Man muss eben die Wurzel packen, das sind Uploader. (Das Beste wäre, den unrechtmäßig verteilten Upload zu entfernen – oder aber, wenn der Urheber dies zulassen will, er lässt es zu. Je nachdem wofür der Urheber sich entscheidet, hat man dies zu respektieren)
    Für mich sind auch die kostenlos verteilten Werke keine “Raubkopien”, sondern ganz einfach unrechtmäßig weiterverteilte Werke. Raubkopien sind für mich jene, mit denen jemand Geld macht obwohl er keinerlei Rechte an ihnen hat. Hier findet der Raub dadurch statt, dass aktiv oder passiv (was manche Plattformbetreiber tun) Geld mit fremdem Eigentum eingenommen wird.

    Letztlich aber hat es jede Arbeit, die genutzt wird, auch verdient dass man Geld dafür ausgibt (und dies natürlich dem wahren Urheber bzw. Rechteinhaber zuteil wird). Und spätestens sobald hier der richtige Ansatz weiter ausgearbeitet wird (zum Beispiel eine neue Art von Vertriebsplattform) erkennt man, wer der eigentliche richtige Nutzer ist, der gerne Geld ausgibt, und wo die Neider sitzen weil sie weiterhin brüllen werden.
    Nicht zu vergessen, dass man für Musik, Film, Bild, etc. einzelne Regelungen finden muss (zugunsten der Urheber, was zugleich auch dem Nutzer entgegenkommen wird), da man die eingenommenen Summen von Filmen z.B. nicht mit denen eines Comiczeichners vergleichen kann. Zumal es festangestellte Künstler und Freiberfuliche gibt. Für Illustratoren ist es ja bereits Gang und Gäbe, dass sie ihre Werke kostenfrei herzeigen und auch unter den Comiczeichnern gibt es Viele, die dies tun – wie Sie schon geschrieben haben in Ihrem Beispiel.

    Ich hoffe allenfalls die Vernünftigen unter uns, seien es Urheber, Verwerter oder Nutzer, werden zueinander finden und sich auf Augenhöhe austauschen. Die Neider, die Kostenlosgrüppchen die sich alles zurechtbiegen und dem Urheber eher schaden als entgegenkommen wollen, bzw. Verwerter die sich querstellen und beginnen Drohungen auszusprechen, sollten wir (Urheber/Nutzer) entgegentreten. Oder nicht? Ich denke, das wäre ein guter Anfang.

  • HDGL

    @Thomas: Ich bin ganz Deiner Meinung, Thomas. Der Kapitalismus ist im Kern faschistoid. Wenn die könnten wie die wollten, würden uns die Ausbeuter lieber heute als morgen nach Auschwitz deportieren.
    Schulterschluss gegen Faschismus.
    Rechtsradikalismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

  • Tomate

    @Pencil-Samurai:

    Super Beitrag! :)

  • kaputnik

    @Thomas:
    romantischer und besser könnte ich es nicht ausdrücken ;)

  • Pencil-Samurai

    Nachtrag:

    Lieber Thomas und an alle Mitlesenden,
    das perfekte Beispiel anhand von HDGDL (Beitrag 199) zeigt uns, auf welches Niveau wir (Urheber, Verwerter und Nutzer) uns NICHT herablassen sollten und werden, damit es zu einer anständigen Diskussion und einer Lösung kommen kann.

  • Pencil-Samurai

    Korrektur: HDGL (Kommentar 199), da ist mir doch tatsächlich ein D reingerutscht.

  • Tomate

    @kaputnik:

    An mein Herz! ;D

  • kaputnik

    @Tomate:

    Was ich mir von den Piraten wünsche ist das sie deutlicher machen, dass es ihnen um Veränderung geht damit die Stimmen die behaupten, sie wären für eine Abschaffung des Urheberrechts leiser werden und die Künstler eine echte Chance bekommen. ;)

    > Die Piraten machen es deutlich. Immer wieder. Das wird nur von allen anderen ignoriert und lieber dafür das Ziel der Abschaffung des Urheberrechts unterstellt. Auch Sie haben doch wenige Postings zuvor noch ganz anders geschrieben (oder was überblick ich da nicht in der Diskussion?)?!

    Abgesehen davon möchte ich gerne noch einen generellen Gedankengang in den Raum werfen:
    Du meintest vorhin wenn jemand mein Buch runterlädt muss ich es ja nicht neu schreiben. Das ist richtig.
    Wenn er eine physische Kopie erhält (gedrucktes Buch ausm Laden) muss ich das aber auch nicht.
    Da find ichs sinnvoller über neue Vertriebswege zu diskutieren als darüber, wann sich jemand nun sagt das etwas stehlen drf und wann nicht. ;)

    > Das war ich nicht.
    gute nacht.

  • Tomate

    @kaputnik:

    “Die Piraten machen es deutlich. Immer wieder. Das wird nur von allen anderen ignoriert und lieber dafür das Ziel der Abschaffung des Urheberrechts unterstellt. Auch Sie haben doch wenige Postings zuvor noch ganz anders geschrieben (oder was überblick ich da nicht in der Diskussion?)?!”

    Mein Herz ich garantiere dir, dass nicht “alle” das (absichtlich oder böswillig) ignorieren sondern es leider, vor Allem von den Medien immer wieder so dargestellt wird.

    Auch wenn du es mir vielleicht nocht glaubst aber ich erzähle allen (nicht nur Künstlern) wirklich, dass keiner von den Piraten das Urheberrecht abschaffen will sondern für Veränderung ist – aber das glaubt mir keiner.

    Vielleicht müssen die Piraten da noch etwas lauter werden…

  • Tomate

    PS:

    “> Das war ich nicht.
    gute nacht.”

    Muss dan wohl der junge Mann mit den riesen Texten gewesen sein, mein Fehler ^^

    “Auch Sie haben doch wenige Postings zuvor noch ganz anders geschrieben (oder was überblick ich da nicht in der Diskussion?)?!””

    Hm nein, genau genommen habe ich den Piraten nie unterstellt das Urheberrecht abschaffen zu wollen. Ich habe mich einzig und allein gegen die Gleichsetzung von Künstler und Verwerter aufgeregt und darüber, dass Leute Enteignung der Künstler verlangen, weil die ja angeblich so viel Geld verdienen würden…

  • ThomasL

    @Tomate:

    ich habe nicht reich werden angesprochen, ich bezweifle einfach, dass man mit dem Erstellen von Fachbüchern alleine genug Geld zum Überleben bekommen kann. Das hat nichts mit Ihrer fachlichen Kompetenz oder der Qualität Ihrer Arbeit, sondern einfach mit der Größe der Zielgruppe zu tun.
    Selbst wenn der Verlag einlenken und die Bücher günstiger machen würde, der einzige Grund für Studenten ein Fachbuch zu bearbeiten ist der, dass der Professor das für die Vorlesung voraussetzt. Aber selbst dann wäre es entweder in der Bücherei vorrätig oder das erste Semester würde die Bücher gebraucht dem zweiten verkaufen. Wären also noch weniger Einnahmen.

    Nochmal: IMO der einzige Weg mit Fachbüchern Geld zu verdienen liegt darin, dies als Nebentätigkeit durchzuführen. Oder Sie erstellen wirklich ein Fachbuch, dass sich wie die Bibel verkauft.

    Was e-books angeht: Im Unterhaltungssektor finde ich die gut, aber wenn ich mit einem Fachbuch arbeite brauche ich die gedruckte Version. Von daher ist es fraglich wie gut sich das verkauft.
    Ich stimme Ihnen aber zu was die “Zwangsenteignung” angeht, die darf es nicht geben.
    Meiner Meinung nach sollte der Urheber 20-25 Jahre die Rechte haben, oder bis zum Tod, je nachdem was zuerst eintritt.

    @Pencil-Samurai:

    ähm, um neue Vertriebswege ging es mir gerade nicht, sondern um eine realistische Betrachtung der aktuellen Situation.
    Angebot und Nachfrage, die Nachfrage nach Fachbüchern ist recht gering. Studenten benutzen Fachbücher für ein/zwei Semester, danach werden die Bücher gebraucht weiterverkauft. Wer da mit einem Fachbuch seinen Lebensunterhalt bestreiten will muß schon sehr berühmt sein, so dass jeder Fachmann in dem Bereich das Buch kauft, weil es “die Bibel” dieses Fachbereiches ist.

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum wir ein VERSTÄRKTES Urheberrecht brauchen, wenn das aktuelle das von Ihnen gewünschte schon zulässt.
    Es gibt Indie-Bands, die ihre Musik über das Internet verkaufen und damit berühmt werden. Diese Möglichkeit hat jeder.
    Wenn Sie Musiker sind und Ihre Musik auf youtube entdecken und das nicht wollen….e-mail schreiben? Ich respektiere jeden Musiker der youtube bittet illegale Kopien seiner Musik zu entfernen. Aber momentan befinden wir uns in einer Situation wo der Rechteinhaber ein Video von youtube entfernen kann, weil in einem von mir erstellten Video im Hintergrund “seine” Musik läuft.

    Hinzu kommt, dass Raubkopierer die besten Kunden der Industrie sind. Ich habe 2004 über eine von einem Freund zusammengestellt CD erstmals von Nightwish gehört, mittlerweile besitze ich alle offiziellen CDs von dieser Gruppe. Ohne Raubkopien hätte ich wahrscheinlich nie von denen gehört.
    Ein Urheber der seine Musik nur über den normalen CD-Handel vertreiben will…, entschuldigung, aber das ist nicht realistisch. Ob mit oder ohne Internet, die CD wird getauscht, Kopien werden angefertigt, die werden getauscht, usw.

  • Kommentator

    @Antwort: Tatsächlich brauche ich diese Dinge für meine berufliche Tätigkeit.

    Wie wäre es denn, wenn mir als Software-Entwickler von jedem Speichermedium und jedem datenverarbeitenden Gerät eine Pauschale zustünde? Immerhin kann ich genauso mit Zahlen belegen, in welchem Umfang die Werke meiner Branche über das Netz kopiert werden. Ach, bei uns ist das was anderes? Warum eigentlich genau?

  • Kommentator

    @InGo: Zu der 70-Jahre-Regel und der Frage warum?

    Aus genau dem gleichen Grund aus dem auch Patente nicht ewig währen. Kein Künstler schafft seine Kunst im luftleeren Raum. Es muss eine Balance gefunden werden, zwischen den Verdienstinteressen des Künstlers und dem Interesse der Gemeinschaft Kultur weiterentwickeln zu können.

    In der Realität wird der größte Anteil des Umsatzes sowieso in den ersten 2 Jahren nach Veröffentlichung gemacht. Mit 5-10 Jahren Verwertungszeit wäre jeder normale Künstler gut bedient, zumal er ja weiterhin “das Original” ist. Sprich im Fall von Autoren auf Lesungen nunmal der einzige echte Autor, im Falle von Konzerten der einzige wahre Künstler usw.
    Auch jeder andere Arbeitnehmer oder Selbstständige muss konstant arbeiten um entlohnt zu werden. Es wäre also nicht mal ein Alleinstellungsmerkmal von Künstlern, wenn sie das auch müssten.
    Auch eine Enteignung der Erben kann ich da nicht erkennen. Das verdiente Geld kann doch genau wie bei einem Handwerker vererbt werden. Und für welche Leistung sollten die Erben eigentlich mit welcher Begründung entlohnt werden (zumal, wenn der Künstler vor Ablauf der Verwertungsdauer stirbt, dieses Verwertungsrecht normal an die Erben übergehen würde).

    Die jetzigen 70 Jahre schaffen vor allem eines: bergeweise tote Kunst.

  • Tomate

    @ThomasL:

    Ich bin hauptberuflich Designer.
    (Erhalte mich selbst, bekomme keine Zuschüsse vom Staat, arbeite 6 bis 7 Tage die Woche… bin nicht reich und habe auch keine Villa, dafür aber stolz darauf mich mit meinem Beruf selbst erhalten zu können – und habe leider schon zu viel Ausbeutung gesehen und miterlebt ^^*)

    Nein mal ganz ehrlich. Also mir gehts bei den Büchern um den persönlichen Wert. Es ist ein kleines Lebenswerk all seine Lehrinhalte in so ein Buch zu packen. Das Buch ist für kein Studium zwingend notwendig sondern eher etwas für Liebhaber einer speziellen Materie.

    Aus diesem Grund sprach ich quasi das Gefühl des mit Füßen getreten werdens an wenn von Enteignung gesprochen wird, ode rdavon “ja dann muss es wohl shclecht sein weil es nicht mainstreamig ist”. Wichtig ist doch, (da man vorher NIE wissen kann ob sich etwas gut verkaufen wird) was es mir bedeutet und wie andere mein Werk mir gegenüber behandeln.

    Das Lebenswerk oder geliebte Kunstwerk kann ja schließlich für jeden Kreativen etwas anderes sein. Für mich ist es dieses Buch.

    Nehmen wir an jemand könnte mir nach 5 Jahren dieses Buch wegnehmen – für das ich eh nicht viel verdienen kann und werde, es ist eher ein Herzenswerk – dann ist das so als hätte mir jemand einen Teil von MIR genommen.

    Und das ist menschlich gesprochen schon sehr schmerzhaft.

    Wie wir oben schon sagten, man nimmt dem der eh nichts hat auch noch das Letzte weg und die eigentlich Reichen werdne immer reicher.

    Aber ich denke wenn ich das so lese, insgesamt sind wir da beide sehr gut auf einer Wellenlänge. :)

  • Tomate

    @Kommentator:

    “Auch jeder andere Arbeitnehmer oder Selbstständige muss konstant arbeiten um entlohnt zu werden. Es wäre also nicht mal ein Alleinstellungsmerkmal von Künstlern, wenn sie das auch müssten.”

    Das stimmt allerdings. Dennoch wäre es mir in manchen Fällen lieber ich könnte bestimmte Gebühren für Nutzungsrechte verlangen (was meistens aufgrund dem Argument “Die Konkurrenz ist aber billiger” nicht geht).

    Dadurch kommt meine 6 bis 7 Tagewoche zu Stande.
    Glücklich macht mich das nicht, zumal die Firmen ja ein VIELFACHES an Umsatz mit dem generieren wa sich für die Arbeit tatsächlich bekomme.

    (Selbst dann wenn ich “viel” Gehalt bekomme, denn dann ist das in der Regel eine größere Firma mit besseren Vertriebsmöglichkeiten die meine Arbeit mehrfach verkauft und kassiert während ich nur 1 Mal was bekomme.)

    Allerdings möchte als Alternative auch nicht der Gesellschaft auf der Tasche liegen…

  • p90

    @Antwort:
    Und wie bauen sie ein Handy das nur nicht Urheberrecht geschützte Daten speichert?
    Na? Genau. Geht nicht außer man hat keinen Speicher. Alle Schutzmechanismen wurden bisher
    ausgehebelt.

    @Musikproduzent:
    also habe mir mal die Daten von http://www.musikindustrie.de angeguckt und das ist
    sowas von Unbrauchbar um da irgendwelche Aussagen zu machen.
    Alle 2 Messpunkte (also alle zwei Jahre) wird wieder ein neuer Bereich eingerechnet
    und schwups hat man genau da einen drop um -10% und mehr.
    Und es wird noch nicht mal klar was die Daten da genau zusammen fassen.
    So wird z.B. Beschäftigte in Musikfirmen aufgeführt ohne überhaupt mal zu sagen wer das ist
    (wir werden wohl kaum nur 10000 Musiker in DE haben die dann mal eben 2 Milliarden erwirtschaften)
    Aber sie haben recht, ich hatte die Umsätze der Filmindustrie im Kopf.

    EDIT:
    Ah ja, IFPI, wie war das, den Fuchs fragen wie man die Hühner fair verteilt?
    “IFPI’s mission:
    Promote the value of recorded music
    Safeguard the rights of record producers
    Expand the commercial uses of recorded music” (http://www.ifpi.org/content/section_about/index.html, 12.05.12)

    Denen vertraue ich natürlich sofort wenn es darum geht zu beurteilen wie es der Musikindustrie geht.

    @Peter:
    Ja, die Piraten sollten sich mit den Urhebern zusammen setzen! Ganz ihrer Meinung!
    Oh, moment. Das tun sie schon. Sogar mit einer ganzen Menge. Hier in meinem Bekanntenkreis
    sind sogar alle Urheber bei den Piraten aber ich vergass, das sind ja nur Programmierer,
    die sind natürlich nicht so viel Wert wie Musiker oder Autoren. Die machen ja auch nur special Effects,
    Soundeffects, Software für den Staat der sie nur all zugerne Raubkopiert, die Software mit
    der sie dies gerade lesen und vieles vieles mehr. Aber warum sollte man auf die hören? ist ja nicht so als ob
    sie Ahnung hätten von was sie reden!

    @Tomate:
    Also jeder der in diesem Land hart arbeitet bekommt einen guten Lohn?
    Das sollte ich mal den örtlichen Krankenpflegern sagen, die können von ihrem
    Lohn auch nicht leben und wenn die einen Fehler machen ist der Mensch den sie betreuen
    schonmal tot. Müssen ja alles Faullenzer sein.
    Was ist den ein ein Job in der Wirtschaft wert? 100000€ im Jahr? Oder an was denken sie?
    (sorry, kann diese freie Wirtschaftscheiße nicht mehr hören, dann geht doch in die Wirtschaft!
    Bloß kommen sie dann wieder alle angejammert das man da ja doch auch kein Geld bekommt.
    Den Quark darf ich mir jetzt schon jahrzehnte anhören.)
    Entschuldigen sie bitte meine heftige Reaktion aber dieses “Wer hart arbeitet soll auch gut entlohnt werden!”
    gab es in diesem Land noch nie. Gucken sie sich mal etwas von Volker Pispers an.
    Der dröselt das immer wieder gerne auf.
    Und was das angeht hätten eher die pflegenden Berufe (Krankenschwester, Pfleger, Nachtschwestern, Altenpfleger)
    zu klagen.

    @Tomate:
    Ich glaube sie verstehen nicht ganz wie geistiges Eigentum funktioniert.
    Sie schreiben hier von Enteignung. Genau das gegenteil ist der Fall.
    Sie bekommen von der geselschaft für eine gewisse Zeit ein Monopol.
    Vorher konnten sie zwar ihr Buch drucken aber niemanden davon abhalten
    es einfach abzuschreiben. Dieser Schutz verfällt nach einiger Zeit.
    Sie mögen dies für Unfair halten aber auch sie zahlen ja keine
    Lizensgebühren an den Erfinder des Feuers oder des Rades oder?

    @Tomate:
    Also damit ich das recht verstehe. Wenn die Schutzfrist
    abläuft verdiehnen nur noch die anderen aber nicht mehr sie?
    Sie wirtschaften also sie ineffizient, das sie mit keiner anderen Firma
    mithalten können?
    Oder meinten sie, die Schutzfrist müsse zumindest solange sein, das der initialle
    Betrag der zur Produktion benötigt wurde wieder drin ist weil sie sonst nicht konkurieren können, da
    sie die Produktionskosten zurück zahlen müssen? (was ich ja durchaus nachvollziehen kann)

    So, da es jetzt doch schon etwas später geworden ist bitte ich Rechtschreibfehler zu entschuldigen, ist doch alles etwas länger geworden als geplant. Eine wunderschöne Nacht noch und bis morgen!

  • Tomate

    @p90:

    War wohl doch schon ein bisschen zu spät ^^

    Ich hab oben schon gesagt das ich mit Arbeit sollte gerecht entlohnt werden ALLE meine.

    Is jetz bestimmt schon das 3. Mal, das ich es wiederhole…

    Zudem bezog ich im Punkt Enteignung auf “mögliche” Modelle, die ich schon von anderen bei denen es darum ging, den Künstler zB nach 5 Jahren zu enteignen und seine Sachen dann für ALLE (uneingeschränkt, nicht berücksichtig ob (kommerziell) Firma oder (nicht kommerziell) Privatperson zugänglich zu machen:

    Der Privatmensch freut sich, die Firmen freuen sich noch mehr, müssen sie dann doch keinen Kreativen mehr einstellen oder für seine Arbeit entlohnen. Sie warten einfach fünf Jahre und bedienen sich dann frei in (zB) den Onlinegalerien die ein Künstler zB benötigt, um sich bekannt zu machen.

    (Machen große Firmen teilweise übrigens jetzt schon und bauen dann darauf, dass der kleine Kreative sich keinen Anwalt leisten kann bzw aus einem anderen Land stammt und sich deshalb sowieso nicht wehren kann.)

    Nochmal getrennt davon sagte ich, dass man zwischen Privatpersonen und Verwertern unterscheiden sollte, genauso wie man zwischen Künstlern und Verwertern unterscheiden sollte.

    Ich bin dafür, dass das Urheberrecht dahingehend geändert wird, dass Privatpersonen im Internet freier mit den Werken Kreativer umgehen können, zB durch Musikflatrates auf Youtube, von denen aus dann die Einnahmen gerecht an die Künstler (nicht an die Verwerter) verteilt werden.

    So… mal gucken ob ich mich später noch ein 4. Mal wiederholen muss. Ich bin kein Verwerter und möchte auch nicht stellvertretend für diese angeschissen werden. Ich möchte das die Leute den Unterschied zwischen Künstler und Verwerter verstehen. -__-

  • Pencil-Samurai

    @ p90

    Sind Sie wirklich für so eine Frist? Wie wäre es denn, wenn diese Frist einfach auf JEDES Eigentum angewendet wird? Ich meine, weshalb sollten Sie ein Leben lang Rechte auf Ihr Eigentum (Haus, Auto, Möbel, etc.) haben?

    Dann wäre es doch nur angebracht, weil Sie ja bestimmt auch immer “neu” arbeiten, dass Sie auch Ihren Besitz der Gesellschaft zuteil werden lassen – kostenfrei.

    Ich käme auch liebend gerne mal vorbei um Ihnen Ihr Auto oder was auch immer ich finde abzunehmen, Sie arbeiten ja schließlich immer wieder aufs Neue und können sich ja neue Besitztümer leisten. Das wäre doch bestimmt kein Problem für Sie, schließlich ist das ja keine Zwangsenteignung…. oder etwa doch?

  • Tomate

    @Pencil-Samurai:

    Geil, kann ich dann deinen Arbeits PC haben? Brauch nen Neuen! ;D

  • Pencil-Samurai

    @ Tomate

    Mir fällt ein – warum sollte man sein lebenslanges Recht an seinen persönlichen Daten haben? Ich meine Informationen und Wissen müssen doch frei im Netz zugänglich sein, also könnte man mir, dir, und wir einander doch kostenlos unsere Kontodaten geben – schließlich sind diese nicht materiell und das darf kein Eigentum sein.

    Das virtuelle Geld herunterzuladen, weil ich ja keine Scheine in der Hand habe, macht ja auch nichts aus. Außerdem heißt ein Download des virtuellen Geldes ja nicht, dass gezwungenermaßen ein Lohn verlorengeht. Man arbeitet ja immer wieder neu. Schließlich hat man ja nicht weniger Geldscheine und Münzen in seiner Tasche, wenn man online etwas Geld runterlädt. Dafür lasse ich dich natürlich gerne an meinem Besitz teilhaben, hey, keine halben Sachen mit der Schutzfrist. Wer ist dafür? Bitte die Hand erheben. Gute Nacht allerseits.

  • Tomate

    @Pencil-Samurai:

    ” Außerdem heißt ein Download des virtuellen Geldes ja nicht, dass gezwungenermaßen ein Lohn verlorengeht. Man arbeitet ja immer wieder neu.”

    Ganz nach dem Motto: Geiz ist geil aber für umsonst ist geiler!

    Ich nehm dann dein Haus, dein Auto und wie vorhin schon erwähnt, deinen Computer. Alles andere kann unter den restlichen Konsumenten frei aufgeteilt werden.

    Du gehst ja eh dafür arbeiten und wenn das nicht reicht, dann suchst du dir eben einen zweiten Job. ;D

  • Pencil-Samurai

    @ Tomate

    Genau das muss ich wohl tun, außerdem ist es ja kein Problem, da Arbeit ja Spaß machen muss und nicht um Geld zu verdienen gedacht ist.

    Und nicht vergessen – wenn deine Schutzfrist abgelaufen ist, kann ich mir ja deinen Besitz, der vorher Meiner war, wieder zu Meinem machen. Das ist doch fair.

    Wir könnten House-Sharing betreiben und zusammen wohnen, wie wär’s?

  • Tomate

    @Pencil-Samurai:

    Klar, ich zahl dir aber nicht öfter als 1 Mal Miete, sonst würdest du ja plötzlich deinen Spaß an der Arbeit verlieren. ;D

  • Raoul

    Bevor ich mich nun umständlich bei der FAZ registriere um denen zu sagen, weswegen ihr Artikel vor Fehlern nur so strotzt und daß man doch bitte gerade in einem Artikel der sich in großem Maße auf das Internet bezieht auch korrekt verlinken möge (http://http.wir-sind-die-buerger.de/ ist kein korrekter Link – einfach zu korrigieren zwar, aber möglicherweise bewusst an dieser Stelle falsch gemacht), sage ich viel lieber hier: Danke, Herr Vetter!
    (Ein sehr verschachtelter Satz, ich weiß.)

  • Olli

    @Tomate:

    Du vergleichst wieder virtuelle Güter mit materiellen Gütern.

    Der Vergleich wäre eher du schmeißt ihn raus weil du als Bank der Meinung bist er könnte vielleicht seinen Kredit nicht mehr zurück bezahlen.

    Btw Ich hoffe übrigens und hast nicht Genfälligkeitsarbeiten verrichtet oder verrichten lassen und jeden guten Rat auch bezahlt? Oder etwas nicht?

  • p90

    @Pencil-Samurai:
    Natürlich bin ich für so eine Frist.
    Und wenn sie nachdenken sie auch.
    Und das gilt sowohl für Patente und geistiges Eigentum. Stellen sie sich nur vor, wir müssen jeden Künstler von der Steinzeit an “richtig” entlohnen. Dann hätten sie genau die Situation in der sich viele Programmierer gerade finden.
    Sie wollen über magische Kreaturen schreiben mit spitzen Ohren? Tantieme an X, der hat die vor 600 Jahren erfunden! Bitte eine Zahlung an alle Nachkommen! Sie wollen das Rad benutzen? Feuer? Wer bekommt alles Tantieme für die Bibel oder den Koran? Was ist mit den Geschichten der Gebrüder Grimm? Die haben sie auch nur aufgeschrieben. Und das möchte ich sehen, wie die sich Tantieme für alle Menschen hätten leisten können, die daran mit gedichtet haben.
    Vergessen sie nie, sie stehen auf den Schultern von Riesen. Unsere gesamte Kultur ist von irgendjemanden erfunden worden. Die ist nicht gottgegeben.

    2. Ach, ich werde bei einem Haus nicht enteignet? (btw, nochmal, sie werden nicht enteignet, sie haben ein Zeitlich begrenztes Monotpol damit nicht wieder ein Mozart daher kommt und ihre Stücke klauen kann). Jeder Hausbesitzer zahlt Grundsteuer, Steuer für den Boden den das Haus versiegelt, bezahlt Straße und Abwasser wenn die Stadt zu ihm kommt und sagt “Machen wir neu und du darfst jetzt 10000€ dafür zahlen!”. Und dabei richtet es sich nicht danach wie viel ein Haus wert ist, sondern nach seiner Größe/Grundfläche. Zahlen sie auf geistiges Eigentum eigentlich Erbschaftssteuer?
    Zusätzlich verfällt ein Haus, das Dach wird undicht, Leitungen brechen etc. wohingegen ihr geistiges Eigentum digital ist. Es geht nie kaputt.
    Lustigerweise verstehen die meisten Urheber dieses Argument nur dann, wenn es darum geht dem Käufer Rechte wegzunehmen aber wenn sie selber davon Betroffen ist, ist es plötzlich nicht mehr so. So wird das Wiederverkaufsrecht bei digitalen Gütern mit genau dieser Begründung eingeschränkt, betrifft es ihr eigenes Eigentum ist es dann plötzlich Enteignung. Ist klar.

  • p90

    Ein Nachtrag noch zu 1.
    Wie regeln sie ohne Ablauf der Schutzfrist verwaiste Werke? Sind die dann einfach weg oder muss ich dann hoffen, das nach 200 Jahren kein Nachkomme mehr lebt?
    Haben sie sich schon mal die Statistik der veröffentlichen Werke gegen die Länge der Schutzfrist angesehen? Da fällt auf, wie Länger die Schutzfrist umso weniger neue Werke. Aber gut, Korrelation bedeutet nicht Kausalität.

  • Gerald Mackenthun

    Herr Vetter, Sie sind ein Polemiker, eine Gefahr für den Rechtsstaat, die Kunst, die Freiheit. Ich habe Angst vor Ihnen. Sie werden mich auf den Barrikaden finden, wenn Gesetzlose wie Sie sich durchsetzen.

  • Clemens Amadeus

    @Lawblog-DasBuch: Vielen Dank!! Die Tatsache, dass die Piraten einen Mann, der das Fundament des Rechtsstaates komplett verlassen hat, zum Präsidenten küren wollten, zeigt, dass ihre Rückkoppelung zur deutschen Verfassung ebenso wenig existiert wie ihr Rechtsbewusstsein im Allgemeinen. Das “Netz” bestimmt die Regeln? Spitze, da freuen wir uns. Mit Grausen erinnern wir uns zB an Sascha Lobos Essay zur Verkürzung der Zitate etwa bei Twitter und die damit einhergehende vollkommende inhaltliche Entgleisung bzw. Verwischung.

    Aufwachen Leute. Ohne Arbeit gehts nicht und auch Informiertsein ist Arbeit. Ich fordere eine bedingungslose Grundinformiertheit!

  • Urheber

    Sehr geehrter Herr Vetter,
    ich finde es erstaunlich, dass Sie den Verfassern der Erklärung “Plattitüden” vorwerfen und dabei selbst mit diesen nur so um sich werfen. 1. Warum sollte das Urheberrecht und dessen Durchsetzung an die „Gegebenheiten der digitalen Welt“ angepasst werden? Was sind denn das überhaupt für Gegebenheiten? Doch nur die, dass geschützte Werke massenhaft kopiert werden, weil man 1. es will und 2. es kann. 2. Natürlich ist unser Rechtssystem auch dazu da, die Interessen einiger weniger zu schützen. Warum sonst sollten die Interessen von einigen wenigen Ladenbesitzern geschützt werden und nicht die der breiten Masse, die froh wäre, sich die Produkte in den Läden kostenlos in die Tasche stecken zu dürfen? Richtig, weil es sonst bald keine Läden mehr geben würde. 3. Sie führen am Ende auch noch die durch Urheberrechtsschutz angeblich bedrohte Meinungsfreiheit ins Feld. Was hat denn das damit zu tun? 4. Und als Höhepunkt unterstellen Sie den Urhebern eine vermeintliche Systemirrelevanz. Herr Vetter, hier ein Vorschlag: fertigen Sie in Zukunft doch einfach Ihre Bücher, Musikstücke, Filme, Bilder, Zeitungen, Kunstwerke, Computerprogramme, Karten, usw. selbst an. Die juristischen Bücher, die Sie während Ihres Studiums benutzt haben, bitte auch. Die sind nämlich ebenfalls urheberrechtlich geschützt.
    Herr Vetter, mit dieser Polemikkeule hauen Sie leider meilenweit am Ziel vorbei.

  • Jan

    @InGo: Ja, genau darum geht es doch Piraten et.al. – Urheberrecht nicht abschaffen sondern reformieren. Und insbesondere (was viel wichtiger ist) nicht das Urheberrecht als Ausrede für Totalüberwachung missbrauchen zu lassen.

  • wonko

    @Urheber:

    Warum sonst sollten die Interessen von einigen wenigen Ladenbesitzern geschützt werden und nicht die der breiten Masse, die froh wäre, sich die Produkte in den Läden kostenlos in die Tasche stecken zu dürfen?

    Es gibt spezielle Gesetze für Ladenbesitzer? Anders herum – wenn ich jemanden bestehle, der nicht gerade zufällig Ladenbesitzer ist handle ich nicht illegal?
    Oder ist es nicht vielleicht doch eher so, daß das Gesetz Diebstahl allgemein verbietet und davon natürlich auch Ladenbesitzer geschützt werden?

  • viennaspirit

    @p90: das kommt vom nix wissen! sie muessen ohnehin auch UH-einnahmen versteuern. und zwar vom ersten moment an – ohne schonfrist.

    und zum artikel:
    fuer einen RA bemerkenswert duenn argumentiert: natuerlich ist das UHR eine historisch gewachsene errungenschaft im sinne einer befreiung von abhaengikeiten. es setzt naemlich die intellektuelle produktionskraft im wert mit der physischen gleich und ermoeglicht damit einem urheber=geistig arbeitenden menschen eine existenzgrundlage – wie ihnen ihre leistungen als RA dies ebenfalls ermoeglichen. auch sie arbeiten nicht “um gottes lohn”, sondern gegen honorare. (und die honorarordnung der RAe ist keine sozialtariftabelle!)

    das UHR entspricht damit der abschaffung der leibeigenschaft und der emanzipation der arbeiterschaft.

    in einer gesellschaft, die auf der basis einer gerechten verteilung des BIP an alle, die dieses gemeinsam erwirtschaftet haben, allen ihren mitgliedern ein einkommen ohne besonderen leistungsnachweis gewaehrte, liesse sich das UHR abschaffen. solange ich als UH allerdings meine miete, mein essen, das material fuer mein schaffen, die KV und die PV bezahlen muss, verlange ich fuer meine arbeit einen lohn.

    und komme mir keiner damit, dass mein recht auf lohn davon abhaengt, ob mein produkt gerade ihm gefaellt. wenn er’s nutzt, folgt die rechnung.

    ob ich den lohn nun einfordere, indem ich bei jedem, der mein produkt nutzt – fuer privates vergnuegen oder als einkommensquelle fuer sich – vorstellig werde oder die lukrierung meiner forderungen an jemanden anderen abtrete, der mir dann auszahlt, was ich mit ihm ausgehandelt habe (also z.b. abzueglich entstandener kosten und ggf. auch einem lohn fuer seine taetigkeit), ist allein meine entscheidung.

    der “zwischenhandel” ist laengst erfunden und feiert in zeiten der globalen wirtschaft und auch des IN “froehliche urstaend'”. mir ist er nicht sympathisch, aber ich werde gezwungen, in dieser globalen marktwirtschaft zu ueberleben. genauso wie sie.

    der streit resultiert nur daraus, dass mein produkt, sobald es in die sphaere des INs gelangt, auch schon voll benutzt werden kann. mit einem schuh ist das etwas anderes: den muss man bestellen und vorher bezahlen, damit man ihn anziehen kann. ich aber kann im IN nur dann meinen mir zustehenden lohn erhalten, wenn es gelingt, vor der nutzung einen “zahlschranken” einzubauen. darum geht es. und daran ist zu arbeiten.

    ihre schlussbemerkung – ZA Man sollte ihnen rechtzeitig sagen, dass am Ende des Weges auch folgende Feststellung stehen könnte: Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant. ZE – finde ich allerdings fuer einen RA gerade in D erstaunlich. sie ist schlicht faschistoid. und erinnert an zeiten, als die physische und materielle enteignung – auch geistiger UH – in D ihre hochbluete erlebt hat. das ist nun gerade einmal 80 jahre her!

  • viennaspirit

    @Lawblog-DasBuch: ZA Einen Verfasser eines Buches oder eines Musikstücks nicht zu bezahlen ist vergleichbar damit, einen Rechtsanwalt für eine gelungene Verteidigung nicht zu bezahlen. ZE

    sie muessen ihn auch bezahlen, wenn er den prozess fuer sie verliert. und sogar dann, wenn sie der festen ueberzeugung sind, dass der RA ihre causa verdammt schlecht und schlampg vertreten hat.

  • viennaspirit

    @kaputnik: ZA … dass ein freies Internet zu wertvoll und wichtig ist, als dass man es totalüberwacht dürfte …ZE

    wenn ich mir anschaue, wie das freie IN von rechtsradikalen und jeder menge betruegern genutzt wird, relativiert sich der wert und die wichtigkeit des INs gewaltig.

  • Patrick S.

    Die Urheber werden nicht benachteiligt sondern Heute massiv bevorzugt. In welchem Bereich bekommt man Heute noch 70 Jahre nach seinem Tod Geld für seine Arbeit? Nur im Urheberrecht.

    Selbst wenn man sich andere “Geistige Eigentümer” ansieht dann gibt es dort keine solchen Monopolrechte. Für eine Patent muss man erst viel Geld investieren und bekommt dann einen Schutz für maximal 20 Jahre. Warum sollte ein Lied von Justin Bieber besser geschützt werden als ein Krebs Medikament?
    Wo ist da die Gerechtigkeit? Das Heutige Urheberrecht ist einfach nur ein Lobbygesetz und wird deshalb von großen Teilen der Bevölkerung nicht mehr akzeptiert.
    Wenn die Urheber wieder mehr Akzeptanz der Bevölkerung für das Urheberrecht wollen dann müssen sie es Reformieren.

  • p90

    @viennaspirit:
    Und es geht hier nicht um Einnahmen sondern um die Frage, ob sie auch ohne Einnahmen für dieses Monopol zahlen müssen. Also klären sie mich auf:
    Wie viel zahlen sie pro Jahr für dieses Monopol?

  • kaputnik

    @vienna
    hören Sie doch einfach erstmal zu, bevor Sie losblubbern. Sie sind überhaupt nicht auf Stand der.Diskussion.

  • pascal

    Blöder Blog Beitrag. U.a. sind die Autor_innen wohl schlau genug, nicht einfach aus Ignoranz ‘Ihren Namen herzugeben’.

    Von der Sache her denke ich, dass Urheber absolut das Recht haben, selber zu entscheiden, wer wie mit Ihren Werken verfahren darf. Egal ob reich, systemrelevant etc.

    Technisch ist dieses Recht zZt. nicht/schwierig umzusetzen, aber das sollte die Gesellschaft nicht daran hindern, die nötigen Anpassungen vorzunehmen. Was ‘nötig’ ist ist natürlich zu diskutieren, da habe ich i.M. auch keine gute Idee.

  • Andi

    @Der Steuerzahler:

    In Beitrag 5 schon der Nazivergleich.

    Manchen ist doch nichts zu unterirdisch um auf die Urheber einzudreschen. Den Sack schlägt man, den Esel meint man.

  • Anonymous

    “Markt bedeutet : Angebot und Nachfrage. Beides ist in großem Maß vorhanden. Wo ist das Problem?

    Als Konsument hast du keinen Anspruch darauf, Waren und Dienstleistungen maßgeschneidert angeboten zu bekommen PUNKT.

    Es wäre wünschenswert, aber dem ist nirgends auf der Welt in keiner Branche so. Es spielen weder die Wunschspieler im jeweiligen Lieblings-Fußballverein, noch laufen die Wunschfilme zur Wunschuhrzeit im Wunschkino.

    Es gibt auch nicht die Wunschartikel im Wunschkaufhaus zum Wunschpreis in der Wunschfarbe. JETZT BEGRIFFEN?

    ANGEBOT und NACHFRAGE bedeuten : Der Produzent stellt etwas her und der Konsument kann entscheiden, ob ihm das Angebot taugt. Ende des Konsumrechts.

    Ich kann nicht bei meinem Geldinstitut nachts die Scheibe einschlagen und Geld nehmen, weil 1. der Laden zu und 2. die Sollverzinsung sowieso Betrug sind 3. die Aktionäre ätzenderweise auch an meinem geld verdienen usw… Selbst bei durchaus nachvollziehbarer Argumentation nicht. In “unserem” Fall hier sieht es da aber noch wesentlich klarer aus. Hier gehts um Luxusartikel

    Das Angebot ist vorhanden , ebenso wie die Nachfrage. Alerdings gehört es seit 10 jahren in mittlerweile nicht mehr verantwortbarer Weise zur Realität, dass diese Nachfrage illegal gestillt wird.

    Worüber muss man jetzt noch diskutieren?
    Wer da ganz bewusst mitmacht, soll auch nicht über Abmahnungen beklagen.” – Quelle: Anonymous, Internet-law

  • Thomas

    @pencil-samurai:

    ich wiederhole einfach mal den Satz eines klugen Menschen, da darin schon alles enthalten ist:
    “Wer vom Faschismus nicht reden will, der soll über den Kapitalismus schweigen.”

    Ich finde nichts romantisch an der Art, wie wir gerade zusammenleben und ich finde auch Romantik nicht sehr angenehm.

    @Tomate: wißt ihr lieben Brot-Künstler (ich mach auch Kunst, ich nehm dafür aber keine Kohle, bin also einfach mal ein Nicht-Brot-Künstler), ihr lieben Brot-Künstler: wenn ihr mal eine Kampagne starten würdet, die das transportiert, was Sie da gerade so gesagt haben (das ist schon nicht falsch!), dann hätte die Öffentlichkeit vielleicht einen anderen Eindruck von den Kunstschaffenden.

    Bis jetzt ist der Eindruck – sicher nicht nur bei mir – dass ihr den Leuten, die euere Sachen gekauft haben, Schmarotzerei vorwerft, teilweise übelste, bisweilen auch Kriminalität, Rücksichtslosigkeit, Gier, Geiz, was nicht noch alles (also alles Eigenschaften, mit denen man unsere hübsche Gesellschaft auch insgesamt beschreiben kann). Was ich zb deswegen geil finde, weil ich die Hälfte meiner jetzigen 10.000€ bafög Schulden während meines Studiums für Bücher ausgegeben habe (vor allem Fachliteratur), eher sogar mehr. Ich hätte von meinem Bafög nicht gut, aber jedenfalls über Wasser leben können. Arbeiten bin ich gegangen, um mir Bücher zu kaufen. Und jetzt bin ich ein Schmarotzer am Herrn. Angesichts dessen hätte ich latente Lust, den ganzen scheiss Papierberg zu verbrennen und einfach nur noch von open-source und copy-left zu leben.

    Wir haben mit Sicherheit mehr als die knapp 1652 Künstler (Handelsblatt, die GEZ-finanzierten Teelichter des Tatorts, die ZEIT). Aber anscheinend haben die gerade nicht so viel Motivation, mal eine Kampagne in ihrem Sinne zu machen. Was eben so wirkt, als ob der Großteil der Kunstschaffenden dieses Landes der Meinung von Friede Springers und Liz Mohns Flagschiffen sei. Was eben – das ist häufig so mit den Ansichten dieser beiden Erfolgsfrauen – so wirkt, als ob das der Großteiil der Künstler auch so sieht.

    Für mich hat das was von Selbstdemontage unter Beleidigung der (bald vielleicht ehemaligen) Kunstfreunde. Was psychologisch gewendet wiederum wie eine Art Angstbeißen wirkt. Woraus man sehr gut sehen kann, dass es vielleicht wirklich arg steht um die Kunstschaffenden. Nur das Angriffsziel wurde mit einiger Wahrscheinlichkeit im Zustand von (Binswangers) Verstiegenheit gewählt. Es wird ausschließlich gegen die Konsumenten geballert und zurück bleibt der Eindruch, die Kunst”industrie”-Konzerne Deutschlands werden die Kunstlandschaft vor der Bevölkerung retten. Wozu man, wie die Menschen aus der Zeit das offenbar wollen, dann eben auch mal einsehen muss, dass wir ACTA und ne Vorratsdatenspeicherung brauchen.

    Ich würde einfach mal eine Kampagne der Künstler kleiner Verlage toll finden. So als Kontrapunkt seitens der Kunstschaffenden, die im bisherirgen Diskurs auf eine Art und Weise Einigkeit demonstrieren, die vor allem im Bereich der Kunst total erschreckend ist!

  • viennaspirit

    @p90: aber gern: 0,0 EUR, wenn keine UHR-abgaben angefallen sind. davon abgesehen, dass es kein monopol ist.

  • viennaspirit

    @kaputnik: ey, kaputnik! wo bleibt denn meine freiheit, einfach loszublubbern?

    was hier alles an schwachsinn, indolenz und unverstand, gekoppelt mit frechheit und unverschaemtheit losgelassen wird, geht doch auf keine elefantenhaut mehr!

    nebstbei bemerkt, verfolge ich tatsaechlich diese diskussion hueben wie drueben – und bin ziemlich erstaunt, wie tief heutzutage das niveau einer “diskussion” abgesenkt werden kann.

  • p90

    @viennaspirit:
    Wie nennen sie es den wenn sie alleine bestimmen dürfen wer ein Produkt für sie baut und wie es vertrieben wird? Wer es übersetzt und ob es überhaupt verkauft wird? Ist das kein Monopol?

    Des weiteren stimmt es also, dass sie für dieses Monopol keine Abgaben an den Staat ähnlich Grundsteuer leisten? Und trotzdem würden sie von geistigen “Eigentum” sprechen?
    Schon dreist, finden sie nicht?

    Dazu werfen mir Unwissenheit vor da ich von der Annahme ausging, das sie außer Einkommensteuer keine Abgaben entrichten. Was sie jetzt bestätigen?

  • Wolfgang van Deuverd

    Was für eine gequirlte Scheiße hie und da aus einer ignorant-arroganten Anwaltsfeder fließen kann, ist obigem Beitrag zu entnehmen. Die “heute noch so stolzen Urheber” werden keineswegs die “bittere Erfahrung machen”, dass das “freie Netz wichtiger ist als ihr unbestrittener Beitrag zur Kultur” sondern diejenigen, die Urhebern bestehlen wollen und diesen Diebstahl legalisieren, werden die Erfahrung machen, dass es dafür mächtig auf die Finger gibt. Anwälte inklusive, wenn sie durch das Grundgesetz garantiere Rechte ignorieren. Und wie “systemrelevant” wir “paar Schriftsteller” sind, mit unserem durch den Rechtsstaat geschützten Anspruch auf unsere berechtigten Honorare, das werden wir euch Piratenfreunde noch lehren.

  • Tomate

    @Thomas:

    Du hast nach Kleinen gefordert die den Mund aufmachen, ich sehe hier viele Kleine, die das tun und von euch nur nieder geredet werden.

    Ich finde dich grad ganz schön vermessen, und das macht mich ein Stück weit traurig.

    Denkst du du bist der Einzige, der studieren gegangen ist, neben dem Studium arbeiten ging und danach mit Schulden raus kam?

    Ich wette wenn ich jetzt erwähne:
    es gibt auch viele künstlerische Berufe, für die man ein Studium benötigt, wenn man “Anspruch” auf ne “gute” feste Stelle und “Gehalt” haben will dann kommt wieder so ein “selber Schuld” Mist, weil ich ja “Künstler” bin.

    Es ist also OK wenn jemand mit einem “bürgerlichen” Beruf im Studium bettelarm ist und seine Schulden ZURÜCKZAHLEN muss, bei uns Künstlern ist es aber egal weil unser “Geschäftsmodell” ja “scheiße” ist?

    Nochmal:
    Ich bin KEIN Verweter!

    Ich möchte NICHT mit denen GLEICHGESETZT werden!

    Ich habe hier NIEMANDEN angeschwärzt als kriminell oder sonstwas, was ich SAGTE ist das eine Haltung wie deine auf Kosten der KLEINEN geht die es sich im Gegensatz zu zB großen “KunstMAINSTREAMfirmen” NICHT leisten können, Dinge zu verschenken, und die NICHT das GELD haben um ihr Geschäftsmodell mal eben von heute auf Morgen zu ändern!

    Das machen wir Kleinen nicht, weil wir euch Konsumenten so scheiße finden sondern, weil wir ARM sind! (Und wir sind im Gegensatz zu den reichen Firmen in der MEHRHEIT.)

    Und jetzt komme mir bitte keiner mit der “dann habt ihr eben schlecht gewirtschaftet” oder sonstwas Scheiße! Wir wissen alle ganz genau das es neben dem Mainstream eine RIESIGE Anzahl kleiner Künstler gibt, die genauso, oder ERST RECHT ihre Daseinsberechtigung haben, wie der Mainstream auch!

    Und wenn man nun darüber spricht wie etwas rüber kommt:
    Wir – obwohl wir keine Verwerter sind – kommen euch also so rüber als sähen wir euch als Verbrecher. Nunja ihr kommt uns so rüber als seien wir euch keinen CENT wert und als wolltet ihr nicht mal die Kleinen unterstützen die es wirklich dringend brauchen.

    So ist das nunmal, da waren wir auch bereits, es geht leider auf Kosten der Kleinen.

    Punkt.

    Ich habe genauso Schulden zurückzuzahlen wie du auch und ich als KÜNSTLER, nicht als Verwerter möchte gerne mit genauso viel WERT angesehen werden wie alle anderen auch.

    Ich habe keine Lust das immer und immer wieder zu wiederholen nur weil du immer wieder neue Wege ausgräbst warum man mir meine Kunst einfach wegnehmen darf!

    Ganz simpel:
    Ich bin KEIN Verwerter.

    Ich BIN Künstler.
    Ich MACHE Kunst, das ist mein JOB.

    Wenn du von mir etwas haben willst, dann entlohn mich auch dafür, damit AUCH ich leben kann – ansonsten lass es BLEIBEN.

    Ich zwinge dich NICHT dazu, meine Kunst zu kaufen!
    Du kannst es lassen wenn sie dir nicht gefällt!

    Niemand “zwingt” dich dazu meine Kunst zu “stehlen” nur weil du aus Grund XYZ nicht dafür zahlen willst!

    Lass meine Sachen doch einfach in Ruhe wenn sie dir zu “scheiße” sind um mich für meine Arbeit zu entlohnen!!

    Was ist daran so schwer zu verstehen?
    Warum tun alle so als seien sie zum Download gezwungen?
    Gehts noch? Wir leben doch nicht vor 80 Jahren wo bestimmte Kunst “Pflicht” war. >.<

  • Olli

    @Tomate:

    Du hast aber auch kein Recht für Träume bezahlt zu werden. Genau so wenig wie ich oder andere. Nur versuchen genug Verwerter und Künstler das als Recht anzusehen.

    Und ich warte noch auf eine Antwort. Hast du jede Arbeit die jemals bei dir gemacht wurde gerecht entlohnt. Nein? Dachte ich mir.

  • Tomate

    @Olli:

    Dann sage ich es also auch dir nochmal: Meine Arbeit ist nicht etwas, das ich dahin träume es ist ein fertiges Werk für das ich jeden Tag viele Stunden arbeite, studieren musste, und für dieses Studium Schulden aufgenommen habe.

    Du kannst frei wählen ob du meine Arbeit kaufst.
    Ich zwinge dich nicht dazu.

    Du bist in sofern auch nicht dazu gezwungen, meine Arbeit zu stehlen.

    Wenn sie dir nichts wert ist, dann lass sie einfach in Ruhe.

    Wo ist das Problem?

    Meiner Meinung nach gehört JEDE Arbeit gerecht entlohnt. Ich sehe keinen tiefer als den anderen.

    Und ja, ich bezahle alle gerecht, die für mich arbeiten.
    Genau aus diesem Grund bin ich ja NICHT reich. ;)

    Ich gebe auch extra viel Trinkgeld, fahre nicht schwarz und habe alle meine Produkte: Spiele, Filme, Bücher sowie Software und Musik legal erworben.

    Es gibt da etwas sehr altmodisches…

    das ist das Gegenteil von Gier und von dem “alles” jetzt sofort für GEIZ IST GEIL also nichts haben zu wollen…

    Dieses Etwas hat sehr viel mit Geduld zu tun und damit, sich zu überlegen, was man gerne unterstützen möchte und dann dafür auch Geld auszugeben.

  • Rainersacht

    Okay, ihr konsumistischen Egozentriker, die ihr die Früchte meiner Arbeit regelmäßig klaut und wenn ich diese kostenlos anbiete, Hinweise auf meine Autorenschaft entfernt und das Zeug unter eurem Namen verbreitet, ihr wollt also den Kulturkampf. Könnt ihr haben. Da werden euch auch die Rechtsanwälte nicht mehr helfen können.

    Wenn ihr ernsthaft meint, die schöpferische Arbeit von Künstlern, Autoren, Musikern etc wäre nix wert, weil ja eh alles nur gesampelt ist, dann werden wir euch zeigen, wie es ist, wenn ihr auf geklaute billige Popmucke und Hollywoodmüll angewiesen seid, um euer Grundrecht auf 24/7-Entertainment zu realisieren.
    Gibt es keine Originale mehr, gibt es auch keine Kopien. Kapiert?

  • Tomate

    Eine kleine Liebesgeschichte:

    Auf Amazon fand ich ein künstlerisches Lehrbuch zu einem Thema, das mich schon lange interessiert. Die Bücher sind inzwischen selten und sehr teuer. Man bekommt auf Amazon kurzen Einblick in den Inhalt um ihn auf Qualität zu prüfen. Das reicht für ein Urteil vollkommen aus.

    Ich haderte mit mir, ob ich dieses Buch kaufen sollte.
    Da ich noch nicht sofort das Geld dafür hatte, WARTETE ich eben einen Monat.

    Entschied mich dann dafür.
    Gerade kam der Bote und brachte mir das Buch. Ich packte es aus. Ein wunderschönes Hardcover, hochwertiger Druck, der Duft der Seiten…

    Niemand hat mich dazu gezwungen, dieses Buch zu kaufen.

    Ich konnte mich frei dafür entscheiden.

    Und bin sehr froh darüber, es in meinen Händen zu halten und das ich den Künstler damit unterstützen konnte.

    – LG
    TOmate :)

  • p90

    @Wolfgang van Deuverd:
    Ähm, welches Grundrecht meinen sie den?
    Das Regelt doch nur Eigentum aber kein Urheberrecht.
    Oder wollen sie wieder mit geistigen “Eigentum” kommen?
    Dann bitte aber auch §14, 2 nicht vergessen.

    Ansonsten ist es genau diese Gutsherrenart die viele
    bei dieser Diskussion ankotzt.

    @Tomate:
    Was nehmen wir dir den Weg? Du bekomsmt von Anfang an
    einen Schutzanspruch. Nicht mehr, nicht weniger.
    Warum dieser irgendwann verfallen muss habe ich bereits
    aufgeführt. Oder bist du der Meinung das Ideen die sich ein Mensch ausgedacht
    hat für immer ihm gehören und alle die darauf aufbauen an ihn zahlen sollen?
    Welche anderen Künstler haben dich den inspiriert?
    Zahlst du denen auch Geld? Schließlich baust du
    ja auch nur auf deren Arbeit auf.

    Ich weiß dass das schwer zu verstehen ist (du liest dich
    auch wie ein Überzeugungstäter, damit meine ich, du würdest
    auch noch Kunst machen wenn du damit garnichts verdiehnen
    würdest oder? Damit will ich natürlich nicht sagen das du nichts
    verdiehnen solltest, es liest dich nur sehr emotional) aber
    du besitzt keine Kunst. Genauso wenig
    wie du die Spiele “besitzt” die du gekauft hast. Diese
    sind auch nur eine Lizenz das Spiel spielen zu dürfen.
    Du hast ein Monopol für eine beschränkte Zeit. Momentan
    70 jahre nach deinem tot. Erkläre mit bitte, wie du im
    Leben mehr Geld bekommst wenn dies nun auf sagen wir 100
    Jahre erweitert wird? Vergleiche dies bitte auch mit anderen
    Werken. Ich als Wissenschaftler bekomme “nur” 25 Jahre nach
    der ERSCHEINUNG! Wenn überhaupt den normalerweise darf ich erst
    den Verlag bezahlen es zu drucken und es dann von der Universität
    für SEHR viel Geld zurück kaufen lassen. Ganz großes Kino.

  • Olli

    @Tomate: Mit Träumereien meine ich wenn ich xx verkauft hätte dann hätte ich xx Geld.

    Das selbe kann ich auch machen nur würde mich da komischerweise jeder auslachen.

    Btw ich bin auch dafür das jeder gut bezahlt wird. Also wirklich alle.

    Aber jetzt mal Butter bei die Fische. Urheberrechtsverletzung ist kein stehlen es ist was völlig anderes.

    Und das ich inzwischen so sarkastisch reagiere hat auch so seine Gründe. Fängt damit an das ich auf Datenträger Gebühren zahlen darf aber kaum noch was kopieren kann. Geht weiter damit das ich als Kunde immer stärker eingeschränkt werde. Meine Musik hab ich Gott sei dank noch auf Schallplatte mit denen kann ich machen was ich will.

    Mit den Spielen die ich gekauft habe geht das natürlich nicht mehr sobald diese eine Onlinefreischaltung haben.

    Dient natürlich dazu das man Spiele (auch) nicht weiterverkaufen kann das ist ja das zweite Übel und fast genau so schlimm wie Raubkopien.

  • p90

    @Tomate:
    Moment, selten und teuer aber man kann es bei Amazon kaufen? Du hast das doch nicht gebraucht gekauft oder?

    Zu dem Thema freie Entscheidung:
    Wo ist meine freie Entscheidung wenn es um Leermittelabgabe geht? Wenn ich keine Bücher lese, darf ich auch kein Kopierpapier mehr kaufen? Ich werde gezwungen zu bezahlen so wie sie ihr Schutzrecht nach einiger Zeit verlieren.

  • Tomate

    @p90:

    Du bist mir vielleicht einer. ;)

    Redest von Sachen die ich mit keinem Wort erwähnt habe.

    Ich sagte wenn ich Zeit und Geld in meine Kunst investiere damit sie, genau wie jede andere handwerkliche Arbeit auch irgendwann in meinem Laden stehen kann, dann hast du die Wahl, ob du diese dann kaufst oder nicht.

    Es zwingt dich keiner dazu, sie zu stehlen.

    Wenn sie dir zu teuer ist geh doch woanders hin und kauf dir was, was dir preislich mehr zusagt.

    Stehlen ist nicht weniger eine Straftat nur weil es vielleicht einfach ist. Genauso wie das was “alle” sagen nicht automatisch richtig ist und du mir bitteschön immernoch selbst überlassen kannst wann ich Kunst als Beruf ausüben will und wann nicht.

    Gerade arbeite ich wie erwähnt 6 bis 7 Tage die Woche.
    Meine Entscheidung.

  • Tomate

    @p90:

    Auch alte Bücher können sehr teuer sein. T_T
    Ich bin zB hinter einer Ausgabe her… seit 10 Jahren schon… die so vergriffen ist, dass ich sie einfach nirgendwo bekomme.
    Aber das ist ein anderes Thema. >.<

    Ich musste damals auch für meine Leermittel bezahlen und habe jetzt ebenfalls Schulden. Ich gebe sogar jetzt noch Geld für Lehrmittel aus weil ich ihnen anscheinend einen anderen subjektiven Wert zumesse als du.

    Kann passieren wir sind ja zwei unterschiedliche Menschen.

  • Pencil-Samurai

    @P90
    Künstler werden nicht für ihre Idee bezahlt bzw. von anderen die sich inspirieren ließen, sondern für ihre ARBEIT.

    Es geht um die schöpferische Leistung, in dem man SELBST etwas NEUES entwirft, und NICHT REMIXT. Sobald ich die ARBEIT eines anderen NUTZE, muss ich ZAHLEN. Sobald ich mich inspirieren lasse und etwas neu aufbaue, NICHT.

    Warum wollen Sie Dinge mischen, die nichts miteinander zu tun haben?

    Es ist schon bezeichnend, wirklich. So faschistisch (ohne Namen zu nennen) wie hier einige die Urheberschaft förmlich jagen und entrechten wollen, hat man den Eindruck in Deutschlands Vergangenheit zurückversetzt zu werden.

    Nur, dass es nun andere Gruppen betrifft, die handeln wie sie handeln. Traurig, Leute, traurig. Neidzerfressen, uneinsichtig, unbedacht – das sind eure Schwächen. Und deswegen wiederholt sich die Geschichte, lediglich etwas verlagert.

    @ Tomate

    Vorhin habe ich mir ein Musikalbum, legal, bei Amazon runtergeladen. Ich habe die Hörbeispiele gehört, mehrmals, mich über den Stil informiert und Geld gespart. Niemand hat mich gezwungen es mir sofort runterzuladen, ich habe eben abgewartet bis es mir möglich war. Jetzt habe ich es und muss mich doch schwer wundern

    – wo ist der Kopierschutz? Wo ist die schlechte Qualität? Wo werde ich eingeschränkt, weil ich die Musik ja angeblich nicht für mich selbst absichern und kopieren darf? Wo sind denn die bösen Verwerter, die mich nun dazu zwingen wollen mir alles Andere dieser Künstler zu kaufen? Wo wird mir Geld aus der Tasche gezogen? Vielleicht leiden manche ja unter Wahnvorstellungen…

  • Tomate

    @Olli:

    Also ich weiß ja nicht was du mit deinen Sachen so vorhast… o_O

    Hab hier zB ne Konsole zu stehen und alle Spiele dafür legal.

    Dann musste ich eben mal auf ein Spiel warten oder etwas Geld dafür zur Seite legen. Ist doch OK. Mach ich doch bei anderen Produkten auch so.

    Ich kann schließlich frei entscheiden was ich mir nun kaufen will und was nicht…

  • Tomate

    @Pencil-Samurai:

    “Vorhin habe ich mir ein Musikalbum, legal, bei Amazon runtergeladen. Ich habe die Hörbeispiele gehört, mehrmals, mich über den Stil informiert und Geld gespart. Niemand hat mich gezwungen es mir sofort runterzuladen, ich habe eben abgewartet bis es mir möglich war.”

    Du hast Ehre im Arsch, mein lieber Freund! ;D

  • Pencil-Samurai

    @ Olli

    Bei dir steht nicht zufällig jemand mit der Pistole neben dir und zwingt dich SOFORT Produkt XY zu haben? Sodass du aus Panik downloaden musst ohne Geld zu haben?

  • p90

    @Tomate:
    Und wie haben sie den Künstler durch den Kauf eines
    gebrauchten Buches unterstützt?
    Der hat davon nämlich genau garnichts.

    @Pencil-Samurai:
    Sie zahlen also Lizensgebühren an alle Urheber
    der Deutschen sprache wenn sie in ihr ein Lied
    verfassen? Oder singen sie nur in einer von ihnen komplett
    selbst erdachten Sprache?
    Zahlen sie Lizensgebühren an den Erfinder des Rades/feuers etc?
    Wenn nein, warum nicht?
    Sie nutzen IMMER Material anderer Leute. Oder sind
    sie mit ihrem gesamten Wissen auf die Welt gekommen?
    Verstehen sie das mit dem “Auf den Schultern von Riesen stehen”?

    Wer hat behauptet das ich drm freie Musik nicht kopieren darf?
    Genau dafür werden die Urheber ja über Leermedien entlohnt.
    Gleichzeitig darf ich aber z.B. eine CD nicht auf meinen PC überspielen
    wenn der Hersteller einen Kopierschutz drauf gepackt hat. Bezahlen muss ich
    dafür aber trotzdem bzw. der Hersteller bekommt etwas von der Leermedienabgabe ab.

  • Olli

    @Pencil-Samurai:

    Ich lade gar nichts runter. Wobei doch. Sobald ich ein Produkt bei Steam aktiviere.

  • Tomate

    @p90:

    Nur weil das Buch alt ist, muss es noch lange nicht gebraucht sein.

    Aber ich wette da kommt gleich schon wieder der nächste Zungenverdreher. ;)

  • p90

    @Tomate:
    Ich will ihnen nicht die Zunge verdrehen. Deshalb habe ich ja überhaupt nachgefragt.
    Ich darf mal Zitieren:
    “Auch alte Bücher können sehr teuer sein. T_T
    Ich bin zB hinter einer Ausgabe her… seit 10 Jahren schon… die so vergriffen ist, dass ich sie einfach nirgendwo bekomme.
    Aber das ist ein anderes Thema. >.< "

    Sie haben also jetzt bei Amazon ein altes Buch gefunden (es wurde also offensichtlich nicht nachgedruckt) das 10 Jahre lang auch bei Amazon nicht zu bekommen war. Es lag also nicht 10 Jahre auf Lager (sonst wäre es ja nicht selten sondern jederzeit bestellbar) und wurde nicht nachgedruckt (weil altes Buch).
    Die Annahme, es handelt sich um ein gebrauchtes Buch liegt also nahe.
    Nur hat der Künstler dann von ihrem kauf gar nichts.

  • Wolfgang van Deuverd

    Da erdreistet sich also ein Anwalt, der seine von Erfolg oder Misserfolg unabhängigen, üppigen Gebühren staatlich wie stattlich nach BrAGo abrechnen darf, über erfolgsabhängige Freiberufler zu schreiben “..bloß weil ein paar Schriftsteller meinen, sie hätten den unbedingten Anspruch an die Gesellschaft auf ein solides Auskommen pro Essay oder Roman…”. Was für eine brechreizerregende Arroganz. Ihr wollt den Kulturkampf? Den könnt ihr haben, versprochen.

  • p90

    @Wolfgang van Deuverd:
    Ja mit der Arroganz haben es hier so einige.
    Wie wäre es wenn sie mal zu ihren anderen Aussagen Stellung beziehen statt alle 50 Beiträge wieder das selbe zu schreiben?

  • Wolfgang van Deuverd

    @p90 dazu habe ich mich hier ausführlich geäußert: http://www.freitag.de/community/blogs/gradytripp/buerger-waehlt-nicht-die-piraten/

  • Olli

    @Wolfgang van Deuverd:

    Wirklich? Der Anwalt bekommt Geld einfach so? Ohne das er Mandanten hat? Er braucht nur anzugeben ja wenn er Mandanten hätte oder wenn ihm nicht andere diese wegschnappen würden und er bekommt Geld dafür?

  • Wolfgang van Deuverd

    @Olli, er erhält sein Geld völlig unabhängig eines Erfolges nach einer staatlichen Gebührenordnung. Und ausgerechnet so einer erdreistet sich, freiberufliche Künstler derart abzuqualifizieren? Lächerlich, aufgeblasen, dreist und arrogant.

  • p90

    @Wolfgang van Deuverd:
    Jo, Mandanten die zu ihm kommen braucht er trotzdem, Künstler bekommen dies aber auch ohne “Mandanten”

  • Wolfgang van Deuverd

    wo bekommt denn der Autor Geld, wenn niemand sein Buch kauft? Aber: Alles, was die Piraten über das Urheberrecht absondern ist nur Müll. Eine Lösung haben sie nicht mal im Ansatz. Dafür eine ganze Menge von keiner Ahnung und noch mehr dummes Geschwätz im Angebot.

  • Wolfgang van Deuverd

    unglaublich ist zudem, dass ein Jurist und Lehrbeauftragter wie dieser Anwalt hier von dem seiner Meinung nach “durchaus umstrittenen Begriff des geistigen Eigentums” faselt. Was für ein unsagbar dummes Geschwätz. Er sollte das eigentlich besser wissen, entweder ist er zu dumm, als Jurist zu schlecht oder er betreibt aus Gefallsucht ein wenig populistisches Geschwätz, das bei den meist minderinformierten Piraten gut ankommt.

  • Bachsau

    Die Unterschriftenliste ist jedenfall toll. So weiß jeder freie Bürger gleich, wen man mit seinem Geld besser nicht unterstützt. Ich bin dafür, wir kaufen nur noch Inhalte von jeden, die sich dagegen aussprechen, und kopieren alles was auf der Liste steht.

  • Bachsau

    @Jacques: Wenigstens das mit der “Kriegserklärung” hast du verstanden. Weißt du warum das richtig ist? Weil man mit dummen Menschen wie dir nicht reden kann, und wir es alle leid sind, das Gleiche immer wieder zu erklären, wenn nichts dabei heraus kommt. Die einzig richtige Methode, um Menschen wie dir beizukommen, ist sie mundtot zu machen, und in den Boden zu stampfen, bevor sie noch mehr Schaden anrichten. Ist leider so.

  • Tomate

    @p90:

    Ihnen ist aber schon klar das ich von zwei verschiedenen Buechern sprach? Eins das ich schon habe (nicht gebraucht) und eins das ich noch brauche.

    Also koennen Sie sich die Anspielungen in denen Sie meinen legalen Kauf versuchen ins Laecherliche zu drehen gerne sparen. ;)

  • Wolfgang van Deuverd

    Das zeigt doch den guten, alten, wahren Faschismus in seiner reinsten Form, natürlich immer schön anonym, wie es ich für einen feigen “Piraten” gehört. Kein Wunder, dass Neonazis diese Partei so toll finden: “Die Unterschriftenliste ist jedenfall toll. So weiß jeder freie Bürger gleich, wen man mit seinem Geld besser nicht unterstützt. Ich bin dafür, wir kaufen nur noch Inhalte von jeden, die sich dagegen aussprechen, und kopieren alles was auf der Liste steht. @ Jacques Wenigstens das mit der “Kriegserklärung” hast du verstanden. Weißt du warum das richtig ist? Weil man mit dummen Menschen wie dir nicht reden kann, und wir es alle leid sind, das Gleiche immer wieder zu erklären, wenn nichts dabei heraus kommt. Die einzig richtige Methode, um Menschen wie dir beizukommen, ist sie mundtot zu machen, und in den Boden zu stampfen, bevor sie noch mehr Schaden anrichten. Ist leider so”

  • Wolfgang van Deuverd

    @ Bachsau (welch passendes Pseudonym): Diese Argumentation unterscheidet sich keinen Deut von “Wer beim Juden kauft ist ein Volksverräter” oder der Verbrennung der Bücher unliebsamer Autoren. Das ist Faschismus pur.

  • Wolfgang van Deuverd

    ich schreibe übrigens stets unter meinem Klarnamen (die fehlende Endung “en” ist dem Eingabefeld geschuldet, mein Name ist zu lang) und nicht wie die meisten Feiglinge hier anonym. Offenbar fehlt euch das Rückgrat zu eurer Meinung zu stehen. Das allerdings kann ich angesichts der faschistischen Tendenzen gut verstehen.

  • Ein Rechtsanwalt

    Herr Vetter, Sie sind Rechtsanwalt, und ich möchte als solcher etwas auf Ihren Beitrag erwidern, was sie selbst einmal zu einem Kollegen gesagt haben, so dass ich keine Hemmungen habe, es auch Ihnen zuzumuten:

    Was Sie da tun, ist eine Schande für die Anwaltschaft.

    Denn nicht die Rechtsanwälte, die Sie mit einem billigen Kampfbegriff als “Abmahnindustrie” bezeichnen, die sich aber letztlich legal und völlig legitim für Mandanten einsetzen, die nach geltendem Recht Geschädigte und Opfer massenhafter Straftaten sind, stiften sozialen Unfrieden.

    Vielmehr sind Rechtsanwälte, die Menschen VERHÖHNEN, die ihre Rechte nicht ohne Grund existentiell gefährdet sehen und sich mit einem Aufruf, der keine Lyrik sein sollte, für das geltende Recht und ihre darin niedergelegten Interessen einsetzen, eine Gefahr für den sozialen Frieden.

    Dieses Recht ist eine demokratische Errungenschaft, die Respekt verdient, und ein schneller Blick auf Wikipedia wird kaum genügen, das und auch die weiteren Einzelheiten in Frage zu stellen. Sie selbst sind auf dieses Recht vereidigt und Sie sind zur Sachlichkeit verpflichtet. Aber Sie setzen sich mit Ihrem platten Machwerk in billiger Polemik hierüber hinweg und stellen Ihre Meinung darüber, was zukünftig für diese Menschen und unsere Gesellschaft zu regeln wäre, in kaum zu übertreffender Arroganz über das, was in einem Gesetz mit mehrhundertjähriger Geschichte gewachsen und in einem demokratischen Prozess legitimiert ist.

    Sie verdrehen auch die Tatsachen, wenn Sie suggerieren, die Unterzeichner des Aufrufs hätten eine Verschärfung der Kontrolle des Internet oder Abmahnungen im Sinn, nichts davon steht in dem Text. SIE SELBST sind es, der den Schutz des Urheberrechts per se hiermit gleichsetzt und einen Widerspruch sieht zwischen Freiheit und Kultur – und liegen damit VÖLLIG FALSCH. Denn das Urheberrecht ermöglicht eine Kultur unter dem Schutz einer Freiheit, die auf der Rechtsordnung – und ihrer Durchsetzung – basiert, und nicht in einem Gegensatz zu dieser steht. Die Unterordnung des Rechts unter vermeintliche technische Zwänge, die in Wahrheit Geschäftsmodelle sind, wie Sie sie fordern, ist eine traurige Vision. Die Freiheit, die Sie damit anstreben, ist in Wahrheit eine grauenhafte Anarchie.

    Ich bin selbst seit vielen Jahren im Internet aktiv und auch der Meinung, dass eine Fortentwicklung des Urheberrechts notwendig ist und wir Juristen gefragt sind, über diese Reformen nachzudenken.

    Ihnen, Herr Vetter, kann ich diesbezüglich jedoch nur zurufen: Sie haben das Recht zu schweigen! Sie können sogar den Grimme-Preis zurückgeben. Beides zusammen würde den Schaden mindern, den Sie dem Internet und der Freiheit und Kultur mit solchen verächtlichen Äußerungen zufügen.

  • viennaspirit

    @p90: sie sollten zuerst einmal die grundlagen recherchieren und dann auch korrekt lesen:

    meine angabe, dass ich 0,0 EUR an den “monopolisten” verwertungsagentur bzw. -genossenschaft bezahle, wenn ich keine einnahmen aus UHR-abgaben bekomme, laesst ihre verqueren gedanken dazu schon logischerweise nicht zu.

    ansonsten bezahle ich fuer jegliche einnahme – ob honorare oder verwertungsabgabe – exakt den gleichen steuersatz wie sie – wenn sie denn ihre steuererklaerung korrekt abgeben.

    und – sie werden lachen – unsereins ist diesbezueglich ehrlicher, weil eine KV oder PV erst ab einem gewissen einkommen relevant wird. anders als bei “normalen” arbeitnehmern, die pflichtkrankenversichert sind auch schon bei einem minimalen einkommen. und eine arbeitslosenversicherung gibt es fuer kuenstler schon gar nicht.

    falls sie’s noch immer nicht kapiert haben: kuenstler sind arbeitende menschen wie andere auch – nur unter wesentlich ungesicherteren bedingungen. all das unternehmergeschwafel kommt aus koepfen von leuten, die null ahnung von den produktionsbedingungen im kreativen bereich haben.

    was heisst denn: dann sollen die was anderes arbeiten? nicht einmal ihr tollen IN-freaks findet arbeit mit eurem angeblich so umfassenden technikwissen.
    warum soll ein mensch nicht mit dem, was er am besten kann, seinen lebensunterhalt verdienen duerfen? warum soll einer, der gute plots kreieren kann, nicht als autor sein leben verdienen duerfen? glaubt ihr alle eigentlich, dass ihr so tolle hechte seid, die aufgrund ihres unabkoemmlichen wissens und koennens ihre lebensgrundlage verdienen?
    wieso nehmt ihr fuer euch das recht in anspruch, auch als mittelmaessige oder gar minderleister von eurer arbeit leben zu koennen? und kuenstler/kulturschaffende urheber soilen ueber eine latte springen, die ihr ihnen vorlegt?

    und wenn man kuenstler/kulturschaffende urheber in die gesellschaftliche irrelevanz marginalisiert, dann geht der gesellschaft = vielen hier ganz schnell die luft aus: was macht ihr denn ohne die TV-kiste mit woechentlich neuen seifenopernfolgen, ohne DVDs mit neuen filmen und neuen musikvideos, ohne live-musik an jeder ecke, ohne neue buecher und magazine? ihr habt ja kaum noch andere lebensinhalte! das alles wird von den meisten hier als ganz selbstverstaendlich tagtaeglich konsumiert. aber es faellt nicht vom himmel wie einst manna in der wueste! dahinter stehen menschen, die es schaffen.
    menschen, die fulltime die produkte erschaffen – nicht nur herstellen nach vorlagen – die von euch dann konsumiert werden.

    die meisten hier kommen ja ueber ihre beschraenkte vorstellung nicht hinaus, dass das UHR vor allem die top crooners der gerade hippen musicgenres schuetzt, die durch geschickte agenten und verleger in hollywood-villen in champagner baden und ihre chihuahuas im handascherl spazieren fuehren.

    tatsache ist allerdings, dass das UHR vor allem die “schwaecheren” schuetzt. und “schwach” bezieht sich hier nicht auf mangelhafte qualitaet, sondern darauf, dass wertvolles sich auf dem markt oft nicht sofort und haeufig sogar erst nach dem tod des urhebers gewinnbringend vermarkten laesst. soll’s deshalb gar nicht geschaffen werden, ist es a priori nix wert, weil die zeitgenossen zu ignorant sind?

    bilder von van gogh sind heute millionen wert; zu seinen lebzeiten hungerte der urheber.
    und wenn ich mir die banausischen kommentare von so vielen hier und anderswo zu diesem thema anschaue, dann wundert mich das gar nicht mehr.

    es ist wirklich zu daemlich, wie hier debattiert wird.

  • Pencil-Samurai

    @ Bachsau

    Oh bitte, wieder dieser Spruch… Niemand wird gezwungen sich etwas zu kaufen, steht bei Ihnen etwa auch einer mit der Pistole und zwingt Sie sofort das Produkt XY zu haben?

    Downloaden Sie aus Panik mit einer Pistole am Hinterkopf ohne Geld zu haben? Nein? Dann IGNORIEREN Sie die Werke der Künstler, die Sie nicht unterstützen wollen.

    Wenn Sie dies tun (weder kaufen, downloaden noch sonstwie beachten) weil Sie es nicht wollen, dann sind Sie immerhin besser als die, die sich dann klangheimlich trotzdem bereichern.

    Aber offenbar sind Sie doch nicht so ehrlich. Sie haben Recht, mit Radikalen wie Ihnen kann man nicht reden.

    Wie schrieben Sie doch so schön: “Die einzig richtige Methode, um Menschen wie dir beizukommen, ist sie mundtot zu machen, und in den Boden zu stampfen, bevor sie noch mehr Schaden anrichten. Ist leider so.” Ist das ehrlich Ihr Niveau? Wenn ja, dann muss ich leider einigen hier zustimmen, die Sie mit Faschismus in Verbindung bringen.

    Da kann ich Ihnen sagen, sowohl bei Urhebern, Verwertern, als auch bei den vernünftig denkenden Nutzern die hier eine vernünftige Lösung finden wollen, fallen Sie als Gesprächspartner sofort aus der Runde.

    Wie kann ein Künstler es nur wagen seine Rechte behalten zu wollen, nicht wahr?

    Sagen Sie mal, wie wäre es wenn man Ihnen Ihre Rechte auf Ihr Eigentum nimmt? Wie wäre das?
    Nicht so toll oder?
    Und wenn Sie sich für Ihre Rechte einsetzen, dann wendet man einfach das an was Sie an Jacques gerichtet haben. Wie fänden Sie das? Ist das wirklich Ihr Niveau? Traurig.
    (Finde ich übrigens auch bei Urhebern und Verwertern, die aggressiv werden, nicht günstig für ein gutes Gespräch)

    @ Olli

    Du gehörst zu denen, welche auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung mit den Urhebern sein können, wie es scheint. Respekt. (übrigens hier hat sich irgendwie das “Du” eingeschlichen, ich hoffe das ist in Ordnung)

    @p90

    Ich hoffe Ihnen kommen meine Worte nicht aggressiv vor, ich möchte mit Ihnen weiter sachlich diskutieren. Ich hoffe, das wird möglich sein.

    Verstehen Sie doch, dass Sie nicht Patente und Urheberrechte vermischen können. Das hat nichts miteinander zu tun. Erfindungen basieren aktiv auf den vorigen Errungenschaften.

    Ein schöpferisches Werk wird aber von Grund auf neu gestaltet.

    Nicht das Wort der Sprache/der Ton ist geschützt, sondern die Arbeit (Musik, Liedtext). Bei einer Fantasiesprache, da haben Sie Recht, wäre es etwas Anderes – da wäre auch die Sprache geschützt.

    Nicht der Strich ist geschützt, sondern die Arbeit (z.B. eine Comicfigur, die aus diesen Strichen besteht)

    Nicht der Buchstabe ist geschützt oder die Aneinanderreihung von Worten, sondern die Arbeit (Textblöcke aus denen sich eine Geschichte zusammensetzt oder ein erkennbares “Werk”. Allgemein können Sätze, es sei denn sie sind Teil eines Werbeslogans, nicht geschützt werden – wobei es auch hier immer auf den Fall ankommt)

    Nicht die Landschaft ist geschützt, sondern das geschossene Foto (man darf sich hinstellen und ein Foto von selbiger Position machen, dann hat man ein neues Bild gemacht, ohne das Vorige zu nutzen).

    Worauf Sie jedoch ansprechen ist Remixen, wodurch eine vorige Arbeit aktiv genutzt wird. Dafür muss gezahlt werden. Wenn Songs gecovert werden, besitzen die Künstler auch das Recht daran dies zu tun, weil sie die Lizenzen bekommen.

    Bedenken Sie zudem – wenn der Kopierschutz nicht greift (weil das Laufwerk ihn nicht erkennt) und dadurch umgangen wird, haben Sie keinen Kopierschutz gebrochen.

    Und weil dies zudem auch aktiv gemacht wird (Kopierschutz umgehen), sind da eben die Gebühren drauf. Problem gelöst.

    Und übrigens, eine allgemeine Frage – wovon reden Sie genau, wenn Sie vom Urheber sprechen? Musik? Mir kommt der Eindruck auf, dass es vermehrt nur um Musik geht.

    Aber Sie dürfen nicht vergessen, dass es noch zig andere Sparten gibt in welcher auch die jeweiligen Bestimmungen ganz anders sind. (Ich bin mir auch sicher, dass Sie dies wissen)

    Mit der Schutzfrist spielen sie den Verwertern in die Hände, mit einer Verstärkung der Urheber jedoch unterstützen Sie die Künstler (was Sie doch hoffentlich wollen).

    Ein schönen Abend noch an alle.

    @ Ein Rechtsanwalt: Vielen Dank für Ihren Kommentar.

  • Tomate

    @Ein Rechtsanwalt:

    Vielen Dank fuer diesen sehr guten Beitrag!

  • viennaspirit

    @p90: ZA Oder bist du der Meinung das Ideen die sich ein Mensch ausgedacht hat für immer ihm gehören und alle die darauf aufbauen an ihn zahlen sollen? ZE
    sie sind ja aus haertestem holz geschnitzt, aber trotzdem ist der kopf dann eben aus holz.

    ja, es ist genauso: jede idee, die ich habe, ist meine eigene idee. und sie gehoert fuer immer (zu) mir.
    solange ich lebe, duerfen sie sie nur verwerten, wenn ich ihnen dazu das recht einraeume. und ja: auch nach meinem tod haben eventuelle erben das recht, aus meiner hinterlassenschaft nutzen zu ziehen – wie sie aus dem haeuschen, das ihnen die oma vermacht hat. ich baue keine haeuser, ich baue gedankengebaeude, ich baue bilder. sie sind mein werk und mein vermaechtnis. mein vermaechntis ist ohnehin weniger geschuetzt als das ihrer oma, weil es nur 70 jahre lang lukriert werden kann; das haeuschen ihrer oma – wenn’s gut genug gebaut ist – koennen sie noch in dritter und vierter generation vererben.

    ZA…du besitzt keine Kunst. Genauso wenig
    wie du die Spiele “besitzt” die du gekauft hast. Diese
    sind auch nur eine Lizenz das Spiel spielen zu dürfen.ZE

    ich bin eigentuemer meiner gedanken und ideen. und sie koennen sie nur besitzen, wenn ich sie ihnen ueberlasse. sie haben ja nicht einmal juristische basics begriffen. sie sind im besten falle der lizenznehmer, nicht ich der meiner eigenen kreativitaet.

    noch eins: wir alle stehen auf den schultern vorangegangener generationen und ihrer jeweiligen intellektuellen und materiellen hervorbringungen. das berechtigt niemanden, diese vorgaenger zu enteignen – nicht ideell und nicht materiell. dem urheberrecht liegt eine ehrlichkeit zugrunde, die es nicht ermoeglichen soll, dass heute einer ein drama von sophokles abschreibt und als eigenes werk ausgibt. denn wenn einer das taete, geschaehe es ja nur zu dem zweck, sich mit dieser betruegerischen aneignung ein einkommen zu verschaffen. ohne eigene denkleistung.

    und genau das passiert im IN jeden tag zig millionenmal: leute basteln z.b. aus dem, was andere mittels ihrer intellektuellen oder kuenstlerisch-kraetiven leistung geschaffen haben, eine tolle website! ohne diese versatzstuecke waere die nur ein leeres, fades formular. und dann wird ueber die hach wie erfolgreiche werbeeschiene geld eingefahren.

    genau an diesem punkt beginnt das problem, das hier zur debatte steht. und wenn ihr eben nicht wollt, dass das IN so weit wie irgendmoeglich kontrolliert und ueberwacht wird, dann muss eben eine pauschalabgabe her. it’s up to you. take your choice!

    auch eure freiheit endet da, wo die meine beginnt.

    es ist erschreckend, was neuere kommunikationstechnologien aus dem menschlichen denken gemacht haben. die gehirne verkuemmern zusehends.

  • Stefan G.

    Die Mehrheit hat also recht, egal welches Unrecht sie fordert?

    Wenn wir Menschen- und Völkerrecht jetzt mal aussen vor lassen… Ja, so hatte ich mir Demokratie immer vorgestellt…

    mein Name ist zu lang) und nicht wie die meisten Feiglinge hier anonym. Offenbar fehlt euch das Rückgrat zu eurer Meinung zu stehen.

    Ja, das sagt sich immer leicht, wenn man die unkomplizierte Mehrheitsmeinung vertritt und nicht Gefahr läuft, für seinen Standpunkt von unbeteiligter Seite angefeindet zu werden.

    Solange man einen Meinung vom Meinungsäußerer trennen kann, sollte das doch auch egal sein, oder?

    mit einer Verstärkung der Urheber jedoch unterstützen Sie die Künstler

    Wie soll denn die von so vielen Seiten aus beschriehene “Verstärkung der Urheber” aussehen? Stärkere Durchsetzung überkommener Strukturen gegen eine (noch zu erklärende) Mehrheitsmeinung? Oder sollte da (im Gegensatz zur üblichen Vorgehensweise der Musik- und Filmindustrie) tatsächlich mal eine kreative Idee dahinterstehen?

  • viennaspirit
  • viennaspirit

    @Stefan G.: ZA Ja, so hatte ich mir Demokratie immer vorgestellt… ZE
    aus “wikipedia”, das als quelle so beliebt ist – und auch zitieren zulaesst:
    ZA Ein Staat gilt als demokratisch, wenn die folgenden Kriterien zutreffen:

    Es gibt einen Demos (Volk), welcher politische Entscheidungen in kollektiven Prozeduren (Wahlen oder Abstimmungen) trifft.
    Es gibt ein Territorium, in dem die Entscheidungen innenpolitisch angewendet werden und in dem der Demos angesiedelt ist: das Staatsgebiet. Weil dieses im Regelfall mit der Heimat des Demos korrespondiert, stimmen Demos und Reichweite des demokratischen Prozesses überein. Kolonien von Demokratien werden selbst nicht als demokratisch betrachtet, wenn sie vom demokratischen Mutterland regiert werden. (Demos und Territorium stimmen nicht überein.)
    Es gibt für politische Normen eine Entscheidungsfindungsprozedur, die entweder direkt (als Referendum) oder indirekt (über die Wahl eines vertretenden Parlamentes) funktioniert. Diese Prozedur wird vom Demos bereits dadurch als legitimiert betrachtet, dass sein Ergebnis „akzeptiert“ wird. In einer repräsentativen Demokratie wird die politische Legitimität der Repräsentanten aus der Bereitschaft der Bevölkerung abgeleitet, die Entscheidungen des Staates (auch die der Regierung und der Gerichte) entgegen individuellen Vorzügen und Interessen zu akzeptieren oder hinzunehmen. Dies ist deshalb wichtig, weil demokratische Wahlen immer Gewinner und Verlierer haben. Zumindest muss die Prozedur geeignet sein, Regierungswechsel herbeizuführen, sofern eine ausreichende Unterstützung dafür existiert. Scheinwahlen, die ein existierendes Regime nur bestätigen können, sind nicht demokratisch.
    Im Fall von Nationalstaaten müssen diese souverän sein: Demokratische Wahlen sind nutzlos, wenn eine Autorität von außen das Ergebnis überstimmen kann. Ausnahmen kann es im Falle der Suzeränität geben (Beispiel Island).
    Ein unverzichtbares Merkmal einer Demokratie ist schließlich, dass durch wiederkehrende, verbindlich festgelegte Verfahren die Regierung ohne Revolution wechseln kann. In vorwiegend direkt-demokratischen Systemen entscheidet das Volk zum Beispiel mittels Volksabstimmungen und kooperativer Planung in Sachfragen selbst. In repräsentativen Demokratien werden hierzu von den Bürgern Repräsentanten gewählt (oder in der Vergangenheit auch per Los bestimmt), die die Herrschaft ausüben sollen.

    Und im äußeren, modernen Bild:

    Garantie der Grundrechte jedes Einzelnen gegenüber dem Staat, gegenüber gesellschaftlichen Gruppen (insbesondere religiösen Gemeinschaften) und gegenüber anderen Einzelpersonen
    Gewaltenteilung zwischen den Staatsorganen Regierung (Exekutive), Parlament (Legislative) und Gerichten (Judikative)
    Meinungs-, Presse- und Rundfunkfreiheit ZE

    es lohnt sich eventuell, ihre vorstellungen von demokratie aufzupolieren.

  • Stefan G.

    es lohnt sich eventuell, ihre vorstellungen von demokratie aufzupolieren.

    Möglich, aber aus dem von Ihnen kopierten Artikel (der im Übrigen die Zitatgrenzen nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht bei weitem überschreitet) ist das nicht ersichtlich…

  • viennaspirit

    @Stefan G.: dann empfehle ich ihnen, zusaetzlich auch den begriff des zitats zu recherchieren – und zwar nach dem urheberrecht und nach wissenschaftlicher uebung.

    das ihnen nicht ersichtliche besteht darin, dass die mehrheit keineswegs als wichtigster determinierender faktor der demokratie aufscheint.

    darueberhinaus gilt in modernen demokratien insbesondere auch der schutz von minderheiten (z.b. ethnischer) als wesentlicher faktor. einer demokratie.

  • kaputnik

    @Pencil-Samurai:

    was macht ihr denn ohne die TV-kiste mit woechentlich neuen seifenopernfolgen, ohne DVDs mit neuen filmen und neuen musikvideos, ohne live-musik an jeder ecke, ohne neue buecher und magazine? ihr habt ja kaum noch andere lebensinhalte! das alles wird von den meisten hier als ganz selbstverstaendlich tagtaeglich konsumiert. aber es faellt nicht vom himmel wie einst manna in der wueste! dahinter stehen menschen, die es schaffen.
    menschen, die fulltime die produkte erschaffen – nicht nur herstellen nach vorlagen – die von euch dann konsumiert werden.

    lmao … wen meinen Sie? Sie vergreifen sich im Ton und diese Anwürfe sind lächerlich. Was zum Fremdschämen. Traurig.

  • earendil

    @Ein Rechtsanwalt: Herr Vetter hat doch völlig recht. Die Quintessenz seines Texts lautet imho: Die Freiheit des Internets ist verdammt nochmal wichtiger als der Schutz bestehender Vergütungsmodelle für Kulturschaffende und Kulturvermarkter. Und dazu kann man nur sagen: Amen.

    Und in der Tat ist nicht Herr Vetter, sondern sind die Abmahnanwälte (wie Sie?) die derzeit größte Schande dieses Berufsstandes. Ein Geschäft daraus zu machen, oft jugendliche Filesharer unter Zugrundelegung absurder Schadenshöhen massenhaft auszunehmen, ist einfach das letzte, und ich wundere mich nur, dass es gegen solche Leute noch keinen physischen Widerstand gab.

  • earendil

    @Thomas, @Tomate (und ein paar wenige andere): Danke! Danke, dass es hier neben viel Müll auch sehr lesenswerte Beiträge gibt.

  • kaputnik

    @Tomate: @Pencil-Samurai:

    Tatsächlich hatte ich gestern abend das Gefühl wir wären schon weiter. Schade.

  • Michael

    @zero_content: Der ist gut. :)

  • Baxter

    Ach ja, da war ja noch was… Herzlichen Dank für die Erinnerung liebe sog. “Urheber”: Heute ist ja Wahl in NRW – in manchen Medien auch “Stimmungsbarometer für die Bundestagswahl 2013″ genannt. Mensch, fast total vergessen… Aber nur fast!

    Von daher –>
    @wahlberechtigte Mitbürger des wunderschönen Bundeslandes NRW:
    Bitte geht wählen und laßt euch nicht bekloppt machen (weder durch plumpe Propaganda, noch durch sonstiges taktisches Geplenkel a la “nach etwaiger Koaltionsbildung wählen” u.ä./u.s.w.). Danke!

    In diesem Sinne liebe Grüße aus Kölle, Baxter
    _____________________________
    P.S.: Der Verfasser dieses Beitrages ist weder Mitglied einer Partei, noch sonst irgendwie derart unterwegs. Er ist lediglich ein grundrechtliebender Mensch und vertritt die persönliche Meinung daß es eine möglichst hohe Wahlbeteiligung schon richten wird… That’s all, folks! ;-)
    Zum eigentlichen Thema hatte ich mich nämlich hier schon geäußert:
    http://www.internet-law.de/2012/05/radikale-positionen-in-der-urheberrechtsdebatte.html#comment-14174

  • Pencil-Samurai

    Lieber kaputnik, den von Ihnen zitierten Text habe ich nie geschrieben, er stammt von jemand Anderem, nämlich “viennaspirit”.

    Ich nehme Ihnen dieses Missverständnis natürlich nicht übel.

    Jeder macht mal Fehler, möchte aber darauf hinweisen, dass Sie nicht mich sondern jemand Anderen zitiert und angesprochen haben, der sich in der Tat etwas zu emotional geäußert hat.

    Gute Nacht.

  • Tomate

    @earendil:

    Dankeschön! :)

  • alexanderleblanc

    Lieber Herr Vetter,

    Ihre Position in Ihrem Artikel gefällt mir leider gar nicht.

    Ja, es ist richtig, dass der Aufruf der Urheber ein wenig tolpatschig daher kam, aber das ändert doch nichts an der grundsätzlich korrekten Intention, die Sie meiner Meinung nach ziemlich falsch aufgegriffen haben.

    ‘…bloß weil ein paar Schriftsteller meinen, sie hätten den unbedingten Anspruch an die Gesellschaft auf ein solides Auskommen pro Essay oder Roman.’

    Das ist wirklich recht überheblich und vollmundig von Ihnen formuliert. Kein Schriftsteller kann und konnte je sicher sein, mit seiner Arbeit Geld zu verdienen, er arbeitete immer schon im vollen Risiko, das er bestenfalls mithilfe eines Verlages vorfinanzieren konnte.

    So erklärt sich auch das tiefe Unverständnis der Autoren für die aktuelle Stoßrichtung insbesondere der Piratenpartei, die mit aller Macht den Eindruck vermitteln will, die Autoren lebten in der Knechtschaft der Verwerter, und müssten aus dieser dringend befreit werden.

    Ein unredlicher und prätentiöser Versuch, einen Keil tief in unsere Kulturlandschaft zu treiben, mit der einzigen Absicht, maximale Aufmerksamkeit für sich selber zu generieren.

    Bei alle Hochachtung für Ihre sonst oft recht guten Blogartikel – dieser war zu emotional, unsachlich und kurzsichtig für einen Mann Ihres Kalibers.

    Und ja – den Aufruf der Schriftsteller sehe ich auch ein wenig so. Aber die mussten vorab wirklich unsägliche Provokationen über ihren gesamten Berufsstand und dessen Ethos über sich ergehen lassen.

    Die Beurteilung der Frage, ob auf lange Sicht nun die Piraten oder die Schriftsteller die ‘systemrelevantere’ Gruppierung sein werden, überlasse ich Ihnen als Meditation für einen ruhigen Augenblick.

    Meine Antwort hierauf steht jedenfalls fest.

  • Tomate

    @viennaspirit:

    “dem urheberrecht liegt eine ehrlichkeit zugrunde, die es nicht ermoeglichen soll, dass heute einer ein drama von sophokles abschreibt und als eigenes werk ausgibt. denn wenn einer das taete, geschaehe es ja nur zu dem zweck, sich mit dieser betruegerischen aneignung ein einkommen zu verschaffen. ohne eigene denkleistung.”

    Sehr gut gesagt.

    Vor Allem in kommerzieller Hinsicht:
    hier schützt das Urheberrecht in seiner aktuellen Form vor Allem die Kleinen, die so schon so wenig von ihrer Arbeit haben, vor den (großen) Firmen.

    GEDANKEN ZUM SONNTAG:
    *räusper*

    1) SCHUTZFRIST:

    Warum soll ein Künstler etwas produzieren, was ihm eine Firma dann nach einer “kurzen Schutzfrist” (so wie es hier einige fordern) wegnehmen darf, die natürlich entsprechende VERTRIEBSMÖGLICHKEITEN hat, das Ganze dan GROß zu verscheuern?

    Und diese Firma, ohne in irgend einer Form eine Investition für die Erschaffung des Produkts geleistet zu haben – die verkauft es dann – immer und immer wieder.

    Das heißt – nehme ich dem Künstler sein Schutzrecht weg, wird die Firma IMMERNOCH mit seiner Kunst Geld verdienen. Und sie wird immernoch versuchen, es Verbrauchern, die die tardtitionellen Wege umgehen, schwer zu machen.

    Die Firma darf so gesehen also immer und immer wieder aufs Neue mit der Arbeit des Künstlers Kohle machen. Und der Künstler, der in den meisten Fällen keine derart großen Vertriebsmöglichkeiten hat… der sieht alt aus.

    Die Konsumenten sind auch generft, weil Konzerne mit viel Geld dieses auch einsetzen werden, um ihre altmodischen Vertriebswege zu verteidigen. :P

    In sofern sehe ich keine gute Lösung in der Verkürzung der Schutzfrist.

    2) BREAK EVEN:

    Was ich ebenfalls wirtschaftlich kurzsichtig finde ist die Forderung, das Werk des Künstlers nur so lange zu schützen, bis der Break Even erreicht ist. Nur mit einem Break Even lässt sich kein Geschäft sinnvoll führen da jedes Geschäft Rücklagen benötigt.

    Außerdem bedeutet Break Even ich lande bei 0… wie soll ich mit 0 bitteschön die Produktion eines NEUEN Kunstwerkes finanzieren..?

    Übrigens… wo war ich eigentlich, wenn ich bis der Zähler den Break Even, also 0 erreicht davor?
    Im Minus?

    Kann man so ein Geschäft führen? Wie geht das?

    Zudem benötigen Freischaffende (Das betrifft übrigens ALLE aus dieser Sparte, nicht nur die Künstler!) Chancen, um sich ein wirtschaftliches Polster zu schaffen und in AV und KV zu investieren. Das wäre mit dieser Break Even Regelung wohl kaum abgedeckt.

    3)PRODUKT:

    Egal ob Film oder Stuhl, Film oder Auto, sonstiges Kunstwerk gegen sonstigen Gebrauchsgegenstand oder was auch immer – es waren Leute daran BETEILIGT die für das ENTSTEHEN dieses Produkts GEARBEITET haben.

    Die, vor allem bei gerippten Filmen immer so gern gekillten Abspänne zeigen keine so große Anzahl von Leuten weil da jemand damit angeben wollte, wie toll und groß sein Gemächt ist, sondern sie zeigen vor allem, dass viel Manpower und viel ARBEIT nötig war, um dieses Werk zu schaffen und würdigen das noch einmal durch die Namensnennung der einzelnen Kreativen.

    Nun erzählen Sie all den Leuten die sich Jahre lang am neuen Avengers abgeschuftet haben mal, sie würden angeblich keine Arbeit leisten. Au weia… und bye bye Avengers.

    Also… warum sollte ich einen Film anders sehen als einen Stuhl oder ein Auto? Beide befanden sich in einer Phase von Preproduction, Production und Verkauf/ Vertrieb. Genauso wie BEIDE von Leuten geschaffen wurden, deren JOB es ist dies zu tun.

    Ich kann einen Stuhl entwerfen (dies macht übrigens der DESIGNER – klingelts? ;D) und als Firma immer wieder Kopien des Originalmodells herstellen lassen, die ich dann verkaufe.

    Da sehe ich gerade keinen so großen Unterschied zu meinem künstlerischen Produkt – mit dem Unterschied, dass die Stuhlfirma wahrscheinlich bessere Vertriebsmöglichkeiten hat als ich, und damit im Verhältnis zu mir gesehen entsprechend reicher wird. Ich würde mich somit also eher bei der Stuhl – oder bei der Autofirma beschweren gehen. Die verdienen im Verhältnis gesehen viel mehr an den Konsumenten, als ich als einzelner Künstler (und wir wissen ja bereits, dass die Anzahl der kleinen Künstler die Anzahl der “verhassten” Verwerter übertrifft)…

    —————————–

    Mein Schlusswort für den Abend:

    Ich kann dem Typ, der das Ipad designed hat nur wünschen, dass er Prozente am Verkauf jedes Gerätes verdient.
    Sollte dies nämlich nicht der Fall sein… nunja ihr wisst wieviele neue Ipads jedes Jahr auf dem Markt verscheuert werden. Wer verdient denn hier die Millionen, und wer wird mit einem Monatsgehalt abgespeist? Die Firma oder der Designer? ^_^

    (Ich mag dieses Beispiel, es ist so bildlich ;D )

    PS:
    Berücksichtigend auf das, was weiter oben gesagt wurde zum Thema gerechte Arbeit für alle wiederhole ich das hier vorsichtshalber noch ein mal. XD

    Jup, ich müsste theoretisch nun ebenfalls fordern, dass jeder Arbeiter, der etwas zu dem Ipad beigetragen hat ebenfalls Prozente kriegt. Und das tue ich hiermit auch. Der Grund weswegen ich mich weiter oben auf den Designer beziehe kennt ihr bereits – ich will euch klar machen, dass die Künstler in 99% der Fälle nicht wie von vielen so dargestellt die Reichen sind, und auch nicht mit den Verwertern gleichgesetzt werden können.

  • Stefan G.

    darueberhinaus gilt in modernen demokratien insbesondere auch der schutz von minderheiten

    Ich geb’s auf. Wenn Sie jetzt (als konsequenter Ablehner der Groß- und Kleinschreibung) auch noch Minderheitenschutz für Urheber beantragen, dann sind wir unterhalb meines gewohnten Diskussionsniveau angekommen…

    Wer verdient denn hier die Millionen, und wer wird mit einem Monatsgehalt abgespeist?

    Naja, das Angestellte nicht (oder nur unverhältnismäßig) am Gewinn der Firma beteiligt sind, stört diese auch immer nur, solange die Firma Gewinne macht. Wenn es der Firma mal übergangsweise schlecht geht, fragt komischerweise nie jemand nach einer Umsatzbeteiligung… Ist das nicht seltsam?

    Ich will nicht die Ausbeutermentalität vieler Firmen verteidigen (und ich weiss auch nicht, wie Apple das handhabt), aber wenn Geld zu verteilen ist, krähen immer alle laut die meinen, daran einen Anteil verdient zu haben. Nur wenigen haben damit recht…

  • kaputnik

    @Wolfgang van Deuverd:

    “Das zeigt doch den guten, alten, wahren Faschismus in seiner reinsten Form, natürlich immer schön anonym, wie es ich für einen feigen “Piraten” gehört. Kein Wunder, dass Neonazis diese Partei so toll finden: “Die Unterschriftenliste ist jedenfall toll. So weiß jeder freie Bürger gleich, wen man mit seinem Geld besser nicht unterstützt. Ich bin dafür, wir kaufen nur noch Inhalte von jeden, die sich dagegen aussprechen, und kopieren alles was auf der Liste steht. @ Jacques Wenigstens das mit der “Kriegserklärung” hast du verstanden. Weißt du warum das richtig ist? Weil man mit dummen Menschen wie dir nicht reden kann, und wir es alle leid sind, das Gleiche immer wieder zu erklären, wenn nichts dabei heraus kommt. Die einzig richtige Methode, um Menschen wie dir beizukommen, ist sie mundtot zu machen, und in den Boden zu stampfen, bevor sie noch mehr Schaden anrichten. Ist leider so

    Was für eine gequirlte Scheiße hie und da aus einer ignorant-arroganten Anwaltsfeder fließen kann, ist obigem Beitrag zu entnehmen. Die “heute noch so stolzen Urheber” werden keineswegs die “bittere Erfahrung machen”, dass das “freie Netz wichtiger ist als ihr unbestrittener Beitrag zur Kultur” sondern diejenigen, die Urhebern bestehlen wollen und diesen Diebstahl legalisieren, werden die Erfahrung machen, dass es dafür mächtig auf die Finger gibt. Anwälte inklusive, wenn sie durch das Grundgesetz garantiere Rechte ignorieren. Und wie “systemrelevant” wir “paar Schriftsteller” sind, mit unserem durch den Rechtsstaat geschützten Anspruch auf unsere berechtigten Honorare, das werden wir euch Piratenfreunde noch lehren.

    Gehen Sie mal zum Arzt und das meine ich ernst.

    Völlig befremdlich, was Sie ablassen. Dass Sie für freitag.de schreiben. Danke dafür.
    Immer wenn ich beim freitag lande, denke ich: gutes Angebot, sollte ich öfter gucken. Dann wären Sie mir sicherlich aber auch schon aufgefallen. Ich kann’s nicht glauben, es ist zum Kopfschütteln … Sie trauen sich, andere “ignorant-arrogant” zu nennen?

    Aber beim Freitag gibt es natürlich auch gute Artikel, z.B. der jetzt auch schon häufiger erwähnte http://www.freitag.de/kultur/1219-schneiden-wir-den-kuchen-neu-an

    Dann brüsten Sie sich damit, mit Ihrem Klarnamen zu schreiben, Sie sind Journalist, da macht das natürlich auch Sinn. Sind Sie etwa für eine Klarnamenpflicht?
    Ich habe keine Lust über z.B. Drogenpolitik hier mit meinem Klarnamen zu schreiben, die Folgen sind unabsehbar. Nur so bekommen Sie meine richtige Meinung zu hören. Und dass der Klarname keinen Einfluss auf die Qualität der Argumente hat, zeigen Sie hier gerade auf das Deprimierendste. Sie haben auch noch nie von einem Unterschied zwischen Namen wie Thomas Schubert (aus dem Bauch 100000x in Deutschland und z.B. Namen wie Ihren gehört? Sie schreiben für den Freitag und geben sich hier als Reaktionär und stellen sich auf die Seite von Figuren wie IM Friedrich (CSU)?

    Sie halten sich offensichtlich für was besseres … man liest aber nur selten schlechteres. Nein, eigentlich nie: die Qualität dessen, was ich jetzt von Ihnen bewusst gelesen habe: Erbärmlich.

  • kaputnik

    @Pencil-Samurai:

    “Lieber kaputnik, den von Ihnen zitierten Text habe ich nie geschrieben, er stammt von jemand Anderem, nämlich “viennaspirit”.
    Ich nehme Ihnen dieses Missverständnis natürlich nicht übel.
    Gute Nacht.”

    das stimmt, Entschuldigung!

  • Wolfgang van Deuverd

    @kaputnik – danke für die Erwiderung, angereichert mit ein oder zwei Argumenten, neben der Tatsache, dass Ihnen nicht gefällt was ich schreibe (was Ihr gutes Recht ist) hätte diese Erwiderung denn vielleicht auch Sinn gemacht. Wollen Sie ernsthaft behaupten, man könne in diesem Land keinen offenen Diskurs über die Drogenpolitik führen? Das müsse man unter Pseudonym tun? Was für ein Blödsinn. Ich bin mit vielem in diesem Land nicht einverstanden, aber so zu tun, als seien wir in Nordkorea oder der Ukraine ist lächerlich. Wir leben in einem der freiest Ländern dieser Welt und noch nie hat jemand versucht, mir zu verbieten, was ich schreibe – weder als es in meinen Beiträgen um die Geschäfte deutscher Investmentgesellschaften mit Hunger auf der Welt ging oder um eine mit Steuergeldern des Bundes gepamperten Internet-Firma, in deren Forum rechtsradikale Propaganda betrieben wurde. Es gehört übrigens zum typischen Vokabular und der Vorgehensweise von Faschisten, Andersdenkende zu diffamieren – so wie Sie mir unterstellen, ein “Reaktionär” zu sein, nur weil ich in einer Sachfrage nicht Ihrer Meinung bin oder der Mehrheitsmeinung in einem Forum folge. Ob Ihre Meinung in unserer Demokratie mehrheitsfähig ist, das wissen Sie im Übrigen gar nicht – Sie tun nur so, als wäre das selbstverständlich. Das tat die NSDAP ebenso, auch als sie noch ganz klein und unbedeutend war.

  • Moon

    @116 copytexter

    Zum tausendsten Mal: Kein Urheber fordert eine Bezahlung allein für die Tatsache, dass er künstlerisch tätig ist. Und es fordert auch niemand, dass man [Brötchen/Songs/Filme/…] bei ihm kaufen muss, selbst wenn sie einem gar nicht schmecken.

    Zum tausendsten Mal: Ich will und esse die Brötchen nicht und muss trotzdem dafür zahlen. Ist schon klar, warum Sie darauf nicht eingehen.

    @literat

    Die ficken diese Leute in den Arsch

    Wenn Sie auf dem Niveau ihr Geld verdienen wollen, dann mal viel Erfolg.

    @168 Peter
    Und tschüss!

    @243 Wolfgang van Deuverd

    diejenigen, die Urhebern bestehlen wollen und diesen Diebstahl legalisieren, werden die Erfahrung machen, dass es dafür mächtig auf die Finger gibt.

    So wie bisher? Scheint ja mächtig gut zu funktionieren.

    @238 Anonymous

    Als Konsument hast du keinen Anspruch darauf, Waren und Dienstleistungen maßgeschneidert angeboten zu bekommen PUNKT.

    Als Urheber hast du keinen Anspruch darauf nicht maßgescheiderte Waren und Dienstleistungen abgenommen zu kriegen. PUNKT.

    @247 Rainersacht

    Ihr wollt den den Kulturkampf. Könnt ihr haben.

    Buh, wir zittern schon.

    Gibt es keine Originale mehr, gibt es auch keine Kopien. Kapiert?

    Die Welt wird trotzdem keinesfalls untergehen.

    @276 Rechtsanwalt

    Denn nicht die Rechtsanwälte, die Sie mit einem billigen Kampfbegriff als “Abmahnindustrie” bezeichnen, die sich aber letztlich legal und völlig legitim für Mandanten einsetzen, die nach geltendem Recht Geschädigte und Opfer massenhafter Straftaten sind, stiften sozialen Unfrieden.

    Tausende von Euro für einen runtergeladenen Film? Legitim? Ja ne, is klar. Die Schande sind die Abmahnanwalt-Abzocker, rausreden hilft da gar nichts.

  • Wolfgang van Deuverd

    @Moon: Sie schreiben zum Thema des von den Urhebern angenommenen “Kulturkampfs” und den Gegenbestrebungen zur Legalisierung des Diebstahls geistigen Eigentums: “Buh, wir zittern schon.” bzw. “So wie bisher? Scheint ja mächtig gut zu funktionieren.” Hochmut kommt vor dem Fall. Sie werden sich an diesen Satz sicher demnächst erinnern. Wenn nicht, werden wir das für Sie übernehmen.

  • affenärschle

    @viennaspirit:

    mein vermaechntis ist ohnehin weniger geschuetzt als das ihrer oma, weil es nur 70 jahre lang lukriert werden kann; das haeuschen ihrer oma – wenn’s gut genug gebaut ist – koennen sie noch in dritter und vierter generation vererben.

    Dinge können untergehen, ihre “Rechte” nicht – ist schon ein kleiner Unterschied.
    Im übrigen sehe ich in jedem Menschen Kreativität, ob bei der Kindererziehung oder beim Ausfüllen der Steuererklärung.
    Würden Leute wie Ihresgleichen mal einsehen, dass jeder von jedem profitieren sollte, wäre die Welt besser. Das es geht, beweisen viele Menschen täglich aufs neue, und das alles ganz ohne Copyright.

  • kaputnik

    @Wolfgang van Deuverd:

    […]Was für ein Blödsinn. Ich bin mit vielem in diesem Land nicht einverstanden, aber so zu tun, als seien wir in Nordkorea oder der Ukraine ist lächerlich. […]Es gehört übrigens zum typischen Vokabular und der Vorgehensweise von Faschisten, Andersdenkende zu diffamieren – so wie Sie mir unterstellen, ein “Reaktionär” zu sein, nur weil ich in einer Sachfrage nicht Ihrer Meinung bin oder der Mehrheitsmeinung in einem Forum folge. Ob Ihre Meinung in unserer Demokratie mehrheitsfähig ist, das wissen Sie im Übrigen gar nicht – Sie tun nur so, als wäre das selbstverständlich. Das tat die NSDAP ebenso, auch als sie noch ganz klein und unbedeutend war.

    Ihr Diskussionsverhalten ist eines Journalisten unwürdig und ganz schön unverschämt. Ihre Behauptungen sind schon auf der rein sachlichen Ebene unwahr.

    a) Sie haben angefangen mit Fascho-Vergleichen, nicht ich. Ich habe Ihnen nur dargelegt, dass eine Klarnamenpflicht nichts mit der Qualität von Argumenten zu tun hat und dass Sie sich in Gesellschaft seltsamer Gestalten befinden. Wenn Sie sich als freitag-Autor in dieser Gesellschaft wohlfühlen ….

    b) habe ich nicht behauptet, dass der Staat mich für meine Meinung zur Drogenpolitik verfolgen würde. Was ist aber mit dem Arbeitgeber? Der Führerscheinstelle? Stellen Sie sich vor, ich wäre Lehrer von Schülern der Sekundarstufe 1 … wäre es ratsam, eine der Legalisierung wohlwollende Meinung zu vertreten ohne sich danach inquisitorischen Fragen ausgesetzt zu sehen?

    Oder Positionen der Linken zu vertreten? Nein, dafür komme ich nicht ins Gefängnis, werde ich dann aber vielleicht vom Verfassungsschutz überwacht – ist doch alles schon vorgekommen!

    Diskussionen zu Krankheiten, sexuellen Themen …

    Eine Klarnamenpflicht stellt ein potenzielles Unterdrückungsinstrument dar, wenn nicht von den heutigen Herrschenden, dann vielleicht von späteren Regierungen, also sollten wir gar nicht damit anfangen.

    Vielleicht denken Sie einfach noch mal nach!

  • Patrick S.

    @Tomate
    1) SCHUTZFRIST:

    Warum soll ein Künstler etwas produzieren, was ihm eine Firma dann nach einer “kurzen Schutzfrist” (so wie es hier einige fordern) wegnehmen darf, die natürlich entsprechende VERTRIEBSMÖGLICHKEITEN hat, das Ganze dan GROß zu verscheuern?

    Es geht ja nicht um die Firma die dann Gewinne machen kann. Erstens können dann alle das Material verwenden was einen Wettbewerb hervorruft das den Gewinn auch klein hält. Man muss ja nur die Werke Urheberrechtlich Freie Autoren ansehen. Shakespeare Sammlungen werden nicht teuer verkauft (im Vergleich zu Urheberrechtlichen Geschützten Werken) Nach Ende der Schutzfristen hat dann die gesamte Gesellschaft was von dem Werk und nicht nur die “bösen” Firmen.

    Außerdem funktioniert es doch auch Heute schon bei Patenten. Dort wird auch Geld verdient trotz höhere nötigen Investitionen. Ein Künstler der sein Geld nach 10 oder 20 Jahren noch nicht mit seinem Werk verdient hat wird es auch nicht nach 140 Jahren verdient haben.
    Ebenso ist es doch quatsch das die Kinder und Kindeskinder noch von einer Arbeit ihrer Vorfahren verdienen müssen. Sonst wo gibt es dies auch nicht. Das Schreiner- Kind verdient auch nicht 70 Jahre nach dem Tod von einem verkauften Stuhl noch mit.

    Nun erzählen Sie all den Leuten die sich Jahre lang am neuen Avengers abgeschuftet haben mal, sie würden angeblich keine Arbeit leisten. Au weia… und bye bye Avengers.

    Ob der Film Avangers wirtschaftlich erfolgreich ist zeigt sich schon nach ein oder zwei Jahren. Hat der Film bis dahin keinen Gewinn erwirtschaftet dann ist er ein Verlust für die Studios.
    Heute ist doch schon klar das er wirtschaftlich erfolgreich ist.(wiki: “In knapp zwei Wochen spielte The Avengers über 800 Mio. ein”)
    Die Schutzfristen von dort 95 Jahren nach dem Tod sind für die Wirtschaftlichkeit nicht von großer Bedeutung. Wenn sie bei 10 oder 20 Jahren liegen würden dann könnte man trotzdem so einen Film machen.
    Die Künstler, Studios und alle Beteiligten würden immer noch einen Gewinn machen. Außerdem machen sie trotz Filesharings und millionenfach kopierten Avangers einen riesigen Gewinn. Die Filme werden immer teurer in der Produktion und trotzdem bleibt es bei einem Gewinn. Die Menschen gehen eben trotz Kopierens ins Kino und kaufen sich die Blu Ray.

  • Baxter

    @Wolfgang van Deuverd (#301):

    Auch wenn ich selbst nicht angesprochen war, dennoch aus purer Neugierde / reinem Interesse folgendes gefragt:

    Sie werden sich an diesen Satz sicher demnächst erinnern.

    Weshalb? Inwiefern?

    Wenn nicht, werden wir das für Sie übernehmen.

    Da ich nicht annehme, daß du im Plural Majestatis formulierst würde mich interessieren wer genau (!) mit “wir” in dem Zusammenhang gemeint ist.

    Herzlichen Dank und Gruß aus Köln, Baxter

  • affenärschle

    Wenn jemand meint für seine geistigen Ergüsse nicht genügen gewürdigt zu werden, dann soll er sie besser behalten, anstatt dauern auf Märtyrer zu machen…

  • Wolfgang van Deuverd

    @Baxter: @Baxter, das erläutere ich Ihnen gern. “Wir” Urheber werden dies tun, durch die intensive Betonung und auch Durchsetzung unserer mehr als berechtigen Interessen innerhalb eines Rechtsstaats, der wir sind und in dem wir leben- das wird hier und anderswo gerne vergessen.

  • kaputnik

    @Wolfgang van Deuverd:
    Sie erwähnen in Ihren Beiträge häufiger Faschismus, die NSDAP und dass das die anderen (konkret: die Piraten) wären …

    Ich schreibe das wirklich ungern, aber schließlich haben Sie damit angefangen: Ihre Sätze lesen sich wie handfeste Drohungen … in einer ästhetischen Qualität wie NSDAP-Propaganda. Herzlichen Glückwunsch.

  • Wolfgang van Deuverd

    @kaputnik: Das Faschismus-Argument bezog sich vornehmlich auf die Äußerungen des Users “Bachsau”. Der Hinweis im Bezug auf Ihren Beitrag diente der Verdeutlichung einiger Analogien hinsichtlich der politischen Vorgehensweise von faschistischen Parteien der Vergangenheit zur derzeitigen Situation. So ist es ein typisches politisches Verhalten faschistischer Parteien, bestimmte Ansichten als “allgemeingültig” darzustellen, den Gegner als “unwissend”, dessen Meinung als “schädlich” für den Modernismus einer Gesellschaft zu disqualifizieren (“Volksgemeinschaft” vulgo “Netzgemeinde”. Beschäftigen Sie sich mal ernsthaft mit der Geschichte der Propaganda der NSDAP – Sie werden erschrecken (hoffe ich). Was nun Ihre persönlichen Verfolgungsängste betrifft, so kann dies so nicht nachvollziehen, obwohl ich auch glaube, dass es solche – nicht hinnehmbaren!! – Fälle gibt. Das Recht auf freie Meinungsäußerung gehört für mich zu den wichtigsten Rechtsgütern unserer Demokratie. Aber: es gilt hier wie in allen Rechtsbereichen auch abzuwägen. Denn dieses Recht endet dort, wo wir über Beleidigungen und den Aufruf zu Straftaten sprechen. Also muss einerseits klar geregelt sein, dass freie Meinungsäußerung nicht zu Nachteilen führen darf, aber die Anonymität andererseits nicht zu Straftaten mißbraucht werden darf. Hier herrscht Regelungsbedarf.

  • Wolfgang van Deuverd

    @Wolfgang van Deuverd: ich habe an keiner Stelle die Piraten als Partei mit der NSDAP verglichen, ich habe darauf hingewiesen, dass einzelne Beiträge hier im Argumentationsmuster und der Behandlung des politisch oder inhaltlich Andersdenkenden faschistischen Mustern gleichen. Ob diese User Piraten sind oder neonazistischen Organisationen angehören, Privatfaschisten sind oder sich nicht darüber im Klaren, was sie hier so schreiben, vermag ich nicht zu beurteilen.

  • Wolfgang van Deuverd

    @kaputnik: Nachtrag: Der einzige mir bislang bekannte öffentliche historische Vergleich des Erfolgs der Piratenpartei mit dem der NSDAP stammt soweit ich weiß von Herrn Delius, dem Parlamentarischen Geschäftsführer der Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus.

  • Baxter

    @Wolfgang van Deuverd:

    “Wir” Urheber werden dies tun, durch die intensive Betonung und auch Durchsetzung unserer mehr als berechtigen Interessen innerhalb eines Rechtsstaats, der wir sind und in dem wir leben- das wird hier und anderswo gerne vergessen.

    Beantwortet das wirklich meine ganz konkret gestellte Frage, wer -ganz konkret- “Wir” sein soll?
    Aus deiner Antwort entnehme ich jedenfalls, daß mit “Wir” scheinbar “Urheber” gemeint sein soll…

    Da das UrhG den Begriff “Urheber” zumindest juristisch definiert, bediene ich mich mal des gesetzlichen Wortlautes (§ 7 UrhG): “Urheber ist der Schöpfer des Werkes.
    Und was ein “Werk” in diesem Zusammenhang sein soll, entnehme ich hieraus:
    (§2 UrhG, Absatz 2): “(2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.

    Zusammengefasst habe ich die Antwort also ungefähr so verstanden: “Wir” = “Urheber” = “Schöpfer eines Werkes”, d.h. von “persönlich geistigen Schöpfungen”.

    Trifft das in etwa zu? Wenn Ja, dann empfinde ich persönlich die Antwort als zu pauschal (provokativ nach dem Motto: “Wir Menschen vom Planeten Erde”).
    Von daher einfach noch mal gefragt: Wer genau (!) ist “Wir”? 51 Tatort-Autoren? Die sog. Autoren und Künstler, die auf dem “Wir sind Urheber”-Zettel stehen? Wer sind “Wir Urheber”?

    unserer mehr als berechtigen Interessen innerhalb eines Rechtsstaats

    Welche “berechtigten Interessen innerhalb eines Rechtsstaats” sind denn konkret (!) gemeint und wie sollen die konkret (!) “betont” respektive “durchgesetzt” werden? Dieser “Wir-sind-Urheber”-Wisch hat dies nämlich mit keiner Silbe konkret (!) “betont”. Interessant ist dann die konkrete (!) Ausgestaltung der von dir angesprochenen “Durchsetzung” der nicht konkret (!) genannten “berechtigten Interessen”.

    Erneut Danke vorab und Tschüß, Baxter

  • Azzatai

    Bei einem Durchschnittseinkommen von 13.700 Euro (Referenz Künstlersozialkasse, Musiker sogar nur 11.800 Euro) sollten die Urheber vielleicht mal darüber nachdenken ob es nicht konstruktiver wäre sich erstmal für ein BGE einzusetzen, als sowieso schon am Hungertuch nagend (verständlicherweise) hysterisch auf alles zu reagieren was sie noch schlechter stellen könnte.

    Das könnte die Diskussion etwas relaxter gestalten und gleichzeitig noch einige Sympathien wecken beim Rest der ausgebeuteten Arbeitnehmer- und Selbständigenschaft.

  • kaputnik

    @Wolfgang van Deuverd:

    ich habe an keiner Stelle die Piraten als Partei mit der NSDAP verglichen, ich habe darauf hingewiesen, dass einzelne Beiträge hier im Argumentationsmuster und der Behandlung des politisch oder inhaltlich Andersdenkenden faschistischen Mustern gleichen. Ob diese User Piraten sind oder neonazistischen Organisationen angehören, Privatfaschisten sind oder sich nicht darüber im Klaren, was sie hier so schreiben, vermag ich nicht zu beurteilen.

    Ich erlaube mir aber von weiter oben zu zitieren:

    Das zeigt doch den guten, alten, wahren Faschismus in seiner reinsten Form, natürlich immer schön anonym, wie es ich für einen feigen “Piraten” gehört. Kein Wunder, dass Neonazis diese Partei so toll finden: “Die Unterschriftenliste ist jedenfall toll. So weiß jeder freie Bürger gleich, wen man mit seinem Geld besser nicht unterstützt.

    Ne, “die Piraten als Partei” haben Sie nicht verglichen.

    Was Ihre Sprache angeht und die sprachliche Nähe zu NS-Propaganda …. ich gehe jetzt an die frische Luft, deshalb habe ich jetzt keine Zeit und Lust, nette Sätze von Ihnen zu extrahieren.

  • Wolfgang van Deuverd

    @Baxter: Auch diese Fragen beantworte ich Ihnen gern, das ist recht einfach. “Wir” bezeichnet die Gruppe aller Urheber, (was der Begriff selbst meint, haben Sie freundlicherweise dargestellt), die sich für die Wahrung ihrer Interessen nach Recht und Gesetz einsetzen. Dazu gehören u.a. jene von Ihnen genannten Gruppen von Unterzeichnen entsprechender Aufrufe. Mit den Rechten meine ich alle durch das geltende Urheberrechtsgesetz und die begleitenden geltenden nationalen und internationalen Gesetze und Verträge geschützten Rechte, aus denen sich die entsprechenden rechtlichen Sanktionen und strafbewehrten Verhaltensweisen ebenfalls ergeben.

  • Wolfgang van Deuverd

    @kaputnik: Sie zitieren, wie ich zuvor erwähnte, aus einem Kommentar an den User “Bachsau”, dazu auch einen Teil von dessen Beitrag, am Ende, ohne dies insofern zu kennzeichen, sie trennen meinen Kommentar nicht von seinem, den ich meinerseits nur zitierte. Dies war allerdings im Ursprung erkennbar personifiziert und in Anführungszeichen deutlich gemacht. Zu dem Fakt, dass darüber hinaus Rechtsradikale von der Piratenpartei angezogen werden und der Umgang mit denselben innerhalb der Piraten kontrovers diskutiert wurde, verweise ich auf vielfältige Berichterstattung in der Presse und Verlautbarungen der Bundespartei der Piraten.

  • Moon

    @Wolfgang van Deuverd:

    Hochmut kommt vor dem Fall. Sie werden sich an diesen Satz sicher demnächst erinnern. Wenn nicht, werden wir das für Sie übernehmen.

    Sicher, sicher, Sie wissen doch: Drohungen sind immer das probateste Mittel, die Gegenseite von den eigenen Argumenten zu überzeugen. Vor allem, wenn sie so glaubwürdig sind und Ihre Ausgangsposition so nachvollziehbar (nachträglich (!) erweiterte Schutzfristen, ungerechtfertigt kassierte Abgaben, geplante Totalüberwachung, etc.).

  • bombjack

    @Wolfgang van Deuverd:
    […]
    Die “heute noch so stolzen Urheber” werden keineswegs die “bittere Erfahrung machen”, dass das “freie Netz wichtiger ist als ihr unbestrittener Beitrag zur Kultur” sondern diejenigen, die Urhebern bestehlen wollen und diesen Diebstahl legalisieren, werden die Erfahrung machen, dass es dafür mächtig auf die Finger gibt.
    […]

    Freenet und Hidden Services bei TOR sagt Dir was? Bin mal gespannt was man dagegen machen möchte….

    bombjack

  • bombjack

    @Azzatai:

    […]Künstlersozialkasse[…]

    schönes Stichwort….besonders wenn man sich die Finanzierung ansieht:
    http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/ksk_in_zahlen/finanzierung.php

    Hey, wenn ich Selbstständig bin, dann darf ich meine soziale Absicherung zu 100% selber zahlen und bekomme nicht mit 20% Steuermitteln in Form eines Bundeszuschuss den Arsch gepudert….

    Das hört sich auch cool an:
    […]Sie haben den Vorteil, nur etwa die Hälfte der Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung aufbringen zu müssen. Ihre Beitragslast entspricht damit derjenigen eines Arbeitnehmers.
    […]

    Ist geil…im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer, sein eigener Herr zu sein und trotzdem noch Zuschüsse bekommen….warum habe ich als Selbständiger nicht auch diese Möglichkeiten?

    bombjack

  • Auweia 3.0

    Wenn ich den Artikel und die Kommentare lese, geht mir leider der Glaube an die direkte Demokratie verloren. Wir sollen/wollen möglicherweise in Zukunft direkte demokratische Entscheidungen treffen? Auweia! Ein Bildschirm scheint wohl geduldiger als ein direktes Gegenüber, und man verliert den Respekt vor anderen und vor sich selbst.

    Zum Glück braucht niemand diese Gedanken noch mal zu lesen.,(ja ja ich weiß, auch mein furchtbares Geschreibsel nicht) Haben wir unsere Selbstachtung hier im Netz komplett verloren? Braucht hier niemand über das, was er schreibt noch mal nachzudenken? Egal, Verantwortung ist ja nur ein Begriff, der nur ein müdes Aufflackern von 0,0003 Ampere erzeugt.

    Auch das Internet bringt nicht nur, wie ich zunächst gehofft habe, die ersehnte Freiheit der Gedanken, politische Diskurse und Umschwünge zustande, sondern es scheint sehr wohl auch eine Bande selbstsüchtiger Milchmännchen zu erzeugen, die eine Pseudofreiheit genießen, sich in Wirklichkeit aber genauso zu Dienern der milliardenschweren Internetkonzerne machen und die Auswertung geistiger Arbeit torpedieren, somit Journalismus, Kunst und Kultur, Wissenschaft (Patente) der Wertlosigkeit preiszugeben.

  • earendil

    Was mir bei der ganzen Diskussion, nicht nur hier, zu kurz kommt, sind die positiven Aspekte, besser gesagt: di großartigen Errungenschaften, die die digitale Verbreitung von Kulturwerken auf legalen, halblegalen und illegalen Wegen gebracht hat: Man kann heute auf recht einfachen Wegen und in einer nie gekannten Breite auf Kulturwerke aus aller Welt zugreifen; auch arme Schlucker können Musik und Filme rezipieren, die sie sich nie hätten leisten können; durch Youtube u.ä. haben Menschen von Sachen erfahren, die ihnen sonst verschlossen geblieben wären… Kurzum: Die Verbreitung von Kulturwerken aller Art hat Dimensionen angenommen, von denen man früher nur träumen konnte! Das ist erstmal eine geniale Errungenschaft, die zu verteidigen ist.

    Dummerweise sind bei diesem Prozess die finanziellen Interessen der Kulturschaffenden etwas unter die Räder gekommen. Anstatt nun aber einen Krieg gegen die Nutzer zu führen oder gar das Rad der Zeit zurückdrehen zu wollen, müssen hier Wege gefunden werden, das Auskommen der Kulturschaffenden auch unter den Gegebenheiten des digitalen Zeitalters angemessen zu gewährleisten. Da sehe ich bei den Kulturschaffenden und -vermarktern – zumindest bei denen, die öffentlichkeitswirksam die Stimme erheben – leider kaum konstruktive Ansätze, wogegen es bei Piraten & Co. durchaus entsprechende Überlegungen, Stichwort Kulturflatrate. Das mag alles noch unausgegoren sein, aber immerhin. Warum kommt da von “Urheberseite” so wenig?

    Die derzeitige Brachialstrategie à la “ihr seid alles Kriminelle” führt doch nur zu einer Trotzreaktion wie “müsst ihr halt sehen, wo ihr bleibt”. Ansonsten kann man zumindest mit den vernünftigen Vertreter_innen der “anderen” Seite über das Problem wegbrechender Einnahmen von Kulturschaffenden reden, und wie man dem begegnen kann. Aber wenn dazu Nutzer kriminalisiert und die Freiheit des Netzes angegriffen werden soll – no way!

    Abschließend noch eine kleine Linksammlung zum Thema:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/kuenstler-schreiben-offenen-brief-fuer-das-urheberrecht-a-832624.html
    http://cronenburg.blogspot.de/2012/05/wir-sind-ohne-mich.html
    http://www.spreeblick.com/2012/04/14/ich-heb-dann-mal-ur/
    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachwandel/2012-04-06/offener-brief-an-die-contentindustrie
    Alles nicht pauschal zustimmungsfähig, aber alles irgendwie lesenswert, wie ich finde.

  • Mensch Müller

    @earendil:

    Ja, da ist was dran, dass auch die Urheber mit darüber nachdenken sollten, wie Vergütungsmodelle in Zukunft aussehen könnten. Sollte man wirklich nicht nur den Piraten überlassen.

    Und den Schutz der Urheberrechte sollte man auch nicht nur Merkel + Kauder überlassen, die sich gerade dafür ausgesprochen haben. Es wäre schön, wenn auch linksseits der Mitte, Parteien ein Profil dazu bilden würden!

    Wenn du aber sagst, dass die Urheber den User “kriminalisieren” muss ich dir sagen: der User, der illegal Musik runter- oder gar rauflädt, kriminalisiert sich nach geltendem Recht erstmal selber! Darüber kann es keine zwei Meinungen geben. Wie die Zukunft aussieht wird man sehen.

  • earendil

    @Wolfgang van Deuverd: Du bist ein schönes Beispiel, dass Klarnamen weder vor Trollerei schützen noch das Niveau der Diskussion heben. So viel brachiale Dummschwätzerei, so viel “Faschismus!”-Gekreische an unpassendsten Stellen, das tut richtig weh.

    Boykott aus politischen Gründen ist also faschistisch? Ach so. Coca-Cola wegen der Ermordung kolumbianischer Gewerkschafter zu boykottieren ist also faschistisch. Ja nee, is klar.

    Und wer immer noch nicht kapiert hat, warum Anonymität im Internet eine wertvolle Sache ist, der ist a) ignorant bis zum geht nicht mehr und b) vermutlich staatskonform und saturiert ohne Ende. Ich hab ja keine Ahnung, wie du dein Geld verdienst. Aber es soll ja Menschen geben, die vielleicht in ihrem Leben nochmal beid er Bahn arbeiten wollen. Und vielleicht eine ähnliche Meinung zu Stuttgart21 vertreten wie sie. Die Bewerbung hätte sich dann mit einmal Googeln erledigt. Vielleicht möchte ja Kaputnik auch nicht, dass seine nächste Bewerbung daran scheitert dass der Personalchef ne Aversion gegen Kiffer hat?

  • bombjack

    @earendil:

    a) http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Indirekt-proportional/forum-228487/msg-21824778/read/

    b) http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Da-ist-Potential-drin/forum-228487/msg-21826036/read/

    […]Die derzeitige Brachialstrategie à la “ihr seid alles Kriminelle” führt doch nur zu einer Trotzreaktion wie “müsst ihr halt sehen, wo ihr bleibt”. Ansonsten kann man zumindest mit den vernünftigen Vertreter_innen der “anderen” Seite über das Problem wegbrechender Einnahmen von Kulturschaffenden reden, und wie man dem begegnen kann.
    […]

    Noch dazu wo deren Schutz im Vergleich z.B. zu Patenten um einiges gravierender ist, da muss man Gebühren zahlen und das jährlich, ein Weltpatent gibt es nicht, gilt nur 20 Jahre usw.
    Ganz zu schweigen vom Verwerten in der Wissenschaft vgl.
    http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Der-Witz/forum-227157/msg-21742985/read/

    Aber vielleicht sollte man sich bei den Unterzeichner des Appells “Wir sind die Urheber!”, den Tatort-Autoren und Herrn van Deuverden bedanken…eine bessere Werbung für die Piraten und gegen die Interessen der Urheber kann es nicht geben, die kommt fast schon an den Ausspruch der MI (Musikindustrie) hin:
    http://ak-zensur.de/2010/04/kinderpornos-grossartig.html

    Besser kann man die Hosen nicht runter lassen…..

    bombjack

  • earendil

    @earendil: Sollte natürlich heißen: “Und vielleicht eine ähnliche Meinung zu Stuttgart21 vertreten wie du.”

  • Olli

    Mal kurze Einwürfe Faschisten und Nazis sind 2 unterschiedliche Begriffe genau wie Urheberrechtsverletzung und Diebstahl.

  • Wolfgang van Deuverd

    “Mensch Müller” hat völlig recht. Hier wird niemand “kriminalisiert” – wer gegen geltendes Recht vorsätzlich verstößt ist kriminell, niemand zwingt einen Menschen zu Rechtsverstößen, er tut das aus eigenem Antrieb und freiwillig. Es zeugt übrigens von einem sehr “besonderen” Rechtsverständnis, ein kriminelles Delikt so lange begehen zu wollen und das auch noch offen anzukündigen, bis das Recht nach den Vorstellungen des Täters geändert wird. Da werden sogar, wie von “bombjack” mal ganz einfach die Tatmittel genannt: “Freenet und Hidden Services bei TOR sagt Dir was? Bin mal gespannt was man dagegen machen möchte….”

    Und die berühmten “Lösungsvorschläge” – wo sind sie denn? Wo sind die Modelle, die Berechnungen, die Gesetzesvorlagen? Es gibt sie nicht, alles nur Blablabla. Seit rund 6 Jahren gibt es in Deutschland eine Piratenpartei – und bislang keinen vernünftigen, berechenbaren Vorschlag. Die “Kulturflatrate”? Wo sind neben diesem Schlagwort die Berechnungen, die Verteilungs- und Finanzierungsvorschläge? Null, Nix, Nada. Alles leeres Gewäsch und hohle Phrase. Da halte ich mich lieber an die bestehenden Gesetze und sorge für deren Durchsetzung und Anwendung, da weiß ich, woran ich bin.

    Was ich besonders lustig finde, ist die Weinerlichkeit der “Netzgemeinde”, wenn es um die Strafen geht. Aber das ist typisch Internet – große Fresse, wenn es anonym zur Sache geht aber ganz klein mit Hut im wahren Leben oder vor Gericht.

  • Wolfgang van Deuverd

    @Olli: Wären Sie so freundlich, mir den Unterschied zwischen Nazis und Faschisten zu erklären? Ich bin wirklich sehr gespannt.

  • Wolfgang van Deuverd

    @earendil: Vielleicht sollten Sie auf meine Anmerkungen erst dann eingehen, wenn Sie diese verstanden haben. Ich weiß, das ist in Ihren Kreisen nicht üblich, aber es erleichtert erheblich die Diskussion.

  • Olli

    @Wolfgang van Deuverd:

    Ich gebe mal die ganz kurze Fassung. Der größte Unterschied ist das Faschisten nicht das Rassenbild und den Antisemitismus der Nazis hatten auch der Sozialdarwinismus war weitaus weniger stark ausgeprägt.

  • Wolfgang van Deuverd

    @Olli – die “ganz kurze Fassung” ist schon so völlig abstruser Unsinn, dass ich den Rest gar nicht mehr hören muss. Sind Sie aktiver Pirat?

  • Wolfgang van Deuverd

    @Olli, ich gebe Ihnen nur einen kleinen Hinweis, in jeder faschistischen Ideologie erfolgt eine Auslese, in deren Rahmen als “minderwertig” geltende Gruppen herabgesetzt oder “aussortiert” werden. Diese Auslese muss nicht zwingend nach “Rassegesichtspunkten” erfolgen,es kann sich auf Behinderte oder Homosexuelle beziehen, aber auch auf Anhänger unliebsamer Weltanschauungen oder Immigranten und deren Nachkommen oder viele andere Gruppen. Insofern waren die Nationalsozialisten lediglich eine Ausprägung des vielgesichtigen Faschismus.

  • earendil

    @Mensch Müller: Naja, Gesetze sind ja auch nicht naturgegeben. Aber dann ersetze halt “kriminalisieren” durch “verfolgen”.

    Man kann sich natürlich auf den fundamentalistischen Standpunkt stellen: “Was Recht ist, muss auch Recht bleiben (und um jeden Preis durchgesetzt werden)!” Kann man machen, und damit dank Abmahnunwesen auch beachtliche Einnahmen generieren. Aber wer großflächig ein Verhalten verfolgen lässt, das von vielen Menschen als normal angesehen wird, bei dem der verursachte Schaden, wenn überhaupt, nur sehr abstrakt zu sehen ist, und bei dem folglich wenig Unrechtsbewusstsein existiert, der macht sich keine Freunde und auch keine zahlenden Nutzer (s. die Entwicklung in Frankreich, wo dank Hadopi Filesharing UND kulturindustrielle Umsätze zurückgegangen sind), produziert aber erheblichen Widerstand.

  • bombjack

    @Wolfgang van Deuverd:

    Gegenfrage was kommt denn von Euch Urhebern außer mehr Überwachung (DPI), Gängelung (DRM), Verängerung der Schutzfirsten (waren da nicht mal 95 Jahre im Gespräch), Einflussnahmen auf ausländische Gesetzgebung (siehe Wikileaks; Gesetze in Spanien), PIPA, SOPA, ACTA und den ganzen Mist…

    Welche Finanzierungsvorschläge kamen von den Urhebern? Null, Nix, Nada. Alles leeres Gewäsch und hohle Phrasen von Euch Urhebern….und natürlich noch mehr Gängelung
    vgl. http://www.geardiary.com/2009/06/19/kindles-drm-rears-its-ugly-head-and-it-is-ugly/
    Aktueller:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-Mehr-Copyright-Hinweise-auf-DVDs-und-Blu-rays-1570954.html

    Aber langsam wehrt man sich:
    http://www.heise.de/tp/blogs/10/151967

    […]Was ich besonders lustig finde, ist die Weinerlichkeit der “Netzgemeinde”, wenn es um die Strafen geht.
    […]

    Aha…so wie die Verwerter wenn es sich mal selber trifft http://boingboing.net/2009/12/07/major-record-labels.html dann auf einmal die Summen kleinrechnen vgl. http://boingboing.net/2011/01/11/major-record-labels-2.html

    […] große Fresse, wenn es anonym zur Sache geht aber ganz klein mit Hut im wahren Leben oder vor Gericht.
    […]

    Du kennst den Spruch mit den Elchen?

    bombjack

  • Wolfgang van Deuverd

    @earendil: nehmen wir dieses Statement mal als Basis. Das bedeutet, es muss also eine politische Mehrheit (da hier Demokratie) für alle Veränderungen gefunden werden. Wo sehen Sie die? Und was geschieht, wenn sich keine solche Mehrheit findet? Will die Minderheit die Mehrheit dann durch fortgesetzten Rechtsbruch zur Meinungsänderung zwingen?

  • Olli

    @Wolfgang van Deuverd:

    Nein ich bin kein Pirat. Und ja abstruser Unsinn. Dann nimm mal bitte ein paar Geschichtsbücher zur Hand. Schwerpunkt. Faschismus und Nationalsozialismus in Europa. Zeitpunkt 1922-1944. Dürfte reichen.

    Man das sogar ein Journalist solche Lücken in Geschichte aufweist.

    Und dein zweiter Beitrag das ist so allgemein gehalten das kannst du sogar auf Demokraten anwenden.

  • Wolfgang van Deuverd

    @bombjack: die Links muss ich mir erst mal alle anschauen.

  • bombjack

    @Wolfgang van Deuverd:

    Allerdings habe ich da Verwerter und Urheber vermischt….

    Wäre das ein Ansatz:
    a) http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Indirekt-proportional/forum-228487/msg-21824778/read/

    b) http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Da-ist-Potential-drin/forum-228487/msg-21826036/read/

    oder gar ein teilweises BGE u.U. gestaffelt und wenn man Künstler ist dann gibt es ähnlich der Künstlersozialkasse etwas mehr…gekoppelt mit einer Schwellenwertlösung, siehe letzter Absatz hier:
    http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Re-Indirekt-proportional/forum-228487/msg-21825996/read/

    bombjack

  • earendil

    @Wolfgang van Deuverd: Falls du ernst genommen werden willst, versuch’s mal mit Argumenten statt idiotischen Godwinrekorden.

    @Wolfgang van Deuverd:

    Hier wird niemand “kriminalisiert” – wer gegen geltendes Recht vorsätzlich verstößt ist kriminell, niemand zwingt einen Menschen zu Rechtsverstößen, er tut das aus eigenem Antrieb und freiwillig.

    Was ich besonders lustig finde, ist die Weinerlichkeit der “Netzgemeinde”, wenn es um die Strafen geht. Aber das ist typisch Internet – große Fresse, wenn es anonym zur Sache geht aber ganz klein mit Hut im wahren Leben oder vor Gericht.

    Sagst du das gleiche auch über die “Parkschützer”? Ich zitiere dich mal:

    Sie haben die Moral vollständig auf ihrer Seite und jedes Recht auf Widerstand.

    Einmal betonhart legalistisch den Law-and-Order-Fanatiker geben, für andere Aktionen jenseits der Grenze der Legalität aber vom “Recht auf Widerstand” schwätzen – so macht man sich lächerlich. Aber eigentlich vermitteln alle deine Texte nur eines: Du bist eine Art Berufsprovokateur, also hauptamtlicher Troll.

    Die “Kulturflatrate”? Wo sind neben diesem Schlagwort die Berechnungen, die Verteilungs- und Finanzierungsvorschläge?

    Als ob du das wirklich wissen willst, alter Provo-Heini. Und es muss auch jeder Gegenvorschlag, jede neue Idee komplett durchgerechnet daherkommen, sonst muss man sich nicht damit befassen, wie? Danke, deutlicher kannst du deine Ignoranz nicht machen.

    @Olli: Naja, der “Unterschied” zwischen Nazis und Faschisten ist im Wesentlichen der zwischen Bäumen und Pflanzen. Ist aber auchvöllig unerheblich, da beides bei WvD nur inhaltsleere Provo genutzt wird.

  • earendil

    @Wolfgang van Deuverd: Junge, du bist ja ein Kaliber an Lächerlichkeit, das mir in der Weise lange nicht untergekommen ist. Ich zitiere nochmals aus deinem Parkschützer-Artikel (Hervorhebung von mir):

    Nun könnte man meinen, es sei alles gesagt, zu diesem Immobilienprojekt, dass augenzuschmierend zum Bahnhofsbau umgelogen wurde, zu den zusammengemogelten Kosten, zu den unkalkulierbaren Risiken, der Gefährdung des Grundwassers, zu der Farce, die sich „Volksbefragung” nannte und zur Urlaubsvertretung der CDU, die sich grün-rote Landesregierung nennt. Das stimmt soweit auch. Kein Mensch, der halbwegs bei Verstand ist und nicht in wirtschaftlicher Abhängigkeit von den Strukturen der Macht und Geldes steht, die hier Milliarden von Euro in ein sinnloses und feuchtes Grab senken, kann dieses Unterfangen namens Stuttgart 21 befürworten – sollte man meinen.

    Dort ist dir die Pro-S21-Mehrheit egal, und hier kommst du mit demokratischen Mehrheiten?

    Will die Minderheit die Mehrheit dann durch fortgesetzten Rechtsbruch zur Meinungsänderung zwingen?

    In Stuttgart heißt die Antwort ganz klar: Ja.

  • earendil

    Zur Klarstellung: Ich habe zwar keine Meinung zu S21, habe aber generell nichts gegen extralegalen Widerstand, direkte Aktionen und diverse andere Rechtsbrüche oder Aktionen am Rande der Legalität. Es geht mir nur um die, wie das ein anderer Unsympath mal formuliert hat, “sachliche Inkompetenz, gedankliche Inkonsistenz und verbale Inkontinenz” des Wolfgang van Deuverd.

  • earendil

    @Wolfgang van Deuverd: Trotz allem doch nochmal der Versuch einer nicht-polemischen Antwort: Ich weiß nicht, wie die Mehrheitsverhältnisse hier liegen. Was denkt die Mehrheit der Bevölkerung denn über Filesharing, Urheberrecht, Kulturflatrate? Ich denke mal, nur eine Minderheit wird sich dazu überhaupt schon eine Meinung gebildet haben.

    Die Mehrheit in den Parteien verteidigt bisher den Status quo oder unternimmt diverse Angriffe gegen Bürgerrechte und Netzfreiheit, teils unter Einfluss der Contentobby, teils um ganz allgemein mehr Kontrolle durchzusetzen. Da muss man halt politisch gegen arbeiten. Netzsperren und ACTA haben ja gezeigt, dass das durchaus Aussicht auf Erfolg hat.

  • Irma Walter

    Herr Vetter, bis jetzt habe ich noch nichts über die “global agierenden Internetkonzernen, deren Geschäftsmodell die Entrechtung von Künstlern und Autoren in Kauf nimmt” gelesen. Ist das nicht ein Nebensatz in dem Pamphlet der den Trend von Deutschland in der Internet-Isolation beschreiben könnte? Soweit ich verfolgen kann, fühlen sich nicht-deutsche Autoren und Künstler im Großen und Ganzen nicht entrechtet, sondern ‘empowered’.

  • Wolfgang van Deuverd

    ich sehe ein, dass meine Auffassung zu S21 es schwierig macht, mich als Vertreter der Staatsmacht zu diskreditieren. Es gibt aber in meinen Haltungen eine erkennbare Konstante, die offenbar nicht verstanden wird oder nicht verstanden werden will: ich wende mich in beiden Fällen, bei S21 und in dieser Diskussion und auch ansonsten gegen offensichtliche und durch nichts zu rechtfertigende Rechtsbrüche, sei es durch den Staat, die Wirtschaft, Institutionen oder durch Privatpersonen.

  • Tomate

    @Patrick S.:

    Sie reden leider an dem vorbei, was ich angesprochen habe.

    “Es geht ja nicht um die Firma die dann Gewinne machen kann.”

    Doch um die geht es. Das Urheberrecht gilt momentan für ALLE Leute. Also sowohl Leute mit nicht kommerziellen Zwecken (Privatleute) als auch für kommerzielle (Firmen).

    Ein starkes Herabsetzen der Schutzfrist auf zB 5 Jahre tut aber in der Tat das, was Sie auch schon ansprachen: Dumping.

    Wir haben jetzt schon einen sehr hohen Anteil an Dumping weil die Firmen die Freelancer gerne gegeneinander ausspielen. Noch mehr davon bracuhen wir nicht.

    Da macht es mehr Sinn stattdessen zwischen Privatleuten und Firmen zu unterscheiden.

    Jetzt verstanden?

    “Ob der Film Avangers wirtschaftlich erfolgreich ist zeigt sich schon nach ein oder zwei Jahren. Hat der Film bis dahin keinen Gewinn erwirtschaftet dann ist er ein Verlust für die Studios.”

    Bitte lesen Sie sich doch den Teil von mir, den Sie da zitiert haben noch einmal genau durch – um es Ihnen einfache rzu machen, hebe ich mal die wichtigen Punkte hervor:

    Nun erzählen Sie all den LEUTEN die sich Jahre lang am neuen Avengers abgeschuftet haben mal, sie würden angeblich KEINE ARBEIT leisten.

    Genau. Es geht darum das Kunst AUCH Arbeit ist und nicht etwas, wa sman mal eben so aufs Blatt sch***+, wie es hier einige behaupten. Das ist ein großer Unterschied zu dem was Sie hier schreiben.

    Ob die Leute sich dann den Film ansehen werden ist ein vollkommen anderes Thema. In diesem Mment geht es darum erstmsl dafür zu sorgen das bestimmte Stimmen aufhören zu behaupten, Künstler würden ja keine echte Arbeit leisten.

  • bombjack

    @Urheber…

    Außerdem gebe ich zu Bedenken, dass “die Büchse der Pandora” nicht mehr geschlossen werden kann und im Gegenteil jeder Versuch der Kontrolle zu massivsten Abwehrreaktionen führen wird und schon geführt hat.
    Da wäre das was ich als Napster-Effekt bezeichne, als Napster juristisch niedergerungen wurde, sprossen die P2P-Klone wie die Pilze auf der Wiese (KaZaA, Morpheus, Limewire, iMesh, Gnuttella, Grokster usw.) nur diesmal dezentral (im Gegensatz zu Napster)und damit eben nicht mehr so leicht abzuschalten. Praktisch eine Ausgabe von Herkules und der Kampf gegen die Hydra….und als dort IP-mäßig eingehackt wurde, erhielten Freenet, I2P und die hidden services von TOR Auftrieb….Bekämpfung geht nicht mehr bzw. nur unter Einschränkungen die einer Diktatur möglich sind und selbst das funzt nicht siehe “Golden Shield” China.

    Das wird man auch egal wie man es dreht und wendet nicht mehr zurückdrehen können und im Gegenteil..je mehr Druck gemacht wird und so eher werden vorerst noch gesetzes-treue Bürger breit sein die illegalen Pfade zu betreten. Z.B. habe ich mich seit meiner Arbeitszeit von 3.5 Jahren in den USA zwangsweise mit dem Umgehen des Regionalcodes befassen müssen, da ich US- und Europa-DVDs mein eigen nenne und diese auf meinen Computer abspielen möchte. Ein Beispiel von Vielen wie man den ehrlichen Kunden abschreckt und u.U. auf dunkle Pfade treibt…..

    Ach ja….in den USA war es dank Google üblich von Büchern nicht nur “snippet views” zu bekommen, das hat dort zu einigen Bücherkäufen geführt, die mit Chemie zu tun hatten und die nicht gerade billig waren….was mich zu einem anderen Argument führt…denn nicht jedes runter-geladene Werk wird auch gekauft werden und jeder Euro kann auch nur einmal ausgegeben werden d.h. für Kultur muss auch Geld übrig sein, wenn nicht dann bleibt dies zuerst auf der Strecke…..

    bombjack

  • Wolfgang van Deuverd

    @earendil: Es steckt gewiss ein Potential in diesen Überlegungen, allerdings werden sehr unterschiedliche Rechte berührt, wie Du schon selbst richtig erkannt hast. Das ließe sich wohl nur über eine Clearing-Stelle organisieren – mit allen entsprechenden Folgen. Ich glaube das wird eine sehr schwierige Diskussion.

  • Tomate

    Ich habe hier noch eine kleine Wirtschaftsgeschcihte die deutlich macht, wieso ich zwischen Privatmann (nicht kommerziell) und Firma (kommerziell) unterschieden würde:

    Nehmen wir an ich bin ein Mensch mit Geld.
    Jedenfalls habe ich mehr Geld als die Menschen, durch deren kleine Markthalle ich an meinem freien Tag schlendere und einen Stand mit interessanten Waren entdecke.

    Hier finde ich einen Krug, der mir sofort auffällt. Tolle Form, schick verziert mit kunstvollen Blumen.
    Würde groß rausgebracht sicher gut ankommen und ne Menge Gewinn einbringen.

    Den Krug hat eine Frau gemacht. Sie saß lange daran, sich eine gute Form und dann ein schickes Design für die Blumen zu überlegen.
    Sie ist gelernte Krugmacherin, hat sich ihre Ausbildung lange vom Mund abgespart und kann nun endlich ihren eigenen kleinen Handel betreiben. Aber sie ist nur eine und könnte mir wohl kaum schnell genug Krüge für meinen groß geplanten Handel herstellen.

    Außerdem bin ich Geschäftsmann und man wird nicht reich, indem man Gelder mit jemandem teilt, wenn man es nicht unbedingt muss.
    Ich kaufe also einen Krug für nen Appel und nen Ei.

    Soll sie sich nicht beschweren, sie hat jetzt ja ein Mal für ihre Arbeit Geld bekommen!
    Zu Hause untersuche ich den Krug und lasse das Modell dann von meinen zwanzig billigen Arbeiterinnen nachbauen.

    Ich verkaufe meine Kopien auf dem Markt an eine große Kundschaft. Ich verkaufe ihn auch in verschiedenen Ländern.
    In Spanien verkauft er sich besser als in Russland, in Frankreich muss ich sogar immer wieder neue Editionen auf den Markt bringen – sieht aus als ob ich dort unbegrenzt an diesem Krug reich werden kann. Fabelhaft!

    Der Künstlerin, die den Krug eigentlich entworfen, die Designs für die Muster gemacht hat, und die das Geld dringend für ihren Lebensunterhalt brauchen würde – der gebe ich natürlich nichts.

    Sie hat ja damals auf dem Markt schon ein Mal Geld bekommen und man wird und bleibt schließlich nicht reich, wenn man teilt.

    Das ist wirklich toll. Dank der fabelhaft neuen kurzen Schutzfrist konnte ich mich mal wieder an einem Werk bereichern, das ich nicht einmal selbst erdenken musste. Ich habe nämlich keine Ahnung wie man Krüge entwirft oder Bilder malt.
    Aber ich weiß wie man Geld verdient, ohne selbst dafür arbeiten zu müssen. Die Frau kann ja in Zukunft putzen gehen.

  • Wolfgang van Deuverd

    Sorry, die letze Anmerkung ging an @bombjack, nicht an earendil!

  • Wolfgang van Deuverd

    @earendil: ist das wirklich Ihre Antwort? “Als ob du das wirklich wissen willst, alter Provo-Heini. Und es muss auch jeder Gegenvorschlag, jede neue Idee komplett durchgerechnet daherkommen, sonst muss man sich nicht damit befassen, wie? Danke, deutlicher kannst du deine Ignoranz nicht machen”. Also, ich finde, (mal von “Provo-Heini”, “Troll”, “Berufsprovokateur” abgesehen, ist das eigentlich jeder, der eine andere Meinung hat und frecherweise auch sagt?), diese Antwort sehr wenig aufschlussreich. Ja, ich möchte das in der Tat wissen. Allerdings, so ist das nun mal im Leben und der Politik, ohne Berechnung bleibt das Ganze eine Phrase. 6 (in Worten: sechs!!) Jahre Parteigeschichte, ohne eine einzige berechenbare Grundlage einer der wichtigsten politischen Forderungen dieser Partei vorlegen zu können ist ein Armutszeugnis. Da muss man zur Ablenkung bei Kritik zu persönlichen Beleidigungen greifen, das verstehe ich.

  • Wolfgang van Deuverd

    @@earendil: nehmen wir mal diesen Satz aus Ihrem Beispiel zur Grundlage: “Was denkt die Mehrheit der Bevölkerung denn über Filesharing, Urheberrecht, Kulturflatrate? Ich denke mal, nur eine Minderheit wird sich dazu überhaupt schon eine Meinung gebildet haben.” Ok – hypothetische Frage: die CDU/CSU/FDP organisiert gemeinsam eine Volksbefragung, bei der die Vorratsdatenspeicherung, die Netzsperre, das filesharing-Verbot und all das zur Disposition steht und mobilisiert hier eine konservative Mehrheit für ihre Ansichten – was tun Sie dann? Ignorieren? Akzeptieren?

  • Wolfgang van Deuverd

    und nur um das gleich zu sagen, ich lehne aus rechtsstaatlichen Gründen eine verdachtsunabhängige Speicherung von Daten ab. Es ist – aus meiner Sicht – bei allen Maßnahmen die Rechtsstaatlichkeit zu beachten, dies gilt allerdings zwingend für alle Seiten!!

  • bombjack

    @Wolfgang van Deuverd:

    Nur wird man um diese schwierige Diskussion nicht herumkommen und die Wortmeldungen eines Teils der Urheber oder besser die Texte unter die sie ihre Unterschrift gesetzt haben, sorgen nicht gerade dafür dass ich diese Seite ernst nehme….

    Eher im Gegenteil wenn ich z.B. die Ergüsse des Heidelberger Appells http://www.textkritik.de/urheberrecht/ lese und dessen Auswirkungen bei inzwischen gemeinfreien Werken http://forum.lambdasyn.org/index.php/topic,834.msg4312.html#msg4312 zu spüren bekomme (Links sind verhaltet).
    Tut mir leid…..bei so etwas geht mir der Hut ganz gewaltig hoch und wie in dem einen Heise-Posting schon geschrieben http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Der-Witz/forum-227157/msg-21742985/read/ da ich synthese-methodisch arbeite und vorher nicht weiß (bzw. anhand des Abstracts nicht beurteilen kann) ob ich den Artikel brauche, mir ihn schwarz* besorge….eben auch wegen den im Heise-Posting genannten Gründen….
    *= entweder die Autoren direkt anschreiben oder einen Kollegen an einer anderen Uni fragen ob diese das Journal abonniert hat und er mir das Teil als PDF schickt….

    und da gestehe ich ich scheiße da auf das Copyright….besonders wenn man mit bekommt, was da von den Unis an Geld ausgegeben wird um diese Journale vorrätig zu halten…..

    bombjack

  • Mensch Müller

    @earendil:

    Meine Güte, es liegen da schon dutzende Kommentare dazwischen, aber hier trotzdem noch ein Statement.

    Dieser, wie du es nennst, “fundamentalistische Standpunkt” könnte ja eigentlich auch dazu führen, dass die Urheber die Bundesrepublik D. verklagen, weil diese das in §27 der Menschenrechtskonvention Recht auf Vergütung für urheberrechtlich relevante Werke nicht durchsetzt.

    Obendrein müsste sich z:B. der Bund der Steuerzahler mal beim Finanzamt erkundigen, warum dieses sich die hohen Steuereinnahmen der illegalen Rechteverwerter entgehen lässt. Ist das nicht die Pflicht der Finanzämter?

    Erhält eigentlich die GVL (vertritt die ausübenden Musiker) und die Künstlersozialkasse (Renten + Krankenversicherungs-Anteils-Sammler) Beiträge von Youtube/Google und Anderen?

    Interessante Fragen, und ein Standpunkt, der konservativ, fundamentalistisch und gleichzeitig progressiv ist, oder?

    Ich suche einen Rechtsanwalt, der mit mir den Staat zwingt, diese Fragen zu beantworten!

    Die eine oder andere Abmahnung an den Staat, wie wär’s?

  • Tomate

    @Mensch Müller:

    “Erhält eigentlich die GVL (vertritt die ausübenden Musiker) und die Künstlersozialkasse (Renten + Krankenversicherungs-Anteils-Sammler) Beiträge von Youtube/Google und Anderen?

    Interessante Fragen, und ein Standpunkt, der konservativ, fundamentalistisch und gleichzeitig progressiv ist, oder?

    Ich suche einen Rechtsanwalt, der mit mir den Staat zwingt, diese Fragen zu beantworten!”

    Ich hab da jemand für Sie:
    http://nebgen.blogspot.de/2012/05/mit-verlaub-liebe-kollegen.html

    LG

  • earendil

    @Tomate: Gratulation – mal ein Vergleich von geistiger und materieller Welt, der nicht abwegig ist! Ich wünschte, Urheber würden öfter und vernehmlicher in ähnlicher Weise wie du argumentieren. :)

    Ich finde deine Argumentation gegen eine pauschale Verkürzung von Schutzfristen durchaus überzeugend, allerdings den derzeitigen Zustand ebenfalls unhaltbar. Vielleicht könnte man einen Kompromiss finden und sich ein bisschen an Frankreich orientieren, oder einen anderen vernünftigen Interessenausgleich finden? Siehe Diskussion bei http://cronenburg.blogspot.de/2012/05/wir-sind-ohne-mich.html

    @Wolfgang van Deuverd: Die Rechtsbrüche bei S21 gehen aber nunmal von den Parkschützern aus. Recht ist nämlich nicht das, was man gerade selber für richtig hält, sondern was in Gesetzen steht und was Gerichte beschließen. Wie gesagt, ich finde Rechtsbrüche manchmal durchaus in Ordnung. Nur sollte man sich dann nicht selber belügen und so tun, als wäre man selber im jurstischen Sinne im Recht. Dazu müsste man natürlich erstmal über die falsche Gleichsetzung Recht=richtig hinauskommen.

    @Wolfgang van Deuverd:

    mal von “Provo-Heini”, “Troll”, “Berufsprovokateur” abgesehen, ist das eigentlich jeder, der eine andere Meinung hat und frecherweise auch sagt?

    Nein, siehe Tomate. Aber wenn hier jemand sein NS-Vergleiche-MG auf Dauerfeuer stellt und immer wieder Urheberrechtsverletzungen und Diebstahl in eins setzt…

    Ich glaube das wird eine sehr schwierige Diskussion.

    Ja. Leider macht bislang die Urheber und -vermarkterseite nicht unbedingt den Eindruck, sich in diese Diskussion begeben zu wollen. Und du persönlich schon mal gar nicht. Ich zitiere aus #273:

    Die einzig richtige Methode, um Menschen wie dir beizukommen, ist sie mundtot zu machen, und in den Boden zu stampfen, bevor sie noch mehr Schaden anrichten. Ist leider so

    (Ging witzigerweise auch noch an jemanden, der eigentlich genau die gleiche Extremposition wie du vertrat, was du aber nicht kapiert hast…)

    Also, deutlicher kann man ja wohl eine Diskussionsabsage nicht formulieren. Dazu noch das Geschwätz vom Kulturkampf…

    Aber vielleicht bist ja grade in einer ruhigen Minute und reflektierst mal, was du hier geschrieben hast…

    @Wolfgang van Deuverd: Das gleiche wie die Parkschützer: weiter für das kämpfen, was man für richtig hält. Und privat Gesetze dort ignorieren, wo man sie für falsch hält und die Konsequenzen tragbar sind.

    @Wolfgang van Deuverd: Na immerhin in dem Punkt ne klare Ansage. Allerdings hat sich die Verfolgung von Filesharern ohne Vorratsdatenspeicherung schon aus technischen Gründen erledigt. ;)

  • Wolfgang van Deuverd

    @bombjack,danke für Ihre vergleichsweise sachlichen Beiträge, Sie offerieren eine Arbeits- bzw. Gesprächsebene auf der man kooperieren kann, leider kann ich das nicht von allen hier sagen, den Blog-Autor ausdrücklich eingeschlossen !

  • Wolfgang van Deuverd

    @earendil: ich sage es jetzt noch einmal und zwar DEUTLICH: dieses Zitat ist NICHT VON MIR !! ICH HABE ES MEINERSEITS ZITIERT – es stammt von dem USER “BACHSAU” und ich habe es verurteilt!! Nochmal: NICHT VON MIR stammt DIESE Aussage: “Die einzig richtige Methode, um Menschen wie dir beizukommen, ist sie mundtot zu machen, und in den Boden zu stampfen, bevor sie noch mehr Schaden anrichten. Ist leider so” DIESE AUSSAGE STAMMT NICHT VON MIR. Haben Sie das jetzt begriffen?

  • Wolfgang van Deuverd

    Diese Aussage habe ich faschistisch genannt, so entstand die von Ihnen ebenfalls mißverstandende Faschismus-Diskussion, ausgelöst durch jenes Zitat von “bachsau!.

  • Moon

    @Wolfgang van Deuverd:

    Da muss man zur Ablenkung bei Kritik zu persönlichen Beleidigungen greifen, das verstehe ich.

    LOL, Glashaus Steine. Wie war das weiter oben mit mundtot?

  • earendil

    @Mensch Müller: Tja, was soll ich dazu sagen? Ich finde die Fragen weder konservativ noch fundamentalistisch noch progressiv, nicht mal interessant. Meinetwegen such dir einen Anwalt und trag das vor Gericht, wenn du dir davon Erfolg versprichst. Keine Ahnung, wie Juristen in dem Fall die beiden Absätze des Art. 27 der Menschenrechtskonvention gegeneinander abwägen. Ich glaube aber kaum, dass das sinnvoll vor Gericht gelöst werden kann.

    Immerhin hält die Menschenrechtskonvention ja neben den materiellen und ideellen Ansprüchen der Urheber auch den Anspruch aller Menschen auf Teilhabe an der Kultur, also den von den Urhebern geschaffenen Werken fest. Das anzuerkennen wäre schon mal ein riesiger Fortschritt auf Seiten der Urheber, denn oft genug kommt da sinngemäß nur: “Das ist meins, darüber bestimme nur ich (bzw. mein Verwerter), ihr habt da gar nichts zu beanspruchen!”

  • p90

    So nach etwas Abwesenheit (habe mir Bode Wartkes neues Programm angesehen inklusive schöner Kritik an der Gema)

    @Tomate:
    Ah okay, dass sie zwei Bücher meinten wurde für mich nicht klar.
    War halt etwas verwundert.

    @viennaspirit:
    Nochmal: Es mir nicht um Einkommenssteuer.
    Die zahlen wir alle.
    Aber für Patente zahlen sie z.B. jedes Jahr neu,
    sie zahlen für die Anmeldung etc. und nach 20 Jahren NACH der Veröffentlichung darf
    es jeder verwenden da eine Abwägung meiner Interessen gegen die der Gesellschaft stattfindet.
    Wenn ich ein Haus besitze muss ich dies reparieren, ich muss Grundsteuer zahlen egal ob darin jemand wohnt
    oder nicht, ich muss die Straße bezahlen an der das Haus liegt.
    Also nochmal:
    Zahlen sie eine äquivalente Form der Steuer für ihr geistiges “Eigentum” oder nicht?
    Wenn ich ihre Antwort richtig verstehe (aber bitte korrigieren sie mich) nicht.
    Und solange sie das nicht tun verbitte ich mir vergleiche mit Eigentum!
    Es handelt sich um ein Schutzrecht, nicht mehr und nicht weniger.

    Des weiteren spreche ich nicht über das Monopol von Verwertungsgeselschaften sondern über IHR
    Monopol ihr Werk zu verwerten.

    Und auch nochmal da sie es anscheinend auch noch nicht Verstanden haben.
    Ich bin auch Urheber. Meine werke sind 20 Jahre nach der Veröffentlichung nicht
    mehr geschützt da wissenschaftliche Arbeit. Würde mir eine Verlängerung dieser Frist etwas helfen?
    Nein, den im Wissenschaftlichen Bereich bin ich eh total den Verlagen ausgeliefert,
    die würden sich dann die gewinne der folgenden Jahre einstreichen und mir weiterhin einen festen Betrag zahlen, wenn überhaupt.

    @Pencil-Samurai:
    Patente bekomme ich für Erfindungen.
    Wie ich drauf gekommen bin ist dafür nicht von belang.
    Und hier schöpferische Arbeit abzusprechen finde ich schon sehr dreist.
    Und nicht jedes Werk ist von Grund auf neu geschaffen. Sonst hätten wir überhaupt
    keine Kunststile die sich über die Zeit entwickelten sondern nur Künstler die
    sich entwickeln. Gehen sie bitte durch ein Museum und sie werden sehen
    wie sich Künstler über die zeit gegenseitig beeinflussen.
    Und das tun diese bis heute.

    Sie sagen doch selbst das eine Fantasie Sprache geschützt wäre.
    Warum meinen sie dann, das dies bei Deutsch anders sein soll?
    Nur weil 100000 Menschen daran gearbeitet haben?
    Ist die Arbeit von 100000 Menschen vor uns so unbedeutend,
    dass sie an die nicht zahlen müssten?
    Glücklicherweise verfällt dieser Anspruch bzw. nicht viele
    Menschen haben die schöpferische Grenze überschritten.

    Ich rede hier auch nicht nur von Musik. Ich habe bereits mehrfach
    Journalisten angesprochen die momentan komplett ausgebeutet werden
    (buyout-Verträge) was die Piraten ja genau ändern wollen.
    Ich habe auch schon mehrfach Programmierer angesprochen die ebenfalls
    große Probleme haben da der Begriff der Schöpfungshöhe für sie sehr Problematisch ist.
    So kann das Verstehen von 5 Zeilen Code eine Diplomarbeit rechtfertigen, 1000 Zeilen
    automatisch generierter Code aber nicht als schützenswert gelten müssen.

    In ihrem letzten Satz sprechen sie etwas interessantes an.
    Nämlich die Frage, wie man überhaupt die Urheber und nicht die Verwerter
    stärkt. Wie ich bereits mehrfach schrieb würde eine Verlängerung der Schutzfrist
    nur den Verwertern in die Hände spielen. ich bin sogar der Meinung, alles was
    30 Jahre nach meinem Tod passiert nur noch den Verwerter aber nicht mehr meinen Erben
    helfen würde.
    Jetzt haben wir eine Partei, die Piraten, die hier Änderungen einführen wollen.
    Und prompt schreiben “alle” Urheber dass das Verfassungsfeinde sind und verboten gehören,
    ihre Wähler alle Diebe sind wobei man am liebsten selbst die Verfassung ausheben
    will um jeden zu kontrollieren und mir dann auch noch das Recht absprechen meinen Kindern ein Buch vorzulesen
    weil ich ja nur das Recht zum Lesen eines Buches kaufe und nicht die, meinen Kindern vorzulesen.
    Da geht mein Mitleid halt seehr schnell zu Ende.

    @viennaspirit:
    Merken sie eigentlich was sie selber schreiben?
    zahlen sie bei jedem ihrer Werke an alle Personen die sie inspiriert haben oder nicht?
    Vermutlich nicht, deren Nachfahren zu finden wird eh sehr schwer, gleichzeitig sprechen sie davon
    die Leuten die 200 Jahre zuvor Kunst gemacht haben nicht zu enteignen.
    Etwas schizophren oder?

  • earendil

    @Wolfgang van Deuverd: Oh. Stimmt. Peinlich… Asche auf mein Haupt. Den Nazivorwurf finde ich zwar trotzdem abwegig, und auch der Ton deiner anderen Beiträge spricht nicht gerade für Diskussionsbereitschaft (Beispiele spare ich mir jetzt mal), aber in dem Punkt hab ich was durcheinandergebracht… sorry.

  • earendil

    @ Fantasiesprache (Pencil-Samurai; p90): Muss ich mich auf eine Abmahnung gefasst machen, wenn ich meine Kommentare hier in Sindarin verfasse?

  • Wolfgang van Deuverd

    @earendil: Danke! Schön wäre auch, wenn der User “Moon” dann endlich auch begreifen würde, dass der Begriff “mundtod machen” NICHT von MIR stammt sondern vielmehr von mir KRITISIERT wurde. Das kann doch nicht SOOOOO schwer zu verstehen sein, @moon, ODER??

  • Patrick S.

    @Tomate

    Doch um die geht es. Das Urheberrecht gilt momentan für ALLE Leute. Also sowohl Leute mit nicht kommerziellen Zwecken (Privatleute) als auch für kommerzielle (Firmen).

    Ein starkes Herabsetzen der Schutzfrist auf zB 5 Jahre tut aber in der Tat das, was Sie auch schon ansprachen: Dumping.

    Warum soll das Dumping der Firmen sein? Die Firmen haben dann auch nur Urheberrecht von 10 oder 20 Jahren. Ist das Patentwesen mit seinen niedrigeren Schutzfristen in ihren Augen auch Dumping der Erfinder/Firmen?
    Warum sollen die Schutzfristen 70 Jahre nach dem Tod gelten? Solch ein Monopol gibt es sonst nirgendwo! Selbst bei anderen “Geistigen Eigentümern” wie Erfindungen nicht.

    Weder Privatleute noch Firmen brauchen Schutzfristen die 100 oder 150 Jahre nach Erstellung des Werkes gelten. Diese langen Schutzfristen haben nichts mit Gerechtigkeit oder Dumping Verhinderung zu tun.

    Nun erzählen Sie all den LEUTEN die sich Jahre lang am neuen Avengers abgeschuftet haben mal, sie würden angeblich KEINE ARBEIT leisten.

    Ich habe das nicht behauptet und die meisten hier ebenso wenig! Das ist reine Polemik! Es geht ja auch nicht um die Abschaffung des Urheberrechts sondern um eine REFORMATION des Urheberrechts.
    Wie ich oben beschrieben habe kann man Filme wie Avengers eben auch mit z.B. niedrigeren Schutzfristen (wie im Patentwesen) produzieren und noch große Gewinne machen.
    Die jetzigen Schutzfristen sind eben einfach nur unsinnig und im Vergleich zu anderen Rechtsgütern überzogen.

  • earendil

    @Wolfgang van Deuverd:

    Diese Aussage habe ich faschistisch genannt

    Das stimmt allerdings so auch nicht: Du hast in Wolfgang van Deuverd nicht bloß “bachsau”, sondern Piraten und anonyme Poster allgemein in Nazi-Nähe gerückt.

  • Tomate

    @earendil:

    “@Tomate: Gratulation – mal ein Vergleich von geistiger und materieller Welt, der nicht abwegig ist! Ich wünschte, Urheber würden öfter und vernehmlicher in ähnlicher Weise wie du argumentieren. :)”

    Vielen Dank!

    Ich bin nach längerem Nachdenken, nicht zuletzt auch dank dieser Diskussion dazu gekommen, dass man die Frage nicht allein mit dem Urheberrecht beantworten kann.

    Die Frage zB: Warum darf ich einen Fernseher nur 1 Mal kaufen während ein Künstler eine Lizenz immer wieder verkaufen darf lässt sich nur erklären, wenn man sie geschäftlich erklärt und von Investitionen und Break Even redet.

    Hierzu erklärte ich in einem anderen Blog:
    Das Beides wird deshalb verglichen weil der Künstler, der zB ein Album aufnimmt dafür eine wirtschaftliche Investition leistet, genauso wie der Hersteller des Fernsehers für die Produktion auch eine wirtschaftliche Investition geleistet hat.

    Dürfte der Künstler das Album nur 1 Mal verkaufen müsste er von dem einen Käufer einen ziemlich hohen Betrag verlangen – und zwar für alle Kosten im Zeitraum der Produktion….

    Geben wir mal zu, ohne das ich das jetzt stundenlang noch weiter ausführen muss – dieses Modell ist ziehmlich unrealistisch.

    Aus diesem Grund muss ich mit dem Musikalbum anders verfahren als mit dem Fernseher, das Verkaufsmodell ist aber gewisser Maßen ähnlich.
    So wie die Fernsehfirma 100 Fernsehre herstellen, und dafür Geld verlangen kann, so kann ein Album 100 Mal verkauft werden.

    Noch dazu heißt ein Großteil der Künstler (zB Musiker) nicht Rihanna. Das Handeln mit Lizenzen ist für viele oft der einzige Weg um wenigstens etwas Geld zu verdienen.

    “Ich finde deine Argumentation gegen eine pauschale Verkürzung von Schutzfristen durchaus überzeugend, allerdings den derzeitigen Zustand ebenfalls unhaltbar. Vielleicht könnte man einen Kompromiss finden und sich ein bisschen an Frankreich orientieren, oder einen anderen vernünftigen Interessenausgleich finden? Siehe Diskussion bei http://cronenburg.blogspot.de/2012/05/wir-sind-ohne-mich.html

    Vielen Dank für diesen tollen Link!
    Der Autor dort entspricht recht genau der Auffassung, die ich auch vertrete. Die Firmen umgehen mit zB Buy Out bereits die Rechte der Künstler weitgehend.

    In sofern ist das Gerede von Lizenzen zwar toll, aber in der Praxis schon lange nicht mehr Gang und Gebe. In der Praxis ist es in vielen Fällen bereits so das der Künstler nur 1 Mal einen bescheidenen Lohn für seine Arbeit bekommt der seinen Bedarf mit Müh und Not deckt, die Firma macht aber immer wieder Geld – so wie oben in meiner kleinen Geschichte, um das zu veranschaulichen.

    Gerecht ist das nicht. Und auch ein Grund weswegen ich meinen Mund so aufreiße um den Leuten den Unterschied zwischen Künstler und Verwerter klarzumachen.

    Ich wage nämlich den meisten Künstlern zu unterstellen, dass wir/ sie für die Verbraucher sind und mit ihnen gemeinsam unter gierigen Verwertern leiden.

  • p90

    @Tomate:
    Und wenn der Krug nun 20 Jahre nach ihrem Tod kopiert werden darf statt den momentanen 70 oder den geforderten 90 wie in den USA?
    Hat die Frau jetzt irgendwie mehr Geld gemacht?
    Nein, die ist nämlich schon lange tot.

    Bringt es ihr irgendwas wenn jeder der bei ihr käuft dies nur unter einem buyout-Vertrag macht?
    Nein, dann bekommst die auch nur ihren kleinen Teil.
    Jetzt werden sie sagen “Sie muss ja keinen buyout-Vertrag unterzeichnen!”. Tja, nur Pech wenn es so “üblich” ist und sonst einfach niemand bei ihr kauf.

  • Wolfgang van Deuverd

    Eine Bitte, ganz gleich wie wir inhaltlich zu der Sache stehen, LEST doch bitte genauer, was die Leute SELBST schreiben, was sie ZITIEREN (“Zitat”) und was sie KRITISIEREN, damit einem nicht ständig z.T. höhnisch, vorgehalten wird, was man selbst kritisiert hat in Wahrheit. Sonst ist eine sinnvolle Diskussion von vorneherein ausgeschlossen, da man sich ständig für Dinge rechtfertigen muss, die man selbst nicht gesagt sondern, im Gegenteil, kritisiert hat. DANKE!

  • Mensch Müller

    @Tomate:

    hey Tomate, danke sehr:-)

  • Wolfgang van Deuverd

    @@earendil: also, nochmal, ich habe anonymen Poster, die sich in der Art äußern wie “bachsau” faschistische Argumentationsmethoden vorgeworfen. Das heißt nicht, das die Anonymität das Problem ist sondern der Inhalt. In Verbindung mit der Anonymität ist es dann faschistisch UND feige. … ist das mühsam hier…

  • Tomate

    @p90:

    Kann ja mal vorkommen. :)

    @Patrick S.:

    Ich werde jetzt nicht alles, was ich gestern und vorgestern gesagt habe für Sie noch einmal wiederholen und noch einmal erklären, warum sich mein gesagtes auf das bezieht, was hier diskutiert wurde.

    Stattdessen reiche ich Ihnen Beitrag Nummer 348 an die Hand.
    Vielleicht verstehen Sie es dann etwas besser. ;)

    “Tomate meint: (13.5.2012 um 16:12) AntwortenReply to this comment

    Ich habe hier noch eine kleine Wirtschaftsgeschcihte die deutlich macht, wieso ich zwischen Privatmann (nicht kommerziell) und Firma (kommerziell) unterschieden würde:

    Nehmen wir an ich bin ein Mensch mit Geld.
    Jedenfalls habe ich mehr Geld als die Menschen, durch deren kleine Markthalle ich an meinem freien Tag schlendere und einen Stand mit interessanten Waren entdecke.

    Hier finde ich einen Krug, der mir sofort auffällt. Tolle Form, schick verziert mit kunstvollen Blumen.
    Würde groß rausgebracht sicher gut ankommen und ne Menge Gewinn einbringen.

    Den Krug hat eine Frau gemacht. Sie saß lange daran, sich eine gute Form und dann ein schickes Design für die Blumen zu überlegen.
    Sie ist gelernte Krugmacherin, hat sich ihre Ausbildung lange vom Mund abgespart und kann nun endlich ihren eigenen kleinen Handel betreiben. Aber sie ist nur eine und könnte mir wohl kaum schnell genug Krüge für meinen groß geplanten Handel herstellen.

    Außerdem bin ich Geschäftsmann und man wird nicht reich, indem man Gelder mit jemandem teilt, wenn man es nicht unbedingt muss.
    Ich kaufe also einen Krug für nen Appel und nen Ei.

    Soll sie sich nicht beschweren, sie hat jetzt ja ein Mal für ihre Arbeit Geld bekommen!
    Zu Hause untersuche ich den Krug und lasse das Modell dann von meinen zwanzig billigen Arbeiterinnen nachbauen.

    Ich verkaufe meine Kopien auf dem Markt an eine große Kundschaft. Ich verkaufe ihn auch in verschiedenen Ländern.
    In Spanien verkauft er sich besser als in Russland, in Frankreich muss ich sogar immer wieder neue Editionen auf den Markt bringen – sieht aus als ob ich dort unbegrenzt an diesem Krug reich werden kann. Fabelhaft!

    Der Künstlerin, die den Krug eigentlich entworfen, die Designs für die Muster gemacht hat, und die das Geld dringend für ihren Lebensunterhalt brauchen würde – der gebe ich natürlich nichts.

    Sie hat ja damals auf dem Markt schon ein Mal Geld bekommen und man wird und bleibt schließlich nicht reich, wenn man teilt.

    Das ist wirklich toll. Dank der fabelhaft neuen kurzen Schutzfrist konnte ich mich mal wieder an einem Werk bereichern, das ich nicht einmal selbst erdenken musste. Ich habe nämlich keine Ahnung wie man Krüge entwirft oder Bilder malt.
    Aber ich weiß wie man Geld verdient, ohne selbst dafür arbeiten zu müssen. Die Frau kann ja in Zukunft putzen gehen.”

    LG

  • Patrick S.

    @Tomate
    Ihr Beispiel mit dem Krug funktioniert nur wenn es keine Schutzfristen gibt sonst macht sich die Firma strafbar.
    Wenn es verminderte Schutzfristen gibt dann ist der Krug 10 oder 20 Jahre Urheberrechtlich geschützt.
    Wenn die Frau den Krug 10 oder 20 Jahre bei sich stehen hat und nicht verkaufen konnte dann war das Design auch nicht so gut. Nach 10 oder 20 Jahren kann man auch erwarten das die Frau neue Krüge mit neuem Design erstellt und nicht nur von dem 10 Jahre alten Design lebt. In 10 Jahren ändert sich normalerweise auch der Geschmack der Menschen.

    Wenn die Schutzfristen abgelaufen sind dann kann nicht nur einer den Krug herstellen sondern viele. Das senkt den Gewinn den man damit machen kann. Also die Firma wird mit einem 10 Jahre alten Design das alle anbieten können nicht steinreich.

  • Tomate

    @Mensch Müller:

    Gern geschehn! :)

    @p90:

    Schatzi, ich glaube nicht, dass die Frau schon nach 20 Jahren tot wäre. XD

    Abgesehen davon hat das Beispiel doch deutlich gezeigt das es um einen Geschäftsmann geht, der sich an ihr bereichert, weil er selbst nicht arbeiten/ dafür kein Geld ausgeben will.
    Man müsste jetzt also fragen: Will man sie vor Leuten schützen, die nicht selbst arbeiten, sondern ihre Arbeit als ihre eigene ausgeben wollen oder nicht?

    Und wenn ja für wie lange?

    Ich würde behaupten das dieser Schutz ihr schon so lange zustehen sollte wie sie lebt, denn in diesem Zeitraum benötigt sie die Früchte ihrer Arbeit auch, um sich zu erhalten.

    Warum in ihrer Lebenszeit auf einmal eine Firma daherkommen sollen darf um sich an ihr zu bereichern und ihr nichts abzugeben, erschließt sich mir wirtschaftlich gesehen absolut nicht.

    Warum sagst du eigentlich das wir den Trend des Buy Outs zu akzeptieren hätten nur weil er sich eingeschlichen hat? Ich habe doch in meinem Wirtschaftsbeispiel deutlich gezeigt das Buy Out den eigentlichen Erschaffer des Werkes vom Gewinn, den die Firma macht ausschließt.

    Das heißt alle verdienen weiterhin an dem Werk, nur er nicht.
    Und jeder kann wohl so weit rechnen das er weiß, dass die Firma, die das Produkt groß vertreibt viel größere Gewinnspannen hat als der Künstler der nach einem Buy Out, dann am besten noch unterbezahlt 1 Mal 400 euro für nen Monat Arbeit bekommt. (Ist kein unrealistisches Beispiel)

    Wie steht das denn bitte im Verhältnis zueinander?

  • Tomate

    @Patrick S.:

    Na hier kennt sich ja einer aus ^^’

    “Ihr Beispiel mit dem Krug funktioniert nur wenn es keine Schutzfristen gibt sonst macht sich die Firma strafbar.”

    Das ist leider mehr Theorie als Praxis. Aus vielen weitreichenden Gründen. Im filmbereich kann dieser Grund zB sein das die großen Filmfirmen in Deutschland alle vernetzt sind (bzw alle der selben Geschäftsleitung gehören) und jeder Artist dort Angst vor der so genannten “schwarzen Liste” hat. Da kommt man nämlich drauf wenn man sich rechtlich wert.

    Und den Kunden ganz zu verlieren können sich die Freischaffenden nicht leisten – vor Allem da es in diesem Segment so gut wie keine festen Stellen gibt, man also als Freischaffender arbeiten muss.

    In anderen Segmenten gibt es ähnliche, schauerliche Szenarien die Sie sicherlich kennen würden, wären sie in der Kreativbranche tätig.

    “Wenn die Frau den Krug 10 oder 20 Jahre bei sich stehen hat und nicht verkaufen konnte dann war das Design auch nicht so gut.”

    Wirtschaftlich gesehen ist das extrem kurzfristig.

    Die Frau hat viel eingeschränktere Vertriebsmöglichkeiten als die große Firma, die in unserem Beispiel ihr Design an sich reißt.

    In sofern ist nur weil der Krug 10 Jahre lang bei ihr rumstand noch lange nicht garantiert, dass dies zwangsläufig Misserfolg bedeutet.

    “Nach 10 oder 20 Jahren kann man auch erwarten das die Frau neue Krüge mit neuem Design erstellt und nicht nur von dem 10 Jahre alten Design lebt.”

    Googleberg fanden doch auch alle scheiße weil er sich an fremdem Eigentum in seiner Doktorarbeit bedient hat. War den Leuten dabei egal ob seine Quellen 10 Jahre, 20, oder älter waren?

    Nein, weil es hierbei darum geht sich an etwas zu bereichenr und als sein eigenes auszugeben, was einem nicht gehört. ;)

  • Pencil-Samurai

    Guten Tag,

    @ p90

    Ich habe leider gerade nicht viel Zeit (Arbeit ruft), werde mir aber Ihren Kommentar mit einem Lesezeichen markieren und bald ausführlicher auf jeden Ihrer Punkte eingehen.

    Aber ich erkenne einen gemeinsamen Nenner, den ich unbedingt jetzt ansprechen muss: Die Frist.

    Wie wäre denn Folgendes, was meine Idee der Stärkung der Urheber unter Anderem ausmacht:

    Die Schutzfrist gilt für die Verwerter. (Zum Beispiel, dass Verwerter sich damit eben nicht auf dubiose Weise die Frist selbst erhöhen können, wie es gerne mit Knebelverträgen versucht wird).

    Je nach Art der Kunst, sei es Musik, Film, oder Bild, etc. fällt nach der Schutzfrist jedwedes Nutzungsrecht an den Urheber zurück. Dann muss neu verhandelt werden, bzw. eine Lizenzgebühr ausgezahlt werden, damit der Inhalt weiter von Verwertern genutzt werden kann.

    Parallel dazu hat der Urheber das Recht SEINE KUNST (denn ist ja seine Kunst, die er sich selbst aufgebaut hat) anderweitig, z.B. durch Uploads bei Youtube, selbst zu vermarkten und auch extern dafür Geld einzunehmen.

    Die wenigsten Urheber finden es schlimm, wenn ihre Werke hergezeigt werden – ich finde es auch toll, wenn meine Arbeiten (zumindest so lange mein Name und Link zur Quelle angegeben werden) verlinkt und gezeigt werden. (Solange keiner an meinen Arbeiten unrechtmäßig Geld verdient, sie abändert, sich als Schöpfer ausgibt oder verunglimpft, sehe ich es als kostenlose Werbung und lasse es geschehen – nur so kann ich bekannter werden)

    Leider spielen sich Verwerter aber gerne auf, als wären sie die Inhaber der Werke und werfen mit Drohungen um sich. Das muss unterbunden werden, indem man Verwertern klar macht, dass nicht sie sondern die Urheber das letzte Wort haben (welches respektiert werden sollte, im Übrigen).

    Hier sehe ich die Notwendigkeit, die Gesetze zugunsten der Urheber (und Nutzer) an die Möglichkeiten des Internets anzupassen.

    Mit der Schutzfrist für Verwerter hätte z.B. die Piratenpartei viele Urheber mehr auf ihrer Seite. Ich wäre dafür, dass Verwerter, die sich eben nur ein Nutzungsrecht eingekauft haben, dieses nicht künstlich in die Länge ziehen dürfen.

    Der Urheber muss die Chance haben, frei von den Knebelversuchen eines Verwerters, zugleich im Internet seine Werke anbieten zu können und dafür fair vergütet zu werden.

    Da er von Verwertern, die durch eine Schutzfrist auch immer schön die Lizenzgebühren nachzahlen müssten (was fur Folge hätte, dass Verwerter sich darum bemühen MÜSSEN, die Zeit der Nutzung so vielfältig wie möglich anzugehen, um Gewinne einzufahren), losgelöst und frei ist, kann er es sich finanziell leisten auch seine Arbeiten (sagen wir mal Musik) zum Online-Anhören auf der Homepage anzubieten.

    Parallel dazu, um auf die Nutzer einzugehen: Es muss zwischen kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung unterschieden werden. Dafür bin ich auch.

    Es muss gesetzlich geregelt werden, dass unverhältnismäßige Abmahnwellen und Strafen nicht den kleinen Mann, sondern die wirklich Kriminellen treffen (z.B. jene, die wirklich Geld mit fremden Werken unrechtmäßig verdienen).

    Meine Idee zur Frist verbunden mit Lizenzen FÜR VERWERTER (die gefälligst keine Dumpinglöhnerei mehr zu betreiben haben) kam daher, weil ich gesehen habe, was derzeit bei Trailermusikfirmen wie Two Steps From Hell geschieht.

    Deren Musik ist online anhörbar, kostenfrei auf deren Homepage (oder auch Future World Music) zu finden. In voller Länge.

    Parallel dazu verkaufen diese Trailermusikfirmen mittlerweile ihre Alben per Amazon oder Itunes – und haben Erfolg damit, großen Erfolg.

    Ich fragte mich, weshalb das so ist: Ganz einfach, weil sie es sich leisten können, ihre Musik kostenfrei zum Probehören anzubieten und somit Fans zu gewinnen.

    Denn diese Trailermusikfirma kann es sich leisten, weil deren Arbeiten aktiv für Trailerproduktionen genutzt werden – von den Trailerproduzenten kommt das Geld.

    Die Trailermusikfirmen verkaufen Lizenzen an diese Trailerproduzenten und verdienen damit ihr Geld. Wer die Arbeit kommerziell nutzen will, muss zahlen (kommerziell nutzen = verwerten). Nicht kommerziell nutzen = Die Arbeit betrachten, reinhorchen, sich ein Bild machen. Ganz als ginge man in eine Bücherei und blättert die Bücher durch, um sie dann wieder zurückzustellen oder zu kaufen.

    Da kam mir die Idee, dass eine Schutzfrist für Verwerter in Deutschland die beste Lösung wäre. Denn die Urheber bekommen somit mehr Entlohnung, Verwerter wären endlich mal dazu verpflichtet, faire Preise zu zahlen.

    Aktuell ist es so, dass wir (ich und andere Urheber, je nach Sparte variiert es allerdings) zwar von Lizenzen leben – doch die gesetzliche Lage ist so schwammig, besonders zu Zeiten des Internets, dass Verwerter auf dubiose Art versuchen durch Klagen, Abmahnungen und Knebelverträge ihre Gewinne zu erhöhen (bzw. dem Urheber für Lau ihre Arbeiten abzunehmen).

    Mit der Schutzfrist der Verwerter haben Urheber mehr Chancen, ihre Arbeit unabhängiger und effektiver an den Mann zu bringen.

    Ich bitte an dieser JEDEN, so neutral wie möglich zu argumentieren, damit wir uns nicht wieder in emotionalen Streitereien verlieren.

    So, später mehr dazu. Schönen Sonntag noch.

    PS: Falls etwas unklar ist, fragen Sie einfach. Ich bin solange Sie (und andere) möchten gerne für ein anständiges Gespräch zu haben, nehme mir auch gerne etwas von meiner Freizeit dafür.

  • Patrick S.

    @Tomate
    “Die Frau hat viel eingeschränktere Vertriebsmöglichkeiten als die große Firma, die in unserem Beispiel ihr Design an sich reißt.”
    Wie gesagt Die Firma würde sich dabei strafbar machen. Da würden auch keine längeren Schutzfristen helfen.

    “Nein, weil es hierbei darum geht sich an etwas zu bereichenr und als sein eigenes auszugeben, was einem nicht gehört. ;)”
    Wenn die Schutzfristen abgelaufen sind und die Firma den Krug gekauft hat dann gehört er ihr nicht mehr. Das ist Heute schon so nur mit überlangen Schutzfristen. Wie gesagt nach 10 oder 20 Jahren kann man auch erwarten das die Frau neue Krüge mit neuem Design erstellt und nicht nur von dem 10 Jahre alten Design lebt.

    “Googleberg fanden doch auch alle scheiße weil er sich an fremdem Eigentum in seiner Doktorarbeit bedient hat. War den Leuten dabei egal ob seine Quellen 10 Jahre, 20, oder älter waren?”
    Bei Googleberg haben sich die Leute nicht über die Urheberrechtsverletzung aufgeregt sondern das er seinen Doktortitel zu unrecht hatte.Er hat die Zitat Regeln nicht eingehalten. Sonst hätten die Menschen ja darauf bestehen müssen das er wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt wird.

  • bombjack

    @Tomate:

    […]Das Beides wird deshalb verglichen weil der Künstler, der zB ein Album aufnimmt dafür eine wirtschaftliche Investition leistet, genauso wie der Hersteller des Fernsehers für die Produktion auch eine wirtschaftliche Investition geleistet hat.

    Dürfte der Künstler das Album nur 1 Mal verkaufen müsste er von dem einen Käufer einen ziemlich hohen Betrag verlangen – und zwar für alle Kosten im Zeitraum der Produktion….
    […]

    Öhm….was ist mit einem Medikament? Da gilt wie bei Patenten eine Frist von 20 Jahren in der sich der Forschungsaufwand, die klinischen Prüfungen, die Zulassung rechnen muss (deswegen gibt es auch die Orphan-Drugs und mache Staaten sagen dass sie auf das Patent scheißen)….

    bombjack

  • Tomate

    @p90:

    Ich habe hier noch ein tolles Zitat für dich, da bin ich dank earandill drauf gestoßen, dass mit noch besseren Worten beschreibt, worum es mir in meinem Beispiel ging:

    “Ich fühle mich nämlich nicht von feudalen Mächten bedroht und weiß, dass es im 19. Jahrhundert, vor dem Urheberrecht, auch richtig wild lukrative Zeiten für Schriftsteller gab.

    Bedroht fühle ich mich dagegen von Zeitungsredaktionen, die mir Buy-out-Verträge andienen, um im Gegensatz damit zu drohen, mich abzumahnen, wenn ich auf meiner Website aus einer Buchrezension zu viel zitiere. (Übrigens oft genau die Zeitungen, in denen sich diese “Wir” tummeln).

    Ich verdiene meinen Lebensunterhalt nicht durch die Existenz des Urheberrechts, sondern durch knallharte Verhandlungen mit immer sparsameren Auftraggebern.

    Es geht mir nicht schlecht, weil ich meinen Buchtrailer bei youtube verschenke oder 1000 Menschen meinen Roman kostenlos herunterladen.

    Es geht mir schlecht, weil die Vorschüsse kontinuierlich sinken, sich die Tantiemen an keine Inflation anpassen, Buchhandlungen Lesehonorare verweigern, ich am Ende der Nahrungskette Buch stehe, obwohl ich mein Buch überhaupt erst ermögliche. Wo sollen Menschen wie ich unterschreiben?”

    Quelle: http://cronenburg.blogspot.de/2012/05/wir-sind-ohne-mich.html

  • p90

    @Tomate:
    Bitte richtig lesen:
    20 Jahre nach ihrem tot ist sie nicht tot?
    Sollen wir jetzt noch Zombiekünstler in Betracht ziehen?

    Zum Thema Buyout:
    Das Problem ist doch das:
    Ich kann jetzt mit einem Buyout-Vertrag 10000€ bekommen oder ich verhungere. Und wenn dann 2000 andere Künstler/Fotographen/Journalisten da sind die alle aus dem selben Grund einen Buyout-Vertrag akzeptieren, habe ich keine wirkliche Wahl mehr oder?
    Heute kann ich zumindest dank Internet noch versuchen es selbst zu verkaufen (wenn man mich den lässt) sonst bin ich den Verwertern ausgeliefert.
    Und die Piraten sind bisher die einzige Partei die diese buyout-Verträge abschaffen wollen, oder? Aber ich vergaß, die wollen auch die Schutzfristen verkürzen. Wäre ja wirklich furchtbar, wenn es 50 Jahre weniger wären, da sind sie ja erst 20 Jahre tot.

  • bombjack

    @Tomate…

    Was hat ein Urheber davon, wenn sein Werk 70 Jahre nach seinem Tod noch einen Urheberschutz genießt?

    Kannst Du mir die Frage beantworten?

    Ferner warum ist es so wichtig, dass Werke so lange nach dem Tode des Urhebers unter Schutz stehen und nicht gemeinfrei werden?

    bombjack

  • Tomate

    @p90:

    “Sollen wir jetzt noch Zombiekünstler in Betracht ziehen?”

    JA! ;D ZOMBIES FÜR ALLE! ;D

    Nein Quatsch da habe ich mich verlesen.
    Allerdings sagte ich bereits einen Absatz darunter ja deutlich, dass auch ich nicht der Meinung bin, das ein Schutz noch nach ihrem Leben nötig sei. ;)

    Und nicht vergessen:
    Ich hab vor ca 2 Tagen – da warst du doch auch schon in der Diskussion dabei? – bereits gesagt das ich für die Piraten und ihren Vorschlag zur Reformierung bin ;)

    Ich sehe wie gesagt eine Verkürzung der Schutzfristen als problematisch an weil dies dann eben bedeuten könnte, dass der Künstler nicht sein Leben lang ein Recht an seiner Arbeit behält.

    Daher sage ich prinzipiell man müsste angeben “So lange er lebt” Und wenn er dann eben 110 wird… dann hat Firma XYZ die sich an seiner Arbeit einen großen Gewinn erhofft bis dahin eben Pech gehabt. ;)

    “Und wenn dann 2000 andere Künstler/Fotographen/Journalisten da sind die alle aus dem selben Grund einen Buyout-Vertrag akzeptieren, habe ich keine wirkliche Wahl mehr oder?”

    Doch habe ich, indem ich die Leute besser ausbilder und aufkläre. Es gibt momentan nicht mal in den Studiengängen für künstlerische Berufe von denen man WEISS, dass die Leute da nur freischaffend arbeiten können eine vernünftige Grundausbildung zum Thema “wieviel geld soll ich verlangen?” “Wie schließe ich Verträge ab?” “Wie handhabe ich Problem XYZ mit Kunden?”

    Das ist extrem kurzsichtig. Wenn ich nicht jede Woche mindestens 1 Mal jemandem erklären müsste wie er sich von Firma XYZ nicht übers Ohr hauen lässt, wäre die verufliche “Kunstlandschaft” für uns alle sicherlich gesünder, weil dies bedeuten würde es gäbe endlich eine vernünftige Bildung/ Grundausbildung zu dem Thema.

    Gegen Hobbykünstler möchte ich hiermit übrigens ausdrücklich NICHT hetzen, ich sage aber, dass gerade die sehr gefährdet von Buy Out Verträgen sind und dann später ind ie Röhre gucken (hab ich schon oft gesehen.)

  • Tomate

    @bombjack:

    Bitte richtig lesen, ich sagte “so lange er lebt weil er dann auch auf das Geld angewiesen ist, um sich zu erhalten” – wo hast du da denn bitte etwas von “auch 75 Jahre nach seinem Tod” gelesen? o_O

  • Tomate

    @Patrick S.:

    “Wie gesagt Die Firma würde sich dabei strafbar machen. Da würden auch keine längeren Schutzfristen helfen.”

    Bin oben bereits darauf eingegangen warum Theorie und Praxis hier WEIIIIT auseinander gehen. Aber anscheinend weiß wohl jemand der mit de rBrnache nichts zu tun hat und keine jahrelange Erfahrung mitbringt da viiiel mehr als ich :P

    “Wie gesagt nach 10 oder 20 Jahren kann man auch erwarten das die Frau neue Krüge mit neuem Design erstellt und nicht nur von dem 10 Jahre alten Design lebt.”

    Sie wollen der Frau vorschreiben wann sie was zu machen hat und darüber hinaus auch noch, dass ein Googleberg sich nach 20 Jahren ihr Werk in seine Doktorarbeit kopieren darf? Interessant…

    “Bei Googleberg haben sich die Leute nicht über die Urheberrechtsverletzung aufgeregt sondern das er seinen Doktortitel zu unrecht hatte.Er hat die Zitat Regeln nicht eingehalten. Sonst hätten die Menschen ja darauf bestehen müssen das er wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt wird.”

    Ja unn wovon rede ich die ganze Zeit? Ich kanns ja mal deutlicher machen:
    Die Krugfirma hat die Zitatregeln gegenüber der Frau nicht eingehalten. Sie haben sich ohne eigene Arbeit zu leisten an ihr bereichert und das Design der Frau als das Eigene ausgegeben. Und da die Schutzfrist verkürzt ist, dürfen sie das auch noch.

    Dann müsste Googleberg laut dieser Regel ja auch seine Doktorarbeit zusammenkopieren dürfen und als seine ausgeben dürfen weil die Schutzfrist für de Werke die er verwendet ja verkürzt wurde/ abgelaufen ist. :P

  • Patrick S.

    @Tomate
    “Bin oben bereits darauf eingegangen warum Theorie und Praxis hier WEIIIIT auseinander gehen. Aber anscheinend weiß wohl jemand der mit de rBrnache nichts zu tun hat und keine jahrelange Erfahrung mitbringt da viiiel mehr als ich :P”
    Wie aber gesagt ändern daran auch keine verkürzten Schutzfristen nichts.

    “Sie wollen der Frau vorschreiben wann sie was zu machen hat und darüber hinaus auch noch, dass ein Googleberg sich nach 20 Jahren ihr Werk in seine Doktorarbeit kopieren darf? Interessant…”

    Ich schreibe ihr gar nichts vor. Ich habe nur nicht
    die sozialistische Einstellung das man einmal was arbeitet (einen Krug macht) und dann den Anspruch hat ein Leben lang dafür Geld zu bekommen. Schutzfristen sind in Ordnung aber nicht 140 Jahre lang.

    Warum sind 20 Jahre Schutzfristen bei Erfindungen in Ordnung und bei einem Krug nicht?

    In Doktorarbeiten sind generell Kopien in Ordnung. Sie müssen nur als solche gekennzeichnet werden(Zitat). Über die Anzahl entscheidet die Universität.

  • Patrick S.

    @Tomate
    “Ja unn wovon rede ich die ganze Zeit? Ich kanns ja mal deutlicher machen:
    Die Krugfirma hat die Zitatregeln gegenüber der Frau nicht eingehalten. Sie haben sich ohne eigene Arbeit zu leisten an ihr bereichert und das Design der Frau als das Eigene ausgegeben. Und da die Schutzfrist verkürzt ist, dürfen sie das auch noch.”
    Das ist Heute auch schon so!!!! Wenn die Schutzfristen abgelaufen sind dann hat man Heute auch kein Recht darauf.
    Bei Patenten funktioniert das ohne Probleme mit gereingeren Schutzfristen. Man stelle sich nur vor ein Patent würde so wie das Urheberrecht behandelt. Wir dürften noch Heute nur Glühbirnen von Edison und seinen Nachfahren kaufen.
    Haben sie zu hause Glühbirnen von Edison oder von so einer bösen Firma die einfach die Idee geklaut hat und damit jetzt Profit macht.

  • Tomate

    @Patrick S.:

    “Wie aber gesagt ändern daran auch keine verkürzten Schutzfristen nichts.”

    Sie ändern die Stufe der Legalität des ganzen Unterfangens.

    “Ich habe nur nicht die sozialistische Einstellung das man einmal was arbeitet (einen Krug macht) und dann den Anspruch hat ein Leben lang dafür Geld zu bekommen.”

    Interessant.
    Und ich habe etwas dagegen das jemand anders der sich nicht mal ihre Arbeit und Mühe gemacht hat den Krug zu entwerfen und herzustellen dann mit ihrer Arbeit Geld verdienen darf. ;)

    “Schutzfristen sind in Ordnung aber nicht 140 Jahre lang. ”

    Seit wann wird ein Mensch 140 Jahre alt? Ich sage die ganze Zeit “Lebenslang” und alle blubbern hier was von 75 Jahren NACH dem Tod oder der gleichen und versuchen, mir das in den Mund zu legen, wobei ich es doch NIE gesagt habe.

    Ich sagte SO LANGE SIE LEBT braucht sie Geld um sich zu erhalten. SO LANGE SIE LEBT ist die Schutzfrist für sie also aus meiner Sicht relevant.

    Das ist ein RIESENGROßER Unterschied!

    “In Doktorarbeiten sind generell Kopien in Ordnung. Sie müssen nur als solche gekennzeichnet werden(Zitat). Über die Anzahl entscheidet die Universität.”

    Anderese Thema.
    Bei mir geht es darum Arbeit, die einem nicht gehört als die Eigene auszugeben. Egal wie “gorß” die “Anzahl” dieser Arbeit ist.
    Punkt.

  • Tomate

    @Patrick S.:

    “Das ist Heute auch schon so!!!! Wenn die Schutzfristen abgelaufen sind dann hat man Heute auch kein Recht darauf.”

    Nach heutigem Recht ist der Urheber dann aber auch schon tot und muss sich nicht mehr wirtschaftlich erhalten. Verstehen Sie das?

    Es geht darum das ich einem Menschen der sich von etwas in seinem LEBEN erhalten muss, dieses nicht einfach wegnehmen darf.

    “Man stelle sich nur vor ein Patent würde so wie das Urheberrecht behandelt.”

    Wird es aber nicht.
    Ich zitiere hierbei zum näheren Verständnis mal den Pencil Samurai, de rhat das ganz gut zusammen gefasst:

    ZA
    ein patent besagt, dass für eine zeit nicht auf der basis der bestehenden sache aufgebaut werden darf.
    das rad kann man nur einmal erfinden, danach kann man es nur noch optimieren…

    bei der schutzfrist der kunst eines urhebers würde man die arbeit ohne weiteres kopieren, abändern und verwerten können – aber künstlerische werke besitzen eine schöpfungshöhe, die besagt, dass werke “neu von grund auf erstellt werden”.

    wie ich schrieb – inspiration heißt nicht, ein bild zu übermalen und seine unterschrift drunterzusetzen, sondern vom ursprünglichen künstler zu lernen und eine neue arbeit zu erschaffen

    beim patent ist es so, dass erfindungen AKTIV aufeinander aufbauen. wäre es anders, wären patente geschützt wie die kunst eines urhebers.
    ZE

  • Olli

    @Tomate:

    Schöne Geschichte. Leider ist das schon heute oft genug der Fall.

    Frag doch mal diverse Studenten die durch Zufall etwas geschaffen haben was dann andere “entdeckt” haben was sie so für ihre Leistung bekommen haben.

    Oder Forscher in Firmen.

    Oder mal die Kreativen in der Kino oder Fernsehbranche.

    Gut ich muss natürlich eingestehen das man hier einem nicht so leicht die Rechte nehmen kann.

  • Patrick S.

    @Tomate
    “Interessant.
    Und ich habe etwas dagegen das jemand anders der sich nicht mal ihre Arbeit und Mühe gemacht hat den Krug zu entwerfen und herzustellen dann mit ihrer Arbeit Geld verdienen darf. ;)”

    Die Firma stellt ja dann auch Krüge her.

    “beim patent ist es so, dass erfindungen AKTIV aufeinander aufbauen. wäre es anders, wären patente geschützt wie die kunst eines urhebers.”

    Sie reden doch hier immer von der ARBEIT die nicht gewürdigt wird. Bei Patenten wird die Arbeit also gewürdigt mit 20 Jahre Schutzfristen und beim Urheberrecht würde die Arbeit mit 20 Jahren Schutzfristen nicht gewürdigt.
    Künstler bauen doch genauso auf bereits geschaffenes auf.
    Eine Erfindung zu machen ist nicht weniger Arbeit und oftmals nicht weniger Kreativ wie ein künstlerisches Werk zu schaffen nur sie werden anders Geschützt.
    Das Urheber so bevorzugt werden ist alleine der starken Lobby zu verdanken.
    Die Erfinder können auch mit den niedrigen Schutzfristen Leben und ihr Geld verdienen. Warum sollten die Künstler dies nicht auch.

  • Patrick S.

    @Tomate
    “Es geht darum das ich einem Menschen der sich von etwas in seinem LEBEN erhalten muss, dieses nicht einfach wegnehmen darf.”

    Wieder die sozialistische Einstellung… Einmal was Arbeiten und ein Leben lang davon Leben. Warum dürfen das ERFINDER nicht?
    Oder Bäcker, Arbeiter, etc. Diese müssen ein Leben lang arbeiten. Sie können auch nicht sagen vor 20 Jahren habe ich ein Jahr Brot gebacken und will jetzt noch Geld dafür haben.

  • Tomate

    @Olli:

    “Frag doch mal diverse Studenten die durch Zufall etwas geschaffen haben was dann andere “entdeckt” haben was sie so für ihre Leistung bekommen haben.”

    Und Studenten sind in deiner Welt keine Kreativen? Sobald jemand ein Werk schaft ist er für mich ein Kreativer. Ich unterscheide dabei nicht ob er Student oder schon im Arbeitsleben ist.

    Auch der Student hat ein Recht drauf das kein anderer seinen Namen auf dessen Arbeit setzt und behauptet, er habe sie geschaffen, und nicht der Student.

    In sofern ist der Satz da oben so ziehmlich… naja.. nichts sagend.

    Denn wir ALLE (jeder der schonmal kreastiv war ob nun Student oder nicht) haben bereits das Problem das uns heute schon Werke (vor allem von Firmen) genommen werden und diese Firmen es durch eine Lockerung einfacher hätten.

    Deshalb UNTERSCHEIDE ich ja zwischen kommerziell und nicht kommerziell. Ich unterscheide ob jemand Zugang zu einem Werk verlangt weil er sich zB BILDEN will oder ob er damit einfach nur einen Haufen ASCHE machen will. Aber das wird hier ja so hartnäckig ignoriert.

    Ich frage mich warum? ;)

    “Oder mal die Kreativen in der Kino oder Fernsehbranche.

    Gut ich muss natürlich eingestehen das man hier einem nicht so leicht die Rechte nehmen kann.”

    Ich bezweifle ernsthaft das du ahnung von dieser Branche hast…

    @Patrick S.:

    “Die Firma stellt ja dann auch Krüge her. ”

    Und warum kann die Firma dafür nicht ihre EIGENEN Designs nutzen und muss erst das Design der Frau WEGNEHMEN???

    “Künstler bauen doch genauso auf bereits geschaffenes auf.
    Eine Erfindung zu machen ist nicht weniger Arbeit und oftmals nicht weniger Kreativ wie ein künstlerisches Werk zu schaffen nur sie werden anders Geschützt.”

    Sie nehmen dafür aber nicht die Mona Lisa aus dem Museum und malen da ne neue Farbschicht drauf, um das Bild dann als ihr eigenes auszugeben ^_^

    Ich finde es sehr amüsant das jemand, der offensichtlich nicht weiß, welche Prozesse in einem Kunststudium erlernt und trainiert werden so darüber redet als hätte er die Bibel gefressen.

    Lieber Patrick, ich weiß nicht welchen Beruf du ausübst oder studiert hast, aber ich erdreiste mich auch nicht dir zu erzählen, wie deine Ausildung oder Studium für angeblich aufgebaut ist. ;)

    “Die Erfinder können auch mit den niedrigen Schutzfristen Leben und ihr Geld verdienen. Warum sollten die Künstler dies nicht auch.”

    Zitat Pencil Samurai:
    wie ich schrieb – inspiration heißt nicht, ein bild zu übermalen und seine unterschrift drunterzusetzen, sondern vom ursprünglichen künstler zu lernen und eine neue arbeit zu erschaffen
    ZE

    @Patrick S.:

    “Sie können auch nicht sagen vor 20 Jahren habe ich ein Jahr Brot gebacken und will jetzt noch Geld dafür haben.”

    Das Brot wurde inzwischen aber schon gegessen es sei denn, er hat es 20 Jahre lang eingelagert. ^^*

    Aber nehmen wir mal an das Brot gäbe es noch. Dann kann ich auch nicht hingehen und Bäcker Heinz sein Brot wegnehmen und sagen “Ich, Herr Kunz, habe dieses Brot gebacken!”
    Das stimmt nämlich nicht.

    Ich habe weder den Aufwand noch die Materialien investiert um dieses Brot zu backen, ich habe mir nicht die Arbeit gemacht, es herzustellen oder mir den Ofen dafür besorgt – das war Bäcker Heinz. Und nicht ich.

    Genauso wie ich auch nicht meinen Doktor machen kann mit Texten, die mir nicht gehören und meinen Namen auch nicht darauf setezn darf, so darf ich auch nicht behaupten das Brot von Bäcker Heinz – egal ob das nun 20 Jahre her ist oder nicht – gebacken zu haben.

  • Tomate

    Der zweite Punkt bei der Brotdiskussion ist zudem mal wieder ein wirtschaftlicher, weil das hier anscheinend keiner sinnvoll durchdenkt, es aber dabei hilft das Ganze zu verstehen:

    Wenn Bäcker Heinz seine Brote backt, hat er dafür Ausgaben, Investitionen.

    Er muss sich einen Ladne mieten, einen Ofen reinstellen, Material für sein Brot besorgen, eine Ausbildung machen usw usf. (Ironischer Weise haben Künstler diese Art von Ausgaben auch)

    Zusammengefasst: Es wird also eine Investition geleistet, damit das Brot hergestellt werden kann.

    Wenn ich, Herr Kunz, nun hingehe und Bäcker Heinz sein Brot wegnehme, behaupte, es wäre meins – dann ist das “Problem” hierbei: Ich musste nicht die gleiche Investition wie Bäcker Heinz leisten.

    Ich musste mir keinen Laden mieten, einen Ofen besorgen und die Ausbildung machen.
    Ich hab ihm einfach sein Brot weggenommen und verkaufe das nun als meins.

    Ich hatte keine Ausgaben und genereier enur Einnahmen während er auf seinen Ausgaben sitzen bleibt und von seiner erbrachten Leistung nichts hat.

    Ich denke wir sehen alle warum so ein Verhalten nicht richtig ist?

  • Pencil-Samurai

    Ich werfe zwischen meinem Stapel Arbeit mal in den Raum:

    Weil künstlerische Werke nicht auf Rekonstruktionen voriger Arbeiten bestehen, wissenschaftliche Werke und Erfindungen dies aber tun.

    Sprich: Ein Künstler malt z.B. sein Bild NEU.

    Inspiration heißt nicht das Bild eines Anderen herzunehmen, etwas drüberzupinseln und dann die eigene Unterschrift drunterzusetzen. Wäre dies die Definition von Kunst, wäre die Schutzfrist auch dementsprechend kürzer.

    Da stellt sich mir spontan die Frage: Kann man ein Brötchen verwerten und online schwarzkopieren?

    Außerdem glaube ich nicht, dass freiwillig jemand ein Brötchen nach einmaliger Nutzung nochmal essen wollen würde… ;)

    So denn, die Arbeit ruft erneut. Zuerst aber sollte ich mich erleichtern. Nachdem mein Kaffee unten rausgekommen ist, kann der Hersteller ihn ja neu verkaufen, dann herrscht ausgeglichene Gerechtigkeit. ;)

  • Tomate

    @Pencil-Samurai:

    “Außerdem glaube ich nicht, dass freiwillig jemand ein Brötchen nach einmaliger Nutzung nochmal essen wollen würde… ;)”

    Na toll ich hatte mich so auf dein Brötchen und deinen cafe von heute Morgen gefreut – Mist! XD

  • Patrick S.

    @Tomate

    “Sie nehmen dafür aber nicht die Mona Lisa aus dem Museum und malen da ne neue Farbschicht drauf, um das Bild dann als ihr eigenes auszugeben ^_^”

    Das machen Erfinder auch nicht!

    “wie ich schrieb – inspiration heißt nicht, ein bild zu übermalen und seine unterschrift drunterzusetzen, sondern vom ursprünglichen künstler zu lernen und eine neue arbeit zu erschaffen”

    Das ist kein Argument dagegen das Erfinder mit den niedrigeren Schutzzeiten gut leben können.
    Erfinder lernen natürlich auch nicht von anderen sondern kopieren nur.
    Natürlich bauen Erfindungen genauso wie Kunst von vorhergehenden Schaffenswerken auf. Nach Tolkien waren in andere Fantasy Romane auch plötzlich die Typischen Elfen mit langen Ohren überall vertreten.

    “Das Brot wurde inzwischen aber schon gegessen es sei denn, er hat es 20 Jahre lang eingelagert. ^^*”

    Und der Krug wurde verkauft! Warum soll also der Bäcker für seine 1 Jahr Arbeit schlechter gestellt werden als die Designerin. Beide haben 1 Jahr gearbeitet nur die eine will dafür ein Leben lang Geld verdienen.
    Ein Erfinder der ein Jahr arbeitet hat auch nur 20 Jahre Rechte auf seine Erfindung obwohl sie danach auch noch verfügbar ist. Nur seine Arbeit wird schlechter gestellt als die des Künstlers.

    “Wenn ich, Herr Kunz, nun hingehe und Bäcker Heinz sein Brot wegnehme, behaupte, es wäre meins – dann ist das “Problem” hierbei: Ich musste nicht die gleiche Investition wie Bäcker Heinz leisten.”

    Die Designerin hat nur einmal die Investitionen zu tragen um den Krug herzustellen aber will dafür ein ganzes Leben Geld dafür haben.(ohne danach noch Investitionen zu tragen) Der Bäcker muß solange er Geld verdienen will ständig diese Investitionen tragen.

    Der Erfinder muß neben seinen Investitionen wie die Künstlerin (Ausbildung, etc) noch viel Geld für das Patent investieren und bekommt weniger Schutzzeiten. DAS ist nicht Gerecht.

    Nach der Diskussion komme ich zum Schluss das Sie die Arbeit der Künstler viel wertvoller empfinden als die der Erfinder, Bäcker, Arbeiter, etc und das damit diese hohen Schutzansprüche gerechtfertigt finden. Ich kann dies nicht so sehen.

  • Tomate

    @Patrick S.:

    “Nach der Diskussion komme ich zum Schluss das Sie die Arbeit der Künstler viel wertvoller empfinden als die der Erfinder, Bäcker, Arbeiter, etc und das damit diese hohen Schutzansprüche gerechtfertigt finden. Ich kann dies nicht so sehen.”

    Ich sehe also die Künstler höher als alle anderen indem ich die Arbeit des Bäckers anhand eines wirtschaftlichen Modells als genauso wertvoll herausarbeite.
    Interessant.

    “Und der Krug wurde verkauft! Warum soll also der Bäcker für seine 1 Jahr Arbeit schlechter gestellt werden als die Designerin. Beide haben 1 Jahr gearbeitet nur die eine will dafür ein Leben lang Geld verdienen.”

    Wie ich bereits danach ausführlich schrieb:
    In meinem Beispiel geht es um Wegnahme.

    Ich nehme dem Bäcker sein Brot weg (wozu mache ich dafür eigentlich liebevoll einen ganzen separaten Post wenn es an dir vorbei geht?) und behaupte, ICH hätte es hergestellt.

    Ich lasse den Bäcker mit all seinen WIRTSCHAFTLICHEN und ZEITLICHEN Investitionen zurück und generiere für mich selbst in Ruhe Einnahmen.

    Genau wie der Bäcker hatte die Krugmacherin auch eine Investition zu leisten, daher darf ich weder dem Bäcker noch der Krugmacherin ihre Erzeugnisse wegnehmen und sagen “Ich hab das gemacht! Ihr stellt mal schön her, tragt das ganze wirtschaftliche Risiko und ich kassiere daran ab!”

    In sofern: Wo stelle ich nochmal Künstler wichtiger als alle anderen? ;)

    “Die Designerin hat nur einmal die Investitionen zu tragen um den Krug herzustellen aber will dafür ein ganzes Leben Geld dafür haben.”

    Nein. Sie musste genau wie der Bäcker Zeit und Geld investieren für Ausbildung, Ausrüstung, Miete für ihr Geschäft, etc etc.

    Beide, Bäcker und Krugmacherin müssen jeden Monat aufs NEUE Miete für ihr Geschäft berappen, Ausrüstung kaufen und in Ordnung halten, Materialien besorgen etc etc.
    Beide haben LAUFENDE Kosten.

    Zudem ist die Höhe ihrer Investition durch den Kauf eines einzigen Brotes oder eines einzigen Kruges nicht ausgeglichen.

    So wie du es beschreibst funktioniert das wirtschaftlich nicht. Würdest du einen Laden mit deinen Ansichten führen, würde dieser sofort pleite gehen.

    Zu den Erfindern habe ich noch ein Zitat vom Pencil:
    ZA

    erfinder rekonstruieren die basis auf der sie ihre erfindungen aufbauen.

    wenn jemand über elfen schreibt, dann schreibt er den text NEU und kopiert nicht denselben text von tolkien in seine geschichte, um die satzbausteine ein wenig zu verschieben (also zu rekonstruieren).

    wären erfindungen immer VON GRUND AUF neu geschaffen, würden sie denselben schutz wie ein schöpferisches werk, welches sich nicht auf REKONSTRUKTION aufbaut sondern durch INSPIRATION neu geschaffen wird, bekommen.

    ZE

  • Tomate

    Übrigens:

    Sollte der Bäcker ein tolles neues Superdesign für ein Brötchen oder Rezept erfinden und plötzlich verkauft sich dieser neue Superkuchen wie nichts, dann darf ich als gieriger Geschäftsmann auch nicht so einfach hingehen, im sein Rezept wegnehmen und damit ne Menge Geld machen.

    Warum?
    Weil der Bäcker Zeit und Arbeit so wie finanzielle Investitionen geleistet hat und deshalb ein Anrecht auf Beteiligung an seiner Arbeit hat.

  • ich

    Ja, ich weiß das Kunst Investitionen erfordert, wenn schon nicht Geld, dann Zeit in der er Künstler von etwas leben muss. Aber als Web-coder weiß ich ein bischen was darüber was technisch möglich ist und was nicht. Wenn also einer der kreativen einen Vorschlag hat, wie man ihr Einkommen sichern kann, ohne eine komplettüberwachung des Internets umsetzen kann, bitte immer her damit. Meiner Ansicht nach ist es nicht möglich. Abgesehen davon gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass Filesharing das Einkommen von Künstlern in irgendeinerweise tangiert. Ich habe Studien gesehen die belegen, dass Leute die illegal downloaden exakt genausoviel für Kultur ausgeben wie vorher. Möglicherweiße allerdings etwas gezielter weil sie vorher sehen können was sie bekommen. Falls überhaupt Verluste an Einnahmen zu beklagen sind, dann sollte man erstmal bedenken: Die Unterhaltungsindustrie hat in den letzten 15 Jahren ziemlich konstant über riesiges Wachstum gejubelt, deutlich stärker ist kein Industriezweig gewachsen.

    Gleichzeitig sind die Reallöhne in der gesamten ersten Welt gesunken, etwas das andere Sparten schon viel früher zu spüren bekamen. Wenn jetzt also einem Schriftsteller auffällt, dass seine Einnahmen sinken, dann sollte er das vielleicht nicht zwangsläufig an den bösen Raubmordkopieren festmachen, sondern sich mal aus seinem Elfenbeinturm erheben und in die reale Welt schauen. Stattdessen wird auf den Leuten rumgehackt, die zu arm sind um sich Kultur noch leisten zu können. Und ich für meinen Teil gebe Herrn Vetter recht, ich hab inzwischen die Schnauze dermaßen voll davon mir ständig anzuhören ich würde nur auf Kosten anderer leben wollen, dass ich in meinem ganzen Leben kein Buch, keine CD und auch sonst nichts kaufen von jemandem kaufen werde, der seinen Namen unter so eine Scheiße setzt.

  • Tomate

    Achso mir fällt noch ein:

    Ich mache mir regelmäßig Gedanken über verschiedene Formen von Förderung und stellte dabei fest, dass wirtschaftliche Formen, auch Forschung und Erfindung, vom Staat anscheinend leichter eine Finanzierung bekommen als künstlerische.

    (Weil künstlerische Ansätze meistens weniger Gewinnbringend sind/ erscheinen)

    In sofern sehe ich da wirtschaftlich aus meiner Sicht gerade keinen großen Nachteil für den Erfinder, zumal wir den Unterschied zwischen aufbauen und von Grund neu erschaffen ka bereits herausgearbeitet hatten.

    Abgesehen davon können wir ja mal einen Erfinder einladen und nach seiner Meinung fragen, da unter uns denke ich keiner vertreten ist und deshalb keiner von uns beiden dazu eine hinreichend professionelle “Meinung” abgeben könnte.

  • Tomate

    @ich:

    Ich bin persönlich nicht der Meinung das mehr Überwachung nötig ist sondern Aufklärung darüber was die Interessen der Verwerter, und was die Interessen der Künstler sind.

    Zudem mehr Einblicke darin, wie Künstler wirklich arbeiten damit die jenigen, die sie unterstützen wollen auch wissen wo und wie sie das am Besten tun können. :)

    PS: Raubmordkopierer – geiles Wort! XD

  • Patrick S.

    @Tomate
    “Ich sehe also die Künstler höher als alle anderen indem ich die Arbeit des Bäckers anhand eines wirtschaftlichen Modells als genauso wertvoll herausarbeite.
    Interessant.”

    Nein indem sie allen anderen Absprechen das sie innovativ und Schöpferisch tätig sind. Indem sie wollen das die Arbeit des Künstlers besser Geschützt wird als die Arbeit von anderen. Indem sie wollen das EINE Arbeit des Künstlers ein Leben lang bezahlt wird im Gegensatz zu allen anderen.

    “Wie ich bereits danach ausführlich schrieb:
    In meinem Beispiel geht es um Wegnahme.”

    Die Künstlerin verkauft ihren Krug doch.. dort wird nichts weggenommen. Genauso wie der Bäcker. Sie wird dabei durch die 20 Jahren Schutzfrist noch besonders geschützt.

    “Genau wie der Bäcker hatte die Krugmacherin auch eine Investition zu leisten, daher darf ich weder dem Bäcker noch der Krugmacherin ihre Erzeugnisse wegnehmen und sagen “Ich hab das gemacht! Ihr stellt mal schön her, tragt das ganze wirtschaftliche Risiko und ich kassiere daran ab!””

    Nur die Künstlerin will nach einer Investition und einem Produkt ein Leben lang Geld dafür. Die anderen Berufe mit ihrer Arbeit nicht.

    “Nein. Sie musste genau wie der Bäcker Zeit und Geld investieren für Ausbildung, Ausrüstung, Miete für ihr Geschäft, etc etc.

    Beide, Bäcker und Krugmacherin müssen jeden Monat aufs NEUE Miete für ihr Geschäft berappen, Ausrüstung kaufen und in Ordnung halten, Materialien besorgen etc etc.
    Beide haben LAUFENDE Kosten.”

    Natürlich haben beide laufende Kosten, nur die Künstlerin will für einmal Arbeit (Krug desigenen) ein Leben lang dafür Geld bekommen. Der Bäcker/Erfinder bekommt für seine Arbeit nicht ein Leben lang Geld. Die Designerin hat für ihr Design keine laufenden Investitionen und bekommt trotzdem ein Leben lang Geld dafür.

    “Zudem ist die Höhe ihrer Investition durch den Kauf eines einzigen Brotes oder eines einzigen Kruges nicht ausgeglichen.”

    Deshalb muß der Bäcker ein Leben lang arbeiten. Das soll die Künstlerin auch.(Und eben nicht sagen ich habe einmal was gearbeitet und habe jetzt ein Recht auf Lebenslagens Geld dafür.) Sie bekommt ja auch Schutzfristen von 20 Jahren weil ihre Arbeit ein andere ist als die des Bäckers.

    “wenn jemand über elfen schreibt, dann schreibt er den text NEU und kopiert nicht denselben text von tolkien in seine geschichte, um die satzbausteine ein wenig zu verschieben (also zu rekonstruieren). ”

    Wenn jemand eine Erfindung macht ist dies oftmals auch etwas völlig neues. Erfindungen sind auch nicht einfach nur Kopien.(sonst könnte es ja auch jeder und würde es machen) Genauso könnte man sagen Dichter setzten nur Wörter neu zusammen die es schon gibt.

    “In sofern sehe ich da wirtschaftlich aus meiner Sicht gerade keinen großen Nachteil für den Erfinder, zumal wir den Unterschied zwischen aufbauen und von Grund neu erschaffen ka bereits herausgearbeitet hatten.”

    Ich sehe für den Künstler auch keinen großen Nachteil in geringeren Schutzzeiten. Außerdem wird die Kunst/Künstler vom Staat sehr stark gefördert. (Theater, Museen, ÖR Fernsehen, Orchester)
    Ich sehe es nicht so das Künstler von Grund auf neu erschaffen und Erfinder eben nicht (ein Zitat/Meinung von Pencil reicht da nicht)
    Außerdem ist Künstler vom Beruf eben kein wirtschaftlich lohnender Beruf. Das war er in der Geschichte der Menschheit noch nie. Wer Künstler wird sollte das wissen.

  • p90

    @Tomate:
    Also weil der Erfinder vlt. leichter Geld bekommen konnte ist er schelchter geschützt als ein Künstler der mit merh aufwand Geld vom Staat bekam?
    Sorry, das ist doch Unsinn.
    Wenn sie aber meinen: “Wer Geld vom Staat für seien Arbeit bekommt muss diese auch der Gemeinschaft zur Verfügung stellen”, jo, kein Thema, müssen sie Piraten wählen, die wollen das einführen.

    Nochmal zum Thema Kunst baut auf oder nicht.
    Warum habe ich in einem Museum verschiedene Stilerichtungen? Weil die Künstler unter einander abgucken, kopieren und weiterentwickeln. gerade deshalb gibt es doch überhaupt Kunstschulen, die bräuchten wir ja sonst überhaupt nicht da ja jeder eh alles neu macht.
    Erfinder tun genau das selbe. Warum also Erfinder schlechter stellen?

  • Olli

    @ich:

    Nicht nur das. Man sollte sich auch mal anschauen wofür man früher sein Geld ausgegeben hat und heute.

    Früher gab es nur Musik, Videos, Bücher und Brettspiele.

    Ein paar hatten vielleicht noch eine Konsole mit maximal einem dutzend Spielen.

    Und heute? Der Durchschnitt hat mindestens ein Smartphone, einen PC, eine Konsole, 2 Fernseher,

  • Olli

    und oft noch eine riesige Sammlung an Spielen. Alleine ich hab einen ganzen Schrank voll mit Computerspielen meine ganzen Spiele bei Steam nicht mal eingerechnet.

    @Tomate: Hey da sind wir sogar einer Meinung.

  • Tomate

    @Patrick S.:

    “Nein indem sie allen anderen Absprechen das sie innovativ und Schöpferisch tätig sind. ”

    Wo habe ich das? Der Bäcker hat in meinem Szenario ein Rezept für Superkuchen entwickelt. Er ist genauso innovativ wie die Künstlerin!

    “Deshalb muß der Bäcker ein Leben lang arbeiten. Das soll die Künstlerin auch.”

    Das tut sie auch! Sie BAUT ja weiterhin Krüge, aber nach IHREM eigenen Design. Das Design ist der BAUPLAN.

    Und zwischen den beiden – Produkt und Bauplan – verstehst du anscheinend den Unterschied nicht.

    1. Ein Design oder ein Rezept kann immer wieder verwendet werden, um davon neue Produkte herzustellen. Sie sind die Baupläne.

    2. Die Firma die diese Produkte verkauft, tut dies auch nicht nur einmal, sondern so oft es ihr passt.

    3. Deshalb bekommt auch der Künstler von jedem Verkauf Geld ab. Und auch der Bäcker, der das Rezept für Superkuchen entwarf bekommt etwas ab vom Verkauf jedes neuen Superkuchens –
    Denn ohne sein Rezept gäbe es den Superkuchen nicht!

    4. Und wenn du dem Bäcker oder der Künstlerin das Geld streichst änderst du damit nur, dass die Firma fröhlich weiter verkauft, und noch mehr Geld einnimmt.
    Die Firma verdient also an dem Superkuchen 23 Millionen und der Bäcker 400 Euro, obwohl es ohne sein Rezept den Superkuchen nicht gäbe.

    Man bist du fair. ;)

    Schlussfolgerung:
    Das Konzept von dem ich hier rede schützt also JEDEN (auch dich!) der etwas kreatives macht vor den wirtschaftlichen Interessen dritter.

    Jetzt verstanden?

    “Außerdem ist Künstler vom Beruf eben kein wirtschaftlich lohnender Beruf. Das war er in der Geschichte der Menschheit noch nie. Wer Künstler wird sollte das wissen.”

    Da du so ein großer Fan der Stärkung großer Firmen bist wunder mich diese, durch mangelndes Grundwissen gestärkte Haltung überhaupt nicht. ;D

  • Tomate

    @p90:

    Ich sag mal dem Pencil bescheid, da ich ihn zittiert hatte. Das ist somit euer Gespräch. ;)

    @Olli:

    Ich besitze jetzt mehr Kaufkraft als früher daher ist mein Schrank auch voller…. XD
    Und ja, ich freue mich das ich durch das Internet so viele tolle neue Spiel entdecken konnte, die mir *hust* so viel Zeit stehlen.

    Wie gesagt, wir sind da einer Meinung, mehr Überwachung ist wirklich nicht nötig ^_^

  • Olli

    Giobt es überhaupt ein Schutzrecht für Rezepte?

  • Tomate

    @Olli:

    Zumindest ist es mir im Falle von Kochbüchern von “Promiköchen” bekannt, die dann Bücher mit ihren Rezepten veröffentlichen.

    (Abgesehen davon ist es ein Beispiel um zu zeigen, dass ich Kreative nicht über andere Menschen stelle)

    Wie gesagt “Superkuchen” und so ne. ^_^

  • Olli

    Kochbücher sind das eine ich meine Rezepte per se. Das es mir verbietet egal ob privat oder kommerziell diese Rezepte zu benutzen.

  • Tomate

    @Olli:

    Du fragst mich grad was… Kochbücher sind nicht gerade mein Spezialgebiet. Ich koche auch nicht oft.

    Mir ist aber aufgefallen das es anscheinend Rezepte gibt die du in jedem “Standardwerk” findest und Rezepte, die zB Sternekoch XYZ für sein neues Kochbuch extra entworfen hat.
    Also “Neuschöpfung” von Seiten des Sternekochs gegen alt bewährte Rezepte die sowieso jeder kennt…

    Ich denke wenn Sternekoch A sich also mühevoll NEUE noch nicht dagewesene Rezepte ausdenkt, darüber dann in seinem Kochbuch schreibt, und Koch B veröffentlicht die dann ebenfalls in seinem neuen Kochbuch… dann wird Koch A der die ganze Arbeit und den Aufwand damit hatte, sich die Dinger auszudenken ziemlich sauer sein.

    Und ja ich denke, Koch B hat dann das Urheberrrecht von Koch A verletzt und die sehen sich dann wohl vor Gericht wieder.

    Der springende Anhaltspunkt wird auch hier sein: Neuschöpfung.

  • Patrick S.

    @Tomate
    “Wo habe ich das? Der Bäcker hat in meinem Szenario ein Rezept für Superkuchen entwickelt. Er ist genauso innovativ wie die Künstlerin!”

    Dann ist er ja wieder Künstler. Nach deiner Definition müsste dann jedes neue Brotrezept Urheberrechtlich ein Leben lang geschützt sein. Der Bäcker der vom Meister sein Rezept gelernt hat darf dieses dann bis zu seinem Tod nicht verwenden. Tolle Sache!

    “2. Die Firma die diese Produkte verkauft, tut dies auch nicht nur einmal, sondern so oft es ihr passt. ”
    Wie die Künstlerin.

    “3. Deshalb bekommt auch der Künstler von jedem Verkauf Geld ab. Und auch der Bäcker, der das Rezept für Superkuchen entwarf bekommt etwas ab vom Verkauf jedes neuen Superkuchens –
    Denn ohne sein Rezept gäbe es den Superkuchen nicht!”

    Dann müsste jedes Rezept Urheberrechtlich geschützt sein. Wer kann den schon Sagen wer welches Rezept geschaffen hat. Rechtlich müsste man sich jetzt immer versichern ob das Rezept für den Kuchen den man von Freunden bekommen hat nicht Urheberrechtlich geschützt ist und man zahlen müsste. Jeder ist ein illegale Rezepträuber und stiehlt den Armen Künstlern Geld. Tolles Urheberrecht das sie verteidigen!

    “4. Und wenn du dem Bäcker oder der Künstlerin das Geld streichst änderst du damit nur, dass die Firma fröhlich weiter verkauft, und noch mehr Geld einnimmt.
    Die Firma verdient also an dem Superkuchen 23 Millionen und der Bäcker 400 Euro, obwohl es ohne sein Rezept den Superkuchen nicht gäbe.”

    Der “Bauplan” ist ja 20 Jahre geschützt. Die Künstlerin kann dann wie der Erfinder damit exklusiv Geld verdienen. Sie kann dann so viele Krüge verkaufen wie sie will und kann. Die Arbeit des Designs sollte dann nach 20 Jahren erwirtschaftet sein. Das ist fair!

    “Und zwischen den beiden – Produkt und Bauplan – verstehst du anscheinend den Unterschied nicht.”

    Doch natürlich… du willst das man für den Bauplan ein Leben lang Geld bekommt ohne einen neuen zu machen. Also für einmal Arbeit ein Leben lang verdienen. Das ist natürlich fair gegenüber allen anderen.

    “Da du so ein großer Fan der Stärkung großer Firmen bist wunder mich diese, durch mangelndes Grundwissen gestärkte Haltung überhaupt nicht. ;D”
    Ich bin nicht Fan von großen Firmen. Die großen Firmen haben hauptsächlich die langen Schutzfristen durchgesetzt weil es denen am meisten nützt.(Amerika Disney auf 95 Jahre erhöht) Also sind sie eher Fan von den Firmen.

  • Pencil-Samurai

    @p90

    Kurz dazu:

    Es gibt Kunstschulen, weil diese die Techniken lehren mit welchen man seine Arbeiten NEU aufbaut. Kunstschulen lehren NICHT die existierende Arbeit des Anderen zu rekonstruieren.

    Das deutsche Urheberrecht schützt das eigene Werkschaffen und nicht das Rekonstruieren fremden Schaffens, was bei Erfindungen der Fall ist – diese bauen auf den Errungenschaften voriger Erfindungen auf, entwickeln sie durch Nutzung/Rekonstruktion der Basis weiter.

    Ein Künstler ist kein Künstler, wenn er eine bestehende Arbeit rekonstruiert, z.b. über ein vorhandenes Bild drüberpinselt und seine Signatur druntersetzt. Der Stil ist im übrigen nicht das Werk, sondern Teil des schöpferischen Prozesses.

    Kann man eine Erfindung in einem anderen Stil neu erfinden?

    Wenn es als unfair angesehen wird, dass Erfinder weniger lang geschützt sind, weshalb fordert man dann nicht die Stärkung ihrer Rechte?

  • Tomate

    @Patrick S.:

    Oh das liebe Textverständnis…

    JA, nicht nur Kunst ist urheberrechtlich geschützt! Lern besser was über Wirtschaft und darüber, wie man ein Geschäft aufbaut bevor du mir hier wieder was vom Pferd erzählst.

    “… du willst das man für den Bauplan ein Leben lang Geld bekommt ohne einen neuen zu machen. Also für einmal Arbeit ein Leben lang verdienen. Das ist natürlich fair gegenüber allen anderen. ”

    Die Logik ist doch ganz einfach:
    Jedes Mal wenn die Firma etwas verkauft, bekommt sie Geld dafür.

    Deshalb bekommen alle BETEILIGTEN, auch der Designer, ihren Anteil. Wenn nichts verkauft wird bekommt keiner was.

    Warum aber wiederrum DU daran Geld verdienen sollst, der du nicht an der Entwicklung gearbeitet hast, ist mir schleierhaft.
    Du hast doch gar nichts dazu beigetragen.

    Also ja, wenn wirs mal auf deine eigene Gier bezeihen, ist deine Variante natürlich fair.

    Geh und denk dir was eigenes aus und verdien dann damit dein eigenes Geld!

  • Patrick S.

    @Tomate
    “Deshalb bekommen alle BETEILIGTEN, auch der Designer, ihren Anteil. Wenn nichts verkauft wird bekommt keiner was. ”

    Der Künstler bekommt doch 20 Jahre lang Geld dafür. Das willst oder kannst du scheinbar nicht kapieren.
    Das du auf meine anderen Kommentare nicht geantwortet hast deute ich das du einsiehst wie schwachsinnig das Urheberrecht Heute ist. (Rezeptdiebstahl)
    Im Übrigen bekommt auch nicht jeder Beteiligte in der Firma ein Leben lang Geld dafür. Sie müssen dafür weiter arbeiten. Der Techniker der die Maschine für die Krug Herstellung eingestellt hat bekommt nur solange Geld wie er in der Firma arbeitet. Nur die Künstlerin soll für immer Geld bekommen obwohl sie schon lange nicht mehr daran arbeitet. Also sollen die Arbeiter die die Krüge in der Firma herstellen für das Geld der Künstlerin täglich arbeiten. Das ist Fair.

    “Warum aber wiederrum DU daran Geld verdienen sollst, der du nicht an der Entwicklung gearbeitet hast, ist mir schleierhaft.
    Du hast doch gar nichts dazu beigetragen.”

    Du deutest scheinbar öfters gerne was Falsch. Es geht darum das andere Berufe eben nicht auch den Anspruch haben (und auch gar nicht möchten) das sie für einmal Arbeit ein Leben lang Geld bekommen. Nur die Künstler haben solch ein Anspruchsdenken.

    Wie du vielleicht bemerkt hast habe ich meinen Tonfall deinem angeglichenen. (da du immer wieder beleidigend wirst)

  • Tomate

    @Patrick S.:

    “Der Künstler bekommt doch 20 Jahre lang Geld dafür. Das willst oder kannst du scheinbar nicht kapieren.”

    Ich habe im Gegensatz zu dir verstanden, wie das Ganze wirtschaftlich funktioniert.

    Wenn das Produkt gut geht, bekommt die Firma so lange und so oft Geld bis die Nachfrage erschöpft ist.

    Die Firma hört nicht auf das Produkt zu verkaufen nur weil du forderst, dass der Künstler nur 1 Mal entlohnt wird.
    Du wirst mit deiner Forderung die Firma nur stärken. Die Armen werden noch ärmer, die Reichen noch reicher.

    Super.

    “Das du auf meine anderen Kommentare nicht geantwortet hast deute ich das du einsiehst wie schwachsinnig das Urheberrecht Heute ist.”

    Ja du deutest dir ja so einiges so wie es dir passt. ^^
    Ich habe dir 4, 5 Mal auf diese Kommentare geantwortet und komme zu dem Schluss, dass oben bereits alles Wichtige steht, und du für alles Weitere erst einmal einen Aufbaukurs in Betriebswirtschaft und Marketing machen müsstet – oder ein Stück deiner Arroganz gegen echten Lernwillen eintauschen müsstest.

    Du bist nicht Teil dieser Branche, kein Profi mit X Jahren erfahrung aber führst dich auf wie einer. Ich war schon kurz davor dich zu fragen, wie alt du bist und ob du überhaupt schon am Arbeitsleben teilnimmst da ich noch keinen hier in diesem Thread gesehen habe, der mit so komischen Annahmen in Bezug auf Wirtschaft und Marketing daher kam, wie du.

    —-

    “Nur die Künstler haben solch ein Anspruchsdenken.”

    Wieso? Die Firmen die ihr Zeug verkaufen bekommen doch auch immer wieder Geld. Sogar noch viel mehr. Fordere doch von denen einen Anteil für dich ein damits wieder fair für “alle” ist. ;)

    Nein ganz ehrlich… ich gehe nicht Jahre lang arbeiten nur damit du dann 10 oder 20 Jahre später kommst und ohne in mein Geschäft INVESTIERT zu haben dann einfach so mit meinem Zeug Geld machst.

    Diese Haltung finde ich beleidigend.

    Geh selbst arbeiten!

    Die Honorare sind schon so niedrig das die Nutzungsrechte für die meisten (freischaffenden) Künstler die einzige Möglichkeite sind, auf eine Art Grundgehalt zu kommen.

    Und du stellst dich hin und tust so als hättest du die Bibel geschluckt und die Künstler wären alle reich. ^^

  • Pencil-Samurai

    @Patrick S.:

    Hast du die Werkzeuge des Künstlers bezahlt, mit welchen die Arbeit erstellt wurde?

    Kannst du die Gesamtkosten der Künstler decken, damit du ihre Arbeit ohne weitere Entlohnung nutzen kannst?

    Hast du z.b. den Musiker beauftragt, das Album xy für dich zu erstellen, hast du zur Produktion beigetragen?

    Hast du Künstler während der Arbeitsphase unterstützt?

    Warum soll ein Urheber/Künstler oder sonst irgendjemand für dich kostenlos arbeiten?

    Wo ist deine wirtschaftliche Beteiligung?

    Deine Leistung an dem Ganzen schöpferischen Prozess, die dich dazu berechtigt, Anteile zu fordern?

  • Tomate

    @Pencil-Samurai:

    Hahaha Alter ^^

    Wenn er keine Lust auf Obiges hat könnte ja auch gleich nach einer Frist von 10 oder 20 Jahren einfach weiterhin KOSTENLOS in seinem Job arbeiten gehn. ^^

    Denn… weshalb sollte er ein Leben lang in seinem Job Geld verdienen dürfen?

    Die Arbeit die er macht, muss frei für die Gesellschaft sein, weil sie ja Teil selbiger ist. XD

    Au man… auf welche Ideen du mich immer bringst! *lach* ;D

  • Moon

    @Wolfgang van Deuverd:

    Schön wäre auch, wenn der User “Moon” dann endlich auch begreifen würde, dass der Begriff “mundtod machen” NICHT von MIR stammt sondern vielmehr von mir KRITISIERT wurde. Das kann doch nicht SOOOOO schwer zu verstehen sein, @moon, ODER??

    Weia. Kann schon mal passieren, da er ja nur allzu gut zu Ihrem bisherigen Diskussionsstil(Klarname hin oder her) mit seinen unverfrorenen (wenn auch unbeeindruckenden) Drohungen passt. Also, schön am Detail hochgezogen und das Wesentliche ignoriert: Sie sitzen im Glashaus und werfen mit Steinen. Clever.

  • Wolfgang van Deuverd

    @Moon: ein einfaches “sorry” hätte gereicht.

  • Tomate

    @Patrick S.

    Mir fiel gerade noch etwas ein, das mich extrem erheitert:

    Wenn du sagst kein mensch darf Passiv Einkommen generieren, und zwar auf mehrere Jahre, und das egal ob er vorher gearbeitet hat oder nicht, dann bedeutet das ja:

    Du muesstest bei allen die hand aufhalten die je in Wertpapiere oder der gleichen investiert haben, und auch bei allen, die zB ein gut gehendes Geschaeft fuehre,
    Achja. Die rentner arbeiten ja auch nicht mehr. Und wenn du pech hast dann werden die sehr sehr alt und bekommen sehr viel “passives Einkoemmen” ;)

    Natuerlich habe ich das alles sehr ueberspitzt, aber amuesieren tut es mich trotzdem. ;D

    Ich weigere mich uebrigens immernoch 10, 20 Jahre oder laenger fuer dich arbeiten zu gehen nur damit du dir dann meine Sachen krallst und damit Geld verdienst.

    Denk dir selber was aus.

    Geh selbst arbeiten! ;)

    Darueber hinaus, bevor du mir nochmal antwortest schreib mir bitte auch wieviel Jahre du schon im bis bist und wie oft dir deine Kunden Buy Out Vertraege unter die Nase gehalten haben.

    Von wegen passives Einkommen *lach*:

  • kaputnik

    @Patrick S.:
    “Wieder die sozialistische Einstellung… Einmal was Arbeiten und ein Leben lang davon Leben.”

    > was daran wäre Sozialistisch??
    Ohne das jetzt überstrapazieren zu wollen, erschiene mir das, wenn schon: kapitalistisch.

  • ich

    Meiner Meinung nach geht das ganze etwas am Thema vorbei, aber um mich mal drauf einzulassen: Ich hab tatsächlich mal gehört (ohne zu wissen ob das stimmt), dass zB für Schwarzwälder Kirschtorte eine Gebühr abgeführt werden muss, wenn man sie verkaufen will. Wenn ich die zuhause selber backe, muss ich das aber sicher nicht, nichts anderes fordern die Piraten.
    Sogar Bill Gates, nicht gerade als der Pirat schlechthin bekannt sagte mal, “Es ist mir lieber jemand benutzt privat ein kopiertes Windows 7 als Ubuntu”. Das hat unter anderem damit zu tun, dass ein Windows das benutzt/gesehen wird Werbung bzw. “Kundenbindung” ist, jemand der es zuhause benutzt wird es auch auf der Arbeit haben wollen. Allerdings lässt sich Produktivsoftware aus eben diesem Grund nur begrenzt mit Unterhaltungssachen vergleichen.

    Allerdings trifft es wie gesagt meiner Meinung nach nicht das Thema: Wenn es Künstlern darum geht, sich ernähren zu können und ihre Kunst zu machen, kommen sie um die Piraten eigentlich garnicht herum, die fordern nämlich das BGE, damit ist das machbar egal wie schlecht es den Leuten wirtschaftlich geht, bzw dann hätten die Menschen auch das Geld um sich ihre Sachen zu kaufen. Wenn es dagegen einfach nur darum geht Geld dafür zu bekommen, was sie tun, selbst wenn es nur eimal pro Woche zum Essen kaufen reicht, dann wählen sie weiter CDU und SPD.

    Ich kann verstehen, dass man als arbeitender Mensch Anerkennung für seine Leistung in Form von Geld haben will, das verstehe ich sogar sehr gut. Aber dann geht es nicht im geringsten darum, ob man davon leben kann oder nicht, und die Position ist einfach eine Frage des Menschenbildes:

    Wenn sie davon ausgehen, dass ihnen niemand Geld für ihre Werke gibt, wenn man die Leute nicht dazu zwingt, dann sieht ihre Zukunft tatsächlich sehr bescheiden aus. Daran wird aber nicht einmal eine Totalüberwachung etwas ändern, denn es restlos bzw größtenteils zu verhindern oder auch nur aufzuklären ist nach derzeitigem Stand der Technik völlig ausgeschlossen, dafür müsste man das Internet zu etwas umbauen, das mit dem was wir heute kennen nicht mehr viel zu tun hat. Und wieviel Befriedigung schafft es ihnen wirklich zu wissen, dass ihre Leistung nur in Form von Geld vergütet wird, weil der Staat mit dem Knüppel dahinter steht?

    Ich glaube, und dafür gibt es etliche Hinweise, das Kunst auch dann bezahlt wird, wenn die Leute nicht dazu gezwungen werden. Und niemand, nichtmal Frl. Schramm, will verbieten mit Kunst Geld zu verdienen.Bei Computerspielen gibt es oft Collector editions, die 10-30 Euro mehr Kosten als das eigentliche Spiel, im Grunde dafür das sie ne schönere Verpackung kriegen. Und die Leute geben das Geld aus.
    Dass man mit Kunst nicht auch auf freiwilliger Basis Geld verdienen kann, halte ich alos für Unsinn.
    Und ich bin jedenfalls sehr viel erfüllter wenn meine Kunden einfach den geforderten Preis zahlen, ohne dass ich erst den Gerichtsvollzieher schicken muss, denn nur dann hab ich auch das Gefühl, das meine Arbeit auch wertgeschätzt und anerkannt wird.

    Die Diskussion ob sie das Recht oder einen Anspruch darauf haben für ihre Arbeit bezahlt zu werden kann man meinetwegen führen, aber es ist völlig nebensächlich sowohl bei der Frage, ob sie dann davon leben können, als auch bei der Frage, ob ihre Leistung anerkannt wird.
    Und für mich als Technikaffiner Mensch sind die Konsequenzen des Versuchs, ein solches Recht durchzusetzen ziemlich gut absehbar, und sollte das der Fall sein, wandere ich eher nach China aus als mich um jeden Preis an das deutsche Urheberrecht zu halten, deren Überwachung ist dann nämlich ein Witz gegen das was wir hier fabrizieren, egal ob man das befürwortet oder bloß billigend in Kauf nimmt.

  • kaputnik

    @Tomate:
    Thema Schutzfrist.

    Ich habe den Überblick verloren, wo genau die argumentative Front verläuft, aber:

    Wahrscheinlich ;) sind sich die meisten einig, dass eine gewisse Schutzfrist für künstlerische Werke notwendig ist. Für mich ist das auch sonnenklar. Man braucht wohl nur über die Dauer einer solchen Schutzfrist diskutieren, und ohne wirklich reifliche Überlegung reicht es da bei mir nur für ein Bauchgefühl und das ist dann auch wieder abhängig vom Genre (Literatur, Musik, …), der Schöpfungshöhe … nicht praktikabel und im Rahmen dieser Diskussion auch nicht zu lösen.

    Es muss aber eine Schutzfrist geben – deal. 20 Jahre ist doch aber eine Aussage und wenn das mit der Schutzfrist für Patente zusammenpasst, erscheint mir das zunächst und auch immer noch plausibel. Vielleicht auch irgendwas wie “bis zum Tod plus zehn Jahre oder zwanzig Jahre – was eben zuerst kommt.” 70 Jahre oder mehr nach dem Tod des Urhebers sind in meinen Augen ein Skandal.

    Aber irgendwann sind Erfindungen/Kunstwerke dann auch mal Allgemeingut.

    In irgendeinem anderen Forum, Sie haben es vielleicht gelesen Tomate, wurde das schöne Beispiel mit Edison und seiner Glühlampe gebracht: stellen Sie sich vor, wir würden heute noch Lizenzabgaben an die Nachkommen von Edison bezahlen müssen … das kann keinen Sinn machen. Edison ist 1931 gestorben … da würden wir für seine Erfindung immer noch Lizenzgebühren zahlen.

  • a.n

    Das Hauptargument einiger scheint zu sein, dass man “einmal was arbeitet (einen Krug macht) und dann den Anspruch […] ein Leben lang” hat.

    Aber wo ist dabei das Problem? Es herrscht freie Berufswahl, wer das so toll findet, kann Urheber werden – und feststellen, dass das Geld meistens eben doch nicht so leicht verdient ist. Ich sehe dort einfach keine Ungerechtigkeit, ungerecht wäre eher, wenn man mir die Rechte an meiner Schöpfung nehmen will.

    Den Begriff des “geistigen Eigentums” finde ich an dieser Stelle schon passend, wobei man natürlich nicht einfach Begriffe wie Raub oder Diebstahl übertragen kann, so wie es manche gerne tun.

  • p90

    @Tomate:
    Das ist doch alles Einkommen und darauf zahle ich auch schon steuern. Auf Rente auch AFAIK.
    Und um genau bei diesen Wertpapieren die Hand aufzuhalten wurde doch jetzt (1-2 Jahre her AFAIK) die Vermögenszuwachssteuer eingeführt oder?

    Noch was:
    Sie schreiben immer davon die Arbeit anderer für seine ausgeben.
    Das kann ich doch gar nicht oder? Den was nach dieser Schutzfrist verfällt ist ja das Verwertungsrecht, nicht aber da Urheberrecht.
    Sonst dürfte ich heute ja auch behaupten ich hätte Mozart Stücke komponiert. (bzw, fieser Raubmordkopierer dieser Mozart.)

  • kaputnik

    @kaputnik:
    “bis zum Tod plus zehn Jahre oder zwanzig Jahre – was eben zuerst kommt.”

    besser so formuliert:

    > Im Lebendfall zwanzig Jahre. Oder bei Tod + zehn Jahre. Auf keinen Fall insgesamt mehr als zwanzig Jahre.

    (wäre eine Möglichkeit)

  • p90

    @a.n:
    Es ist aber kein Eigentum.
    Um genau zu sein gehört dir nur das Papier auf dem du dein Buch schreibst + etwas Tinte.
    So war es z.B. in der Zeit Mozarts auch.
    Du musstest zusehen, das dir das keiner klaut weil er damit machen konnte was er wollte.
    Dadurch sind viele Kunstwerke verloren gegangen (besonders im Bereich der Noten, selbes Phänomen hatten wir beim Umstieg vom Theater zum Fernsehen). Um dies nun zu verhindern räumt der Staat dir einen besonderen Schutz ein, nämlich das niemand dein Werk ohne deine Zustimmung kopiern/übersetzen/etc darf.
    Dafür fällt dieses Werk nach einiger Zeit der Allgemeinheit zu.

  • ich

    @Tomate: kleiner Nachtrag für dich =)
    Ich kann verstehen das die Verbitterung groß ist, wenn Leute einem vorwerfen man würde als Künstler nichts arbeiten.
    Dass auf meiner Seite die Verbitterung inzwischen ebenso groß ist, weil Kreative und Verwerter uns vorwerfen, wir würden nur “alles umsonst haben wollen”, ist aber hoffe ich ebenso verständlich, ich fürchte auf beiden Seiten gibt es mehr als genug Idioten.
    In einem Forum hab ich mich beim Thema BGE mal ziemlich lange darüber ausgelassen, dass der Begriff “Arbeit” von einem großen Teil der Gesellschaft ohnehin völlig daneben ist, aus meiner Sicht. Die Vorstellung, das Arbeit nur dann Arbeit ist, wenn damit Geld verdient wird, und alles was Geld bringt Arbeit ist, kann und darf imho so nicht bleiben, ich für meinen Teil wertschätze die Arbeit von einem Philosophen, der sich den ganzen Tag Gedanken über irgendein Problem macht und evtl niemals damit Geld verdient jedenfalls höher als die von jemandem der, sagen wir, am Fließband Tamagotchis herstellt. Nicht dass der Fließbandarbeiter nicht arbeiten würde, aber der Wert für die Gesellschaft hält sich für mich arg in Grenzen, allerdings werden dabei Rohstoffe verbraucht die wir in Zukunft für wirklich wichtige Dinge gut brauchen könnten.

    Und ich bezweifle, dass der Fließbandarbeiter von seiner “Arbeit” erfüllt nach Hause geht. Mit nem BGE kann er sich aussuchen, ob er so einen Job annimmt oder sich lieber an etwas versucht das ihm Spaß macht und die Gesellschaft möglicherweiße mehr davon hat.

  • Pencil-Samurai

    p90 und kaputnik:

    Na jetzt tun sich doch Türen auf, die vorher verschlossen/nicht vorhanden zu sein schienen. Lassen Sie mich Ihnen und den Lesern ein paar Fragen stellen, damit wir einander besser verstehen, wovon genau wir sprechen:

    – Schutzfrist für VERWERTER meinen Sie also?

    Vorher ging es immer um die Urheber – so schien es mir, welche jedoch keine Verwerter sind, man wolle sie durch eine ablaufende Urheberschaft enteignen. (Manche fordern dies sogar aktiv)

    Wenn Sie ernsthaft fordern, dass die Schutzfrist für Verwerter nach einer Frist endet und alle Nutzungsrechte an den URHEBER zurückgehen, sodass dieser sich (auch während der Frist) losgelöst von der Firma im Netz selbst vermarkten kann, dann bin ich schon weitaus positiver eingestellt.

    Das hieße jeder Verwerter, der meine Arbeit nutzen will, müsste sich die Rechte nach einer Frist erneut einkaufen, bzw. andere Verwerter hätten die Chance dies zu tun.

    Ich sehe hier jedoch die Gefahr, dass man versucht, für die “erkauften Vorlagen” so billig wie möglich zu zahlen (als Verwerter), da die Arbeit ja “schon da” wäre.

    Jene Versuche meine Arbeiten für Lau einzuholen, weil sie schon früher entstanden sind, kenne ich zu Genüge.

    Hier müsste genau festgelegt werden, dass der Urheber fair bezahlt werden muss und nicht, genauso wie alle anderen Arbeitenden auch bei denen es ebenso schlimm aussieht, länger mit Dumpinglöhnerei zu kämpfen haben (Mindestlohn wäre ein Stichwort).

    Parallel dazu, ich wiederhole mich – ich bin dafür, dass man das Abmahnwesen die wirklich Kriminellen (die Geld mit fremdem Eigentum machen) hart trifft, und nicht den kleinen Mann von Nebenan, der sich eine MP3 geladen hat um reinzuhorchen (obwohl dies hier auch heute nicht der Fall ist, man ist immer hinter den Uploadern her).

    – hier sollten einfach die Accounts gesperrt werden, von denen sie wiederholt hochladen UND VERTEILEN, sofern nachgewiesen wurde, dass sie nicht die Berechtigung dazu haben.

    Geldstrafen finde ich in den meisten heutigen Fällen ebenso viel zu unverhältnismäßig, solange kein Geld mit fremdem Eigentum gemacht wird.

    Verwerter müssen daran gehindert werden, derart dreiste Drohungen auszusprechen und Lücken im Gesetz zu nutzen.

    Anderweitig möchte ich die nicht kommerzielle Nutzung (nicht Weiterverarbeitung, nur Konsumierung) nicht unter drakonische Strafen stellen, sondern dem Urheber die Möglichkeit geben, leichter über seine Werke im Netz zu bestimmen.

    Da wir wissen, dass es immer Downloader geben wird, bzw. Uploader – wäre es doch hier angebracht, wenn man es durch diese Stärkung der Urheber (ich wiederhole, welche lautet, sich losgelöst von Knebelverträgen und dubiosen Tricks von Verwertern selbst vermarkten zu können) schaffen würde (und es geht, auf jeden Fall) eine Plattform aufzubauen, welche sich extern zu den üblichen Vermarktungswegen mit Werbung und Premiummitgliedschaften finanziert.

    Dort können die Werke durch Urheber sozusagen an eine breite Masse präsentiert werden (angehört, angeguckt, etc. – als würde man eine CD im Laden probehören, sich einen Film in der Videothek ausleihen, oder ein Buch in einer Bücherei lesen) und bekommen ihren Anteil durch die Einnahmen auf jener neuen Plattform, auf welcher sie ihre Werke präsentieren (ich finde präsentieren klingt gut).

    Wäre das etwas, woran man ansetzen könnte? Was sagt ihr?

    @ ich

    Da stimme ich Ihnen zu, Arbeit wird heutzutage nur als Stress+Geldverdienen angesehen.

    Ich hoffe sehr hier einen Schritt näher an die vernünftig Denkenden getan zu haben.

    Ich kann verstehen (ich bin nämlich noch jung genug und verstehe daher die neue Generation sehr gut ;) ) , dass sich auf der einen Seite Urheber durch das “Ihr arbeitet ja nur einmal…” Geschwätz angegriffen fühlen.

    Ich verstehe auch, dass sich ehrliche, moralische Nutzer durch das pauschale “Ihr wollt uns doch nur alles wegnehmen” angegriffen fühlen, da sie zu den besten Kunden gehören.

    Ich kann beide Seiten verstehen, denn ich denke als Urheber und als Nutzer. Die Vorteile des Internets zu nutzen, den Urhebern die Chance auf eine Selbstvermarktung zu bieten, eine Schutzfrist FÜR VERWERTER – hier bin ich ganz Ohr.

    So lange der Urheber lebt, muss dieser auch Eigentümer seiner Werke bleiben (keiner darf einfach seine Arbeit hernehmmen und verwerten, oder fordern sie kostenlos zu bekommen – jener muss zahlen wenn er etwas will).

    Durch die neuen Wege der Selbstvermarktung werden hoffentlich diejenigen, die noch nach Kostenlosem schreien, zu neuen Kunden. (Meine Idee mit der Präsentationsplattform – klar die Vielfätligkeit auf dieser muss wachsen, aber das wird sie, sobald Verwerter sich nicht länger dazwischenstellen können)

    Sollte ein Künstler verstorben sein, dürften Firmen/Verwerter sich die Rechte daran nicht so einfach erkaufen dürfen. Da können wir von mir aus darüber sprechen, dass die Arbeiten 10-20 Jahre NACH DEM TOD des Künstlers einen freieren Status erlangen.

    Der Urheber sollte jedoch selbst bestimmen können, wen er seine Werke erben lässt. (Zum Beispiel ein fortlaufendes Projekt)

    Und ich fordere eine Stärkung erfinderischer Arbeiten (ja, Arbeit ist es auf jeden Fall, etwas zu erfinden) und einen längeren Schutz für Erfinder (gleichwertig zum Urheberrecht, wenn dies geht, das fänd ich gut), damit Firmen sich nicht einfach deren Erfindungen krallen können – selbige Sache wie sie es bei Urhebern laufend versuchen. Teilweise schaffen.

    – Gut, die Arbeit wird nicht weniger Leute, ich schaue heute Abend wieder vorbei. Ich hoffe wir kommen uns hier näher.

    Schönen Tag allerseits.

  • Moon

    @Wolfgang van Deuverd:

    ein einfaches “sorry” hätte gereicht.

    Das kommt, sobald Sie sich für Ihre Drohungen entschuldigt haben.

  • kaputnik

    Na jetzt tun sich doch Türen auf, die vorher verschlossen/nicht vorhanden zu sein schienen. Lassen Sie mich Ihnen und den Lesern ein paar Fragen stellen, damit wir einander besser verstehen, wovon genau wir sprechen:

    – Schutzfrist für VERWERTER meinen Sie also?

    > Eine Schutzfrist für das Werk würde ich sagen. Im Schutzzeitraum darf kommerzielle Verwertung nur entsprechend des Urheber-Verwerter-Vertragsverhältnisses geschehen.

    > Urheberrechte als solche müssen gestärkt werden … also, z.B. warum muss ein Musiker bei einem Konzert für seine eigenen Songs GEMA zahlen?

    > Eine Fair Use-Regelung muss geschaffen werden. Dieser Punkt ist für mich nicht verhandelbar. Es kann nicht sein, dass versucht wird, Facebook-Nutzer abzumahnen, weil mit Bild verlinkt wird. Auch nicht abmahnfähig oder zu GEMA-Problemen dürfen Katzenvideos wg. der Hintergrundmusik sein. Ich möchte auch nicht, dass Musik-Samples genehmigt werden müssen, es geht um die Fortentwicklung der Kultur. Der Urheber darf des Samples darf gerne genannt werden müssen.

    Wenn Sie ernsthaft fordern, dass die Schutzfrist für Verwerter nach einer Frist endet und alle Nutzungsrechte an den URHEBER zurückgehen, sodass dieser sich (auch während der Frist) losgelöst von der Firma im Netz selbst vermarkten kann, dann bin ich schon weitaus positiver eingestellt.

    > ich habe keine abschließende Meinung dazu, ob nach z.B. zwanzig Jahren alle Verwertungs-Rechte an den Urheber zurückfallen sollen oder allgemein das Werk dann Gemeingut sein sollte. Auf jeden Fall denke ich, dass die Bearbeitung des Kulturgutes (zu einem neuen Kulturgut mit eigener Schöpfungshöhe) nach der Frist nicht genehmigungspflichtig sein darf.

    Und ich fordere eine Stärkung erfinderischer Arbeiten (ja, Arbeit ist es auf jeden Fall, etwas zu erfinden) und einen längeren Schutz für Erfinder (gleichwertig zum Urheberrecht, wenn dies geht, das fänd ich gut), damit Firmen sich nicht einfach deren Erfindungen krallen können – selbige Sache wie sie es bei Urhebern laufend versuchen. Teilweise schaffen.

    > wie gesagt, über den Tod hinaus darf die Schutzfrist nicht überzogen sein (Bsp. Edisons Glühlampe). Über die Schutzfrist bei lebenden Urhebern … kann man reden. Keine feste Meinung.

    Schlusswort:
    In der Diskussion gab es einige wertvolle Hinweise und selbstverständlich habe ich Erkenntnisse gewonnen, für diese Vorschläge aber habe ich mich nicht bewegen müssen.

    Weshalb ich das extra erwähne, wenn die “Urheber-Seite” von Anfang an einfach nur mal der Gegenseite zugehört hätte … wäre die Diskussion deutlich weniger schwierig gewesen. Ich bin auch davon überzeugt, dass sich in der konkreten Ausgestaltung der Reform des Urheberrechtes eine vernünftige Linie findet. Für die transparente Augestaltung der Diskussion und Gesetzesfindung stehen die Piraten.

  • kaputnik

    und weils mir gerade durch den Kopf geht, die Seiten mit Lyrics von Songtexten … wird nicht auch abgemahnt, wenn ich in mein Blog einen Liedtext von Element of Crime stelle?

    Songtexte im Internet “abzudrucken” kann nicht einer Lizensierung unterworfen und abmahnfähig sein.

    Ich könnte die Texte einfach privat abschreiben, es macht aber keinen Sinn, es zu tun, wenn das schon andere getan haben. Vielleicht reicht auch mein Hörverständnis nicht um den Text korrekt zu erfassen.

    Ich sehe hier kein Schutzbedürfnis des Musikers. Da wird ja schließlich nicht das Songbook (mit Noten) verkauft, sondern nur eine Rezeptionshilfe.

  • kaputnik

    @kaputnik:
    “Urheberrechte als solche müssen gestärkt werden … also, z.B. warum muss ein Musiker bei einem Konzert für seine eigenen Songs GEMA zahlen?”

    > besser “Urheberrechte im Verhältnis zu den Verwertern müssen gestärkt werden”
    > Inwieweit die Vertragsverhältnisse normiert werden müssten … keine abschließende Meinung. Grundsätzlich herrscht aber Vertragsfreiheit.

  • kaputnik

    wozu ich nichts geschrieben habe:

    ich bin dafür, dass Urheber über die Verwendung ihres Werkes mitbestimmen sollen können.

    a) entsprechend des Vertragsverhältnisse mit dem Verwerter
    b) entsprechend der persönlichen Vorstellungen des Urhebers, im konkreten Fall soll der Urheber das Recht haben, die Verwendung für bestimmte Zwecke oder durch bestimmte Institutionen zu Untersagen.
    c) für den belanglosen Katzen-Clip gilt Fair-use.

  • kaputnik

    Und: Kopierschutz gehört verboten, solange Pauschalabgaben auf Leermedien erhoben werden.

  • kleitos
  • Pencil-Samurai

    Kurz eine Frage bevor ich später ausführlicher antworten kann:

    Wie definieren Sie “Gemeingut” ?

    Und ansonsten kurze Reaktionen (bin in Eile ;) ) zu Ihren Stichpunkten:

    “> Eine Schutzfrist für das Werk würde ich sagen. Im Schutzzeitraum darf kommerzielle Verwertung nur entsprechend des Urheber-Verwerter-Vertragsverhältnisses geschehen.”

    – Schutzfrist für die Verwertung des Werkes, so fänd ich es gut ausgedrückt. Danach darf das Werk von Anderen verwertet werden, jedoch sollte dies vertraglich mit dem Urheber geregelt sein, wie gesagt (hier geht es um kommerzielle Verwertung)

    “> Urheberrechte als solche müssen gestärkt werden … also, z.B. warum muss ein Musiker bei einem Konzert für seine eigenen Songs GEMA zahlen?”

    – Hier bin ich absolut Ihrer Meinung, das ist ebenso das worauf ich hinausmöchte, wenn ich von einer Stärkung spreche.

    “> Eine Fair Use-Regelung muss geschaffen werden. Dieser Punkt ist für mich nicht verhandelbar. Es kann nicht sein, dass versucht wird, Facebook-Nutzer abzumahnen, weil mit Bild verlinkt wird. Auch nicht abmahnfähig oder zu GEMA-Problemen dürfen Katzenvideos wg. der Hintergrundmusik sein. Ich möchte auch nicht, dass Musik-Samples genehmigt werden müssen, es geht um die Fortentwicklung der Kultur. Der Urheber darf des Samples darf gerne genannt werden müssen.”

    Es ist z.B. bei Bildern erlaubt, sie zu verlinken solange der Urheber und die Originalquelle genannt werden. Bilder dürfen jedoch nicht (kommerziell) komplett auf andere Websites übernommen werden.
    Wenn jemand (als kleiner Hinweis aus welcher Sparte ich komme) jemand meine Bilder verlinkt, dann ist das okay, solange ich genannt werde und man meine Website besuchen kann.
    Ich finde ebenso, dass eine Bildverlinkung zu nicht-kommerziellen Zwecken NICHT abgemahnt werden darf – aber das erklärte ich allgemein ja bereits.

    “> ich habe keine abschließende Meinung dazu, ob nach z.B. zwanzig Jahren alle Verwertungs-Rechte an den Urheber zurückfallen sollen oder allgemein das Werk dann Gemeingut sein sollte. Auf jeden Fall denke ich, dass die Bearbeitung des Kulturgutes (zu einem neuen Kulturgut mit eigener Schöpfungshöhe) nach der Frist nicht genehmigungspflichtig sein darf.”

    – Hier die Frage – was ist Gemeingut für Sie?
    Ansonsten finde ich es sehr gut, dass Sie die eigene Schöpfungshöhe nennen. Darum geht es nämlich auch. Nicht z.B. über ein Bild drüberzupinseln, sondern das Thema an sich selbst neu zu entwickeln. Oder nicht vorhandene Musikbruchstücke aneinanderzuketten, sondern sich “inspiriert” durch andere Musiker eine neue Melodie ausdenken zu dürfen (hier ist bei Musik die Regelung in der Tat komplizierter). Inspiriert in Anführungszeichen, weil auch ich manchmal den Eindruck habe, dass sofort bei der kleinsten Ähnlichkeit (ich denke hier kann man auch von Stil sprechen) geklagt wird. Wenn natürlich eine Melodie komplett gleich klingt, ist sie bloß kopiert, davon müssen wir denke ich nicht weiter sprechen – Sie selbst haben ja beispielhaft die eigene Schöpfungshöhe erwähnt.
    Übrigens – hier sind auch mal wieder die Verwerter sehr schnell, wenn es um Klagen geht. Ausnahmen bei Urhebern gibt es natürlich auch.

    “> wie gesagt, über den Tod hinaus darf die Schutzfrist nicht überzogen sein (Bsp. Edisons Glühlampe). Über die Schutzfrist bei lebenden Urhebern … kann man reden. Keine feste Meinung.”
    – 10 Jahre nach dem Tod fänd ich okay, wenn das Werk für sich steht und kein fortlaufendes Projekt ist (wie z.B. eine Geschichte mit einer eigens aufgebauten Welt, beispielsweise eine Comicbuch-Reihe) Hier muss weiter angesetzt werden, denn Urheber müssen hier einen “Erben” bestimmen dürfen. Es geht mir auch hier nur darum, dass keiner die Sache unter seinem Namen weiterverwerten darf. Sobald eine ausreichende Schöpfungshöhe besteht, sodass z.B. eine Geschichte entsteht, die mit Elfen, Zwergen, einem magischen Gegenstand (doch das ist auch heute schon möglich, das Problem ist, dass Verwerter hier wieder sehr schnell klagen und Lücken im Gesetz nutzen) entsteht, die etwas Neues inspiriert durch etwas Altes hervorbringt, anstatt den Inhalt 1:1 (inklusive Figurendesign, Namen, direkte Zusammenhänge) zu kopieren.

    “Weshalb ich das extra erwähne, wenn die “Urheber-Seite” von Anfang an einfach nur mal der Gegenseite zugehört hätte … wäre die Diskussion deutlich weniger schwierig gewesen. Ich bin auch davon überzeugt, dass sich in der konkreten Ausgestaltung der Reform des Urheberrechtes eine vernünftige Linie findet. Für die transparente Augestaltung der Diskussion und Gesetzesfindung stehen die Piraten.”

    – Ich schätze der Dialog und der Wille hinter einer Besserung wurde durch die Kostenlos-Spinnereien einiger Leute extrem verwässert, umgekehrt das sofortige Säbelrasseln von Verwertern, was die eigentlichen Betroffenen gegeneinander aufgebracht hat, anstatt sie aufeinander zuzubewegen. So lange man mir entgegen kommt, komme ich auch dem Anderen entgegen. Sobald aber, wie weiter oben geschehen, absurdes Zeug geredet wird (ich meine nicht Sie), werde ich natürlich auch ungehalten. Verständlich auf beiden Seiten, denke ich.

    “und weils mir gerade durch den Kopf geht, die Seiten mit Lyrics von Songtexten … wird nicht auch abgemahnt, wenn ich in mein Blog einen Liedtext von Element of Crime stelle?”

    – Mir ist ein Fall bekannt bzw. dunkel in Erinnerung und schlug beide Hände über dem Kopf zusammen. Das wäre als würde man ein Bild von mir für einen Verwerter gemacht verlinken und dieser würde gleich durchdrehen. Das finde ich furchtbar. Wenn sogar noch der Urheber und Rechteverwerter genannt werden, also das Verlinken/Zeigen keine kommerziellen Zwecke hat, sollte dies erlaubt sein. Ich werde so schließlich noch bekannter (mal als Beispiel)
    Was Filme und Musik betrifft (gerne auch Bücher, Comics, etc.) – hier sollte mein Vorschlag dieser Präsentationsplattform als externe Einnahmequelle in Frage kommen, durch welche Urheber ohne Verwerter näher am Nutzer/Kunden sind. Aber das steht erstmal im Raum und bedarf weiterer Gespräche. Ich sehe das als sinnvolle Erweiterung der Vermarktung an.

    Eine Vernetzung ist eben die Zukunft. (Sozusagen)

    “Ich könnte die Texte einfach privat abschreiben, es macht aber keinen Sinn, es zu tun, wenn das schon andere getan haben. Vielleicht reicht auch mein Hörverständnis nicht um den Text korrekt zu erfassen.

    Ich sehe hier kein Schutzbedürfnis des Musikers. Da wird ja schließlich nicht das Songbook (mit Noten) verkauft, sondern nur eine Rezeptionshilfe.”

    – Wie gesagt, sofern der Eigentümer genannt wird sehe ich persönlich auch kein Problem, weshalb man einen Songtext nicht… “aufzeigen” können dürfte. Mit Link zum Musikalbum, Nennung des Urhebers und Verwerters (natürlich einen legalen Link ;) ) wäre das eine prima Werbung für den Musiker.
    Oder wieder das Beispiel meiner Sparte – jemand der meine Bilder herumzeigt und sagt “Seht her, das finde ich toll, es ist von XY und ihr seht mehr auf seiner Website XYZ” habe ich nichts dagegen.
    Tumblr ist da z.B. ziemlich gut, die Runde zu machen.

    Wenn aber eine Firma ihre Website mit meinen Arbeiten ausschmückt, werde ich sauer – denn dies wird kommerziell.

    Wie “Tomate” bin ich auch der Einstellung, dass man stärker zwischen kommerziell und nicht-kommerziell unterscheiden muss.

    Alleine was das bloße Verlinken zum Original betrifft bzw. die gezwungene Vernetzung der Dinge im Internet, muss man hier umdenken. Das ist auch jedem/vielen Urheber(n) klar – nur vielen Verwertern nicht.

    Bisher finde ich die Piratenpartei nicht konkret genug um sie für mich wählbar zu machen (allerdings sind es andere Parteien auch nicht). Ich beobachte diese Partei aber um herauszuarbeiten, was realistisch ist und was nicht – ich suche sozusagen nach den vernünftigen Ideen, die mir nicht zum Nachteil werden und nicht nach gierigen Forderungen klingen.

    Außerdem versuche ich zu vermitteln, indem ich frage, was genau gemeint ist wenn man “XY” erwähnt, damit ich sicher bin, das Selbe in der Aussage zu verstehen wie derjenige, mit dem ich spreche.

    Wenn es gelänge, die Spinner auf allen Seiten in die hintersten Reihen zu pflanzen, sodass endlich mal diskutiert anstatt gestritten wird, wäre das ganze “Nutzer VS Urheber”-Theater auch nicht so krass oder gar erst entstanden. (Eigentlich müsste es Nutzer und Urheber VS Verwerter heißen, denn dies ist eine Tatsache – Stichwort “Säbelrasseln”.)

    Ich gebe lediglich zu bedenken: Nur weil wir in Deutschland das Urheberrecht weiterentwickeln (ich hoffe das wird dem Wort auch gerecht), wird das im Ausland noch lange nicht passieren. Sprich – es wird sich kaum etwas ändern.

    Deshalb (Stichwort: Präsentationsplattform als externe Vermarktung) muss es attraktive Wege auch für ausländische Künstler geben, ihre Werke weiterhin in Deutschland zu vermarkten. Oder Europa.

    Außerdem wäre es klasse, wenn die kleinen Künstler, die erst anfangen, durch so eine Präsentationsplattform ohne Geld (was sie zu Beginn nicht haben), ebenso Fuß fassen können und ihr Hobby auch zum Beruf machen können. Übrigens sollte das JEDER (egal welche Tätigkeit) können, anstatt zu einer bestimmten Arbeit gezwungen zu werden, während einem ständig Geld aus den Taschen gezogen wird und man gerade so über die Runden kommt.

    Und will ein Verwerter jene Künstler “groß rausbringen” (um auf das Thema der Künstler zurückzukommen), so soll der Verwerter auch anständig dafür zahlen, anstatt wie in heutigen Zeiten Künstler auszunehmen und das Meiste selbst einzustecken, oder gar die Arbeit des Künstlers als die Eigene auszugeben.

    Es gibt auch Ausnahmen, aber um diese geht es natürlich jetzt gerade nicht – aber ich vergesse die Ausnahmen nicht, was keiner tun sollte. Sonst fühlen sich jene wieder missverstanden.

    Ich hoffe wir fallen nicht zurück in Ungereimtheiten aufgrund von Missverständnissen oder dadurch, dass wieder Spinner das Klima zu stören beginnen.

  • Pencil-Samurai

    Sry, kaputnik, mein langer Post ist an Sie gerichtet (aber auch gerne an alle, die vernünftige Ideen haben).

  • kaputnik

    @Pencil-Samurai:
    “Gemeingut” bedeutet für mich, dass das Werk der Gesellschaft gehört. Nach Ablauf einer Frist auch der Urheber keine besonderen Rechte mehr an dem Werk hat. Selbstverständlich darf kein anderer sich als der Urheber ausgeben und auch der Name des Urhebers sollte genannt werden müssen.
    Ich kann auch verstehen, dass ein Urheber sein Werk vielleicht nicht in jedem Kontext verwendet sehen will, wie z.B. Parteiwerbung einer ungeliebten Partei. Finde sogar, dass da evtl. lebenslange oder sogar ewige? Rechte drauf bestehen sollten.

    Sie sehen, ich kann ich auch nicht völlig widerspruchsfrei Wunschregelungen ausführen.

    Fair Use für private und kulturelle Aktivitäten erscheint mir der eine Komplex.
    Der zweite Komplex ist das Vertragsverhältnis zwischen Verwerter und Urheber.
    Der dritte Komplex könnte die Fristen betreffen.

    Schikanen wie Kopierschutz, Abmahnungen im privaten Alltag oder FBI-piracy-Warnungen auf DVDs will ich nicht mehr ertragen müssen. Bis dahin ist die Kopie aus den Tauschbörsen schlicht besser. Wenn eine nicht mehr vertriebene Platte legal nicht mehr verkauft wird, hole ich sie mir weiterhin ohne schlechtes Gewissen “illegal”. Erst recht, wenn der Künstler schon gar nicht mehr lebt. Das betrachte ich als ein kulturelles Recht.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass kulturelle Arbeit für die Gesellschaft wichtig ist, deshalb muss dem Künstler ein Auskommen ermöglicht werden. Aber wollen Künstler und Verwerter bezahlt werden, sind sie in der Pflicht, sich in ihrem Vertrieb an die Zeit anzupassen.
    Das müssen alle anderen Berufsstände in unserem System auch, schön ausgeführt von TomasL weiter oben.

    Und für den Musikvertrieb gilt … wenn megaupload angeblich 180 Mio einnehmen konnte, scheint da auch mit legalen Angeboten einiges zu holen.

  • kaputnik

    Welches Problem ich nicht auflösen kann betrifft z.B. youtube. Definitiv ein kommerzielles Angebot, aber die einzelnen Clips sind eben in der Mehrzahl häufig nicht-kommerziell und unter fair-use zu betrachten. Der allgemeine Nutzen ist aber riesengroß, so dass man nicht darauf verzichten kann. Es ist ein riesiges Archiv aller möglichen kulturellen Betätigung des Menschen … die Verwerter sollten Youtube einfach hinnehmen oder eben ein besseres Angebot entwickeln. Auch witzig, dass sich unsere Premiumpresse online nicht zu schade ist, youtube-player in das eigene redaktionelle Angebot einzuklinken. Macht youtube einen Unterschied zwischen kommerziellen und nicht kommerziellen Einbindungen? Muss SPON für die Einbindung bezahlen? Ich denke doch nicht.

  • tomate

    Ich freu mich ehrlich, dass der kaputnik wieder da is!

    Und die Beitraege von “ich” ueberfliegen sich auch gut.
    Kann leider erst heute abend mit euch weiter plaudern bis dahin euch viel spass hier. :)

  • Tomate

    @p90:

    Ah OK, war doch p90 auf den ich unbedingt noch antworten wollte bevor ich arbeiten gehen muss…

    dennoch @ich und @kaputnik sehr schöne Beiträge!

    “@Tomate:
    Das ist doch alles Einkommen und darauf zahle ich auch schon steuern. Auf Rente auch AFAIK.”

    Ja sicher. Alle die Einnahmen haben (also auch der Künstler der “passiv 20 Jahre lang reich wird und seinen Pool füllt” XD zahlt bereits Steuern….) – ich hab das Beispiel so überspitzt weil es einfach nicht möglich schien meinen Gesprächspartner zu erklären warum, wenn zB 3 Beteiligte ein Produkt auf den Markt bringen dann auch alle 3 Beteiligten Geld vom Erlös abbekommen, egal ob der eine davon Designer und der andere Techniker ist und er den Beruf des einen vielleicht gerade als weniger wichtig ansieht als den anderen….

    “Und um genau bei diesen Wertpapieren die Hand aufzuhalten wurde doch jetzt (1-2 Jahre her AFAIK) die Vermögenszuwachssteuer eingeführt oder?”

    Jup, mir gings ja auch darum das er als Person die Hand aufhält. Seine Äußerungen kamen so rüber als wolle er sich diese Arbeit dann nach 10 oder 20 Jahren aneignen, weil Kreative ja so reich sind, und er dann auch reich werden kann.
    Und mich verstimmte das etwas weil ich nicht 20 Jahre arbeiten gehe nur damit er sichs dann unter den Nagel reißt weil er selbst nicht weiß wie man ein gutes Produkt generiert. Naja anderes Thema… das möchte ich jetzt auch nicht weiter aufrollen, es ist einfach zu mühselig. XD

    “Das kann ich doch gar nicht oder? Den was nach dieser Schutzfrist verfällt ist ja das Verwertungsrecht, nicht aber da Urheberrecht.”

    Hier mache ich mir eben Sorgen um meinen Schutz vor den wirtschaftlichen Interessen dritter. Momentan kann ich jemanden der mir meine Arbeit wegnimmt und als seine ausgibt mit soliden rechtlichen hebeln auf die Füße treten.

    Ich habe den subjektiven Eindruck, dass dies nicht mehr der Fall ist wenn auch andere meine Arbeit noch zu meinen Lebzeiten plötzlich verwerten dürfen, die reich werden weil sie zB viel besserere Vertriebsmöglichkeiten haben als ich und ich sitze dann da, bin unter Umständen zwar berühmt aber arm, mit meinen Investitionen, die wirtschaftlich ausgeglichen werden müssen, vielleicht sogar mit meinen Schulden und kann sehen, wo ich bleibe…

    Also entgegen der allgemeinen Vermutung: Von “Berühmtheit” kann sich keiner ein Brot kaufen. Ich bleibe lieber “unberühmt” und habe dafür was zu essen. ;)

  • treknor

    Hmm.. ich hab mir die Liste der Unterzeichner von diesem machwerk mal angesehen.. Ganz ehrlich? Wer sind diese Leute?? Ich kenne die nicht.. bis auf die Roche (oder wie die heißt) die war doch mal irgend so nem DudelTV?? Na egal… diese Leute waren und sind für mich nicht relevant, und vielen anderen geht es auch so. Hier vermisse ich Demut. Demut vor der wohl großartigsten Erfindung die je gemacht wurde. Die mehr Menschen zusammen gebracht hat, als außeinander.. die hilft Widerstand gegen Diktatoren zu organisieren, oder einem demokratisch gewählten Politiker einen Shitstorm an den Kopf bläst…

    Das Internet.

    Diese völlig selbstverliebten, und ignoranten Internetausdrucker kann ich einfach nicht ernst nehmen.

    Es ist auch völlig egal was sie versuchen werden, sie haben schon längst verloren.

    Ein Turnschuhnetzwerk wird immer funktionieren, oder ein gut gemachtes VPN ..

    by the by ..

    an mir verdient schon lange kein Musikindustriemagnat etwas.. ich kaufe das alles direkt beim Künstler oder eben gebraucht. Genauso Bücher.

    Also liebe “wir sind die Urheber” .. Ich kenne euch nicht, ihr fehlt mir nicht in meinem Leben.. also föhnt nicht rum.

  • kaputnik

    @Pencil-Samurai:

    Wenn natürlich eine Melodie komplett gleich klingt, ist sie bloß kopiert, davon müssen wir denke ich nicht weiter sprechen – Sie selbst haben ja beispielhaft die eigene Schöpfungshöhe erwähnt.
    Übrigens – hier sind auch mal wieder die Verwerter sehr schnell, wenn es um Klagen geht. Ausnahmen bei Urhebern gibt es natürlich auch.

    Eigentlich sollten die Verwerter mit der künstlerischen Seite eines Werkes überhaupt nichts zu tun haben.

    Verwerter sollten kein Recht haben, wegen einer nachgemachten Melodie abzumahnen oder zu klagen. Dieses Recht sollte alleine dem Urheber offenstehen. Ggf. aber darf der Künstler sich rechtliche Hilfe durch den Verwerter bezahlen lassen.

    Dann wäre der kulturelle Aspekt mehr und der geschäftliche Aspekt weniger betont. Im Sinne der Gesellschaft.

    @tomate: danke für die Blumen.)

  • Pencil-Samurai

    @kaputnik:

    Der blanke Ausspruch, dass meine Arbeiten nach dem Ablauf der Frist der Gesellschaft “gehören” sollen und ich keine besonderen Rechte mehr an MEINEM Werk haben soll, schlägt mir hier auf den Magen – allerdings nur dann, wenn es zu Lebzeiten sein sollte.

    Wie oben aufgeführt bin ich bei ihrem Standpunkt “Fair Use” mit Ihnen einer Meinung.

    Zu Lebzeiten soll der Urheber jedwede Rechte an seinem Werk behalten, Verwerter eine Frist bekommen – allerdings dürfen das Verlinken von Werken und die nicht kommerzielle Nutzung (z.B. ein Bild herzuzeigen, einen Songtext in einem Blog stehen zu haben, einen Videoausschnitt, etc.) nicht länger abgemahnt werden. Das ist genau meine Meinung.

    Solange der Urheber genannt wird, solange zu seiner Originalquelle (Homepage/Onlineshop zum Kaufen) verlinkt wird, darf das kein Problem sein.
    Auch bei Youtube sollte es eine Lösung geben, jedoch ist das recht kompliziert. Hier wäre z.B. der Ansatz der so oft erwähnten Kulturflatrate sinnvoll (dafür meinetwegen das Abschaffen der Gebühren auf Rohlinge). Also das Verlagern der Gebühren, wo sie in heutigen Zeiten einen Sinn ergeben.

    Sobald aber, ich wiederhole, ein Werk von jemandem verwertet/rekonstriert wird (also keine eigene Schöpfung durch Inspiration) sollte hier das Recht des Urhebers greifen, da seine Arbeit verwertet würde(ob kommerziell oder nicht spielt keine Rolle, allerdings darf auch hier bei der nichtkommerziellen Bearbeitung nicht die Abmahnerei anfangen).

    Ich würde sagen anstatt “Das Werk gehört der Gesellschaft” sollte man sagen, “Das Werk fällt unter die Fair Use Regelung”, welche ja auch nicht erst nach einer Frist greift, sondern auch immer gilt. Ansätze zum “Fair Use” gibt es ja bereits heute schon, nur Verwerter nutzen die Lücken zum Abmahnen.

    Fair Use sollte nicht mit Verwerten gleichgesetzt werden (also Bearbeitung), sondern wirklich als “Nutzung” verstanden werden – wie Ansehen, Anhören, Verlinken, Präsentieren.

    Jemand hat z.B. in einem Youtube-Video einen eigenen Song hochgeladen und eines meiner Bilder eingefügt ( er hat mich natürlich gefragt ). Da es hier nicht kommerziell ist, sagte ich zu, unter der Bedingung, dass ich namentlich genannt werde und man meine Homepage besuchen kann – damit hatten der Nutzer und ich einen Deal.

    Kein Problem also. Das verstehe ich unter Fair Use.

    – Übrigens: Wenn jemand eines meiner Werke nutzt ohne meinen Namen anzugeben (natürlich, wie gehabt, als nicht kommerzielle Nutzung, z.B. in einem Youtube Video) weise ich denjenigen freundlich darauf hin, bitte meinen Namen und Homepage anzugeben (welche ich auch nenne, sonst kann er es ja nicht tun).
    Das wird auch bislang immer gemacht. Also auch hier kein Grund mit Abmahnungen um sich zu werfen. Ehrlich, das fänd ich auch echt widerlich.

    Wenn es nicht gemacht würde, würde ich das Video melden und demjenigen eine Begründung geben, weshalb ich das tue. Aber auch hier bleibt es dabei, dass eine Geldstrafe oder Ähnliches absolut zu übertrieben ist.
    Das soll den kriminellen Fällen vorbehalten bleiben (z.B. einer verkauft meine Arbeiten als Ausdrucke, da setze ich mit einer Mahnung an, dies zu unterlassen oder es kommt demnächst ein Brief vom Anwalt).

    Wenn jemand aber für sich selbst einen Ausdruck macht und es auf sein T-Shirt druckt – okay, meinetwegen. Das hat er für sich getan und verkauft meine Sachen nicht.

    Ich denke meine Ansicht, was ich unter Fair Use verstehe, wird hiermit noch deutlicher.

  • Pencil-Samurai

    @treknor:

    Sie wissen aber schon, dass dort Urheber unterzeichnen, die Sie ach so sehr unterstützen wollen und nicht die Verwerter, gegen die Sie sich richten?

    Was hat es damit zu tun, dass Sie diese Urheber nicht kennen?

    Unterstützen sie nun direkt den Künstler oder nicht?

    Ich bitte Sie, sich mal die letzten Beiträge zwischen Nutzern und Urhebern durchzulesen (es sind doch zuletzt viele gute Ansätze gekommen, die sich nur durch einen beständigen, nicht aggressiven Ton bei beiden Seiten deutlich hervorgehoben haben), welche gemeinsame Ansätze aufzubauen versuchen.

    Genau Ihr aggressiver Ton führt dazu, dass die Misstrauischen beider Seiten sich nicht so schnell annähern können!

    Entweder Sie versuchen es nochmal und erklären Ihre Gedanken, oder Sie lassen die Vernünftigen hier in Ruhe gemeinsame Lösungen finden.

  • Mat

    Der Fairness halber müsste dann aber auch der Hinweis erlaubt sein, dass zur Kunst nicht nur das zählt, was ordentlich Kohle abwirft. Die Heerschar jener Autoren, Musiker und Filmemacher, die sich mit ihren Werken (noch) keinen Platz in den Top-Rängen verdient haben, sieht das Wirken der Verwerter weitaus distanzierter.

    Sprach der Kunstexperte vom lawblog.
    Sorry, aber ich bin durchaus dankbar, wenn ich feststelle, das sich auch ein paar von den Etablierten einsetzen. Wenn sich nämlich die unbekannteren Künstler zu Wort melden heißt es doch nur “Wer ist das denn? Wenn der/die nicht von seiner Kunst so leben kann, soll er/sie doch ins Call-Center gehen!”

    Ansonsten gilt für diesen Blog-Artikel ebenso wie für die viele andere Beiträge zum Urheberrecht:
    Dont´feed the piraten-trolle.

  • kaputnik

    @Mat:
    Was genau wollen Sie sagen? Ihr Kommentar in Absatz 2 passt nicht zu dem zitierten Text von Absatz 1. Sie belegen nämlich, dass die “wir-sind-die-urheber”-Fraktion nicht unbedingt die Interessen der unbekannteren Kulturschaffenden vertritt. *fail*

    Ihr Absatz 3 ist selbst reinstes Getrolle. Nochmal *fail*

  • Henning Uhle

    Danke für den Beitrag! Der Guerilla-Krieg ums Urheberrecht wird ja immer bizarrer. Das musste ich heute auch einmal verbloggen:

    http://www.henning-uhle.eu/allgemein/liebe-anonymous-urhebern-mit-einem-pranger-zu-kommen-ist-grober-unfug

    Sorry, ich habe nicht komplett alle 448 Kommentare gelesen. Vielleicht hat nun inzwischen schon der eine oder andere von der “Wir sind die Filesharer” Sache berichtet.

    Es wird immer bunter in der Diskussion. Und sie wird dadurch auf keinen Fall besser.

  • Pencil-Samurai

    @Henning Uhle:

    Jedoch beginnt die Diskussion hier von beiden Seiten ausgehend erfreuliche Richtungen einzuschlagen. Mehrere Kommentatoren, die hier zuletzt am aktivsten geblieben sind, haben aus meiner Sicht wirklich gute, interessante und (mindestens grob) wegweisende Denkanstöße gegeben. Auf diesen lässt sich alles Wichtige aufbauen. Ich empfehle Ihnen etwas zu stöbern. “kaputnik” z.B. hat durch genauere Erklärungen gezeigt, dass eine gemeinsame Lösung nicht unmöglich sein muss.

  • p90

    @Tomate:
    1. Gehen sie nicht 20 Jahre arbeiten damit sich jemand das unter die Nägel reißt. Sie verdienen 20 Jahre an ihrem Produkt, dann darf auch jemand anderes es verwerten. Es ist ja nicht so,
    das sie sich als Künstler registrieren lassen und dann 20 Jahre später alles was
    sie tun frei werden würde sondern für alles das Veröffentlichungsdatum gilt.
    Und sie arbeiten ja auch in den 20 Jahren bis ihr erstes Werk abläuft weiter.

    2. Welche sorgen machen sie sich den wenn sie ein Buch veröffentlichen (unter ihrem Namen) und
    20 Jahre später druckt jemand anderes das selbe Buch unter seinem Namen?
    Wie gesagt, sie hätten zwar nicht das Recht ihm den Verkauf ihres Werkes zu verbieten weil dies
    nun gemein frei wäre aber er muss dies doch unter ihrem Namen tun. Den Beweis zu führen, das er hier ihre Arbeit als seine ausgibt
    fällt wohl sehr leicht. Sie müssen nur ihr 20 Jahre altes Exemplar daneben legen und
    der Herr hätte immer noch gegen das Urheberrecht verstoßen.

    3. Wie soll das den gehen, das sie innerhalb von 20 Jahren nichts mit ihrem Werk verdienen,
    jemand anderes damit dann plötzlich reich wird? Weil dieser andere mehr Geld hatte um das Werk bekannt zu machen? Würde ihnen hier eine Längere Schutzfrist helfen? Nö, dann sterben sie halt arm und werden erst dann berühmt, wenn überhaupt. Den an sie zahlen wird dieser andere wohl kaum, er hatte ja bereits 20 Jahre Zeit sich diesen Bestseller zu sichern.

    @Pencil-Samurai:
    Sie vergessen hier, dass die Gemeinschaft ihnen
    hier ein besonderen Schutz eingeräumt hat.
    Wie gesagt, ohne das Urheberrecht könnten sie ihr Buch nur einmal verkaufen. Sie haben ja auch nur eins davon gemacht.
    Dieses Modell funktionierte sehr gut solange die
    Produktion des Buches wesentlich teurer als die Produktion des Inhaltes war. Nur ist dies nicht mehr so. Um nun sie als Künstler davon abzuhalten ihr Werk geheim zuhalten
    aus angst ihre Einnahmequelle zu verlieren und z.B. nur ihr Buch vorzulesen statt es zu verkaufen was bei einem Brand oder ihrem tot zum
    Verlust dieses Kunstwerkes führen könnte, hat die Gesellschaft ihnen ein besonderes Schutzrecht eingeräumt wodurch sie
    überhaupt von “ihrem” Werk sprechen können.
    Dieses Recht schränkt alle ihre Mitmenschen ein
    (z.B. bekomme ich Probleme wenn ich dann ein Buch über Zwerge und Elfen schreibe das zu nahe am Herrn der Ringe ist oder aber mythische Geschichten aufarbeite die bereits von anderen verwendet wurden, im HipHop gibt es ähnliche Probleme und Programmierer laufen fast immer durch ein Minenfeld was das angeht).
    Dazu bleibt immer die Frage was man tut, wenn der Rechteinhaber unbekannt ist
    (weil z.B. unter Synonym geschrieben) oder dieser nicht an einer Verwertung interessiert ist. Soll dieses Werk für 120 Jahre geschützt sein? (Unbekannt ob Autor tot oder nicht
    aber er ist ziemlich sicher 100 Jahre nach der Veröffentlichung tot und dann noch die
    20 Jahre Schutz drauf.

    Mal zum Thema Fair Use:
    Was ist den ihre Haltung zu FanFiction?
    Sollte es erlaubt sein, das jemand eine Geschichte in Mittelerde schreibt und damit Geld verdient? Also nicht eine Neuerzählung von “Der Herr der Ringe” sondern z.B. 200 Jahre nach diesem Buch aber im selben Universum? Fällt dies noch für sie unter Fair Use oder nicht?

  • Thomas

    Wirklich ein großartiger Beitrag zum Thema! Vielen Dank Udo Vetter!

  • Pencil-Samurai

    @p90:

    Kurz – da wenig Zeit:

    Ich stimme hier mit Ihnen weitaus weniger überein als mit “kaputnik”.

    Um Ihre Frage bezüglich Fanfiction zu beantworten:

    – Nicht kommerziell sind diese erlaubt und das ist auch gut so. Doch sobald jemand Geld mit dieser verdient, ohne das Recht daran zu besitzen, fällt es für mich nicht mehr unter “Fair Use”.

    Allerdings sind Fanfictions und Fanart geduldet, weil die Rechteinhaber somit neue Künstler ins Boot holen können.

    Und somit hätte sich das auch erledigt, was das Geldverdienen mit anderen Inhalten betrifft. (Positiv gesehen)

    Allerdings wäre es etwas Anderes (soweit meine Kenntnis hier reicht), wenn der Name “Mittelerde” in Ihrem Beispiel zwar der Name des Ortes ist, aber kein direkter Bezug zu Herr der Ringe genommen wird (also keine Legenden von vor 200 Jahren innerhalb der Geschichte aufgegriffen werden, die auf Herr der Ringe schließen lassen – und zwar eindeutig. Ähnlichkeiten sind nie, waren es auch nie, ausgeschlossen).

    Dann bräuchten Sie keine gesonderten Rechte daran. Dann hätten Sie sich einfach inspirieren lassen und etwas Neues geschaffen.

    Ein neues, aber ähnliches Universum – das ist nicht verboten. Sogar besonders dadurch, dass Sie den Ansatz Ihrer Story 200 Jahre nach der Story aus Ihrer Inspirationsquelle setzen, ist eine zu große Ähnlichkeit sogar höchst unwahrscheinlich.

    Dadurch haben Sie das Werk nicht aktiv bearbeitet und sich auch nicht dem Konstrukt angenommen, sondern aus der Inspiration heraus ihr eigenes Konstrukt entwickelt)

    Dann können Sie Drachen, Zwerge, Elfen vorkommen lassen so viel Sie wollen.
    Bei “Hobbits” bin ich mir weniger sicher, aber auch hier bräuchten Sie nur einen anderen Namen für ähnliche Geschöpfe und die Sache ist geritzt.

    “Mittelerde” ist in dem Bezug auch sehr allgemein als Name, weshalb man diesen, finde ich, für sich stehend nicht schützen kann.
    Das Gleiche gilt auch für Fantasy-Namen/sonstige Namen, wenn sie nicht einem zu ähnlichen Charakter zugeordnet werden, sondern abgewandelt zu neuen Schöpfungen zugeordnet werden. (Doch kleine Ähnlichkeiten sind nie ausgeschlossen, dies soll auch nie das Problem sein)

    Wie ich schon weiter oben schrieb – 10 Jahre nach dem Tod des Künstlers kann das Werk von mir aus einen freieren Status erhalten.

    Ansonsten schrieb ich bereits alles, was wichtig ist, als ich mich mit kaputnik ausgetauscht habe.

    Allerdings verstehe ich ehrlich gesagt Ihren belehrenden Tonfall in einigen Ansätzen nicht, eventuell sollten Sie noch einmal den Wortwechsel zwischen kaputnik und mir lesen. Denn ich als Urheber weiß natürlich auch über meine Rechte bescheid und etwa vergessen zu haben, wofür es gemacht ist – das wüsste ich nicht. Natürlich schränken die Rechte Anderer mich ein, das ist doch ganz normal. Andersherum ebenso. Sonst könnte sich jeder untereinander ohne Mühen mit fremden Federn schmücken – wo bliebe da der Reiz nach etwas Neuem?

    Den von Ihnen aufgeführten Punkt, zwar nicht an mich gerichtet, aber trotzdem auch mich betreffend:

    “3. Wie soll das den gehen, das sie innerhalb von 20 Jahren nichts mit ihrem Werk verdienen,
    jemand anderes damit dann plötzlich reich wird? Weil dieser andere mehr Geld hatte um das Werk bekannt zu machen? Würde ihnen hier eine Längere Schutzfrist helfen? Nö, dann sterben sie halt arm und werden erst dann berühmt, wenn überhaupt. Den an sie zahlen wird dieser andere wohl kaum, er hatte ja bereits 20 Jahre Zeit sich diesen Bestseller zu sichern.”

    – Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie es vollkommen in Ordnung finden, wenn sich jemand an der Arbeit eines Anderen bereichert?

    Mit kaputnik bin ich hier schon viel weiter.

    Mit Ihnen scheine ich, sofern Sie dies so meinten wie ich es verstanden habe, hier nicht auf einen grünen Zweig zu kommen.

  • Flac

    Mein Tipp an alle armen Urheber,geht mal 12 Stunden in ne Firma hart arbeiten,dann habt ihr auch Geld. Das habt ihr euch dann auch verdient. Es zwingt euch niemand,euren allerwertesten mit geistigem Eigentum hoch zu halten.

  • Ha ha

    Was wohl Peter St(r)amm dazu sagen würde, wenn ich ihm erzählen würde, dass ich ZWEI seiner Bücher vor 2 Jahren auf der Leipziger Buchmesse habe mitgehen lassen (und bis heute noch nicht dazu kam sie zu lesen)?

  • Stefan G.

    @455 / Pencil-Samurai:

    Ihnen ist schon klar, dass (nicht nur) Sie einen anderen Beruf hätten ergreifen müssen, wenn die Generationen vor Ihnen schon genauso gedacht hätten, oder?

  • Pencil-Samurai

    @ Stefan G.

    Wie kommen Sie denn auf diese Idee? Werden Sie bitte genauer anstatt ihren Gedanken an der Oberfläche anzukratzen (Begründungen wären zum Beispiel hilfreich).

    @ Flac

    Genau solche Äußerungen wie die Ihren führen erst zu diesem unnötigen Konflikt. Ich empfehle Ihnen sich etwas zu informieren. Bereits geschriebene Kommentare durchzulesen wäre ein Anfang.

    Ich verabschiede mich für heute, denn ich habe zu tun.

  • Pencil-Samurai

    @Stefan G.:

    Nachtrag: Auch Ihnen empfehle ich, sich die letzteren Wortwechsel mal durchzulesen. Besonders “kaputnik” schreibt hier Beiträge, mit welchen ich mich gut anfreunden kann.

    Dort finden Sie hoffentlich die Antworten auf Ihre Fragen.

    Schönen Abend noch.

  • oohpss

    @Lawblog-DasBuch:
    Sie verkennen oder vermengen vorsätzlich einen wesentlichen Aspekt: Die Beteiligung der Urheber an gewerblicher Verwertung ist KEIN Thema der Diskussion und steht nicht zur Debatte.
    Es geht, um bei Ihrem Vergleich zu bleiben, darum, ob Herr Vetter einen Abmahnanwalt loslässt, wenn sich ein Internet-Nutzer PRIVAT eine Kopie des Lawblogs auf seinen Rechner zieht.

    Früher haben wir ohne Ende Kassetten mit Radiomitschnitten bespielt. Und es gab keinen einzigen Abmahnanwalt vor dem ein Privatmensch Angst haben musste. Heute lehnen Staatsanwälte die Bearbeitung ab, weil sie von einigen Anwälten mit Auskunftsersuchen überhäuft werden.

    Schade, dass Sie sich an der Diskussion beteiligen ohne im geringsten differenzieren zu können. Aber das scheint bei diesem Thema wohl Usus zu sein.

    Und um Ihnen gleich eine Lösung für Ihre Sichtweise zu präsentieren: In absehbarer Zeit wird der Internetadressraum auf IP6 umgestellt. Dann wird jedes Gerät lebenslang seine IP-Adresse behalten. Die sich ändernden IP4-Adressen, die heute die Identifikation der Gesetzesbrecher so schwer macht, ist dann erledigt. Eine Einrichtung wie Facebook hat dann die IP-Adressen praktisch aller Internetnutzer und kann diese eindeutige Adressierung nebst Besitzerangaben am Markt verkaufen. Und weil dei Facebook-App auf allem läuft, was irgendwie mit Daten zu tun hat, wird diese Sammlung recht ergiebig sein.
    Was meinen sie warum Facebook mit so vielen Milliarden bewertet wird? Dann braucht es keine Staatsanwälte mehr und das Business geht erst richtig los.
    Da wäre es doch wirklich hinderlich, wenn es plötzlich nicht mehr diese tolle Einrichtung der Unterlassungserklärungen gäbe, oder?

    Kennen Sie eigentlich den Grund warum die wissenschaftliche Studie, die – völlig ungeplant – das Ergebniss erbrachte, dass Filmraubkopierer mehr Geld für das Kino ausgeben, als nicht Raubkopierer weitestgehend unter Verschluss gehalten wird und es auch nicht geschafft hat Ihr Bewusstsein zu erreichen?

    Ich kann Ihnen den Grund sagen: Weil solche Ergebnisse nicht in ihr Weltbild passen. Und was nicht passt wird passend gemacht.

    Gibt es eigentlich bald mal eine Möglichkeit mit unsinnigen Kommentaren Geld zu machen? So etwa wie bei den Abmahnmechnismen wegen Text-, Film-, Musikcerfältigung für private Zwecke?

  • Stefan G.

    Wie kommen Sie denn auf diese Idee? Werden Sie bitte genauer anstatt ihren Gedanken an der Oberfläche anzukratzen

    Warum sollte ich das Denken für Sie übernehmen, damit Sie dann von meiner kreativen Leistung kostenfrei profitieren können? Das möchten Sie doch umgekehrt (laut ihren eigenen Aussagen hier) auch nicht tun.

    Tatsache ist, dass nach Willen der Rechteinhaber seit Jahren ein Urheberrechtsungetüm zementiert wird, das freie Kunst in einigen Jahren in vielen Bereichen praktisch ausrotten würde…

  • kaputnik

    @Stefan G.:
    °”Tatsache ist, dass nach Willen der Rechteinhaber seit Jahren ein Urheberrechtsungetüm zementiert wird, das freie Kunst in einigen Jahren in vielen Bereichen praktisch ausrotten würde…”

    ja, das ist Tatsache. Deshalb ist ja, auch bei mir, die Empörung so groß über die Ignoranz und Dreistigkeit der Verwerterseite. Wie daneben und unreflektiert aber teilweise auch die Kommentare der Filesharer-Seite (immer noch) sind, fällt mir aber jetzt erst auf, nachdem zum Schluss wieder ein paar solcher Kommentare gekommen sind.

    @p90, pencil-samurai
    zu Mittelerde und Fan-Fiction
    Grundsätzlich denke ich, dass niemand mehr ausschließliche Rechte an den Tolkien-Büchern haben sollte. Diese sind in das Kulturerbe der Menschheit übergegangen. Soll sich jeder bedienen, wie er es möchte.

    Fan-Fiction sollte wohl i.d.R. toleriert werden. Wenn es kommerzielle Plagiate sind, halte ich es für legitim, das zu verfolgen. Wie ich aber oben (#446) schrieb, sollten die Verwerter m.E. keine Rechte haben, sowas zu verfolgen. Wenn, dann die Urheber selbst, eben wg. des Urheberrechts, aber nicht wegen Verwertungsrechte.

    Entstehen eigene, neue Werke (Remixes, Bastard-Pop, Mashups) habe ich Spaß an sowas und will das nicht verfolgt sehen. Der Urheber der “Originale” sollte sich darüber freuen, wenn sein Werk verwendet wird. Der Mashup-Bastler ist genauso Künstler und hat i.d.R. auch kein Geld um teuer Rechte für seine Mixe zu kaufen.

  • p90

    @Pencil-Samurai:
    Erstmal Danke für die Informationen über FanFiction, nun zum Rest.

    Nein, ich finde es nicht in Ordnung wenn jemand auf kosten eines anderen bereichert.
    Liegt dies in diesem Fall vor?
    Meiner Ansicht nach Nein. Und selbst wenn würde ihnen als Künstler eine Sperrfrist bis zum Lebensende nichts einbringen. Sie würden trotzdem Hungern und trotzdem auf ihren Schulden sitzen weil sie ja immer noch zu wenig Geld haben um ihr Buch bekannt genug zu machen.
    Eine Verlängerung der Sperrfrist würde also nichts bringen, es muss ein anderes Mittel her.
    Nur welches das sein sollte kann ich ihnen nicht sagen, ich weiß es leider auch nicht.
    Jedes staatliche Mittel müsste beantworten wer des Schutzes würdig ist und wer nicht.
    Warum bekommt Künstler A und nicht Künstler B?
    Weil A bekannter ist? Weil A bessere Kritiken bekommt? Wird dadurch nicht die Kreativität eingeschränkt weil sie ja eine besondere Art Kunst machen müssen um zu leben? Wer definiert was Kunst ist?
    Ich finde einfach keine Metrik um die, ich nenne es mal Förderwürdigkeit eines Künstlers zu bestimmen und daraus resultierend finde ich auch keine Methode Künstler zu unterstützen ohne Missbrauch Tür und Tor zu öffnen.

  • Tomate

    @p90:

    Mal fix bevor ich nochmal los muss:

    Ich denke mein Belangen ist ziehmlich einfach und daher sehr schnell zusammen gefasst.
    Warum soll ich mit meinem Blut und Schweiß, vielleicht sogar ein paar Jahre, an etwas arbeiten damit noch zu meinen Lebzeiten jemand anders, der nichts zu diesme Werk beigetragen, nichts in seine Entstehung investiert hat es dann später ohne diese Investition geleistet zu haben nutzen und verkaufen darf?

    Das ist unlogisch und unfair.

    Und ja, was ich unter 3 ansprach, nämlich den Punkt der besseren Verwertungsmöglichkeitne ist etwas, das man nicht unter Acht lassen sollte. Einzelne Künstler haben meistens nicht die Möglichkeiten etwas so groß herauszubringen wie große Verwerter Firmen.

    Sowas kann man ja schon im Kleinen beobachten. Auf digitalen Galerien zB bekommen Künstler die bereits etabliert sind auch mehr Zulauf mit dem was sie ausstellen und erzielen deshalb höhere Verkäufe als Leute, die nicht so etabliert sind.

    Hierbei spielt der Zufall auch eine sehr große Rolle. Ich kann zwei Künstler haben, die gerne Birnen malen, beide gleich gut, gleich toll, hiervon wird der eine aber durch verschiedene Fügungen sehr bekannt und der andere nicht – darf deshalb der Bekannte sich dann später die Arbeit des Unbekannten nehmen, zumal er weiß das er aufgrund seiner Verkäufe mehr Gewinn erzielt, und dann damit ebenfalls Geld machen?

    Nein darf er nicht.

    Er muss hergehen und sich was eigenes ausdenken und da sist auch gut so.

    Man kann doch selber seinen Kopf anstrengen vor Allem als Kreativer. Da sehe ich grad das Problem nicht.

    Und hierbei ist übrigens auch die Frage nebensächlich ob das Ganze dann eben schon 20 Jahre alt ist. Den Begriff Marketing gäbe es nicht, wenn alles das ein bestimmtes Alter hat dann automatisch unrelevant für den Verkauf wäre.
    Gerade wenn etwas 20 Jahre lang nicht bekannt wurde habe ich als Firma mit entsprechender Infrastruktur um es zu vermarketn ja die tollsten Chancen, es den Leuten nochmal als neu anzubieten.

    Und wie bereits oben gesagt, was bringt es dem Künstler, wenn dann sein Name genannt werden muss er aber von seinem Arbeitsaufwand, seiner Investition, nichts mehr herausbekommt?

    Unahängig davon bin ich dennoch dafür das zu Zwecken von zB Bildung Werke leichter zugänglich gemacht werden sollten.
    Nur damit wir uns da richtig verstehen. ;)

  • Tomate

    @p90:

    dann sitzt der Künstler halt auf seinen Schulden weil er selbst sein Leben lang nichts verkauft.
    Das ist ja nicht der Punkt und kein Grund weswegen man ihm zu Lebzeiten sein Werk wegnehmen darf.

    Der Punkt ist das ich mir etwas nehme und damit einfach Geld machen darf ohne mir selbst die Arbeit daran gemacht zu haben.

    Es entsteht moralisch gesehen zudem einfach auch ein komplett anderer Eindruck wenn ich mir etwas von jemand aneignen darf der noch lebt und dann unter Umständen zusehen muss, wie ich auf seine Kosten reich werde nur weil ich die bessere Infrasturktur habe um das Ganze zu vermarkten.

  • kaputnik

    @Pencil-Samurai:

    insgesamt hätte ich es gerne noch ein bisschen freier als Sie (oder als Sie es ausgeführt haben), insbesondere was die Bearbeitung von Werken angeht … Karaoke-Videos oder mehr oder weniger seltsame Musik-Cover-Videos, Satiren, Parodien, bearbeitete, verfremdete Filmszenen (also wohl sowas wie Fan-Fiction) dürfen nicht sanktionierbar sein.

    Ausnahmen mögen bestehen, aber wie die zu formulieren sind, weiß ich jetzt auch nicht.

    So im Großen und Ganzen fände ich die Richtung aber ok.

    Mir ist wichtig, dass die Abmahnindustrie verschwindet. Und wenn es kein Angebot gibt, dann downloade ich weiter (ich kaufe auch). Ich will, dass im täglichen kulturellen Austausch das Urheberrecht keine Rolle spielt. Sich an gewisse Spielregeln zu halten (Urheber-, Quellennennung, grundsätzlich auch zum Bezahlen bereit sein) halte ich für selbstverständlich.

    Megaupload habe ich schon erwähnt, kino.to fällt mir auch ein (habe ich übrigens nie benutzt) … die Leute sind zu zahlen gewillt. Überkommende Geschäftsmodelle sind aber einfach nur überkommende Geschäftsmodelle.

    Grüße, k.

  • Tomate

    @p90:

    Oder noch kürzer: Wenn man den Schutz lockert wird der wirtschaftlich stärkere am Ende immer gewinnen.
    8Was er jetzt schon meistens tut, ich erzähle Ihnen nachher etwa szu Buy Out wenn es Sie interessiert)
    Die Amren werden noch ärmer, die Reichen noch reicher usw.

    Ich trenne das aber wie gesagt von dem Punkt an dem ich sage, zB Bildung sollte für alle leichter zugäglich sein da ich, wie Sie ja schon wissen zwischen Leuten mit kommerziellem und Leuten mit unkommerziellen Interesse unterscheide.

    So muss weg. ;)

  • Kommentator

    @Tomate: Die Antwort auf ihre Fragen ist ganz einfach: weil die Grundannahme, dass dieser Jemand nichts leisten würde falsch ist. Dieser Jemand muss immer noch ein Produkt kreieren, dafür Abnehmer finden usw. Denn in dem Moment in dem das Werk frei wird, verliert die Idee an sich ja erstmal ihren wirtschaftlichen Wert. Das ist ja gerade der Sinn der Sache. Die Gesellschaft kommt eben nur voran, indem jeder sich auf die Schultern unserer Ahnen stellen kann.

    Andersherum würde es ihnen schwerfallen zu argumentieren, warum meine Idee für eine unerschöpfliche Energiequelle nicht mir und allen meinen Nachkommen auf alle Zeit gehören soll und nur zu meinen Konditionen der Gesellschaft zur Verfügung stehen soll. An meiner Idee zu einer unerschöpflichen Energiequelle haben Sie doch auch keinen Cent beigetragen. Trotzdem ist es im Interesse der Allgemeinheit/der Gesellschaft, dass dieses Monopol zeitlich begrenzt ist. Warum genau soll da für ihre Geisteswerke ein anderer Schutz gelten als für meine?

  • p90

    @Tomate:
    >Warum soll ich mit meinem Blut und Schweiß, vielleicht sogar ein paar Jahre, an etwas arbeiten damit noch zu meinen Lebzeiten jemand anders, der nichts zu diesme Werk beigetragen, nichts in seine Entstehung investiert hat es dann später ohne diese Investition geleistet zu haben nutzen und verkaufen darf?
    Wo ist hier der Unterschied zu allen anderen Menschen in diesem Staat? Wo ist der Unterschied zu einem Forscher der 20 Jahre an einer Erfindung gesessen hat?

    >Und ja, was ich unter 3 ansprach, nämlich den Punkt der besseren Verwertungsmöglichkeitne ist etwas, das man nicht unter Acht lassen sollte. Einzelne Künstler haben meistens nicht die Möglichkeiten etwas so groß herauszubringen wie große Verwerter Firmen.
    Jo, da stimme ich ihnen zu auch. Ich würde aber auch sagen, das wir heute mehr Möglichkeiten haben Kunst selbst zu vermarkten als vor 50 oder 20 Jahren.
    Und jetzt nochmal: Wie hilft ihnen eine 40 jährige Schutzfrist wenn sie in diesen 40 Jahren ihr Werk nicht erfolgreich verwerten können? Nichts. Bringen
    ihnen 60 Jahre etwas? Nein, sie haben immer noch kein Geld. Bis zum Lebensende? Nein, sie sterben nur arm und erfolglos. Die Lösung “erhöhte Schutzdauer” geht also an dem Problem vorbei.
    Nun nochmal zu dem vielen Geld das ein Verlag nach der Schutzfrist macht.
    Sie vergessen, dass dies JEDER Verlag und auch jeder Mitbürger machen kann.
    Das ein Verlag also viel Geld mit ihrem Werk verdient stimmt einfach nicht den dann greifen auch die anderen Verlage dies auf und dann setzt Wettbewerb ein.
    Statt nun arm und unbekannt zu sterben gewinnen sie an Bekanntheit, sie können selbst ihr Werk natürlich immer noch verkaufen und sei es nur digital wenn sie
    sich den Buchdruck nicht leisten können und ihre jüngeren Werke können sie auch verwerten. Sie haben somit zumindest eine Chance.

    > Hierbei spielt der Zufall auch eine sehr große Rolle. Ich kann zwei Künstler haben, die gerne Birnen malen, beide gleich gut, gleich toll, hiervon wird der eine aber durch verschiedene Fügungen sehr bekannt und der andere nicht – darf deshalb der Bekannte sich dann später die Arbeit des Unbekannten nehmen, zumal er weiß das er aufgrund seiner Verkäufe mehr Gewinn erzielt, und dann damit ebenfalls Geld machen?
    Er müsste auch hier immer den Namen des Unbekannten dran schreiben. Und damit würde er es sogar dem passenden Birnen liebenden Publikum bessere Bilder als seien eigenen präsentieren. Ziemlich blöd von ihm oder?

    >Und wie bereits oben gesagt, was bringt es dem Künstler, wenn dann sein Name genannt werden muss er aber von seinem Arbeitsaufwand, seiner Investition, nichts mehr herausbekommt?
    Und was bringt es dem Künstler wenn er von seinem Arbeitsaufwand, seiner Investition nichts hat UND auch noch unbekannt ist?

    >Es entsteht moralisch gesehen zudem einfach auch ein komplett anderer Eindruck wenn ich mir etwas von jemand aneignen darf der noch lebt und dann unter Umständen zusehen muss, wie ich auf seine Kosten reich werde nur weil ich die bessere Infrastruktur habe um das Ganze zu vermarkten.
    Nein, da entsteht dann der immer angeprangerte Neid. “Wenn ich schon kein Geld bekomme hat gefälligst auch niemand anders daran zu verdienen!”
    Wenn ich ein Haus baue um es zu verkaufen, es aber nicht los werde und zwangsversteigert werde, der Käufer dann aber einen satten Reibach macht ist dies nichts anderes.
    Das Prinzip nennt sich übrigens Kapitalismus. Finde ich auch nicht toll, dies zu ändern ist aber nicht ziel dieser Diskussion. Es geht hier um das Urheberrecht.

    >Oder noch kürzer: Wenn man den Schutz lockert wird der wirtschaftlich stärkere am Ende immer gewinnen.
    Nein, eben nicht. Erläuterung oben.

    Verstehen sie mich nicht falsch, ich will das der Urheber gestärkt wird nur sehe ich da lange Schutzfristen als nicht ziel führen an.
    Ich weiß nicht ob es vlt so was schon gibt aber was wäre mit folgendem:
    Die Nationalbibliothek macht jedem Autor folgendes Angebot:
    1. Sie geben uns eine elektronische Ausgabe ihres Buches zum Archivieren.
    2. Diese kann man in jeder Bibliothek einsehen aber nicht kopieren.
    3. Im Gegenzug finanziert die Nationalbibliothek den Druck von x Büchern /stattet y Prozent aller Bibliotheken mit ihrem Buch aus.
    -> Sie als Künstler haben die Möglichkeit Bekanntheit zu gewinnen und immer noch alle Möglichkeiten offen ihr Buch zu verkaufen.
    -> Ihr Werk kann nicht verloren gehen und die Gemeinschaft hat immer Zugriff drauf auch wenn dies mit Aufwand (Zugang zur Bibliothek) verbunden ist
    Wie gesagt, ka ob es solche Programme schon gibt oder ob dies für für Autoren interessant ist.
    Aber ich denke besonders die kleinen würden sich über so etwas freuen.
    leider würde dies nur für Bücher funktionieren, für die anderen Bereiche (Journalisten, Programmierer etc)
    nicht wirklich.

    Ein weiteres Mittel um den Urheber zu stärken wären die geforderten Fristen auf die Verträge mit den Verwertern.
    Da würde ich aber keinen Zeitraum vorschlagen (die Statistik meint das nur ca. 8 Jahre nennenswerte einnahmen durch Verwertungsrechte zu erwarten sind,
    ein Verlag würde also vermutlich nach 10 Jahren sie einfach raus schmeißen) sondern ein Anzahl-Limit.
    -> Verwerter kauft bei ihnen die Erlaubnis x Bücher zu verkaufen und diese mit y € pro Stück zu vergüten.
    Hier würden buyout verträge für den Künstler wiederum nützlich. Er erhält sofort sein Geld für x Bücher,
    werden mehr verkauft kann nach verhandelt werden und er wird wiederum entlohnt.
    Aber das sind auch nur ein paar Ideen. Es würde mich freuen wenn sie mir sagen könnten, ob diese
    ziel führend sind oder ob ich hier total daneben liege.

  • p90

    Arg, irgendwie sind mir da die Markierungen zum abtrennen der Zitate flöten gegangen, ich bitte darum hier vorsichtig vorzugehen und die Absätze mit dem von Tomate geschriebenen zu vergleichen.
    Entschuldigen sie bitte diese Unachtsamkeit.

  • Lontano

    In einem “System”, in dem die “Wir sind die Urheber!”-Unterzeichner und vergleichbare Künstler, egal ob sie (bereits) von ihrer Kunst leben können oder (noch) nicht, möchte ich eher nicht leben. Es wäre ein System, in dem Nutznießer die totalitäre Oberhand über Kreativität und Inovation gewonnen hätten. Und sei es im Namen des “fortschrittlichen” Internets.

  • musikliebhaber

    @Ray: Ihr Denkfehler. Nahrung könnten Sie sich draußen auf dem Feld zusammensuchen – dazu müssten Sie nur mal die Wohnung verlassen. Der Bauer, der die Erdbeeren gepflanzt hat, um Sie dann an Edeka zu verkaufen, wird sich bestimmt freuen… Runterladen ist halt einfach und billig. Selbst säen und ernten aber mühsam

    Und: Es gibt ja Urheber, die auf Spenden gesetzt haben – davon leben hätten sie können, wenn jeder, der die Ware genossen hat, auch gespendet hätte.

  • Stefan G.

    Wir müssen uns auch einfach der Tatsache stellen, dass eine Reform des Urheberrechts auch die Wahl des kleineren Übels ist.

    In einer Gesellschaft, in der mit technischen Mitteln und moralischer Empörung versucht wird, das heutige Urheberrecht zu 100% durchzusetzen, möchte wohl wirklich keiner von uns leben, egal ob Urheber oder Nutzer…

    Wir haben also die Möglichkeit uns dieser Tatsache zu stellen und alle ein wenig von geliebten Gewohntheiten aufzugeben oder wir versuchen (letztlich vergeblich, wie die Erfahrung der letzten 30 Jahre zeigt) unter Inkaufnahme gewaltiger Kollateralschäden an Menschen- und Grundrechten eine Kontrollinstanz zu schaffen.

    Wer glaubt, eine bessere Kontrolle des Internets könnte Urheberrechtsverletzungen dauerhaft in einem signifikanten Maße einschränken, ist noch dümmer, als es in diesem Land mittlerweile gesellschaftlich geduldet ist…

  • Tomate

    @p90:

    Hallo :)

    Hier zwei kurze Kommentare zu dem längeren ersten Teil und dann etwas zu den konkreten Anhaltspunkten.

    Also ich finde jetzt zB das Finden einer neuen Energiequelle, was ja bedeuten würde, dass jemand ein Menschheitsproblem löst nicht direkt vergleichbar mit einem kreativen Schaffenswerk.

    Kunst ist ein Luxusgegenstand, sie ist fürs Überleben nicht essenziell. Dass wir eine alternative Energiequelle finden, würde ich da also schon mit einem etwas anderen Stellenwert einordnen.

    Noch dazu unterscheide ich hierzu Kunst wie gesagt in dem Bereich von zB dem Finden einer neuen Energiequelle, dass die Leute doch auch einfach selbst kreativ werden können anstatt unter dem Vorwand “fair für alle” einige arbeiten zu lassen und denen dann ihr Werk wegzunehemn.

    Was spricht dagegen selbst kreativ zu werden?

    Und wieso sollte der bekanntere Birnenkünstler das Recht haben noch reicher zu werden während der unbekanntere Brinenkünstler dadurch zwar etwas bekannter wird, aber dennoch arm bleibt?

    SO leicht wie Sie denken ist mit dem Faktor Bekanntheit leider auch nicht Geld zu verdienen. (Deswegen sagte ich ja ich bin lieber unbekannt und kann mir dafür aber was zu Essen kaufen)
    Das ist übrigens sehr schade, und ich bin auch immer wieder erstaunt wenn ich bekannte Künstler treffe, welche davon wirtschaftlich wirklich gut dastehen und welche nicht. :/

    Zu den sehr guten Vorschlägen und Gedankengängen:

    “Ich weiß nicht ob es vlt so was schon gibt aber was wäre mit folgendem:
    Die Nationalbibliothek (…)
    -> Sie als Künstler haben die Möglichkeit Bekanntheit zu gewinnen und immer noch alle Möglichkeiten offen ihr Buch zu verkaufen.
    -> Ihr Werk kann nicht verloren gehen und die Gemeinschaft hat immer Zugriff drauf auch wenn dies mit Aufwand (Zugang zur Bibliothek) verbunden ist
    Wie gesagt, ka ob es solche Programme schon gibt oder ob dies für für Autoren interessant ist.
    Aber ich denke besonders die kleinen würden sich über so etwas freuen.
    leider würde dies nur für Bücher funktionieren, für die anderen Bereiche (Journalisten, Programmierer etc)
    nicht wirklich. ”

    Diesen Ansatz finde ich wirklich gut. Und wenn man das weiter durchdenkt könnte man sicherlich auch einen passenden Ansatz für andere Werke, zB Bilder finden.

    Ich denke ja wie gesagt auch nicht das ein Werk quasi auf ewig “gesperrt” bleiben sollte und somit verloren gehen kann.
    Bitte verstehen auch Sie mich hier nicht falsch.

    Meine Sorge gilt den Hintertürchen die sich Konzerne schaffen können um Künstler dann noch mehr auszunehmen die dann zu ihren Lebzeiten noch weniger von dem bekommen würden, was sie eigentlich zum Leben brauchen.

    “Ein weiteres Mittel um den Urheber zu stärken wären die geforderten Fristen auf die Verträge mit den Verwertern.”

    Ja allerdings. Das würde Buy- Out Verträgen die “Macht” nehmen und Künstler besser schützen.

    “Da würde ich aber keinen Zeitraum vorschlagen (die Statistik meint das nur ca. 8 Jahre nennenswerte einnahmen durch Verwertungsrechte zu erwarten sind,
    ein Verlag würde also vermutlich nach 10 Jahren sie einfach raus schmeißen) sondern ein Anzahl-Limit.”

    Einen Zeitraum halte ich für besser durchsetzbar als eine Regelung der Einnahmen. Eine Regeleung der Einnahmen würde ja bedeuten, ich lasse jede Sparte die etwas herstellt und verkauft soviel davon herstellen und verkaufen wie sie will NUR den Veragen haue ich auf die Finger.
    Das wird jeder Verlag unfair finden. Ich übrigens auch.
    Dann müssten wir schon allen auf die Finger hauen oder keinem.

    Abgesehen davon sehe ich jetzt schon immer wieder große Firmen die alles mögliche anstellen um staatliche Regelungen zu umgehen oder auszunutzen. Wenn die jtzt schon so gut darin sind fänden sie in Zukunft sicher auch Wege, um das zu umgehen. bei einer zeitlichen Frist könnte man wenigstens umumstritten mit dem Zeitpunkt der UNterzeichnung argumentieren.

    “-> Verwerter kauft bei ihnen die Erlaubnis x Bücher zu verkaufen und diese mit y € pro Stück zu vergüten.
    Hier würden buyout verträge für den Künstler wiederum nützlich. Er erhält sofort sein Geld für x Bücher,”

    Das nachzuvollziehen macht mir grad Probleme. Bei größeren Verlagshäusern gibt es in der Regel sofort einen Vorschuss. Kleinere Regeln das über Prozente… also wie genau wird hier ein Buy Out Vertrag für den Künstler grade nützlich…?

    “werden mehr verkauft kann nach verhandelt werden und er wird wiederum entlohnt.”

    Dieser Fall ist durch heutige aktuelle Verträge (wenn man angemessen verhandelt) bereits abgedeckt indme der Autor beispielsweise an jedem verkauften Buch seine 10% verdient.

    Ich kann gerne noch einmal kurz anmerken was mich an Buy Out so aufregt:

    Man sagt ja allgemein immer das der Künstler “doof” (;) ) ist weil er dank der Vergabe von Nutzungsrechten angeblich nur 1 Mal arbeitet und dadurch immer wieder Geld verdient. Das ist in vielen Bereichen aber nur in der Theorie so.

    Die Praxis sieht ganz anders aus:

    Viele (gro0e) Firmen lassen mich nur für sie arbeiten, wenn ich ihnen einen gefühlten 400 Seiten dicken Vertrag unterschreibe in dem ich prinzipiell erstmal komplett die Exklusivrechte an meiner Arbeit abtrete.
    Diese dicken Vertrage berücksichtigen dabei übrigens alle derzeitg aktuellen Formen des Vertriebs und was Speichermedien angeht, und gehen zudem auch noch auf alle möglichen zukünftigen Formen von Speichermedien und Vertrieb ein.
    Um auf Nummer sicher zu gehen das ich in Zukunft ja nichts von dem Kuchen abbekomme…

    Solche Firmen haben zudem in der Regel noch die Angewohnheit das sie zusätzlich, nachdme du bereits alle Rechte abgetreten hast noch versuchen, den Preis für deine Arbeit möglichst zu drücken indem sie dich in starke Konkurrenz zu den anderen Freelancern stellen.

    Viele meiner Kollegen die ich zB in einem bestimmten Firmenbereich arbeiten sehe ich mit Geldern aus wirklich großen, langwierigen Jobs raus, die haarsträubend sind.
    Sachen wie: Ich arbeite 3 Monate Vollzeit an der Entwicklung eines großen Projektes mit und bekomme EIN Mal 800 Euro während die Firma selbiges aber IMMER WIEDER verkauft und immer wieder Geld verdient.

    Die Kreativen werden betrachtet wie Zitronen die man so lange auspresst bis kein Saft mehr drin ist, dann weggeworfen, und dann werden die nächsten ausgepresst. Zu sagen das habe man eben zu akzeptieren weil es sich so eingebürgert hat, dazu weigere ich mich, weil ich sehe das die Ursachen durch Aufklärung und Bildung wirksam bekämpft werden können.

    Noch ein Beispiel für Buy Out das nicht wenige in den Ruin treiben kann (und hat) ist das schöne Beispiel eines Vertrages wo ich dem Künstler für nen Appel und nen Ei seine Exklusivrechte abkaufe und dann verwerte ich seine Arbeit weltweit immer wieder aufs Neue währned der Künstler nur 1 Mal einen winzigen Betrag bekommen hat und von dieser großen Vermarktung nichts hat.

    NOCH schlimmer wird dies wenn zusätzlich noch das Recht auf Namensnennung abetreten werden muss, und im Falle von Bildern zB auch noch drin steht das der Verlag diese nach Belieben weiter bearbeiten darf.

    Wo ist hier übrigens die Achtung vor der Arbeit des Künstlers abgeblieben? Die gibts da nicht, er wird zu für die Firma möglichst günstigen Konditionen ausgenommen. Wenn er dann auch noch den Teil unterschreibt, dass die Firma zwar den ganzen Spaß mit seiner Arbeit haben kann, der Künstler aber aufkommen muss, sollte die Firma jemals wegen seiner Arbeit vor Gericht ziehen, sieht es für den Künstler übel aus.

    Der Arme, der eh schon kaum etwas hat wird dann also noch mehr zur Kasse gebeten.

    Ich habe Kollegen die leider so arm sind das sie solche Verträge akzeptieren weil sie sonst zu gar keinem Geld kommen würden. Ja, sie müssen es nicht machen, aber man findet auch nicht so schnell nen andern Job und wenn die Miete ansteht, dann machen die eben lieber das als gar nichts.

    Dies sind ein paar Gründe weswegen Künstler bzw Kreative in dieser Gesellschaft so wenig verdienen und ich es deshalb für falsch halte, ihnen noch mehr von dem wegzunehmen.

  • Tomate

    @kaputnik:

    Hierbei sehe ich es für sinnvoll an zu sagen die Schutzfrist gilt so lange er lebt. Denn so lange hat er auch etwas davon.
    Ich habe einen Beitrag weiter oben gegenüber p90 mal etwas zur heute gängigen Praxis und Buy Out erzählt.

    Uns wird ja bereits von vielen Firmen bereits unser Recht zur Verwertung abgenommen. Aus verschiedenen Gründen.
    Genau aus diesem Grund schrie ich so auf, weil ich hier nun einmal anders ansetzen würde. zB bei Gesetzen die das Aushebeln von Buy Out Verträgen nach X Zeit ermöglichen.

    @ich:

    Also ich betrachte die Leute nicht so. Ich denke nicht das es ihnen nur darum geht alles für umsonst haben zu wollen, eben weil ich zu jener Sparte gehöre, die davon profitiert (und sie freuen), dass Fans die Arbeit toll finden und sie dann im Internet ihren Freunden zeigen.

    Wo ich ansetzen würde, aber das sishest du anscheinend ähnlich wie ich, ist die gesellschaftliche Frage wie man Arbeit definiert und würdigt.

    BGE wäre ein Ansatz der vielleicht gegen die aktuelel Ausbeutung in vielen Bereichen helfen könnte.
    Allerdings muss ich hierzu sagen, dass ich mich hierzu nur auf dne künstlerischen Bereich beziehen kann da dort meine Erfahrungen liegen.
    Einen Beitrag weiter oebn sagte ich ja was zu dem VErhalten bestimmter Firmen. Müssten sie von Grund her X Geld für X Arbeit leisten weil alles andere wirklich unwürdig ist gäbe es vielleicht Kollegen von mir, die auch auf normalem Niveau leben können, und dann vielleicht sogar mal einen Tag in der Woche frei hätten. :)

  • Kommentator

    @Tomate: Also wenn’s ans eingemachte geht, gelten die Argumente alle nicht mehr?

    Also ich finde jetzt zB das Finden einer neuen Energiequelle, was ja bedeuten würde, dass jemand ein Menschheitsproblem löst nicht direkt vergleichbar mit einem kreativen Schaffenswerk.

    Ich unterstelle jetzt einfach mal, dass du dich nur unglücklich ausgedrückt hast und damit nicht unterstellen wollen würdest, dass das Erfinden neuer Technologien keine kreative Tätigkeit wäre. Aber wo konkret siehst du da einen Unterschied?

    Bestenfalls besteht doch der Unterschied darin, dass sich beim Erfinden neuer Technologien Qualität tatsächlich messen lässt und nicht vollkommen willkürlich von irgendwelchen Kommissionen bestimmt werden muss. Während also vollkommen unklar ist, was eigentlich Kunst sein soll und deshalb einfach alles als Kunst zählt was zu solcher deklariert wurde, lässt sich bei Erfindungen klar messen, was eine tatsächliche Neuerung und tatsächlicher Fortschritt ist und was nicht. Aber warum um alles in der Welt sollte eine Kreativer schlechter gestellt sein, weil sich die Qualität seiner Arbeit konkret messen lässt? Und nun kommen wir zum Teufelskreis. Deklariere ich jetzt meine Erfindung zusätzlich zur Kunst, bekomme ich also einen längeren Schutz als in Patentform? Womit willst du diese Ungleichbehandlung begründen? Damit dass meine Arbeit irgendwie wichtiger wäre als deine? Und wenn meine Arbeit irgendwie wichtiger wäre, warum sollte ich dafür geringer entlohnt werden? Warum sollte ich für diese einen schwächeren Schutz erhalten?

    Im Prinzip demonstrierst Du hier gerade wunderbar, dass du ein Klientelrecht einforderst. Alles sollte auf DEIN Wohlbefinden zugeschneidert sein. Wenn DEINE Arbeit verwertet wird, sollen gefälligst alle diese bis an deinen Tot und vielleicht auch darüber hinaus an Dich bezahlen. Wenn MEINE Arbeit aber DIR zu gute käme, soll ICH also früher auf mein Recht verzichten, weil warum genau?

    Kunst ist ein Luxusgegenstand, sie ist fürs Überleben nicht essenziell. Dass wir eine alternative Energiequelle finden, würde ich da also schon mit einem etwas anderen Stellenwert einordnen.

    Dann sind wir uns also einig und dieser Luxusgegenstand sollte schwächer geschützt sein als gesellschaftsnotwendige Entwicklung?
    Ich bin verwirrt ;)

    Noch dazu unterscheide ich hierzu Kunst wie gesagt in dem Bereich von zB dem Finden einer neuen Energiequelle, dass die Leute doch auch einfach selbst kreativ werden können anstatt unter dem Vorwand “fair für alle” einige arbeiten zu lassen und denen dann ihr Werk wegzunehemn.

    Jetzt Butter bei die Fische: inwiefern unterscheidet sich hier Kunst von meiner Erfindung? Du kannst doch einfach selbst kreativ werden und diese noch mal erfinden. Für den privaten (!) Gebrauch gestattet ihnen btw. selbst das Patentrecht btw. eine, TADADADAAAA, KOPIE! Das heißt, dank Patent, müsstest du noch nicht mal allzu kreativ werden, sondern lediglich meine dokumentierten Gedanken einmal nachvollziehen. Damit wäre, selbst bei identischen Fristen, Kunst bereits besser geschützt, als meine IP in Patenten, denn Patente darf ich nicht mit einem Kopierschutz versehen dessen Umgehung illegal wäre …

    Was spricht dagegen selbst kreativ zu werden?

    Genau, was spricht dagegen, dass du deine eigene unerschöpfliche Energiequelle erfindest?

    Ganz im Ernst: das was du hier präsentierst, nennt man Doppelmoral. Ich bleibe dabei: die derzeitigen Schutzfristen sind übertrieben lang und gesellschaftlich nicht wünschenswert. Noch dazu genießt Kunst einen ungerechtfertigten Vorteil gegen sonstiger geistiger Arbeit. Und das reicht vielen Urhebern noch nicht?

    Ein sinnvoller Ausgleich wäre eine Ausgleich, bei dem ein Künstler möglichst viel vom wirtschaftlichen Ertrag seiner Arbeit abschöpfen kann, während das Werk an sich so schnell wie möglich der Gesellschaft zur Verfügung stehen sollte (nein, ich meine nicht kaufen, ich meine samplen, remixen, in Kontext mit anderen Werken stellen, einfach FREI verwenden).

    Die Realität zeigt, dass die wirtschaftliche Verwertung größtenteils in den ersten Jahren stattfindet. Wir können also gern darüber diskutieren, ob 5 Jahre oder 10 Jahre nach Veröffentlichung angemessen sind. Und wir können sogar darüber diskutieren, ob ein Urheber eine Verlängerung seine Monopols von der Gesellschaft kaufen dürfen können soll. Alles übrigens analog zum Patentwesen. Die derzeitigen Schutzfristen von 70 Jahre nach dem Tod sind aber absurd und nutzen nebenbei auch keinem Urheber sondern lediglich den Verwertern und evtl. mal selten noch den Erben. Diese Fristen haben keinerlei positiven Effekt für die Kultur, wohl aber viele messbare negative Effekte.

    Und genau DESHALB werden die Piraten plötzlich gehört. Weil wirklich fast jedem dieses Ungleichgewicht ins Auge springt. Welchen positiven Effekt für die Kultur soll es bitte haben, dass “Vom Winde verweht” noch nicht in die Public Domain übergegangen ist? Es mag sicher ein paar simple Gemüter geben, die die Märchen von den bösen Piraten glauben, die alles für alle umsonst wollen. Und es mag sicher auch ein paar dümmliche Mitglieder bei den Piraten geben, die genau das fordern.

    Mit Sicherheit sind die Mehrheit hier aber Menschen wie ich, die NICHT raubkopieren, sondern anderer Leute Werk achten. Menschen die NICHT mutwillig Autorenschaften verschleiern. Menschen die NICHT einfach Dinge nehmen, und seien sie auch nur virtuell, nur weil es leicht ist. Die aber trotzdem dieses Ungleichgewicht sehen, dazu die diversen Verschärfungen des Urheberrechts die für die Gesellschaft durch und durch schädlich sind, weil sie Lehre und Forschung behindern.

    Und wenn ich mir dann auch noch anhören darf, dass ich ein Schmarotzer und Dieb sein, weil ich es wage Ware die ich nicht will zu boykottieren, dann frage ich mich, was das hier für eine Diskussion sein soll. Den Unterzeichnern des Pamplets da oben fehlen einfach jegliche Argumente. Statt dessen behaupten sie eine Sprachlosigkeit, die gar nicht existiert.

    Wie wir an deinem Beispiel schön sehen können, sind nicht mal die Verfechter des aktuellen Urheberrechts bereit es konsequent zu Ende zu denken, weil selbst Menschen wie du verstehen, was es bedeutet, wenn ein Einzelner entscheidet, wer das neue Krebsmedikament zu welchem Preis bekommt oder wer die neue Energie nutzen darf. Der Unterschied zur Kunst existiert aber nicht. Beides ist kreativer Schaffensprozess. Eine Ungleichbehandlung ist hier also nicht gerechtfertigt. Daran sollten alle die hier reflexhaft “Enteignung” schreien mal denken. Diese “Enteignung” ist die Norm, nicht die Ausnahme. Und sie ist gesellschaftlich notwendig.

    Es täte den Künstlern gut da mal von ihrem hohen Ross herunterzukommen. Wie du selbst bemerkt hast: euer Produkt (das auch das meine ist btw.) ist Luxus. Niemand braucht es zum Leben. Und genau das meinte Udo Vetter mit seinem Satz:

    Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant.

    Wer den Bogen überspannt, sorgt nur dafür, dass das Pendel irgendwann zurückschwingt. Und das ist stets ungesund für alle Beteiligten. Und der Bogen ist bereits jetzt längst überspannt.

  • Tomate

    @Kommentator:

    “nur unglücklich ausgedrückt hast und damit nicht unterstellen wollen würdest, dass das Erfinden neuer Technologien keine kreative Tätigkeit wäre. ”

    Ich habe es sogar gewagt dem Erfinden neuer Technologien einen noch höheren Stellenwert beizumessen, weil ich kein Wissenschaftler bin, mir aber einfach denke das es eine Mammutaufgabe sein muss eine Energiequelle zu erfinden, die unser aller Ernergieprobleme löst.

    Das typische “in die Schublade stecken” nur weil hier ein gewisses Feindbild aufrecht erhalten werden soll funktioniert nunmal nicht. Ich sehe mich nicht höher als alle anderen, ich möchte mehr Verstehen auf beiden Seiten erzieln.

    Übrigens erklärt sich somit auch in wenigen Worten weshalb ich das Erfinden einer neuen Energiequelle für sehr viel relevanter halte als zB ein Bild zu malen. Ich kann wenn ich Talent habe ne Ausbildung machen und werde dann mit recht hoher Wahrscheinlichkeit ein gutes Bild malen können.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass ich in diesem Leben noch eine neue Energiequelle finden werde die ein Menschheitsproblem löst, das essentiell für alle wichtig ist und nicht nur ein Luxusgegenstand (denn das haben Sie ignoriert, Energie BRAUCHEN wir, auf einer ganz anderen gesellschaftlichen Ebene, als wir Kunst brauchen.) Müsste ich wählen dazwischen ob ich mich mit Energie versorgen, oder ein Bild betrachten kann würde ich mich für die Energie entscheiden weil ohne jene ein modernes (Über)leben gar nicht mehr möglich ist.

    “Die derzeitigen Schutzfristen von 70 Jahre nach dem Tod ”

    Soll ich mir nen Disclaimer unter jeden Post packen nur weil anscheinend KEINER liest dass ich ebenfalls nie etwas von dieser Art von Schutzfristen gesagt hatte?

    Wie oft soll ichs denn noch wiederholen??

    SO lange sie LEBEN sollen die Leute auch von ihren Erträgen LEBEN können.

    Und wie ich oben sagte: Ich halte es für einfacher SELBST kreativ zu werden als das Menschehitsproblem rund um die Energieversorgung zu lösen. Punkt.

    “Diese “Enteignung” ist die Norm, nicht die Ausnahme.”

    Oh ja, das sagte ich oben bereits in Nummer 476. einfach mal nachlesen unter dem Punkt “Buy Out”. ;)

    “Und sie ist gesellschaftlich notwendig.”

    Wenn man sich selbst auf dem Rücken anderer bereichern will und tut ist sie das natürlich.

    Denkst du darüber hinaus ernsthaft, das der Erfinder einer neuen Energiequelle daran nicht ebenfalls sein Leben lang reich werden wird? Denkst du WIRLICH, dass das nicht der Fall wäre? ;)

    Mich stört dieses Bild, dass wir Kreativen alle einen Pool haben und in einer Villa wohnen. Das ist nämlich nicht der Fall.

    Wenn du mehr Gerechtigkeit haben willst, warum fängst du dann nicht bei denen an die eh schon zu viel von allem haben? Warum setzt du bei denen an, die so schon jeden Monat sehen müssen, wie sie über die Runden kommen?

    “Wer den Bogen überspannt, sorgt nur dafür, dass das Pendel irgendwann zurückschwingt. ”

    Es schwingt mir gerade zu sehr in eine rechte Richtung… unser Staat schützt nicht ohne Grund AUCH Minderheiten…

  • Kommentator

    @Tomate:

    Das typische “in die Schublade stecken” nur weil hier ein gewisses Feindbild aufrecht erhalten werden soll funktioniert nunmal nicht.

    Das ist also deine Antwort darauf, dass ich deine Aussage zu deinen Gunsten eben genau so ausgelegt habe, wie du es jetzt noch mal unterstrichen hast ;)

    Die Wahrscheinlichkeit, dass ich in diesem Leben noch eine neue Energiequelle finden werde die ein Menschheitsproblem löst, das essentiell für alle wichtig ist und nicht nur ein Luxusgegenstand (denn das haben Sie ignoriert, Energie BRAUCHEN wir, auf einer ganz anderen gesellschaftlichen Ebene, als wir Kunst brauchen.)

    Da ist sie wieder diese Doppelmoral. Wer entscheidet was wir “brauchen”? Wenn jetzt also die Lawblog-Tomate entscheidet etwas zu brauchen, dann ist es legitim den Urheber um seine Früchte zu bringen oder ihn nach einer gewissen Zeit zu enteignen, aber wenn eine Filesharer das für sich entscheidet, ist es Diebstahl. Die Menschheit “braucht” nicht zwingend eine unerschöpfliche sauber Energiequelle. Sie könnte auch einfach nachhaltig wirtschaften. Und bei unserem Stand der Technik müssten wir dafür nicht mal wirklich schlecht leben.

    “Und sie ist gesellschaftlich notwendig.”

    Wenn man sich selbst auf dem Rücken anderer bereichern will und tut ist sie das natürlich.

    Ich warte immer noch auf das Argument, warum es gesellschaftlich richtig ist sich auf dem Rücken eines Erfinders zu bereichern, nicht aber auf dem Rücken eines Künstlers. Zumal das Bild auch schief ist.

    Der Künstler bereichert sich auf dem Rücken der Gesellschaft. Die Gesellschaft gesteht ihm lediglich dieses Recht zu, in der Hoffnung dadurch mehr Kunst für die Gesellschaft zu erhalten. Dieses Monopol kann die Gesellschaft ihm jederzeit wieder entziehen und bis jetzt habe ich noch kein Argument gehört, warum ausgerechnet der Sterbezeitpunkt dafür günstig oder sinnvoll wäre.

    Im Gegenteil: damit stellt der Tod des Künstlers ein Risiko für den Verwerter der in ihn investiert dar, was Künstler mit manischem Verhalten, alte Künstler und viele andere unangemessen benachteiligen dürfte. Eine Frist ab Veröffentlichung wäre wesentlich sinnvoller.

    Denkst du darüber hinaus ernsthaft, das der Erfinder einer neuen Energiequelle daran nicht ebenfalls sein Leben lang reich werden wird? Denkst du WIRLICH, dass das nicht der Fall wäre? ;)

    Ersetze in deiner Argumentation “Erfinder” durch “Künstler” und “neue Energiequelle” durch “massentauglichen Kunst (aka Dieter Bohlen)” und die siehst, wie du dir mit dem Argument in den eigenen Fuß schießt.

    Mich stört dieses Bild, dass wir Kreativen alle einen Pool haben und in einer Villa wohnen. Das ist nämlich nicht der Fall.

    Und nun ersetze mal “Kreative” durch Erfinder und die siehst die Schwachstellen deiner Argumentation und die Doppelmoral, die ihr innewohnt.

    Wenn du mehr Gerechtigkeit haben willst, warum fängst du dann nicht bei denen an die eh schon zu viel von allem haben? Warum setzt du bei denen an, die so schon jeden Monat sehen müssen, wie sie über die Runden kommen?

    Ich setze weder bei den einen noch den anderen an. Aus dem Alter in dem man die Welt ändern will, bin ich pünktlich mit dem 30igsten Geburtstag entwachsen. Ich mache dich auf Inkonsistenzen deiner eigenen Argumentation aufmerksam. Wenn es deinen eigenen Interessen dient, wird genau die Moral an die du appellierst flexibel.

    Ich halte es unabhängig von den finanziellen Verhältnissen jedenfalls für nicht sinnvoll blanke Ideen langfristig mit einem Verwertungsschutz zu versehen. Und dabei ist es mir egal, ob wir von Erfindern, Künstlern oder anderen Urhebern reden. Diese Monopole stören die gesellschaftliche Entwicklung und haben deshalb nur ein sehr begrenztes Existenzrecht. Ich verstehe ihre Notwendigkeit in unserer aktuellen Gesellschaftsform.

    Du hast btw. immer noch nicht dargelegt, inwiefern ein Schutz der nach einigen Jahren ausläuft dein “über die Runden kommen” untergräbt, wenn doch die hauptsächliche Verwertung zu dieser Zeit bereits abgeschlossen ist. Auch hast du nicht dargelegt, warum ein Erfinder für sein Monopol zahlen soll, ein Künstler es hingegen umsonst bekommen soll. Du argumentierst lediglich mit biegsamer Moral, die komischerweise zu einem für dich vorteilhaften Ende zeigt. Das ist menschlich, aber argumentativ nicht sonderlich geschickt. Und es zeigt auch, wie wenig es dich berechtigt, dich moralisierend gegenüber den Filesharern zu postieren, wenn du in deinen eigenen Interessen (Nutzung der “neuen Energiequelle”) nicht anders verfährst …

  • Tomate

    @Kommentator:

    Ähm… Dieter Bohlen löst bei dir ein Menscheitsproblem?
    OK…. XD

    Abgesehen davon habe ich weiter oben alles schon so oft dargelegt, wie ich zu all dem wirtschaftlich stehe, dass ich zwischen Verwerter und Künstler unterscheide, für mich jede Form von Arbeit wichtig ist, und ich Filesharer nicht zu Verbrechern erkläre.

    Kannst du unter Anderem hier nachlesen:

    Post Nummer 381,
    386, 389, 399, 408, 416 Wirtschaftliche Aspekt, Schutz vor den wirtschaftlichen Interessen Dritter.
    445 unterer Absatz “Schutzfrist und Verwertungsrecht”,
    476 unterer Teil “Buy Out”

    Schönen Abend noch

  • Kommentator

    @Tomate: Ich bin gerade noch mal durch den Thread hier gegangen. Mir fiel dabei auf, dass ich einige Tomaten-Positionen überinterpretiert habe, da man hier unmöglich die Standpunkte aller Diskutanten im Kopf halten kann. Unsere Positionen sind sich näher, als ich es in Erinnerung hatte. Den grundsätzlichen Widerspruch, warum die Geistesarbeit des Einen anders bewertet soll als die Arbeit des Anderen wird meines Erachtens von Dir weder erkannt noch wirklich beantwortet.

    Soll ich dann eben Busfahrer werden (nichts gegen Busfahrer ist nur ein Beispiel) nur weil SIE darüber bestimmen wollen, dass ich gefälligst enteignet werden soll?

    Auch wenn das nicht in Antwort auf einen meiner Posts stand. Es ist nun mal keine Enteignung. Ideen gehören nur so lange dem Urheber, wie der sie geheim hält. Wenn er sie veröffentlicht, hat jeder in der Gesellschaft das Problem, dass er die Idee, einmal erfasst, nicht mehr vergessen kann. Es wird dann deutlich schwerer um die Idee herumzuarbeiten. Um trotzdem eine Motivation zu schaffen eigene Ideen zu veröffentlichen, gewährt die Gesellschaft ein begrenztes Verwertungsmonopol.

    Wie wir sehen, müssen wir bis hierhin noch nicht mal zwischen Erfinder und Künstler unterscheiden. Die Beschreibung passt auf Beide. Eine Verkürzung dieses Monopolrechts bei Künstlern wäre also mit Sicherheit eben keine Enteignung, sondern eine erneute Abwägung des Interessenausgleichs.

    Und wenn wir jetzt die Rechte von Erfindern/Forschern und Künstlern vergleichen, sehen wir, dass Künstler vollkommen willkürlich massiv mehr Rechte zugestanden bekommen, ohne für diese irgendeinen Ausgleich an die Gesellschaft leisten zu müssen. Und wir sehen außerdem, dass dies massiv zu Lasten eben dieser Gesellschaft geht. Eine wirtschaftliche Notwendigkeit dafür existiert nicht (wohl aber ein wirtschaftliches Interesse daran, dass muss man unterscheiden). Diese überzogenen Regelungen helfen eben gerade nicht den kleinen Künstlern, sondern lediglich den sowieso schon bekannten Künstlern und vor allem ihren Verwertern (was btw. auch das starke Lobbying erklärt, ginge es wirklich um kleine Künstler, würden wir hier gar nichts lesen oder diskutieren).

    Eine Lockerung für alle würde für den Kreativen nämlich bedeuten, dass große Firmen mit seiner Arbeit noch mehr Geld machen und er geht mal wieder leer aus.

    Das ist mit Verlaub Quatsch. Eine Lockerung würde genau diese großen Firmen weit mehr Geld kosten, als sie “auf Kosten” des Kreativen mehr einnehmen würden. Denn diese Verwertung steht ja dann ausnahmslos jedem frei. Damit können eben diese Firmen eine Verwertung nur noch vornehmen, indem sie eigene Werte dazugeben (und sei es nur ein gut sortiertes Download-Portal zu unterhalten). Die Preise passen sich dem dann an. Eine Änderung wäre hier also vor allem zum Nutzen der Gesellschaft (und insbesondere auch der Kreativen: die müssten z.B. im Jahr 2012 nicht eine anonyme Firma und streitbare Erben fragen, um einen Rollstuhl wie etwas zu benennen, was an die Beatles erinnert: http://blog.beck.de/2012/04/02/amtlich-beatles-fans-gehoeren-in-den-rollstuhl oder um eben einen guten Beatles-Song zu covern).

    Darüber hinaus habe ich von Anfang an die Arbeit ALLER, also nicht nur der Künstler GLEICH gesetzt!
    Ich sagte weiter oben das jede Arbeit anständig entlohnt werden muss, JEDE.

    Das klang in Bezug auf den Erfinder der neuen Energy-Quelle ganz anders …

    Noch dazu hat eine Firma in diesem fiktiven Szenario keinen Grund noch weiterhin Designer etc zu beschäftigen wenn sie sich an allem was beispielsweise älter als 5 Jahr meist eh frei bedienen kann.

    Das ist doch Quatsch. Nach 5 Jahren sieht so gut wie alles was designed wurde “alt” aus. Spätestens nach 10 Jahren ist das dann auch gegessen. Und wie man an Apple sieht, brauchte es auch im Jahr 2005 noch Designer um die alten Braun-Designs der 60iger neu umzusetzen. Denn selbst für Design-Zitate braucht man immer noch Menschen, die ihr Handwerk verstehen. Zitate sind, wenn sie glaubwürdig sein sollen, oft sogar noch anspruchsvoller, als Neukreationen.

    Meiner Meinung nach sollte der Urheber 20-25 Jahre die Rechte haben, oder bis zum Tod, je nachdem was zuerst eintritt.

    Das klingt doch schon viel eher nach der gesellschaftlichen Verhandlung, die notwendig wäre. Ich weiß allerdings nicht, warum jeder immer den Tod des Urhebers ins Spiel bringen will. Weder bei den +70Jahren, noch bei dem sofortigen Ende finde ich das sinnvoll oder richtig. Verwertungsrechte sollten ab Veröffentlichung gelten, damit die, die mit der Veröffentlichung (und das sind nicht nur die Urheber) die Arbeit hatten, diese refinanzieren können.

    Um zum Thema zurückzukommen. Wir sind uns also einig, dass wir hier diskutieren, wie dieser gesellschaftliche Ausgleich aussehen sollte und sollte auf der Sachebene argumentativ begründen, welche Schutzfristen wie lang sein sollten. Ich bin der Meinung, dass 5-10 Jahre ausreichen und längere Fristen zumindest nur gegen Bezahlung möglich sein sollten. Wieder verweise ich hier auf die Situation bei Patenten. Ein Monopol sollte die Gesellschaft nicht auf längere Zeit umsonst vergeben. Bei Kunst ist der Schaden geringer, wenn alles und jedes erst mal geschützt ist, deshalb kann man hier meiner Meinung nach überhaupt erst mal mit einem kostenlosen “initialen” Schutz leben.

  • Tomate

    @Kommentator:

    “Ich bin gerade noch mal durch den Thread hier gegangen. Mir fiel dabei auf, dass ich einige Tomaten-Positionen überinterpretiert habe, da man hier unmöglich die Standpunkte aller Diskutanten im Kopf halten kann. Unsere Positionen sind sich näher, als ich es in Erinnerung hatte.”

    Das freut mich.

    “Den grundsätzlichen Widerspruch, warum die Geistesarbeit des Einen anders bewertet soll als die Arbeit des Anderen wird meines Erachtens von Dir weder erkannt noch wirklich beantwortet”

    Hierzu lies doch einfach mal die Beiträge die ich dir gennant habe. Ich bin berufstätig und habe leider keine Zeit jedem, der neu dazu kommt nochmal und NOCHMAL alles neu zu erklären bitte versteh das.

    Was deine Anmerkungen zur Schutzfrist anbelangt so habe ich das alles bereits genügend begründet, auch mit wirtschaftlichen Faktoren.

    In den Beiträgen:

    386, 389, 399, 408, 416 Wirtschaftliche Aspekt, Schutz vor den wirtschaftlichen Interessen Dritter.

    <- dort habe ich es für einen anderne User unter Anderem mit sehr einfachen STICHPUNKTEN aufgeschlüsselt. (Punkt 1, 2, 3, 4 einfach mal nach Ausschau halten)

    Hierzu empfehle ich ebenfalls Beitrag 419 sowie ich zum näheren Verständnis generell die Beiträge von Pencil Samurai sehr empfehle.

    Ebenfalls empfehle ich:
    476 unterer Teil "Buy Out"

    <- zur Tatsächlichen Praxis was heutige Schutzfristen und die tatsächlichen Gewinnspannen der Künstler (nicht der Verwerter anghet) empfehle ich immer noch diesen Post und den langen Absatz, den ich zum Thema Buy Out geschrieben habe.

    LG
    – TOmate

  • Kommentator

    @Tomate: Das Einzige was einem Argument zu dem Thema nahe käme, stand meines Erachtens nach das hier:

    erfinder rekonstruieren die basis auf der sie ihre erfindungen aufbauen.

    wenn jemand über elfen schreibt, dann schreibt er den text NEU und kopiert nicht denselben text von tolkien in seine geschichte, um die satzbausteine ein wenig zu verschieben (also zu rekonstruieren).

    wären erfindungen immer VON GRUND AUF neu geschaffen, würden sie denselben schutz wie ein schöpferisches werk, welches sich nicht auf REKONSTRUKTION aufbaut sondern durch INSPIRATION neu geschaffen wird, bekommen.

    Und das ist mit Verlaub reiner Bullshit. Erfindungen sind nicht mehr oder weniger auf dem Vorwissen der Menschheit basiert, als dies die Werke von Schriftstellern, Musikern und Bildhauern sind. Ich lese da also genau kein Argument beide verschieden zu behandeln.

    In Bezug auf:

    Was deine Anmerkungen zur Schutzfrist anbelangt so habe ich das alles bereits genügend begründet, auch mit wirtschaftlichen Faktoren.

    mache ich es mir mal genauso einfach.

    In meinen Posts ist bereits genügend begründet, warum die aktuellen Schutzrechte überzogen sind und warum 5-10 Jahre Grundverwertungszeit sowie eine zu bezahlende Lizenzverlängerung um 10 Jahre als Möglichkeit angemessen wäre. Damit wären Künstler btw. gegenüber Erfindern immer noch im Vorteil. Sie wären die einzige Wirtschaftsgruppe die ein Monopol für mehrere Jahre gratis bekämen.

  • Tomate

    Ich finds echt lustig wenn Leute vorbeikommen (die noch nicht mal richtig lesen was ich schreibe) und dann auch noch meinen mir erzählen zu können, wie mein Job aussieht.

    Ich rezitiere da noch einmal etwas was ich zur tatsächlichen Berufspraxis von Künstlern bereits weiter oben gesagt habe:

    “Ich kann gerne noch einmal kurz anmerken was mich an Buy Out so aufregt:

    Man sagt ja allgemein immer das der Künstler “doof” (;) ) ist weil er dank der Vergabe von Nutzungsrechten angeblich nur 1 Mal arbeitet und dadurch immer wieder Geld verdient. Das ist in vielen Bereichen aber nur in der Theorie so.

    Die Praxis sieht ganz anders aus:

    Viele (gro0e) Firmen lassen mich nur für sie arbeiten, wenn ich ihnen einen gefühlten 400 Seiten dicken Vertrag unterschreibe in dem ich prinzipiell erstmal komplett die Exklusivrechte an meiner Arbeit abtrete.
    Diese dicken Vertrage berücksichtigen dabei übrigens alle derzeitg aktuellen Formen des Vertriebs und was Speichermedien angeht, und gehen zudem auch noch auf alle möglichen zukünftigen Formen von Speichermedien und Vertrieb ein.
    Um auf Nummer sicher zu gehen das ich in Zukunft ja nichts von dem Kuchen abbekomme…

    Solche Firmen haben zudem in der Regel noch die Angewohnheit das sie zusätzlich, nachdme du bereits alle Rechte abgetreten hast noch versuchen, den Preis für deine Arbeit möglichst zu drücken indem sie dich in starke Konkurrenz zu den anderen Freelancern stellen.

    Viele meiner Kollegen die ich zB in einem bestimmten Firmenbereich arbeiten sehe ich mit Geldern aus wirklich großen, langwierigen Jobs raus, die haarsträubend sind.
    Sachen wie: Ich arbeite 3 Monate Vollzeit an der Entwicklung eines großen Projektes mit und bekomme EIN Mal 800 Euro während die Firma selbiges aber IMMER WIEDER verkauft und immer wieder Geld verdient.

    Die Kreativen werden betrachtet wie Zitronen die man so lange auspresst bis kein Saft mehr drin ist, dann weggeworfen, und dann werden die nächsten ausgepresst. Zu sagen das habe man eben zu akzeptieren weil es sich so eingebürgert hat, dazu weigere ich mich, weil ich sehe das die Ursachen durch Aufklärung und Bildung wirksam bekämpft werden können.

    Noch ein Beispiel für Buy Out das nicht wenige in den Ruin treiben kann (und hat) ist das schöne Beispiel eines Vertrages wo ich dem Künstler für nen Appel und nen Ei seine Exklusivrechte abkaufe und dann verwerte ich seine Arbeit weltweit immer wieder aufs Neue währned der Künstler nur 1 Mal einen winzigen Betrag bekommen hat und von dieser großen Vermarktung nichts hat.

    NOCH schlimmer wird dies wenn zusätzlich noch das Recht auf Namensnennung abetreten werden muss, und im Falle von Bildern zB auch noch drin steht das der Verlag diese nach Belieben weiter bearbeiten darf.

    Wo ist hier übrigens die Achtung vor der Arbeit des Künstlers abgeblieben? Die gibts da nicht, er wird zu für die Firma möglichst günstigen Konditionen ausgenommen. Wenn er dann auch noch den Teil unterschreibt, dass die Firma zwar den ganzen Spaß mit seiner Arbeit haben kann, der Künstler aber aufkommen muss, sollte die Firma jemals wegen seiner Arbeit vor Gericht ziehen, sieht es für den Künstler übel aus.

    Der Arme, der eh schon kaum etwas hat wird dann also noch mehr zur Kasse gebeten.

    Ich habe Kollegen die leider so arm sind das sie solche Verträge akzeptieren weil sie sonst zu gar keinem Geld kommen würden. Ja, sie müssen es nicht machen, aber man findet auch nicht so schnell nen andern Job und wenn die Miete ansteht, dann machen die eben lieber das als gar nichts.

    Dies sind ein paar Gründe weswegen Künstler bzw Kreative in dieser Gesellschaft so wenig verdienen und ich es deshalb für falsch halte, ihnen noch mehr von dem wegzunehmen.”

    Schönen Tag noch.

    PS:
    Die “Wir sind die Urheber Kampagne” habe ich übrigens NICHT unterzeichnet. Wenn du diesmal genauer gelesne hast wirst du auch verstehen, warum.

  • Hartmut B.

    Was ist mit der Kombination von BGE (Existenz gesichert) und Flattr als urdemokratische Internet-Bezahlmethode (Finanzierung).

    Ist doch für Künstler gar nicht schlecht oder?

  • takomitom

    Erst mal das BGE Einführen von sagen wir mal 1300,-Euro/monat.
    Danach reduziert sich die Zahl derer die diese Urheberrechts-ansprüche Stellen um ein vielfaches.

    Weil es evtl. auch was Sinnvoleres zu tun gibt?

  • Henning Höllein

    Ich habe einige Nebelkerzen von verschiedenen Blogs und Kommentaren eingesammelt und zusammengetragen:

    http://henninghoellein.de/index.php?id=35