Bayerische Polizei stoppt “Krieg der Welten II”
Im Zeitalter von Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien verbreiten sich Informationen rasant. Leider wird dabei oftmals nicht differenziert zwischen seriösen Nachrichten und Falschmeldungen. Unter diesen neuen Umständen, die jedem Nutzer durchaus mächtige Werkzeuge zur Massenkommunikation bereitstellen, ist es besonders wichtig, dass der Einzelne einen reflektierten Umgang mit Information pflegt.
Um dies zu demonstrieren, starteten Regensburger Studenten letzte Woche ein Projekt mit einem Nachrichtenstream des fiktiven Fernsehsenders “N-CC” über eine vermeintliche Virenkatastrophe in der bayerischen Stadt, die möglicherweise von Terroristen ausgelöst wurde. Auch Blogs, Facebook und Twitter waren eingebunden. Ziel war es, vor Augen zu führen, wie schnell man sich als Internetnutzer heute von einer professionellen Kulisse, realistischen Bildern und einer gutaussehenden Nachrichtensprecherin blenden lässt – zumindest so lange man nicht selbst der Sache ein wenig auf den Grund geht.
Die Videomeldungen über bislang tausende Tote, die von einer unbekannten Seuche dahingerafft wurden, machten bewusst Anleihen an Orson Welles Hörspiel “Krieg der Welten”. Die realistisch klingende Radioreportage über die Invasion Außerirdischer hatte 1938 Zuhörer in den USA beunruhigt; vereinzelt soll es auch zu Panik gekommen sein.
So weit kam es bei dem studentischen Projekt in Regensburg allerdings nicht. Schon kurze Zeit, nachdem der erste Stream online verfügbar war, meldete sich eine besorgte Bürgerin bei der bayerischen Polizei. Das wiederum führte zu einem hektischen Polizeieinsatz – und dem vorläufigen Aus des Projekts.
“Die Polizei rief uns am Tag der Ausstrahlung um 15:30 an, um 16 Uhr riefen wir zurück, da wir am Handy zunächst keinen Empfang hatten. Ein sehr aufgebrachter Beamter war am Telefon”, berichtet Student Manuel Maria Berger. Der Polizist, es war wohl ein Polizeidirektor aus dem Polizeipräsidium Oberpfalz, habe ultimativ die Abschaltung der Seite gefordert.
Da zumindest zwischen den Zeilen auch Hausdurchsuchungen und Festnahmen in Aussicht gestellt wurden, gaben die eingeschüchterten Studenten nach. Sie nahmen den Stream vom Netz. Am nächsten Tag wurden Manuel Maria Berger und sein Projektpartner Dennis Perzl aufs Revier gebeten. “Dort war man plötzlich sehr freundlich zu uns und befragte uns zu dem Projekt”, sagt Berger. Weitere Entscheidungen werde der Staatsanwalt treffen.
Der wusste bis gestern allerdings noch nichts Näheres von dem Projekt. Die Ermittlungen lägen nach wie vor in den Händen der Polizei, schriftliche Unterlagen seien bei ihm noch nicht angekommen. Erst wenn die Akte vorliege, werde er entscheiden, ob Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten vorliegen.
Von der Kripo gibt es derweil unterschiedliche Informationen. Mir gegenüber wurde gestern eingeräumt, dass man Mühe habe, einen passenden Paragrafen zu finden, gegen den das Projekt verstößt. Von der Lokalpresse haben Berger und Perzl dagegen gehört, nun ermittele auch noch der Staatsschutz.
Aber auch dieser dürfte Probleme haben, das Filmprojekt unter einen Straftatbestand zu zwängen. Das nächstliegende wäre eine Störung des öffentlichen Friedens. Allerdings setzt dieser eine Drohung mit Straftaten voraus oder die Vortäuschung, dass eine solche Straftat bevorsteht. In den Videos wird der vermeintliche Terroranschlag aber bereits als geschehen dargestellt.
Letztlich bliebe wohl nur die gute alte “Erregung öffentlichen Ärgernisses”. Aber dieser Paragraf beschränkt sich heute nur noch auf sexuelle Handlungen. Sonstige “grob ungehörige Handlungen” können allenfalls noch als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. Ohnehin darf bezweifelt werden, dass ein derartiges Projekt, welches ja wahrscheinlich auch die Kunstfreiheit für sich reklamieren kann, letztlich als grob ungehörig bewertet werden kann, selbst in Bayern.
Die Macher der Aktion, die sich aus den uninahen freien Theatergruppen Freigeister und Cloudtells und vielen freiwilligen Helfern rekrutieren, wollen aber dennoch nichts riskieren. Immerhin könnte die Polizei ja auch präventiv, das heißt zur Gefahrenabwehr tätig werden. Ähnliche Folgen wie zum Beispiel bei Facebook-Partys, wo “Veranstaltern” enorme Kosten aufgebürdet werden, wollen Berger und Perzl unbedingt vermeiden.
Die aufwendige Produktion von N-CC war schon teuer genug. Vor allem bei den Außenaufnahmen haben die Studenten enormen Aufwand gemacht. Schon bei den Drehs erfuhren die Akteure etwas über die Medienwirklichkeit. So erweckte ein vermeintlich Toter bei einem Dreh keine spürbare Aktivität bei Passanten, obwohl viele stehen blieben und lange ins Auto starrten. Ein Fahrradfahrer wäre vor Schreck fast umgefallen, als er die „Bundeswehr“ mit Gasmasken sah. Eine Gruppe von Menschen stürmte auf den Posten des „Außenkorrespondenten“ zu, weil sie wissen wollten, von welchem Sender und zu welchem Zweck er in Regensburg war.
Auch wenn das Projekt durch die Polizei ein frühes Ende erfuhr, sind Berger und Perzl zufrieden. “Wir wissen zumindest, dass wir mit unserer Sicht der Dinge richtig lagen. Falsche Meldungen verbreiten sich schnell und bringen halt auch die Kripo auf den Plan.”
Die Sondersendung von N-CC haben die beiden nun entschärft auf Youtube eingestellt. Überschrift und Text warnen unübersehbar, dass es sich um eine fiktive Nachrichtensendung handelt. Selbst die Regensburger Polizei dürfte damit leben können.
Doof. Zu offensichtlich.
Man hätte eine existierende Lappalie nehmen können und schauen können, wie gut man dies medial aufbauschen kann, bis jeder darüber berichtet.
Natürlich sind die Polizisten sehr freundlich bei der Vernehmung, das erleichtert ja unbewusste Geständnisse zu Straftaten. "Ja, aber sie haben doch sicherlich damit gerechnet, dass…?" "Ja, schon…" – Danke, bedingter Vorsatz.
Man hätte Mühe gehabt einen passenden Paragraphen zu finden? Weil man unbedingt einschreiten wollte??
Wie gut, dass wir nicht paranoid sind…
Aber schon geil, dass die Polizei das erst einmal alles abwürgt, bevor sie sich halbwegs sicher ist, ob das eigentlich verboten ist.
@Lars das wäre dann jedoch nicht mal aufgefallen. Das ist doch alltag!
Wie wäre es mit einer Anzeige gegen den Herrn Polizeidirektor der die Abschaltung gefordert und letztlich auch erreicht hat. (Nötigung?)
Bayern, das Texas Deutschlands.
Alles Klar.
DIe "besorgte Bürgerin" und diese Polizei machen mich sehr traurig.
Anstatt zu demonstrieren, wie groß die Gefahren aus dem Internet sind haben unsere Studenten jetzt bewiesen, wie groß die Gefahren für das Internet sind, wie real willkürliche Zensur im heutigen Alltag ist und wie leicht das geht.
Ohne Gesetze, ohne Richter, ohne Dokumente … Anruf genügt.
"Hallo hier spricht die Polizei!"
20(4)
Die Scheuklappen des Strafverteidigers. Das Ganze ist natürlich mit dem Polizeirecht zu verbieten, weil es eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ist. Denn Schutzgut sind dabei auch die Einrichtungen des Staates, in concreto auch der Polizei- und Feuerwehr-Notruf sowie die Rechtsgüter des einzelnen und damit auch, dass der einzelne keine Panik haben muss. Man kann sich auch mal vorstellen, was hier los wäre, wenn die Polizei nichts gemacht hätte und Oma Plüsch die Sache bei ihrem Enkel gesehen und mit Infarkt vom Stuhl gefallen wäre. Was in dem Telefonat tatsächlich besprochen wurde, ist im Übrigen bislang nur von einer Seite dargestellt, journalistisch (Grimme-Preis) nicht sonderlich professionell.
@Nils: Wenn die Polizei nach Polizeirecht vorgegangen wäre, hätte die Polizei dies entsprechend anordnen müssen. Das Einschüchtern und Drohen mit einem "empfindlichen Übel" (Hausdurchsuchung, etc.) sollte nicht gängige Polizeitaktik sein.
@1: Das gab es schon. Der berühmte Blumenkübel aus Neuenkirchen anno 2010.
@BSkeptik:
Warum wohl hats der PD bei einer telefonischen Drohung belassen? Hat da wirklich der PD angerufen oder ein übereifriger Sachbearbeiter beim Ordnungsamt und die Jungs habens wegen der Aufregung mißverstanden?
@Seph:
Die Jungs hätten sich ja mal informieren können, welche jur. Handhabe gegen die Aktion tatsächlich existiert, bevor sie in vorauseilendem Gehorsam das Projekt beenden. So war das ganze (das Projekt an sich und die Reaktion) wenig durchdacht.
@Nils:
Klar, deshalb wird die ARD ja auch jeden Montagmorgen nach einem guten "Tatort" mit vielen Anzeigen überschüttet.
Bluewater-Affäre in billig und weniger durchdacht. Und arg professionell sehen mir die Videos jetzt auch nicht aus.
Wie heißt es noch gleich? Je mehr man plant, umso härter trifft einen das Schicksal. Je mehr man sich in (falscher) Sicherheit wiegt, …
@Mario:
Wieso, das Projekt zielte darauf ab raus zu finden ob Bürger das ein fach glauben oder sich informieren.
Die "besorgte" Bürgerin hat genau das richtige getan, sie hat sich an verlässlicher Stelle informiert ob das stimmt oder nicht.
Eigentlich sollte jeder die Polizei anrufen.
Was ist jetzt das Ergebnis des Projekts?
Das es keine Möglichkeit gibt sich verlässlich über etwas zu informieren?
Das wäre mal ein Internetdienst, ähnlich der Hoax Seite der TU Berlin, nur für Medien- und Nachrichten Meldugen.
Die Videos sind vieles, aber eben nicht professionell gemacht. Wer darauf hereinfällt ist selbst schuld.
Nürnberg hier,
nix, aber auch gar nix davon mitbekommen ^^
@Frank Sommer:
Leb mal in Bayern. Die Polizei hier hat mit dem Gesetz überhaupt nichts mehr am Hut, hier herrscht Willkür ohne Ende. Was "Juristisch relevant" ist schert hier in den ersten paar Wochen keinen der Uniform oder Robe trägt, die Scherben der Existenz darf der Betroffene dann irgendwann selber zusammenkehren.
Sehr geehrter Herr Vetter,
es heißt ABC-Schutzmake und nicht Gasmaske, aber vermutlich sind sie ein Ungedienter was sie aber gerade deshalb sehr sympathisch macht!
Gruß
An die alte Gummifuddel
Die Problematik meiner Ansicht nach ist, dass man so etwas nicht machen sollte. Für den skeptischen und findigen Leser der "Berichte" oder "Zuschauer" der Videos war irgendwie klar, dass das nicht stimmen konnte. Jedoch sind da draussen nicht nur solche Surfer zu finden sondern auch ältere Leute, BILD-Leser und andere, die eben schneller auf so etwas hereinfallen.
Ich halte es für keine gute Idee, zu versuchen, eine Panik heraufzubeschwören und dadurch eventuell Menschenleben zu gefährden. Zudem sind einige FB-User auch noch reudig wie am 1.April auf die Aktion eingestiegen und haben sie mit Statusmeldungen verbreitet die darauf ausgerichtet waren, die Glaubhaftigkeit zu untermauern.
Die Abschaltung der Seite halte ich für legitim. Denn eine Straftat vorzutäuschen war, ist und wird nie ein Mittel sein um Menschen aufzurütteln. Dafür gibt es bessere und sinnvollere Wege.
Laut Presse wurde in den AGB (oder wo auch immer) auf den Umstand hingewiesen, dass es sich um ein Kunstprojekt handelt.
Ich habe mir die AGB und den ganzen Schmuh vor Abschaltung der Website mal durchgelesen gehabt und bis auf den Passus "Für den Inhalt der durch User bereitgestellt wird, übernehmen wir keine Haftung" keinen Hinweis gefunden, der bei genauerem Hinsehen darauf hingedeutet hätte, dass es sich um "Kunst" und bei den Meldungen um "Absichtliche Falschmeldungen" handelt.
Insofern ist für mich das Projekt, sorry, Schwachsinn und sollte nicht wiederholt werden. Strafrechtliche Schritte? Halte ich für unsinnig. Eher eine öffentliche Entschuldigung, so einen Unfug angefangen zu haben. Dann wäre die Sache erledigt.
Und die sind auch noch hingegangen und haben was erzählt?
Warum gibt's an Schulen nicht eigentlich soetwas wie Rechtskunde?
Interessant ist auch, dass keinem auffiel, dass nur "NCC" und nicht bekanntere Sender wie "CNN" oder "ZDF" über so eine "Kleinigkeit" berichten wollen. Beim 11.9. hielt ich anfangs selbst die offiziellen Berichte dieser Sender für einen gut gemachten Fake oder wollte sie zumindest dafür halten. Ein tolles Expriment st es trotzdem, denn seit KRIEG DER WELTEN hat sich entweder nicht viel getan oder die Leute erwarten eine solche Katastrophe, und haben sich damit abgefunden, dass es irgendwann geschehen muss.
Ulkig, wie hier sofort die "Zensur-Glocken" und "Rambo-Polizei-Glocken" von den (bayrischen) Kirchtürmen losgetreten werden und zu bimmeln beginnen.
Lest euch den Text mal ohne Emotionen durch: Die Polizei fragt beim Betreiber nach und sagt ihm: Es gab Leute, die sich bei uns beschwert haben. Was ihr da macht, kann eventuell gegen ein Gesetz sein. Bitte hört auf damit.
Und das machten die Studenten.
Mehr steht da nicht.
Und, das darf man nicht vergessen: Zu dem Zeitpunkt wusste ja selbst die Polizei nicht, in welche Richtung sich das "Experiment" entwickeln wird.
“Wir wissen zumindest, dass wir mit unserer Sicht der Dinge richtig lagen. Falsche Meldungen verbreiten sich schnell und bringen halt auch die Kripo auf den Plan.”
Das klingt nicht nach einem Projekt mit unbekanntem Ergebnis. Hier wurde doch das Ergebnis bewusst manipuliert, bzw. das Projekt so gestaltet das genau dieses Ergebnis raus kommt.
Hier wurde nach Methoden des Marketing vor gegangen, nicht wissenschaftlich.
Achja: Lustig auch, dass die Jungs anscheinend keine juristische Beratung vorher in Anspruch genommen haben.
Denn dass sich jemand Offizielles (Polizei, Ordnungsamt etc) einschalten wird, war ja eigentlich vom Experiment vorgesehen..
@Philipp:
Lesen Sie den Text noch einmal: Es handelte sich mitnichten um eine freundliche Bitte, doch bitte die Aktion zu beenden, sondern um eine unverholene Drohung polizeilicher und juristischer Konsequenzen (Hausdurchsuchung, Festnahmen) ohne rechtliche Grundlage seitens der Polizei. So ein Verhalten ist, nicht nur in Bayern, ja mittlerweile gang und gebe: Erstmal gibt es von der Polizei ein paar auf's Maul (im übertragenen oder auch wörtlichen Sinne), anschließend wird irgdenwie eine Legitimation konstruiert.
@Philipp:
Verehrter Herr Philipp, ihr Kommentieren verstösst womöglich gegen Gesetze. Hören sie auf damit!
Erlaubt ist alles, was nicht verboten ist. So ein tolles Projekt durch vorauseilenden Gehorsam zu vernichten ist nur ein weiteres Indiz, dass es in Deutschland schon sehr, sehr lange Zeit viel, viel zu spät ist. Wenn die Schutzstaffel mir eine Hausdurchsuchung ankündigt, fahre ich fix zum Baumarkt und besorge mir Brecheisen und Teppichmesser. Sollen sie nur kommen. Allahu Akbar!
Das schreit doch nach einem neuen Gesetz, welches endlich diesen rechtsfreien Raum beseitigt, und eindeutig regelt, wer in Deutschland Nachrichten vortäuschen oder fälschen darf.
@Michael: Wurde sogar von der Polizei aufgenommen, dass es drei klare Hinweise auf ein Kunstprojekt im Impressum gab. Auch das Fernsehen hat darüber berichtet – insofern, lesen hilft.
@Pan: Wie gesagt mir is es im Impressum nicht aufgefallen und ich habe aufmerksamer gelesen als der Durchschnitts-User würde ich mal sagen. Und Fernsehen? Ich schau kaum fern. Von daher ;)
Im Übrigen finde ich, dass einige der letzten (deinen meine ich nicht) Kommentare schon sehr entgleisen…
das experiment beinhaltet nur, wie leicht sich die kommentatoren des lawblog zu den üblichen kommentaren über den schlimmen, schlimmen staat hinreißen lassen. sowohl uv, als auch die meisten kommentatoren reagieren hervorsehbar.
@Nils:
Selbst wenn der Strafverteidiger Schueklappen hätte: immer noch besser als Ihre Ahungslosigkeit.
@Rainer Hohn: Ihre Aussage stimmt so nicht. Im Blogpost selbst ist auch nur die Rede davon, dass man zwischen den Zeilen etwas wie Hausdurchsuchung hätte heraushören können (und das ist auch nur das subjektive Empfinden des das Telefonat nacherzählenden Studenten). Aber Hauptsache, ohne handfeste Fakten und Beweise pauschal auf die Bayerische Polizei einprügeln, die hier nur erst einam Telefonisch nachgefragt und am nächsten Tag zu einer Vernehmung geladen hatte. Und das bei einer Tat, die die Bevölkerung bewusst in die Irre führen und in Panik versetzen sollte und diese dafür bewusst unter Vorspiegelung falscher Tatsachen (sie gaben sich als Journalisten aus) angelogen hat.
Hätten Sie sich im Vorfeld rechtlich informiert und ggf. die Polizei mit einbezogen, wäre wohl alles kein Problem gewesen.
Liebe Kommentatoren,
bevor hier gemutmasst wird, was die Studenten alles so "dachten" solltet Ihr Euch einmal nen TVA Bericht zu Gemuete ziehen, hier spricht der Pressebeauftragte der Kripo selbst und hier ist die Forderung ganz klar, inkl der Luege es wuerde nun bei der Oberstaatsanwaltschaft liegen.
gez.
Milan Berger, ein nicht Student!
Schwierig – einerseits durchaus ein interessantes Projekt, wenn es wissenschaftlich korrekt durchgeführt wird.
Wissenschaftlich korrekt wäre in dem Fall aber vielleicht gewesen, das im Vorfeld mit der Stadt und den entsprechenden Behörden zu klären …
Immer wieder schön zu sehen, dass Gefahrenabwehr und Strafverfolgung lustig durcheinander gewürfelt werden.
@Michael: Sie haben es nicht gesehen und wo es gezeigt wurde schauen Sie aus Gewohnheit nicht hin. Von daher schlussfolgern Sie richtig: Ihre Version der Geschichte ist die einzig relevante, offensichtlich ist alles in bester Ordnung.
Die Welt braucht mehr Menschen wie Sie! Wenn wir endlich an einem Punkt sind an dem Blogger, Zwitscherer und Hans-Dieter für Facebookeinträge in "Unterbindungsgewahrsam" geschoben werden, dann können Sie uns bestimmt auch erklären warum selbst dieses Vorgehen dann plötzlich legitim ist.
Eine Zensur findet nicht statt. Weiß doch jeder: Zensur gibt es nur im nahen Osten und dort auch nur bei den ganz ganz bösen Diktatoren.
@zf.8: die abwehr welcher gefahr denn? das eine imaginäre sau durchs dorf getrieben wird und der geistig prekäre anteil der bevölkerung sich bedroht fühlt?
in dem fall sollte die regierung sich mal warm anziehen wenn sie die nächste h5n1 oder schweinegrippe pandemie mit "tausenden toten" ausrufen lässt.
Erst schießen, dann fragen – wie üblich. Läuft ein derartiger Plot Sonntag Abend im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen, regt sich kein Mensch darüber auf. Die besorgte Bürgerin erntet allenfalls einen Hinweis auf ihre mangelhafte Medienkompetenz, wenn sie damit zur Polizei geht. Wesentlich amateurhafter ins Netz gestellt, schwillt dem gedungenen Schergen jedoch umgehend der Kamm, und er lässt sich zur Nötigung im Amt hinreißen.
Unser Problem sind offensichtlich nicht neugierige Studenten, sondern willfährige, halbseidene Staatsdiener.
geil wieviele Kommentatoren hier meinen, man müsste für alles was nicht linientreu ist vorher bei Polizei, Staatsanwaltschaft usw eine Erlaubnis einholen.
Das ist schon ein Paradebeispiel des Vorauseilenden Gehorsams.
Ist die Abschaltung einer Webseite/Stream überhaupt ohne richterlichen Beschluss erlaubt?
@Sportabwehroffizier:
Es heißt Gasmaske – genau so wie es Atemschutzmaske, Atemmaske oder ABC-Schutzmaske heißt. Dass die Bundeswehr einen dieser Synonyme bevorzugt heißt nicht, dass die anderen falsch wären.
@marcus05:
nein, keine erlaubnis holen, bloss vorher mitteilen was man zu tun gedenkt. insbesondere wenn es eben auf die außenwirkung ankommen soll und ganz offensichtlich auch welche erzeugt werden soll. einfach nur kommunikation betreiben.
du bist ein paradebeispiel egoistischer denkweisen
@Daniel:
Sie sind wirklich der Meinung, dass man zum Abschalten der eigenen Webseite einen richterlichen Beschluss benötigt?
Was hier nicht alles aus einem nett gemeinten Kunstprojekt von kleinen Studenten gemacht wird ist schon der wahnsinn. Wer mal auf die Websiten von den Jungs gegangen ist, der sieht wohl, wie klein der Anspruch war…
@Laber: "Warum gibt's an Schulen nicht eigentlich soetwas wie Rechtskunde?"
Na, eben damit die unwissenden Bürger treudoof zur Polizei gehen und sich dann da verplappern!
wie sich manche hier wundern/empören über
a) die besorgte bürgerin
b) die teilnahmlosen leichenbetrachter
passt nicht zusammen.
was wollt "ihr" denn nun? anteilnahme und überreaktion liegen nun mal dicht beieinandern.
Verstehe ich das richtig: Irgendwelche Studenten machen das gleiche wie ein berühmter Künstler in den 30ern und nennen das Kunst, obwohl sie eigentlich nur ein bißchen das Establishment anpissen wollen wie ausnahmslos alle Generationen vor ihnen?
Damit haben sie dann genau ein Mitglied besagten Establishments soweit beunruhigt, daß die Polizei mit strengem Blick den Zeigefinger hebt?
Und die Studenten stehen so sehr hinter ihrer Sache, daß sie umgehend alle vorhandenen Schwänze einklemmen und jetzt nur noch lautstrak, ich meine kleinlaut davon ablenken wollen, daß sie weder Kreativität für eigene Ideen noch ausreichend Arsch in der Hose für deren Umsetzung haben?
Und UV stellt die Studenten jetzt als Laberbacken an den Pranger, weil sie immer noch verzweifelt versuchen, ihre rundum mißlungene Aktion als Erfolg zu verkaufen?
@Densor: Habe ich gesagt, mein Blickwinkel wäre der einzig richtige? Ich glaube nicht. ;) ich habe nur gesagt wie ich es sehe. Und das, glaube ich, freier von Häme oder übertriebenen und teilweise diffamierenden Floskeln. Aber auch das liegt im Auge des Betrachters und dessen meinung was da zwischen den Zeilen der Kommentare stünde
Na wenigstens bekommt das Projekt auf diesem Wege die Aufmerksamkeit, die ihm zusteht. Das Impressum scheinen die Wenigsten wirklich aufmerksam gelesen zu haben, da sich der Passus über den fiktionalen, künstlerischen Charakter ja geradezu aufzwängt!
Ich weiß nicht, wie viele von den Beitragsverfassern die Berichterstattung mitverfolgt haben, aber offensichtlich hielten "die Jungs" von der Polizei die fiktive Nachrichtensendung für glaubwürdig genug, um gleich auf die Abschaltung der Website aufzufordern.
Gefahrenabwehr oder Strafverfolgung hin oder her, Verhältnismäßigkeitsgrundsatz und ultima-ratio Prinzip sollten beiden immanent sein.
Die Aufforderung, die Seite aus dem Netz zu nehmen, dürfte diesen Anforderungen nicht genügen.
Udo Vetter hat m.E. genau die richtigen evtl. einschlägigen Vorschriften genannt und sie aus den genau richtigen Gründen sogleich verworfen. Diese Erwägungen dürften die Initiatoren des Projekts bereits vorher angestellt haben. Wenn sie aber zu ebendiesem Ergebnis gekommen sind, wie es treffend von UV beschrieben wird, was gibt es daran auszusetzen? Wieso müssen sie sich dann im Vorfeld an die Behörden wenden? Damit diese mehr Zeit haben, zu überlegen, ob es in Ordnung geht oder nicht? Oder damit diese vorher lieber gleich abwinken? Könnte ja jemand Anstoß nehmen. Und die Oma aus dem Sessel fallen? Wie rechtfertigt sich dann die BILD-Berichterstattung? Wobei die noch nicht mal ehrlich ihre Motive offenlegt.
Dass die Initiatoren nicht auf taub gestellt haben und die Seite gelöscht haben, zeugt nicht von einem undurchdachten Projekt, sondern ist Beweis für die Ehrlichkeit und Authentizität des Projekts: Niemand wollte das "Establishment anpissen". Im Nachhinein ist im Übrigen leicht zu sagen, hätten sie doch nicht gleich voraus blinden Gehorsam geleistet.
Die Ereignisse lassen sich nicht unter einen OWI- oder Straftatbestand subsumieren (welche Straftat soll denn bitte vorgetäuscht worden sein? Jedenfalls keine Vortäuschung im Sinne des dt. StGB).
Im Übrigen kann ich nur sagen: Quod erat demonstrandum!!!
Ich hab mir die Sache damals angesehen und finde sie nach wie vor lustig. Soweit ich weiß, war das ganze auch eher zur Erheiterung gedacht und deshalb so unglaublich überzogen(3000 Opfer, ja klar). Was jetzt daraus gemacht wird und mit welchem übertriebenen Qualitätsanspruch man jetzt auf einmal da dran geht ist einfach lächerlich. Lächerlich aus juristischer und künstlerischer Sicht. Armes Deutschland!
@Wolkenzell: Interesse wurde bei dir aber schon geweckt, nicht wahr? Sonst wärst du nicht hier gelandet…=)
ansonsten denke ich, dass genau das der Anspruch des Projekts war (zumindest nach außen)
Sie hätten von einem Amokläufer in einer fiktiven Schule berichten sollen, das wäre wahrscheinlich noch durchgekommen.
Bayern.
Wer ist denn so blöd und rennt zu Vernehmungen bei der Bullerei? *kopfschüttel* Studenten können echt gar nix…
Warum muss denn in letzter Zeit jeder versuchen, gefakte Nachrichten zu verbreiten? Haben das nicht schon genügend Leute gemacht? Wäre es nicht mal Zeit für eine neue Idee, für was Kreatives? Nehmt euch ein Beispiel an bspw. The Bird Base mit der Buch-Aktion oder so – aber macht keine so derart offensichtlich unprofessionell gedrehten Videos (nicht mal der Lokal-Fernsehsender hier lässt Moderatoren vor die Kamera, deren Augen durch Haare verdeckt sind) mit abgekupferten Ideen.
Viel Presse, ca. 60 Leute die sich lang auf lawblog.de auslassen, Hater, Neider, Bewunderer, Angreifer und Verteidiger – alles für ein low-low Budget Kunstprojekt von 2 kleinen Studenten. Was sollten Künstler mehr wollen als kontroverse Diskussionen. Irgendwas muss also richtig an dem Ding gewesen sein.
Hater, Neider, Bewunderer, Verteidiger und Angreifer. Viel Presse. Fast 60 Leute, die sich auf lawblog zerfleischen. Alles für ein low-low-Budget Kunstprojekt von 2 kleinen Studenten, die nicht einmal auf der Filmhochschule sind. Was könnten sich Künstler schöneres Vorstellen, als kontroverse Diskussionen über ihre Werke? Irgendwas muss an dem Ding ja dran sein. Gute Nacht.
Bei uns in der Schweiz ist sowas wohl als "Schreckung der Bebölkerung" strafbar: http://www.admin.ch/ch/d/sr/311_0/a258.html
In Regensburg können die Leute ja froh sein, dass man sie nicht präventiv aus Notwehr über den Haufen geschossen hat.
Also vorgestern hat mir das Raffelhüschen Angst gemacht, weicl miene Betriebsrente ja nicht in senen Fonds landet und ich deswegen untergehe und mit mir die Welt:
welt.de/newsticker/news3/...ter-niedrigen-Zinsen.html
Hat den keiner angerufen und das Maul verboten? Denkt den keiner an die Kinder !eins11
@Pan: Das Auf-Einer-Filmhochschule-Sein ist nicht unbedingt ein (künstlerisches) Qualitätsmerkmal… Aber ansonsten hast du wohl Recht.
§ 145d I Nr. 1 StGB – Vortäuschen einer Straftat scheint einschlägig zu sein:
"§ 145 d Vortäuschen einer Straftat
(1) Wer wider besseres Wissen einer Behörde oder einer zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Stelle vortäuscht,
1.daß eine rechtswidrige Tat begangen worden sei oder
(…)
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 164, § 258 oder § 258 a mit Strafe bedroht ist."
Aus der Äußerung “Wir wissen zumindest, dass wir mit unserer Sicht der Dinge richtig lagen. Falsche Meldungen (…) bringen halt auch die Kripo auf den Plan.” ergibt sich ja eindeutig, dass man erwartet hat, dass die Kripo von dem vermeintlichen Anschlag erfährt und sich einschaltet.
(1) Wer absichtlich oder wissentlich
1. Notrufe oder Notzeichen mißbraucht oder
2. vortäuscht, daß wegen eines Unglücksfalles oder wegen gemeiner Gefahr oder Not die Hilfe anderer erforderlich sei,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
Setzt das Vortäuschen einer Straftat voraus, was durch die Videos nicht gegeben ist – da die vermeintliche Straftat bereits in der Vergangenheit liegt. "Ich" ist definitiv nicht vom Fach!
@ Pan (Nr. 65): § 145d I Nr. 1 sagt: "…wer vortäuscht, daß eine rechtswidrige Tat begangen worden sei…"
Das heißt: Die Tat liegt in der Vergangenheit. Unsinnig ist der Vorschlag von "ich" also keineswegs.
"Pan" ist definitiv nicht des Deutschen mächtig!
§ 145d I Nr. 1 sagt: "…wer vortäuscht, daß eine rechtswidrige Tat begangen worden sei…"
- Passt nicht, da in den Videos nur gemutmaßt wird. Schaut sich die irgendwer überhaupt an?
@tune: wo ist der Fehler bei Pan?
Orson Welles Hörspiel “Krieg der Welten”. Die realistisch klingende Radioreportage über die Invasion Außerirdischer gehört für bayerische Abiturienten möglicherweise zur Standardausbildung, oder auch nicht. Mir jedenfalls ist es bekannt. Anderen Kultur interessierten mag es bekannt sein. Duch schnelles Zappen durch die Kanäle, auch als männliches Lagerfeuerflackern verbildlicht zeigt den männliche wie weiblichen Fernsehgeschädigten, dass es hier Fiction gibt. Wer das als Realität interpretiert, ist nach meiner Meinung NICHT für den Polizeidienst geeignet. Aber wir wissen mittlerweile, dass selbst der(die) Geheimdienst/e des Inneren nicht gerade Nobelpreisträger sind. Immerhin, danke, für die schnelle Reaktion, wenn sie auch nicht adequat erfolgte. Aber die Weiterbildung hat eine Chance. Wenn sie nur noch 1. finanziert UND 2. und das finde ich nicht wert, übersehen zu werden, Pädagogisch massvoll eingesetzt wird. Ich weiß, wovon ich rede. Ich kenne Weiterbildungsstätten, wo dieser Grundsatz nicht so ganz die Regel Nummer EINS ist. Wir könnten alles soviel besser machen. HST, Unternehmensberater, der kommt dann, wenn die Bestimmenden nicht so ganz wissen, wem sie das Geld in den Rachen schmeissen sollen, wenn sie wissen, was not tut… Kerze nach Altötting…. seufz