Das FBI steht deutschen Urhebern bei

Während unsere Urheber und vor allem die Verwertungsindustrie noch auf die geforderten Gesetzesverschärfungen, verstärkte Internetüberwachung und den damit verbundenen Abbau von Freiheitsrechten für uns alle warten, erhalten sie unverhofft Schützenhilfe aus Übersee. Das FBI hat mit sofortiger Wirkung sein Anti-Piracy Warning Seal für die allgemeine Nutzung freigegeben.

Bisher durften nur Mitglieder von fünf Produzentenverbänden in den USA den Warnhinweis nutzen. Wegen zahlreicher Anfragen und großem Interesse hat das FBI diese Beschränkung nun aufgehoben.

FBI-Seal-150x150

Die Nutzungsbedingungen sind hier veröffentlicht. Wenn ich nichts überlesen habe, gibt es keine geografische Einschränkung für die Verwendung des Anti-Piracy Warning Seals, so dass nun auch deutsche Rechteverwerter ihre Hinweise optisch etwas aufpeppen können. Vielleicht ein adäquater Ersatz für die doch etwas in die Jahre gekommene “Raubkopierer sind Verbrecher”-Kampagne.

Das FBI selbst ist jedenfalls von seinen Produkt überzeugt:

Selective use of the seal on works that are the most vulnerable to piracy—proprietary software code, video games, videos, images, and testing materials, by way of example—may enhance enforcement of particularly valuable copyrighted works.

Allerdings mahnt die Behörde zum besonnenen Gebrauch. Die inflationäre Verwendung auf allen urheberrechtlich geschützten Werken verbessere nicht unbedingt die Beziehung des Kunden zum Anbieter.

via

23 Gedanken zu “Das FBI steht deutschen Urhebern bei

  1. 1
  2. 2

    ” Die inflationäre Verwendung auf allen urheberrechtlich geschützten Werken verbessere nicht unbedingt die Beziehung des Kunden zum Anbieter.”

    Die Industrie wird es trotzdem ohne gnade überall platzieren

  3. 3

    [...] verbessere nicht unbedingt die Beziehung des Kunden zum Anbieter.

    No shit, Sherlock.

    Und das FBI darf ja ausserhalb der US gar nicht ermitteln – ist also fraglich, ob das deutschen Urhebern irgendetwas bringt ausser eine Spur Laecherlichkeit durch Wichtigtuerei.

  4. 4

    Ich sehe in den Bedingungen auch nichts, das die Verwendung auf werken, die unter Open Source, CC oder sonstigen “liberalen” Lizensen veröffentlich sind, verbietet, FWIW.

  5. 5

    Die inflationäre Verwendung auf allen urheberrechtlich geschützten Werken verbessere nicht unbedingt die Beziehung des Kunden zum Anbieter.
    Soll ja nur niemand auf die Idee kommen, es auf jede beliebige Seite zu pappen…die Abschreckung wäre hinüber…

  6. 6
  7. 7

    Die Nutzungsbedingungen sind hier veröffentlicht. Wenn ich nichts überlesen habe, gibt es keine geografische Einschränkung für die Verwendung des Anti-Piracy Warning Seals, so dass nun auch deutsche Rechteverwerter ihre Hinweise optisch etwas aufpeppen können.

    Das bezweifle ich. Denn die Nutzungsbedingungen enthalten die Anforderung, dass Siegel mit einer vorgegebenen Warnung zu verbinden und das Gesamtpaket aus Siegel und Warnung vom restlichen Text abzusetzen. Und zwar muss das Siegel mit der FBI-Warnung so deutlich vom Rest abgegrenzt sein, dass keine Assozierung des Siegels mit dem restlichen Text möglich ist.

    Und nebenbei, die Nutzungsbedingungen enthalten eine geografische Beschränkung, indem das Siegel nur auf nach Title 17 USC unterfallene Werke angebracht werden darf. Diese Einschränkung schließt zwar die Werke deutscher Urheber nicht aus, aber das es überhaupt keine geografische Beschränkung gibt ist falsch.

  8. 8
  9. 9

    Das Ding ist genauso sinnvoll wie die Trustsiegel der SSL-Zertifikatsherausgeber die man auf seiner Webseite einblenden darf.

    Was ein sinnloses Zeug.

  10. 10

    Wieso sollte es einem deutschen Staatsbürger, der sich auf deutschem Boden aufhält, irgendwie interessieren, was das FBI sagt?

    Auch wenn allabendlich das FBI in unzähligen Filmen und Serien den Ton angibt, hier haben sie nichts zu melden. Wäre ja noch schöner.

  11. 11

    @Jones: theoretisch nein. Praktisch siehe z.B. Neuseeland/Megaupload. Oder die chronische Verwendung von (c) auch in Deutschland, obwohl es nach dt. Urheberrecht gar nicht nötig wäre.

  12. 12

    Wie soll man diese “Anti-Piracy Warning” bitte verstehen? Wer Produkte kauft, die mit diesem Siegel versehen sind, macht sich strafbar? Dann doch lieber wieder zur Tauschbörse des Vertrauens, da hat man solche Unsicherheiten nicht.

  13. 13
  14. 14
  15. 15

    Haha. Ist das ein Scherz? Die sollen lieber pöse Terroristen fangen, wie z.b. den Obama-Sama bin Washington oder die Angäla-Gaga Merkeline!

  16. 16

    Steht das nicht schon seit Jahren über jedem Porno als Qualitätssiegel ? FBI Warning, is klar.

  17. 17

    Am amerikanischen Wesen soll die Contentindustrie genesen?

    “Boah, voll cool, sogar das FBI warnt vor der Site!”

    FBI… da war doch was bei der Gründung…
    ach richtig: man hat die zweitklassigen Gangster zu FBI-Beamten gemacht, denn “die kennen sich in der Kriminalität aus”.

    Sauberer Laden…

    b.

  18. 18

    Ob Kim Dotcom dieses Siegel auch auf seinen geplanten neuen Internetseiten anbringen wird?

  19. 19

    Erinnert irgendwie an das “”Güte”siegel QS” – und wird miene Kaufentscheidungen im gleichen Maß beeinflussen: gar nicht.

    Schön ist, das wenn ich ‘nen Film für meinen Freundeskreis kiopiere, ich das Siegel mitkopieren darf – juhuu 8-P

  20. 20

    Bekäme ich jetzt Besuch von Mulder & Scully, wenn ich etwas runterladen würde? Das ist etwa so realistisch, wie gleich mit dem CSI Miami, den Men In Black oder dem Mossad zu drohen.

    Mal ehrlich, hier sind längst die Staatsanwaltschaften und Kollegen wie Waldorf Frommer an den entsprechenden Fällen dran. Das ist abschreckend genug. Wenn sich der typische Nutzer von Torrents schon davon nicht beindrucken lässt, dann auch nicht von FBI & co.

    Die “versteckten Zugriffe” ausländischer Behörden und Geheimdienste beschränken sich auf ganz andere Kaliber als den klassischen Downloader … ich sage nur Wikileaks & co. Für die kleinen Fische dürfte die Gefahr, bei Nacht und Nebel in ein amerikanisches Militärgefängnis verschleppt zu werden, eher marginal sein.

  21. 21

    Ich wäre da schon für eine deutsche Lösung. Z.B. das Gesicht von Ziercke mit einer Sprechblase versehen in der z.B. steht: “Raubkopierer sind Mörder”. Vielleicht abwechselnd mit “Raubkopierer sind Terroristen” und “Raubkopierer sind Kinderschänder”.

  22. 22

    Och, das ist doch ne sehr nette Geste von Mulder&Scully, danke schön dafür, aber ich werde mir die Nutzungsbedingungen schon nochmal genau durchlesen, bevor ich es auf wichtige IP-Dinge draufpappe, die ich nicht so gerne geklaut bekommen möchte. Also bisserl Schweiß beim nächsten Shopping-/Konferenz-Trip nach USA sollte dies einem notorischen Raubkopierer von geistigem Eigentum und Erfindungen schon in die Stirn treiben können … zumindest dessen erschlichener USA-Urlaub auf Kosten der Steuerzahler und auf Kosten der wahren Erfinder, Urheber, Autoren etc. ist dann wenigstens doch bisserl unruhig und hoffentlich versaut. Bloß was macht man, wenn diverse Hochstapler und Erpresser in den eigenen Arbeitsgruppen gleich von vorneherein ihre “ehrenwerten” Namen auf meine ursprünglichen Arbeiten via Erpressung gestempelt hatten ? Dann schütze ich ja die trittbrettfahrenden Räuber sogar noch mit, indem ich das schicke X-Files-Siegel auf jene Arbeiten draufklebe … oder ?

    MfG

    PS: Wie ist das denn international-juristisch, wenn jemand auf deutschem Boden gegen dort “tangierendes” US-Recht verstößt ? Also ich meine jetzt nicht, wenn er in Baden-Baden oder Bad Tölz Poker und Roulette mit Geld zockt, obwohl es in fast allen US-Staaten verboten ist, sondern wenn jemand in Deutschland eben z.B. etwas raubkopiert/stiehlt, was in USA geschützt ist, oder ganz simpel gesprochen: Wenn z.B. jemand in Deutschland ein in USA auf einen US-Bürger zugelassenes Auto klaut ? Evtl. ein blödes Beispiel, weil ja Autodiebstahl eigentlich auch in Deutschland unter Strafe steht, aber nur mal fiktiv angenommen, dem wäre nicht so, dann müßte doch das FBI das in Deutschland von einem Deutschen Dieb geklaute US-car zurückholen können und den deutschen Dieb, jedenfalls wenn er mal nach USA in Urlaub fährt, nach US-Recht dort als Autodieb verknacken können, denn das Opfer des Diebstahls, also der wahre Autoeigentümer war ja auch noch US-Bürger den ja das US-Recht schützen muss ? Oder nicht ?
    Jedenfalls wenn dem nicht so wäre, könnte jedes Land Autodiebstahl eines ausländischen Autos aus dem jeweiligen dort geltenden Strafgesetzbuch herausnehmen und jeder Urlauber könnte dann auf Schusters Rappen wieder heimlaufen müssen, und zwar völlig legal … kicher … das Patentrecht ist weltweit national defakto so geregelt, jedenfalls bisher .., denn wenn jemand etwas in einem Land nicht patentiert hat, legalisiert das dortige Patentrecht jeden dortigen Räuber – für Volk und Vaterland sozusagen … kicher …
    Weiteres Beispiel: Der neue Knöllchenvertrag zwischen Österreich und Deutschland, die Ösis stehen ja seitdem alle paar 100 m hinter jedem Busch mit der Laserpistole …

  23. 23

Kommentieren:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Erlaubte HTML-Tags: <b>, <i>, <strike> und <blockquote>.