17.8.2012

Kein Mädchenpensionat

Ein Viertel aller Gefängnisinsassen haben körperliche Gewalt erlebt. Nicht im letzten Jahr, sondern innerhalb eines Monats. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Rund 25 % der befragten Inhaftierten – Männer wie Frauen gleichermaßen, bestätigten, innerhalb der letzten vier Wochen Opfer physischer Gewalt geworden zu sein.

Über die Einzelheiten der Studie berichtet der Berliner Tagesspiegel. Danach liegt die Gefahr für einen Häftling, binnen eines Monats im Jugendstrafvollzug vergewaltigt zu werden, bei sieben Prozent. Der Leiter der Studie, der Kriminologe Christian Pfeiffer, nennt das eine “Horrorquote”. Ebenso schauerlich sind andere Ergebnisse. So sehen sich Häftlinge weniger vom Personal geschützt, dafür eher von Mitgefangenen.

Eigentlich sollte man bei solchen Enthüllungen etwas Betroffenheit bei den Verantwortlichen erwarten. Der niedersächsische Justizminister Bernd Busemann kann sich dazu aber ganz und gar nicht durchringen. “Ein Knast ist eben keine Mädchenpension“, lautete sein Kommentar gegenüber der Nachrichtenagentur dapd.

Offenbar ist dem Minister entgangen, dass sich die staatliche Sanktion sich bei uns auf Freiheitsstrafen beschränkt. Deshalb ist es verhängnisvoll, körperliche Gewalt herunterzuspielen, auch wenn sie von Mitgefangenen verübt wird. Oder gar wie Busemann den Eindruck zu erwecken, man billige augenzwinkernd den harten Umgang im Knast. Nach dem Motto: Die haben es ja nicht anders verdient.

Natürlich lässt sich Gewalt im Gefängnis nicht komplett verhindern. Aber es ist die Aufgabe des Staates, sie nach Kräften zu verhindern und sie auch zu verfolgen. Auch ein Knast ist nämlich kein rechtsfreier Raum. Im günstigsten Fall begünstigt der Minister durch seine Äußerung das Prinzip des Wegschauens, das die Studie ja auch beklagt. Im schlimmsten Fall gibt er zu erkennen, wie lax man es sogar an höchster Stelle schon mit den Minimalanforderungen an Rechtsstaatlichkeit nimmt.

Gewalt jedenfalls fühlt sich nicht besser an, bloß weil sie nicht in einem russischen, sondern einem deutschen Knast geschieht.

80 Kommentare zu “Kein Mädchenpensionat”

  1. niewieder meint: (17.8.2012 um 14:35) AntwortenReply to this comment

    richtig

  2. Sonja meint: (17.8.2012 um 14:40) AntwortenReply to this comment

    Völlig richtig, danke für diesen Artikel!

    Aber mal als advocatus diaboli in die Runde gefragt: Ja gilt denn für diese sogenannten Knasttäter nicht auch die Unschuldsvermutung? Wie kann man sich denn einfach auf diese Leute verlassen, die da von ihnen zugefügter Gewalt reden und das noch nicht mal richtig definieren? Sieht man da etwa Verletzungen? Vielleicht wollen die sich ja auch nur gegenüber den Reportern wichtig machen? Und selbst wenn sichs nicht mehr leugnen lässt, vielleicht hätten sie's ja auch verhindern können wenn sie nicht so deppert da im Weg rumgestanden hätten – das muss doch alles im Kontext der Verhältnisse abgewogen werden!

    Ekeliger Gedankengang, oder? Genau diese Logik dürfen sich Frauen als Opfer der deutschen Horror-Vergewaltigungsquote auch außerhalb der Gefängniswände anhören. Übrigens auch oft genug auf dieser Webseite.

  3. SalzgitterPirat meint: (17.8.2012 um 14:41) AntwortenReply to this comment

    Dazu auch interessant, die Pressemitteilung der Piraten Niedersachsen: piratenpartei-niedersachs...fodern-ueberpruefung.html

  4. Anderer Gregor meint: (17.8.2012 um 14:49) AntwortenReply to this comment

    Davon abgesehen — wie wollen wir denn überhaupt irgendeine Art von Rehabilitation schaffen, wenn wir den Insassen täglich vorführen, dass der Staat, seine Gesetze und seine Vertreter sie nicht schützt, sondern dass das Recht des Stärkeren, des Gewalttätigeren gilt? Und das schon im Jugendstrafvollzug? Das ist doch das genaue Gegenteil dessen, was sie lernen sollten.

    Und bzgl der "Unschuldsvermutung": Die besagt, dass ein Verdächtiger erst einmal als unschuldig gelten soll — nicht, dass davon ausgegangen werden soll, dass keine Straftat vorgefallen sein kann.

  5. stimmviech meint: (17.8.2012 um 14:55) AntwortenReply to this comment

    Deutsche Politprominenz ist scheinbar ausgelastet mit dem Engagement für Haftentlassungen einer ukrainischen Finanzgaunerin und eines deutschen Doppelmörders namens Jens Söring, der in den USA so verwahrt wird, wie es sich konservative Leute wie ich auch für Deutschland wünschen. Der Normalgefangene allerdings ist dieser Prominenz egal.
    Hat Bernd Busemann eigentlich Chancen, wegen 140 STGB verurteilt zu werden?

  6. Anderer Gregor meint: (17.8.2012 um 14:56) AntwortenReply to this comment

    Woah, da wollte ich aber mal mit Fachterminals imprägnieren. "Resozialisierung" natürlich, nicht (notwendigerweise) "Rehabilitation". Wobei letztere natürlich auch nach Gewalterfahrung um so schwieriger wird.

  7. Twister meint: (17.8.2012 um 14:56) AntwortenReply to this comment

    Wo bleibt da das harte Durchgreifen?
    "Ein Gefängnisaufenthalt ist an rechtstaatliche Grundsätze gebunden, wir tolerieren keine Gewalt an Häftlingen, egal ob durch Mithäftling oder andere und werden uns um eine lückenlose Aufklärung kümmern" wäre doch nun das Mindeste gewesen.

    Aber nein – stattdessen frönt man den feuchten Träumen der Filme, in denen dann gesagt wird "na gut, dann packen wir dich mal 24 Stunden zu dem großen Typ da, der gerade wegen Vergewaltigung von Kindern eingebuchtet ist" und wischt die Anschuldigungen mit einem lässigen "ja mei, sind doch nur Straftäter, was dachten die denn, wie es im Gefängnis zu geht?" weg. Tja, was dachte man? Wohl, dass man innerhalb der Gesetze bestraft wird und nicht damit rechnen muss, noch während der Zeit, in der man für eine Sache sanktioniert wird, Gewalt ausgesetzt ist.

    Ist auch eine klasse Idee, das so lässig zu sehen – wie schon hier erläutert (durch Anderer Gregor): wie soll man den Leuten dann erläutern, dass sie im Gefängnis sind und nachher bitte die Gesetze beachten sollen, wenn man sie im Gefängnis nicht einmal davor schützt, dass die Gesetze gebrochen und an ihnen Straftaten verübt werden?

  8. Ehemaliger meint: (17.8.2012 um 14:59) AntwortenReply to this comment

    @4

    Im Knast wird niemand resozialisiert. Wie denn auch, wenn die Asozialsten von allen die sind, die die Uniform tragen?

    Selbst erlebt in der JVA Würzburg: Nach einer emotional anstregenden Woche (völlig normaler Haftalltag: abgewiesene Anträge (Notizbücher, Telefonat mit der Mutter usw. – sicherheitsgefährdende Dinge eben…) einmal die Zellentür zugeschlagen. Schwupps stand der Beamte in der Tür: "Noch so ein Ding und du gehst ins C-Haus (zu den Leuten, die dem "Neuen" erst einmal den Schrank ausräumen, Einkauf abpressen und bei Widerspruch "handfeste Argumente" liefern).

    Na, wenn man da keine Sozialkompetenz lernt…

  9. Heini meint: (17.8.2012 um 15:06) AntwortenReply to this comment

    Ich bin entsetzt. Über die beschriebenen Zustände in deutschen Gefängnissen höre ich nicht das erste Mal. Ich war aber bisher davon ausgegangen, dass es einen Konsenz in der Zivilgesellschaft gibt, dass Gewalttaten nicht hingenommen werden.

    Die Aussage von Herrn Justizminister Bernd Busemann ist menschenverachtend. Offensichtlich ist der Staat mit der Verwaltung und Unterbringung von Strafgefangenen schlicht überfordert.

    Es scheinen mehr Kameras sowie strikter Einzelvollzug ein wesentlicher Teil der Gegenmaßnahmen zu sein: "Im geschlossenen Männervollzug würden etwa 88 Prozent der Häftlinge inzwischen einzeln untergebracht."; "Als Konsequenzen forderte er [Christian Pfeiffer] unter anderem Kameraüberwachungen in Innenhöfen sowie eine Reduzierung der Überbelegungen."

    So schrecklich weit weg von Zuständen wie in "Escape from New York" scheinen wir gar nicht zu sein…

  10. JTL meint: (17.8.2012 um 15:09) AntwortenReply to this comment

    Unabhängig vom Thema, dem Wahrheitsgehalt, etc.:
    Grundsätzlich wäre ich bei Studien vom Pfeiffer vorsichtig. Das ist der gleiche Knilch der früher auch ständig eine Kausalkette zwischen Computerspiele spielen und Amok laufen hergleitet/herstudiert hat.

  11. ChristianO meint: (17.8.2012 um 15:10) AntwortenReply to this comment

    Das sollte doch leicht wegzubekommen sein. Wenn man Menschen eh bereits die Freiheit aberkennt sollte doch eine durchgängige Videoüberwachung innerhalb einer solchen Anstalt um solche weitere Verstöße aufzuspüren doch kein zu großer weiterer Schritt sein. Bei einer solche Konzentration von Verbrechern und ascheinend auch Vergewaltiger lässt sich dafür doch sogar argumentieren.
    Mit dieser dann erhöhter Aufklärung könnte Einzelhaft für gewalttätige Verbecher in kombination mit Haftverlängerung doch ein Anreiz sein sich zivil zu benehmen.

  12. zf.8 meint: (17.8.2012 um 15:11) AntwortenReply to this comment

    @stimmviech:

    Hat Bernd Busemann eigentlich Chancen, wegen 140 STGB verurteilt zu werden?

    Offensichtlich nicht tatbestandsmäßig, da § 140 StGB eine bestimmte bereits erfolgte Straftat erfordert, die auch zu den in § 140 StGB aufgezählten Straftaten gehört. Und da gehören die einschlägigen §§ 223 und 224 StGB nicht zu.

  13. Ehemaliger meint: (17.8.2012 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    @9

    Diese 88% würde ich als reine propagandistische Lüge abtun – ausser in NDS wurden plötzlich eine Menge neuer Knäste gebaut. Vor etwa zwei Jahren waren Einzelzellen begehrte Seltenheit mit langen Wartelisten. Tatsächlich werden diese "Einzelzellen" i.d.R. mit zwei Mann belegt – die sich einen Schrank teilen müssen und sich permanent auf den Füßen stehen.

  14. leser meint: (17.8.2012 um 15:17) AntwortenReply to this comment
  15. Spiritus meint: (17.8.2012 um 15:18) AntwortenReply to this comment

    Merke:

    Deutschland ist kein Rechtsstaat. Deutschland ist keine Demokratie. Deutschland ist nicht frei. Deutschland wird von Sicherheitsbeamten regiert.

    Und jetzt alle im Chor:

    Deutsch…

  16. Rüdiger meint: (17.8.2012 um 15:20) AntwortenReply to this comment

    @SalzgitterPirat

    Bitte korrigiert eure PM: "Diese Aussage weist die Piratenpartei Niedersachsen empört zurück: sie spricht den Strafgefangenen menschliche Grundrechte ab." Bedeutet: "Die Piratenpartei spricht den Strafgefangenen Grundrechte ab." Sonst beeindruckend professionelles Politsprech.

    Sorry fürs OT.

  17. stimmviech meint: (17.8.2012 um 15:21) AntwortenReply to this comment

    @Heini: Gewalt im Knast gab es immer schon, und augenzwinkernd haben Autoritäten das immer schon begrüßt. Ein Beispiel aus meiner Forensikzeit in den 80ern: wir hatten da einen Kindermörder, der einmal recht schüchtern war und zum zweiten seine Straftat in der Gruppentherapie nicht gestehen wollte. Die Therapeutin stand sexuell auf gewalttätig agierende Männer und hat regelmäßig Orgasmen gekriegt, wenn der in der Gruppentherapie mit Schlägen bedroht und sogar ansatzweise geschlagen wurde.Übrigens von einem Typen, der selbst wegen Vergewaltigung drin war.Zeitweilig magerte der Kindermörder deutlich ab, weil er sich nicht mehr in den Essensraum traute, denn da kriegte er richtig Haue.
    Ein anderer auf einer anderen Station hatte Probleme mit einem gewalttätigen Mitgefangenen, nachdem dieser es bei stimmviech probiert hatte, aber an meiner " Toddiskutierfähigkeit" gescheitert war. Das Opfer war am unteren Rand des normalintelligenten Spektrums, ich weiß noch, wie er im offenen Haus- am Wochenende waren wir Kriminellen da unter uns- von dem Schläger in einen Schrank gedrückt und mit dem Gürtel verprügelt wurde. Verzweifelt raste er dann zum Pflegerzimmer, da war aber niemand, der ihm helfen wollte. Und da er wegen gewisser Faulheitseigenschaften auch den Therapeuten auf die Nerven ging,bekam er von dort regelmäßig nur den Rat, er müsse lernen, sich mit seinen Mitgefangenen auseinanderzusetzen. Die wirklichen Extreme habe ich wohl in dem halben Jahr, in dem ich dort war, abmindern können. Was mir zu Ohren kam war, daß er nach meiner Entlassung noch mehr verprügelt wurde. Aber er hat die Gewalt weitergegeben. Ein dreiviertel Jahr nach meiner Entlassung ermordete er ein 12-jähriges Mädcbhen im Nachbardorf. focus.de/politik/deutschl...x-taetern_aid_160209.html Als " Herbert E." ist er hier nur eine kleine Meldung.

  18. Jens meint: (17.8.2012 um 15:26) AntwortenReply to this comment

    Die Studie, die hier ( http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fob119.pdf ) heruntergeladen werden kann, spricht aber gar nicht von Vergewaltigungen, sondern von "sexuellen Übergriffen" – das ist auch nicht schön, aber deutlich etwas anderes.

  19. stimmviech meint: (17.8.2012 um 15:31) AntwortenReply to this comment

    @Jens: Ne sexuelle Nötigung dürfte wohl schlimm genug sein.

  20. stimmviech meint: (17.8.2012 um 15:35) AntwortenReply to this comment

    @zf.8: Aber eine Billigung von 177 STGB passiert doch hier. Nur ist die Frage, ob die in Frage kommenden Straftaten konkret genug benannt sind, vermutlich nicht.

  21. Profj meint: (17.8.2012 um 15:36) AntwortenReply to this comment

    @Rüdiger:
    die Piraten haben recht. Der Satz bezieht sich auf die Aussage des Justizministers.

  22. alex meint: (17.8.2012 um 15:39) AntwortenReply to this comment

    Es sollte zumindest so starke Bemühungen zur Verhinderung geben, wie es für normale Leute auch gibt. Wenn es draussen eine 7% Vergewaltigungsquote gäbe, dann könnte das Argument "ist halt so" vielleicht ziehen, aber an sich sollte es in einer geschlossenen Anstalt wie ein Gefängnis es nun einmal ist sogar möglich sein die Straftaten besser zu vermeiden als auf der Straße.

  23. Erforderlich meint: (17.8.2012 um 15:45) AntwortenReply to this comment

    Hat jemand mit ein bisschen Erfahrung in Gewaltforschung [od. Psychologie allgemein] die Studie mal gelesen und kann eine Aussage darüber treffen, wie es mit der Methodik steht?

    In der verlinkten Studie steht in der Diskussion, dass davon Auszugehen sei, dass es sich nur um die "Untergrenze" der möglichen Werte handelt. Außerdem ist der Fragebogen nicht angehängt; ich dachte das gehört zum guten Ton in den Sozialwissenschaften.

    Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn mir jemand Auskunft darüber geben könnte, inwiefern die Studie verlässlich ist.

  24. zf.8 meint: (17.8.2012 um 15:50) AntwortenReply to this comment

    @stimmviech:

    Wir haben nur einen stark eingeschränkten Kontext für die Aussage und da es ein Aussagedelikt ist, muss man bei der Auslegung der Aussage des Handelnden schon recht viel guten Willen einfließen lassen. Deshalb denke ich nicht, dass man die Aussage als Billigung von § 177 StGB Taten ansehen kann. Und beim Billigen muss das Gutheißen soweit ich die mir vorliegende Kommentierung verstehe wohl auch über "Ja mei, so schlimm is das ja net"-Haltungen hinausgehen.

    Das zusammen mit dem Problem einer konkreten Tat veranlasst mich dazu, das ganze als strafrechtlich nicht relevant anzusehen. Dumme, menschenverachtende Meinungen zu äußern ist an sich ja nicht strafbar.

    @Profj:

    Was gemeint ist klar verständlich. Auch wenn ich denke, dass grammatisch wohl "spreche" verwendet werden müsste. Nichtsdestotrotz, sollte man in politischen Presseerklärungen schon so formulierne, dass möglichst wenige Teile ungünstig aus dem Zusammenhang zitiert werden können. Sonst endet man am Ende so wie Obama mit "You didn't build that."

  25. Martin meint: (17.8.2012 um 16:03) AntwortenReply to this comment

    Ob Mädchenpensionat oder nicht, irgendwann kommen die Insassen wieder raus. Und um die Zeit geht es mir. Die Gewalt wird sicherlich sehr hilfreich sein, wenn man die wieder in die Gesellschaft integrieren will :-(.

  26. Karsten meint: (17.8.2012 um 16:07) AntwortenReply to this comment

    Lt. Wikipedia ist Herr Minister Busemann Jurist. Das macht es auch nicht besser.

  27. Viator meint: (17.8.2012 um 16:13) AntwortenReply to this comment

    Word!

  28. Psychiatrietogo meint: (17.8.2012 um 16:17) AntwortenReply to this comment

    @10: Stimmt, den Zusammenhang von Computerspielen und Gewalttaten, den Pfeiffer sah, halte ich auch für fragwürdig. Dennoch macht das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen als zu weiten Teilen aus Drittmitteln finanziertes und nur zu geringen Teilen aus Mitteln des Landes Niedersachsen finanziertes Forschungsinstitut oft innovative Studien mit solider Methodik, die sonst keiner macht.. Diese Studie, die das Dunkelfeld von Straftaten im Knast beleuchtet, ist ein gutes Beispiel hierfür. Die Operationalisierungen der einzelnen Übergriffe ist zwar manchmal etwas unscharf, es bleibt aber kein Zweifel, dass das Ausmaß der Straftaten im Knast weit weg von jeder zivilen Gesellschaft ist. Dass im "Hellfeld", den angezeigten Straftaten aus dem Knast, fast nichts ankommt, hat einleuchtende Gründe.
    Dieses Ergebnis zu verharmlosen ist wirklich grausig, saudumm und vormittelalterlich.

  29. Mirco meint: (17.8.2012 um 16:20) AntwortenReply to this comment

    Ich finde es sehr löblich, dass Herr Busemann das Prinzip des Wegschauens nochmal verdeutlicht.

  30. Sique meint: (17.8.2012 um 16:22) AntwortenReply to this comment

    @stimmviech:

    Deutsche Politprominenz ist scheinbar ausgelastet mit dem Engagement für Haftentlassungen einer ukrainischen Finanzgaunerin und eines deutschen Doppelmörders namens Jens Söring, der in den USA so verwahrt wird, wie es sich konservative Leute wie ich auch für Deutschland wünschen.

    Die Verurteilung von Jens Söring kann sehr wohl ein Justizirrtum sein. Dieses Gutachten q.b5z.net/i/u/7000525/f/D...orensic_report_sep_09.pdf behauptet nämlich, dass keine am Tatort gefundenen DNA-Spuren mit Jens Söring übereinstimmen. In so einem Falle wünsche ich mir auf jeden Fall, dass die deutsche Politprominenz sich für mich einsetzt.

  31. Fragender meint: (17.8.2012 um 16:26) AntwortenReply to this comment

    Würde die Möglichkeit bestehen, Gefängnisse auch "outzusourcen" ?

  32. Florian meint: (17.8.2012 um 16:30) AntwortenReply to this comment

    Bekanntlich werden allerdings Käsebrote bereits als Folter wahrgenommen, also ist physische Gewalt vermutlich schon gegeben, wenn's nur Erdbeer- statt Quittenmarmelade gibt.

  33. Noch’n Flo meint: (17.8.2012 um 16:45) AntwortenReply to this comment

    Das ist doch nur die Spitze des Eisbergs!

    Wahrscheinlich ist auch das Wasser im Whirlpool zu kalt und der Sekt nur unzureichend temperiert. Skandal!

  34. stimmviech meint: (17.8.2012 um 16:50) AntwortenReply to this comment

    Herr Söring hat Monate vor der Tat Briefe geschrieben des Inhalts, daß der Vater bei einer Konfrontation mit ihm durchaus sterben könne. Und nach Éinbrüchen, so der " Unschuldige" können durchaus noch mehr passieren.
    Außerdem ist doch sein vorgebliches " Rettungsgeständnis" um angeblich die Freundin zu retten sehr unglaubwürdig. Denn in seinem Geständnis scheißt er sie gleich als seine Anstifterin an, was soll denn das für eine Rettung sein? Ich lebe äußerst ungern in einem Land, dessen Repräsentanten und wohl auch dessen Mehrheitsbevölkerung sehr leichtgläubig sind, deshalb meine Kritik an dem Fall und am Engagement von ich glaube über 50 Bundestagsabgeordneten für seine Freilassung. Das Engagement für Mißstände im deutschen Knast dagegen ist null.

  35. Klaus meint: (17.8.2012 um 17:15) AntwortenReply to this comment

    "Ein Viertel aller Gefängnisinsassen haben körperliche Gewalt erlebt. Nicht im letzten Jahr, sondern innerhalb eines Monats."
    Ein Viertel sind ein Viertel, egal wann oder gar in welchem Zeitraum.
    Oder waren es in dem einem (welchen?) Monat 1/4, im Monat davor nur 1/5, und davor nur 1/8…?
    Irgendwie ist da was schief.

  36. Kaboom meint: (17.8.2012 um 17:35) AntwortenReply to this comment

    Wie steht es da mit strafrechtlichen Konsequenzen? Unterlassene Hilfeleistung oder Beihilfe zur Körperverletzung, sexuellen Nötigung etc. durch wissentliche Unterausstattung mit Personal?

  37. Anderer Gregor meint: (17.8.2012 um 17:36) AntwortenReply to this comment

    @35, Klaus: Ich interpretiere das so, dass innerhalb eines gegebenen, durchschnittlichen Monats ein Viertel aller Gefangenen solche Gewalt erlebt hat. Ob es im Monat drauf das selbe Viertel war, oder andere Gefangene in gleicher Anzahl, folgt daraus nicht — das ist aber auch unerheblich.

  38. Fincut meint: (17.8.2012 um 17:43) AntwortenReply to this comment

    Die Quote ist sicher niedriger als auf einer typischen Hamburger Stadtteil-Schule mit höherem Migrantenanteil.

  39. Marc B. meint: (17.8.2012 um 17:50) AntwortenReply to this comment

    Das Gewaltmonopol des Staates ist nur dadurch zu rechtfertigen, dass ihm daraus eine Schutzpflicht erwächst. Kommt der Staat dieser systematisch nicht nach, verliert er damit auch das Gewaltmonopol.

  40. Sique meint: (17.8.2012 um 17:59) AntwortenReply to this comment

    @stimmviech: Trotzdem ist es schwierig, die Haysoms umzubringen, ohne auch nur eine einzige DNA-Spur am Tatort zurückzulassen – und das vor der Entwicklung von DNA-Tests!

  41. marcus05 meint: (17.8.2012 um 18:15) AntwortenReply to this comment

    Erinnert mich an die Oz-Folge in der die Psychologin zum Gefängnisdirektor sagt, als dieser genauso wie Busemann reagiert

    "You want rape to do your job for you"

  42. tph meint: (17.8.2012 um 18:36) AntwortenReply to this comment

    @Klaus:

    Angenommen es gibt vier Häftlinge von denen entweder
    1. einer einmal Gewalt in einem Jahr erlebt hat oder
    2. einer einmal Gewalt in jedem Monat erlebt hat
    Wie viele Gewalterlebnisse pro Jahr hatte der Häftling?

  43. Christian meint: (17.8.2012 um 19:00) AntwortenReply to this comment

    Man kann die Studie auf der KFN-Seite auch direkt lesen.
    http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fob119.pdf
    (Wozu den Tagesspiegel zitieren???)

  44. stimmviech meint: (17.8.2012 um 19:08) AntwortenReply to this comment

    @Sique: Überhaupt nicht. Das meiste Blut dürften die Opfer hinterlassen haben, da man laut DNA-Gutachten keine Vergleisproben hatte, dürfte die " unvekannte DNA-Spur" von einem Elternteil sein. Jens behauptet doch immer, seine Freundin habe die Eltern umgebracht. Nur hat man auch ihre DNA nicht gefunden. Ich halte mich an die unstrittigen Beweise; das sind die "elternunfreundlichen" Briefe von Jens und der offensichtliche Widerspruch zwischen seinem vorgeblichen Rettungsmotiv zugunsten der Freundin und seinem sie beschuldigenden Aussageverhalten. Das reicht mir, um den Typ anders als 50 Bundesragsabgeordnete da gut aufgehoben zu wissen wo er ist.

  45. Christian meint: (17.8.2012 um 19:37) AntwortenReply to this comment

    Es ist in der Tat hilfreich, die Originalstudie zu lesen.

    Bleiben wir mal bei sexuellen Übergriffen, nur so zum Beispiel. Ich lese da folgendes: 7,1% der Jugendlichen berichten über "sexuelle Viktimisierung" in den letzten 4 Wochen.

    Diese Bezeichnung ist aus einem Verfahren entnommen, dem DIPC-SCALED-R. Im Bereich "sexueller Viktimisierung" hat dieses Verfahren 2 Items, nämlich

    1. "I have been sexually abused/assaulted"
    2. "I have been sexually harassed" (zu deutsch: belästigt)

    Also sieht es für mich so aus, daß diese 7,1% auch sexuelle Belästigung mit einschließen. Dies läßt sich der Originalstudie vom KFN leider nicht entnehmen, da die verwendeten Items nicht publiziert wurden. Publiziert wurde nur ein besonders einprägsames Item (Zitat: "Arschfick").

    Weiterhin: die Zahl derjenigen, die in einer Studie diese Items ankreuzen, nämlich 7,1%, ist wissenschaftlich korrekt nicht mit der Prognose gleichzusetzen, wieviel % nämlich in einem Monat Opfer eines sexuellen Übergriffes werden können. Ich habe in der Studie kein statistisches Verfahren erkennen können, mit diese prädiktive Prozentzahl errechnet wurde.

  46. wonko meint: (17.8.2012 um 19:55) AntwortenReply to this comment

    @stimmviech:

    Ich halte mich an die unstrittigen Beweise; das sind die "elternunfreundlichen" Briefe von Jens und der offensichtliche Widerspruch zwischen seinem vorgeblichen Rettungsmotiv zugunsten der Freundin und seinem sie beschuldigenden Aussageverhalten.

    So sehen in Ihrer Welt also unstrittige Beweise aus.
    Und was genau beweisen diese unstrittigen Beweise?

  47. stimmviech meint: (17.8.2012 um 20:40) AntwortenReply to this comment

    href="#comment-535556">wonko:
    Die Briefe beweisen im mindesten moralische Beihilfe zum Mord, für so jemanden möchte ich mich nicht einsetzen. Entfällt erkennbar das Geständnismotiv "Rettung", gibt es nur noch ein Geständnismotiv: Sadismus gegenüber der Gesellschaft und ein daraus erwachsenes Selbsterhöhungsmotiv: er kann einen Mord mit nur minimalen Konsequenzen begehen, da er ja seinerzeit dachte, in Deutschland eine Kurzstrafe als Jugendlicher absitzen zu können.@<a

  48. Olav meint: (17.8.2012 um 22:19) AntwortenReply to this comment

    Warum regen sich hier so viele auf? Es ist doch seit Jahrzehnten bekannt das man beim Duschen im Knast seine Seife bloss nicht runterfallen lassen soll, sieht man doch in jeden schlechten Film und da ist ja nicht mal was falsches dran…Ich wusste schon als kleines Kind vor über 30jahren das ich nie in den Knast will, bisher hats ja zum Glück funktioniert…

  49. Tautropfen meint: (17.8.2012 um 22:22) AntwortenReply to this comment

    @Klaus:
    Wenn du den ersten Absatz zuende liest, wird klarer was gemeint ist, denn da wird noch ein "Rund 25 % der befragten Inhaftierten – Männer wie Frauen gleichermaßen, bestätigten, innerhalb der letzten vier Wochen Opfer physischer Gewalt geworden zu sein." hinterhergeschoben.
    Ich glaube, dass man den ersten Satz demnach so verstehen muss: Ein Viertel aller Häftlinge hat im letzten Monat körperliche Gewalt erfahren. Nicht im letzten kompletten Jahr – was ja ein viel größerer Zeitraum wäre und damit würde sowas auch viel seltener vorkommen – nein, im letzten Monat! Demnach ein deutlicher Unterschied.

    "Danach liegt die Gefahr für einen Häftling, binnen eines Monats im Jugendstrafvollzug vergewaltigt zu werden, bei sieben Prozent."
    Wow. Bei solchen Aussagen merke ich erst mal so richtig, wie überhaupt gar nicht ich jemals ins Gefängnis möchte.
    Hallo, fast jeder ZWANZIGSTE wird im Gefägnis vergewaltigt!!! Und das ist nur die Quote für einen einzigen Monat! Die darauf folgende Zeit des Aufenthalts in die Chance aufs "Glück" gar nicht mal miteingerechnet!
    Oh Gott. Und da denkt man echt, dass diese brutalen Gefängnisfilme die Realität nur überspitzen! Bei jährlich durchschnittlich 7500 Sträflingen im Jugendvollzug werden also im Schnitt 530 Häftlinge innerhalb des ersten Monats vergewaltigt. Super! Da fühlt man sich ja supersicher!
    Gott, das ist echt fürn Hintern. Im wahrsten Sinne des Wortes.

  50. Tautropfen meint: (17.8.2012 um 22:24) AntwortenReply to this comment

    sry hatte erst vor@Tautropfen:
    Sry, hatte erst vor "fast jeder zehnte" zu schreiben, aber habe mich doch für "jeder zwanzigste" entschieden, dann muss natürlich das "fast" weg, mit 7%

  51. Storax meint: (17.8.2012 um 22:37) AntwortenReply to this comment

    Gewalt jedenfalls fühlt sich nicht besser an, bloß weil sie nicht in einem russischen, sondern einem deutschen Knast geschieht.
    Genau, gilt auch für die Opfer der Einsitzenden auch. Gewalt, egal ob sie auf deutschen oder russischen Boden geschieht, fühlt sich nicht anders an.

    Bin gerade etwas sauer, wie hier wieder die Mitleidstour für die ach so armen Gefangenen gefahren wird. Klar, Gewalt geht nicht und der Staat hat dafür zu sorgen, dass dies nicht geschieht. Und ein Vertreter des Staates kann das nicht indirekt gutheißen, aber dieser Vertreter ist bekannt dafür.

    Aber der Staat hat die Einsitzenden meistens nicht in diese Lage gebracht. Sorry, mein Mitleid hält sich in Grenzen.

  52. Bboy meint: (17.8.2012 um 22:57) AntwortenReply to this comment

    @Storax: Ich glaube, ob im Knast oder nicht – man könnte bei ziemlich vielen Leuten schon irgendwelche Gründe finden, wieso sie selbst schuld sind oder es verdient hätten.

    Fakt ist: Auf bestimmte Verhaltensweisen steht Freiheitsstrafe. Nicht "Freiheitsstrafe plus Arschfick plus verprügelt werden plus x". Wer Leute einsperrt und sie dann bewusst Gewalttätern überlässt, begeht mindestens unterlassene Hilfeleistung.

    BTW: Ich bin mir ziemlich sicher, dass diejenigen, die es am übelsten trifft, häufig am harmlosesten sind (außer den Kinderschändern vielleicht). Es wird kaum die Regel sein, dass der notorische Ladendieb den Typen malträtiert, der wegen bewaffneten Raubüberfalls oder Totschlags sitzt. Von unschuldig Verurteilten und unschuldigen U-Häftlingen fange ich gar nicht erst an.

    Insofern finde ich die Einstellung "Wer im Knast sitzt, hat alles verdient, was ihm nur passieren kann" abartig.

  53. Erna meint: (17.8.2012 um 23:31) AntwortenReply to this comment

    Justizminister Bernd Busemann ist offensichtlich mit seiner Aufgabe überfordert. Anders kann ich diese Aussagen, die eher Polemik und Schutzbehauptung sind, nicht erklären.

    Der Mann sollte zurücktreten, damit sich jemand um die offensichtlichen Misstände kümmern kann.

  54. Erna meint: (17.8.2012 um 23:33) AntwortenReply to this comment

    @Bboy:
    "Insofern finde ich die Einstellung "Wer im Knast sitzt, hat alles verdient, was ihm nur passieren kann" abartig."
    "(außer den Kinderschändern vielleicht)"
    Bboy, du widerlicher, heuchlerischer Gutmensch.

  55. Der Steuerzahler meint: (18.8.2012 um 00:59) AntwortenReply to this comment

    Der 08/15 Normaler Denkt doch "Egal ob jung, ob alt, Männleine oder Weiblein…am besten alle in ein Knast und da könne Sie machen was Sie wollen. Und wer es am ende der Strafe lebend zum Ausgangschaft kommt bis zum Tot in Sicherungsverwahrung…

    mfg

    Ralf

  56. Kommentar meint: (18.8.2012 um 01:00) AntwortenReply to this comment

    @Storax: Achso. Jeder der im Strafvollzug seine HAFT-Strafe absitzt hat also nicht rechtsstaatliche "Nebenstrafen" widerstandlos zu erdulden, bloss weil er irgendetwas getan hat, was zu einer Haftstrafe führt. Mehrfach was geklaut. Oder etliche Male keine Fahrkarte gekauft und trotzdem U-Bahn gefahren. Oder zuviel Drogen genommen und Beschaffungskriminalität verübt. Oder Steuern hinterzogen. Selbst ob ein Körperverletzer es zu ertragen hat Vergewaltigt zu werden darf verneint werden. Bei solchen Zuständen müssen wir uns doch nicht wundern, wenn die Menschen die da raus kommen tendenziell eher bessere Chancen haben noch schlimmere Verbrecher zu werden als vorher als Geläutert und Resozialisiert zu werden. Also sollte ich mal durch menschliches Versagen jemanden im Straßenverkehr so schwer verletzen, dass eine Haftstrafe dabei raus kommt würde ich den sofortigen Vollzug der Todesstrafe zweifelsfrei einer Vergewaltigung oder sexuellen Nötigung vorziehen wenn ich wählen könnte.

  57. rächzlinxdemokraat meint: (18.8.2012 um 01:48) AntwortenReply to this comment

    Dann werden wir mal dafür sorgen dass Bernd Busenmann eine gewisse Zeit da drinnen verbringen wird. Gründe gibt's immer (Schily, Rolli etc.)
    Irgendwas ist immer zu finden.
    Man lernt ja immer dazu – bei den Behörden.

    Viel Spaß, Bernd.

  58. Storax meint: (18.8.2012 um 08:38) AntwortenReply to this comment

    Interessant wie hier einfach nicht gelesen wird :-) Ich habe geschrieben, dass sich mein Mitleid in Grenzen hält und der Staat hat dafür zu sorgen, dass Gewalt im Gefängnis unterbunden wird.
    Daraus wird dann abgeleitet, ich würde Gewalt quasi als Nebenstrafe usw. befürworten. Mit anderen Worten, ihr widerlegt Behauptungen, die ich nicht aufgestellt habe. Tja, was soll man da diskutieren, wenn es einigen nur ums "Recht behalten wollen" geht.

  59. Edna meint: (18.8.2012 um 09:21) AntwortenReply to this comment

    "Aber der Staat hat die Einsitzenden meistens nicht in diese Lage gebracht. Sorry, mein Mitleid hält sich in Grenzen."

    So einem Spießer wie Ihnen wünsche ich nichts mehr als einen Knastaufenthalt. Man kann in diesem §$%&#land wegen Lappalien und sogar unschuldig in den Knast wandern. Dafür laufen X-tausende Betrüger frei herum.

  60. Sascha meint: (18.8.2012 um 09:22) AntwortenReply to this comment

    @48: Weil der Staat ein Gewaltmonopol hat und jeder das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Dann hat der Staat auch diejenigen zu schützen, die er in seinen eigenen Institutionen unterbringt, sogar insbesondere, da diese dem räumlich nicht entkommen können.

    Und später sagen dann wieder alle, dass die Resozialisierung nicht geklappt hat. Da ist sich der Stammtisch dann wieder einig.

  61. drui meint: (18.8.2012 um 09:36) AntwortenReply to this comment

    Da darf der Busemann jetzt aber schleunigst zurücktreten. So eine Aussage nach dem Versagen und die billigende Hinnahme von Vergewaltigung von Jugendlichen unter staatlicher Aufsicht, unglaublich. Am Ende vergibt er noch Orden an die übelsten Vergewaltiger, wir sind hier schließlich nicht im Mädchenpensionat.

  62. Tautropfen meint: (18.8.2012 um 09:41) AntwortenReply to this comment

    @Storax:
    Nun ja, deine Aussage liest sich schon etwas wie eine Zustimmung. "Mein Mitleid hält sich in Grenzen" bedeutet ja, dass man kein starkes Mitleid verspürt. Demnach auch kein starkes Unrechtsbewusstsein. Hätte man ein starkes Unrechtsbewusstsein, würde man ja auch starkes Mitleid für das Opfer der Ungerechtigkeit verspüren! Allein aus diesem logischen Schluss lässt sich ableiten, dass du es nicht allzu schlimm finden kannst… soweit klar? Ich hätte diesen Schluss auch aus deinen Worten gezogen. Mal anders herum: Was hast du denn dann mit deinen Worten gemeint? Mir fällt keine Interpretation ein, die deine Worte in ein anderes Licht stellen würden! LG

  63. Till Eulenspiegel meint: (18.8.2012 um 11:36) AntwortenReply to this comment

    Überrascht das irgendwen ? So brutal wie die machttrunkenen gewaltbereiten Polizisten mit völlig Unschuldigen und völlig zu Unrecht Verdächtigten und ganz offensichtlich Verleumdeten umspringen und auch die ebenso gemeingefährlichen (weil mit Giftspritzen und Giftpillen, Giftsprays etc. statt mit Bleispritzen bewaffneten) Krankenpfleger (welch zynische Wortverirrung für etwas, das einer Art KZ-Wächter viel näher kommt) in irgendwelchen Etablissements, wundert sich da irgendwer noch ?

    Mit Verlaub, was hierzulande wiedermal los ist, spätestens seit dieser weltweit berüchtigte deutsche Amtsschimmel so ne Art Souveränität wiedererlangt hat, sollte doch mittlerweile jedem klar geworden sein, der nur ab und zu die Glotze andreht, unseren Ossis vermutlich schon längst, nur trauen die sich nix sagen aus schmerzlicher Erfahrung, es gibt ja auch keine Mauer mehr, über die man in ein sicheres Land abhauen könnte. Die terroristischen Verfolgertrupps reisen bei know-how Trägern auch heute sehr gerne überall hin mit, da braucht man gar nicht im Bunker zu sitzen, um vergewaltigt o.ä. zu werden.

  64. a.n meint: (18.8.2012 um 15:10) AntwortenReply to this comment

    @Erna: Merken Sie nicht, dass Sie Bboy Worte in den Mund legen, die er so nicht geschrieben hat? Ist das Absicht oder mangelnde Lesekompetenz?

  65. ohno meint: (18.8.2012 um 21:03) AntwortenReply to this comment

    @Erna: Erna, Du widerliche Zitatverkürzerin.

  66. Statistiker meint: (18.8.2012 um 23:09) AntwortenReply to this comment

    Es ist wohl egal….. Nazi´s verbreiten ihre Meinung, es ist peinlich….

  67. dermehler meint: (19.8.2012 um 05:47) AntwortenReply to this comment

    In den Usa werden Jugendknäste auch Gladiatorenschulen genannt.Wer jetzt die Szene im Kopf hat wie Kirk Douglas in Spartakus mit den Trefferzonen bemalt wird-100 Punkte.
    Es ist eine in mehrfacher Hinsicht treffendes Bild -wir Zivilisten brauchen Buhmänner also erzeugen wir sie auch durch entsprechende Haftbedingungen,werden die Leute entlassen bedienen die durch eine gewisse Rückfallquote den-wir-habens-immer-gewusst-Reflex.
    Grundsätzlich geht es im Knast auch nicht anders als in der Aussenwelt zu,nur in der Aussenwelt kann man sich hinter Anwälten verschanzen.
    Aber wenn bestimmte Fähigkeiten auch bei Pädokriminellen vorhanden sind,Edv und oder Bankkenntnisse,findet sich jemand der so jemand schützt und nützt…für kleines Geld.
    Und hat man selbst Zugang zu Geld kann man sich Schutz kaufen.
    Wer kein Geld oder Kenntnisse hat ist

  68. BaGoKro meint: (19.8.2012 um 11:08) AntwortenReply to this comment

    Wo Busemann hin gehört scheint ja ausser Frage zu stehen, und das der Resozialisieungsgedanke, der ja eigentlich Gesetz sein sollte, hier nicht breiter getreten wird stimmt bedenklich.
    Die Zahlen dieser Studie sind auch nicht neu, und wenn sie, die Studie richtig durchgeführt wäre, lägen sie um einiges höher. Definitiv, denn dann wäre die Dunkelziffer erhellter…
    Es sind zum großen Teil Banden die in den Knästen regieren!
    Wo sind denn die Anwälte?
    Ach ja die brauchen ja die Kunden wenn sie verroht wieder weiter machen…

  69. ichwundermich meint: (19.8.2012 um 16:50) AntwortenReply to this comment

    Für Herrn Busemann, Justizminister NDS, könnte auch irgendwann mal die Stunde schlagen, pendelnd an an einer Laterne. Man könnte ihm dann die Füße kitzeln und sagen, Politik ist auch kein Ponyhof. Vllt. könnte man der Einfachheit halber dann auch 7% aller Politiker pfählen. Eine akzeptable Quote, oder nicht ?

  70. W meint: (20.8.2012 um 09:09) AntwortenReply to this comment

    @Storax: Zitat: "Aber der Staat hat die Einsitzenden meistens nicht in diese Lage gebracht."

    Doch, hat er. Die Strafe war "Freiheitsentzug", nicht "Freiheitsentzug plus regelmäßiger Arschfick".

    Von den U-Häftlingen und den Jugendlichen mal ganz zu schweigen. Überall sonst heißt es doch "Denkt doch mal an die Kinder", nur im Gefängnis, da dürfen sie den Sex live erleben, den sie sich sonst nichtmal ansehen dürfen?

    Der Staat hat Dich im Gefängnis vollständig in der Gewalt. Also ist der Staat auch für Deine Sicherheit zuständig.

  71. moerken meint: (20.8.2012 um 09:46) AntwortenReply to this comment

    Christlich Demokratisch my ass.

    "[...]Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."
    Matthäus 25

  72. Hanna meint: (20.8.2012 um 10:04) AntwortenReply to this comment

    Was sich in deutschen Haftanstalten abspielt, ist eines Rechtsstaates nicht würdig und verstößt gegen das Grundgesetz. Zellen mit sechs Menschen belegt, die ohne Sichtschutz ihre Toilettengänge inmitten der Zelle erledigen müssen. Vor Publikum. Afrikanische Verhältnisse und ein Verstoß gegen die Menschenwürde. Ungeheuerlich! Wenn man weiß, daß ständig Häftlinge in Isolierzellen gehalten (das richtige Wort dafür) werden, nackt (!!!), sieben Tage lang, kameraüberwacht. Mit Matte auf dem Boden und Loch als Toilette ebendort. Feixende Beamte sitzen vor dem Bildschirm und haben ihre Peepshow. Ein Unding! Ein Betroffener zieht vor das Bundesverfassungsgericht und die sagen: War schon alles angemessen, Entschädigung gibt es nicht. Das mußte der Europ. Gerichtshof für Menschenrechte revidieren. Deutschland ist in dieser Hinsicht eine Bananenrepublik. Die Ergebnisse der Studienumfrage wundern mich gar nicht.

  73. Hanna meint: (20.8.2012 um 10:32) AntwortenReply to this comment

    Nachtrag:
    Ich empfehle Herrn Busemann den Rücktritt. Desweiteren ist eine Billigung von Straftaten (auch durch Verharmlosung) ein Straftatbestand.

  74. kleitos meint: (20.8.2012 um 11:06) AntwortenReply to this comment

    @Fincut: Und das führst du wahrscheinlich als Entschuldigung an, wenig klüger als ein alter Nagel zu seien, newahr?

    Bist du in deiner Welt auch selbst an etwas schuld?

    Aber Angst haben wohl auch dein Hirn gefressen …

  75. Hanna meint: (20.8.2012 um 17:46) AntwortenReply to this comment

    Ich empfehle Herrn Busemann (ganz ohne die von ihm verniedlichten Straftaten), seine Toilettengänge in Zukunft vor Publikum zu verrichten.

    Ggf. fällt ihm danach "irgendwas mit Menschenwürde" ein, vor allem, wenn er wegen Durchfall keinen Applaus erhält.

  76. markus meint: (21.8.2012 um 09:00) AntwortenReply to this comment

    Sollte hier tatsächlich keine geeignete gesetzliche Grundlage existieren, ist es höchste Zeit so eine zu schaffen. Wenn sich "der Saat" der Vollstreckung von Vergeltungsmaßnahmen ermächtigt, muß er auch für die körperliche, geistige und seelische Unversehrheit der ihrer persönlichen Freiheit beschnittenen Menschen sorgen. Es kann keine Alternative geben, als allen in der Verantwortung für die Vergeltungsmaßnahme stehenden Personen eine persönliche Haftung für die Unversehrtheit des seiner eigenen Freiheitsrechte beschnittenen Menschen aufzuerlegen. Es ist ja gerade einer Freiheitsstrafe typisch, daß der zu recht oder zu unrecht inhaftierte eben nicht selbst seine eigene Unversehrtheit sichern kann.
    Aus nicht-juristischem Rechtsverständnis muß m.E. der Mitarbeiter im Justizvollzugsdienst ebenso für den Schutz der Gefangenen haften wie der Staatsanwalt der die STrafe gefordert hat, der Richter, der sie verhängt hat, der Politiker der letztverantwortlich für die Zustände in den Anstalten ist.

  77. jansalterego meint: (21.8.2012 um 11:09) AntwortenReply to this comment

    @markus: Die Frage ist hier wie so oft nicht, ob man dem Phänomen gesetzlich beikommt, sondern dass "uns"(will heißen dem Souverän) die sinnvolle, auf Resozialisierung ausgerichtete Durchführung von Stravollzug zu teuer ist. Mehr Mittel, mehr und besseres Personal, mehr Therapie-, Arbeits- und Freizeitangebote, Ausweitung des offenen Vollzuges würden das Problem nicht beseitigen aber jedenfalls besser eindämmen als die Gefangenen jetzt auch noch mit Kameras rundumdieuhrzuüberwachen. Deswegen mag ich den Pfeiffer nicht: Solide, idR wissenschaftlich saubere Studien, aber die Schlussforlgerungen, die der Mann zieht sind häufig genug reaktinär bis ins Mark…

  78. R. Forderlich meint: (22.8.2012 um 21:14) AntwortenReply to this comment

    Ich zitiere: "Den Zustand und den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft, erkennt man an dem Umgang mit ihren Gefangenen."

  79. Tim meint: (24.8.2012 um 13:06) AntwortenReply to this comment

    Auch hier in meinem Buch dargestellt: amazon.de/Haftraumkontrol...id=1345806317&sr=8-1

  80. Dirty Dirk meint: (27.8.2012 um 13:18) AntwortenReply to this comment

    Jeder Knastler hat vor dem Einsitzen einen Strafverteidiger gehabt. Ich frage mich also, warum die Opfer diese nicht informieren und aktivieren. Die Opfer zeigen die Straftaten oft genug nicht an. Es hilft aber nicht, anonyme Fragebögen auszufüllen. Es muß Druck erfolgen. Und dieser Druck kann nur entstehen, wenn die Opfer ihre Anwälte mit der Verfolgung und Veröffentlichung der Straftaten beauftragen. Nur so ändert sich was. Stillschweigen hilft niemandem. Studien auch nicht. Sie verlaufen im Sande und sind morgen schon vergessen.

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