iPhone: Telekom muss über SIM-Lock informieren

Das Landgericht Bonn hat der Telekom untersagt, das iPhone 5 ohne Hinweis auf die Existenz einer SIM-Lock-Sperre oder eines Netlocks zu bewerben.

Die Telekom bot auf ihrer Internetseite das iPhone 5 in Verbindung mit unterschiedlichen Vertragsoptionen an. Erstmals und lediglich im letzten Schritt des Bestellvorgangs fand sich bei der Beschreibung des ausgewählten Mobiltelefons der Hinweis „SIM-Lock“. Der Hinweis auf den Netlock nahm bereits nicht am Bestellvorgang teil, sondern fand sich ausschließlich in den FAQ.

Unter SIM-Lock versteht man die Beschränkung der Nutzbarkeit des Mobilfunkgerätes auf bestimmte SIM-Karten, unter Netlock die Beschränkung auf das Mobilfunknetz des Mobilfunkanbieters. Informationen darüber, ob und gegebenenfalls wann und wie eine Entsperrung möglich ist, gab die Telekom überhaupt nicht.

Die Wettbewerbszentrale beanstandete die Werbung als irreführend. Durch das Lock werde der Gebrauch des Mobilfunkgeräts für den Verbraucher erheblich eingeschränkt, da weder im In- noch im Ausland die SIM-Karte bzw. das Netz eines anderen Anbieters genutzt werden könne. Außerdem könne ein Kunde nur feststellen, ob das iPhone sein Geld wert ist, wenn er vor dem Kauf erfährt, was er für die Entsperrung zahlen muss.

Die Telekom hat die einstweilige Verfügung mittlerweile als verbindlich anerkannt.

Beschluss des LG Bonn vom 1. Oktober 2012, Aktenzeichen 11 O 39/12

20 Gedanken zu “iPhone: Telekom muss über SIM-Lock informieren

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    Alles schön und gut. Aber was passiert jetzt? Hat das denn auch irgendwelche Konsequenzen für die Telekom? Also außer dass sie jetzt ihre Webseite anpassen müssen.

    Ich würde ja befürchten, dass es mal wieder keinerlei Strafen dafür gibt.

    Ist ja kein Wunder, dass Unternehmen immer als Erstes versuchen ihre “Kunden” über den Tisch zu ziehen, wenn sie außer einem “Pöse! Pöse!” nichts zu befürchten haben.

    Schade eigentlich…

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    Ich wäre für ein Sonderkündigungsrecht :) Wurde vor gut 10 Jahren bei E-Plus im Zuge einer SMS Preiserhöhung eingeräumt. Damals haben die Kunden reihenweise gekündigt und die Handys behalten dürfen.

    War eine schöne Zeit ohne IPhone und Android.

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    Schön wenn man ein Smartphone hat, über das man komplett selber bestimmen kann – sogar ohne Klimmzüge wie Jailbreak.

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    @Andragon: Nein, Netlog heisst, dass das Telefon nur mit einer SIM-Karte des jeweiligen Netzes funktioniert. Roaming ist damit möglich (zu den Preisen des SIM-Karten ausstellenden Betreibers, hier also der Telekom).
    Was nicht geht, ist sich im Ausland eine günstige lokale (Prepaid-) SIM-Karte zu besorgen und damit zu telefonieren oder zu surfen. Das könnte bei einem längeren Aufenthalt leicht die Kosten des gesamten Smartphones ausmachen (ich hatte mal trotz sparsamster Verwendung €720 bei 3 Wochen in Korea, obwohl ich mir direkt bei Ankunft ein lokales Handy zusätzlich besorgt hatte – aber anrufende Kunden wissen das natürlich nicht).

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    @Andragon: Es heißt “Netlock” und die Antwort ist: Doch.
    Denn beim Roaming wirst du ja eben gegen hohe Gebühren in das Netz deines Providers geroutet.

    Es ist das SIM-Lock, welches die Benutzung einer im Ausland gekauften Prepaid-SIM verhindert.

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    Ich wäre überglücklich, wenn jetzt noch die Verbraucher-/Wettbewerbszentrale die Pseudoflatrates abmahnt. 200 oder 300MB pro Monat sind doch wirklich ein Witz.

    Oder käme ein Autohersteller auf die Idee, ein Leasingangebot mit unbegrenter Kilometerlaufleistung zu bewerben und im Kleingedruckten darauf hinzuweisen, daß nach 900 Kilometer pro Monat das Auto auf 20 km/h gedrosselt wird?

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    @Bernhard:

    Steht doch jedem frei, einen teureren Tarif mit mehr Highspeed-Volumen zu buchen? Und zumindest bei den großen 4 Betreibern ist die Speedbegrenzung in den Tarifen ungewohnt prominent direkt in der Tarifkurzbeschreibung plaziert.

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    Oder käme ein Autohersteller auf die Idee, ein Leasingangebot mit unbegrenter Kilometerlaufleistung zu bewerben und im Kleingedruckten darauf hinzuweisen, daß nach 900 Kilometer pro Monat das Auto auf 20 km/h gedrosselt wird?
    Wenn der Hersteller das ganze dann anstatt für 100 Euro im Monat für 30 Euro anbieten würde fände ich das fair und würde darauf eingehen. Ich brauche einfach nicht mehr als 900 km im Monat.

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    @demosthenes:

    Ich brauche einfach nicht mehr als 900 km im Monat.

    Wir können uns aber darauf einigen, daß das trotzdem nicht unbegrenzt ist? Insofern wäre eine solche Werbung also unredlich und irreführend.

  17. 17

    @Alex:

    Ich glaube so ein Blödsinn ist auch nur noch bei Symbian und ios möglich…

    Nicht ganz, denn diese Systeme gab es in den 90ern noch nicht, SIM- zw Net-Lock schon. Grundsätzlich bringt jedes seitdem entwickelte Mobiltelefonsystem diese Funktionalität mit, ob sie eingeschaltet wird liegt an demjenigen, der das Gerät in Verkehr bringt.
    Dies gilt insbesondere auch für Android und Konsorten.

  18. 18

    iphone nutzer werden doch von hause aus gezwungen eingeschränkt zu sein. ich kenne auch schon den namen des letzten “i”produkt das auf den markt kommt und die “i” reihe in allen sparten abschliesst. der name lautet i-idiot.

  19. 19

    Außerdem sollten alle Anbieter (nicht nur von Telefonen) darauf verpflichtet werden auch auf den dritten Locking-Mechanismus hinzuweisen. Europäische iPhones sind (unter welchen Umständen genau ist mir unklar) gern auch mal auf EMEA (Europe/Middle-East/Africa) gelockt. Bekannt ist dieser Unfug schon seit Jahren von der DVD, betroffen sind aber mindestens auch Telefone und Spielekonsolen. Auf Spielekonsolen zu verzichten ist einfach, auf ein Telefon nicht. Wirtschaftsministerin Aigner schaut wie immer zu, wahrscheinlich wartet sie noch auf die Erklärung zur freiwilligen Selbstverpflichtung der Industrie das jetzt alles ganz verbraucherfreundlich wird.

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