Warentest: Auch Bestnoten sind nur relativ

Die Untersuchungen der Stiftung Warentest fallen oft sehr erfreulich aus. Mitunter erreicht eine stattliche Zahl geprüfter Produkte die Note “sehr gut” oder zumindest “gut”.

Das hat wohl einen Hersteller von Nassrasierern gestört. Dieser warb nämlich nur mit der Testnote “gut”. Dabei verschwieg er aber, dass sein Rasierer zwar gut abgeschnitten hat, eine ordentliche Zahl von Geräten aber in der Rangfolge sogar noch besser war.

So was hält das Oberlandesgericht Frankfurt für wettbewerbswidrig. Durch die Angabe des Testurteils “gut” werde im Verbraucher der Eindruck erweckt, er bekomme auch ein Spitzenprodukt. Was allerdings durch den verschwiegenen Umstand etwas relativiert wird, dass eben noch sechs Nassrasierer im Test besser abgeschnitten haben.

Wenn sie Kunden nicht in die Irre führen wollen, müssen Unternehmen deshalb also auch den Rang angeben, auf dem ihre Produkte in der Gesamtbewertung gelandet sind. Das hätte im Fall der Nassrasierer natürlich schon weniger gut ausgesehen.

Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 25. Oktober 2012, Aktenzeichen 6 U 186/11

56 Gedanken zu “Warentest: Auch Bestnoten sind nur relativ

  1. 1

    Ist das Urteil schon rechtskräftig oder kann der Hersteller noch Rechtsmittel einlegen?

  2. 2

    Sehr skurril! Eine Tatsache auf sein Produkt zu schreiben soll wettbewerbswidrig sein? Muss auf einem Bier dann demnächst auch “Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot”* *(wie auch alle anderen Biere, die in Deutschland verkauft werden) stehen?

  3. 3

    Dass sich die Gerichte auc mit sowas beschäftigen müssen….

    @@davidermes: Der Vergleich hinkt. Nicht jeder hat einserseits Zugriff auf die Stiftung warentest Zeitung und andererseits die Lust, darin zu überprüfen, welches Gerät wie ausgezeichnet wurde. Wenn auf der Packung nur “gut” steht, es aber viele bessere Geräte gibt, würde ich das schon wissen wollen.

    Wohingegen bekannt ist, dass alle Biere in Deutschland nach dem Reinheitsgebot gebraut werden. Zudem gibt es keine Rangfolge der Biere, die unterschlagen werden kann, im Gegensatz zu den Rasierern.

  4. 4
  5. 5

    Wieder so ein Urteil, was annimmt, dass der dt. Verbraucher völlig gehirnamputiert ist: Wer nimmt denn bei “Gut” bitte an, dass es sich um das Spitzenprodukt handelt? Das kann dann der Fall sein, wenn alle Produkte irgendwelche kleineren Mängel hatten, aber im Normalfall würde ich nichtmal bei “Sehr Gut” automatisch damit rechnen, dass es wirklich das Beste war.

  6. 6

    Ist das nicht schon seit Jahren so im Wettbewerbsrecht, dass die gesamte Notenverteilung mit angegeben werden muss?

    @@davidermes: die Angabe von Selbstverständlichkeiten ist tatsächlich wettbewerbswidrig. Also wie zB das Reinheitsgebot, an das sich jeder halten muss, Werbung mit dem gesetzlichen Rückgaberecht oder bei Anwälten die Zulassung an allen deutschen Amtsgerichten… Die Werbung mit einem Testergebnis ist ja aber keine Selbstverständlichkeit, sondern ein tatsächliches individuelles Testergebnis, dass das eigene Produkt auszeichnet (oder eben auch nicht)

  7. 7

    Also ich als Verbraucher sehe es so…
    Wenn ich irgendwo einen Rasierer sehe, und er hat die Bewertung gut, und mehr steht nicht drauf… suche ich das Gerät auf dem gut, vielleicht gab es keinen mit sehr gut, steht + “Testsieger”… da weis man dann, dass das Gerät auch wirklich gut ist!

    :)

  8. 8

    Die Striung Warentest hat(te?) Vorgaben, wie man ihr Logo auf einer Packung darstellen darf. Und dazu gehört(e), dass dort immer (klein) dabeisteht, wieviele “sehr gut” es gab. Wenn sich jemand daran nicht hält, ist das ein Verstoß gegen diese Vorgabe. Ging es bei dem Urteil vielleicht einfach nur darum?

  9. 9

    Ich sehe das Problem nicht. Dann haben halt von den 20 getesteten Produkten 18 die Note “gut” erhalten. Das heißt aber letztendlich doch, dass die Produkte (nahezu) gleichwertig sind.
    Ich sehe hier ehrlich gesagt keine Wettbewerbsverzerrung.

    Selbst wenn von den 20 Produkten 19 mit “sehr gut” getestet worden sind und nur eins mit “gut” würde ich da kein Problem sehen. Das Produkt ist ja schließlich nicht total durchgefallen.

  10. 10

    Wenn ich ein Stiftung-Warentest-Siegel sehe, lass ich meistens die Finger vom Produkt … immerhin haben die auch mal AOL zum Testsieger erklärt ;)

  11. 11
  12. 12

    @karl:
    wenn schon ein Beispiel dann kein blödes und kein von vor 20 Jahren.
    Aktueller ist das mit dem Waschmitteln.

  13. 13

    So wirklich verstehen tue ich das Urrteil nicht.

    Die Stiftung Warentest erstellt ja erst einmal einen Anforderungskatalog, dann werden die Geräte getestet.
    Das heißt das (ähnlich wie in der Schule) bereits feststeht wie die not “gut” oder “sehr gut” zu erreichen ist bevor der Test beginnt und ein Platzierung errechnet wird.

    Dementsprechend ist klar (und meiner Meinung nach auch für jeden Verbraucher nachvollziehbar) das die Note nur das Produkt bewertet und es nicht in ein Verhältnis zu anderen Produkten setzt.

    Würde es das, wären bei 6 Teilnehmern jede Note genau einmal vorhanden.

    Das Prinzip kennen wir alle aus der schule – nur weil ich ein “sehr gut” habe, heißt das nicht das ich der beste der klasse bin, es besagt das ich den Test mit einem sehr guten Ergebnis bestanden habe – nicht mehr und nicht weniger.

  14. 14

    @Michael: Wenn alle “gut” oder “sehr gut” bekommen, ist der Anforderungskatalog (mglw. um keinen Hersteller zu verärgern) grundlegend falsch. Das ist wohl wie in Hessen mit dem Abitur ;)

  15. 15

    Erscheint mir abwegig. Wenn ich als Verbraucher ein “gutes” Produkt kaufe, dann weiß ich, dass es noch zwar noch bessere geben mag, aber das “gute” Produkt keine echten Mängel hat und ich damit ohne auf böse Überraschungen gefasst sein zu müssen das machen kann, wozu ich es gekauft habe. Und das ist mir wichtig.

    Dass es im Prinzip noch mehr gute geben dürfte ergibt sich allein aus der Tatsache, dass die Stiftung Warentest nur einen Bruchteil der Geräte auf dem Markt testen kann.

    Wenn es um die Rangfolge ginge, könnte Stiftung Warentest auch einfach wie im Sport Platzierungen vergeben.

  16. 16
  17. 17

    Was kommt als nächstes? Muss ein Sternerestaurant, das mit dieser Auszeichnung werben will, ergänzende erwähnen: “Unser Restaurant wurde vom Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet, es gibt aber in Deutschland noch 36 Restaurants, die zwei Sterne und 10 Restaurants die 3 Sterne haben”?

  18. 18

    @karl:
    Sorry!
    Vorsicht mit dieser Argumentation. Vielleicht gibt es auch einfach Produkte, die man praktisch nicht mehr besser machen kann? Oder darf es noch eine LED-Beleuchtung der Schneidfläche, eine automatische Wundspray-Applikation aus dem Griff o.ä. sein.
    Und was der Vergleich mit Hessen angeht. Den habe ich früher auch immer angebracht. Das war wohl zu unserer Zeit so, wer es nicht schaffte ging ein paar Kilometer nördlich nach Hessen. Aber das war mal so.

  19. 19

    is eh abzocke. ich rasier mich mit einem einfachen rasierer in den eine rasierklinge eingespannt wird – die können mir mit ihren zig klingen lubra-strips und was-auch-immer gestohlen bleiben, vor allem aber mit ihrem plastikmüll.

  20. 20

    @karl:

    Wenn ich ein Stiftung-Warentest-Siegel sehe, lass ich meistens die Finger vom Produkt … immerhin haben die auch mal AOL zum Testsieger erklärt ;)

    Was vielleicht daran lag, dass AOL zum Zeitpunkt der Testdurchführung wirklich am besten war.
    Nur so eine Vermutung.

  21. 21

    @no: Produkte, die man nicht mehr verbessern kann, unterscheiden sich immer noch von Hersteller zu Hersteller – und die schlechteren können ja scheinbar noch verbessert werden, sonst hätten sie nicht nur “gut” bekommen. Ansonsten finde ich den Test solcher Produkte auch nicht so wahnsinnig notwendig ;)

    @fubu: Natürlich. Die Installations-CDs waren gratis und kein anderer Provider hat einem sein Windows so schön zerschossen wie AOL. (Ganz abgesehen davon, dass AOL eh keine eigene Infrastruktur hatte.) Das war schon damals, als das Testergebnis veröffentlicht wurde, ziemlich lustig, weil eigentlich jeder wusste, dass das Blödsinn ist.

  22. 22

    Wer glaubt das die Stiftung Warentest alle Tests nach objektiven Gesichtspunkten selber durchführt und am Ende immer das beste Produkt Testsieger wird, mal ehrlich, der hat doch den Schuß nicht gehört.
    Es gibt von dem Laden doch haufenweise Tests, bei denen Produkte mit Gut oder Sehr Gut bewertet werden die nichtmal das Papier wert sind auf denen dieser Verein seine Tests abdruckt. Und umgekehrt genauso.
    Ich bin mir sicher das die oftmals nicht mal wirklich testen (das der Laden Testereihen an externe Dienstleister vergibt sollte ja eh bekannt sein).
    Und für den Quatsch bekommen die auch noch Steuergelder.

  23. 23

    Das war doch schon lange so. Erinnere mich an meine Vorlesung in 2007, wo eine gleichlautende Entscheidung schon besprochen wurde…

  24. 24

    Dieser Blödsinn hat genug in Unis Einzug gehalten, Bewertung in Kohorten. Jetzt also auch schön für Produkte…

  25. 25

    @nicht DER Bernd:

    Dazu steht im Urteil folgendes:

    [...]Als Maßstab können dabei die von der Stiftung Warentest aufgestellten als solche aber unverbindlichen Richtlinien der Stiftung Warentest herangezogen werden (vgl. Köhler/Bornkamm, UWG, 28. Aufl. § 5 Rd 4.236; abgedruckt: a.a.O.: § 6 Rd. 213), welche in Ziffer I. 5) die Angabe des Ranges des verwendeten Qualitätsurteils vorsehen. Dies kann geschehen, indem der Werbende den Rangplatz benennt – im vorliegenden Fall wäre dies Platz 6 im Test von 15 Nassrasierern mit Austauschklingen –, die erzielte Durchschnittsnote – hier gerundet 2,4 – angibt oder mitteilt, welche Notenstufen wie oft erreicht wurden.

  26. 26

    So eine Bewertung sagt aus, dass die Stiftung Warentest den Rasierer für gut befunden hat. Was das für mich bedeutet, ist nicht gesagt. Beim Kauf ist doch aber eher die eigene Bewertung von Relevanz.

    Hat die Stiftung Warentest irgendwann behauptet, ihre Bewertung sei allgemeingültig?

  27. 27

    Das Testurteil „Gut“ sagt doch nur aus, dass es sich um ein ordentliches Gerät ohne gravierende Mängel handelt, ich verstehe gar nicht was man da falsch verstehen kann. Gut heißt doch nicht du hast hier den Testsieger vor dir. Was den Platz angeht müsste man ggf. auch unterscheiden: Das mit „Gut“ getestete Gerät erreichte bspw. den vierten Platz, die Geräte auf Platz 1 bis 3 kosten jedoch das doppelte. Also ganz ehrlich, mit welchem Quatsch sich heute Gerichte beschäftigen sollen und tatsächlich beschäftigen, das geht doch auf keine Kuhhaut mehr, oder?

  28. 28

    @YellowBug:

    Wenn es denn “haufenweise” vergurkte Testergegnisse gibt, bitte ich um Hergabe einer Fundstelle. Allein die Behauptung, dass es so sei, ist ein bisschen wenig …

  29. 29
  30. 30

    Süß, wie sich so viele Leute hier ereifern. Aber vielleicht braucht Volkszorn ja auch einfach 20 Jahre Garzeit.

  31. 31

    Wenn Ökotest in einem Vergleich lediglich die Verpackungen auf ihre Umweltverträglichkeit testet, das Produkt an sich aber nicht mal anfasst, kann der Hersteller ja auch das Sigel auf die Packung kleben…

  32. 32

    @MartinW: Nur blöd, dass es keinen einzigen Anwalt gab, gibt (und geben kann), der bei allen Amtsgerichten zugelassen ist. Es gibt nach geltendem Recht sogar überhaupt gar keinen Anwalt mehr, der bei einem Gericht zugelassen ist (zugegeben str., weil einige Kollegen sich auf den Standpunkt stellen, dass der ihnen vor Jahren erteilte begünstigende VA der Zulassung bei einem bestimmten Gericht bislang nicht aufgehoben wurde).

    Die Zulassung machen jetzt (schon seit einiger Zeit) die Rechtsanwaltskammern.

  33. 33

    Wenn ich mich also mit einem Zeugnis bei einem Arbeitgeber / Uni / Whatever beWERBE, muss ich also nicht nur meine Zeugnisnote (z.B. 1.7=gut) mit angeben, sondern auch noch die Durchschnittsnote des Jahrgangs in meinem Bundesland (das dauert ne Weile, bis man da ran kommt). Oder doch etwa der Bundesdurchschnitt (den kennt wahrscheinlich niemand)? Oder vielleicht nur der Durchschnitt der Leute, die sich auf diesen Arbeits- / Studienplatz bewerben? Ach ja, das weiß ja nur der Arbeitgeber / die Uni selber.

    Und genau da sind wir auch wieder beim Anfang. Jeder Kunde muss selber vergleichen, wenn er etwas kauft. Und mich als Kunden interessiert es einen Scheißdreck, ob es 6 oder 100 hundert bessere Rasierer gibt, wenn bis auf den einen die mir zur Verfügung stehende Auswahl nicht dabei war. Und wenn ich noch andere aus dem Test zur Auswahl habe, dann kann ich die ja vergleichen.

    Es ist eben nicht Aufgabe oder Pflicht des Herstellers, diesen Vergleich für einen zu übernehmen.

    Mal davon abgesehen, dass diese Geiz-ist-Geil-Konkurrenz zum Kotzen ist. Es geht fast nur noch darum, ob man besser oder schlechter als die Konkurrenz ist. So ein Blödsinn. Wenn ich einen Rasierer kaufe, reicht mir vielleicht ein guter Rasierer. Und unter allen mindestens guten Rasierern interessiert mich vielleicht nicht der Beste, sondern der schönste.

  34. 34

    . @Heinz Handtuch: Das ist ja das Kranke. Die Unis heutzutage geben ja gerade ECTS Noten an. Man kann jetzt somit mit einer 1,7 oder 1,3 in einem besonders starken Jahrgang mit einem Durchschnitt von 1,8-1,9 durchaus noch eine B Note haben. Mit einem besonderen Jahrgang ist man dann gekniffen, denn mit der 1,7 und einer B-Note kann man nun sagen “Ach die haben einfach nur nett bewertet, richtig gut ist die der Bewerber ja nicht.” Zudem bedeutet es, dass der Schüler und Studierende nicht mehr MITschüler oder Kommilitone ist. Er ist die absolute Konkurrenz, denn seine Leistung ist unter anderem für die eigene ECTS Einteilung da. Lerngruppen? Besser nicht, man könnte dem “Feind” etwas verraten. In den USA hat man mir letztens erzählt, ist es durchaus üblich, Skripte zu schreiben und zu verkaufen. Nachdem nun der Wettbewerb immer stärker wurde, haben die sehr guten Studenten zu den Maßnahmen gegriffen, veraltete Erkenntnisse und subtil falsche Interpretationen in den Skripten zu verstecken. Das Resultat: Wer sich das Skript kauft und es zum Lernen benutzt, bezahlt dafür hinters Licht geführt zu werden.

    In einem Warentest oder auch einer Lernsituation geht es um Feedback für das Produkt, nicht um einen Schwanzvergleich. Es ist zwar selten, dass man einen sehr starken Jahrgang hat oder das 30 Produkte alle ähnlich gut sind. Aber wenn alle die Anforderungen erfüllen, wozu dann dieser Schwachsinn? Relationale Bewertungen sind meines Erachtens nur dann nützlich, wenn man alle Daten zur Verfügung stellt. Das geht im Magazin, ist aber auf einem Zeugnis oder in einem Werbesticker unmöglich.

    Daher ist das Urteil Schwachsinn.

  35. 35

    Solange man nicht weiß, nach welchen Kriterien beim Warentest geprüft wurde, nützt das Endergebnis doch überhaupt nichts. Kann doch immer passieren, daß das Gerät ausgerechnet in einem für mich wichtigen Punkt schlecht ist. Nützt mir also überhaupt nichts, ich muß mich trotz werbendem Siegel selbst schlau machen.

  36. 36

    “Das hat wohl einen Hersteller von Nassrasierern gestört.” <- der Satz im Artikel ergibt keinen Sinn.

    Und die Entscheidung finde ich auch sonderbar. Wenn Stiftung W mein Produkt mit "Gut" bewertet ist es doch wohl keine Irreführung des Kunden, wenn ich das auf mein Produkt schreibe. Wenn doch, dann könnte man sich auch bei der Stiftung W über die Bewertung beschweren, die müsste dann ja auch irreführend sein.

  37. 37

    @Manuel2: Weil ja auch jeder so eine Liste ins Netz gestellt hat, falls mal wieder so ein Intelligenzbolzen nach irgendwelchen Beweisen für’s offensichtliche fragt.

  38. 38
  39. 39

    ich frage mich ja, wer auf die Idee kam, wegen sowas zu klagen. So ein Quatsch. Bitte den gesunden Menschenverstand einschalten und kaufen, was einem am meisten zusagt. Egal welche Logos draufpappen.

  40. 40
  41. 41
  42. 42

    @davidermes Das mit dem “Reinheitsgebot” trifft schon etwas länger nur noch für die in Deutschland gebrauten Biere zu, und da auch nur zum Teil. Im Ausland gebraute Biere dürfen hier auch unter dem Namen Bier verkauft werden, wenn da allerlei Zeugs drin ist.

  43. 43

    Werbung heutzutage ist sehr oft betrügerisch. Dokumentiert wird dies durch den Fall des Solarkritikers Hoffmann, der gegen irreführende Werbung eines Solaranbieters vorging, bei dem er gekauft hatte. Hoffmanns Haus wurde vor kurzem schlußendlich versteigert – Hoffmann wurde zwangsgeräumt, seine Existenz zerstört.
    Dagegen ist diese Rasierer – Werbung seriös, beinhaltet sie doch keine falschen Aussagen wie die von Hoffmann kritisierte Solarwerbung ( Angaben über die Effektivität und Leistung der Anlage ).

  44. 44

    @Klaus H. Schädel: Gegen irreführende Werbung können nur der Mitbewerber bzw. ÖKO-Test-Vereine vorgehen. Der Normalbürger hat diese Möglichkeit nicht. Wahrscheinlich war kein Mitbewerber bzw. ÖKO-Test-Verein daran interessiert, den Solarschwindel aufzudecken.

    Verdienen tun daran alle. Wir sind mitten drin im ÖKÖ-Kapitalismus, mit der CDU und den Grünen an der vordersten Front.

  45. 45

    “Die Untersuchungen der Stiftung Warentest fallen oft sehr erfreulich aus” Dazu sollte man auch sagen, warum das so ist. Die Stiftung erhält für jede Werbung mit einem Testergebnis Geld von dem Unternehmen, das damit wirbt. Kein Wunder, dass die Stiftung da versucht ist, möglichst viele Produkte so zu bewerten, dass Werbung damit attraktiv ist (statt z.B. die Testkriterien entsprechend zu verschärfen). Auch ein ganz interessant Aspekt: Das Kuratorium der Stiftung besteht zu einem Drittel aus Vertretern der Wirtschaftslobby. Die haben dort also genauso viele Sitze wie die Verbraucherzentralen! (Das restliche Drittel sind Sachverständige, die neutral sein sollen.) Das öffentliche Bild der Stiftung, nämlich dass sie eine Verbraucherschutzorganisation sei, ist also falsch …

  46. 46

    Ist das Testfeld der Stiftung Warentest denn überhaupt repräsentativ? Haben sie als Extembeispiel 17 Premium-Rasierer und einen Standardrasierer getestet, und trotzdem sind nur 6 besser als das Standardteil, oder mußte sich ein Premium-Rasierer gegen 17 Billig-Plagiate behaupten, und 6 von den Billigteilen waren besser?

    So kann die Rangfolge unter Umständen den Verbraucher mehr täuschen als ein einfaches “gut”.

  47. 47

    @MartinW: Wenn das wettbewerbswidrig ist, warum dürfen dann Süßwaren mit Unmengen Zucker mit der Aufschrift “ohne Fett” beworben werden?

  48. 48

    @Heinz Handtuch:

    Nö. Denn genau deshalb wollen z.B. viele Kanzleien bei Bewerbern neben der Examensnote auch die erreichte Platzziffer im Examen erfahren. Nur so ist ersichtlich, ob es ein “guter Jahrgang” war, oder nicht und wo dementsprechend der Bewerber im Feld anzusiedeln ist.

  49. 49

    Das ist sowas von absurd.
    Wenn jemand “bestes Produkt bei Stiftung Warentest 11/2012″ schreibt, dann muss es das BESTE sein.
    Wenn jemand das Label “abgeschnitten mit GUT” draufschreibt, dann bedeutet es, dass das Produkt “GUT” war.
    In der Schule bedeutet die Note “GUT” ja auch nicht, dass man Klassenbester ist, sondern dass man die Kriterien des Testes eben soweit erfüllt hat, dass man die Note GUT bekommt.

    Dieses Urteil ist also kompletter unsinn. Und sowas kommt von einem “Oberlandesgericht”? Na dann Gute Nacht, Deutschland…

  50. 50

    Zum Thema Rasiermesser, hier im übertragenen, anderswo im konkreten Sinne:
    “non ex transverso sed deorsum”.

    scnr

  51. 51

    Ein unsinniges Urteil. Entspricht aber leider dem Niveau beim “Verbraucherschutz”.

    Stiftungs Warentest und Co. waren mal eine gute Idee, als es noch wenig andere Informationsmöglichkeiten gab und die Produktqualität oft noch mäßig war.
    Heute haben sie alle relevanten Produkte schon x-mal durchgetestet, die schlechten Exemplare sind längst aussortiert bzw. finden ungetestet als No-Name-Billigware ihre Abnehmer.

    Man könnte wahrscheinlich den kompletten “Verbraucherschutz” einstampfen – keiner braucht diese Informationen mehr.
    Aber das wird eben aus Steuermitteln finanziert, und ist damit sakrosankt.

  52. 52

    @spYro:
    Aber ich will als Verbraucher in der Kaufsituation auch wissen, ob es in diesem Test eben nicht nur “GUT” gab, sondern auch “Sehr GUT”. Wenn 10 Produkte getestet werden, die alle gleich viel kosten, und 9 mit “Sehr GUT” und 1 mit “GUT” abschneiden, dann entscheide ich mich doch lieber für eines der neun “Sehr GUT”-Produkte. Dazu muss ich aber wissen, dass es diese gibt.

    @R.A.:
    Verbraucherschutz insgesamt einstampfen? Super Aussage! Arzneimittelrecht z.B. ist zum großen Teil Verbraucherschutz. Ich habe keine Lust auf unsichere und verunreinigte Medikamente aus der Apotheke. Sie etwa? Finden Sie es schlecht, dass ein Verbraucher über Rückgaberechte bei Fernabsatzgeschäften oder Rücktrittsrechte bei Verbraucherdarlehensgeschäften belehrt werden müssen? Würden Sie den Anhang zu § 3 UWG (http://dejure.org/gesetze/UWG/Anhang.html) einfach streichen, sodass z.B. jeder Anbieter von Billigschrott mit einem “TüV geprüft”-Siegel werben könnte, ohne dass das Teil TüV-geprüft ist?

  53. 53

    @John Doe:
    Die 9 anderen, mit SEHR GUT bewerteten Produkte, werden dir das schon mitteilen. Dann hast du nämlich den GUTEN Handrasierer in der Hand und einen SEHR GUTEN. Dann kannst du dir denken: Hmm, nehm ich mal den SEHR GUTEN.

  54. 54

    @John Doe: Das Problem dürfte aber sein dass man seltenst alle Testkandidaten im selben Regal findet und damit eine Vergleichbarkeit vor Ort eh nicht existiert.

  55. 55
  56. 56

    Haargenau das gleiche Problem trifft übrigens auch auf Schulnoten zu. Die sind und waren immer nur als einfach handhabbares Bewertungs- und Planungsraster für den hektischen Lehrer-Alltag gedacht, das kann m an sogar dem Schulgesetz entnehmen. Sie bilden aber keinerlei Basis, um daraus die tatsächlichen Fahigkeiten und Fertigkeiten abzuleiten, die die Schüler erworben haben. Trotzdem werden daran die irrsten Dinge aufgehängt, von Ausbildungsstellen bis hin zu ganzen Arbeitsplätzen!

Kommentieren:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Erlaubte HTML-Tags: <b>, <i>, <strike> und <blockquote>.