Auch Schwangere dürfen sich als Schwangerschaftsvertretung bewerben

Selbst wenn ein Arbeitgeber eine Schwangerschaftsvertretung sucht, muss ihm die Bewerberin nicht die eigene Schwangerschaft offenbaren. Dies hat das Landesarbeitsgericht Köln in einem heute veröffentlichten Urteil entschieden.

Die Frage nach einer Schwangerschaft wird grundsätzlich als unmittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts bewertet. Eine schwangere Frau braucht deshalb weder von sich aus noch auf entsprechende Frage vor Abschluss des Arbeitsvertrages eine bestehende Schwangerschaft zu offenbaren. Das gilt nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs selbst dann, wenn nur ein befristeter Arbeitsvertrag begründet werden soll und voraussehbar ist, dass die Bewerberin während eines wesentlichen Teils der Vertragszeit nicht arbeiten kann.

Für den Fall, dass der Arbeitgeber für eine schwangere Mitarbeiterin wiederum eine schwangere Bewerberin einstellt, gilt nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts Köln keine Ausnahme. Auch die schwangere Vertretung sei umfassend durch das Gesetz geschützt. Das Landesarbeitsgericht Köln akzeptierte es deshalb nicht, dass der Arbeitgeber den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten wollte.

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 11. Oktober 2012, Aktenzeichen 6 Sa 641/12

90 Gedanken zu “Auch Schwangere dürfen sich als Schwangerschaftsvertretung bewerben

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    Geniale Idee. Ich werde meiner zukünftigen Frau auch raten sich für die neun Monate Schwangerschaft einen Job zu suchen. =) “Oh ich bin schwanger, wo sind die Stellenanzeigen? – ahh, eine Schwangerschaftsvertretung, das passt zeitlich ja super”

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    Mein erster Gedanke als ich die Geschichte gehört habe: Was für ein Arschloch muss man sein, um sich als Schwangere auf eine Schwangerschaftsvertretung zu bewerben?

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    @Jim: dito. kein wunder das arbeitgeber frauen im gebärfähigen alter scheuen… schlimm zwar, aber nachvollziehbar.

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    Die Idee und Ausprägung der zugrundeliegenden Rechtsnorm ist sicher gut und richtig. Von außen betrachtet scheint aber im geschilderten Fall das _ethisch_ richtige woanders zu liegen. Ich kann den Ärger & die Klage des Arbeitgebers gut nachvollziehen auch wenn der Gerichtsentscheid richtig ist.

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    @Jim Ein Arschloch, das eine Stelle sucht, um Geld zu verdienen? Dürfen Schwangere nämlich auch. Würde man sich hinstellen und sagen: “Ich kann jetzt nicht mehr arbeiten, weil ich schwanger bin.” würde man ja auch als Schmarotzer abgestempelt werden.

    Hat man ja vor der Elternzeit Arbeitslosengeld/HartzIV bekommen, reicht das Elterngeld ja nicht zum Überleben

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    Als Arbeitgeber ist man ohnehin besser beraten, nur Männer einzustellen.

    Mal schauen, wann die Schwangerenquote kommt.

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    @Malte Widenka:

    “Verdienen” würde ich es jetzt nicht nennen, wenn man sich irgendwo bewirbt und schon im Vorhinein weiß, daß man die Arbeitsleistung schuldig bleiben wird.

    Juristisch mag das kein Betrug sein.

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    Formaljuristisch mag das Urteil korrekt sein, ansonsten völlig daneben!
    Ein solches Urteil veranlaßt Arbeitgeber, wo immer möglich, Männer bevorzugt einzustellen.
    Man beschaue folgendes Szenario:
    Nach gültiger Rechtsprechung dürfen z.B. angestellte Zahnärztinnen und zahnärztliche Fachangestellte, sobald schwanger, keine Behandlung durchführen, bzw. dabei assistieren, nicht mehr mit benutzten Instrumenten hantieren, sondern nur noch mit desinfizierten/sterilen und (außer röntgen; das dürfen sie, völlig korrekt!) Verwaltungsarbeit durchführen.
    Nun hat der (zahnärztliche) Arbeitgeber die Zeit mit der Schwangeren bis Mutterschutz (inklusive der recht häufigen schwangerschaftsbedingten Ausfälle) glücklich überstanden und die künftige Mutter kündigt auch gleich Erziehungsurlaub an.
    Jetzt sucht der Arbeitgeber eine zahnärztliche Fachangestellte für alle in diesem Beruf üblichen Aufgaben als Schwangerschaftsvertretung.
    Es stellt sich eine Schwangere vor, die die bestehende Schwangerschaft (nach Urteil rechtlich korrekt) verschweigt.
    Ebenfalls nach gültigem Recht hat eine Schwangere den Arbeitgeber unverzüglich über eine Schwangerschaft zu informieren.
    Das führt in diesem Fall dazu, daß die „Schwangerschaftsvertretung“ SOFORT nach Unterschrift unter den Arbeitsvertrag ihren (jetzt) Arbeitgeber über die bestehende Schwangerschaft informiert und als Folge darf der Arbeitgeber ihr 1. nicht mehr kündigen, 2. Sie von vornherein NICHT in den Arbeitsgebieten einsetzen für die Sie eigentlich eingestellt wurde und obendrein erneut die ganzen (wahrscheinlichen) Ausfallkosten tragen die eine Schwangerschaft heute so mit sich bringt!

    Wenn das Schule macht kommen auf alle Betriebe mit ähnlichen Beschränkungen bei der Beschäftigung Schwangerer hohe Zusatzausgaben (zeitlich und finanziell) zu, die viele sicher nicht mehr tragen können!
    Entweder werden sie vermehrt auf Männer setzen (was den Hintergrund des Urteils bezüglich Diskriminierung geradezu konterkariert) und in Bereichen die als Frauendomäne gelten garnicht so leicht ist (aber wo Nachfrage, da auch Angebot) oder den Laden dicht machen, womit sich erneut ein arbeitrechtliches Urteil als arbeitsplatzvernichtend – und zwar für Männer UND Frauen – erweist.

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    @12 dentix07 Männer als ärztliche Fachangestellte? Wo lebst Du denn? In Arzt- und Zahnarztpraxen habe ich – außer den Ärzten – bisher nur weibliche Angestellt gesehen. In Apotheken übrigens auch.

    Das ist die alltägliche Geschlechterdiskrimimierung von Männern. Aber da schreit keiner nach einer Quote.

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    @ck: Ach ja…
    >> “Das ist die alltägliche Geschlechterdiskrimimierung von Männern.”

    Mir ist nur nicht ganz klar, ob Männer nicht in erster Linie bei der beschissenen Entlohnung gar nicht arbeiten wollen…

    Aber Haupsache rumprollen…

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    @ck: Blödsinn. Würde es Männer geben, die in diesem Beruf arbeiten wollen würden und hätten sie dort dann schlechte Chancen, dann wäre das Geschrei groß. Bei anderen Frauendomänen (z.B. im pädagogischen Bereich) reißt man sich aber um die wenigen männlichen Vertreter. Und Grundschullehrer werden in der Regel Rektoren.

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    Spannend wird das Experiment, wie viele Schwangerschaftsvertretungen man zur selben Zeit einstellen muss. 8)

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    @dentix07: Genau an sowas hab ich gedacht, als ich das Urteil gelesen habe. Fällt meiner Meinung nach echt unter Täuschung.
    So etwas ähnliches ist im Betrieb einer bekannten passiert, eine schwangere Arzthelferin wurde durch eine andere schwangere ersetzt und brauchte auch wieder einen Ersatz.

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    Jede ARGE (Hartz IV) verlangt das sich Schwanger noch am letzten Tag vor der Nierdekunft Bewerben, ansonsten kannst du schauen wer den Kreissall bezahlt. Und auch auf Stellen die für Schwangere “verboten” sind.

    Es geht dennen darum das Vermittlungshemniss “Kind” zu beseitigen.

    mfg

    Ralf

  21. 21

    @Der Steuerzahler

    Es stimmt nicht, dass jede Arge das verlangt.
    Nachdem ich auf meiner vorherigen Arbeitsstelle 3mal eine Vertragsverlaengerung bekommen hatte und es dank meiner Schwangerschaft keine 4. Verlaengerung gab, bin ich zur Arge gegangen und der Sachbearbeiter schaute sich meinen dicken Bauch an und meinte nur: “Fuer die 2 Monate bis zur Elternzeit macht es keinen Sinn mehr, sich zu bewerben, zumal sie so eh keiner nimmt!”. Flugs die Daten eingetragen und ich bekamm anstandslos mein ALG1.
    Es gibt sicher viele Arschloecher bei der Arge, mein Sachbearbeiter gehoerte nicht dazu.

  22. 22

    @14 noe:

    Mir ist nur nicht ganz klar, ob Männer nicht in erster Linie bei der beschissenen Entlohnung gar nicht arbeiten wollen…

    Nun ist beschissene Entlohnung leider in anderen Bereichen für Männer kein Hinderungsgrund.

    Das Argument, dass ein Geschlecht deshalb in einem Berufsstand unterrepräsentiert ist, weil dessen Angehörige dort nicht arbeiten wollen/sich dort nicht bewerben/etc., zieht nicht.

  23. 23

    @15 blubber:

    Und Grundschullehrer werden in der Regel Rektoren.

    Ich habe dann mal fünf willkürliche Grundschulen in meiner Stadt geprüft. Bei drei von fünf Grundschulen war ein Frau Rektorin. So ein Zufall!

  24. 24

    @Anita:

    Es mag den ein oder anderen SB geben, der eine Dauerstellung hat und nicht der Stellenbeschreibung “Sadistikel Bastard” gerecht wird, aber bei den Argen, wo die SBs mit den wenigsten Sanktion fliegen ist es anscheinend Regelmaßnahme.

    mfg

    Ralf

  25. 25

    @ck:
    Hast du auch überprüft, ob an diesen drei Grundschulen überhaupt Männer als Lehrer arbeiten?

  26. 26

    @25 2cents:

    Hast du auch überprüft, ob an diesen drei Grundschulen überhaupt Männer als Lehrer arbeiten?

    Nein. Aber wenn man anderen Leuten glaubt ist so etwas wie sexuelle Diskriminierung im pädagogischen Bereich ja völlig undenkbar, also arbeiten da sicher massenhaft Männer.

  27. 27

    @Sebastian: Ich kann keinen Bezug zu den Kommentaren hier erkennen. Hast Du ihre Bücher überhaupt gelesen und verstanden, oder ist das nur Dein Standardspruch auf alles was irgendwie neoliberal aussieht? Wenn nicht, empfehle ich Dir, es mal zu tun – die Aussage ist nämlich eine ganz andere als was die Neocons die sich mit ihrer Philosophie rechtfertigen wollen behaupten.
    Ich vermute, sie ist nach Karl Marx der am zweitmeisten falsch verstandene Autor (wahrscheinlich mit Absicht).

  28. 28

    @breakpoint: Schlussfolgerung: Solange die Kosten für Schwangerschaftsausfälle – oder gleich die ganze Produktion – nicht vergesellschaftet werden, wird Gleichstellung Stückwerk bleiben.

    @Autolykos: Was ist denn deiner Ansicht nach die Aussage von Ayn Rand?

  29. 29

    @dentix07:

    Bitte das verlinkte Urteil lesen.
    Das Gericht führt darin aus, dass die betroffene Stelle keine war, wo die Schwangere nicht hätte arbeiten dürfen.

    Genau der Fall, den Du ansprichst, wo eine Schwangere eingestellt und gleich freigestellt wird, drohte NICHT.

  30. 30

    Eine Feministin hat für Ihren Garten eine 400Euro Kräftin engagiert.
    Am 2ten Tag berichtet ihr die neue Angestellte:
    Ach ja, ich bin schwanger, ich geh nach Hause und komm in ein paar Monaten wieder. Tschüssikowski.
    Die Feministin zahlt ihr Gehalt freudestrahlend weiter… wie auch das Gehalt 8 weiterer Schwangerschurkinnen.

  31. 31

    wenns hier um arschlöcher geht, meine fresse… auch arbeitnehmer dürfen doch mal arschlöcher sein oder?

  32. 32

    @ck: Ihr Logikgenerator ist kaputt. “Die meisten männlichen Grundschullehrer sind Rektoren” =/= “Die meisten Rektoren sind Männer”. Die Frage ist: Wieviele Grundschullehrer (m.) kennen Sie, die _nicht_ Rektor sind?

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  34. 34

    @ck: Oh, ich sehe gerade, bei Ihnen muss man das noch etwas einfacher formulieren. Wenn 2 von 5 Grundschullehrern Männer wären, dann hätten Sie ein Argument. Es sind aber 1 von 10.

  35. 35

    Frauen halt… Zumindest einige.
    Und das Unternehmen darf sich dann die Vertretung für der Vertretung für die Vertretung suchen. Natürlich müssen alle entsprechend eingearbeitet werden, was wiederum zu lasten der Produktivität geht.
    Und dann wundert man sich, wenn Arbeitgeber ehr zögerlich einstellen.
    Naja, bald bekommen wir noch die Frauenquote.
    Dann muss sowieso jede Frau davon ausgehen, dass die anderen sich fragen, ob sie nicht nur das gesetzlich vorgeschriebene Quotenweibchen ist. Aber ihr habe es ja so gewollt.

    @Anita: Es soll auch schon Fälle gegeben haben, wo die Arge der Frau eine Abtreibung “empfohlen” hat.
    Gut, im 7 Monat geht das nun nicht mehr, das hat wohl auch der zuständige Arbeitsvermittler eingesehen …

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    @earendil:

    Vergesellschaftung? So wie bereits jetzt die durch den Mutterschutz entstehenden Kosten dem Arbeitgeber von den Krankenkassen ersetzt werden?

  38. 38

    @Anita: ALG 1 ist noch eine ganz andere Baustelle. Mit ALG II passiert so etwas häufiger.

    Ich frage mich aber wie man zu dem Schluss kommen kann das, das Verschweigen einer Schwangerschaft völlig ok ist? Wie schon jemand angemerkt hat gelten für Schwangere oft viel strengere Vorschriften.

    Ich kann ja auch nicht als Epileptiker auf den Bau. Bzw hätte wohl arge Probleme eine Kündigung vor Gericht abzuwehren.

    Oder ging es um eine Stelle wo die strengeren Regeln sowieso keine Rolle gespielt haben?

  39. 39

    @earendil: Zumindest Atlas Shrugged ist über weite Strecken ein böse Abrechnung mit diesen sogenannten “Leistungsträgern” die nicht bereit sind, die Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen und moralisierend reden während sie intrigieren um sich vom Staat für ihre Inkompetenz bezahlen und vor besserer Konkurrenz schützen lassen (z.B. Jim Taggart). Ich musste beim Lesen regelmäßig an die Contentmafia und das Leistungsschutzrecht denken. Eine andere wichtige Position ist, dass man sich für seine Fähigkeiten nicht zu schämen braucht, und erst mal niemandem etwas schuldet, bloß weil er weniger kann oder meint dass er mehr braucht (was nicht automatisch bedeutet, dass man Sozialsysteme abschaffen sollte – aber das würde hier zu weit führen). Noch ein Punkt sind die Ideale der Aufklärung, die langsam in Vergessenheit geraten sind: Habe den Mut, selbst zu denken und deine eigenen Entscheidungen auf Grundlage der Fakten zu treffen, die Du siehst – und übernimm dann auch die Verantwortung dafür.
    Klar sind einige ihrer Thesen in letzter Konsequenz fragwürdig oder in ihren Prämissen angreifbar (zum Beispiel vernachlässigt sie das Problem von Externalitäten, und ich finde der Arbeitsmarkt ist nicht fair in der Hinsicht, dass beide Seiten gleichermaßen frei sind den Handel abzulehnen – eine der Voraussetzungen für freien Markt). Aber die Ansicht dass staatliche Gewalt nichts in einem freien Handel mündiger Menschen zu suchen hat ist trotzdem eine wichtige Grundlage. Jeder Verstoß dagegen muss *sehr* sorgfältig überdacht werden.
    Ich warne noch einmal davor, sie mit Neoliberalen in einen Topf zu werfen, ohne sich vorher genau damit auseinanderzusetzen. Neoliberalismus ist bestenfalls die Mickey-Maus-Version ihrer Thesen und hat ungefähr so viel damit zu tun wie Stalinismus mit Marx. Und bei beidem kommt Unfug heraus, wenn man es 1:1 übernimmt ohne vorher nachzudenken. Es enthält einen ganzen Haufen wichtiger Beobachtungen, aber niemand kann dir abnehmen, selbst zu denken und deine eigenen Schlüsse zu ziehen.

  40. 40

    @zf.8 :
    das kommt so weit ich weiss aus einer umlage, wird also bereits von einer grösseren gesellschaft getragen. oder wer zaubert sonst das geld her?

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    @ck: Gelingt es Ihnen nicht, logisch zu argumentieren? Gelingt es Ihnen nicht, Nicknames korrekt abzuschreiben? An welcher Stelle war ich noch mal unsachlich? An der, an der ich Ihnen einen logischen Fehler nachgewiesen habe? Oder an der, als ich bemerkt habe, dass ich anhand Ihrer vorhergehenden Antworten davon ausgehen muss, dass das Sujet zu komplex für Sie ist?

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    @ck:
    Ja, da sehen sie es doch:
    Deutschlandweit machen Männer etwa 12 % der Grundschullehrer aus. (Natürlich können ihre Beispielschulen aus dem Rahmen fallen, was weiß ich).
    An den Schulleitern machen sie dagegen 40 % aus.

    Also 12 % beim Fußvolk, 40 % bei den Chefsesseln, wo sehen Sie da die Männerdiskriminierung.

    (Lustigerweise haben Sie selbst -sicherlich ungewollt- ein weiteres Beispiel für Frauendiskriminierung genannt, HiHi).

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    @Olli

    Ich hab meine Schwangerschaft auch verschwiegen bis ich die 3. Verlaengerung bekam.
    Und solange Chef nichts davon weisz, dass ich schwanger bin, kann er auch nicht haftbar gemacht werden, wenn was passiert.
    So lange muss er sich auch nicht an Mutterschutzbestimmungen halten.
    Haette ich mich also am Anfang meiner Schwangerschaft auf Arbeit gebrutzelt, waere mein Vorgesetzer aus dem Schneider gewesen.

  45. 45

    @zf.8: Ähm… ja, so in der Art. Ich ahnte doch, dass ich irgendwas wichtiges übersehen habe… *rotwerd*

    Allerdings sieht man auch daran wieder, wie unvollkommen solche Vergesellschaftungen im sozialstaatlichen Kapitalismus bleiben (müssen). Sonst hätten Argbeitgeber ja nicht solchen Horror vor Schwangeren.

    @erforderlich: Wenn jemand ihre gesetzlich verbrieften Rechte in Anspruch nimmt, ist das Betrug? Na denn, meinetwegen.

    @Autolykos: Das klingt mir aber nur wie eine euphemisierte Version derselben Schlüsse, die auch die Libertären aus diesem Werk ziehen. Den “sogenannten” werden eben die echten Leistungsträger gegenübergestellt, die nicht mehr gewillt sind, die Schmarotzer oben und unten zu finanzieren. Angestrebtes Ideal ist eine Gesellschaft der “Selbstverantwortung”, in der jeder des eigenen Glückes Schmied ist: Die allgemeine Konkurrenz der Privateigentümer also, ohne staatliche Schranken. Klar entspricht neoliberale Realpolitik dem nicht zu 100%, aber die ideologische Stoßrichtung ist schon die gleiche: Deregulierung, freierer Markt, weniger Umverteilung. So große Missverständnisse kann ich da grade nicht erkennen…

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    @John Doe (5):

    Ob man’s glaubt oder nicht, habe eine Bekannte, der genau das passiert ist: Als Schwangerschaftsvertretung eingestellt worden und dann prompt nach kurzer Zeit ebenfalls schwanger geworden/gewesen. Gänzlich ohne Vorsatz. Für den Arbeitgeber ist das dann natürlich dumm gelaufen…

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    OT / Bin grad mal wieder dabei Bewerbungen zu verschicken, ganz sicher täuscht mich da mal wieder meine Wahrnehmung, aber so in etwa 8 von 10 Personalverantwortliche, die ich da anschreibe, sind weiblich.

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    Was bitte ist denn eine ‘Schwangerschaftsvertretung’? Eine Vertretung für die Zeit einer Schwangerschaft, also 9 Monate? Mal ins Urteil schauen – nein, bei einer Rechtsanwaltsgehilfin wohl kaum, die arbeitet während der Schwangerschaft natürlich weiter, der Vertretungsbedarf entsteht mit dem Mutterschutz, 6 Wochen vor dem Geburtstermin. Kann die werdende Mutter dann von einer anderen Schwangeren vertreten werden? Klar, warum auch nicht, auch diese kann ja bis 6 Wochen vor der Geburt arbeiten. Ach, es geht gar nicht um eine Vertretung während des Mutterschutzes, sondern noch deutlich darüber hinaus? Dann ist ‘Schwangerschaftsvertretung’ ein wirklich sehr ungeschickt gewählter Begriff. Bei Vertretungszeiten von deutlich über 9 Monaten kann es halt passieren, dass auch die Vertreterin schwanger wird, ganz unarglistig. Wäre es auch arglistig gewesen, wenn die Vertreterin nach 6 Monten kündigt, weil sie anderswo eine unbefristete Stelle gefunden hat? Klar ist ein Arbeitgeber nicht begeistert, wenn er in kurzen Abständen weitere Vertretungen finden und einarbeiten muss. Ganz unabhängig davon was der Grund für den Vertretungsbedarf ist. Aber schon irgendwie lustig, wie die Hälfte der Kommentatoren hier zu glauben scheint, dass eine Schwangere grundsätzlich für 9 Monate in bezahlten Urlaub entschwindet.

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    Wenn Schwangere in einem bestimmten Beruf nicht beschäftigt werden dürfen, bspw. in der Entsorgung gebrauchter medizinischer Instrumente, müsste die Einstellung aufgrund eines nachvollziehbaren Irrtums des AG rückgängig zu machen sein. Die Einstellungskriterien müssen bloss eindeutig in der Anzeige oder im Bewerbungsgespräch dargelegt werden.

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    @Quacksilber:
    Ich bin mir sicher, dass jeder Jurist bestätigen wird, dass die Gleichstellungsgesetze nicht das Ziel verfolgen, Arbeitgeber in einen Irrtum zu versetzen. Wenn er nicht erfahren soll, dass eine Bewerberin schwanger ist, ist der Grund mit Sicherheit nicht der, dass er gezwungen werden soll eine Einstellung aufgrund einer falschen Beurteilung vorzunehmen. Aus diesem Grund kann man ohne weiteres schwangerenausschliessende Kriterien angeben, auf die man sich auch berufen kann. Dass das Verschweigen der Schwangerschaft zum Zwecke des Betrugs über die erforderlichen Qualifikationen erlaubt ist, ist einfach Unsinn.

    Ingrid

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    @erforderlich: So ist es. Aber nur, wenn Muschi betrügt, denn Schwanz wird für ähnliches natürlich verurteilt.
    So setzt das Urteil bisherige Unrechtsprechung konsequent fort und ist damit ein weiterer Schritt bei der Diskriminierung der Männer und der Feminismus darf sich freuen. Ich vermisse in den Kommentaren hier die Berücksichtigung der Tatsache, daß allein die Frau über ihre Schwangerschaft entscheidet, in jeder Hinsicht. Aus diesem Recht erwächst nun aber keinerlei Pflicht, wie dieses Urteil bestätigt, sondern eher noch das Recht auf Betrug (Arbeit, Kuckuckskinder, Unterhalt), während man an Männer ganz andere Maßstäbe anlegt.

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    @Tüdelüt:

    die Berücksichtigung der Tatsache, daß allein die Frau über ihre Schwangerschaft entscheidet, in jeder Hinsicht

    In welcher Welt lebst du denn?
    Zu einer Schwangerschaft gehören immer 2.

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    @Tüdelüt: Heul doch, du armes privilegiertes Opfer, das sich nie mit Schwanger- und Mutterschaftschaft herumschlagen müssen wird und schon deshalb bei jeder Jobsuche einen Vorteil hat. Und lass dir das mit den Blumen und Bienen mal erklären. Übrigens darfst du auch mit Schwanz lügen, was deine Familienplanung betrifft.

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    Und, habt ihr 3 auch Argumente? Oder gehts nur ums draufhauen? Da war ich wohl nicht genügend Mainstream.
    Beispiel die Lüge “Zu einer Schwangerschaft gehören immer 2.”. Da gibt es ein Urteil, daß einem Mann, der sein Sperma einfrieren ließ, mit dem sich aber dessen Ex gegen seinen ausdrücklichen Willen befruchten ließ, das volle Programm des Unterhalts aufdrückt.
    Auch zum Thema Spermaklau gibt es einiges zu finden. Und das ein Mann zum Abbruch was sagen dürfte, ist mir auch ganz neu, allein Sie entscheidet.
    Na gut, dazu gibt es genügend Webseiten…

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    @ck:
    1. habe ich geschrieben, daß es in Bereichen die allgemein als Frauendomäne gelten nicht so leicht ist Männer für einen solchen Arbeitsplatz zu finden, allerdings auch “wo Nachfrage, da auch Angebot”!
    2. gab und gibt es männliche zahnmedizinische Fachangestellte (so die neue korrekte Bezeichnung für zahnärztliche(n) Helfer(i)n), nur sehr sehr wenige! (Bei mir hat sich schon mal ein junger Mann aus Sachsen um einen Ausbildungsplatz in diesem Beruf beworben und in der Berufsschulklssse einer meiner AzuBienen gab es auch schon einen Azubi. Männer die bereit wären diesen Beruf auszuüben gibt es also durchaus.) Und, wie schon gesagt, gäbe es eine deutlichere Nachfage nach Männern in diesem Bereich, gäbe es sicher auch das Angebot!
    Vielleicht sollte man einmal über eine gesetzliche Männerquote bei ZFAs und ÄFAs nachdenken, nur so um die (gläserne?) Betondecke in den Köpfen von Zahn(ärzten) und -ärztinnen einzureißen? ;)

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    @Bernd:
    Was hat denn das damit zu tun?
    Ob Du’s glaubst oder nicht, auch bei Zahn(Ärzten) müssen die Gehälter erst einmal erarbeitet werden; ud sooo gut wie immer in den Medien (und von den Kassen) dargestellt, geht es Ärzten und Zahnärzten nicht mehr. Weiß von mehreren Insolvenzen!
    Der zahnärztliche – mir halt am besten bekannte – Bereich dient lediglich als Beispiel für andere Beschäftigungsbereiche in denen es ähnliche Beschäftigungsbeschränkungen für Schwangere gibt! (Hatte ich auch geschrieben!)

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    @earendil: Welche konkreten Handlungsanweisungen man daraus ableitet, ist jedem selbst überlassen. Der springende Punkt für mich ist, dass Menschlichkeit (rein logisch betrachtet) ein Luxus ist. Bevor Du jetzt auf deinen Monitor spuckst, lass mich erklären: Ich nenne es einen Luxus, weil es für das Überleben der Menschheit als Ganzes nicht zwingend erforderlich ist. Erst muss einmal dafür gesorgt werden, dass genug für jedermanns Grundbedürfnisse da ist. Dann kann man über den Rest (wie die Verteilung davon) diskutieren. Ich würde allerdings sagen, es ist der erste Luxus, den wir uns leisten sollten, und dass wir es uns im Moment leisten können – was diese Unterscheidung zu einer logischen Haarspalterei und mich zu einem Anhänger des bedingungslosen Grundeinkommens macht. Der Witz beim BGE ist meiner Meinung nach, dass das keinen Anspruch aus der Unfähigkeit oder den gefühlten Bedürfnissen einer Person herleitet*, sondern schlicht aus der Tatsache, dass sie existiert und ein Mensch ist. Und wenn auf diese Weise die Existenz jeder Person gesichert ist, kann man den Rest tatsächlich weitgehend dem Markt überlassen. Es gibt immer noch Details und einzelne Entgleisungen, um die sich ein Staat kümmern muss, aber das ist die “Nachtwächterrole”. Er muss dann nicht mehr in diesem Ausmaß gestalterisch tätig werden.

    * Das ist für mich eines der wesentlichen Probleme bei Hartz IV, und der wichtigste Grund warum die Behandlung durch die ARGE als Verstoß gegen die Menschenwürde empfunden wird – unabhängig davon wie hoch der Satz tatsächlich ist.

    Aber ok, das war jetzt genug Offtopic. Vielleicht diskutieren wir das ein andermal oder anderswo, wenn es besser passt.

  64. 64
  65. 65

    @Flying Circus:
    Hab’ ich auch nicht behauptet!
    Ich habe nur versucht die (möglichen) Konsequenzen für Arbeitsbereiche in denen Beschäftigungsbeschränkungen für Schwangere existieren aufzuzeigen!
    Wobei auch in anderen Bereichen das Urteil den Arbeitgebern die A…karte zuweist, denn die (aus mehrfacher eigener Erfahrung) nicht seltenen schwangerschaftsbedingten Ausfälle (+ wieder Mutterschutz, Mutterschafts- und möglicherweise Erziehungsurlaub) sind auch betriebswirtschaftliche Kostenfaktoren.

  66. 66

    Noch mal zu den Neocons: Mein Vergleich zum Stalinismus kommt nicht von Ungefähr, sie haben genau den gleichen Fehler gemacht: So etwas kommt immer heraus, wenn man eine gute Idee nimmt und eine Ideologie draus macht.

  67. 67

    @Anita:
    Allerdings gehst Du damit auch erhebliche Risiken ein! Das kann Dich auch den (gesetzlichen) Versicherungsschutz kosten! Die Kasse also bei evtl. Schädigungen des Kindes nicht zahlt, bzw. Dich in Regress nimmt!
    Denn Du bist gesetzlich vepflichtet den Arbeitgeber zu informieren sobald Du von einer bestehenden Schwangerschaft weißt.
    Verschweigen kann (wenn’s rauskommt)sogar – trotz gesetzlichem Kündigungsschutz – zu fristloser Kündigung führen, was die Arbeitsgerichte in einem solchen Fall mit ziemlicher Sicherheit nicht bemängeln werden!
    Und – auch wenn die Regelungen manchmal übertrieben sind – sollte man nicht vergessen, daß es die Beschränkungen gibt um werdende Mutter und “Leibesfrucht” vor Schäden zu schützen!

  68. 68

    @dentix07: Dann sollen die notleidenden Branchen eben fuer eine entsprechende Regelung im AAG eintreten, sonst ist die Aerztelobby ja auch nicht zimperlich. Nur das auf dem Ruecken der Schwangeren auszufechten, finde ich schon latent pervers. Hier ging es aber ohnehin um einen Rechtsanwalt, von daher stellt sich die Problematik gar nicht.

  69. 69

    Als Arbeitgeber wird man nach diesem Urteil sinnvollerweise nur noch Männer als Schwangerschaftsvertretung einzustellen – in der noch zumindest berechtigten Hoffnung, daß diese nur sehr selten ihren Anspruch auf Elternzeit wahrnehmen.

    Ebenso sinnvolle wie unauffällige Recherchen – “Verheiratet?” (Schlecht, steigert das Risiko für Elternzeit), “Schwul?” (Sehr gut!), “Kinder sind ja was tolles!” (Trickfrage – äußert sich der Bewerber zustimmend: ganz schlecht!) – bei den Bewerbungsgesprächen sollten zumindest das Risiko deutlich senken können, in so eine Falle zu laufen.

    Und ganz ehrlich: sich als Schwangere auf eine Stellung als Schwangerschaftsvertretung zu bewerben ist schlicht asozial und bösartig.

    Da muss sich dann niemand mehr wundern, wenn Arbeitgeber aus schlichter Notwehr zunehmend versuchen, gut gemeinte Gesetze und Rechtsprechung irgendwie auszutricksen.

  70. 70
  71. 71

    @zf.8: @rammsel:
    Um das Thema Geld mal ein wenig zu beleuchten:
    Die angesprochene Erstattung kommt aus der sogenannten Umlagekasse 2 (U2). Gezahlt wird:

    1) 100 % des Zuschusses zum Mutterschaftsgeld (die Krankenkasse zahlt 13,00 Euro pro Tag der Schutzfrist, der Arbeitgeber zahlt als Zuschuß den Rest bis zum vollen Nettogehalt, Sozialbeiträge fallen nicht an).

    2) 100 % des während eines Beschäftigungsverbots (Stichwort Zahnarzt) gezahlten Brutto(!)gehalts PLUS 100 % der Arbeitgeberanteile an den Sozialbeiträgen.

    Als Aufwand für den Arbeitgeber bleibt also nur der “Verwaltungskram”. Natürlich muß er auch Ersatz suchen und einarbeiten, aber das müßte er ja auch, wenn eine Arbeitnehmerin kündigen und aufhören würde.

    Die Umlagekasse U2 wird gefüllt durch Beiträge (ausschließlich) der Arbeitgeber; Arbeitnehmer zahlen nichts, und die öffentliche Hand auch nicht. Alle Arbeitgeber sind beitragspflichtig; der Beitrag ist ein (sehr kleiner) Prozentsatz der Bruttolöhne – und zwar aller Bruttolöhne, also auch der Löhne der Männer. So kann dann auch ein Arbeitgeber, der nur Männer beschäftigt, nie etwas bekommen, aber er muß trotzdem zahlen.

    Wenn überhaupt etwas bei den Krankenkassen hängen bleibt, dann ist es ein gewisser Verwaltungsaufwand für die U2 – wobei ich nicht sicher bin, ob das nicht auch aus den Beiträgen abgedeckt wird.

    Normalerweise ist es also so, daß eine (nicht arbeitende) Schwangere nichts kostet und nur ein bißchen Arbeit macht.

  72. 72

    @dentix07

    Teilweise sind die Mutterschutzregeln einfach zu restriktiv.
    Du darfst als Schwangere nichtmal mehr auf eine Leiter steigen.
    Du darfst keine Ueberstunden arbeiten und auch nicht am WE arbeiten.
    Glaubst du wirklich, ich haette mein ungeborenes Kind riskiert fuer die Arbeit?
    Und: das Risiko, dass das Kind in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten abgeht, liegt bei ueber 30%. Vorher sollte man es sowieso niemandem sagen.

  73. 73

    @Anita:

    Du darfst als Schwangere nichtmal mehr auf eine Leiter steigen.

    Naja, das Leitersteigen selbst ist ungefähr das gleiche Problem wie das Autofahren mit 100 km/h auf eisglatter Straße: Technisch geht es – tritt aber die Extremsituation auf (sprich: Der Fall von der Leiter, analog zum plötzlichen Bremsen), sind die möglichen Konsequenzen dem Nutzen der Handlung kaum angemessen.

    Glaubst du wirklich, ich haette mein ungeborenes Kind riskiert fuer die Arbeit?

    Sieh es so: Diese Regeln nehmen Dir den Druck, es rechtlich zu müssen. Stell Dir vor, es gäbe keine Verbote von Handlungen für werdende Mütter, Du kommst in die Situation, dass Du Dein ungeborenes Kind einer Gefahr nicht aussetzen willst – und Dein Arbeitgeber verlangt es aber, weil es nicht verboten ist…

  74. 74

    Wenn die Kommentierenden einen Ausschnitt der deutschen Juristen darstellen, dann gute Nacht. Da ist man ja bei der chinesischen Willkürjustiz besser aufgehoben. Da rechnet keiner mal nach.

    Die gute Dame war zum Arbeitsbeginn gerade mal 40 Tage schwanger, wenn man vom errechneten Geburtstermin zurückrechnet. Da ist es völlig glaubwürdig, dass sie behauptet von der Schwangerschaft nichts gewußt zu haben. Insbesondere hat sie zum Einstellungstermin, der ja wahrscheinlich nicht am Tag vorher war, ziemlich sicher keine Ahnung gehabt.

    Das Urteil sagt darüber hinaus nur, dass die Ergründung ihres Wissens zu diesem Zeitpunkt völlig irrelevant ist, da sie es ohnehin nicht hätte mitteilen müssen. Im konkreten Fall gehe ich davon aus, dass sie es nicht wußte.

    Wenn ein junger Kerl sich beim Snowboarden auf die Fresse gelegt hätte, dass er innerhalb des Vertretungszeitraums nicht mehr aus der Reha kommt, hätte es sicher nicht diese Woge der Empörung gegeben.

  75. 75
  76. 76

    @Tüdelüt:

    Und, habt ihr 3 auch Argumente?

    Dit hamwa jerne: Mit misogynen Sprüchen hereintrampeln, irrelevanten Gedankenmüll abladen (eingefrohrene Spermien, “Samenraub” – LOL!), und dann noch die Frechheit besitzen, Argumente einzufordern! Und zu allem Überfluss wurden dir auch noch Argumente geliefert! Eins sehe ich bei Zulu, und zwei in meinem Beitrag. Und selbst die waren schon Perlen vor die Säue – mehr wäre nun wirklich Verschwendung.

    @Tom Rohwer: Un dit hamwa erst recht jerne: Erst sich als maximal asozialer und bösartiger Kapitalist präsentieren, und dann schwangeren Arbeitnehmerinnen solches vorzuwerfen.

    Als Arbeitgeber hat man vor allem die Möglichkeit zu akzeptieren, dass Menschen sich gelegentlich vermehren, und in dem Zusammenhang eine Zeit lang als Arbeitnehmer ausfallen. Sucht er sich halt ne Ersatzkraft! Und wenn deine ideale, schwule männliche Ersatzkraft dann längerfristig krank wird, guckst du genauso in den Mond und musst dir den oder die nächste suchen! Ist halt Berufsrisiko, wenn man Menschen ausbeuten will.

    @Prinz Rowan:

    Wenn die Kommentierenden einen Ausschnitt der deutschen Juristen darstellen, dann gute Nacht.

    LOL. Da kann ich dich beruhigen, das ist mit Sicherheit nicht so. Die wenigsten sind hier Juristen. Das ist hier allenfalls ein repräsentativer Ausschnitt eines spezifischen Teils des Internetmobs.

  77. 77

    @Autolykos:

    Der springende Punkt für mich ist, dass Menschlichkeit (rein logisch betrachtet) ein Luxus ist. Bevor Du jetzt auf deinen Monitor spuckst, lass mich erklären: Ich nenne es einen Luxus, weil es für das Überleben der Menschheit als Ganzes nicht zwingend erforderlich ist.

    Da halte ich doch eher das Überleben der Menschheit für Luxus. Also in dem Sinne: Warum sollte mich das interessieren? Wenn es mich aber interessiert, so ist Menschlichkeit dafür grade kein Luxus, sondern essentiell.

    Erst muss einmal dafür gesorgt werden, dass genug für jedermanns Grundbedürfnisse da ist. Dann kann man über den Rest (wie die Verteilung davon) diskutieren.

    Als ob das nicht zusammenhängen würde!

    Falsche Umsetzung hin oder her: Du kannst nicht sowohl Rands als auch Marx’ Ideen gut finden, die widersprechen sich nämlich in praktisch jeder Hinsicht diametral.

  78. 78

    @dentix07:

    “…was den Hintergrund des Urteils bezüglich Diskriminierung geradezu konterkariert…”

    Auch wenn es sich auf den ersten Blick paradox liest: Das ist so gewollt! Da ganze Diskriminierungs-Blabla ist nur heisse Luft. Das kölsche Urteil SOLL Männer in Arbeit bringen und Schwangere = Frauen nicht bzw. an den Herd. So versuchen es uns doch die Christ-Soziopathen und Christ-Doofmaten subtil zu vermitteln – seiten Jahren!

  79. 79

    rechtlich: korrekt.
    ethisch: nullnummer.

    humoristisch: alltägliche Ausbeutung, nur umgekehrt.
    realistisch: schwangerschaftsvertretungen werden zunehmend weniger durch (verheiratete) frauen besetzt

  80. 80

    @earendil: Die Handlungsanweisungen übernehme ich (zumindest im Allgemeinen) weder von Rand, noch von Marx. Die widersprechen sich tatsächlich, und sind meiner Ansicht nach auch beide falsch, sobald man sie ohne nachzudenken auf alles anwendet. Ich betrachte sie eher als Modelle im naturwissenschaftlichen Sinn. Jedes Model ist nur unter bestimmten Annahmen gültig, die vor der Anwendung überprüft werden müssen. So betrachtet ist es kein Problem mehr, wenn zwei Modelle widersprüchliche Aussagen liefern, so lange das nur passiert, wenn mindestens eines von ihnen nicht anwendbar ist (siehe auch: Quantenmechanik vs. Allgemeine Relativitätstheorie).
    Ich halte viel mehr die Forderung für Mumpitz, dass ein Modell immer und überall anwendbar sein muss. Wenn man damit anfängt, begibt man sich auf das Gebiet von Ideologien.

  81. 81

    Nachtrag: Diese Betrachtungsweise (“Wenn deine Theorie nicht die gewünschten Ergebnisse liefert, überprüfe die Prämissen.”) wird gerade von Ayn Rand auch immer wieder betont. Es sind die Neocons, die das nicht kapiert haben, und damit zuverlässig immer wieder gegen die Wand laufen. (“Oh, es wird immer noch nicht besser? Dann müssen wir noch mehr privatisieren!”). Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre.

  82. 82

    @Prinz Rowan:

    “Die gute Dame war zum Arbeitsbeginn gerade mal 40 Tage schwanger, wenn man vom errechneten Geburtstermin zurückrechnet. Da ist es völlig glaubwürdig, dass sie behauptet von der Schwangerschaft nichts gewußt zu haben. Insbesondere hat sie zum Einstellungstermin, der ja wahrscheinlich nicht am Tag vorher war, ziemlich sicher keine Ahnung gehabt.”

    Das entspricht aber offensichtlich nicht den Tatsachen, denn sie hat es schon gewusst. Jedenfalls ergibt sich das aus der – unbestrittenen – Aussage des Arbeitgebers:

    “Sie teilten uns unlängst mit, dass Sie schwanger sind. Die Schwangerschaft war Ihnen schon zum Zeitpunkt der Eingehung des Arbeitsverhältnisses bekannt. ***Dies haben Sie selbst gegenüber weiteren Mitarbeiterinnen bestätigt.***”

  83. 83

    @earendil:

    “Als Arbeitgeber hat man vor allem die Möglichkeit zu akzeptieren, dass Menschen sich gelegentlich vermehren, und in dem Zusammenhang eine Zeit lang als Arbeitnehmer ausfallen.”

    Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Eine Menge ist aber dagegen einzuwenden, daß Frauen, die wissen, daß sie gerade schwanger geworden sind, sich auf die Stelle einer Schwangerschaftsvertretung bewerben, in dem klaren Wissen, daß sie die Stelle, auf die sie sich bewerben, nicht antreten werden können.

  84. 84

    Was mich an derartigen Regelungen immer nervt (ähnlich wie bei Schäden die durch Kinder verursacht werden, oder Ausfällen und Lohnweiterzahlungen bei Krankheit) ist, dass der konkret Betroffene zahlen muss.

    Die Gesellschaft will, dass sich für Frauen kein Nachteil ergibt, wenn sie schwanger sind. Das ist löblich. Aber wieso muss der einzelne Arbeitgeber, der gerade das Pech hat, dass eine Arbeitnehmerin schwanger ist, die finanziellen Konsequenzen tragen? Wäre es nicht “gerechter” in gewisser Weise, dies durch eine zentralisiertes Sozialsystem auszugleichen, sodass wirklich die Gesellschaft™ die Konsequenzen trägt, statt nur einem Einzelnen Gelackmeierten?

  85. 85

    @2 Den Großteil der Schwangerschaft ist eine schwangere Frau ja noch arbeitsfähig. Und wenn sie das Pech hat, keine passende Stelle zu haben, ist sie arbeitslos. Dann aber muss sie nicht einmal ein Arschloch sein, es genügt, wenn sie fürs Arbeitsamt belegen muss, dass sie aktiv Stellensuche betreibt bzw. wenn sie es sich finanziell nicht leisten kann, auf das Arbeitseinkommen zu verzichten. Die (m.E. nicht wünschenswerte Alternative) wäre, Frauen unabhängig von ihrem Gesundheitszustand auch schon für die ersten Monate der Schwangerschaft Karenzgeld zu gewähren. (Und selbst ob das eine Alternative ist, ist fraglich, denn das ist ja niedriger als der Verdienst, und sie muss ja auch noch Miete zahlen und für ihren Lebensunterhalt oder, falls sie alleinerziehend ist und ältere Kinder hat, auch schon für den eines oder mehrerer vorhandener Kinder, aufkommen.)

  86. 86

    @83 Wäre die Frau im 7. Monat schwanger gewesen bei der Bewerbung, so hätte der Arbeitgeber die Schwangerschaft wohl kaum übersehen – also hätte sie die Stelle sehr wohl antreten und dort auch noch monatelang arbeiten können.

  87. 87

    @83 Frauen, die aus dem gebärfähigen Alter raus sind und zudem gut ausgebildet, denen wird dann wegen “Überqualifizierung” abgesagt, wenn sie sich auf solche Stellen bewerben. Ein Arbeitgeber, der/eine Arbeitgeberin, die auf Nummer sicher gehen will, hätte genug Möglichkeiten, ältere Frauen oder Männer einzustellen.

  88. 88

    @23 Die Frage wäre, ob bei der Ausbildung für GrundschullehrerInnen der Männeranteil mindestens 40 Prozent beträgt. Liegt er darunter (wofür vieles spricht), wären sie tatsächlich mit 2 von 5 männlichen Direktoren im Verhältnis zu den weiblichen überrepräsentiert.

  89. 89

    @dasuxullebt: Ja, sehe ich im Prinzip genau so.

    Aber die Arbeitgeber sind sowieso gegen die Entgeltfortzahlung bei Mutterschutz versichert. http://de.wikipedia.org/wiki/Umlage_U2

    Trotzdem ist es für den AG natürlich ein erheblicher Aufwand und mit Kosten verbunden, schwangere Frauen zu ersetzen, dann weiter zu beschäftigen und auch noch über die U2-Umlage die Kosten zu bezahlen.
    Kein Wunder, dass sich AG manchmal schwer tun, Frauen einzustellen oder den gleichen Lohn zu zahlen. ^^

  90. 90

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