Mit Tempo auf den Gabentisch

Nur her damit. Das Ding gehört gekauft. Das taugt, um Nachbarn zu verärgern, Freunde zu Feinden zu machen und arglosen Autofahrern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Discounter Aldi-Süd bietet ab heute in seinen Filialen einen „Laser-Entfernungsmesser“ an. Einen mit „integriertem Geschwindigkeitsmesser“. Ab damit auf den Gabentisch!

Dann kann Durchschnittsbürger Franz-Josef Ödendödel loslegen. Mit Gattin Auguste Sausmikat. Beider möglicher Helfer: Ein Ruhestandsbeamter der Polizei, oder vielleicht ein pensionierter Amtsrichter, aber ein Staatsanwalt zu Beginn seines Lebensabends tut es natürlich auch.

Diese Drei stellen sich dann lauernd auf die Straße. Mit besagtem Gerät. Das kann (O-Ton Werbung) in einer Entfernung von „5 bis 600 m“ eine Geschwindigkeit von „0–300 km/h“ messen. Was für eine Abzockerei könnte das werden. Frei nach dem Motto: „Wir sind um die Verkehrssicherheit besorgte Bürger!“

Und dann, ein wenig streng, mit einem Hauch behördlichen Untertons, mit der Bekanntgabe des Mess-Ergebnisses, ein drohendes Zitat aus dem Bußgeldkatalog: „Das macht im Fall einer Anzeige drei Punkte!“ Um schließlich zu murmeln: „Wir wollen sie ja nicht anzeigen!“ – Kunstpause – „Sie können ja freiwillig, wenn nicht…“

So wäre nicht nur – parallel zur Entlastung von Polizei und Ordnungsamt – der Einkaufspreis von 99,99 Euro ruckzuck wieder drin. Mehr noch: Das Gerät wäre eine echte Kapitalanlage. Oder zumindest ein lukrativer Nebenjob, insbesondere für Ruheständler. Auf jeden Fall sorgt er für Freude an der frischen Luft.

Wie sonst nämlich ist die Werbung für diesen Entfernungsmesser zu verstehen? Von dem heißt es, er sei „ideal geeignet“ für „Outdoor-Aktivitäten“. (pbd)

  • Hans Wurst
  • Verkehrsteilnehmer

    Schon erstaunlich welche Gedanken einem Anwaltskopf selbst bei ALDI-Angeboten entspringen können.

  • emma peel

    Danke für den Tip. Und haben die auch Schal und Mütze, es wird vielleicht sonst kalt… Obwohl, man fährt ja im Moment eh nicht soo schnell.

  • Autofahrer

    Ja was denn ” Sie können ja freiwillig, wenn nicht…”?
    Ich gehe mal davon aus, dass solche Geräte vor Gericht nicht als Beweismittel zu gelassen werden.
    Hat dieser “besorgte Bürger” und eventuelle Zeugen überhaupt eine juristische Handhabe gegen mich?
    Und kann ich meinerseits gegen diese vorgehen?
    Vielleicht wegen Nötigung etc. wenn diese mir mit einer Anzeige drohen?
    Etwas mehr juristischer Feedback wäre bei solchen Artikeln nicht schlecht.

  • RA Graf

    Mit Outdooraktivitäten sind u.a. der Golfplatz gemeint. Ich habe so einen Laser-Entfernungsmesser, um die Distanz zum Grün zu messen, um den idealen Schläger auszuwählen.

  • Weppster

    Vielleicht sollte sich die Polizei so ein paar Dinger davon abschaffen. Bei dem Anschaffungspreis nimmt man dann doch das bissel Messungenauigkeit gern in Kauf *hust*…

  • Philip

    @RA Graf: Und der Geschwindigkeitsmesser ist dann für die Schlägerkopfgeschwindigkeiten? ;) Sollte auf jeden Fall beeindruckende Stammtischwerte ergeben. :)

  • Martin Demling

    Das Ding entstand vermutlich, als ein Entwickler den recht trivialen Gedanken hatte, dass da eigene Produkt doch auch schnell hintereinander die Entfernung messen könnte, und dann mit Dreisatz die Geschwindigkeit bestimmen. Eine zusätzliche Funktion, nur mit ein bisschen Software, das freut ja eigentlich jeden. Und bestimmt findet sich auch ein Anwendungszweck außerhalb des Straßenverkehrs.

  • Holger

    Das Angebot ist zusammen mit dem Nachtsichtgerät und der Wildkamera als Zubehör für die Jagd zu sehen. Für einen Jäger ist es sinnvoll zu wissen wie groß die Entfernung zum Wild ist. Dann ist das mit dem Treffen wesentlich einfacher.

    Die Geschichte mit der Geschwindigkeit ist sicher nur als Zusatz, weil technisch einfach möglich, zu sehen.

  • sebastian

    Auch praktisch für Hobby-Kunstflieger und Segelflieger (Vg).

  • Siggi

    @Martin Demling:

    Genau daran dachte ich auch. Ob der nun einmal misst oder mehrmals hintereinander und dann v=s/t rechnet, dürfte nur ein winziges Addon auf der Platine sein…aber die Möglichkeit reicht ja den Presseimitatoren des pbd :-)

  • Tolomir

    Auch Geocacher neigen dazu mal etwas ausmessen zu müssen.
    Sicherlich kann man das alles mit GPS machen, gerade bei längeren Entfernungen, doch ein Lasermesser ist gewiss genauer.

    Tolomir

  • fratermalus

    @Autofahrer: Meines Wissens kann ein Bürger die zuständigen Behörden über rechtswidriges Verhalten anderer informieren. Es dürfte auch noch in Ordnung sein, eigene Tempo-Messungen durchzuführen, sofern man nachweisen kann, dass das Gerät gut funktioniert und ordnungsgemäß sowie fachgerecht verwendet wurde.

    “Bußgelder” allerdings selbst “entgegenzunehmen” und im Falle einer Weigerung mit einer Anzeige zu drohen, erfüllt mE nicht nur den Tatbestand der Nötigung, sondern ist als verwerflich anzusehende Nötigung (Bereicherung) auch noch rechtswidrig. (§ 240 II StGB; Nur als Zusatz, weil die Nötigung im Gegensatz zu den meisten anderen Tatbeständen im StGB nur rechtswidrig ist, “wenn [...] die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.”)

  • Ano Nym

    @fratermalus:

    “Bußgelder” allerdings selbst “entgegenzunehmen” und im Falle einer Weigerung mit einer Anzeige zu drohen, erfüllt mE nicht nur den Tatbestand der Nötigung,

    Wo ist die Rechtswidrigkeit des Nötigungsmittels?

  • fratermalus

    @Ano Nym: Es gibt in der Rechtsprechung drei Arten von Verwerflichkeit der Nötigung, die zur Rechtswidrigkeit führen. Mittel-Verwerflichkeit, Zweck-Verwerflichkeit und Zweck-Mittel-Verwerflichkeit.

    Es reicht also, wenn entweder das Mittel, der Zweck oder die Kombination aus beidem verwerflich ist. Sie haben Recht damit, dass es grundsätzlich nicht verwerflich ist, jemanden wegen einer rechtswidrigen Handlung anzuzeigen (hier Tempo-Übertretung). Eine Mittel-Verwerflichkeit liegt damit nicht vor.

    Es ist auch nicht verwerflich, für Sicherheit im Straßenverkehr sorgen zu wollen. Allerdings scheinen sich die drei Beteiligten auch bereichern zu wollen, immerhin verlangen sie Geld dafür, dass sie die Tempo-Überschreitung nicht zur Anzeige bringen. Darin liegt eine Zweck-Verwerflichkeit, die zur Rechtswidrigkeit der Nötigung führt.

  • fratermalus

    @fratermalus: Ich sollte noch erwähnen, dass ich mich in Bezug auf die einschlägige Norm geirrt habe. Einschlägig ist hier nicht Nötigung (§ 240) sondern Erpressung (§ 253). Die beiden Tatbestände werden aber in ihrer Anwendung auf gleiche Weise geprüft, dabei verweise ich insbesondere auf den zweiten Absatz. Vor Allem könnte hier sogar ein schwerer Fall durch bandenmäßige Begehung vorliegen (§ 253 IV 2 Alt. 2).

  • sebastian

    erwähnt sei auch §132 StGB (Amtsanmaßung)

  • fratermalus

    @sebastian: Wenn der dritte Beteiligte sich tatsächlich als Beamter ausgibt, der nicht im Ruhestand ist, und wirklich vortäuscht, dem Opfer dieses Bußgeld abnehmen zu dürfen, dann ja. Wird von U.V. aber leider nur angedeutet. In diesem Fall wäre aber auch Betrug einschlägig (§ 263 StGB). Und ich bin nicht sicher, wie sich der Betrug zur Amtsanmaßung verhält, also ob die Amtsanmaßung hinter dem Betrug zurücktritt oder beide nebeneinander stehen.

    Gibt er an, sich im Ruhestand zu befinden und droht nur, bei seinen ehemaligen Kollegen ein entsprechendes Verfahren zu veranlassen, bleibt es bei der Nötigung.

  • fratermalus

    @fratermalus: Wiederholungsfehler: Ich meine natürlich wieder Erpressung statt Nötigung :D

  • Wuffduff

    Liebe Aldi, als nächstes wünsche ich mir noch einen kleinen, handlichen Computer, mit dem ich kontrollieren kann, ob der große böse Brummi neben mir auch brav seine Maut bezahlt.

    *ironie aus*

  • Micha

    Wer vor Ort ein Bußgeld (oder Schweigegeld, wenn er die Sache durchschaut) bezahlt, dem ist eh nicht mehr zu helfen :P

  • Micha

    …und wenn ich so drüber nachdenke: Gibt’s das überhaupt? Also von der echten Polizei bei echten Vergehen. Kann man Bußgelder überhaupt vor Ort zahlen oder geht das nur bei Verwarngeldern? Bei Bußgeldern kommt doch die Verwaltungsgebühr dazu, dazu muss aber erstmal ein Verwaltungsakt ausgeführt werden (“Bußgeldbescheid mit konkretem Vorwurf erlassen und zustellen”), oder?

  • Geo

    @Tolomir
    Geocaching kam mir auch in den Sinn. Aber wie? Mißt man die Geschwindigkeit der Bäume, um die Huorns und die Ents zu erkennen?

  • fratermalus

    @Micha: Glaub auch, dass es nicht üblich ist, Bußgelder vor Ort zu verlangen, darüber muss immer erst einmal ein Bescheid erlassen werden. Schon weil der Betroffene noch seine Möglichkeit zum Rechtsbehelf erhalten muss.

    Am Vorwurf des Betruges ändert das allerdings nichts, weil der Versuch strafbar ist.

  • Anderer Gregor

    Was hindert besagte besorgte Mitbürger eigentlich jetzt schon daran, sich zu Dritt vor eine dieser tollen mahnenden “Sie fahren XXX km/h”-Tafeln zu stellen, und die gleiche beschriebene, äh, monetäre Verkehrssicherheitsinitiative durchzuführen? Zumal man diese großen Tafeln ja noch nicht einmal selbst kaufen muss … und besser abzulesen sind sie auch. (Und vermutlich genauso wenig geeicht wie das Aldischätzeisen)

  • Uwe

    Rechtlich glaube ich nicht, dass die damit durchkommen. Die Beweise sind anfechtbar. Allerdings muss man immerhin der Anzeige widersprechen. Und wenn man sehr vorsichtig ist, soll das ein Anwalt machen, was dann wieder kostet.
    Auch weiß ich nicht, wie man dann vor Ort reagiert, wenn man vor Ort auf frischer Tat erwischt und beschuldigt wird. Erst recht, wenn man schuldbewusst ist und schon einige Punkte angesammelt hat. Je nachdem wie die Kontrolleure auftreten gibt bestimmt der Eine oder Andere klein bei.

    Aber trotzdem erscheint mir die Sache ziemlich weit hergeholt, und eher filmreif :-)

  • Richard

    Haben wollen. In meinem Dorf meint der Bürgermeister, die paar Autos (an guten Tagen über 1000, eigene Zählung) von denen angeblich auch kaum einer zu schnell fãhrt (nur ca. 70%, eigene Weg-Zeit Berechnung, Tempo – 30 Zone) sind zu vernachlässigen. Mal sehen ob er das immer noch sagt, wenn er die Kopien der ganzen Anzeigen auf seinem Schreibtisch hat. Wer das Geld bekommt, ist mir egal. Hauptsache hier ist bald wieder Ruhe.

  • Ano Nym

    @fratermalus:

    Es ist auch nicht verwerflich, für Sicherheit im Straßenverkehr sorgen zu wollen. Allerdings scheinen sich die drei Beteiligten auch bereichern zu wollen, immerhin verlangen sie Geld dafür, dass sie die Tempo-Überschreitung nicht zur Anzeige bringen. Darin liegt eine Zweck-Verwerflichkeit, die zur Rechtswidrigkeit der Nötigung führt.

    Der Einsatz des Nötigungsmittels ist “ohne Dauer und nennenswerte Folgen” für den betroffenen Fahrer. Im Übrigen wird mit der Nötigung (Erpressung) kein sachfremder Zweck verfolgt. Was als Begründung (Verkehrssicherheit) bei ansonsten identischer Sachlage im Falle einer “blitzenden” Kommune in Ordung geht, kann hier nicht zum Nachteil der Privatermittler gereichen.

    Mir scheint es naheliegend, dass die Privatermittler einen Aufwandsersatz aus GoA gegenüber dem Rechtsverletzer geltend machen können und dass sie auch befugt sind, Ihrer Forderung mit der Drohung, den Verstoß zur Anzeige zu bringen, Nachdruck verleihen dürfen. Hier kommt letztlich nur das Subsidiaritätprinzip zur Geltung.

  • Twister

    Im Prospekt steht ” ideal geeignet Golf, Segeln und andere Outdooraktivitäten”. Damit wird direkt Bezug darauf genommen, dass sowohl Schlägerkopfgeschwindigkeiten wie auch Ballgeschwindigkeiten gerne direkt gemessen werden, z.B. auch bei Baseball oder ähnlichem. So kann man z.T. auch die Versprechungen der Hersteller überprüfen, sich selbst überprüfen, Vergleiche anstellen usw.

    Mit ein wenig Recherche (Suche im Netz) finden sich ähnliche Produkte, bei denen auch explizit angemerkt it, dass sie direkt für den Golfsport entwickelt wurden. Z.B. ein Nikon-Gerät: Der Nikon Laser Entfernungsmesser 550AS kann neben einfachen linearen Entfernungen auch Winkel, horizontale Distanzen, Höhen und die Höhendifferenz zwischen zwei Punkten messen. Dank des seitlichen Displays können alle gemessenen Daten zusätzlich außen sehr übersichtlich angezeigt und abgelesen werden. Gerade diese Funktionen machen den Nikon Laser Entfernungsmesser 550AS insbesondere für Golfspieler zum idealen Begleiter: Golfer können jetzt nicht nur die horizontale Entfernung zur Fahne sondern zusätzlich auch den Winkel bzw. die Höhendifferenz zum Abschlagspunkt bestimmen. Dies erleichtert die Auswahl des am besten geeigneten Schlägers, was sich positiv auf das Handicap auswirken kann.

    Zwar geht man hier nur auf die Entfernungen ein, doch gerade beim Golf ist es ja auch wichtig, welche Kraft hinter dem Schlag liegt, wie schnell also der Ball fliegt usw.

  • fratermalus

    @Ano Nym: Sie meinen wirklich, ein Vermögensschaden sei “ohne Dauer und nennenswerte Folgen”? Wann kriegt der Betroffene sein Geld zurück?

    Im Übrigen würde ich zwar einer Aufwandsentschädigung zustimmen, für die Kosten für den Messapparat und die Zeit, die dafür draufgegangen ist. Aber dann müsste es auch heißen: “Wir werden ein Verfahren gegen Sie einleiten lassen und Entschädigungsansprüche für den Ermittlungsaufwand gegen Sie geltend machen.” und nicht:” Wir haben eigentlich vor, Sie anzuzeigen, aber für eine *hust*Aufwandsentschädigung*hust* würden wir mit uns reden lassen.”.

    Im ersteren Fall wird ein rechtmäßiger Aufwandsentschädigungs-Anspruch geltend gemacht, im letzteren wird dieser “Anspruch” durch Nötigung erzwungen (Erpressung). Daher steht auch in meinen Augen die Bereicherungsabsicht als sachfremder Zweck im Vordergrund, denn ansonsten würden die sich das Geld ja nicht dafür geben lassen, die entsprechenden Fälle NICHT anzuzeigen.

    Was als Begründung (Verkehrssicherheit) bei ansonsten identischer Sachlage im Falle einer “blitzenden” Kommune in Ordung geht, kann hier nicht zum Nachteil der Privatermittler gereichen.

    Eine identische Sachlage wäre es, wenn der Betroffene von der blitzenden Kommune einen Brief mit folgendem zusammengefassten Inhalt kriegen würde: “Jetzt müssten wir diese Sache eigentlich auch an Flensburg melden, aber für ein ‘erweitertes Bußgeld’ würden wir davon absehen.”
    Und ja, das wäre ein schwerer Fall der Erpressung, weil dabei noch die Amtsposition missbraucht würde.

    ‘ = *hust*

  • Ares

    Ein Föhn ist preiswerter. Einfach damit an den Straßenrand stellen und auf vorbei fahrende Autos richten. Macht sicherlich genau so viel Spaß.

  • Der andere Jens

    …tube.com/watch?v=TNjwCY2j6LM

  • Philipp

    Geschwindigkeitsmessung beim Modellfliegen oder mit Modellautos?

    Da wäre damals sowas praktisch gewesen, wir mussten an Markierungen vorbei fliegen und dann eher schätzen als messen.

  • Lionel Hutz

    Was die Verwendung des Teils zum Golf angeht, ist die Geschwindigkeitsmessung wahrscheinlich ein Eigentor. Die Anmerkung zur Regel 14-3 ermöglicht ausschließlich die Verrwenung von Messgeräten, die nur die Entfernung messen können.

    Zwar weiß ich nicht, inwieweit es dem Spieler helfen könnte, Geschwindigkeiten zu messen, aber das Ding kann mehr als nur Entfernung messen, damit im Zweifel nicht regelkonform.

    Wenn man schon ein nicht regelkonformes Teil zur Verwendung in Spaßrunden baut, wäre eine Neigungsmessung wesentlich hilfreicher, wer will schon dauernd Schlägerkopfgeschwindigkeiten messen und dafür ist das Ding vermutlich nicht genau genug, denn dann sind +-10 km/h zu viel.

  • dingens

    Wow, so sehen also harmlose Objekte durch den Tunnelblick eines Juristen aus.
    “Fahr ich mit dem Mountainbike den Berg runter und du misst, wie schnell ich bin”
    Oder, was der heutigen jungen Generation wohl eher entspricht, nach allem, was man auf Youtube so sieht:
    “Wir laufen alle mit voller Wucht gegen diese Mauer. Wer dabei am schnellsten läuft hat gewonnen.”

  • Nils

    Szenebefangene Anwälte haben halt bei jeder Sache die Ideen, die auch die Szene hat.

  • Ubu roi

    Sehr geschätzter Herr Vetter!

    Da galoppiert die Phantasie mit Ihnen durch … diese Entfernungsmesser sind hilfreich beid er Jagd, beim Geocaching (das kann man nämlich auch mit anderen Hilfsmitteln betreiben) oder Sport.

    Grundsätzlich möchte ich aber bemerken, dass mich der solchen Meldungen immanente Ton stört, dass Schnellfahren ein Kavaliersdelikt sei – das machen Sie ganz subtil, aber stet und irgendwie passt es nicht zu dem an sich recht positiven Bild, das ich von Ihnen habe.

    Schnellfahren uns Alkohol – das sind die Übel des motorisierten Verkehrs. Hätten wir beides engedämmt, hätten wir auch eine sachlichere Diskussion über das Thema Autofahren.

    Denken Sie mal drüber nach.

  • Andreas

    Wie schon einigen Kommentatoren zuvor stört mich ebenso der Tunnelblick. Laser-Entfernungsmesser sind auch sehr hilfreich beim Vermessen und Kartografieren von Ruinen. Ja, auch Hobbyforscher beschäftigen sich damit im Rahmen von »Outdoor-Aktivitäten« und es ist erfreulich, dass diese Geräte nun in erschwinglichere Regionen kommen.

  • zf.8

    Mit (pbd) gekennzeichnete Artikel sind übrigens mit recht hoher Wahrscheinlichkeit nicht von UV selbst geschrieben.

  • Tolomir

    @Geo: Es gibt ja die sog. Rätsel-Caches. Da ist quasi jede Gemeinheit erlaubt.

    Da kann es auch mal sein, das man mittels Strahlensatz die Länge zweier Strecken abmessen muss. Es gibt für viele Sachen halt eben immer die Low-Tech Lösung: 50m Maßband, oder Hi-Tech: Laser Entfernungsmesser.

  • marcus05

    @RA Graf:

    Geräte zum Millionärsmurmeln findeste aber eher nicht im aldi…

  • Knecht Ruprecht

    Ich nehme zwei! Und einen passenden Halfter, damit ich die links und rechts am Gürtel tragen kann. Ob die Messung auch genau ist, wenn ich sie beidhändig im Sprung durchführe während ich schreiend auf ein rotnäsiges Reentier ziele?

  • SwarzePiet

    Piraten brauchen so etwas um Entfernung und Geschwindigkeit von anderen Schiffen festzustellen; macht den Beschuss einfacher.

  • WPR_bei_WBS

    @Ano Nym:
    Hm, also wenn das keine Nötigung oder Erpressung ist, dann wäre es das ja eganu so wenig wenn ich den Messpersonen anbiete, auf eine Anzeige wegen Amtsanmaßung o. ä. (irgendwie müsen die mich ja erstmal anhalten) gegen großzügige Zahlung zu verzichten.

  • okonsky

    @Ubu roi:

    Also auffahren tue ich eher jemandem, der zu langsam vor mir fährt. :-)

    Und: Je schneller ich fahre, desto kürzer nehme ich am Straßenverkehr teil, und so verringere ich pauschal die Möglichkeit, das mich jemand in seinen Unfall verwickelt.

    rofl

    Aber Sie sind bestimmt jemand der abbremst, wenn hinter Ihnen ein Stau entsteht….

  • Ano Nym

    @fratermalus:

    Wir haben eigentlich vor, Sie anzuzeigen, aber für eine *hust*Aufwandsentschädigung*hust* würden wir mit uns reden lassen.”.

    Das machen Behörden bei leichteren Verstößen regelmäßig (Verwarnung mit Verwarnungsentgelt statt). Mir ist übrigens eine “kreisfreie Großstadt im südöstlichen Teil des Ruhrgebiets” bekannt, die bei Geschwindigkeitsverstößen, die ausweislich von Tatfotos nicht von Haltern der Kfz begangen worden sein können, sogar darauf verzichtet, die Betroffenen selbst (§ 56 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 1 OWiG) zu verwarnen. Sie gibt sich statt dessen schon mit Zahlungen von den Haltern zufrieden.

  • Ano Nym

    @WPR_bei_WBS: Wie die Privatermittler die Betroffenen aus dem fließenden Verkehr ziehen, wird im Blogpost leider nicht erwähnt. Dass eine Tafel mit der Aufschrift “Hier Anzeige/Bußgeld vermeiden” den Betroffenen zum Anhalten bewegen kann, erscheint mir denkbar. Das würde ich nicht als Vornahme einer Handlung deuten, welche nur Kraft eines öffentlichen Amtes vorgenommen werden darf.

  • marcus05

    @Der andere Jens:

    links mit nur tube verlinken auf ein völlig anderes portal ;)

  • Buff Alo

    Die Dinger sind eh wahrscheinlich schon ausverkauft, die Bundeswehr hat mal wieder einen Großeinkauf getätigt ;-)

  • Jens Becker

    Uv scheint extrem beschäftigt zu sein. Seit geraumer Zeit lese ich hier hauptsächlich Bagatellen und externe Verlinkungen als Füllmaterial. Die bodenständige Berichterstattung aus dem Amtsgerichtssaal um die Ecke war unterhaltsamer als die Diskussion um aktuelle ALDI-Angebote.

  • Paradigm

    PBD steht wohl für Pressebüro Düsseldorf

  • Bernd

    Wird sicher nicht mehr lange dauern, bis unterbeschaeftigte Anwaelte Geschwindigkeitsuebertretungen per kostenpflichtiger Abmahnung saktionieren. Fuer Parkverstoesse gibt es das ja schon.

  • BonnerBürger

    Ist zwar völlig Offtopic, aber so lustig, dass ich es als Linktipp einstelle:

    http://www.der-postillon.com/2012/12/deutsche-bank-direkt-zu-gefangnis.html

    Da sieht man mal, wie einfach Gerechtigkeit geschaffen werden kann, wenn man die Juristerei nicht durch Unnützes wie Rechtsanwälte und Gesetzestexte verkompliziert. ;-)

  • Anita

    Super, sobald die Grosze richtig sprechen kann, stell ich meine Blagen vor die Tuer und lass sie messen. Sonst kosten die ja nur richtig Geld, sollen ruhig wieder was rein bringen!

  • civichief

    Vielen Dank für den Hinweis.
    Ich schaue mir mal die Spezifikationen an und versuche zu dem Gerät Näheres herauszufinden.
    Praktisch ist das Gerät auf jeden Fall. Ob er Preis von 99 EURO gerechtfertigt ist, werde ich beurteilen.

    Ach noch etwas. GEschwindigkeit = Weg / Zeit.
    Schreiben Sie noch etwas zu Maßband, Stoppur und Lichtschranken, Herr Vetter? ;-)

  • Peter Kleissner

    Haha ich wuerd sofort ne Klage wegen Amtsanmassung und Erpressung einreichen.

  • b

    …Das Distanzmesser sollte für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden, da auch der Aufenthalt in größerem Abstand leicht Schnittwunden verursachen kann.
    Das Distanzmesser ist kein Spielzeug und sollte nur von sachkundigen Personen verwendet werden…

  • berserkerblog

    Wäre das nicht etwas für Kinder, ich meine für einen guten Zweck?

    Die messen die Geschwindigkeit beispielsweise vor einer Schule und wer 50 Meter weiter angehalten wird von den Schülern wird sehr höflich um eine Spende gebeten.

    Die machen dann auch gleich ein Foto von dem Fahrer.

    Wie sieht das strafrechtlich aus wenn die Kinder unter 14 Jahre alt sind?
    Dürfen die den Wagen solange blockieren bis der Fahrer die Knete rausrückt?

    Schüler brauchen doch auch immer so ein bisschen Taschengeld.
    Könnten ja ein paar Schülerinnen sehr höflich fragen wegen einer Spende.

    Es soll ja Autofahrer geben die uneinsichtig sind sogar die Mädchen unflätig beleidigen. Darf das Mädchen dann mit ihrem Handy die Polizei anrufen und sagen das sie 13 Jahre alt ist und ein Mann sie sexuell belästigt? Schliesslich hat sie 2 Zeugen dafür und bitte um sofortige Hilfe.

    Was passiert dann eigentlich?
    Ich bin kein Anwalt aber lohnt sich der Ärger für eine kleine Spende?
    Schliesslich ist man ja wirklich zu schnell gefahren.

    Ich meine das alles natürlich nur rein theoretisch.

  • Chefkommentator

    Was für eine grandiose Glosse.

    Da reflektiert mal jemand so ein extraordinäres Angebot.

    Und die meisten Kommentatoren haben ihren Ironie-Detektor stummgeschaltet.

    Soviel geschmeidigen Sarkasmus habe ich hier selten gesehen.

  • someone

    @Martin Demling:
    @Siggi:
    Ein Laser-Geschwindigkeitsmesser braucht theoretisch nur eine Messung, da sich die Geschwindigkeit direkt aus der Rotverschiebung des Laserstrahls errechnen lässt. Das hat zudem den Vorteil, das es nicht zu Ungenauigkeiten durch verschiedene Messpunkte kommt (Das Ziel würde sich ja zwischen Zwei Messungen weiter bewegen)

  • jos

    hallo,
    grad gelesen, danke für den Einkaufstip…

  • drui

    Wer gut zielen kann, darf das Ding auch zum Messen von Geschwindigkeiten der heimischen Tierwelt benutzen, Wanferfalken, Mauersegler, Rauchschwalben, Gemsen, Nachtschnecken, Nordic Walker…

  • yt

    Wenn etwas später, blinde Kinder umher irren, dann wollten diese Wohl messen, wer schneller blinzeln kann.

    Einen sichtbaren Laser, auf den Straßenverkehr zu richten, ist eine Gefährdung seiner Mitmenschen.

    Mit simplen Grüßen,
    yt

  • roflcopter

    @Jens Becker:

    Nazis werden doch nicht vorm Amtsgericht angeklagt :P

  • Hans Wurst

    Herr Vetter hat sich gleich zwei Geräte gekauft.

  • Heiko

    Hallo Herr Vetter.
    Sowas gibts für Kinder schon lange – eine “Radarpistole” zum Geschwindkeitsmessen.

    Es gab im Dauerberieselungsprogramm der RTL,Pro7 usw. bereits einen Test mit so einer Pistole. Da hat so ein Ding hat ganz gut abgeschnitten..

    http://www.amazon.de/Mattel-K5906-0-Hot-Wheels-Radarpistole/dp/B000FVX70Y

  • rolf

    Für bedenklicher halte ich ja die Wildkamera, für die auf der Webseite explizit mit Einsatzbeispielen in Tiefgaragen und vor Haustüren geworben wird

  • civichief

    Es wird deutlich mit der Geschwindigkeitsmessung geworben. Das stimmt. Aber für 99 EURO kann man da nichts zuverlässiges erwarten.

  • JuergenW

    Kann man mit diesem Ding eigentlich aus dem fahrenden Auto heraus seine eigene Geschwindigkeit genau messen?

  • zf.8

    Ich würde mal sagen nein.

  • someone

    @JuergenW: Ich wüsste nicht was dagegen spricht. Zumindest wenn du gerade Frontal auf eine Wand zu fährst.

  • a nonymus

    Ich habe ein Deja-vu… Vgl. https://www.youtube.com/watch?v=uvYxXBMqEOM ;) Vielleicht wird das jetzt auch in Deutschland populär.

  • Bøde

    Es gibt keinen Grund, Drogen in Misskredit zu bringen (@Mohn), aber der Beitrag zeigt deutlich, wie weit weg Udo vom Nerd-Sein ist. Normal, aber schade.

  • Hannes

    @Jens Becker: Ja, der will doch für so eine Chaos-Partei kandidieren. Der hat jetzt neue Freunde und kennt uns hier nicht mehr.

    @rolf: Marder oder Katzen die rumpinkeln sind in der Tat problematisch.

  • Pipifax

    @Philip: Nein, das ist ein Abfallprodukt der Entfernungsmessung. Und komplett unbrauchbar, wenn sich das Objekt nicht einigermaßen radial zum Gerät bewegt.

  • Musenrössle

    @Hannes:
    Problematisch dürften wohl eher die unbemerkt und ohne ihre Zustimmung ‘abgeschossenen’ Bewohner, Besucher, Parker usw. sein.

    Video oder in dem Fall eben Fotoüberwachung kann man vielleicht noch auf seinem Privatgrundstück machen, wenn da sonst niemand wohnt, aber spätestens wenn da auch noch andere Leute wohnen oder parken dürfen ist der legale Einsatzbereich ganz schnell verlassen…

    Man danke an den Fall hier im Blog, mit der privaten Überwachungskamera, die teilweise auch öffentlichen Bereich mit filmte…

  • der@jurist.de

    Wo ist eigentlich Uwe? Schreibtisch voll?

    http://www.taz.de/Getwittertes-von-den-NRW-Piraten-/!105900/

    “Ob ihr in den Bundestag strebender Vorzeigeanwalt Udo Vetter für Rechtsextreme Klage gegen das Verbot ihrer Vereinigung „Besseres Hannover“ einreicht oder der Volljurist Schulz seiner Twitterleidenschaft frönt: Tatsächlich fehlt es den Piraten an einem Koordinatensystem, das zumindest ihre Repräsentanten einigermaßen zuverlässig vor den gröbsten Verirrungen bewahrt.”

  • marcus05

    @der@jurist.de:

    Ich seh da eigentlich wieder nur das übliche, nämlich dass Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichgesetzt wird

    Und dass UV arbeiten muss ist ja nichts neues. Kann ja nicht jeder Vorträge für Millionenvergütungen halten

  • Tester

    Ich habe mir so ein Teil besorgen lassen und hab schon fleissig geübt. Irgendwie zeigt es aber immer sehr hohe Geschwindigkeiten an. Oder ich mache Messfehler. Innerorts 83 km/h kann doch fast nicht möglich sein?

  • zf.8

    Und dass UV arbeiten muss ist ja nichts neues. Kann ja nicht jeder Vorträge für Millionenvergütungen halten

    Da ist wohl jemand Schalkefan. :-)

  • JoDerBaer

    Spät, aber zum Schnäppchenpreis von 60 EUR, hab ich mir das Teil beim Aldi besorgt. Um einige Fragen hier zu beantworten:
    – Die eigene Geschwindigkeit messen ist nicht möglich. Beifahrer hat es erfolglos auf der Autobahn an allen möglichen “Reflektoren” probiert -> kein Ergebnis
    – Geschwindigkeiten von Autofahrern messen ist wirklich Glückssache. Höchstens bei ca. 20% der Messungen kommt auch ein Messwert, und davon ist die Hälfte auf jeden Fall Mist. Ich stand direkt an einer geraden Straße, in der Dämmerung (um Fremdlicht zu verringern), geschätzte Geschwindigkeit der Autos ca. 40 – 60 km/h (40 erlaubt). Jede Menge komische Ergebnisse, von unter 7 km/h bis 222 km/h war alles dabei.
    Mein Fazit -> Für Hilfssheriffs nicht praxistauglich
    – Entfernungsmessung, verglichen mit meinem hochpräzisen 70m-Bosch-Entfernungsmesser: bis 70 m etwa auf +-1 Digit genau, also brauchbar. Entfernungen über 70 m mit GoogleMaps verglichen: ca. +-3m Abweichung auf bis zu 300m. Drüber hinaus ging gar nichts, also die versprochenen 600m kann ich nicht glauben…
    – Nein, es ist kein sichtbarre Laserstrahl, sondern Infrarot
    – Geschwindigkeiten in diesen Bereichen per Rotverschiebung messen zu wollen entbehrt nicht einer gewissen Komik 8-)