Links 829

Kanada: Beschuldigte dürfen ihren Anwalt googeln

Überraschendes Urteil: Vollzugsbeamter darf nicht mit Waffen handeln

Die simple Lösung: Im Internet gibt es nichts Privates

Staatlicher Datenserver möglicherweise unterdimensioniert

Die Ignoranz der Urheberrechtsmaximalisten

Katholische Kirche sagt nicht mehr pauschal nein zur Pille danach

Können E-Mails verschwinden?

Richtersteit am Bundesgerichtshof: Frieden herrrscht noch lange nicht

29 Gedanken zu “Links 829

  1. 1

    Mit der generellen Kollusionsgefahr bei der Internetnutzung dürfte sich wohl recht gut begründen lassen, warum ein Anruf bei einem Anwalt und nicht eine Google-Recherche beansprucht werden kann. Oder sitzt da ein Polizist daneben und verhindert nötigenfalls das Senden von Nachrichten an Komplizen über alle möglichen Kanäle, welche ein Internetzugang mit sich bringt?

  2. 2

    zu: ” Im Internet gibt es nichts Privates”
    Das sollte sich ein jeder vor Augen halten.

    Bedeutet aber doch nicht, daß sich ein kleiner Teil erlauben darf, diese “Nichtprivatsein” zu reglementieren und zu bestimmen, was erlaubt sei… Es geht doch nicht darum, die Kriminalit zu erlauben, es geht darum, nicht automatisch alles zu kontrollieren. Und nur das ist das Ziel.

  3. 3

    @Harlem Shake: Nanu, kein “Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar :(“? Die GEMA ist in letzter Zeit faul…
    @Katholen: Respekt, die fallen ja noch schneller um als die SPD – und machen dann auch ähnlich gummiartige Zusagen.

  4. 4

    Thomas Oppermann ist mit seiner SPD Befürworter der Vorratsdatenspeicherung. Ein wichtiger Grund, die SPD NICHT zu wählen.
    Die FDP ist seit Regierungsantritt bisher der einzige Garant, dass die Vorratsdatenspeicherung noch nicht existiert. Kommt es nach der Bundestagswahl zu einer großen Koalition, kannman sich ausmalen was auf die Bürger zukommt. So wie bei der Mehrwertsteuer der Kompromiss zwischen 16% und 18% bei 19% landete, wird dann aus der restriktiven Idee der SPD und der nach Rahmenbeschluss ausgeweiteten Idee der CDU/CSU die totale Überwachung.

  5. 5

    “Im Internet gibt es nichts Privates”

    Völliger Unfug. Es stimmt, was ich selbst ins Internet reinstelle kann ich nicht als privat bezeichnen. Allerdings verzeichnet die Vorratsdatenspeicherung jede Aktivität, darunter beispielsweise auch Online-Bestellungen oder vertraute Chats, die nicht unbedingt der Öffentlichkeit zugänglich sein müssen. Demnach verlasse ich wohl auch meine Privatheit, wenn ich die Deutsche Post nutze. Bei solch strunzdummen Parolen stellen sich mir echt die Zehnägel hoch.

  6. 6

    @martha: Soweit ich weiß, wird Leutheusser-Schnarrenberger auch aus ihrer eigenen Partei bedrängt, sich für die Vorratsdatenspeicherung auszusprechen. Ich mag die FDP zwar nicht, aber vor dieser Frau als einzelne Politikerin hab ich seit aufkommen dieser Debatte ernsthaften Respekt.

  7. 7

    Für deutsche Internetnutzer wird der Proxyserver bald zum unverzichtbaren Werkzeug, wenn er noch halbwegs sicher vor der STASI 2.0 surfen will.
    Die Polizei meint auch, dass sie mit einer IP-Adresse automatisch den Täter hat und die Vorratsdatenspeicherung alle Probleme löst.
    Haben diese uneinsichtigen Büttel das Urteil vom Bundesverfassungsgericht immer noch nicht kapiert !? ES IST RECHTSWIDRIG !!

  8. 8

    Urheberrecht: Seltsamer Artikel. Weil einer mit einem Werk, dass diesen Namen (m.M.n.) kaum verdient durch Zufall Geld verdient ist das Urheberrecht schlecht?

  9. 9

    @0815: Kritisiert wird nicht das Urheberrecht sondern die Auffassung der GEMA-Vertreter, dass jede Nutzung, die über das einfache Konsumieren eines Werkes hinausgeht, schädlich für den Urheber wäre.

  10. 10

    @Drachenstein:

    Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die
    Regelungen des TKG und der StPO über die Vorratsdatenspeicherung mit
    Art. 10 Abs. 1 GG nicht vereinbar sind. Zwar ist eine
    Speicherungspflicht in dem vorgesehenen Umfang nicht von vornherein
    schlechthin verfassungswidrig. Es fehlt aber an einer dem
    Verhältnismäßigkeitsgrundsatz entsprechenden Ausgestaltung. Die
    angegriffenen Vorschriften gewährleisten weder eine hinreichende
    Datensicherheit, noch eine hinreichende Begrenzung der Verwendungszwecke
    der Daten. Auch genügen sie nicht in jeder Hinsicht den
    verfassungsrechtlichen Transparenz und Rechtsschutzanforderungen. Die
    Regelung ist damit insgesamt verfassungswidrig und nichtig.

    Eine verfassungsgemäße Ausgestaltung der Vorratsdatenspeicherung wird damit zwar für möglich erachtet. Allerdings beteiligt sich die Polizei nicht wirklich an der Diskussion darüber, wie entsprechende Einschränkungen der Vorratsdatenspeicherung aussehen könnten.

  11. 11

    @Gwendolan:

    Halte ich im Falle einer Sauffahrt ohnehin für lächerlich das Telefon zu kassieren… wen wir er anrufen, seinen Kumpel in der Kneipe?

  12. 12

    Die FDP ist tatsächlich ein Vorreiter was das Internet angeht. Ich oute mich mal: So kurz nach dem Millenium habe ich sogar kostenlose Online-Werbung für die gemacht (habe einige Portale mit einigen Millionen Besuchern im Monat) weil die, was das Internet angeht, von allen noch am realistischsten und vernünftigsten an die Sache rangehen.
    Aber das ist lange her, inzwischen habe ich auch live gesehen wie pervertiert ihre “freiheitlichen Gedanken” so in der Praxis aussehen.
    Wählbar ist aus meiner Sicht niemand, wenn man mich denn zwingen würde zu wählen, dann würde ich die Linken nehmen.

  13. 13

    Wieder mal ein Griff ins Klo Herr Vetter, weil Sie von Urheberrecht soviel Ahnung haben: nicht der Urheber hat verdient sondern Google. Die haben dem Urheber einen minimalen Prozentsatz abgegeben. Die Gema nimmt sich 15% von den 100% die dem Urheber zustehen. Wieviel nimmt google? 90%? oder 95%?
    Aber als Googlepartei Mitglied sind Sie ja auch Anteilseigner der google Aktien, ich vergaß…

  14. 14
  15. 15
  16. 16

    ZU dem Link: “Im Internet gibt es nichts Privates”:
    In RL hatte ich vor kurzem das Problem, dass sich die Polizei für einen Unfall auf einem Privatgelände als nicht zuständig erklärte. Wie kann das also im Internet sein, da FB und Konsorten nicht in Staatsbesitz sind?

  17. 17

    @Sören: da würde ich direkt auf diesem privatgelände mal *eine* (industrie)hanfpflanze großziehen, und wenn die bullen kommen sagen “sie sind nach ihren eigenen angaben auf diesem gelände nicht zuständig”.

    @fratermalus:
    das ist keine “strunzdumme parole”! der mann hat erkannt das man schnüffelei im kernbereich der privaten lebensführung legalisieren kann wenn man definiert das xyz nicht zu diesem bereich gehört und somit auch keinem besonderem schutz unterliegt.
    hatten wir doch schon: briefgeheimnis. da wurde definiert das die übertragung des briefs beendet ist wenn er im briefkasten liegt, man ihn also dort rausklauen, öffenen und lesen kann ohne das briefgeheimnis zu verletzen.
    genauso quellen-tkü: hier wird gesagt man greife die daten ja vor der kommunikation ab, also ist die telekommunikation gar nicht betroffen.

    mach aus “strunzdumm” einfach “absolutistisch bösartig”, so stimmts imho.

  18. 18

    Natürlich verschwinden Mails ab und an spurlos.

    Die Auslassungen des Mailfritzen zeugen aber nicht gerade von tieferem Wissen. Wenn meine Mail an jemanden versehentlich als Spam aussortiert wird, bekomme ich da ganz sicher keine Fehlermail zurück. An wen sollte denn auch eine solche Fehlermeldung geschickt werden? An den üblicherweise gefälschten / nicht existenten Absender einer Spammmail? Blödsinn, die werden einfach stillschweigend aussortiert und weder Absender noch Empfänger werden infomiert. Höchsten der Mailadmin erfährt davon, wenn er mal ins Log schaut.

    GMX sortiert z.B. grundsätzlich von meinem von meinem VServer verschickte Mails stillschweigend aus, weil die SPF Prüfung fehlschlägt und ich keinen Zugriff auf das Zonefile des DNS habe um es kurz zu fixen. Die SPF Prüfung z.b. musste ich sogar letztens auf einem Firmenmailserver ganz deaktieren, weil die Hälfte der Kundenmail aus Südamerika zur Freude von Vertreib und Geschäftsleitung gleich aussortiert wurde.

    Und IMAP kann ich jedem empfehlen, der “nichts privates im Internet” sieht. Liegt die jahrelange Mailkommunination beim Provider auf dem Server herum, kann Herr Jäger seiner Auffassung nach dann auch wunderbar darin frei und ungeniert reinlesen.

  19. 19

    “Wer im Internet ist, hat die Privatheit verlassen.”

    Wer ein öffentliches Amt bekleidet, hat die Privatheit verlassen.
    Freu mich schon, in deren “Müll” zu wühlen und es täglich aller Welt offen zu legen.
    Denn den Hackerparagraphen (§ 202c) müsste man damit ja abschaffen.^^

    LG
    nur ich

  20. 20

    @Neuling:
    So sieht’s aus. Ich bin sei 15 Jahren Admin für Maislerver und es kommt auch neben SPAM und anderen Filtern ab und an dazu das Mails “verdunsten”. Aus den verschiedensten Gründen aber meist durch falsch konfigurierte Systeme oder menschliche fehler. (Ups hab ich doch die Que gelöscht…) Ob man als Anwender darüber informiert wird ob und wie eine Mail eventuell nicht weiter gesendet wurde hängt ebenfalls von der Konfig des betroffenen System ab.

  21. 21

    @17 user124: Sowiet ich lese, wollen sie ohne Hanfpflanze das Privatgelände FB betreten. Einfach, in dem sie das Privatgelände FB als öffentlich deklarieren.

  22. 22

    @Sören:
    äpfel und birnen lassen sich nicht miteinander vergleiche, so sehr du dich auch bemühst, es wird dir nicht gelingen.

  23. 23

    @Neuling:

    Wenn meine Mail an jemanden versehentlich als Spam aussortiert wird, bekomme ich da ganz sicher keine Fehlermail zurück. An wen sollte denn auch eine solche Fehlermeldung geschickt werden? An den üblicherweise gefälschten / nicht existenten Absender einer Spammmail?

    Ausnahme: Wenn der Spamfilter bereits während der Einlieferung die Annahme der Mail verweigert (wofür die Spamprüfung “in Echtzeit” stattfinden muß). In diesem Fall ist nicht der empfangende Mailserver für die Benachrichtigung des Absenders zuständig sondern der einliefernde Mailserver.

    Das wird teilweise in der Praxis auch gemacht, aber eben nicht überall und selbst dort wo es gemacht wird, nicht immer durchgängig.

    Und es gibt jede Menge Haken: Wenn die Mail über Weiterleitungten läuft wird die Situation komplizierter… Wenn die Mail mehrere Empfänger auf dem selben Server aber mit unterschiedlichen Spamfiltereinstellungen hat, wird die Situation komplizierter… und so weiter…

    Auch im Rest seiner Antworten geht der Redakteur immer von einem einfachen Idealfall aus aber nicht von den eher weniger idealen Fällen, die man in freier Wildbahn antrifft.

    Von einem iX-Redakteuer hätte ich eigentlicz mehr Sachkenntnis erwartet.

  24. 24

    @Neuling: Ach, die Logik hat mal wieder einen schweren Stand.
    Es geht um das “verschwinden”, somit um technische Fehler. Davon sind Spamfilter und Ordner und andere Finessen zu unterscheiden, denn sie werden nicht beachtet oder falsch konfiguriert, und das Verschwinden damit zum menschlichen Fehler. Der Typ hat also recht, Mails verschwinden nur äußerst selten “einfach so”, also aus technischen Gründen, sondern nehmen einfach nur den eingestellten Weg. Das ist eben der Unterschied zwischen Realität und Weltbild, zwischen tatsächlichen und gewünschten Folgen.

  25. 25

    Können Emails verschwinden?

    Was hier vergessen wird, ist, das der Mailverkehr schon auf Serverseite auf Spam untersucht wird, d.h. wenn eine Mail verschwindet ist sie weg und liegt nicht mehr im Zugriffsbereich des Eigenen Rechners, bzw. eigenen Mailprogramms.

  26. 26

    Ich mache das zum Beispiel bei meinem Mailserver. Da wird beim Empfang gegen verschiedene DNSBLs (ein einzelner DNSBL-Eintrag führt natürlich nicht zur sofortigen Ablehnung), einige simple Regeln, sowie auf Einhaltung bestimmter Standards geprüft, und wenn mir die Mail nicht gefällt bekommt der sendende Server eine SMTP-Fehlermeldung. Was der Sender dann damit macht, ist natürlich nicht immer ganz eindeutig – aber ein normaler Mailserver sollte den Sender dann informieren.

  27. 27

    Wie ist das denn hier in Deutschland mit dem Anwalt finden. Also ich werde verhaftet, weil mit der Bankräuber auf der Flucht schnell die Pistole in die Hand drückte. Wie bekomme ich denn dann hier einen Anwalt? Ich kenn da ja auch keinen, oder reicht es wirklich sich den ersten anzurufen? Und dann gibts ja auch noch einen Anwalt für das, einen für das..

    (das beste ist vermultich sich Udos Nummer zu merken)

  28. 28

    Praxisbeispiel für verschwundene E-Mails:
    Ich habe eine Domain, die bei Strato gehosted wird. E-Mails für meinen Bruder werden sowohl auf meinen deutschen Hosted Exchange-Provider als auch auf eine Googlemail-Adresse umgeleitet.

    Hat jahrelang gut funktioniert, plötzlich kommen die meisten E-Mails auf Googlemail nicht mehr an, Fehlermledung gibt es auch keine, dafür auch Nachfrage Textbausteine vom “Support” (Google). Wahrscheinlicher Grund: Googlemail mag Strato-Server nicht und sortiert diese E-Mail aus (=gelöscht). Mein Bruder hat den Googlemail-Account nun aufgegeben.

    Vor ein paar Jahren hatten wir einen ähnlichen Effekt bei E-Mails, die über einen US-amerikanischen Kabelnetzanbieter zugestellt werden sollten. Offensichtlich wurde providerseitig auf US-Seite alles was aus dem Ausland kam ungefragt gelöscht, ohne Fehlermeldung.

    Ich finde daher Lesebestätigungen gut.

  29. 29

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