Hat Google die “BoKraft” nicht gelesen?

Auf 600 Kopfstützen in Berliner Taxis wirbt Google derzeit für seinen Standpunkt in Sachen Leistungsschutzrecht. Google bringt den Aberwitz des Leistungsschutzrechts auf eine griffige Formel:

Mit der gleichen Logik könnte ein Restaurantbesitzer von Taxifahrern Geld verlangen, die ihm Gäste bringen.

Mittlerweile gibt es schon Diskussionen, von wem der Spruch eigentlich stammt. Der Berliner Journalist Mario Sixtus soll die Sentenz erstmals in seiner Kolumne im Berliner Tagesspiegel geprägt haben – sozusagen auf Feindesland.

Aber andere nehmen ein früheres Copyright in Anspruch. Unter anderem wird von weit davor liegenden Tweets geraunt. Wie auch immer, Sixtus hat Google jedenfalls das Zitat erlaubt und kriegt dafür nach eigenem Bekunden noch nicht mal Geld.

Wie lange der Spruch allerdings Taxigäste erfreuen bzw. Verlagsmanager und Lobbyisten sticheln wird, ist derzeit offen. Die Kampagne, ursprünglich auf mehrere Wochen angelegt, steht juristisch möglicherweise auf wackeligen Beinen. Die Gefahr droht aus Richtung einer unscheinbaren Verordnung.

Unter dem Begriff “BoKraft” würde man eher was Gutes zur Pferdemast verorten, jedoch handelt es sich um Ausführungsbestimmungen zum Personenbeförderungsgesetz. Darin ist unter anderem geregelt, wie eine anständige Taxiquittung auszusehen hat. Aber auch, dass Werbung auf den Außenflächen – aber nur den Seitentüren – und im Innenraum eines Taxis grundsätzlich zulässig ist.

Das gilt allerdings nicht für poltische oder religiöse Kampagnen. Dem Taxigast soll die BoKraft nämlich davor schützen, mit mehr oder weniger subtilen Botschaften in seiner Lebenshaltung gestört zu werden. Das ist natürlich im Grundsatz nachvollziehbar.

Wie das Branchenblatt “taxi heute” berichtet, könnte allerdings jetzt auch Googles Kampagne als politische Werbung eingestuft werden. Jedenfalls soll das Berliner Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO) sich so geäußert haben. Dabei handelt es sich nicht um irgendeine Behörde. Das LABO ist für die Taxiaufsicht in Berlin zuständig.

Ob den Taxifahrern allerdings tatsächlich die Werbung verboten wird, ist noch offen. Die Einordnung als politische Werbung ist ja offenkundig Wertungssache. Google würde sich wahrscheinlich freuen, wenn die Kampagne ein so abruptes Ende nimmt. Dann hätten die Leute jedenfalls reichlich was zu googeln – und zu lachen.

  • Ano Nym

    Taxifahrer transportieren keine Immaterialgüter und die Personenbeförderung ist auch keine „Nutzungsart” des Menschen. Ein vernünftiger „Vergleich“ wäre

    Mit der gleichen Logik könnte ein Fernsehsender von Kabelnetzbetreibern Geld verlangen, die ihm Zuschauer bringen.

    Und jetzt festhalten! Das gibt es schon: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__20b.html

  • slowtiger

    Achso, in Taxis gibts ein Verbot religiöser/politischer Werbung? Und in der Ubahn (Bus, Tram) nicht? Ich kann mir das nur damit erklären, daß Volksvertreter bei Dienstwagenausfall nur Taxi fahren, aber keinesfalls mit der BVG …

  • kurt

    Restaurantbesitzer und Kneipenbesitzer bekommen bereits jetzt häufig Geld und Sachzuwendungen von Taxiunternehmen, damit das Taxiunternehmen bevorzugt oder ausschließlich gerufen wird, wenn der Gast um ein Taxi bittet.

  • Auch Anonym

    Moment mal: In § 26 II 2 BOKraft ist nur die Rede von Werbung “an” Taxen – dazu passt, dass S. 1 auch nur auf die Außenwirkung abstellt. Der Innenraum dürfte davon kaum betroffen sein. Oder habe ich eine Norm übersehen?

  • blueSTAR

    @1

    Dann müsste wohl eher die Telekom zahlen. Die leiten ja in den meisten Fällen das Internet durch ihre Leitung zum Kunden. Und das Internet besteht ja fast nur aus GEMA Musik. Also brauchen wir auch ein Gesetz zur GEMA Kabelweiterleitung.

  • Ano Nym

    @blueSTAR: Die Frage ist: Muss mein lokaler Internetprovider nach § 20b UrhG Vergütung an die Rundfunksender zahlen, die ihr Angebot ins Netz streamen?

  • marcus05

    Geworben in Berlin, bekannt im ganzen Land.

    Gut gemacht, google.

  • alter Jakob

    @Ano Nym:
    Die Kabelbetreiber zahlen nicht an die belieferten Fernsehsender, sondern an eine Verwertungsgesellschaft oder an den Sender, der das Recht auf seine von den Netzbetreibern weitergesendete Sendung hat. Die von den Kabelnetzbetreibern belieferten Fernsehsender bekommen aber nichts vom Netzbetreiber. Insofern ist Ihre Fettschrift die gleiche Logik, führt dann aber auch zum gleichen Ergebnis wie der Taxivergleich. Der belieferte erhält kein Geld.

    @kurt:
    Ja, das lohnt sich dann für den Taxler ja auch. Geht aber in dei andere Richtung.

    Aber zeigen Sie mir doch einen Taxifahrer, der nach dem Abliefern seiner Kundschaft ins Lokal geht und einen Fünfer auf den Tresen legt, weil er ja Grade Kundschaft bringen durfte…

  • Ano Nym

    @alter Jakob: Für die Sendungen des Senders (Eigenproduktionen) ist an den Sender oder im Falle der Abtretung an die Verwertungsgesellschaft zu zahlen. Wer der Empfänger der Zahlung ist, ist nicht der Punkt, den ich herausstellen wollte, sondern die Tatsache, dass bezahlt weden muss.

    Beliefert werden natürlich nicht die Fernsehsender, sondern die Abnehmer (Zuseher) und zwar mit dem Fernsehsignal. Die von den Kabelnetzbetreibern “belieferten Fernsehsender” bekommen deshalb nichts vom ersten Netzbetreiber, weil es sich um die sog. Kabelerstsendung handelt. Und diese Netzbetreiber – ja auch das ist nicht sauber formuliert – hatte ich nicht gemeint. Ich meinte die mit Ansprüchen konfrontierten Betreiber, die KabelWEITERsendung betreiben.

  • Tom (C:=

    Der Spruch ist doch Blödsinn. Welcher Taxifahrer serviert denn unterwegs bereits einen Teil des Menüs – oder gar das ganze Menü (Google Bildersuche)?

  • alter Jakob

    Eben@Ano Nym:
    Der Unterschied ist doch ganz einfach: Kabelweitersendung sendet das gesamte Signal und damit urheberrechtlich geschützte Werke, mit deren Weiterverbreitung sich Geld verdienen lässt. Bei der Kabelweitersendung wird zwar die Reichweite erhöht, diese lässt sich aber nicht in bare Münze umwandeln. Die Kabelweitersendung lässt sich wohl eher mit streaming vergleichen. Und das ist, oh Wunder, auch nicht ohne Nutzungsrechte erlaubt.

    Google sendet “Snippets” und sonst nichts. Danach bringt Google die Nutzer direkt auf die Verlegerseiten.

    Oder einfacher gesagt: Die Kabelweitersendung bringt das Werk zum Endverbraucher. Google geht den gegensätzlichen Weg und bringt den Endverbraucher zum Werk.

    Insofern lässt sich Kabelweitersendung überhaupt nicht mit der Suchfunktion von Google vergleichen. Da ist das Taxi doch der wesentlich bessere Vergleich, denn sowohl Taxi als auch Googel bringen Verbraucher. Ob nun physisch oder “nur” virtuelle Besucher spielt dabei keine Rolle, denn mit beiden lässt sich Geld verdienen.

  • alter Jakob

    @Tom (C:=:
    Snippets sind kein “Teil des Menüs”, sondern sind in etwa mit der Info vom Taxifahrer vergleichbar, dass man da Pizza Essen kann. Ein Teil des Menüs und auch das ganze Menü könnte man Google verbieten (bspw. ganze Absätze oder gar ganze Artikel). Bei der Bildersuche ist es etwas schwieriger, weil man sich da mit den speziellen Anforderungen auseinandersetzen muss (man findet keine Bilder, wenn man sie nicht sehen kann). Es werden aber in Deutschland immerhin keine Originalbilder ohne den Kontext der jeweiligen Seite gezeigt.

  • Ano Nym

    @alter Jakob: “Insofern lässt sich Kabelweitersendung überhaupt nicht mit der Suchfunktion von Google vergleichen. Da ist das Taxi doch der wesentlich bessere Vergleich, denn sowohl Taxi als auch Googel bringen Verbraucher. Ob nun physisch oder “nur” virtuelle Besucher spielt dabei keine Rolle, denn mit beiden lässt sich Geld verdienen.”

    Als Rechteinhaber brauche ich mit von Rechtsverletzern nicht vorschreiben zu lassen, mit welchen Kunden (Besuchern) ich Geschäfte machen soll. Es geht nicht um die Frage, ob Google den Verlagen Benutzer bringt, sondern um die Punkt, dass Google mittels urheberrechtlich geschütztem Matrial, in dessen Erstellung sie auch nichts investiert haben, eine Nutzungshandlung vornimmt.

    Da die Verleger allerdings häufig Material von Vorproduzenten verarbeiten, brauchen diese zwingend ein eigenes Leistungsschutzrecht, um selbst gegenüber Google und anderen Ansprüche geltend machen zu können.

    Die Kabelweitersendung bringt das Werk zum Endverbraucher. Google geht den gegensätzlichen Weg und bringt den Endverbraucher zum Werk.

    Die Kabelweitersendung bringt das Werk zum Endverbraucher genauso wie Google News das Werk in Form von Snippets zum Endverbraucher bringt. Sie müssen an den Rechten enlang argumentieren, nicht entlang eines fiktiven Geschäftsmodells.

  • mark

    @Ano Nym: Aber Kabelnetzbetreiber können weiter frei entscheiden ob sie die Programme aufnehmen. Google soll ja bezahlen und gleichzeitig aufnehmen müßen.

  • Kampfschmuser

    Es gibt genug Restaurants, die dem Taxifahrer einen Zehner in die Hand drücken, wenn er mindestens 2 Gäste bringt.

    Bei Puffs ist es in der Regel 20 Euro, bei besseren Läden auch schon mal ein Fuffi.

  • SILen(e

    @Ano Nym:

    Die Bildersuche mal außen vor, die nimmt wie bereits hier gesagt wurde eine eigene Rolle ein, sind die Snippets von Google nicht mehr als Teaser und absolut nicht als Ersatz für eine Nachricht geeignet.

    Wer an dem Thema interessiert ist wird auch weiter auf die Seite des Verlegers durchklicken, wer bereits durch das Snippet seinen Informationsbedarf decken konnte hatte gar keinen Informationsbedarf und das Thema hat ihn wahrscheinlich gar nicht interessiert.

    Und dass die Verleger nun mal den größten Teil der Seitenbesucher durch Google bekommen lässt sich nicht ausklammern, die Verleger wären auch die ersten die von Beschneidung der Pressefreiheit sprechen würden wenn Google sie nach Einführung eines LSRs nicht mehr listet.

    Die Verleger wollen und nutzen die Leistung von Google, erwirtschaften damit Geld – wollen aber natürlich auch nicht für DIESE Leistung zahlen.

    Und wenn man mal nur Zeitungen betrachtet: Warum zahlen die eigentlich nicht dafür, dass sie über Ereignisse berichten dürfen und damit Geld erwirtschaften?

    Wo ist das Ereignisschutzrecht, welches es verhindert, dass eine Zeitung mit dem Unglück oder Glück anderer Geld verdient?

    Die Idiotie des LSR wird nur noch von den Providern die die Netzneutralität auflösen wollen übertroffen, da soll dann YouTube (also erneut Google) an die Telekom dafür zahlen, dass die so viel Traffic verursachen.

    Lustig, ich würde wetten der Großteil der Privatnutzer hat sich so dicke 16 oder 25mbit/s Leitungen gekauft eben WEIL sie damit YouTube gucken wollen.

    Wenn es YouTube nicht gäbe würde es für die meisten wohl auch eine 2mbit-Leitung tun.

    Hier könnte also genau so gut die Telekom Google dafür danken, dass sie einen Grund geschaffen haben, dass Leute ihre Bandbreite erhöhen wollen.

    PS: Ich kann Google eigentlich nicht leiden – dumme Argumentationsweise und Lobbyismus der auf Lügen basiert kann ich jedoch noch weniger leiden.

  • wonko

    @Ano Nym:

    Als Rechteinhaber brauche ich mit von Rechtsverletzern nicht vorschreiben zu lassen, mit welchen Kunden (Besuchern) ich Geschäfte machen soll.

    Und täglich grüßt das Murmeltier…
    Sie haben vollkommen Recht. Und dafür gibt es auch eine ganz triviale Lösung. Sie platzieren eine robots.txt¹ und fortan werden Sie nicht mehr von Besuchern belästigt, die Sie über google (oder andere Suchmaschinen) gefunden haben. Aber ich bin mir ziemlich sicher, daß Ihnen das längst bekannt ist. Und das ist es ja auch nicht, was Sie wollen – Sie wollen gefunden und dafür bezahlt werden.

    @SILen(e:

    Die Verleger wollen und nutzen die Leistung von Google, erwirtschaften damit Geld – wollen aber natürlich auch nicht für DIESE Leistung zahlen.

    Es ist ja nicht nur so, daß die Verleger für diese Leistung nichts zahlen wollen (und auch gar nicht müssen) – sie wollen ja vielmehr selber noch bezahlt werden.

    PS: Ich kann Google eigentlich nicht leiden – dumme Argumentationsweise und Lobbyismus der auf Lügen basiert kann ich jedoch noch weniger leiden.

    Volle Zustimmung. Der unangenehmste Aspekt an der Debatte um das unsägliche LSR ist, daß man nicht umhin kommt, ausgerechnet für google Partei zu ergreifen…

    1) http://de.wikipedia.org/wiki/Robots_Exclusion_Standard

  • Ano Nym

    @mark: Woher haben Sie das? Das geplante Leistungsschutzrecht schreibt google nicht vor, dass Google Snippets aus dem Verlagsbereich auf Googles News-Seite anzubieten hat. Das ist etwas, was google sich selbst ausgedacht hat und aus eigenem Interesse verfolgt, jedenfalls so lange, wie diejenenigen, von den diese Inhalte stammen, keine angemessene Vergütung fordern. Ein “must carry” gibt es im Internet bislang nicht.

    @SILen(e:

    Wer an dem Thema interessiert ist wird auch weiter auf die Seite des Verlegers durchklicken, wer bereits durch das Snippet seinen Informationsbedarf decken konnte hatte gar keinen Informationsbedarf und das Thema hat ihn wahrscheinlich gar nicht interessiert.

    Ich finde das interessant, wie auch Sie den Verlagen vorrechnen, welchen vermeintlichen Nutzen sie dadurch haben, dass Google sich über ihr Eigentumsrecht hinwegsetzt.

    Und wenn man mal nur Zeitungen betrachtet: Warum zahlen die eigentlich nicht dafür, dass sie über Ereignisse berichten dürfen und damit Geld erwirtschaften?

    Das Berichtendürfen über (allgemein zugängliche) Ereignisse steht unter niemandes Vorbehalt. Beim Leistungsschutzrecht geht es um das Eigentum an der Versprachlichung von Ereignissen.

  • Ano Nym

    @wonko: Ich muss mir auch von Rechtsverletzern nicht vorschreiben lassen, ob und welche Anweisungen ich in Steuerdateien einzutragen habe, damit der Rechtsverletzer das geltende Recht einhält.

  • akbwl

    UV ist in seiner Ansicht über das Leistungsschutzrecht reichlich inkonsequent. Kurz vorher verlinkt er noch auf en Artikel über den Harlem Shake, in dem betont wurde, wie sehr der Urheber durch Google an der Urheberrechtsverletzung verdienen konnte. Aber den Verlagen gesteht er selbiges nicht zu.
    Auch wenn Google den Inhaltsanbietern Konsumenten zuführt: Ohne die Inhalte könnte Google seine Leistung nicht erbringen, Google verdient also an fremder Leistung (ein Sänger kann auch nur Lieder vortragen, die ein Komponist erdacht hat. Mit Eigenkompositionen kann man Googles Leistung nicht vergleichen). Daher ist es nur legitim, wenn die Verlage von Google Geld fordern.

  • erforderlich

    Was für eine Rechtsverletzung!?

  • alter Jakob

    @Ano Nym:
    Ich hatte mal einen längeren Text, dann ist mir aber der eigentlich Unterschied aufgefallen (und damit auch der Grund, weshalb ihr Vergleich wesentlich Fußlahmer ist, als der Taxivergleich).

    Die Kabelweitersendung ist selbst eine Nutzungsart (wie Veröffentlichen), mit der sich beim Endverbraucher Geld verdienen lässt (Kabelanschlussgebühren; Satellitendecoder;etc). Und daher müssen die Kabelbetreiber auch an die Urheber zahlen, weil sie Urheberrechtlich geschütztes Material weiterverbreiten. Die Kabelweitersendung ist aber kein Zuführen von Kunden.

    Google sendet natürlich nicht weiter, sondern veröffentlicht selbst (das ist eine andere Nutzungsart, Weitersender wäre wohl die Telekom, oder jeder andere Internetanbieter).

    Sie vergleichen also eine Nutzungsart (Kabelweitersendung) mit einer anderen (Veröffentlichung) und kommen dann zu dem Schluss, dass der Inhalt (Snippets) der anderen Nutzungsart schützenswert wäre. Oder wieso soll sonst aus der Kabelweitersendung eine Zahlungspflicht für Google folgen?

    Und es ist natürlich Grundfalsch, dass Google sich über Eigentumsrechte der Verleger hinwegsetzt. Denn dann bräuchte es das LSR nicht (das wissen Sie aber natürlich selbst), sondern man könnte aus dem UrhG vorgehen. Google veröffentlicht lediglich Snippets von Verlagen (und von verlagsfremden Suchergebnisse, wahrscheinlich sowieso der Großteil).

    Die Kabelweitersendung bringt das Werk zum Endverbraucher genauso wie Google News das Werk in Form von Snippets zum Endverbraucher bringt.

    Dazu habe ich ja schon geschrieben, dass Google eben nicht weitersendet. Google veröffentlicht.

    Sie müssen an den Rechten enlang argumentieren, nicht entlang eines fiktiven Geschäftsmodells.

    Und das sehe ich eben anders herum. Der wesentliche Unterschied ist das Schutzgut. Einmal ein Urh.rechtlich geschütztes Werk, einmal ein nicht schützenswerter Textfurz. Die kann man nicht gleich behandeln.

  • nania

    @Ano Nym

    Sie brauchen sich da gar nichts vorschreiben zu lassen, da Sie es einfach und unkompliziert lesen können. Sie beschweren sich doch auch nicht, dass man am Kiosk die Schlagzeilen und die ersten paar Zeilen aus Ihrer Zeitung lesen kann.
    Mehr macht Google im Grunde genommen nicht.
    Die Zeitung lesen und im Zweifel kaufen tut der Leser immer noch auf Ihrer eigenen Seite.

    Was der springende Punkt ist: Viele Leute nutzen gar nicht die direkten Verbindungen über den Browser sondern geben ganz altmodisch bei Google etwas ein. Z.B.: Kate William Baby. Dann finden Sie einen ganze Menge Treffer, aber nie, nie, nie den ganzen Text. Um den lesen zu können, muss der Leser auf Ihre Seiten kommen und bringt Ihnen das Geld ein.
    Wie gesagt: Wenn Sie das nicht wollen, dann brauchen Sie dafür gar nicht viel zu tun. Im Gegenzug können Sie ja auch versuchen, Ihrem Kioskbetreiber das Auslegen der Zeitung zu verbieten (vereinfachtes Beispiel). Viel Spaß.
    Nur kauft dann auch keiner mehr Ihre Zeitung oder besucht spontan (!) Ihre Seite.

    Ich persönlich nutze Google News übrigens so gut wie nie, da ich immer die Zeitungen, die mich interessieren, per Hand ansurfe. Aber man soll nicht von sich auf andere schließen.

  • alter Jakob

    @akbwl:
    Urheberrechtsverletzung ist nicht das gleiche, wie das Zeigen von ungeschützten Snippets. da gibt es keinen Widerspruch bei UV. Btw. Die Suchergebnisse sind nicht das, womit Googel Geld verdient. Und die Suchergebnisse sind zum geringsten Teil mit Verlegercontent gefüllt. Ich bspw. komme über Google viel öfter zu Wikipedia, als zu Spiegel Online. Und jedem Verleger steht es frei, Google auszusperren. Google würde sich daran halten. Auch dehalb ist ein LSR überflüssig, weil es kein Verbietungsrecht braucht. Google würde der Anweisung in Robots.txt gehorchen.

  • wonko

    @Ano Nym:

    Ich muss mir auch von Rechtsverletzern nicht vorschreiben lassen, ob und welche Anweisungen ich in Steuerdateien einzutragen habe, damit der Rechtsverletzer das geltende Recht einhält.

    Stimmt natürlich. Ach übrigens, wenn doch gegen geltendes Recht verstossen wird, wozu brauchen Sie dann noch ein LSR?

    Nebenbei ist die robots.txt seit Jahr und Tag das probate Mittel um zu kontrollieren, welche Inhalte von Suchmaschinen indiziert werden und welche nicht. Und es ist sicherlich das angemessenere Mittel als auf zweifelhaftem Weg ein Gesetz wie das LSR durchzusetzen. Aber ich verstehe schon, es geht ums Prinzip…

    Ich wünschte wirklich, google würde sich für eine opt-in-Variante entscheiden und alle anderen Inhalte rigoros rausschmeißen. Für ein paar Tage. Die Folgen werden ein lautes Wehklagen und ein leises Ändern vieler, vieler robots.txt sein. Und wahrscheinlich eine Gesetzesinitiative der Verleger, die google verpflichtet, sie wieder aufzunehmen; und natürlich soll google weiterhin dafür bezahlen.

  • CobraCommander

    @19
    Genau das, was ich so liebe…
    Es gibt eine gangbare und funktionierende Lösung, die weltweit problemlos eingesetzt wird.
    Aufwand: keine 100 Zeichen in zwei Zeilen Text.

    Aber nein:
    Ich kleiner, pissiger Deutscher will ‘ne Extrawurst… nicht weil es Sinn macht oder notwendig wäre, nein, aus Prinzip. AUS PRINZIP!!!
    Und einen Dreck auf internationale Gepflogenheit und Internationalität. Heil Zwischennetz!

    Das Internet hat nun einmal gewisse Standards und wer sich dort bewegt, sollte sich zumindest solange daran halten, solange diese die gewünschten Zwecke vollumfänglich erfüllen.
    Die, die jetzt herumquaken, sind nicht die Schöpfer dieses Mediums, sondern unter Kenntnis der geltenden Regeln bewusst zugezogen. Jedem steht es weiterhin frei, das Umfeld der Suchmaschinen oder auch das gesamte Internet in kürzester Zeit wieder zu verlassen.
    Wie gesagt, jeder der angeblich bestehenden Ausschlusswünsche ist in Minuten realisierbar, völlig problemlos.

    Oder geht es etwa um etwas völlig anderes?

  • Klabund

    Oh jetzt wird das Internet mit Pizza verglichen.
    Merkt ihr eigentlich selber mal, das solche Vergleiche total für die Katz sind?
    Das Net ist das Net, noch sehr frisch und ursprünglich mal frei, bevor es die Anwälte entdeckt haben.

  • marcus05

    @Tom (C:=:

    dein vgl ist blödsinn, denn Google bringt auch nur eine ganz kurze Vorschau, genauso wie du bei “Luigi’s Pizzeria” nun mal weißt, dass es eine Pizzeria mit Rechtschreibfehlern auf der Karte ist

  • SILen(e

    @wonko:

    Es ist ja eigentlich sogar noch besser:
    Es wird nicht nur die Robots.txt nicht genutzt sondern ganz im Gegenteil, ein Drittel der Onlineredaktion beschäftigt sich doch heutzutage mit SEO, die Seiten werden also gezielt auf ein Auffinden durch Google ausgerichtet (und dabei die Qualität der Inhalte hintenan gestellt).

  • Zufallstyp

    Suchmaschinen sind eben wirklich essentiell für das Internet. Und damit man die auch kontrollieren kann gibts eben die Robots.txt. Das wurde auch von mehreren Gerichten bestätigt. Und grade bei Google kann man sehr schön sogar die einzelnen Crawler ausschließen, man kann z.B. nur die Crawler für Bilder und News ausschließen, so dass man bei der normalen Suche noch gefunden wird. Wenn man sich eine ernsthafte Internetpräsenz zulegen will ist das doch nur ein sehr kleiner Teil der Arbeit. Die Verlage wollen doch nicht aus irgendeinem Prinzip keine Robots.txt verwenden, die wollen einfach noch Kohle rausschlagen. Ein ganz klein wenig Menschenverstand darf man doch voraussetzen.

  • TKEDM

    Ich wusste bisher nicht einmal, dass es in Taxis auch Kopfstützen-Werbung gibt… ist mir bisher zumindest noch nicht aufgefallen. Daher ehrliche Glückwünsche an Google für die Aufklärung :D

  • Ketzer

    Man sieht, dass Google nicht mit den politischen Prozessen in Deutschland vertraut ist. Nicht das Volk müssen sie überzeugen, sondern die Abgeordneten. Eine kleine Spende wäre da viel wirksamer.

  • Olli

    Wie wäre es denn mit dem Vergleich?

    Die Verlage wollen zwar den Zeitungsjungen/ausrufer aber er soll dafür bezahlen.

  • Uwe

    Wie? Seit wann lebt MarioSixtus in Berlin? Der war doch immer Düsseldorf ansässig wie Udo Vetter. Mir ist zwar schon aufgefallen, dass der Letztens öfters dort ist, aber dass der gleich ganz umgezogen ist?

    2.: Religiöse und politische Werbung ist im Taxi aber erlaubt? Das ist aber eine komische Ausnahme! Soll damit die Christopherus-Plakette oder der Rosenkranz am Rückspiegel gemeint sein? Oder muss man auch so schöne Sprüche wie “Abtreibung ist Mord” ertragen müssen. Oder ich stelle mir vor, wie demnächst die Merkel von den Kopfstützen grinst. (Der Möllemann✞ hätte so was gemacht =:-o)

  • marcus05

    Für mich wäre das schon relativ wichtig zu wissen ob so ein Taxifahrer jetzt seinen eigenen Fahrkünsten traut oder sich eben auf einen Heiligen verlässt…

  • Densor

    Ich finde ja sowieso das es da passendere Vergleiche gibt.
    Zum Beispiel die Vorstellung das Kiosk Betreiber an Verlage zahlen sollen, weil diese ja die Presseerzeugnisse teils offen auslegen (Snippet ähnlich).

    Beim Kiosk-Besitzer kommt erschwerend noch hinzu das der Besitzer direkt davon profitiert wenn jemand das Presseerzeugnis kauft.

    Google macht dagegen keinen müden Cent wenn jemand über Google zu einer Zeitungsseite kommt und dort eine digitale Version der Zeitung kauft. Vergleicht man die beiden Szenarien müsste man fast dafür argumentieren das Google an derartigen Umsätzen der Verleger beteiligt wird.

    Der Taxi Vergleich ist da nicht ganz so elegant, immerhin ist es in manchen Bereichen und Ländern ja üblich das sich Taxifahrer über Diskotheken/Restaurants quer finanzieren.

  • fratermalus

    @Densor: Das ist es ja, in keinem Land ist es üblich, dass der Taxifahrer dafür bezahlen muss, die Kunden anliefern zu dürfen. Quasi das verlangen aber die Verleger.

    Was Sie im letzten Absatz fälschlicherweise schreiben ist genau das, was Sie einen Absatz vorher erwähnt haben. Eigentlich müssten die Verleger (Restaurantbetreiber) Google (Taxifahrer) dafür bezahlen, dass sie die Leser (Kunden) bringen.

  • leser

    @Ano Nym:

    Da die Verleger allerdings häufig Material von Vorproduzenten verarbeiten, brauchen diese zwingend ein eigenes Leistungsschutzrecht, um selbst gegenüber Google und anderen Ansprüche geltend machen zu können.

    Warum?

    Die Vorproduzenten haben das Urheberrecht und die Verleger können sich vertraglich Rechte der Urheber einräumen lassen oder die Durchsetzung der Ansprüche den Urhebern überlassen und diese dabei unterstützen.

    Ein Problem gäbe es doch nur in den Fällen,
    a) dass der Urheber kein Interesse an der Durchsetzung des Urheberrechts durch den Verleger hat oder
    b) dass überhaupt keine Verletzung des Urheberrechts vorliegt.

    Im Fall (a) stellt sich die Frage, warum man die Interessen des Verlegers über die Interessen des Urhebers stellen sollte und im Fall (b) könnten sich die Verleger doch auch für eine Verschärfung des Urheberrechts statt für die Schaffung eines Leistungsschutzrechts einsetzen.

  • Luigi

    @marcus05: Auf meine Karte wirst Du finden keine Rechtschreibfehler, eh!

  • cws

    Das Ganze verpufft vielleicht viel einfacher: https://netzpolitik.org/2013/presse-lsr-scheitert-wohl-an-eu-orchideenrecht/

    Ich liebe die EU :-)

  • Ano Nym

    @leser:

    Warum

    Wenn das Ergebnis der Arbeit meiner Mitarbeiter derzeit nicht eigentumsrechtlich geschützt ist, es aber geschützt sein soll, dann bedarf es eines (neuen) Schutzrechts.

    Die Vorproduzenten haben das Urheberrecht und die Verleger können sich vertraglich Rechte der Urheber einräumen lassen oder die Durchsetzung der Ansprüche den Urhebern überlassen und diese dabei unterstützen.

    Es geht darum, dass die Verleger – wie Tonträgerhersteller (für den Tonträger) oder Rundfunksender (für das Fernsehsignal) – ein eigenes Recht haben möchten.

    Im Fall (a) stellt sich die Frage, warum man die Interessen des Verlegers über die Interessen des Urhebers stellen sollte

    Neben, nicht über! Die Verleger wünschen ein eigenes Leistungsschutzrecht für die von Ihnen zusammengeklickten DPA-Meldungen. Das Urheberrecht am jeweiligen Textbeitrag besteht unbeachtet dessen.

  • erforderlich

    Ano Nym, entweder bist du denen auf den Leim gegangen, oder du bist einer von denen, auf jeden Fall hast du absolut keine Ahnung vom Thema.

  • Zufallstyp

    Witzig fände ich ja, wenn Google dann einfach selber die Meldungen von der DPA (und anderen Aggregatoren) ankauft und das dann unter News stellt.

  • Roland

    Verleger incl. “ANo Nym” sind doch wirklich eine geldgierige Bande, die dazu noch den Rest des Landes für ausgesprochen blöde hält.
    Wenn ihr NICHT wollt, daß euch “google” findet, dann könnt ihrs extrem leicht verhindern.
    Aber es geht euch nur darum, von “google” Geld abzuzocken – für nichts, wohlbemerkt!
    Genau dieses Geschäftsgebaren versucht ihr noch Gesetz zu werden. Das wäre ja alles noch hinzunehmen- allerdings NUR der Versuch, versteht sich- wenn das nicht gleichzeitig mit geradezu ekelerregender Dummdreistigkeit den Leuten sozusagen “angedreht” werden soll. DAS hat “Qualität”, aber sicher!

  • Bernd

    @Ano Nym:

    Wenn das Ergebnis der Arbeit meiner Mitarbeiter derzeit nicht eigentumsrechtlich geschützt ist, es aber geschützt sein soll, dann bedarf es eines (neuen) Schutzrechts.

    Das Ergebnis meiner Arbeit heute Morgen auf der Schuessel ist auch nicht eigentumsrechtlich geschuetzt. Ich finde aber, es sollte geschuetzt sein und fordere daher ein LSR von den Klaerwerksbetreibern, damit sie weiterhin meine Haufen verarbeiten duerfen.

  • Densor

    @fratermalus: Alles richtig, keine Ahnung auf welchem Schlauch, ich beim verfassen des Kommentars, stand :/

    Der Kiosk-Vergleich ist meiner Meinung nach aber trotzdem etwas schöner ;)

  • Moon

    @Ano Nym:

    Wenn das Ergebnis der Arbeit meiner Mitarbeiter derzeit nicht eigentumsrechtlich geschützt ist, es aber geschützt sein soll, dann bedarf es eines (neuen) Schutzrechts.

    Inwiefern ist es denn nicht geschützt? Ich darf also den Leitartikel der FAZ in toto auf meine Homepage packen und die armen Verleger haben momentan keine rechtliche Handhabe dagegen? Wirklich?

    Es geht darum, dass die Verleger – wie Tonträgerhersteller (für den Tonträger) oder Rundfunksender (für das Fernsehsignal) – ein eigenes Recht haben möchten.

    Auf das sie nun mal keinerlei Anspruch haben. Wieso auch?

  • leser

    @Ano Nym:

    Wenn das Ergebnis der Arbeit meiner Mitarbeiter derzeit nicht eigentumsrechtlich geschützt ist, es aber geschützt sein soll, dann bedarf es eines (neuen) Schutzrechts.

    Um welche Arbeit geht es denn konkret? Welche Leistung soll geschützt werden?

    Bei Tonträgern sind Noten und Text durch das Urheberrecht geschützt und die Aufnahme durch das Leistungsschutzrecht. Die geschützte Leistung ist im Kern die Arbeit der Musiker, die das Stück spielen.

    Bei Zeitungsartikeln ist der Text durch das Urheberrecht geschützt. Was ist jetzt die über den Text hinausgehende Leistung, die das Leistungsschutzrecht schützen soll?

    Neben, nicht über! Die Verleger wünschen ein eigenes Leistungsschutzrecht für die von Ihnen zusammengeklickten DPA-Meldungen. Das Urheberrecht am jeweiligen Textbeitrag besteht unbeachtet dessen.

    Da stellt sich natürlich die Frage, ob die beiden wirklch konfliktlos nebeneinander stehen können.

    Das ist einer der Gründe für meine Frage danach, welche Leistung genau geschützt wird. Falls nämlich das Leistungsschutzrecht im wesentlichen die selbe Leistung schützt wie das Urheberrecht, nur eben, dass einmal der Urheber der Begünstigte ist und einmal der Urheber, dann hat das großes Potential für Komplikationen.

    Außerdem wäre das dann automatisch eine Benachteiligung des Urhebers gegenüber dem jetztigen Stand, wo ersteinmal der Urheber das Recht hat, darüber zu entscheiden, ob und in welcher Form die Verfolgung einer Schutzverletzung in seinem Sinne ist oder nicht und der Verleger sich mit ihm einig werden oder ihm das Recht abkaufen muß.

  • Heinz Quast

    Der Vergleich des LSR mit dem Taxi, den Fahrgästen und dem Restaurantbesitzer ist ein dermaßener Allgemeinplatz, der einem förmlich auf der Zunge liegt, dass ich mich wundere, wie man über dessen Urheberschaft auch nur ansatzweise nachdenken kann. Bereits im Spätsommer 2012 haben wir den im Kollegenkreis herangezogen. Da war von der Google-Kampagne in Taxis noch nichts zu sehen.

  • alter Jakob