Vorratsdaten durch die Hintertür

Die Telekom wird die Internetflatrate abschaffen. Telekomkunden müssen also für mehr Bandbreite künftig extra zahlen. Oder mit einem lahmen Anschluss leben. Doch die Tarifänderungen werden womöglich auch gravierende Änderungen im Datenschutz mit sich bringen. Für Internetverbindungen droht faktisch eine Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür.

Wenn die Telekom künftig teilweise Anschlüsse drosselt oder nach Verbrauch extra kassiert, wird sie hierfür Rechnungsdaten benötigen. “Um die Abrechnungsmodalitäten nachzuweisen, müssen Telekom und die nachfolgenden Marktteilnehmer laut Gesetz Abrechnungsdaten aufheben, falls jemand gegen die Rechnung Einspruch erheben will”, schreibt der Kölner Journalist Torsten Kleinz.

Das Gesetz lässt ausdrücklich zu, dass Provider Verbindungsdaten speichern dürfen, sofern sie diese für die Abrechnung benötigen. Mit Einführung der Flatrates hatten sich Kunden  erfolgreich gegen die Datenspeicherung vor Gericht gewehrt. Daraufhin reduzierten die meisten Internetanbieter die Speicherfristen deutlich, etwa im Fall der Telekom von damals 80 auf aktuell 7 Tage.

Eine Rückkehr zu verbrauchsabhängiger Abrechnung würde bedeuten, dass erheblich mehr Verbindungsdaten auf Vorrat lagern. Hierauf können Ermittlungsbehörden natürlich jederzeit zugreifen – auch ganz ohne gesetzliche Vorratsdatenspeicherung.

  • Nico

    Ahh, nun verstehe ich den Sinn der Telekom Aktion mit der lieben Drossel …

  • gerry

    Drossel? Oder doch eher Meise…

  • Arno Nym

    Schön blöd wer noch bei der Telekom ist, bzw noch blöder wer da jetzt einen Neuvertrag abschließt.
    Ich hoffe das kostet die noch viel mehr Kunden als ihr grottenschlechter Service.
    Passt übrigens wunderbar mit dem neuen Bestandsdatengesetz zusammen, da werden sich die Behörden freuen dass es wieder was zum Abfragen gibt wenn eine Ordnungwidrigkeit verfolgt wird.

  • flurryman

    Das ist technischer Unsinn, Herr Anwalt. Es fallen keine zusätzlichen Verbindungsdaten an, sondern das Datenbank-Feld “aufgelaufener Traffic im momentanen Abrechnungszeitraum”, das es jetzt mit Sicherheit schon gibt, denn der Anbieter will ja messen, was er verkauft, wird dann genutzt, um bei Erreichen der voreingestellten Menge die Bremse einzulegen. Datenverkehre mit eigenen Diensten, erkennbar an der jeweiligen IP-Adresse _der Dienste_, werden hier einfach nicht aufsummiert. Dieser Artikel hier (und alle, die so argumentieren) ist insofern reine Stimmungsmache, fernab der Realität, und durchaus nicht piratig.

  • N.Wallner

    ^^ wurde von mir schon angemerkt im Orginal Artikel unter Kommentar 68

  • marcus05

    Das war bestimmt eine Idee der Regierung :)

  • sc

    Der Begriff »Flatrate« wird m.E. bei einer verbrauchsabhängigen Abrechnung ad absurdum geführt.

  • flurryman

    @sc: Der Begriff “Flatrate” gehört wettbewerbsrechtlich verboten. Leider “cosi fan tutte”, und daher wird sich da keiner der Mitbewerber beschweren. Was mir dabei besonders auf den Sack geht, ist, wie die versammelte Presse und Öffentlichkeit bei Mobilfunkverträgen der Benutzung von “Flatrate” und Drosselung ab 500MB oder 1 GB schon lange nicht mehr widerspricht (zB http://www.teltarif.de/simquadrat-allnet-flatrate-20-euro-prepaid/news/50774.html). Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Die ganzen heutigen Reaktionen (zB auch Sascha Lobos Artikel in Spon) kann ich nur noch als hysterisch ansehen. Als wenn die Welt untergeht. Duh.

  • Hanno

    Laut TKG §96 (4) dürfen die übermittelten Datenmengen nur gespeichert werden, soweit die Entgelte davon abhängen. Allerdings hängen die Entgelte nicht von den Datenmengen ab: Die Kunden bezahlen immer das Gleiche, nur soll halt irgendwann gedrosselt werden.

    Ensprechend sollte also immer noch nicht gespeichert werden dürfen. Oder was sehe ich da falsch?

  • or

    @flurryman:

    Leider ist Ihr Statement blödsinn. Um rechtssicher im Streitfall nachweisen zu können, warum gedrosselt wurde, muss der Provider speichern, Wer Wann Wieviel (bekannt als W³) Datenvolumen verbraucht hat.

    Wenn vorgetragen wird “Das waren mehr als xx GB” und ich “nein” sage, ist das seitens des Providers kein substantierter Vortrag. Ich war schließlich 3 Wochen in diesem Monat im Urlaub, das kann gar nicht sein.

  • Arno Nym

    @Hanno:
    Nein, die Telekom gibt einem alternativ die Möglichkeit anschließend ungedrosselt nach Volumen abzurechnen.
    Hierfür wären dann Abrechnungsnachweise von nöten.

  • Olaf

    @flurryman: “Datenverkehre mit eigenen Diensten, erkennbar an der jeweiligen IP-Adresse _der Dienste_, werden hier einfach nicht aufsummiert.” Das liest sich als ob du davon ausgehst das detailiert Daten gespeichert wer denn mit wem kommuniziert und weiviel Daten übertragen werden. Das wäre nicht nur nicht im Sinne der Kunden, das wäre der Überwachungsstaat den ein Herr Schäuble/Friedrich oder Herr Uhl wollen. Der feuchte Traum der Copyright-Lobby …
    Die eigenen Dienste werden nicht an der IP erkannt … sie sind technisch nur einfach nicht über das virtuelle Interface angeschlossen das bei der PPP(oE)-”Einwahl” angelegt und abgerechnet wird (Technische Details: 802.1q VLAN bzw. bei älteren Anschlüssen, keine Ahnung ob die Telekom das selber macht, verschiedene ATM PVC zwischen Modem und DSLAM).
    In Kurz: (IP)-Telefonie, Fernsehen u.ä. Dienste der Telekom werden nicht erfasst weil sie technisch getrennt von der Verbindung für den Internetzugang realisiert werden

  • Volker

    Die Aktion der Telekom hätte nur Bedeutung, wenn ALLE Mitbewerber nachziehen würden. Ansonsten juckt mich das als Bestandskunde nicht. Sobald die Flatrate keine echte Flatrate mehr ist, wird halt gewechselt. Und ich kennen absolut niemanden in meinem Bekanntenkreis, der sich mit lächerlichen 75 GB Traffic zufrieden geben würde. An manchen Tagen reicht das bei mir gerade mal für ein Wochenende…..

  • Koff

    @12: genau das wird aber passieren. die zusätzlichen telekom-dienste (iptv etc) fallen nicht in das datenvolumen. dadurch ist eine genaue protokollierung erforderlich. eine win-win situation für telekom und die abmahnanbranche.

  • Koff

    -an

  • Koff

    übrigens: wer sagt, dass diese dienste getrennt von der regulären internetverbindung sein müssen? vielleicht ist es für die telekom billiger, irgendwo anders einen webserver aufzusetzen …

  • le D

    Nicht nur Strafverfolger, sondern es dürfte auch die Zugriffsmöglichkeit über den urheberrechtlichen Auskunftsanspruch aus § 101 UrhG bestehen. Daten, die vorhanden sind, können zwangsweise beauskunftet werden.

  • Viator

    Was heisst hier bitte “Rückkehr”? …als ob Telekom/T-online nicht trotz echter Flatrate Daten schon übermässig lange bereithalten würde.

  • Sören

    @13 Volker: Ich sehe hier das Problem mit der Ankündigung. Wenn jetzt nichts passiert, also Leute wie du noch abwarten, dann ziehen die andern Anbieter nach. Schließlich passiert der Telekom jetzt nichts Negatives.

  • marcus05

    Auf der T-Tochter videoload steht (noch): “Da bei der Übertragung von Filmen eine hohe Datenmenge anfällt, empfehlen wir einen Tarif ohne Volumenbegrenzung (Flatrate)”

  • ths

    @11: ich wüsste nicht, wie das geht. Ich habe “zwar” LTE@home mit Volumenlimit und Drossel, aber ich kann kein Vertragsmodell aussuchen, bei dem ich die volle Geschwindigkeit beibehalten kann.

  • Baxter

    Seltsame Strategie der Telekom… so vergrault man Kunden!
    Wollte nicht gerade die Telekom den Glasfaser-Ausbau forcieren?
    Da wird plötzlich Kabel wieder interessanter.
    Unitymedia (und wie die anderen alle heißen (?)) wird nach der Meldung sicherlich erst ‘mal ne Pulle Sekt geköpft haben…

    @ths:
    Darf ich interessenshalber (bzgl. Verfügbarkeit, also unabhängig vom eigentlichen Thema) fragen, wo du wohnst und bei welchen ISP du bist?
    Also nicht genau, das geht mich natürlich nichts an und tut auch nichts zur Sache. Ich meine den Ballungsraum. Ich wohne z.B. im Ballungsraum Köln (also nicht gerade ländlich und zudem im Grunde “Telekom-Hoheitsgebiet”), aber trotzdem ist hier LTE irgendwie nicht so zufriedenstellend verfügbar…
    Und LTE kaufen, aber die meiste Zeit UMTS (von mir aus mit DC-HSPA) ist ja nicht so wirklich prickelnd, oder?

    Danke und Gruß aus Kölle, Baxter

  • veri

    Bei den Piraten muss ja wirklich blanke Panik herrschen, dass man hier einen Zusammenhang zwischen VDS und dem Vorgehen der Telekom konstruieren muss. Wieso muss die Telekom mehr Daten speichern: Sie braucht einfach nur ein Feld in ihrer Datenbank, in welchem der Verbrauch gespeichert wird. Da muss die Telekom dann nur addieren und am Ende das Monats zurücksetzen. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist davon auszugehen, dass die Telekom solche Daten aber schon längst speichert: Schließlich muss sie ja wissen, wo der Verbrauch hoch ist, um an den entsprechenden Stellen ausbauen zu können bzw. notfalls einen Vertrag mit dem entsprechenden Kunden einfach nicht mehr zu verlängern.

  • Chrisitan86

    Die VDS hängt in jedem Fall mit der Drosselung zusammen !
    Ein Internetanschluss ohne Drosselung mit bsw. 200mbit Bandbreite kann für richtig traffic sorgen der ja 8 Monate lang gespeichert werden muss. Das Problem besteht darin, dass die Telekom garnicht über den Platz verfügt um den ganzen Krempel zu speichern. Deswegen reagiert sie mit einer Grenze sprich Drossel. Die Telekom macht das doch nicht zum Spaß, die wären doch schön dumm ihre Kunden zu verscheuchen und im übertragenen Sinne ”ihre eigene Kuh zu schlachten” Die Drosselung der Telekom ist nichts anderes als ein verdammt unangenehmer Nebeneffekt des Überwachungsstaates. Und wer glaubt, es handle sich hier bei um eine ”Verschwörungstheorie” der möge sich doch bitte mal über INDECT informieren ! Denn die meisten haben davon noch garnichts mitbekommen.

  • Christian

    Um den Traffic eines Kunden zu zählen Bedarf es nur eines Zählers keiner “Rechnungsdaten”.

    Mna sollte sich vor allem im klaren sein das die Hardware zur Komplettüberwachung der Kunden aka VDS längst angeschafft worden ist wegen der angedrohten Einführung der VDS. Die Hardware steht rum und weiß genau von jedem auch wie viel BitTorrent traffic und wie viel verschlüsselter BitTorrent traffic und wie viel youtube oder One-click-hoster traffic durch die Leitung läuft.

    Diese Infos nun zum Drosseln zu verwenden bedarf es also nicht mal mehr neuer Hardware…

  • Der Steuerzahler

    In Japan ist man schon weiter, TOR soll jetzt geblockt werden. Endliche ein weitere Meilenstein eines Demokratischen Staates gegen Kinderschändende Raubmordkopierer.

    mfg

    Ralf

  • Eph

    Die Telekom muss für die Rechnungserstellung keine IP-Addresse speichern.

    Mir stößt die Telekomaktion auch gehörig auf, aber für die reine Abrechnung ist die Speicherung der von der Vorratsdatenspeicherung geforderten Daten nicht nötig. Das ist populistischer quatsch.

    Die Handyprovider stehen ja schon jetzt vor der gleichen Situation (“Flatate” mit Drosselung), und sie speichern nur Zeit + Menge, aber nicht Sendemast + IP-Addresse. Wenn die T-Com meint die IP speichern zu müssen, dann wird sich jemand mit genau diesem Argument durchklagen.

  • Bernhard

    Die Telekom muß bei diesem Verfahren IP-Adressen aufzeichnen, da sie “fremden” Traffic in das Volumen einbezieht, eigene Dienste jedoch ausnehmen will. Aber schon das benachteiligt die Mitbewerber und dürfte wieder eine Klagewelle nach sich ziehen.

  • Eph

    @Bernhard: Nein, das ist nicht ganz richtig. Zum einen unterscheidet sich der “Telekomeigene” Traffic anhand der IP der Gegenstelle, nicht deiner eigenen IP. Zum zweiten kann auch diese IP nach der Entscheidung, ob das Paket gezählt wird oder nicht, verworfen werden.

    Wie gesagt, in Handynetzen läuft genau das gleiche. Auch dort zählt T-Mobile beispielsweise Traffic bestimmter Musikportale nicht. Auch das geht ohne umfangreiche Datenspeicherung. Relevant für die Rechnung sind nur Zeit + Volumen.

    Interessant wird auch, ob es nicht gegen §96,1,1 verstößt. Die übermittelten Datenmengen darf nur gespeichert werden, wenn das Entgelt davon abhängt. Tut es aber nicht, ist ja eine Flatrate.

  • Olli

    @veri: Wie wäre es damit die Kommentare zu lesen da stehen diverse Erklärungen.

  • Moon

    @Baxter:

    Wollte nicht gerade die Telekom den Glasfaser-Ausbau forcieren?

    Nein, wollte sie gerade eben nicht. Sie will durch Vectoring aus den Kupferadern noch mehr rauspressen, um die Konkurrenz auszubremsen. Und netterweise hat die Regulierungsbehörde ihr das erlaubt.

  • leser

    @Chrisitan86:

    VDS mit Drossel braucht genauso viel Platz wie VDS ohne Drossel. Bei der VDS wurden nicht Inhalte gespeichert sondern Verbindungsdaten. Im Fall von Internetzugängen waren das: Anschlußkennung, IP-Adresse und Zeitraum.

    Hier im Thread geht es um die Frage, ob die Telekom diese Verbindungsdaten wieder länger als eine Woche speichern wird.

    Das hat sie früher schon einmal getan.

    2005 hat ihr dann ein Gericht erklärt, dass das illegal ist, weil die Daten nicht zu Abrechnungszwecken benötigt werden. (näheres läßt sich nachlesem im Wikipediaeintrag zu Holger Voss).

    Die Befürchtung ist jetzt, dass die Telekom die Drossel als Vorwand nehmen könnte, ihre alten Bemühungen wieder aufleben zu lassen.

  • Autolykos

    @veri: Paranoid zu sein heißt nicht, dass du nicht verfolgt wirst.
    Mir persönlich ist es Schnuppe ob die “VDS durch die Hintertür” mit Absicht so eingeführt wird, oder ob das nur ein Nebeneffekt der neuen Tarife ist, den sich die Überwacher später zu Nutze machen. Der Erfolg ist der selbe.
    Das mit dem Zähler werden sie schon deshalb nicht machen, weil sonst jeder Kunde den Zählerstand anzweifeln könnte. Und wenn seine Logs genauer sind als die der Telekom, hat er gute Chancen, damit durchzukommen (oder zumindest jede Menge Kosten und Ärger zu verursachen).

  • leser

    @Autolykos:

    Ein wirklich guter Grund, IP-Adressen zu speichern, ist das aber nicht. Da hat Eph recht. Die Telekom könnte es natürlich trotzdem versuchen…

  • der Gerechte

    Die T behauptet sie würden die Tarifumstellung machen wegen des hohen Datenaufkommens und der damit verbundenen Mehrkosten.
    Wenn man mal nachrechnet kostet eine Internetflat (30 Euro für Telefon + Internetflat minus 20 Euro für Telefon) 10 Euro(gerundet). Dann sollen sie doch einfach den Tarif verdoppeln und dafür überall Glasfaser hinlegen. Wen Interessiert es ob man 10 oder 20 Euro im Monat für Internet bezahlt, solange es schnell und zuverlässig ist.

    Datenvolumen könnte man auch einsparen indem man nicht alle 3 Tage ein 5000 MB update für sein Iphone benötigt, 2 Gb muss man für jedes Navi Update runterspulen nur weil in Andora 3 Meter Feldweg geteert wurden.

  • Franzy
  • Schnorri

    Dieser Beitrag enthält Wahlwerbung.

    Es ist doch gar nicht notwendig, zusätzliche Daten länger zu speichern, nur weil man das Volumen begrenzt.
    Nutzt der Telekomkunde Telekomdienste, dann müssen allein diese erfasst werden, weil sie nicht zum Volumen hinzuzählen sollen. Die anderen bleiben bis zur Erreichung der Grenze ohne Belang.

    Nur, weil irgendetwas technisch möglich ist oder es hergibt, benötigt man das ja nicht zusätzlich.

    Woher wusste die Telekom denn aktuell, dass nur 3% ihrer Kunden Extreme Internetnutzer sind, wenn nicht dazu Daten erhoben werden? Wegen der Selbstanzeigen? Weil sie die Briefe der Abmahnungsindustrie öffnet?
    Und wonach sollte der Netzausbau geplant werden, wenn nicht Daten erhoben werden?

  • Joe
  • leser

    @der Gerechte:

    “überall Glasfaser hinlegen” lohnt sich nur, wenn man viel Geld zur Verfügung hat und das sehr langfristig anlegen möchte.

    Für ein Unternehmen, dass in Zeiträumen von wenigen Jahren denkt, ist das lästig; gebundenes Kapital, das dem Unternehmen entzogen ist.

    Im Bereich IT & Telekommunikation ist es aber besonders verbreitet, in kurzen Zeiträumen zu denken, da das eine schnellebige Branche ist.

  • Hal

    Punkt ist ja, das das gehabe der Telekom keinen Sinn ergibt.

    Backbone ausbauen ist verhältnismäßig billig, in den meisten Fällen alte Router durch neue Router tauschen, fertig. In im Vergleich zu den DSLAMs wo dauernd jemand hinfahren muss wenn jemand anbieter wechselt oder umzieht sind die auch noch sehr Wartunsarm. Backboneprobleme sind also schonmal zumindest fragwürdig.

    Ausserdem verdient die Telekom ja mit ihrem Traffic an andere Provider Geld via Peeringverträge, die alle aufgrund der marktbeherrschenden Position der Telekom eher zu Gunsten ebendieser ausfallen dürften.

    Zumal der Breitbandausbau subventioniert wird.

    Was hat die Telekom also davon den Traffic (mit dem sie selbst von Gegenseite Geld verdient) zu reduzieren? Zumal das nen Haufen Kunden vergraulen dürfte.

    Mich wundert, dass die Aktionäre da nicht rumkreischen.

  • Grundgesetz

    Die Telekom sagt selbst, die meisten Kunden verbrauchen 10-20gb. Anbieten tun die 75gb. Die “Poweruser” bilden nur einen verschwindend geringen Anteil an der Kundschaft. Das war ihre eigene Aussage, als damals Wettbewerber denP2P-Traffic gedrosselt haben.

    Und wegen den paar Saugern machen die sich ihren Ruf kaputt? Nein, die Begründung ist nur vorgeschoben.

  • Bürger 4567389

    MMMh……..Liebe Mitbürger,

    VEB Horsch und Kuck läßt Grüßen :-) , also die Datenmengen die heute schon gespeichert werden ,sind so umfangreich, daß sie niemand wirklich Sichten kann. Evtl. sollte man schon anfangen seinen Stuhlgang zu Sammeln. Der Mensch ist nun einmal Jäger und Sammler, wer am Ende gewinnt wird sich zeigen. Ich Tippe auf die Natur ,die wird uns irgendwann einfach austauschen und gut……..”jeder von uns ist so wichtig, wie ein Sandkorn in der Wüste”

  • Phil

    Wer meint, dass einfaches wechseln reicht, sollte sich vorher überlegen, ob nicht auch die anderen Provider nachziehen werden.

    @41: Ja, die Begründung ist vorgeschoben. Es geht wohl darum, dass die T nicht ausbauen möchte und dass andere Geschäftsmodelle (bspw. iTunes, LoveFilm, etc.) geschädigt werden sollen.

    Anders ergibt diese Aktion schlicht keinen Sinn, insbesondere, wenn die eigenen Dienste von dieser Regelung ausgenommen werden. Zumal die T am interconnection-sharing auch noch verdient, sich aber dadurch selber ins Knie schießt.

  • Phil

    “Heute hat die Deutsche Telekom offiziell die Gerüchte bestätigt, dass ab Mai die Flatrates in den kommenden Verträgen abgeschafft werden. Wir hatten bereits die Information, dass die Deutsche Telekom in Verhandlungen mit anderen Marktteilnehmern steht, um nicht alleine diesen Schritt zu gehen. Wir haben aus einer verlässlichen Quelle die Information erhalten, dass Vodafone demnächst denselben Schritt gehen wird.”

    https://netzpolitik.org/2013/abschaffung-der-flatrate-vodafone-folgt-der-deutsche-telekom/

    “Die Nutzung anderer Anbieter wie Apples iTunes oder Amazons Streaming-Dienst Lovefilm würde nach aktuellem Stand an dem Inklusiv-Volumen zehren, wie ein Telekom-Sprecher bestätigte. Internet-Dienste könnten aber eine Kooperation mit der Telekom eingehen für sogenannte Managed Services eingehen, „die in einer höheren und gesicherten Qualität produziert und vom Kunden gesondert bezahlt werden“.”

    http://www.fr-online.de/wirtschaft/deutsche-telekom-internet-telekom-fuehrt-daten-grenze-im-festnetz-ein,1472780,22559258.html

  • Franzy

    Telekom-Chef Obermann hält Vorwürfe von Kunden und Politik gegen seine Tarifpläne für völlig ungerechtfertigt. In einem Brief an Wirtschaftsminister Rösler greift er nach SPIEGEL-Informationen die Kritiker scharf an. Sie missbrauchten Begriffe, um einen “Flatrate-Anspruch zu zementieren”.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/telekom-chef-obermann-weist-kritik-von-minister-roesler-zurueck-a-896970.html

  • Fraedshi

    Man könnte von einer beginnenden “Vertikalisierung” des Netzes sprechen.
    Wäre ein schöner Begriff.

  • Daniel

    Hier hat auch jemand eine Petition gegen die Pläne der Telekom gestartet:

    https://www.openpetition.de/petition/online/keine-faktische-internetsperre-durch-die-telekom-nach-datenvolumen

    Vielleicht hilft’s ja…

  • Rudelgucker

    Wenn der “Rosa Riese” an meinem Internetanschluss eine Drossel einbaut, dann ändert er doch einseitig den Vertrag. Bedeutet das, dass ich ein Sonderkündigungsrecht habe?