Geprüfter Mehrfachstecker

Die “Prüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel” ist etwas, um das kein Unternehmen herumkommt. Vermutlich ernähren die dahinter stehenden Vorschriften ein ganzes Heer von Elektrikern, die sich den ganzen Tag Stecker anschauen. Nach den Arbeitsschutzvorschriften muss in Firmen und Behörden nämlich jedes Teil überprüft werden, das einen Stecker hat. Vom Computer über die Bürokaffeemaschine bis zum simplen Mehrfachstecker muss jedes Elektroteil regelmäßig gecheckt werden. Auch für Gerichtssäle gilt natürlich keine Ausnahme.

Dem scharfen Auge eines Rechtsanwalts ist es nun nicht entgangen, dass die offiziellen Mehrfachstecker, an denen Verfahrensbeteiligte ihre Notebooks einstöpseln können, nicht korrekt geprüft sind. Jedenfalls vermisste er an dem Mehrfachstecker das offizielle Prüfsiegel, welches die Betriebssicherheit des “ortsveränderlichen Betriebsmittels” dokumentiert.

Offenbar sorgte sich der Anwalt tatsächlich um die Sicherheit im Saal oder wenigstens das Wohlergehen seines Notebooks. Denn er rügte in der Gerichtsverhandlung hochoffiziös, der Justiz-Mehrfachstecker, den zu nutzen man ihn ansinne, entspreche nicht den Vorschriften. Der Kollege hatte auch die passende, extrem beeindruckende Normenkette parat. Die umfasste Paragrafen aus dem Arbeitsschutzgesetz und den berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungsvorschriten .

Maßgeblich, so wissen wir jetzt, ist insbesondere die “BGV A3”. Die Vorschrift definiert ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel als solche, "die während des Betriebs bewegt werden oder die leicht von einem Platz zum anderen gebracht werden können, während sie an den Versorgungsstromkreis angeschlossen wurden." Diese Geräte müssen regelmäßig technisch überprüft werden und ein Siegel erhalten.

Das Gericht reagierte darauf ganz und gar nicht ungehalten. Jedenfalls ließ sich niemand auf der Richterbank was anmerken. Vielmehr wurde für die Mittagspause der Haustechniker angefordert. Der überprüfte – ich war wie alle anderen essen – offenbar alle Mehrfachstecker und verzierte sie mit hübschen Aufklebern.

Darunter war auch der Stecker, den ich vorsorglich immer in der Notebooktasche habe. Den Stecker hatte ich nämlich am Morgen auch an unserem Anwaltstisch eingestöpselt, weil es sonst immer Gerangel um die wenigen offiziellen Steckdosen gibt. Ich besitze jetzt also auch in meinem Arbeitswerkzeug einen Stecker, den ich guten Gewissens mit ins Gericht nehmen kann. Dafür vielen Dank.

Allerdings hoffe ich nicht, dass die Aufschrift “Saal 128”, die der Techniker gleich neben dem Prüfsiegel anbrachte, mich eines Tages als Dieb dastehen lässt.

  • Icke

    Haha, nett!
    Ich besitze auch ein hochoffiziell geprüftes Handyladegerät und sogar Handy (wobei ich vom Handy lieber den Aufkleber wieder abgepult habe).
    Bei uns in der Uni lag es wohl daran, dass die beauftragte Firma pro geprüftem Gerät bezahlt wurde und so alles überprüfte was ihr in die Hände kam.

  • me

    Nun, sollte der nicht aus der regelmäßigen Prüfung in der Kanzlei mit einem Aufkleberchen versorgt sein?

  • Hans

    Was wird denn da so tolles geprüft? Dass das Ding noch heile aussieht??

  • Icke

    @Hans:
    Bei Mehrfachsteckdosen mit Schalter:
    *Sichtprüfung
    *Schutzleiterprüfung
    *Isolationswiderstand
    *Berührungsstrom
    *Sichere Trennung
    *Funktionsprüfung

  • fooobar

    Üblich ist Sichtprüfung auf Beschädigung der Isolation, Kontakte, etc. sowie eine Prüfung mit einem automatischen Isolationsmessgerät.

  • hiro

    Bei uns in der Firma bekommt nicht jedes Gerät seinen eigenen Aufkleber. Vermutlich wird da eine andere Form der Zertifizierung gewählt, Gedächtnisprotokoll: “Was, die Kaffeemaschine ist privat? Wenn ich die nochmal sehe, schneide ich den Stecker ab!”

    Schlußfolgerung: Alle Geräte mit Stecker sind geprüft, sonst wären es keine Geräte mit Stecker mehr.

  • trino

    es ist tatsächlich wie herr vetter schreibt, von dieser im Kosten-Nutzen-Verhältnis unglaublich ineffektiven Prüfpflicht lebt eine ganze Armee von Elektrikern … aber bevor sowas in Deutschland abgeschafft wird brauchts schon eine Revolution …

  • Astrid Schühle

    Jaja, die bösen Vorschriften…

    aber die gleichen Schreihälse die jetzt rumheulen warum eine achso überflüssige Prüfung durchgeführt wird, schreien genauso laut wenn ihr Gerät kaputt geht und an einem nicht geprüften Verteiler hing. Ob das dann überhaupt die Ursache war ist ja egal nicht war?

    Davon abgesehen habe ich schon genug Geräte gesehen an denen das Kabel mehrfach gebrochen und die komplette Schutzisolierung zerbröselt war. Die einzigen die so etwas dann entsorgen sind die BGV-A3-Prüfer. Der Nutzer entsorgt schließlich nichts was noch geht. Wen interessieren schon die paar Funken, nicht war?

  • Sven

    Vermutlich ernähren die dahinter stehenden Vorschriften ein ganzes Heer von Anwälten, die sich den ganzen Tag Arbeitsunfälle anschauen.

  • Frank Sommer

    @Astrid Schühle:
    Full ack.
    Ich stelle mir soeben einen Blogbeitrag unseres Protagonisten vor: Revisionsgrund, weil sein Angeklagter behauptet, an einem ungeprüften, und deshalb mglw. defekten Steckdose, einen Schlag bekommen hat.

  • stef

    Ein ganz wichtiger Grund der Überprüfung ist der Brandschutz. Brände wegen defekter Elektrogeräte sind nun mal recht häufig. Abgebrannte Firmenräume sind eine kostspielige und nervenaufreibende Geschichte für alle Beteiligten. Nicht davon zu reden, wenn es dann noch Verletzte/Tote gibt.

    Gerade von zuhause mitgebrachte Elektrogeräte sind tendenziell eher alt, und bergen dann eine erhöhte Brandgefahr. Insofern ist die Anweisung, keine Geräte zu von daheim mitzubringen schon sinnvoll, bzw. dann ok, wenn man das Gerät vor Anschließen einer Funktionsprüfung unterzieht.

    Die meisten Regeln der Arbeitssicherheit sind gar nicht so dumm, wie sie auf dem ersten Blick oft wirken.

  • Tourist

    ich hatte ja auf § 265a StGB plädiert, wurde aber enttäuscht, trifft der Tenor des § doch nicht ganz auf den nun beklebten anwaltlichen Mehrfachstecker.

  • patrick

    Das Anbringen der Aufkleber auf den elektrischen Betriebsmitteln ist keine Pflicht. Es muss nur sichergestellt werden, das die Prüfung jedes Gerätes ordnungsgemäss per Prüfprotokoll dokumentiert wird.
    Ein Aufkleber erleichtert lediglich die Kontrolle der wiederkehrenden Prüfungen.

  • Name

    Ab welcher Größe der Firma greift sowas denn? Muss im 3Mann-Büro alles geprüft sein? Und wann hat das zu passieren? Z.B. sofort in dem Moment, in dem ein neuer PC in Betrieb genommen wird?

  • Hans

    Als Arbeitgeber würde ich auch darauf bestehen, dass die Mitarbeiter keine eigenen Elektrogeräte anschließen. Für die Arbeit kauft man sich als Zweit-Ladegerät für das iPhone ja mit Sicherheit das billigste Nachbau-Modell (das original von Apple ist dann ja viiiiel zu teuer – das Handy für 800 Euro aber natürlich nicht!), das dann auch entsprechend billig produziert und isoliert ist.
    Wenn wegen sowas dann die Firma abfackelt wars natürlich keiner…

    Ich hab selber schon dreimal einen beginnenden Brand verhindert. Einmal eine drei-Euro-Mehrfachsteckdose, die anfing lustig zu rauchen und zu knistern. Einmal Kabeltrommel, die nicht abgerollt war. Einmal China-Kaffeemaschine billigster Bauart, die plötzlich einfach so brannte.

    Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass diese Vorschriften nicht existieren, damit der Hauselektriker nicht nur Glühbirnen wechseln muss…

  • Jörg B.

    Darunter war auch der Stecker, den ich vorsorglich immer in der Notebooktasche habe. Den Stecker hatte ich nämlich am Morgen auch an unserem Anwaltstisch eingestöpselt, weil es sonst immer Gerangel um die wenigen offiziellen Steckdosen gibt.

    Haha, also ist der Stecker des Anwalts das Handtuch des dt. Touristen zum Reservieren der Poolliege :-)

  • Der Steuerzahler

    @Name:

    Alle Gewerblichen Betreibe, Verwaltungen, Büros etc sind zur Prüfung verpflichtet. Also alles was nicht Privat ist.

    Die Prüfung erfolgt Pro alle 2 Jahre.
    Die Erstprüfung ist 2 Jahre nach der Inbetriebsetzung erforderlich. Bei uns in der Firma gibt man Neugeräten direkt einen Aufkleber für 2 Jahre, damit die im Turnus drin sind.

    Gern vergessen wir: nach eine Eingriff, z.B. Reparatur in einem Gerät muss erneut geprüft werden. Dieses ist Aufgabe des Ausfährenden.

    Ein Elektrobetrieb des Geringsten Misstrauens in der nähe wird gerne Vorbei kommen und das durchführen. Die Prüfung dauert Pro gerät i.d.R nur ein paar Minuten. In der Regel sind Tote Deutlich teurer.

    Neuerdings Verlangen auch schon Versicherer diese Nachweise, sonst kostet es Extra.

    Neider hat sich der Deutsche Gesetzgeber noch nicht Durchringen könne alle X Jahre die Wohnungsinstallationen Prüfen zu lassen, in so mancher Wohnung würde es Dunkel werden, und manchem Vermieter das Sparbrötschen im Halse steckenbleiben. Was da rumgemurkst wird geht auf kein Kuhhaut.

    mfg

    Ralf

  • marcus05

    @Hans:

    Der Arbeitnehmer hat immer erreichbar zu sein, aber wehe er läd sein Handy mit Firmenstrom

  • Zapp

    @Der Steuerzahler
    Und was an Unwissen in der Welt herumgeistert, geht ebenfalls auf keine Kuhhaut.
    Die BGV A3 ist eben nicht mehr alle 2 Jahre verpflichtend! Sondern im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung kann der Arbeitgeber die Prüffristen selbst definieren!

  • Hal

    Kenne das nur allzu gut. Beschäftigen bei uns nen Elektriker der auf 400€ Basis seine gesamte Arbeitszeit mit dem rumgeprüfe verbringt, damit der eigentliche Hauselektriker Zeit wür anderen Kram hat. :I

  • Deneriel

    Die Vorschrift sagt: Muß alles geprüft werden, hochoffiziell mit Siegel von einer dafür fachlich befähigten und formell geeigneten Fachkraft.
    Die Vorschrift sagt aber auch: Mehrfachstecker bööööse.

    Die Praxis sagt: Solang da keine meckert, interessiert die Wiederholungsprüfung erstmal keine S… Wenn sie dann gemacht werden muß bekommt der Elektriker den Zuschlag der den geringsten Preis pro geprüftem Gerät aufruft – selten der, der eine realistische Prüfung durchführt.
    Wenn man sich dann so einen Hilfwichtel irgendwo besorgt hat der as cheap as possible durch marschiert, und qua Einweisung und Prüfgerät mit eindeutiger Gut/Schlecht-Anzeite formell befähigt ist, darf man direkt hinterher marschieren und vergessene Stecker wieder einstecken.

    Auch als IT-Hoschi vom Dienst ziehe ich, regelmäßig und rigoros, suspekte Mehrfachsteckdosen, Leitungen oder auch mal ganze Geräte aus dem Verkehr.
    Zum Teil gammeln die einfach seit 30 Jahren in der gleichen Ecke. Vieles wird halt auch gerne mal von daheim mitgebracht. Das ist meist billiger und nerfenschonender als ein Teil für 40€ auf dem Dienstweg beschaffen zu lassen. Schreibtischleuchten mit isolierbandumwickelten verzwirbelten Zuleitungen sind da beliebt. Oder auch undichte Kaffeemaschinen. Manche Steckdosenleisten sind mir auch schon in der Hand im wörtlichen Sinne auseinandergefallen.
    Da gibts: Schnipp, schnapp, Stecker ab! (bei privaten Dingen erstmal die freundliche Aufforderung das Ding beim Wertstoffhof abzuliefern, sonst auch da: Stecker ab)
    Nur wegschmeißen reicht nicht – die Leute fischen das in bester Röhrich-Manier aus dem Müll, nach dem Motto “Ui! ‘n zöllischer Schieber! Ja geht denn der noch?…”

    Manche Geräte sind auch bei Kauf schon Kernschrott und würden eine ernsthaft durchgeführte Prüfung niemals bestehen. Gerade für Consumer-Massenware gilt: Je billiger, desto Schrott.
    Gerade solche Dinge wie externe Festplatten mit externem Netzteil werden as cheap as possible produziert, und was man da als Zuleitung mit bekommt ist oft absolut nicht zulassungsfähig.

    Nr. 19 hat obendrein mal eben recht mit den Prüffristen. 2 Jahre ist erstmal nur eine Standardvorgabe. Das kann im Ermessen der Fachkraft (!) verkürzt oder verlängert werden. Gerade PCs werden regelmäßig verlängert, da sie mit einer gültigen Erstprüfung gekauft werden und nach 3 Jahren ohnehin abgeschrieben sind und wieder ausgetauscht werden. In der Zeit werden sie vergleichsweise selten bewegt. Das Risiko eines unbemerkten Defektes ist dabei überschaubar. So spart man sich die Wiederholungsprüfung da komplett. Die Zuleitung wird genauso mit getauscht.

  • Simon

    Allerdings hoffe ich nicht, dass die Aufschrift “Saal 128”, die der Techniker gleich neben dem Prüfsiegel anbrachte, mich eines Tages als Dieb dastehen lässt.

    keine Bange, das bedeutet nur, das der Techniker beim nächsten mal das gesamte Gericht nach dem Kabel absuchen muss, weil das jetzt in der Bestandsdatenbank ist, und was erfasst ist, muss halt auch geprüft werden :)

  • Hootch

    @Simon:
    Aber besser, die EFK sucht bei der nächsten BGV A3-Prüfung lediglich vegeblich das Gerichtsgebäude ab, als dass sie auf die Plakette “Vetters Notebooktasche” geschrieben hätte und somit in zwei Jahren in ganz Düsseldorf nach Udo und seinem Täschchen suchen muss ;-)

    Grüße!

  • Panama Jack

    @Simon:

    Hätte ja eigentlich gar nicht passieren dürfen, wenn das Ding bei der letzten Prüfung von Herrn Vetters Kanzlei nach BGV A3 ordnungsgemäß mitgetestet worden wäre.
    Dann hätte es ja schon einen Aufkleber gehabt, den der Gerichtstechniker vorgefunden hätte ;-)

  • Michael K.

    Bitte genau unterscheiden zwischen Normen privater Vereine (VDE-Bestimmungen, DIN-Normen), rechtstaatlichen Vorschriften, Verordnungen und Gesetzen.

    Ich bin Elektrofachkraft und kenne es aus meinem Alltag: Anschlussleitungen mit Kaltgerätestecker und Mehrfachsteckdosen haben stark schwankende Qualität ab Werk, und das sieht man den Dingern nicht an. Es ist immer wieder erstaunlich, was für Müll verkauft wird, der prompt bei der Prüfung durchfällt.

    Deswegen: Die Prüfungen sind wichtiger denn je und wirklich empfehlenswert. Es ist mehr und mehr minderwertiger Schrott in den Regalen. Mehrfachsteckdosen sind Behelf und nicht fachgerecht. Wenn im gewerblichen Bereich regelmäßig Mehrfachsteckdosen zum Einsatz kommen, sollen stattdessen feste Steckdosen nachinstalliert werden.

    Eine Pflicht zum Plakettenkleben ist mir neu. Aus der Betriebssicherheitsverordnung entnehme ich nur das Erfordernis einer Dokumentation, und die kann auch mittels Datenbank, gespeist aus dem VDE-Tester, erfolgen.

    Umgekehrt wird ein Schuh draus. Kann der Anwalt bei seinem mitgebrachten Equipment dokumentiert geprüfte elektrische Betriebsmittel nachweisen? (Das fordert die VEFK* in manchen Firmen, das geht manchmal etwas zu weit.)

    Viele Grüße
    Michael

    * Verantwortliche Elektrofachkraft

  • Name

    @Deneriel: “Gerade PCs werden regelmäßig verlängert, da sie mit einer gültigen Erstprüfung gekauft werden”

    Tja. Der PC wurde nach meinen Vorgaben in Einzelteilen gekauft und von mir zusammengebaut – definitiv kein einziges Billigteil drin, ich habe genug Computer gebaut und repariert, um die entsprechende Erfahrung zu haben, was man nehmen kann. Eine Erstprüfung wurde danach allerdings nicht durchgeführt. Die fällt bei PCs ja auch recht sparsam aus, wenn ich mich an die Ausbildung richtig erinnere. Was nun?

  • Name

    Und wenn ich mich erinnere, wurde bei uns früher auf Arbeit kein einziger Rechner, der für einen Privat- oder Geschäftskunden gebaut wurde, geprüft. Kann man die Hütte dafür anzünden?

  • patrick

    @ 28
    bein Computerzusammenbau wird das sicherheitstechnisch relevante Bauteil- also das Netzteil als fertige und verschlossene Einheit eingesetzt und dieses hat schon von Werk ab die Erstprüfung bekommen. Der Computerbauer arbeitet ab der Sekundärseite des Netzteiles.
    z.B. ist es bei einem Stecketnetzteil für BGV A3 egal ob ein mp3 Player oder ein Radio angeschlossen wird- geprüft wird das Netzteil.
    das erklärt auch den Trend zum externen Netzteil- weniger Prüfaufwand für den Hersteller und der Betreiber braucht nur das Steckernetzteil zu tauschen, falls die Prüfung negativ ausfällt.

  • Klaus

    Komische Reaktion des Richters. Ich hätte eher erwartet, dass den Anwesenden des Saals verbietet die Steckdosen zu verwenden, seine lose Blättersammlung zurecht rückt und den Prozess beginnt.

  • Bürotyp

    Nun ja, ich selber bin ja auch immer wieder eher angewidert von der Vielzahl von Vorschriften, die hierzulande in den unmöglichsten Ecken existieren.
    Gerade aber die Naturgewalt “Strom” wird allerdings von den allermeisten Personen nicht angemessen respektiert, in der Schule erzählt einem ja scheinbar auch keiner mehr viel darüber. Dass nun ein verstecktes Heer von Elektrikern davon lebt, dafür zu sorgen, dass ich am Arbeitsplatz nicht verbrenne oder an der Kaffeemaschine dem Kammerflimmern anheim falle, erregt in mir daher sowenig Unmut wie das versteckte Heer der Putzkräfte, die mich vor Pest und Schimmel bewahren oder der unsichtbare Mann, der die Saftflaschen liefert.

    Und: Seitenhiebe auf die Not und Redlichkeit irgendeines Tuns von ausgerechnet _Anwälten_ haben auch immer so eine gewisse ironische Anhaftung :)

  • Titus Andronycus

    @Hans:

    Was wird denn da so tolles geprüft? Dass das Ding noch heile aussieht??

    Im Prinzip. Gucken, dass das Gerät CE-geprüft ist, dass keine Isolierungen o.ä. ab sind und ggf. kurz an Anschlussstellen von Kabeln wackeln. Das wars.

    Die Prüfung findet übrigens (zwei?)jährlich statt. An dem hübschen Aufkleber/der Plombe steht jeweils drauf, wann die nächste Prüfung zu erledigen ist.

  • http://www.theo-schmidt.de jonna

    Ganz genau, die Prüfung findet zweimal im Jahr statt.

  • Ach Du Scheiße

    Also wenn ich in nem Straf- oder Zivilprozeß säße, und mein Anwält finge an, von “Prüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel” und “BGV A3″ und “berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungsvorschriten” zu schwafeln, ich glaub, mir würd der Arsch auf Grundeis gehen.

  • Siggi

    Es wird solange belächelt, bis der erste zappelnd am Kabel hängt (krass überspitzt formuliert). Ich habe letztens die Erfahrung machen würfen, dass Weidezaungeräte dem Hausnetz sehr nahe kommen, wenn man zur Erdung statt der Gummisohlen einfach ein geerdetes Stalhrohr benutzt…das zwirbelt richtig.

  • Fran Kee

    Das Problem etwas allgemeiner gedacht:

    Es gibt viel zu viele Verordnungen. Und zwar so viele, dass man dem ohnehin nicht vollständig nachkommen kann, sogar als Behörde/Gericht, usw… daher gibt es sogar auf diesem Level fast niemanden mehr, dem man nicht mit ausreichend Blick ans Bein pinkeln kann.

    Sowas kann man, ganz ähnlich wie dargestellt, auch in privat effektiv nutzen: Sagt mir das Bezirksamt in einem hochverdichteten Stadtteil beispielsweise “das und das ist bei Ihnen ordnungswidrig abgelegt”, kann man mühelos mit den 576 anderen geduldeten Ordnungswidrigkeiten/Sondernutzungen/Normen/Kennzeichnungen… (gern genommen werden auch die in großer Verdichtung relativ uneinhaltbaren Verordnungen zum ordnungsgemäßen Aufstellen von Wahlplakaten) kontern, die man dann mal an die grosse Glocke des lokalen Käseblatts heftet… sollte jemand behördlicherseits noch ein einziges mal den Mund aufmachen.

    Schon halten alle mal ganz gepflegt die Schnauze.
    Trolling als Bürgerwehr. (Und der originale Beitrag geht schon Richtung Trolling, auch wenn’s lustig ist…)

  • Troll

    Das war die klassische “chewbacca verteidigung”

    LooooL

  • zf.8

    @Ach Du Scheiße:

    Keine Sorge. Wahrscheinlich weiß Ihr Verteidiger schon was er tut. Nebenkriegsschauplätze verlängern die Verfahrensdauer, verlängerte Verfahrensdauer wirkt sich günstig auf eventuelle Strafzumessungen aus. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass solche Nebenschauplätze das Gericht stark genug ablenken, dass es Fehler macht, die einem Rechtsmittel begründen. :-)

  • Autolykos

    @Astrid Schühle: Auch wenn die Beteiligten selber wissen, dass das was sie machen große Scheiße ist, passiert es oft trotzdem. Meist aus Bequemlichkeit, oder weil sich niemand zuständig fühlt – manchmal aber auch, weil keiner drüber nachdenkt, oder sich der Gefahr nicht bewusst ist. Da ist es schon ganz gut, wenn mal hin und wieder einer von außen drauf schaut. Das krasseste was ich bisher gesehen habe:
    - Ein ungeerdetes Stromkabel (flacher Stecker) an einem Röhrenbildschirm. Keine Ahnung wie der Täter das geschafft hat oder wo er das Kabel her hatte, eigentlich sollte das nicht mal zusammenpassen.
    - Ein “verlängertes” Verlängerungskabel, aus zwei selbigen zusammengecrimpt. Warum? Warum ?!?

  • Moki

    Um was für einen – mit Verlaub – Mist sich Juristen und Gesetzgeber da Gedanken machen. Hat unter den hier Lesenden schonmal jemand live miterlebt, wenn der Elektriker des Vertrauens eine Mehrfachsteckdose auf ihre Sicherheit überprüft, bevor er seinen bescheuerten Bapper draufmacht? Er nimmt das Ding in die Hand, schaut ob das Kabel keine Risse hat und ob vom Plastik nichts fehlt und fertig. Er macht also im Prinzip gar nichts, was nicht jeder Blinde mit gesundem Menschenverstand, der sein Leben am Arbeitsplatz nicht riskieren will, nicht auch tun würde. Aber zum Glück sind die Zeiten vorbei, an denen in Deutschland jeden Tag mindestens ein Bürogebäude abgefackelt ist, weil die Stecker und Elektrogeräte nicht regelmäßig einer knallharten Prüfung unterzogen wurden, seit es dieses überaus sinnvolle Gesetz gibt.

    Früher gab es mal sowas wie Menschenverstand und ein gesundes Maß an Eigenverantwortung. Da man aber heute wegen jedem Mist vor Gericht ziehen kann, weil niemand mehr für sich selbst verantwortlich sein will, gibt es eben Aufkleber für jede Steckdose in jeder Firma in ganz Deutschland… armes Deutschland.

  • sdr

    Habe ein paar Jahre als Elektriker gearbeitet. Durfte schon mal in einer großen Disco die halb abgebrannt war die verkokelten Leitungen austauschen. Der Besitzer meinte der Schaden war 14 Mio. Euro. Brandursache ein defekter Mehrfachstecker. Zum Glück ist der Brand nicht während der Öffnungszeiten ausgebrochen.
    Es passiert selten etwas aber doch immer wieder.

  • sdr

    @Moki:
    Dann hat er Mist gemacht normalerweise braucht man ein Messgerät dafür weil man es eben nicht von außen sehen kann.
    Du willst sicher nicht deinen Job verlieren weil dein Arbeitsplatz in Schutt und Asche liegt.

  • wonko

    @Moki:

    Er macht also im Prinzip gar nichts, was nicht jeder Blinde mit gesundem Menschenverstand, der sein Leben am Arbeitsplatz nicht riskieren will, nicht auch tun würde.

    Ja. Er macht das (Indikativ), was der andere tun würde (Konjunktiv II).

  • Michael K.

    @Moki: Um beim Beispiel der Mehrfachsteckdose zu bleiben, da wird von der EFK schon ein wenig mehr geprüft. Sicher findet zunächst eine Sichtkontrolle auf äußerlich erkennbare Mängel statt (Beschädigungen der Leitung, Gehäusebrüche, Zugentlastung, Verformung durch Wärme die bei schlechter Kontaktgabe oder Überlastung entsteht, Fehlteile, Korrosion, unzulässige Eingriffe).

    Es wird aber auch mittels eines Prüfgeräts für ortsveränderliche Betriebsmittel nach DIN VDE 0701-0702 der Schutzleiterwiderstand gemessen (dabei wird die Anschlussleitung durchbewegt) – dabei gibt es tolle Überraschungen. Danach wird alles dokumentiert. Eine reine Inaugenscheinnahme ist keine fachgerechte Wiederholungsprüfung.

    Wiederholungsprüfungen an ortsveränderlichen Betriebsmitteln können nur erfahrene, speziell geschulte Elektrofachkräfte fachgerecht ausführen. Dass Laien oder Elektrotechnisch Unterwiesene Personen (EUP) dies tun ist ausgeschlossen.

    Viele Grüße
    Michael

  • Moki

    Wie schön, dass mein Überleben alleine von solchen Dingen wie einer DIN VDE 0701-0702 abzuhängen scheint. Wie konnten wir jemals ohne sie leben??? Eine sinnvolle Risikoabwägung findet doch heutzutage nicht mehr statt. Sicherheit, Sicherheit über alles – das ist das alles bestimmende Prinzip. Eigenverantwortung ist Gift. Sonst könnte man für eigene Dummheit, Verantwortungslosigkeit, Schlampigkeit, Sorglosigkeit und eigene Fehler nicht jemand anderes verklagen…

  • wonko

    @Moki: Was hilft es ihrem Arbeitgeber, wenn er Sie verklagen kann, nachden Sie dank Ihrer defekten Kaffeemaschine den Firmensitz niedergebrannt haben?
    Und was qualifiziert eigentlich Sie dazu, die von Elektrogeräten ausgehenden Gefahren beurteilen zu können – mal abgesehen vom zwar inflationär behaupteten, aber selten anzutreffenden gesunden Menschenverstand?

  • Moki

    Ich hab ein paar Zahlen gefunden. Im Jahr 2006 sind in Deutschland angeblich 53 Menschen an Stromunfällen gestorben. Im Jahr 2005 waren es 60 (Quelle: Verband der Elektrotechnik). Und wieviele Einwohner hat Deutschland? ca. 82 Millionen. Grob gerundet rafft es also in Deutschland jährlich 0,00006 Prozent der Bevölkerung durch Elektrounfälle dahin. Unsere Hausstromleitungen und die daran angeschlossenen Geräte wirken mir anhand solcher Zahlen irgendwie supersicher. Aber klar… das muss alles für ein Heidengeld alle zwei Jahre überprüft werden. Sonst könnte die Zahl ja vielleicht auf 65 steigen.

    Ich traue mich gar nicht zu fragen, wieviele Sicherheitsfanatiker und DIN-Jünger, die das Regelwerk hier verteidigen, schonmal mit Tempo 200 über die Autobahn gebrettert sind. 3600 Verkehrstote gab es in Deutschland im vergangenen Jahr. Für 0 Euro ließe sich ein Tempolimit von 130 einführen, was die Zahl der Toten ganz sicher senken würde. Aber wir werfen lieber Millionen aus dem Fenster um unsere elektrischen Geräte noch sicherer zu machen, als sie ohnehin schon sind. Hier fehlt doch jedes Augenmaß und ein Gefühl für die Abschätzungen von Risiken…

  • wonko

    @Moki: Die Idee, daß die supersicheren Leitungen und Geräte möglicherweise (!) eine Folge der von Ihnen beklagten Zustände sind kam Ihnen nicht?

  • Michael K.

    @Moki: Die Wiederholungsprüfungen von ortsveränderlichen Betriebsmitteln sind nur im gewerblichen Bereich Pflicht. Es gibt privat keinen Zwang zu diesen Prüfungen, die grundsätzlich sinnvoll sind. Die VDE-Bestimmung DIN VDE 0701-0702 (früher getrennt nach DIN VDE 0701 und DIN VDE 0702) sowie die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (Unfallverhütungsvorschriften) BGV A3 (früher BGV A2 bzw. VBG 4) gibt es bereits etliche Jahrzehnte – also keine Erfindung der Neuzeit. Auch in den 1970er-Jahren hat man diese Wiederholungsprüfungen durchaus ernst genommen.

    Die meisten Mängel an Elektrogeräten sind auch für Fachleute ziemlich verdeckt und oft bringt nur eine Messung mit entsprechendem Prüfgeräten einen gefährlichen Mangel zu Tage. Wie soll mit gesundem Menschenverstand oder einer Risikoabwägung eine Schutzleiterunterbrechung oder -Schwächung erkannt werden? Ein defekter Schutzleiter sorgt im Fehlerfall dafür, dass das Gerät und mitunter die komplette Umgebung unter Spannung steht.

    Dank Elektrogeräten minderer Qualität und nur für Haushaltszwecke vorgesehene Geräte, die dann im Büro benutzt werden (= nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch, weil gewerbliche Nutzung) und damit nicht klar kommen, werden Wiederholungsprüfungen zukünftig immer wichtiger.

    Übrigens, das Überleben hängt nicht alleine von der DIN VDE 0701-0702 ab, sondern vom Zusammenspiel zahlreicher Schutzmaßnahmen: Korrekte Erdung der Elektroinstallation, durchgehend intakter Schutzleiter, Fehlerstromschutzschalter, Leitungsschutzschalter, Kenntnisse zum Verhalten bei Stromunfällen und nicht zuletzt vom gesunden Menschenverstand, der uns sagt: “Nicht den Wasserhahn und Elektrogeräte gleichzeitig berühren”, “kein Föhn in der Badewanne”, “defekte Elektrogeräte aussondern”.

    Viele Grüße
    Michael

  • Michael K.

    @Moki: Elektrische Sicherheit ist auch vorbeugender Brandschutz. Kurzer Nachtrag: Elektrounfall heißt nicht automatisch Stromtod. Die meisten Stromtoten sind übrigens Elektrofachkräfte, die sich nicht an die fünf Sicherheitsregeln gehalten haben.

    Die überwiegende Mehrzahl von Elektrounfällen dürften zu Folgeverletzungen infolge elektrischer Durchströmung führen, die statistisch nirgendwo erfasst werden können. Beispiel: Heimwerker A bekommt einen Stromschlag und fällt infolgedessen von der Leiter oder hat seitdem Herzrhythmusstörungen usw.

  • Moki

    Ich sage ja nicht, dass man den Umgang mit potenziell lebensgefährlichem Strom völlig unbeaufsichtigt und unüberprüft lassen sollte. Ich stelle nur die Frage in den Raum, wie weit man mit den Überprüfungen gehen muss, um ein sinnvolles Maß an Sicherheit zu erreichen. Die Zahl der Stromunfälle ließe sich auf null reduzieren, wenn man die Nutzung eines Elektrogerätes nur erlaubte, wenn jedes Mal vorher ein Fachmann die Sicherheit prüft. Also bei jeder gekochten Tasse Kaffee steht der Elektriker nebendran. Irgendwo zwischen gar nicht prüfen und ein Elektriker für jeden Kaffee liegt das sinnvolle Maß. Ich bin eben der Ansicht, dass wir uns immer weiter Richtung Zweiterem bewegen. Und das eben darum, weil die Menschen in allen Bereichen des Lebens versuchen, die Verantwortung von sich zu schieben und es im Zweifel doch irgendjemanden geben muss, den man für sein eigenes Unvermögen verklagen kann…

  • Deneriel

    @Michael K:
    Ich stimme dir zu wenn du meinst, dass eine gewisse Fachkenntnis erforderlich ist um eine derartige Prüfung durchzuführen. Gar nicht anfreunden kann ich mich hingegen mit der Aussage, dass Laien das niemals können.

    Laie ist man, solange man keinen Darf-Schein hat. Trotz dem formellen Laien bin ich aber nun durchaus in der Lage eine 0702-Prüfung durchzuführen. Nur darf ich halt nicht meinen Willi da drunter setzen.
    Es gibt umgekehrt auch genug Elektriker die zwar den Schein haben, aber trotzdem nicht in der Lage sind so eine Prüfung auszuführen.
    Den Strom interessiert der Darf-Schein nunmal nicht.

    Ich fände es übrigens auch ziemlich praktisch wenn es genügend fest installierte Steckdosen gäbe um auf Mehrfachsteckdosenleisten zu verzichten. In der Praxis bin ich doch froh wenn in einem Doppelbüro eine separat abgesicherte Doppelsteckdose für die EDV vorhanden ist. Oft genug findet man auch noch Installationen, dimensioniert wie in den 70er Jahren für: Eine Schreibtischlampe, ein Telefon, ein Tischrechner.

    @Moki: Bezgl. deines Kommentar Nr. 39 hätte ich noch was anzumerken.
    Durch das hochheben des Mehrfachsteckers merke ich direkt schonmal ob da drinnen etwas herum bröselt. Ich merke auch ob die Kunststoffgehäuseteile noch zusammenhalten, und kann einen Blick darauf werfen ob die Leitung noch sauber in der Zugentlastung sitzt und unbeschädigt ist. Das mache ich häufig genug, und wenn das nicht passt kommt der Seitenschneider.
    Das ist ein Arbeitsschritt. Rein theoretisch käme für den Elektriker bei der Prüfung dann noch der Schutzleiterwiderstand und eine Isolationswiderstandsmessung dazu.

    Normale Menschen kommen ja nichtmal von sich aus auf die Idee eine Steckdosenleiste auszusondern, wenn einen die einzelnen Adern auf mehreren cm zwischen Leiste und Zuleitung anschauen.

  • Vorstand

    Hallo Herr Vetter,
    beschäftigen Sie in Ihrer Kanzlei eine(n) Angestellte(n)?
    Wenn ja dann sollten sie noch viel mehr Elektrogeräte / Verteiler besitzen die nach BGV A3 geprüft sind.
    Wenn Ihre Sekretärin den PC einschaltet und dabei am Metallgehäuse einen Stromschlag erleidet und dieser nicht in den letzten 12 Monaten nach BGV A3 geprüft wurde könnte es Regress-Forderungen der BG gegen Sie als Arbeitgeber geben.

  • Moki

    @ Deneriel: Die kaputte Steckerleiste mit offen liegenden Adern ist genau der Fall den ich meine: Wenn man so eine lebensgefährliche Leitung offen rumliegen lässt und weiter in Betrieb hat, dann ist das in meinen Augen der klassische Fall von selbst Schuld wenn was passiert. Aber es ist ja toll, wenn man zwar von der defekten Leitung weiß, aber noch den Arbeitgeber oder sonstwen verklagen kann, der das im Zweifel nicht mitbekommen hat, weil er auch von seinem trägen Angestellten nicht darauf hingewiesen wurde.

  • Gästle

    Am effektivsten wäre es wenn der Prüfer mit seinem Gerät die einschlägigen Ramschläden aufsuchen würde. Denn genau hier liegt der Quell des Übels, ein guter Teil der hier feilgebotenen Ware hat die erforderlichen Prüfungen nie absolviert oder entspricht nicht den hiesigen Normen und Vorschriften und dürfte somit gar nicht in Verkehr gebracht werden. Die Behörden haben hier sehr scharfes Werkzeug, das aber leider nicht benutzt wird.
    Und gegen sichtbar beschädigte Geräte hilft die App “gesunder Menschenverstand 2.0″, erhältlich für Apple und Android sowie Brain.exe für Windows-Anwender.

  • Sven

    Ich finde eine “kostenlose” VDE Pruefung meines privaten Luefters (40cm, Stahlkaefig), total toll. Kann ich doch sicher sein das wegen diesem hier keine Sicherung rausfliegt und die Bude nicht abbrennt.

  • Marco

    Nachdem ich gestern den Beitrag gelesen hatte und heute als Ehrenamtlicher den Prozesstag am Sozialgericht begleiten durfte, habe ich mir mal spaßeshalber die Elektrogeräte angesehen. Prüfungen vom PC der Protokollführerin, dem Diktiergerät der Vorsitzenden und der Mehrfachstecker sind alle im November 2011 abgelaufen. In Befürchtung eines neuen Justiz-Skandals habe ich die Vorsitzende pflichtgemäß darauf hingewiesen. Sie hat es nochmal persönlich überprüft. Dann haben wir alle, inklusive dem Beklagtenvertreter gelacht und die nächste Sache aufgerufen.

  • Michael K.

    @Gästle: Diese Wiederholungsprüfungen werden von ganz normalen Elektrofachkräften durchgeführt. Entweder eigenes Personal oder beauftragten Elektrofirmen wird zu diesem Zweck von den jeweiligen Unternehmen beauftragt. Die sog. Prüfer haben keinerlei hoheitlichen Aufgaben.

    Die Ramschläden aufzusuchen und gefährliche Produkte aus dem Verkehr zu ziehen ist je nach Bundesland Aufgabe der Gewerbeaufsichtsämter bzw. Landes­ämter für Arbeits­schutz, Gesund­heits­schutz und tech­nische Sicherheit.

  • Anita

    Das ist schon ganz gut so mit der VDE-Prüfung.
    Wenn auf der Baustelle mal ein Kabel durchgesägt wird, wird es einfach irgendwie ans Gerät gefrickelt und jedem Elektriker stehen die Haare zu Berge. Außerdem wird bei der Prüfung auch gleich bei Bohrmaschinen, etc. rein gekuckt und eventuell die Kohlen gewechselt, zumindest war das bei uns in der Firma so.
    Dass im Privathaushalt keine Prüfung durchgeführt wird, liegt eventuell daran, dass es schlichtweg nicht möglich ist, das nachzuprüfen.

  • Gast

    Einige Äußerungen finde ich doch sehr interessant, speziell auch die das es in einem Jahr “nur” 65 Opfer wegen stromunfällen gegeben hat und man doch diese Prüfung außer acht lassen könnte weil es im Straßenverkehr mehr Opfer gibt, ich denke doch das man mit Geld kein Menschenleben berechnen kann. Noch dazu gibt es diese Prüfung schon Jahrzehnte, wie würde wohl die Statistik aussehen wenn es diese nicht gäbe?
    Das nächste wie unsinnig doch die Prüfung bei Mehrfachleisten sei, es gibt so viele billigprodukte auf dem Markt bei dem schon ein Fachmann schwer beurteilen kann ob die sicher sind oder nicht, das soll also ein Laie mit gesundem Menschenverstand auch wissen.

    Dann zum gesunden Menschenverstand, es interessiert keinen wie ein Kabel aussieht oder ein Gehäuse von einem Gerät, Hauptsache es funktioniert. Es ließt keiner die Anleitung und Sicherheitshinweise von einem Toaster das diese nur unter Aufsicht betrieben werden dürfen (der danach anstehende Brand auch nicht als der Feueralarm los geht da kommt noch die bekloppte frage ob man das Gebäude verlassen soll) oder das man den Stecker ziehen soll wenn der Wasserlöcher nicht betrieben wird. Und dann wird diese Prüfung auch noch belächelt weil man mit der die eigene Unfähigkeit und Faulheit ein wenig kompensieren kann.
    Und noch was: , durch ein nicht geprüftes Netzteil ist in meiner Stadt schon ein betrieb abgebrannt.

    Ja ich mache diese “bekloppte” Prüfung und werde nicht nach Stückzahl bezahlt, selbst bei den ganzen Geräten die ich bemängel passieren immer noch Unfälle die durch die Unfähigkeit der Nutzer. Und ich behaupte mal das viel mehr passiert wäre ohne diese Prüfung bei der die Opferzahlen mal auf einen Schlag die 65 überschreiten wenn man bedenkt was passieren kann wenn es in einem KRANKENHAUS brennt.

    Schönen Tag noch an Personen die diese Prüfung für schwachsinnig halten.