Auf der Suche nach Conni

Der Buchhandel, darüber ist wohl nicht zu diskutieren, erfährt in den letzten Jahren einen dramatischen Bedeutungsverlust.

Da ist zunächst das Internet, in dem sich Wissen leichter als jemals zuvor recherchieren lässt. Und zwar – jedenfalls bei Fachbüchern – mitunter auch gleich andere Quellen, die den gedruckten Inhalt ersetzen. Wikipedia ist nur das herausragende Beispiel.

Geht es wirklich nicht ohne Buch, ist es jedenfalls nicht mehr nötig, erst bei einer Fachkraft im stationären Handel vorzusprechen und darauf zu hoffen, dass sie in Geheimkatalogen genau das Richtige findet (was man dann regelmäßig erst nach dem Kauf prüfen kann). Die Verzeichnisse, in denen der Buchhändler nachschaut, sind längst ebenfalls online zugänglich.

Zudem bietet der Schwarm unzähliger Berufs- und Hobbyrezensenten im Internet selbst dem enzyklopädischen Wissen des hervorragend ausgebildeten Buchhändlers im Laden um die Ecke Paroli. Natürlich kann man heutzutage auch mal die Erfahrung machen, dass dass Personal sich wirklich gut mit der Spiegel-Bestseller-Liste auskennt. Jedenfalls mit den ersten zehn Plätzen. Was natürlich zumindest in den Fällen völlig reicht, wenn man auf die Schnelle ein Geburtstagsgeschenk benötigt.

Und dann ist da noch die wirtschaftliche Bedrohung durch die Online-Shops, vor allem Amazon. Dazu gehört auch die absehbare, allerdings selbst erarbeitete Dominanz von Amazon auf dem E-Book-Markt. Zweifellos alles sehr bedrohlich. Reden sollte man allerdings über die Art und Weise, mit der Teile des Buchhandels anscheinend in die Überlebensschlacht ziehen wollen.

Nun wurde bekannt, dass der Carlsen Verlag ein Buch seiner erfolgreichen “Conni”-Reihe ändert, weil es Gegenwind aus dem Buchhandel gibt. Im Band "Mein Leben, die Liebe und der ganze Rest” kriegt die Protagonistin von einer Freundin einen Amazon-Gutschein geschenkt, den sie online einlösen kann. Nach – offenbar nicht nur belanglosen – Protesten aus dem Buchhandel hat sich die Autorin nach Angaben ihres Verlages entschlossen, den Text in der nächsten Auflage zu ändern. Freiwillig, wie man betont. Conni kriegt in der Neuauflage nur noch einen “Geschenkgutschein”, von online oder gar Amazon ist nicht mehr die Rede.

Ich persönlich ging bisher davon aus, der Buchhandel beziehe sein Selbstverständnis zu einem guten Teil daraus, für Vielfalt und insbesondere Meinungsfreiheit zu stehen. Von einem g-u-t-e-n Buchhändler erwarte ich eigentlich, dass er mir alles besorgt, was nicht auf dem Index steht. Von ihm erwarte ich aber insbesondere nicht, dass er beleidigt Boykott ruft, wenn aus seiner subjektiven Sicht die Shoppingsitten der Jugend zu verderben drohen.

Neulich sollen Buchhändler sich übrigens auch mokiert haben, weil ein öffentlich-rechtliches Geldinstitut drei Amazon-Kindle verloste. Ich muss echt mal wieder in den Buchladen um die Ecke gehen und sondieren, wie schlimm die Lage wirklich ist. Vielleicht verkauft mir ein echter Freigeist ja doch noch ein Exemplar des absolut freiwillig und ohne jeden Druck zensierten “Conni”-Bandes, auch wenn ihn Buchhändler ab sofort kostenlos retournieren können. Vielleicht wird es ja mal wertvoll.

Bücher wegen ihres Inhalts einstampfen lassen. Liebe Buchhändler, ihr merkt es selbst.

  • PaintedBadger

    Wieso Bücher einstampfen – was für eine Verschwendung! “Thermisch verwerten” und dafür den Blauen Engel beantragen, wg. Sekundärnutzung und Abfallvermeidung… SO geht das!!! :-(

  • blindcoder
  • Lurker

    Haben die Buchhändler

    a) von Ihrer Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht und einen (möglicherweise unabsichtlichen) Fall von Schleichwerbung kritisiert

    oder

    b) ihr wirtschaftliches Gewicht eingesetzt, um die Autorin zu einer Änderung zu bewegen?

    Das geht leider aus ihrem Text nicht hervor, ändert aber alles…

    Ebenso irreführend ist es, von “einstampfen” zu reden, wo es um Korrekturen in der Neuauflage geht – wenn die erzwungen wären, wäre das möglicherweise immernoch ein Skandal, allerdings ein Skandal von deutlich anderer Qualität.

    Im Übrigen: Haben Sie schon einmal ein Buch gelesen, in dem der Protagonist eine namentlich benannte Filiale irgendeines (realen) Geschäftes (fast schon generische Begriffe wie “McDonalds”, “Starbucks” etc. ausgenommen) aufsucht? Also etwa “Als ich das Antiquariat Herbert Müller in XY betrat, stieg mir sofort der eigentümliche Geruch alter Bücher in die Nase…” ?

  • kinder-sind-unschlag

    @PaintedBadger:

    Von “einstampfen” lese ich nichts:

    hat sich die Autorin nach Angaben ihres Verlages entschlossen, den Text in der nächsten Auflage zu ändern

  • Anderer Gregor

    Wie soll man “Hey, in der zweiten Ausgabe kommt He-who-shall-not-be-named nicht mehr vor, und die erste Auflage könnt ihr gerne kostenlos bei uns eintausche” denn anders verstehen als Einstampfen? Gut, Carlsen könnte die verbilligt an Amazon verkaufen, Buchpreisbindung gilt ja nur für den Endverbraucher, oder? :)

    Carlsen — waren das nicht die, die ein Patent auf quadratische Bücher* haben, und daher auch ganz gerne mal Bücher anderer Verlage im gleichen Format einstampfen lassen?

    http://www.tagesspiegel.de/kultur/verlage-wem-gehoert-das-pixi-format-/8010860.html

    (*der Kantenlänge 92 bis 108mm oder so)

  • Caldrin

    @Lurker:

    Also etwa “Als ich das Antiquariat Herbert Müller in XY betrat, stieg mir sofort der eigentümliche Geruch alter Bücher in die Nase…”

    Ja, oder eine explizit benannte Kneipe. Man stelle sich vor, Goethes Faust wäre nicht irgendwo hin zum trinken gegangen, sondern z.B. in “Auerbachs Keller” in Leipzig.

  • Alda

    @Anderer Gregor:

    Wie soll man “Hey, in der zweiten Ausgabe kommt He-who-shall-not-be-named nicht mehr vor, und die erste Auflage könnt ihr gerne kostenlos bei uns eintausche” denn anders verstehen als Einstampfen?

    Nicht jeder kann das verstehen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lesekompetenz#Stufen_der_Lesekompetenz

  • Jeeves

    Die Buchhändler, die ich kennen gelernt habe (bin Leser seit meinem 5. Lebensjahr, ja: Vielleser), entsprechen NICHT dem Bild, dass U.V. hier oben ironisch vermitteln möchte.

  • Max

    Ein wunderschönes Beispiel für den Streisand-Effekt :-)

  • Graeff

    Die Kritik am Protest der Buchhändler ist wirklich polemisch und unsachlich. Amazon hat in den leztten Jahren alles dafür getan, einen Sonderstatus zu erlangen und führt – kaum bemerkt von der Öffentlichkeit und der Kundschaft – eine massive Änderung in der Verlagsbranche – und nicht nur im Buchhandel – durch. Nichts gegen e-books (von mir gibts demnächst auch welche), aber der Kindle ist ebenso ein Sonderfall. Wenn hier von “Zensur” die Rede ist: sie geschieht seit Jahren auf Seiten Amazons. Ausgerechnet diesen Player in einem Kinderbuch als naturgegeben zu etablieren ist tatsächlich eine – wohl unbewusste – Panne, auf die nun zu Recht reagiert wird. Und wird jemand gezwungen, die erste Auflage umzutauschen?? Was daran ist also “Zensur?? Bitte vor allem in dieser Zeit des Ausverkaufs aller künstlerischen/kreativen Rechteverhältnisse hinter die Kulissen blicken!

  • Steve

    Was hier stattfindet, kann man kritisieren oder nicht, aber es ist doch keine Zensur. Zensur wäre es ja wohl eher, der Urheberin eines Werkes Änderungen an diesem Werk zu verbieten.

  • Nania

    Die Autorin ändert also auf Druck von Seiten der Buchhändler den Inhalt ihres eigenen Buches? Das nenne ich in gewisser Art und Weise schon “Zensur”. Hier möchte der Buchhändler seinen “Feind” Amazon wohl auch nicht mehr in Kinderbüchern lesen.
    Das hat doch mit der Arbeit eines Buchhändlers überhaupt nichts zu tun. Geschenkgutschein hin oder her.

    Was hier betrieben wird ist seitens der protestierenden Buchhändler – und ich mag Buchhändler wirklich – albern.

  • Frank Sommer

    Für mich handelt es sich um Schleichwerbung, wenn ohne konkreten Bezug zum (fiktiven) Umfeld der Erzählung ein AMAZON-Gutschein auf die Bühne tritt. Ein konkreter Bezug wär z.B. gegeben, wenn es sich um bspw. einen Wirtschaftskrimi handeln würde, der bei Amazon spielt und bei dem illegale Leiharbeiter aus Osteuropa mit Amazon-Gutscheinen anstelle € bezahlt werden.

  • Ja-Sager

    @Lurker:

    und einen (möglicherweise unabsichtlichen) Fall von Schleichwerbung kritisiert

    Schleichwerbung? LOL :) Dann dürften Microsoft, Yahoo und Co. viel zu meckern haben. Allerortens wird von “googlen” und nicht von “mit einer Internetsuchmaschine suchen” geschrieben. Auweia. Böse, böse Schleichwerbung überall. Ist die Welt schlecht geworden, kaum zu glauben.

  • Frank Sommer

    @Ja-Sager:
    Wenn ihr das auch so entspannt seht, wenn demnächst mal wieder ein Mercedes bei Wetten..daß versteigert wird, oder der Tatort-Kommissar seinen Kaffee aus einem Becher von McCafe trinkt, OK.

  • ZweiPi

    “Und dann kaufte Conni mit ihrem properitären Betriebssystem eines amerikansichen Herstellers einen Internetgutschein eines bekannten Onlinebuchhändlers. Diesen kann sie auf dessen Webplattform einlösen. Keine 10 minuten später las sie Nachrichten auf einem beliebten Internetportal und erzählte diese ihrer besten Freundin über ein südkeroansiches Markentelefon, das sie bei einem großen Betreiber gekauft hattte.”
    Jetzt mal ehrlich. Geschichten leben von Namen. Teilweise haben Figuren für eine halbe Seite einen extra Namen im Buch. Und dann soll man nicht einen der größten Versandhändler Deutschlands nennen dürfen.
    Wenn es ein negatives Buch wär, hätte niemand sich dran gestoßen. Siehe Beitrag von Frank Sommer. Es ist bigott Transparenz bei Bösen zu fordern und positives nicht erwähnen zu dürfen.
    Dieses absolute, übertriebene political Correctness ist doch Mist. Wenn wir immer drauf aufpassen müssen, dass wir jemanden vor die Nase stoßen, tun wir am besten gar nichts mehr. (Und selbst das würde jemanden stören)

  • WPR_bei_WBS

    @Lurker:

    Im Übrigen: Haben Sie schon einmal ein Buch gelesen, in dem der Protagonist eine namentlich benannte Filiale irgendeines (realen) Geschäftes (fast schon generische Begriffe wie “McDonalds”, “Starbucks” etc. ausgenommen) aufsucht?

    Ja, hab ich. Alles andere ließt sich auch ziemlich unnatürlich. “Hans holte sich noch schnell einen Burger McDonalds” ließt sich halt viel authentischer als “Hans holte sich noch schnell einen Burger bei einem Fast Food Restaurant”.

    Was passiert eigentlich mit Krimis, in denen z. B. nach einem Opel gefahndet wird? Verbietet VW in seinen AGB, dass die mit ihren Transportern zum Laden gebracht werden?

  • WPR_bei_WBS

    @Graeff:

    Die Kritik am Protest der Buchhändler ist wirklich polemisch und unsachlich. Amazon hat in den leztten Jahren alles dafür getan, einen Sonderstatus zu erlangen

    Was für einen “Sonderstatus” denn? Gibt’s irgendein Lex-Amazon, von dem ich noch nichts gehört habe?

    und führt – kaum bemerkt von der Öffentlichkeit und der Kundschaft – eine massive Änderung in der Verlagsbranche – und nicht nur im Buchhandel – durch.

    So ist das halt in Markt und Geschäft, es gibt keine garantierten Pfründe.

    Nichts gegen e-books (von mir gibts demnächst auch welche), aber der Kindle ist ebenso ein Sonderfall. Wenn hier von “Zensur” die Rede ist: sie geschieht seit Jahren auf Seiten Amazons.

    Ja und? Das ist das gleiche Argument wie der Raser der sagt “Halten sie erstmal die anderen an, bevor Sie sich um mich kümmern.” Ich könnte ihrem Arguement in Bezug darauf zustimmen, wenn diese Kritik von Amazon selbst käme. Denen könnte man dann in der tat den Siegel vorhalten. Davon abgesehen ist diese Kritik allgemein aber berechtigt. Egal, ob andere auch “Mist bauen”.

    Ausgerechnet diesen Player

    Es geht nicht um den Player, es geht um einen Amazon-Geschenkgutschein.

    in einem Kinderbuch als naturgegeben zu etablieren ist tatsächlich eine – wohl unbewusste – Panne, auf die nun zu Recht reagiert wird.

    Was heißt hier “etablieren”? Und was soll daran Panne sein? Der Amazon-Gutschein gehört nun mal zur Lebenswirklichkeit, da ist es normal, dass er auch in (Kinder)-Büchern auftaucht.

    Es ist nicht Aufgabe eines (Kinder)Buches, irgendwelche Marketingkampagnen für ihnen genehme Marktteilnehmer zu veranstalten.

  • WPR_bei_WBS

    @Frank Sommer:
    Nur weil jemand nicht im Rahmen ihrer Ideologie im politisch korrekten Rahmen seine Sprache wählt, handelt es sich noch lange nicht um Schleichwerbung. Einmal ganz abgesehen davon, dass Schleichwerbung eine Bezahlung bzw. eine bewußte Intention des Werbeeffekts vorraussetzt.

    Was ist hier passiert? Ein Buch erzählt von einer fiktiven Geschite im Rahmen der Lebenswirklichkeit. Da gehört ein Amazon-Gutschein (like it or not) nun mal genua so zu wie bei einem Krimi die Zeugenaussage, dass der Fluchtwagen ein Opel war.

  • Steve

    Durch die ganze Diskussion hier sehe ich mich voll und ganz bestätigt. Man kann die Geschichte so oder so sehen. Was am Ende mit dem Werk passiert, entscheidet aber nicht das Lawblog-Forum oder sonst irgendjemand, sondern der Eigentümer an dem Werk. Alles andere ist Zensur.

  • Ein Bayer

    Ich fühle mich dazu genötigt, darauf hinzuweisen, weil es anscheinend sonst niemand rafft: So etwas wie unabsichtliche Schleichwerbung gibt es nicht, da nicht nur das Schleich sondern auch die Werbung (*anpreisen* einer Sache mit dem Ziel, die Zielgruppe zum Kauf zu animieren) dazu gehört.

  • Max Power

    @WPR_bei_WBS:
    Wie wäre es einfach mit “Hans holte sich noch schnell einen Burger”? Wieso muss das denn genauer drin stehen? Das ist ja das schöne an Büchern. Man kann sich selbst ausmalen, wie die Szene aussieht. Ich habe so ein Beispiel wie von dir beschreiben noch nirgends gesehen und würde das auch für Schleichwerbung halten.

  • Ein Bayer

    @Max Power
    Zum Glück gilt in Deutschland nicht, was Sie für Schleichwerbung halten, sondern das Gesetz, und dieses setzt nun einmal eine Absicht zu Werben des Mediengestalters voraus. Und noch etwas: Wie ein Autor einen Satz in seinem Werk gestaltet fällt unter die Kunstfreiheit, insofern zeugt Ihr Satz “Wieso muss das denn genauer drin stehen?” von absolutem Unverständnis gegenüber künstlerischen Werken.

  • CzokNorris

    Schade, dass man digitale Texte nicht “einstampfen” kann… Hier wurde wohl auf einer der Content-Massen-Herstellungs-Seiten für 0,7 cent pro wort geschrieben. Von einem Hauptschüler oder so… Da wird z.B. doch tatsächlich das Wort “kriegt” verwendet. Und dann auch noch ZWEI mal. Tut ja weh!

  • Avantgarde

    Schade, dass hier mit höhnischer Polemik gegen das Beratungswissen von Buchhändlern die durchaus berechtigte Kritik am Zensurverhalten entwertet wird.

    Gerade in kleinen Buchhandlungen, die seit Jahren ums Überleben kämpfen, findet man noch heute eine Kompetenz und Liebe zum Buch, die dafür sorgt, dass ich einfach dort bestelle, was ich brauche. Auch der kleinste Buchhändler kann aufgrund des schnellen Barsortiments am nächsten Tag liefern.

    Es gibt keinen Grund, in Deutschland erschienen Bücher bei A* oder H* oder T’* zu kaufen.

  • ingo

    @Avantgarde: “Es gibt keinen Grund, in Deutschland erschienen Bücher bei A* oder H* oder T’* zu kaufen” – doch, z. B. den Grund seine Bücher problemlos geliefert zu bekommen ohne sich über arrogante Buchhändler-Schnösel aufregen zu müssen. In den Zeiten vor Amazon waren Buchbestellung (in der kleinen Buchhandlung hier im Ort oder der ein wenig größeren im Nachbarort) eine Art Spießrutenlauf, denn ich lese gern Fantasy und Science Fiction. Laut gelacht haben die kompetenten Buchliebhaber zwar nie, aber sie haben nie einen Zweifel daran aufkommen lassen dass meine Bücher minderwertiger Müll waren und ich ein Idiot weil ich sowas lese statt “richtigen” Büchern.
    Seit ich Amazon entdeckt habe bin ich nie wieder in einer Buchhandlung gewesen, und kann damit sehr gut leben. Ob die Buchhändler auch gut leben können, alleine in ihrem Laden zwischen Rilke und Walser, das muss ja nicht meine Sorge sein.

  • Troll

    Vielleicht wäre Conni bei http://www.bookcrossing.com/ besser aufgehoben, da kann sie kostenlos lesen.

    Bookcrossing, eine geile Idee, die fast niemand kennt.
    Ich habe seit 2 Tagen ein Buch freigelassen, mitten in der Innenstadt, an die Türe eines Ladens angelehnt. Ist echt lustig, keine traut sich das Buch mit zu nehmen. Ich bin davon ausgegangen das alles was nicht niet und nagelfest angebracht ist in der Innenstadt geklaut wird. Aber anscheinend gilt das nur für Fahrräder. Und die werden meist ja auch nur geliehen und nicht wirklich geklaut.

  • linsensuppe

    @Caldrin:
    Ja hab ich.
    “Vergeltung”, “Verblendung”, Verdammnis” Die Heldin Lisbeth Salander richtet sich ihre neue Wohnung mit Möbel aus dem AEKI ein und alle, aber wirklich alle Möbel werden sogar namentlich genannt.

    Das hatte schon ein gewisses Geschmäckle.

  • linsensuppe

    sorry, meine Antwort war eigentlich an Lurker :-) gerichtet.

  • Avantgarde

    @ingo:

    Solche Erfahrungen habe ich nie gemacht. Ist natürlich Pech, wenn man auf dem Land mit dem einzigen Buchhändler nicht zurechtkommt.

    Die herablassende Art, sich über die Kompetenz von traditionellen Buchhändler/innen zu äußern, finde ich halt daneben. Ich lästere auch nicht über Anwälte, wenn ein bestimmter Anwalt sich trotz beschränkter Kenntnisse zum Steuerrecht äußert.

  • WPR_bei_WBS

    @Max Power:
    Jetzt wollen sie Autoren schon ihren Schreibstil / den Detailgrad vorschreiben? Ja, das schöne an Büchern ist, dass man sich das gelesene in seiner Phantasie selbst bildlich vorstellen kann. Das bedeutet aber nicht, dass der Autor deshalb keine Details mehr schreibt. Im Gegenteil, dafür braucht es die Details.

    Ansonsten kommt jedes Buch demnächst mit einer Seite aus.

    Wennich auf Ihre Logik aufbau kann man sich auch gleich fragen, warum man überhaupt schreiben soll, dass Hans ich einen Burger holt.
    Ganz allgemein “Nahrung” würde doch auch reichen (und mn macht keine Werbung für dieses ungesunde, kapitalistisches und US-imperalistisches Fast Food). Oder warum überhaupt was zur Nahrung sagen?

    Ein Krimi nach ihrem Geschmackt wäre dann: Eine Person findet eine Leiche. Die Polizei ermittelt. Es werden mehrere Leute der Reihe nach verdächtigt. Der wahre Täter ist am Ende jemand anderes und wird überraschend überführt. Alle sind froh. Ende.

    Da hat ihre Phantasie dann noch mehr Spielraum.

  • Jan

    @Max Power: puh, bloß nie “Faserland” von Christian Kracht Lesen, da würdest du ausrasten… :)

  • WPR_bei_WBS

    @Avantgarde:

    Ich gebe Ihnen im Prinzip bzgl. Beratung ja recht, auch mag ich das stöbern im Buchladen. Allerdings fällt das “stöbern” im Internet nun mal leichter, weil die “Stöberauswahl” einfach größer ist.

    Und zu:

    Es gibt keinen Grund, in Deutschland erschienen Bücher bei A* oder H* oder T’* zu kaufen.

    Oh doch, und zwar ein paar ganz einfache:

    A*, H* und T* haben nicht geschlossen, wenn ich bestellen will. Nicht jeder kann seine Arbeitszeit nach der Öffnungszeit des Buchhandels richten.

    Das bestellen bei A*, H* und T* geht insgesamt schneller (vor allem, wenn ich weiß was ich will) als im Buchladen. Im Zweifelsfall in fünf Minuten vom Büros aus, ohne große An- und Abreise, Suche und etwaiger BEstellung (inkl. zweiter An- / und Abreise fürs Abholen).

    Es ist nun mal nicht jeder Buchkauf ein reines Freizeitvergnügen, sondern oft genug einfach nur eine notwendige Tätigkeit wie jede andere (z. B. Einkauf).

  • Eph

    Voller Stolz haben mehrere lokale Buchhändler vor einigen Wochen die Zeitungsberichte über die Leiharbeiter bei Amazon aufgehängt. Das lässt darauf schließen, dass die Online-Konkurrenz als sehr bedrohlich angesehen wird, und deshalb wohl auch bei so etwas entsprechend gereizt reagiert wird.

    Ob die meisten “lokalen” Buchhändler deutlich höhere Löhne zahlen wage ich allerdings erstmal zu bezweifeln.

  • Ja-Sager

    @Frank Sommer:

    Wenn ihr das auch so entspannt seht, wenn demnächst mal wieder ein Mercedes bei Wetten..daß versteigert wird, oder der Tatort-Kommissar seinen Kaffee aus einem Becher von McCafe trinkt, OK.

    Du hast in letzter Zeit (so die letzten 20 Jahre) nicht viel Film und Fernsehen geschaut, oder?

  • Avantgarde

    @WPR_bei_WBS:

    A*, H* und T* haben nicht geschlossen, wenn ich bestellen will. Nicht jeder kann seine Arbeitszeit nach der Öffnungszeit des Buchhandels richten.

    Das bestellen bei A*, H* und T* geht insgesamt schneller (vor allem, wenn ich weiß was ich will) als im Buchladen. Im Zweifelsfall in fünf Minuten vom Büros aus, ohne große An- und Abreise, Suche und etwaiger BEstellung (inkl. zweiter An- / und Abreise fürs Abholen).

    Du kannst jederzeit online bei libri, buecher.de etc bestellen und Dir das Buch in die Buchhandlung Deiner Wahl liefern lassen.

    Damit unterstützt Du Deinen Lieblingsbuchhändler, außerdem kannst Du das Buch dort ansehen und bei Nichtgefallen auch wieder zurückschicken lassen.

  • kwoid

    Mein, eigentlich “linker” Ex-Buchhändler hatte mal auf seiner facebook-Seite gepostet: “Das Urheberrecht ist eine Errungenschaft moderner Gesellschaften und sichert die materielle Existenz von Künstlern. Deshalb unterstützen wir:
    http://www.wir-sind-die-urheber.de/“. Seitdem bestelle ich wieder bei Amazon. Auch so macht sich Buchhandel überflüssig.

  • Avantgarde

    @kwoid:

    Du meinst Amazon, das gekaufte Bücher vom Gerät des Kunden ferngelöscht hat, weil es Probleme mit dem Urheberrecht von Owells 1984 gab?

  • Mathan

    @Lurker:

    Im Übrigen: Haben Sie schon einmal ein Buch gelesen, in dem der Protagonist eine namentlich benannte Filiale irgendeines (realen) Geschäftes (fast schon generische Begriffe wie “McDonalds”, “Starbucks” etc. ausgenommen) aufsucht?

    Ich empfehle mal die Lektüre vom “American Psycho” – insbesondere das Kapitel “Morgen”. Was da alles an Markennamen aufgezählt wird…

  • Avantgarde

    Im übrigen sollte die Hauptkritik nicht “dem Buchhandel” gelten (offenbar haben sich nur einige wenige Buchhändler/innen beschwert), sondern dem Verlag.

    Übrigens hätte Conni den Gutschein gar nicht selbst einlösen können, da man erst mit 18 ein Konto bei Amazon haben darf.

  • wonko

    @Avantgarde: Damit bin ich immer noch von den Öffnungszeiten abhängig.

  • Frank Sommer

    @Mathan:
    Ja, die Nennung der Markennamen hat aber einen Bezug zum Thema des Buches!

  • WPR_bei_WBS

    @Avantgarde:

    Du kannst jederzeit online bei libri, buecher.de etc bestellen und Dir das Buch in die Buchhandlung Deiner Wahl liefern lassen.

    Die Logik hätte ich jetzt gerne nochmal näher erklärt…

    Ich habe keine Zeit, ein Buch “normal” (also ein, dass im Laden ist) in der Buchhandlung zu kaufen. Ich habe keine Zeit, ein Buch im BUchladen zu bestellen. Warum sollte ich dann auf einmal die Zeit dafür haben, ein (per Internet) bestelltes Buch in der Buchhandlung abzuholen?!? Der Punkt ist der: Ich habe keine (genauer: selten) Zeit mich selbst physisch in die BUchhandlung zu begeben.

    Damit unterstützt Du Deinen Lieblingsbuchhändler, außerdem kannst Du das Buch dort ansehen und bei Nichtgefallen auch wieder zurückschicken lassen.

    Ich bin mir der Vorteile des stationären Handels durchaus bewußt (ignorieren wir mal, dass ich auch im Versandhandel zurück schicken kann) und mag persönlich das “stöber” auch sehr gerne. Nur, wie schon gesagt, ist das eben ein eher seltenes Freizeitvergnügen und bezieht sich dann auch nicht auf Literatur die aufgrund konkreter Nachfrage gekauft wird (z. B. Fachliteratur).

  • Franzy
  • erforderlich

    Ich dachte, ein guter Buchhändler ist einer, der gerade die indizierten Bücher heranschaffen kann.

  • Avantgarde

    @WPR_bei_WBS:

    Wenn Du nicht die Möglichkeit hast, in einen Buchladen zu kommen, bin ich natürlich mit meinem Latein am Ende.

  • [rw]

    Wenn der Buchhandel die Menschheit voranbringen wollte, würde er alle anderen “Bücher” aus der Conni-Reihe ebenfalls boykottieren.

  • leser

    @Ja-Sager:

    Google hat das nicht als Schleichwerbung gesehen sondern als Gefährdung seiner Marke und sich erfolgreich bei der Duden-Redaktion beschwert:

    siehe: “Google lässt Duden-Eintrag «googeln» ändern”
    http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/newzzEQXM1K6L-12-1.53289

  • Zeddi

    Der kleine, sympathische “Buchhandel” hier vor Ort wurde schon von Amazon durch die Kette “Thalia” im weiten Umkreis weitgehend verdrängt.

    Vorher bin ich sehr gerne Bücher kaufen gewesen, da ich eigentlich immer etwas interressantes bei den kleineren Läden & kleineren Ketten aus meinem Lieblingsbereich (SF&Fantasy) gefunden hatte. Bei Thalia scheint es nur noch Kinderfantasy oder Sexistische Fantasy zu geben und im Bereich SF nur noch die “großen” und Military SF. Schade, hab ich doch immer gerne gestöbert.

    Erst seit dem ich intensiv im Internet (Blogs e.t.c.) recherchiere und dann über Amazon kaufe, kaufe ich generell wieder gerne Bücher ein – dank DRM allerdings zurzeit noch als “klassisches” Buch.

    Allerdings sind auch hier die Verlage Weltweit schuld an Amazons erfolg im ebook-sektor. Wer es in über 10! Jahren nicht schafft ein gescheites eigenes Angebot auf die beine zu stellen da er angst um “Raubkopien” e.t.c. hat, verdient es halt nicht besser.

  • Zeddi

    Der kleine, sympathische “Buchhandel” hier vor Ort wurde schon lange vor Amazon durch die Kette “Thalia” im weiten Umkreis weitgehend verdrängt.
    (So müsste die Einleitung lauten, Sorry)

  • yt

    Hufschmied, Kammerzofe, Glöckner, Fassbinder, Korbmacher, Besenbinder – demnächst also Buchhändler.

    Wo soll das nur Enden?
    Mal sehen wann auch die Java Programmierer dran glauben müssen.

    Das ist so unsäglich albern.
    Holt die armen Menschen mal in die Gegenwart.

    Mit progressiven Grüßen,
    yt

  • Earonn

    @Avantgarde

    Und der kleine Buchhändler an der Ecke mit dem goldenen Herzen (und keinesfalls 50 Shades of Grey in der Auslage, nur weil das gerade gehypt wird) kann mich natürlich kompetent zu Büchern aus dem Bereich
    - Stricken (ethnische Techniken)
    - Mythologie in Geschichten und Psychologie
    aus dem englischen und amerikanischen Raum beraten? Mir geht es um Titelvorschläge, Inhaltsangaben und Bewertungen – eben alles, was Amazon mir zur Verfügung stellt.

    Und mir eine Vorabansicht des Buches ermöglichen? Ich habe kein Auto, daher wäre es eine ziemliche Qual, 20 Bücher den Berg raufzuschleppen, von denen ich dann 18 wieder zum Zurücksenden runterschleppe.

    Welche Empfehlungen kann mir der Buchhändler denn geben bezüglich Literatur ähnlich einer von mir bevorzugten englischen Buchhreihe (44 Scotland Street anyone? *g*), wenn er sie selbst nie gelesen hat? (Was okay ist – niemand kann alles kennen).

    Oder soll ich es umgekehrt wie bei der geschmähten Elektromarktmasche halten und mich zwar bei Amazon (auf deren Kosten) informieren, dann aber die Bücher hier im Buchhandel bestellen?

    Sorry, man muss Amazon nicht mögen. Aber deren System hat nun einmal Vorteile, die ein klassischer Buchladen nicht bieten kann.

  • NullPlan

    Also in der Buchhandlung bei uns kann ich problemlos telefonisch oder per Mail bestellen und am nächsten Tag ist das Buch da. Sie bietet sogar an, das Buch kostenlos an mich nach hause zu schicken.

    Also gibt es für mich keinen Grund, bei Amazon zu bestellen – und ich kann mir auch noch einbilden, etwas Gutes zu tun!

  • Frank Sommer

    @yt:

    Wo soll das nur Enden?
    Mal sehen wann auch die Java Programmierer dran glauben müssen.

    Große Firmen sourcen Ihre SW-Entwicklung längst in Billiglohnländer aus. Java-Entwicklung ist somit in zunehmenden Maß “commodity”

  • WPR_bei_WBS

    @NullPlan:
    Das nenn’ ich mal eine vernünftige Reaktion des Buchhändlers. BEsser als rumzujammern ist es allemal!

  • R.A.

    Für mich handelt es sich um Schleichwerbung

    So what?
    Wenn ich als Autor Lust habe, in meinem Buch Reklame für ein Produkt zu machen – wer sollte mir das verbieten?

  • Leseratte

    Leute, in dem Buch ist die Rede davon, das Connie von einer FREUNDIN in ENGLAND einen Gutschein von Amazon bekommt.

    Ich habe mal eine Frage – Wie soll eine in Engnd lebende Freundin, an einen Gutschein für einen Buchladen in der Nähe der deutschen Freundin kommen?

    Da ist die Erwähnung von Amazon auch in dem Buch logisch, es ist die einzige Verbindung wo beide Einkaufen können.

  • WPR_bie_WBS

    @Leseratte:
    Die Erklärung ist doch ganz einfach: Frauen brauchen gar keinen Buchgutschein, da Frauen bekanntermaßen keine Bildung weitere brauchen als Kochen und Haushalt.Insofern wäre ein Fleurop-Gutschein das Stilmittel der Wahl gewesen. :-)

    (Wer Irnoie findet möge sie weiterreichen)

  • Giesbert

    @WPR_bie_WBS:
    Wahrscheinlich hat der deutschstämmige Mann von Connis Freundin den Gutschein bei einem Besuch seiner Eltern besorgt. Frauen müssen ja sowieso erst ihren Mann fragen, wenn sie Geld ausgeben wollen …. dann kann der Mann die Sachen gleich der Mutter & Hausfrau mitbringen ;-)