Keine Anklage gegen rabiate Erzieherinnen

Der Vorwurf klang heftig: Erzieherinnen in einem Wertheimer Kindergarten sollen aufmüpfigen Kindern die Münder mit Pflastern oder Klebestreifen zugeklebt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelte – die Vorwürfe bestätigten sich weitgehend. Dennoch hat die Behörde nun das Verfahren eingestellt. Eine strafbare Körperverletzung, lassen die Staatsanwälte wissen, habe nicht vorgelegen.

Eine einzelne Beschwerde brachte die Ermittlungen ins Rollen. Am Ende stellte sich heraus, dass in Wertheim tatsächlich öfter Kindern die Münder zugeklebt wurden, und zwar auch von der Leiterin der Tagesstätte. Den Ermittlern sagten die Kinder allerdings nach Angaben der Staatsanwaltschaft, sie hätten sich an den Klebestreifen nicht gestört. Die Streifen seien außerdem leicht und vor allem schmerzfrei zu lösen gewesen, teilweise sogar von selbst abgefallen. Außerdem hätten sich die Kinder von der Maßnahme in “keinster Weise beeindruckt” gezeigt. Dass auch schwer lösbares Pflaster eingesetzt wurde, konnte nicht nachgewiesen werden.

Lediglich ein Kind habe eine leichte Atembeeinträchtigung geschildert. Aber auch in diesem Fall soll das Gericht das Verfahren einstellen, da es sich das “Erfolgsunrecht” am unteren Rand bewege. Die Kindergartenleiterin soll lediglich ein angemessenes Schmerzensgeld an das Kind zahlen.

Die Bewertung durch die Staatsanwälte orientiert sich am Gesetz. Zumindest vordergründig. Danach spricht man von einer Körperverletzung, wenn das körperliche Wohlbefinden nicht nur geringfügig beeinträchtigt wird. Es handelt sich deshalb um eine Wertungsfrage. Das Ergebnis scheint jedenfalls mir nicht sonderlich nachvollziehbar.

Zunächst wird man nicht annehmen können, dass die Kinder Spaß an der Disziplinierung hatten. Es handelt sich um eine entwürdigende Erziehungsmaßnahme, die gesetzlich verboten ist. Und zwar mit gutem Grund. Auch finde ich es merkwürdig, dass die Staatsamwaltschaft Mosbach darauf abstellt, die Kinder seien nicht beeindruckt gewesen. Das schließt natürlich nur vordergründig eine Körperverletzung aus.

Es wäre hochinteressant, wie die Kinder befragt worden sind. Für mich klingt das Ganze reichlich ergebnisorientiert. Dabei kann es sicher auch eine Rolle spielen, dass die Kinder weiter in die Betreuung gegangen sind.

Die Eltern haben nun die Möglichkeit, juristisch gegen die Verfahrenseinstellung vorzugehen. Vielleicht kann damit das etwas merkwürdige Signal abgemildert werden, welches die Entscheidung ausstrahlt.

  • Princo

    Es wäre hochinteressant, wie die Kinder befragt worden sind.

    Wie denn, mit dem Pflaster auf dem Mund?

  • steakhouse

    [...] Es handelt sich um eine entwürdigende Erziehungsmaßnahme, die gesetzlich verbiten ist. [...]

    Das ist wohl eine Wertungsfrage. Wieso ist das entwürdigender, als Kinder in die Ecke zu schicken oder ihnen anderweitig eine “Auszeit” zu verordnen? Im übrigen hört sich der Vorwurf nicht nur vordergründig nicht nach Körperverletzung an: Wenn die Pflaster sich problemlos lösen lassen und zum Teil von alleine abfallen, wird es schwer, irgendwie eine Körperverletzung herbeizufantasieren. Wo soll da die Gesundheitsschädigung liegen? Oder eine körperliche Misshandlung?

  • Jeanot Bruchmann

    Interessant! Da bin ich ja mal gespannt, was bei uns rauskommen wird.
    Haben den Lehrer unserer Tochter wegen “übler Nachrede” angezeigt, weil der Herr sich erlaubte vor den Kindern – aber ohne dem Beisein meiner Tochter – zu behaupten, dass es sich bei unserer Familie um keine Familie handeln würde, sondern um einen, wie er sagte, zusammengewürfelten Haufen mit Kindern von unterschiedlichen Vätern.
    Schon sehr nett, was manche Leute für ein Weltbild haben, zumal seine Aussage nicht stimmt.

    Udo, Du bist nicht zufällig Fachanwalt für Schulrecht? :D

  • Smockil

    Ich glaube hier wurde einfach Dramatisiert

  • agtrier

    Auch wenn es keine “Körperverletzung” im eigentlichen Sinne ist – es ist eine entwürdigende und demütigende Form der “Bestrafung”, und als solche hat sie keinen Platz im 21. Jahrhundert.

  • Klopfer

    Es wäre interessant zu erfahren, ob die Kinder tatsächlich wiederholt aufmüpfig waren und ob in diesem Fall die Eltern etwas unternommen haben, um das abzustellen. Seien wir ehrlich: Erzieher und Lehrer haben heute kaum Möglichkeiten, schlechtes Benehmen wirksam zu ahnden. Wenn die Eltern es vermeiden, ihren Kindern Respekt vor Autoritätspersonen einzuimpfen und das auch durchzusetzen, kämpfen die Erzieherinnen auf verlorenem Posten. Wenn ein Kind auf stur stellt und partout nicht will, es dafür aber keine Strafe zu erwarten hat, dann kämpfen Erzieher auf verlorenem Posten.
    Ich weiß von Grundschullehrerinnen, deren Erstklässler ihnen schon klar ins Gesicht schleudern: “Du kannst mir gar nichts sagen!”, und das mit voller Rückendeckung der Eltern. Was will man da machen?

  • Sladade

    @Jeanot Bruchmann:
    Sind denn die betreffenden Kinder von einem Vater?

  • Ute

    “Dabei kann es sicher auch eine Rolle spielen, dass die Kinder weiter in die Betreuung gegangen sind.”

    Da hat man als Eltern ja bekanntermaßen kaum eine Wahl. Über Nacht was Neues zu finden, ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit.

  • Jeanot Bruchmann

    @Sladade ja, sind sie.

  • Manuel Busch

    Als angehender Erzieher bin ich einfach fassungslos. Es gibt keinen Diskussionsbedarf darüber, ob diese Maßnahme entwürdigent war. Oder würdet ihr das gerne vor versammelter Mannschaft mit euch machen lassen?
    Davon abgesehen: diese Geflenne, dass “Lehrer und Erzieher heute nichts mehr dürften” ist Schwachsinn. Wenn eine pädagogische Fachkraft der Ansicht ist, sich nur _so_ helfen zu können => kündigen, anderen Job suchen. Ganz einfach.

    Wenn das in meiner Einrichtung passieren würde wäre das relativ einfach: Die Erzieherin bekommt mindestens einen Tag unbezahlt frei, die Eltern werden angerufen und der Träger wird informiert, wenn der das Verhalten gutheißt, dann wird das Jugendamt informiert.

    Und das ist noch die netteste Methodik, die ich anwenden würde: rein emotional-intuitiv würde der entsprechende Kollege kopfvorran durch die Tür fliegen.

    Sowas geht einfach gar nicht. Das ist durch nichts zu rechtfertigen und hat mit pädagogischem Geschick nicht im Geringsten was zu tun. Für solche Menschen sollte es Berufsverbote hageln, mindestens aber außerordentliche Kündigungen.

  • Trino

    Hier kocht jemand Leipziger Allerlei?

    Tatbestand ist eine Verletzung des “körperlichen Wohlbefindens” (wie selbst ausgeführt). Das ist eine ganz andere Schiene wie eine “entwürdigende Erziehungsmaßname” (durch welche konkrete Norm ist die eigentlich verboten?).

    Wenn wir nicht aufpassen, ziehen wir uns eine Generation Kinder groß, die jede Kritik als “psychische Körperverletzung” und das Putzen einer Toilette als “gegen die Menschenwürde” ansieht …

    Ich finde die Entscheidung der Staatsanwaltschaft (soweit mir die Fakten bekannt sind) sehr richtig !

  • engländer

    Wenn ich die Kinder und deren abartiges Verhalten in manchen Kindergärten sehe, bin ich schon für etwas mehr Strenge, die oft im Elternhaus nicht durchgesetzt wird.
    Das Wort “entwürdigend” finde ich ohne Betrachtung des gesamten Zusammenhanges deplatziert. Oft “entwürdigen” die bestraften Rabauken zuvor ihre Artgenossen und das scheint wohl hinnehmbar zu sein?
    Oft sind im deutschen Rechtssystem die Frevler die Sieger, da deren Rechte höheres Gewicht haben, als die der Masse. Daher finde ich das Urteil fast erfrischend. Einen Störer vor anderen lächerlich zu machen, ist wirkungsvoller, als ihn zu belehren.
    Ich persönlich hätte allerdings kein Pflaster verwendet und finde die Form der Erziehungsmaßnahme schon etwas unpassend. Das lässt sich verbal eleganter lösen.

  • Heinz

    Außerdem hätten sich die Kinder von der Maßnahme in “keinster Weise beeindruckt” gezeigt.

    Verzogene und erziehungsresistente Gören eben.

    Man sollte den Rohrstock wieder einführen!

  • Manuel Busch

    Dann aber auch für Sie, “Heinz”.

  • Heinz

    @10 Manuel Busch:

    Als angehender Erzieher bin ich einfach fassungslos.

    Bin mal gespannt, wann ihnen die Realität um die Ohren fliegt und mit welchen Maßnahmen sie dann reagieren werden ;)

    Es gibt keinen Diskussionsbedarf darüber, ob diese Maßnahme entwürdigent war. Oder würdet ihr das gerne vor versammelter Mannschaft mit euch machen lassen?

    Bei uns damals in der Schule sind Störenfriede in die Ecke gestellt worden oder gleich komplett raus auf den Gang.

    Davon abgesehen: diese Geflenne, dass “Lehrer und Erzieher heute nichts mehr dürften” ist Schwachsinn.

    Ist aber so. Sie kapitulieren größtenteils vor der neuen Brut und lassen sie eben einfach machen.

    Sowas geht einfach gar nicht. Das ist durch nichts zu rechtfertigen und hat mit pädagogischem Geschick nicht im Geringsten was zu tun.

    Wiegesagt lernen Sie erstmal aus und dann werden sie schon selbst sehen, wie weit sie mit ihrem “pädagogischen Geschick” kommen werden ;)

  • Xaerdys

    Hm, körperliche Misshandlung ist mE denkbar. Aber dazu muss das körperliche Wohlbefinden nicht “nur unerheblich” beeinträchtigt werden. Und wenn die praktisch alle das ganz toll fanden …

    Was ist denn aber mit Nötigung? Schließlich mussten die Kinder das Aufkleben dulden und Gewalt kann eben auch ganz wenig körperlicher Zwang sein, pädagogisch war die Tat weder sinnvoll noch gerechtfertig, folglich war das ganze auch verwerflich.

    Da führt mE zu einer Strafbarkeit als Nötigung in jedem dieser Fälle und Nötigung stellt man gewöhnlich nicht ein.

  • Sladade

    @Manuel Busch:
    Was sind denn die Lösungen?
    Bitte nicht nur palavern, sondern auch bitte die Lösungen dafür anbieten.

  • Princo

    Hui, einige scheinen hier ja schonmal von einem Kita-Kind verbal ordentlich naßgemacht worden zu sein.

    Da wundert es dann nicht, wenn das Mund-zukleben befürwortet wird.

  • Katschka

    @ Manuel Busch:
    Diese immer funktionierenden, durch reinste Pädagogik entwickelten Erziehungsmethoden würden mich auch sehr stark interessieren.
    Ich arbeite zur Zeit mit Kinder- und Jugendgruppen, zum Beispiel in Kletteranlagen bzw. Hochseilgärten, wo das befolgen von Anweisungen bzw. das einhalten im Vorfeld aufgestellter Regeln durchaus lebenswichtig werden kann. Gleichzeitig habe ich und auch die Begleitpersonen kein Mittel, um Störenfriede in welcher Art auch immer, welche sich nicht an die Aufforderungen halten, zu “disziplinieren”.

    Und wenn selbst in solch “dramatischen” Situationen, in denen ein “Zeig mir bitte mal ob der Knoten richtig sitzt” mit einem patzigen Nein! gekontert und einfach losgeklettert wird, will ich gar nicht wissen wie die selben Kinder bei “unwichtigen” Dingen im sicheren Kindergarten/Schule etc. reagieren…

    Ps.: Die Kinder einfach mal hängen lassen bis sie bitte sagen wirkt manchmal auch echte Wunder, wäre so etwas ihrer Meinung auch entwürdigend? Oder muss ich als erwachsene Person mir ein “lass mich gefälligst runter du A****” gefallen lassen?

  • Trollfresser

    @Heinz:

    Was schlagen Sie selbst vor? Sie sind ja offensichtlich Erzieher, sonst würden Sie schließlich nicht von anderen verlangen, dass diese erst fertige Erzieher sein müssen, bevor sie sich äußern.

  • Trollfresser

    @Katschka:

    Was schlagen Sie denn alternativ vor? Die Kinder schlagen? Deswegen werden diese sicherlich nicht auf sie hören.

    Die Kinder sind der falsche Adressat bei mangelnder Erziehung durch das Elternhaus, da hat man sich – rein nach dem Verursacherprinzip – an die Eltern zu wenden. Ist da keine Einsicht möglich ist es fraglich, ob die Kinder an solchen Aktivitäten teilnehmen können/dürfen.

  • Erzieher

    @19

    Diese immer funktionierenden, durch reinste Pädagogik entwickelten Erziehungsmethoden würden mich auch sehr stark interessieren.

    Sie funktionieren, Du mußt nur ganz feste daran glauben!

    Die Kinder einfach mal hängen lassen bis sie bitte sagen wirkt manchmal auch echte Wunder, wäre so etwas ihrer Meinung auch entwürdigend?

    Allein schon die Idee ist total entwürdigend und menschenverachtend!!!

    Oder muss ich als erwachsene Person mir ein “lass mich gefälligst runter du A****” gefallen lassen?

    Ja, müssen Sie! Die Kinder müssen sich sprachlich schließlich frei entfalten können, insbesondere in “interkulturellen” Kindergärten.

  • Trollfresser

    @Erzieher:
    Lassen Sie mich raten: bei Ihnen herrscht noch Zucht und Ordnung und ihre Tochter und ihr Sohn dürfen sich natürlich nur mit Biodeutschen einlassen?

  • Anita

    @Erzieher

    Jetzt haste aber lange warten müssen, bis du wieder Ausländerbashing machen konntest…

  • knoll

    @21 trollfresser

    Was schlagen Sie denn alternativ vor? Die Kinder schlagen? Deswegen werden diese sicherlich nicht auf sie hören

    eine klatschen hilft meistens mehr als eine stunde lang rumlabern.

    aber erziehung im kindergarten ist eigentlich gar nicht gewünscht, die kinder sollen sich ja schließlich FREI entfalten können damit sei später mal so richtig schöne individuelle persönlichkeiten werden.

  • Erzieher

    Interessant was das Wort “interkulturell” doch gleich wieder für eine Reaktion auslöst ;)

  • Heinz

    Manuel Busch lernt vermutlich in einem Dorf-KiGa, kein Vergleich zu einem städtischen Multikulti-KiGa!

  • Trollfresser

    @knoll:

    Sie scheinen ja ein absoluter Experte zu sein, wie man in Kindergärten so vor geht. Wo haben Sie diese Erkenntnis denn her?

    Und wie fest würden sie schlagen? Bis das Kind bewusstlos wird?

  • Trollfresser

    @Erzieher:

    Stehen Sie wenigstens zu Ihrer Grundeinstellung.

  • knoll

    @trollfresser:

    Und wie fest würden sie schlagen? Bis das Kind bewusstlos wird?

    ich redete von “eine klatschen” und nicht schlagen, prügeln, treten, …

  • Trollfresser

    @knoll:

    Naja, da “klatschen” laut Ihnen eine gute Erziehungsmethode ist und diskutieren nicht bleibt Ihnen ja nichts weiter übrige, wenn das “klatschen” auch nicht hilft. Sie benötigen ja “stärkere” Maßnahmen.

    Oder geben Sie dann auf?

  • knoll

    Naja, da “klatschen” laut Ihnen eine gute Erziehungsmethode ist und diskutieren nicht

    Falsch. Erst wird eine Ansage gemacht (und NICHT “diskutiert”), danach klatscht es.

    Sollte das Dreckskind dann immer noch stören, werden die Rabeneltern über ihr verzogenes (eher nicht erzogenes) Rüpelkind informiert. Gern darf dann auch übertrieben werden ;)

  • SC

    Ja, ja, so ist das mit der Pädagogik.
    Man kann eine Sache ausdiskutieren – oder sofort ein Pflaster draufkleben!

  • treverer

    Ich find das einfach nur unglaublich! Mir sind beim Lesen die Erinnerungen an meine (kurze) Zeit in einem katholischen Kindergarten hochgekommen, da gabs auch so Erzieherinnen, die besonders “kreativ” waren. Bei uns kam man, wenn man sich um die Bauklötzchen gestritten hat, soll ja unter Kindern mal vorkommen, auf das “Schäm-Dich-Stühlchen”, das war so ein “Thron” im Gruppenraum. Und damit man die Lektion auch lernt wurden einem die Hände in Handtücher eingewickelt (wenn man geziept oder geschlagen hat) oder man bekam ein Handtuch knebel-gleich um den Mund gewickelt (wenn man z.B. gespuckt hatte). Und dann saß man da, mal mindestens bis über die Pause wo alle raus durften, meistens aber bis kurz vor Abholung, da wurde dann schnell alles weggestellt und wenn man das der Mutter erzählt hat hieß es von Seiten der Erzieherinnen, man hätte “lebhafte Phantasie”.
    Ganz ehrlich: Pädagogik hin oder her – so gehts nicht, auch nicht mit sanftem Pflaster oder weil einem nichts mehr einfällt, und es ist egal ob der Kindergarten kirchlich, staatlich, städtisch, interkulturell oder sonstwas ist!

  • Trollfresser

    @knoll:

    Sie “klatschen” also fremden Kinder eine? Was wäre dann, wenn die Eltern der Meinung sind, dass Sie auf die selbe Weise erzogen werden müssen? Ist das dann akzeptabel?

  • TKEDM

    Ach naja, beim Umgang von Erwachsenen mit Kindern ist es genauso wie unter Erwachsenen: So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

  • Sexy Katholikin

    @34:

    Ich find das einfach nur unglaublich! Mir sind beim Lesen die Erinnerungen an meine (kurze) Zeit in einem katholischen Kindergarten hochgekommen, da gabs auch so Erzieherinnen, die besonders “kreativ” waren.

    Deren Kreativität haben sie aber heute noch im Gedächtnis, anscheinend hat diese bei ihnen positiv was bewirkt.

    Bei uns kam man, wenn man sich um die Bauklötzchen gestritten hat, soll ja unter Kindern mal vorkommen, auf das “Schäm-Dich-Stühlchen”, das war so ein “Thron” im Gruppenraum.

    Danach haben sie sich sicher aber nicht mehr rumgezankt, nach wie vor eine erstklassige Erziehungsmethode! ;)

    Und dann saß man da, mal mindestens bis über die Pause wo alle raus durften, meistens aber bis kurz vor Abholung, da wurde dann schnell alles weggestellt und wenn man das der Mutter erzählt hat hieß es von Seiten der Erzieherinnen, man hätte “lebhafte Phantasie”.

    Sie haben also als Kind ständig Bockmist im Kindergarten gebaut und dann bei ihren Eltern über die Konsequenzen gepetzt? Böser Junge! Ab auf das Schäm-Dich-Stühlchen!!!

    Ganz ehrlich: Pädagogik hin oder her – so gehts nicht

    Sie verwechseln Erziehung mit Pädagogik.

  • der kleine Sklave

    @Heinz:

    Es mag ja sein, das bei Ihnen in Ihrer kindheit derartige Maßnahmen angewandt wurden und, bezogen auf den Einzelfall, vieleicht auch ihre Berechtigung hatten. Jedoch würde sich jeder Erzieher, der derartig mit meinen Kindern umgeht freuen, wenn ihn die Staatsanwaltschaft vor mir erwischt und, aus welchen Grund auch immer, inhaftiert.

    Ein derartiges Verhalten seitens der Erzieher ist, gelinde gesagt, Menschenverachtend und verstößt gegen den Grundsatz der Unantastbeikeit der Würde eines jeden Menschen.

    Ein Vater mit drei Kindern.

  • Momo

    Meiner Beobachtung nach sind die Kinder nicht von sich aus “Laut” oder “ungezogen” sondern werden da sehr stark von ihren Eltern geprägt. Zum Einen dahingehend was diese ihnen durchgehen lassen aber auch dahingehend wie diese sich in ihrem Umfeld verhalten und welche prioritäten sie im Ernstfall so setzen.

    So beobachte ich z.B. jeden Morgen bei der KiTa nebenan wie die Eltern mit ihrem SUV ohne Rücksicht auf Verluste in die Parkverbotszone reinfahren, obwohl 5m weiter hinten noch reguläre Parkplätze frei sind. Zum Teil fahren die auf den Bürgersteig den Fußweg entlang damit sie direkt vor der Tür halten können. Das da andere Eltern mit ihren Kindern logischerweise zu Fuss unterwegs sind, ist dann egal.

    Und genauso werden diese Kinder auch handeln, wie ihre Eltern das ihnen vorleben: Nimm dir was du kriegen kannst, lass dir nix gefallen und wenn die anderen meckern, mecker zurück.

    Klar, das was die Kindergärtnerin da gefahren hat ist keine Kuschelpädagogik. Das hat IMHO auch sonst nix mit Pädagogik zu tun. Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass die Eltern sich auch an ihre eigene Nase packen müssen.

    Und nein, weder Schulen und Kindergärten sind für die ordentliche Erziehung eines Kindes zuständig. Und auch der Fernseher ist es nicht (ja, ich kenne Eltern die ihre Kinder 24/7 vor dem Fernseher parken sobald sie in der Lage sind eigenständig zu sitzen).

  • zf.8

    @Xaerdys:

    Was ist denn aber mit Nötigung? Schließlich mussten die Kinder das Aufkleben dulden und Gewalt kann eben auch ganz wenig körperlicher Zwang sein, pädagogisch war die Tat weder sinnvoll noch gerechtfertig, folglich war das ganze auch verwerflich.

    Ist dann auch jede echte Körperverletzung eine Nötigung, weil man zum Beispiel den Faustschlag erdulden muss? Ich bin ja selbst kein Anwalt, aber Du scheinst dich ja auszukennen.

  • steakhouse

    @Manuel Busch: Argumentierst du ernsthaft dafür, dass die Maßnahme “entwürdigend” ist, indem du die Frage stellst, ob das hier jemand mit sich machen lassen würde?
    Ich bin erwachsen. Selbstverständlich würde ich das nicht mit mir machen lassen. Ich würde allerdings auch Menschen auslachen, die mir damit drohen, meine Eltern anzurufen, die mir erzählen, wie ungezogen ich wäre, die mir eine Auszeit in meinem Arbeitszimmer verordnen oder die mir mit Computerverbot drohen.

    Alleine das aufdrücken eines mehr oder weniger symbolischen Pflasters ist nicht ohne weiteres “entwürdigend”. Zumindest nicht entwürdigender, als eine x-beliebige andere Erziehungsmaßnahme.

  • Egal

    @der kleine Sklave (39):

    Ein derartiges Verhalten seitens der Erzieher ist, gelinde gesagt, Menschenverachtend und …

    Der Erzieher soll sich also nur mit ihren Kindern beschäftigen und um Gottes Willen nur nicht das Kind in irgendeiner Form erziehen oder gar bestrafen hm? Weil das machen sie als Eltern ja schon “perfekt”.

    @Momo (40):

    Meiner Beobachtung nach sind die Kinder nicht von sich aus “Laut” oder “ungezogen” sondern werden da sehr stark von ihren Eltern geprägt. Zum Einen dahingehend was diese ihnen durchgehen lassen …

    Was hilft das dem Erzieher wenn er die mangelnde Erziehung der Eltern ausbaden muss? Tagsüber die pädagogischen Versuche des Erziehers, abends wieder die Eltern die alles durchgehen lassen – nur damit sie ihre Ruhe haben.

  • konsumvieh

    Einige Kommentatoren machen hier den Eindruck als wären sie in ihrer Kindheit mit genau der Gewalt, die sie fordern, erzogen worden. Es geht dann anscheinend gar nicht um die Frage, wie man die Kinder zu vernünftigen Menschen erziehen kann (das klappt ja nicht wie man an den Kommentatoren hier sieht) sondern nur noch darum wie man als Erwachsener seine Überlegenheit demonstrieren kann, damit das “Dreckskind” seine Klappe hält.

    Nunja, als Ergebnis dieser “Erziehung” werden die Kinder später genau das gleiche machen, wenn sie ihren Willen durchsetzen müssen. Gewalt, Willen brechen, Willen aufzwingen.

    Aber Hauptsache, das Kind macht in der Minute was ich will. Alles andere ist ja nebensächlich…

  • @konsumvieh

    Einige Kommentatoren machen hier den Eindruck als wären sie in ihrer Kindheit mit genau der Gewalt, die sie fordern, erzogen worden.

    Geschadet hat es zumindest bei den meisten Leuten nicht.

    Wobei ein Klaps/Klatscher nicht zu “Gewalt” zählt.

  • Fränzi

    Nachdem ich hier einige Kommentare gelesen habe wurde mir schlecht.
    Ob, man wegen ein paar Pflastern sich gleich einer Körperverletzung starfbar gemacht hat sei jetzt mal dahin gestellt.
    Für mich wäre definitiv klar, dass ich mein Kind aus dieser Einrichtung raushole und ich persönlich dafür sorge, dass diese Erzieherinnen öffentlich bekannt gemacht werden.
    Ich würde auch erwarten, dass weder die Leiterin noch eine Angestellte, die daran beteiligt war, je wieder mit Kindern arbeiten darf.

    Selbstverständlich ist es die Pflicht der Eltern ihre Kinder zu erziehen und auch (im Rahmen des Gesetzes natürlich) eine für sie geeignete Erziehungsform wählen. Der Kindergarten ist dafür nicht verantwortlich.
    Wenn ein Kind unerzogen ist hat jeder Erzieher Maßnahmen gelernt, welche nicht “menschenunwürdig” sind.
    In der Kita meiner Tochter werden “ungezogene” Kinder kurz in die Gruppe der Babys gesteckt. Dort wird ihnen schnell langweilig und sie kommen wieder.
    Das halte ich persönlich für eine akzeptable “Strafe”. Zumal sie dort dann auch helfen müssen und sich so wenigstens nützlich machen.
    In meiner Kindheit wurden böse Kinder in die Ecke zum Schämen geschickt. Mir reichte schon allein der Gedanke daran und ich war lieb.

    @knoll:
    Ich hoffe, dass sie nie mit Kindern zusammen kommen, geschweige denn selbst welche haben. Schon allein Ihre Gedanken sind verachtenswert. Hoffentlich spüren sie sowas am eigenen Leib.

  • Murgi

    Ich würde ja gerne mal UV hören, wenn er die Kindergärtnerin verteidigen würde. Seine Einwendungen wären wahrscheinlich auch nur “vordergründig am Gesetz orientiert”. Aber das Gezeter müsste man sich anhören, wenn die Staatsanwaltschaft eine Körperverletzung annimmt, weil eine Handlung möglicherweise nach dem Zivilrecht “verboten” ist…

  • steakhouse

    @Fränzi: Wieso genau ist das aufkleben eines sich selbst lösenden Pflasters menschenunwürdig, der Verweis in die Krabbelgruppe oder das in-die-Ecke-stellen aber eine akzeptable Erziehungsmethode? Nach welchen Kriterien entscheidest du das?
    Aus dem Text geht nicht hervor, dass das aufkleben durch irgendeine Form der Gewalt begleitet wurde. Es wird nich einmal behauptet, dass die Kinder rabiat angefasst worden wären.

  • Fränzi

    @steakhouse:
    Was mich an dem Pflaster besonders stört ist das es eine Art Erkennungsmerkmal dafür ist, dass ein Kind unerzogen ist. Wofür in den wenigsten Fällen das Kind selbst etwas kann!
    Diese Art des Bloßstellens finde ich nicht akzeptabel.
    Auch das in die Ecke schicken zum Schämen finde ich nicht gut. Ich fand es eben schon als Kind so schlimm, dass ich lieb war. Fraglich ist nun, ob diese “Erziehnungsmethode” nun funktioniert hat oder ob man mich durch Drohung dazu genötigt hat lieb zu sein…
    Wenn ein Kind in die andere Gruppe geschickt wird, ist das für mich keine Bloßstellung. Das Kind wird einfach von den Beschäftignungen der anderen ausgeschlossen.
    Ich habe bei den Erzieherinnen meiner Tochter übrigens sehr gut feststellen können, was eine gute Erzieherin ausmacht. Wenn ein Kind zu aufmüpfig wurde und man bemerkt hat, dass sich dabei eine Situation hochschaukelt wurde das Kind einfach beschäftigt! Unglaublich, aber wenn man Kinder sinnvoll beschäftigt sind sie lieb.
    Und das funktioniert auch bei “Problemkindern” (wobei das Problem ja eher die Eltern sind).

  • NahDran

    Welche Staatsanwaltschaft war denn das schon wieder?

  • Daniel Dentier

    Ich gestehe zu meiner Schande das ich ebenfalls 1x derartig gebrandmarkt wurde. Bei einer Klassenfahrt mit der Grundschule. Ich fand das damals eher belustigend denn entwürdigend. Allerdings bei der aktuellen Dramatisierung vermute ich schon, das ich nachfolgend irgendwelche Spätschäden erlitten habe. Und nun soll ich nicht mal Schmerzensgeld erhalten? Tsss

  • @Fränzi

    Was mich an dem Pflaster besonders stört ist das es eine Art Erkennungsmerkmal dafür ist, dass ein Kind unerzogen ist. Wofür in den wenigsten Fällen das Kind selbst etwas kann!

    Genau, das Kind hat aus lauter Willkür ein Pflaster verpasst bekommen.

    Diese Art des Bloßstellens finde ich nicht akzeptabel.

    Die Bloßstellung als schlechtes Beispiel wirkt aber.

  • Ruprecht

    Ich bin Lehrer und gestehe: Ich habe schon Schüler geschlagen (mit dem Schnellhefter), getreten (wenn sie den Stuhl mit einem Liegesessel verwechseln), ich schreie gelegentlich Schüler an und ich disse Schüler an der Tafel.
    Auf jeden Fall jene, von denen ich mit ziemlicher Sicherheit weiss, dass sie das sportlich nehmen. Dafür erkenne ich neidlos an, wenn die Schüler mich übertölpeln und entschuldige mich öffentlich, wenn ich mitbekomme dass ich den Schüler falsch eingeschätzt habe.
    Mein Verhältnis zu den Schülern hat das bis jetzt nicht beeinträchtigt.
    Sollte jedoch einem Elternteil ein Furz quersitzen: Ich bin schuldig in allen Punkten der Anklage.

  • Troll

    @Ruprecht:
    Ist verzeihebar, da sie ja kein Pädagoge sind und auch keine Pädagogische Ausbildung haben, anders als die Leiterin des Kindergartens.

    Ich persönlich finde das die mangelnde pädagogische Ausbildung der Lehrer an den Universitäten ein Verbrechen gegenüber den Lehrern und den Kindern ist.

  • DerBeschuldigte

    Nur Versager schlagen zu…

  • wonko

    @@Fränzi:

    Die Bloßstellung als schlechtes Beispiel wirkt aber.

    Sie können auch – Pardon – die Scheiße aus den Kindern rausprügeln. Irgendwas bewirken wird das auch.

  • Densor

    @engländer:

    Oft “entwürdigen” die bestraften Rabauken zuvor ihre Artgenossen und das scheint wohl hinnehmbar zu sein?

    Getreu dem Motto: Unrecht plus Unrecht ergibt Recht?

    Und bei einigen “Meinungen” hier hat man fast den Eindruck das die gute alte “Christlichkeit” ein bisschen zu sehr durchscheint. Ganz nach 5. Mose 21,18-21:

    Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, …

    Yup das klingt nach einer praktikablen Lösung! Ist vielleicht etwas alt-backen von daher sollte man das Steinigen am besten durch Waterboarden ersetzen, das ist dann wesentlich zeitgemäßer und humaner.

  • drui

    Ich denke mal so einfach ist es nicht, hier klar eine entwürdigende Maßnahme für die recht kleinen Kinder zu sehen. Es waren keine Pflaster, sondern Thesafilm, und es gab da wohl eine spielerische Umgehensweise:
    “Laut Landesjugendamt war es der Leiterin darum gegangen, störende Kinder auf spielerische Weise zur Raison zu bringen.
    „Sie hat aber eingeräumt, dass das ein Fehler war“, sagte Angela Steffan, Sprecherin der Stadt auf Nachfrage.”

    Mit Schmerzensgeld wäre die Sache juristisch nicht ganz unpassend gelöst, eine andere Sache ist, ob der Träger den Eltern und sich so eine Leiterin weiter zumuten möchte, anscheined schon, denn arbeitsrechtliche Konsequenzen gibt es nicht, wobei alle Erzieherinnen seit der Sache zwangskrankgeschrieben sind. Fehler sind menschlich, Berufsverbote werden manchmal auch vorschnell gefordert.

    http://www.mainpost.de/regional/franken/Erzieherinnen-von-Verdacht-befreit;art1727,7479989

  • Ralf

    Meinem Kind würde nur einmal der Mund zugeklebt,wenn es zur Strafe gewesen wäre,ein zweites Mal hätte ich ohne Gericht geregelt um dann vielleicht selbst dort zu landen..

  • Horst

    Schön wie sich hier der faschistoide PI-Kinderhasser “Ein paar aufs Maul hat noch nie geschadet” Mob wieder austobt, liefert er doch das beste Beispiel das mit solchen Methoden nur autoritäre Geister wie sie selber es sind herangezüchtet werden.
    Aber auf die Klientel steht der braune Mob ja. Gewalttätig und dumm.

  • soistdashalt

    @Momo:

    Und genauso werden diese Kinder auch handeln, wie ihre Eltern das ihnen vorleben: Nimm dir was du kriegen kannst, lass dir nix gefallen und wenn die anderen meckern, mecker zurück.

    Ist doch gut, wenn sie das früh lernen, statt immer hinten anzustehen weil sie viel zu gutmütig sind.

  • Harald

    Ich (Mann, 30) habe mich mal drei Monate als Stiefvater versucht. Als der älteste Sohn (10) merkte, dass mein Besuch zur Dauereinrichtung werden könnte, fing er bei einem gemeinsamen Spaziergang, den ich mit den drei Kindern machte, an, mich als Arschloch zu beschimpfen. Die mir bekannten Kuschelpädagogik-Maßnahmen, “Ignorieren” und “Reden”, führten beide nicht zu irgendeinem Nachlassen seiner Beleidigungen… So habe ich mir dann in 90 Minuten etwa 120 Mal das Wort Arschloch an den Kopf werfen lassen… Und ich hatte derweil viel Zeit mir immer neue gute Argumente einfallen zu lassen, mit denen ich das Kind davon überzeugen wollte, dass es unangebracht und ungerechtfertigt ist, mich so zu nennen…

    Hätte ich ihm beim ersten Arschloch eine geklatscht, wäre das sicherlich nicht passiert.

    Aber die Kuschelpädagogik ist ja so toll und wirksam.

  • ui-ui-ui

    Für mich liegt hier (versuchte) Nötigung viel näher als Körperverletzung.

  • R2k

    Na dann wird Frau Erzieherin wohl auch nichts dagegen haben, wenn ich ihr meinen Unmut über ihr Verhalten mit einem ABC-Pflaster® quer über die Visage geklebt mitteile.

  • Hugo

    @Harald
    Auf die Idee, ihn nach seinem vorherigen Vater und der ganzen Vorgeschichte aus seiner Perspektive zu fragen, scheinst Du in den 90 min aber nicht gekommen zu sein?
    Mir wären da spontan zwei Vermutungen gekommen:
    1. Er hasst seinen Vater und befürchtete eine Wiederholung mit Dir, der er mit allen Mitteln entgegenwirken wollte.
    2. Er hängt an seinem Vater und sah in Dir jemand, der eine mögliche Rückkehr des Vaters unmöglich machen könnte. Wogegen er ebenfalls mit allen Mitteln ankämpfte.

    Und Dir fiel die ganze Zeit nichts besseres ein als ihm dauernd zu erzählen wie “unangebracht und ungerechtfertigt” sein Verhalten wäre. Du wolltest wohl doch nur die Mutti, als Ersatzvater bist Du jedenfalls nicht qualifiziert.

  • Princo

    @Hugo: Nach den ganzen Kinder-Experten-Kommentaren hier, endlich mal einer, der wirklich Ahnung von der Materie hat.

    Danke.

  • Smockil

    @Princo:

    Meiner Meinung nach hat Harald als einziger Ahnung manchmal brauchen Kinder eine harte Hand das soll aber nicht bedeuten das man seine Kinder Prügeln sollte aber mal ne Backpfeife kann wahre wunder bewirken.

  • Unglaublich

    Ungeheuerlich die meisten hier aufgelisteten Kommentare.

    Wäre mal interessant wie die meisten “schwarzen Pädagogen” hier reagieren würden, wenn ihnen ihr Chef in der Firma vor der gesammelten Belegschaft den Mund zu kleben würde, weil er meint die Arbeit ist nicht wie erwartet *schüttel die Nuss*

    Oder wie das dem Staatsanwalt bekommen würde wenn er von einem Richter derart den Mund verboten bekommt.

    Mann oh Mann. Ich glaube die meisten hier brauchen auch mal wieder den Rohstock um zur Besinnung zu kommen.

    LG UGH

  • Princo

    @Smockil: Nein, der Hugo hat nicht als Einziger Ahnung von Kindern.
    Er weiß aber, wie man mit Kindern umgeht, ohne in ein Kuschelpädagogik-Extrem zu verfallen. Und so etwas scheint hier völlig unbekannt zu sein.

    Kinder brauchen eine “harte Hand”? So ein Schwachsinn. Kinder brauchen Anleitung, Vorbilder und die Möglichkeit sich zu einem freien, eigenständigen und eigenverantwortlichen Menschen zu entwickeln.

  • Densor

    @Hugo: Und dann gibt es auch noch:

    Möglichkeit 3) Der Kleine hat vielleicht schon ein paar “Stiefväter” der Sorte Harald erlebt. Die zwar ganz viel Interesse an Mutti haben, aber die Kinder nur als nervig anstrengenden Anhang betrachten.

    So etwas fällt auch schon einem Kind auf. Dazu kommt noch das der Kleine, vielleicht eben wegen solcher Erfahrungen, Angst hat das man Ihm Mutti nehmen könnte. Eifersucht spielt da auch eine gewisse Rolle.

    Und nachdem Harald danach garantiert nicht mehr mit “Mutti” zusammen war, diente Harald am Ende auch nur als ein weiteres Beispiel um die bisherigen Erfahrungen des Kleinen zu bestätigen.

    Wer auf diese Weise versucht sich als autoritäre Respektperson zu etablieren hat von Anfang an verschissen. Respekt verdient man sich, auch bei Kindern. Den bekommt man nicht einfach weil man der “neue Macker” im Haus ist der Mutti sticht. Es ist genau dieses Verhalten welches zu den größten Trotzreaktionen führt. Auch Kinder haben ein Gespür für Unsympathen, wenn nicht sogar ein viel besseres als so mancher Erwachsener.

  • Sascha

    Kinder lernen aus Gewalt (“eine klatschen”, “klaps”, …) vor allem eines: Dass man mit Gewalt seinen Willen durchsetzen kann.

    Mich wundert bei Leuten, die diese Gewalt gegen Kinder vertreten vor allem eines. Sie selbst gestehen kleinen Menschen, die sich schlecht oder gar nicht wehren können, nicht das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu. Sich selbst hingegen gestehen sie es sich zu – sie würden es nicht akzeptieren, wenn man mit ihnen so verfährt, wie sie es selbst für Kinder vorschlagen. Nämlich, dass man ihnen “eine klatscht” oder einen “klaps” gibt, wenn Reden bei ihnen nicht hilft, weil sie uneinsichtig sind.

  • steakhouse

    @Unglaublich: Ungeheuerlich ist eher der Vergleich. Nach dem Blogbeitrag war das ganze eine eher spielerische Maßnahme. Daraus einen großen Skandal abzuleiten ohnezu wissen, wie es genau abgelaufen ist, ergibt keinen Sinn. Es wurde niemand ggeschädigt, nicht einmal die Kinder scheinen es als einschneidende Maßnahme wahrgenommen zu haben.
    Und eins ist auch klar: Der Umgang mit Kindern ist anders als der Umgang mit Erwachsenen, die Maßnahmen sind andere. Wie würdest du denn reagieren, wenn dein Boss deine Eltern anrufen würde, weil du ein Projekt versaut hast? Würdest du das hinnehmen, weil das eine bei Kindern akzeptable Maßnahme ist?

  • user124

    @steakhouse:
    unglaublich bezog sich aber nicht auf den blogeintrag, sondern auf, aus seiner sicht, “ungeheuerliche” kommentare. seine beispiele sind im übrigen gut gewählt und nachvollziehbar. es gilt immer noch art. 1 gg, auch als würde des menschen bezeichnet.

  • Erzieherer

    @Manuel Busch:

    Als ausgelernter Erzieher sage ich dazu, dass du an deinem Agressionsproblem arbeiten und erstmal 20 Jahre Berufserfahrung sammeln solltest. Kollegen durch Türen zu werfen wirkt augenscheinlich recht entwürdigend auf mich. Welches Menschenbild verbirgt sich dahinter?

    Ich wäre in diesem Fall für ein vorsorgliches Berufsverbot in Kombination mit Sicherheitsverwahrung.
    Es kann unseren Kindern nicht zugemutet werden mit solch tickenden Bomben zusammen zu leben.

    Denn die Kinder sind unser größter Schatz und so.

    Ich hab schon mit diversen extremfällen zutun gehabt ( vergewaltigende kinder in intensievbetreuung ect) nd für mich klingt das mit dem Pflaster auch erstmal voll schlimm und so… Aber hier wird nicht ein wort davon erwähnt wie die maßnahme mit den kindern vor und nachbereitet wurde.

    Was uns jetzt entwürdigend vorkommt kann für die Kinder normal sein. Wenn ich ein Kind anschreie weil ich ihm autentisch vermitteln und vorleben muss wie Menschen darauf reagieren wenn man in die Küche kackt oder nachts ins Zimmer des Gruppenkameraden schleicht um ihn zu Oralsex zu zwingen dann ist die Methode augenscheinlich auch entwürdigend.

    Jedenfalls muss ein pflaster nichts anderes für die Kinder bedeuten als das alberne Ruhezeichen welches sie mit der hand formen sollen. Stellt die Aufforderung dazu nicht sogar den größeren zwang dar? Schlie.lich wirken wir auf die Kinder ein sich dort aktiv in eine Verhaltensweise zu fügen und dies auchnoch aktiv durch eine Geste zu zeigen. Wie weit ist es von Handgesten nich zu Bücherverbrennungen???
    Überall sind also Hasserzieher am Werke! Je länger ich darüber schreibe desto deutlicher wird es mir…

    Ich brüh mir jetzt nen tee auf und gehe ein wenig in mich. Vielleicht hole ich noch ne Klangschale raus..

  • ThorstenV

    @Sladade:

    Sind denn die betreffenden Kinder von einem Vater?

    Das ist keine Voraussetzung für die Existenz einer Familie i.S.d. Art 6 GG. Die Schule gehört zu den Institutionen, deren Aufgabe deren Schutz ist. Lehrer die das anders sehen sind für ihren Beruf nicht geeignet. “Macht der Weise sich nützlich wird ein Beamter aus ihm” http://gutenberg.spiegel.de/buch/195/29

  • Earonn

    @all
    Kritik haben wir jetzt ja genug gehabt. Und Gewaltvorschläge a’la Ohrfeige auch.
    Wie hätte die Erzieherin das denn besser handhaben können?
    – in die Babygruppe packen (gibt es die überall, keine Ahnung)

    Weitere konstruktive Vorschläge?

  • TKEDM

    @Earonn:

    Bisher habe ich einen Vorschlag vermisst: Einfach mal normal mit dem Kind reden. Das bewirkt oft auch Wunder, wenn das Kind merkt, dass man mit ihm auf Augenhöhe redet und nicht von oben herab.

    Oder drohen, mal die Eltern Eltern anzurufen.
    Das hat bei mir z.B. früher geholfen, weils mir peinlich war, dass meine Eltern erfahren, wie schlecht ich mich dort benehme ;)

  • Mr. J

    Als Erzieher bzw. als Lehrperson (an Schulen z.B.) würde ich grundsätzlich zuerst das Gespräch mit dem Kind selbst suchen, anschließend mit den Eltern. Sollte beides nicht fruchten dann würde ich im folgenden den Rauswurf androhen und letztendlich auch umsetzen. Und bevor die Frage kommt: ja man kann Kinder aus Kindergärten auch rauswerfen wenn eine wesentlich Störung vorliegt.

    MfG
    Mr. J

  • Blogolade

    Bei der Betreuungssituation ist es kein Wunder, dass die Kinder weiter dort betreut wurden. Wo soll man die Kinder hinzaubern? Da erscheint nicht aus dem Nichts ein Kindergarten und sagt “hey, bei uns sind noch 20 Plätze frei, kommt doch rüber wenn bei euch alles so komisch ist”

    Mund zukleben ist in Ordnung? Fesseln vermutlich auch wenn das Kind nicht nur verbal sondern auch wirklich um sich schlägt…

    Es ist durchaus möglich, Kindern etwas mitzuteilen ohne dass man ihnen die Münder zuklebt oder sie schlägt.

    Der berühmte Klaps, den einige Kommentatoren hier gut heißen ist ebenso verboten (!) wie richtiges Prügeln. Ein Schlag ist ein Schlag, egal wie fest.

    ICH bin noch geschlagen worden. Es hat nix genützt, einzig habe ich gelernt “mit Prügeln setzt du dich durch” und außerdem hatte ich immer weniger Respekt vor meiner Mutter weil ihr ständig die Hand ausrutschte. Ich hätte mir aber gewünscht, meine Mutter hätte mich nicht von oben herab behandelt sondern einfach mal auf Augenhöhe mit mir kommuniziert. Mir in Ruhe erklärt, warum etwas nicht in Ordnung ist. Das geht auch im Trotzalter.

    Kinder brauchen Konsequenz und feste Regeln. Die muss man so kommunizieren und durchsetzen können, dass niemand dabei zu schaden kommt. Das ist möglich!

    Die KiTa-Leiterin aus Wertheim gehört gekündigt. Die hat in meinen Augen den Beruf verfehlt, wenn selbst sie als Chefin sich nicht durchsetzen kann ohne zweifelhafte Methoden.

  • llamaz

    Naja, für die strafrechtliche Beurteilung kommt es sicher darauf an ob das jetzt Panzerband/Duct Tape oder kaum haftendes Kreppklebeband war. D.h. das Mundzukleben dann eher symbolisch war.

    Rein vom pädagogischen Standpunkt muss man aber sagen, daß eine Erzieherin die solche Methoden verwendet ihren Beruf verfehlt hat.

  • earendil

    Kurz zurück zum Ausgangspunkt: In § 1631 BGB heißt es: “Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.” Und dass es sich hier um eine entwürdigende Maßnahme handelt, liegt auf der Hand. Man kann sicher alles zerreden, wenn man unbedingt will, aber an sich ist das offensichtlich.

    Allerdings gibt es wohl keine strafrechtliche Norm, die bei einem Verstoß gegen diese Bestimmung des bürgerlichen Rechts greift, jedenfalls nicht in einem Fall wie diesem. Unter Körperverletzung ist das nun tatsächlich kaum zu fassen. Vielleicht unter tätliche Beleidigung? Aber: IANAL. Und ob sowas im konkreten Fall nun unbedingt auch strafrechtlich geahndet werden muss, würde ich auch bezweifeln. Es reicht m.E., den betreffenden Erzieherinnen per Abmahnung oder so klarzumachen, dass das kein akzeptabler Umgang mit Kindern ist.

    Dass so eine Maßnahme wie das Mundzukleben bei diversen Vollpfosten mit autoritärer Charakterstörung auf Verständnis oder Zustimmung stößt, war ja erwartbar. Überraschend finde ich nur die Menge dieser Art Kommentare.

    Übrigens haben die Erzieherinnen damals bei mir im Kindergarten so einen Mist auch gemacht. Nicht bei mir, aber bei anderen. (Und es war allen klar, dass das entwürdigend war und auch so gemeint war, selbst wenn wir das Wort “entwürdigend” sicher noch nicht kannten.) Aber die haben auch noch den ein oder anderen “Klaps” verteilt. Schön, dass in den vergangenen Jahrzehnten der Zivilisationsprozess soweit fortgeschritten ist, dass sowas kaum noch vorkommt und wenn dann zumindest problematisiert wird.

  • der kleine sklave

    @Egal:

    Habe ich das so geschrieben?

  • Wetekamp

    Man, was bin ich froh, dass ich zu einer Zeit Kind war, als es noch einen “Hintern-voll” oder “Maulschellen” gab, wenn Ermahnungen nicht fruchteten. Als wir noch im Restaurant artig und still am Tisch sitzen mussten und sogar mit dem Besteck umgehen konnten. Als wir noch wussten, die Erwachsenen sind mit Respekt zu behandeln und alten Menschen hilft man über die Straße. Und bei all den “brutalen Erziehungmethoden” wusste ich: Auf meine Eltern kann ich mich verlassen, sie haben mich geliebt, mich beschützt und mich auf das tägliche Leben vorbereitet.

    Also ich gehöre wahrlich nicht zu denen, die da seufzen, man möchte nochmal jung sein — nee danke!

  • wonko

    @Wetekamp:
    Tja, wie froh Sie wohl wären wenn Sie wüssten, daß all das auch ohne Gewalt geht…

  • Vati

    Einige der Kommentatoren hier scheinen ja noch mit dem Struwwelpeter aufgewachsen zu sein. Wer als Erzieher schwarze Pädagogik einsetzen muss um seine Autorität durchzusetzen, hat eindeutig den falschen Beruf gewählt.
    Würden meine Kinder so behandelt, ich würde eine ganze FassFABRIK aufmachen!

  • keinLama

    Wenn man das hier so liest… grmpf
    Der Beruf Erzieher sollte endlich ein abgeschlossenes Studium voraussetzen… Kaum zu glauben was da so auf die Kinder losgelassen wird -.-“

  • Mr. J

    @Vati: Was genau spricht gegen den Struwwelpeter? Ich habe als Kind diese Geschichte gemocht, genauso wie die Literatur von Wilhelm Busch.

    MfG
    Mr. J

  • Vati

    @Mr. J: brennende und verhungernde Kinder, abgeschnittene Daumen… Sei hübsch ordentlich und fromm, mein Kind, sonst passiert’s dir auch!

    Da ist so eine kleine Backpfeife oder auch ein Tesa-Knebel natürlich nicht weiter der Rede wert.

  • Jeeves

    Wie wär’ der Tenor in U.V.s Artikel oben, wäre er der Verteidiger einer dieser Erzieherinnen?

  • Tilia

    @Jeanot Bruchmann: Und vor der Anzeige den fraglichen Lehrer doch wohl hoffentlich zunächst persönlich zur Rede gestellt?

  • Tilia

    @Trollfresser: “Zucht und Ordnung” herrscht heute wohl eher in Zuwandererfamilien als bei “Biodeutschen”, die sich vom eigenen Nachwuchs terrorisieren lassen; kürzlich sah ich, wie ein 5 Jähriger mit einem Badminton-Schläger auf seinen (hilflos herumhampelnden) Vater eindrosch und ihn dabei noch beschimpfte…aber wenn dann ein Erzieher mal “durchgreift” wird gleich der Anwalt gerufen….

  • earendil

    @Wetekamp: Du bist doch bloß neidisch auf die Kinder von heute, die nicht wie die Püppchen dressiert stillsitzen müssen und sich trotzdem darauf verlassen können, von ihren Eltern geliebt, beschützt – und nicht geschlagen zu werden.

    @Tilia: Statt hilflos herumzutrampeln hätte der Vater dem Kleinen ja einfach den Schläger aus der Hand nehmen können. Mehr ist als “Selbstverteidigung” gegen einen Fünfjährigen wirklich nicht nötig, und gegen diese Art von “Durchgreifen” hat auch kein Staatsanwalt etwas.

    Ist doch lächerlich, Kleinkinder mit Wutanfall zu Monstern aufzubauschen. Immer dieses alte Gezeter über die Jugend von heute…

  • leser

    @Wetekamp:

    Respekt ist etwas, das man sich verdient. (Im Gegensatz zu Achtung, die jedem zusteht, einschließlich Kindern).

    Zu lernen “Andere respektieren mich, wenn ich sie gut behandele.” und “Ich werde für meine Anstrengung/Leistung respektiert.” ist viel viel wertvoller als zu lernen “Erwachsene sind zu respektieren, egal was sie tun”.

    Ebenso ist es viel wertvoller zu lernen, dass es schön ist helfen zu können, als einfach nur Regeln zu haben wie “Alten Menschen hilft man über die Straße, weil sich das so gehört”.

  • Fränzi

    @Earonn:
    Es soll ja helfen wenn man mit Kindern spricht! Ihnen erklären was falsch läuft. Und fragen warum sie so handeln oder reden oder was auch immer falsch machen.
    Wenn ein Kind ständig stört oder Unruhe in die Gruppe bringt, dann muss man das Kind eben beschäftigen. man muss es fordern.
    Und das funktioniert besonders gut in der Trotzphase.
    Wichtig ist doch den Kindern beizubringen mit ihren Gefühlen umzugehen. Zu zeigen, dass man wütend über etwas sein kann ohne dabei zu schreien oder gar zu schlagen.
    Ich wurde von meinen Eltern übrigens nie geschlagen, noch wurde mir gedroht, noch gab es bei mir irgendwelche Strafen wie in die Ecke gehen oder ähnliches.
    Ja sie haben mich auch mal ordentlich angeschrien, wenn was schief gelaufen ist, aber mehr auch nicht.
    Und ich bin eine selbstbewusste Frau, die mit ihren Gefühlen umzugehen weiß und die nie irgendwelche Probleme hatte mit Regeln und Gesetzen.

  • a.n

    Dass man das einigen heutzutage immer noch erklären muss:

    Bestrafe ich mein Kind, lernt es: “Ich darf das nicht tun, weil Papa das so sagt und mich sonst (vielleicht sogar körperlich) bestraft.”

    Rede ich mit meinem Kind, lernt es: “Ich darf das nicht tun, denn es verstößt gegen die Regel [...], die wichtig für unser Zusammenleben ist, weil [...]”

    Die Preisfrage lautet nun: Welches Kind wird autoritär und charakterschwach, welches wird selbstständig und entwickelt ein gutes Gerechtigkeitsgefühl?

    Natürlich erfordert der zweite Weg mehr Zeit und Gehirnschmalz und wird wohl oft als Kuschelpädagogik abgetan – eigentlich bezeichnend für solche Menschen, dass sie etwas gegen kuscheln haben…

  • Ische

    @a.n:

    Um aber mal fair zu bleiben verstehen Kinder bestimmte Dinge nicht und können sich auch nichts darunter vorstellen wenn Sie auf die Straße rennen das das Schmerzen verursacht und zum TOde führt, weil Sie den Tod nicht kennen.

    Von daher ist ein an der ein oder anderen Stelle das “Es ist eben so weil es so ist” Prinzip für das Kind gesünder.

    Weitere Themen sind elektrische Geräte, Steckdosen, scharfe und spitze Gegenstände.

    Auch kann ein Dreijähriger noch nicht verstehen warum man nicht Spucken darf. Für den ist das ein riesen Spaß und im Kindergarten wirds auch gemacht. Willst du mit ihm über Tröpfcheinfektion und Hygiene reden? – Der lacht Dich aus.

  • Smockil

    @Princo:

    Ich schrieb manchmal nicht immer aber im rest hast du recht

  • Fränzi

    @Ische:
    Was für ein Quatsch. Ein Dreijähriger versteht mehr als so mancher ihm zutraut. Dauert eben nur länger es zu erklären und ist für manche sicher auch schwerer als zu bestrafen.
    Meine Tochter ist noch nichtmal drei und weiß, dass man nicht auf die Straße rennt, weil es weh tut und sehr gefährlich ist. Das heißt nicht, dass sie das auch wie jedes andere Kind mal vergisst und ich sie eben trotzdem an die Hand nehme.
    Genauso weiß sie, dass sie sich mit dem Messer schneiden kann. Und deshalb passt sie, wenn sie ihren Apfel schneidet eben gut auf und ich erinnere sie daran, dass sie sich gut konzentrieren muss.
    Und Spucken findet sie ganauso eklig wie ich.
    Ist eben alles eine Sache der Erziehung!

  • Elternbeirat

    Ich bin vom Elternbeirat in diesem Kiga, und habe das ganze mit aufgedeckt.

    Die Stadt (der Träger) hatte großes Interesse dran, das ganze unter den Tisch zu kehren

  • steakhouse

    @user124: Der berüchtigte Artikel 1, der so viel und doch gar nichts aussagt. Weder Kommentarliteratur noch Bundesverfassungsgericht haben es bis jetzt geschafft herauszufinden, wann denn genau die “Würde” des Menschen verletzt sein soll. Im wesentlichen lautet der Tenor: Einzelfallabwägung ohne konkrete Kriterien.

    Man kann sich sicher darüber streiten, ob das zukleben des Mundes bei Kindern ohne Gewaltanwendung mit leicht lösbarem Klebeband pädagogisch in Ordnung oder falsch ist; aber darauf, dass es die Menschenwürde berührt, kommen vermutlich nicht einmal die meisten Juristen.

    Im Übrigen bin ich weiter der Ansicht, dass “Unglaublich” sich auf die Kommentare bezog, die in der Nutzung von Klebeband unter den genannten Umständen nicht grade den Untergang des Abendlandes sehen. Darauf deuten seine Beispiele hin, die sich explizit auf den Sachverhalt beziehen. Und natürlich sind die Beispiele schlecht gewählt. Wie bereits mehrfach geschrieben: Eine identische Vorgehensweise bei Erwachsenen und Kindern kann bei beiden eine vollkommen unterschiedliche Bedeutung haben und vollkommen anders gewertet werden. Ruft mein Chef meine Eltern an, ist das erniedrigend, weil er mir damit zu verstehen gibt, dass er mich nicht als erwachsene, selbständige Person akzeptiert und das auch gegenüber Dritten klar macht. Bei einem Kind steht demgegenüber der Erziehungsgedanke im Vordergrund, der vollkommen andere Maßnahmen akzeptabel macht.

  • xadhoom

    quel de bruit pour une omelette….
    Unser Chemielehrer machte das auch immer, wenn es ihm zu bunt wurde. Wir hatten damit immer einen Riesenspaß und amüsieren uns heute noch darüber. Die nächste “Gewaltstufe” war dann die Drohung, eine Dose Buttersäure zu öffnen. Das nahmen wir dann schon ernster.

  • Anita

    @ all die Kommentatoren, die erzählen, dass Ohrfeigen, etc. viel schneller und effektiver das Kind zur Raison bringen.
    Ja, stimmt.
    Ihr seid faule Schweine.

    Wenn euch eure Kinder es nicht wert sind, sie geduldig zu erziehen, sondern ihr sie lieber schlagt, damit ihr _schnell_ eure Ruhe habt, solltet ihr lieber keine Kinder bekommen.
    Gute Erziehung ist anstrengend, nervtötend und frustrierend.

    Aber die Kinder profitieren von einer gewaltlosen Erziehung, auch wenn sie für die Eltern nicht den leichten Weg darstellt.
    Gewaltlose Erziehung ist nichts für Faulpelze und Bequemlichkeitsfanatiker.

    Was würdet ihr sagen, wenn euch euer Zaharzt gleich den ganzen Zahn zieht, nur weil ein bischen Karies drin ist? Weil es bequemer für ihn ist und der Zahn dann nie wieder Ärger macht. Da würdet ihr doch am Lautesten protestieren.

    Nur weil ein Weg bequem ist, heißt das nicht, dass er gut ist.

  • Sascha

    @Earonn: Dazu würde sich fast ein Blick in die Kita eignen, in die meine Tochter bis letztes Jahr ging. Dort sind klare Regeln und Verhaltensweisen an Wänden angebracht. Nicht nur für die Kinder, auch für die Erwachsenen. Die Kita gibt sich extrem viel Mühe, die Erzieherinnen sind nicht nur nett, sondern wirklich herzlich und man merkt, dass sie ihren Beruf lieben.

    Auch sind dort einige Verhaltensweisen von Kindern erklärt und wie man gut darauf reagieren kann. Erwartungshaltungen und Bedürfnisse von Kindern und Erwachsenen sind skizziert.

    Die Regeln definieren einiges an Kommunikation und Umgang untereinander und sorgen für gegenseitigen (!) Respekt, denn auch die Kinder wollen und sollen respektiert werden, nicht nur die Erwachsenen.

    Es gibt einen “Kinderrat”, der auch ernst genommen wird. Es gibt Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder. Wenn ein Kind eine interessante Frage hat (wie funktioniert xyz), dann wird gerne eine Art kleines Projekt daraus gemacht, wo die Kinder aktiv mitmachen und so selbst durch das, was sie tun, sehen, wie es funktioniert. Es gibt Mitbestimmung durch die Kinder. So gibt es immer wieder Tage, wo ein Thema in der ganzen Kita aufgegriffen wird und die Erzieher machen Vorschläge und die Kinder können abstimmen, welches Thema kommen soll. Das können auch auf den ersten Blick unsinige Dinge wie ein “Rot-Grün-Tag” sein, wo die Kinder entsprechend gekleidet sind, die Kinder vorher mit den Erziehern alles in den Farben schmücken und Dinge basteln. Dabei geht es einfach auch darum, dass Kinder mit ihren Wünschen ernst genommen werden und mitgestalten.

    In den Jahren, in den mein Kind dort war (und die Kita ist nicht klein), gab es nie Probleme mit der Kita oder anderen Kindern.

    Auch man selbst kann so viel machen, wenn es um Kinder geht. Leider tun es sehr wenige, denn was man selbst so im Alltag erlebt, ist manchmal gruselig. Da werden die Kinder oft wie ein Störfaktor behandelt und schnell abgetan. Das fängt mit so Kleinigkeiten an. Wenn das Kind ein Bild malt und fragt, ob es nicht ein schönes Bild gemalt hat, nicht einfach “Ja” sagen, sondern “Ja, du hast ein schönes Bild gemalt.” Kinder nehmen diesen Aufmerksamkeitsunterschied war. Und wenn ein Kind z.B. traurig, eifersüchtig, … ist, dann nicht einfach das Kind abtun (“nun hab’ dich mal nicht so.”), sondern ihm im Gespräch eine Möglichkeit für den Umgang mit dem Gefühl geben und bei kleineren Kindern das Gefühl auch benennen. Und ganz wichtig: Das Kind muss immer, auch wenn man sich gerade streitet, wissen, dass es geliebt wird und jederzeit zu einem kommen kann.

    Nur als Beispiele. Es geht nicht um Einzelsituationen, denn damit kann man wenig kompensieren. Es geht um den gesamten Umgang. Meistens liegt ein Fehlverhalten des Kindes nicht am Kind, sondern am Fehlverhalten der Eltern, auf die das Kind reagiert.

  • Sascha

    Nachtrag zu eben: Wichtig ist mir noch, dass man keine sinnlosen Verbote erteilt und Verbote auch immer sachlich erklären kann. Ein “weil ich das sage”, sollte es nicht geben, weil es dem Kind genau gar nichts erklärt, sondern sich nur der mit dem längeren Hebel grundlos durchsetzt. Die eigenen Verbote auch inhaltlich immer wieder mal überprüfen (manche sind gar nicht sinnvoll für das Kind, sondern nur zur Kompensierung eigener Ängste).

    Keine sich ständig ändernden Regeln, so dass das Kind sich wie in einem Minenfeld an Regeln bewegt. Ich stecke einen “Zaun” an Regeln ab, der im Wesentlich zwei Dinge erledigt: Das Kind vor Dingen schützen, die es selbst einfach in dem Alter noch nicht überblicken kann und ihm bestimmte gesellschaftliche Regeln mitgeben. Innerhalb dieses “Zauns” kann es sich dann aber frei bewegen.

  • Ische

    @Fränzi:

    gib es zu, du hast gar kein Kind. das Kinder die Grenzen austesten und eben auch Sachen machen wie spucken oder mit Sand werden ist absolut normal. Wenn deine Angeblich vorhanden Tochter das NIE gemacht hat solltest du mal schauen ob sie nicht Autistin ist, ganz im ernst.

    ich würde gerne daneben stehen wenn ein Ball auf die Straße rollt und deine Tochter hinterher springt.
    Dan schaust du bestimmt das du sie mit ganz sanften Berührungen von der Straße holst – wenn’s schief geht, tja aber zum Glück nicht rabiat am Arm oder Shirt gepackt. du bist so lächerlich.

    ich hab auch nie behauptet das Dreijährige nichts verstehen, aber alles verstehen sie eben nicht. Gerade wenn Kinder müde sind, sind die irrational.

    du hat alles aber kein eigenes Kind

  • Mr. J

    @Vati: Wurde in der Form von meinen Eltern nie gegen mich eingesetzt und ich habe es auch nie so empfunden. Für mich waren es einfach nur Geschichten.

    MfG
    Mr. J

  • Sascha

    @Blogolade: Eben weil es eigentlich gar kein “Trotz” ist, sondern wichtig für die erste Selbstständigkeit, wird die nicht mehr “Trotzphase”, sondern “autarke Phase” genannt. Die zweite davon kommt ja direkt nach der ersten. :)

    Viele Dinge, über die sich Eltern ärgern, sind auch nicht die Schuld des Kindes. Oft wissen Eltern nur nicht, warum sich das Kind so verhält und dass dies normal ist. Ein Dauerbrenner: Mein Kind ißt dies nicht und das nicht. Da können sich Mengen an Eltern drüber ärgern und meckern mit dem Kind (was gar nicht hilft). Dabei ist das ein normales Verhalten, welches das Kind schützen soll. Viele Verhaltensweise kommen ja auch längst vergangenen Zeiten. Bis zu einem Alter von ca. 1-2 Jahren essen Kinder so gut wie alles, was sie vorgesetzt bekommen. Aus Sicht der Natur sinnvoll, da sie sich in diesem Alter einfach darauf verlassen, dass das, was ihnen die Eltern geben, gut ist. Dann beginnt die Phase, wo Kinder etliches nicht mehr essen. Aus Sicht der Natur wieder sinnvoll, denn ab diesem Alter verlassen die Kinder mal kurz die Höhle und sind in der Natur. Sie essen nur Dinge, die sie ganz sicher kennen, was Vergiftungen vermeidet (würden die jede Beere, die sie greifen können auch essen, wäre das sehr problematisch). Dieses Verhalten verschwindet später ganz von allein, zum Ärger vieler Eltern aber erst im Alter von ca. 10-12 Jahren. :)

  • Ische

    Nachtrag:

    wer hat hier eigentlch von bestrafen gesprochen? ich habe nur festgestellt das es sehr wohl Situationen gibt in denen man dem Kind eben nicht ALLES erklären kann, weil es dann eben zu spät sein kann oder eben folgen hat die das Kind noch nicht absehen kann.

  • Sascha

    @Ische: Ihr Vergleich, der gerne genommen wird, wo das Kind auf die Strasse rennt, ist inhaltlich natürlich völlig falsch. Hier geht es in dem Moment nicht darum, dem Kind ein Fehlverhalten zu erklären (das macht man danach), sondern das Kind – insofern notwendig (*) mit Gewalt – vor einer deutlich größeren Gefahr zu schützen. Dabei geht es aber in den Erziehungsbeispielen gar nicht, weil keine konkrete Gefahr für das Kind besteht.

    Das Wort “notwendig” sollte man dabei beachten. Es geht nämlich darum, eine “Not zu wenden”.

  • Ische

    @Sascha:

    Aha – dann aber los, schön das Kind lange wach lassen. aber es versteht bestimmt das das nicht geht.
    ihres zumindest.

  • Ische

    @Sascha:
    Achso:

    von Gewalt habe ich nie gesprochen. ich habe nur davon gesprochen das manche Dinge gegen den Willen des Kindes durchgesetzt werden müssen.

    mal was anderes: meine Frau hat sich verbrüht und wir mussten dringend ins Krankenhaus. da Fang ich auch nicht an zu diskutieren das es jetzt ins Auto geht, egal was mein Kind will. Sie würden so lange mit ihrem Kind reden bis sie nicht mehr fahren brauchen weil es eh sinnlos ist und man schön Verbrennungen hat. – Glückwunsch

  • Alex

    Danke
    @ Sascha,
    das mit dem Ess-Verhalten hab ich noch nicht gewußt.

    Werde ich ab sofort berücksichtigen…

    Geht bei meiner Tochter gerade los damit.

  • Fränzi

    @Ische:
    Also ich kann dich beruhigen, ich habe eine Tochter und die ist gesund und munter und ist auch keine Autistin oder ähnliches.
    Mein Kind hat einmal mit Sand geschmissen und ich habe ihr einmal erklärt das wir so etwas nicht tun und weshalb. Dann hat sie einmal mit Kies geschmissen und ich habe wieder reagiert. Tja, so einfach kann es sein. Einmal dem Kind etwas ordentlich erklären und dann hat man Ruhe. Statt 50 mal zu sagen: Das tut man nicht, weil ich es sage.
    Und lächerlich bist dabei nur du mit der Annahme ein Kind wäre zu dumm um das zu verstehen.
    Ich habe nicht behauptet, dass ich ein Kind habe welches nie einem Ball hinterher läuft. Ich sage nur, dass im Gegensatz zu deiner Wahrnehmung ein Dreijähriges Erklärungen benötigt und auch verstehen kann. Das ein Kind beaufsichtigt sein muss und eben nicht an der Straße Ball spielen kann muss ihm erklärt werden. Dann gibt es auch kein Geschrei, wenn man woanders hingeht zum Spielen.

  • Ische

    @Fränzi:

    die Einzige die dumm ist bist du und nicht das Kind.
    du hast ein tolles Kind einmal was sagen und es tut es nie wieder.
    vorhin hast du noch geschrieben dein Kind wirft nicht mit Samd weil es gut erzogen ist, nun hat es doch mit Sand geworfen… und woanders tut es das auch nicht weil es bei Kindern nur überlegte Handlungen gibt und das Kind für immer daran denkt nicht mit Sand zu werfen. aber dein Kind weiß es nun und wird es nie wieder tun. und wenn doch sollten sie dich zur Rechenschaft ziehen weil du versagt hast. wie kaputt kann eigentlich jemand sein?

    es gibt keinen Grund nicht mit Sand zu werfen. was willst du deinem Kind da erzählen?

    außerdem habe ich nie von Sand gesprochen, sondern du hast mit dem Thema angefangen. für mich ist es schon was anderes ob man spuckt oder mit Sand wirft….

  • Fränzi

    @Ische:
    Jetzt werden wir also beleidigend. Bei solchen Vorbildern kann eine Erziehung ja nur scheitern.
    Du sagtest (um 19:55), dass es normal wäre zu spucken und mit Sand zu schmeißen.
    Hey, sorry. Da bin ich anderer Meinung und meine Tochter hat das verstanden und lässt es sein. Nur weil es bei dir nicht funktioniert hat, heißt das nicht, dass alle anderen es nicht schaffen ihrem Kind das zu vermitteln.

  • Ische

    @Fränzi:

    du bist so lustig. du hast doch geschrieben das ich behaupte das ein Kind zu dumm ist.

    habe ich nicht. Du hast von Kindern so viel Ahnug wie der Papst. Also lass es. ein 30 Monate altes Kind wird ab und an mal mit Sand werfen. deins natürlich nicht. was du deinem Kind erzählt haben willst bleibst du immernoch schuldig.

    denn selbst erwachsen werfen aus Spaß am Strand mal mit Sand. Was will denn der Grund sein warum man im Sandkasten nicht mit Sand werden darf?

    Mein Sohn darf das nämlich wenn er alleine ist und nich nach irgendetwas wirft.

  • earendil

    @xadhoom: Tja, anderer Kontext , anderer Sachverhalt.

    @Ische: Vielleicht lässt du anderen Kommentator_innen ihre Kinder und akzeptierst einfach, dass Kinder wie auch Eltern unterschiedlich sind? Nicht alle, die deine Erfahrungen nicht teilen, lügen deswegen gleich.

  • Agiro

    lawblog ist toll! Bei UV lernt man sogar als alter Knacker noch was über Kindererziehung.

  • Phil

    @@konsumvieh: Anscheinend doch, denn solche Leute sind krank, wenn sie Wehrlosen Gewalt antun.

  • Thorsten

    Mit Verlaub: als ich im Kindergarten war, konnte ich auch nicht meine Klappe halten und bekam einmal nach mehrmaliger Androhung ein Pflaster auf den Mund geklebt. Dieses Pflaster beeinträchtigte mich wieder beim atmen, noch ließ es sich nur unter Schmerzen lösen. Es ging ganz leicht wieder ab.

    Natürlich war ich nicht glücklich darüber, sondern eher trotzig. Gleichwohl fanden das alle in der Gruppe so lustig, dass sie auch ein Pflaster auf den Mund haben wollten. Ergebnis war, dass jeder die Kindergärtnerin um ein Pflaster anbettelte und die ganze Gruppe mit Pflastern auf dem Mund durchs Zimmer rannte.

    Insoweit überrascht mich auch diese Entscheidung im aktuellen Fall nicht.

  • Wetekamp

    An all die Kinderversteher, die meinen, als ich Kind war gab es mehr Prügel als Brot:

    Wie gut und richtig Ihre Auffassung der Kindererziehung ist, kann man sehr gut am “Benehmen” der heutigen Kinder und Jugendlichen erkennen.

    Besonders witzig finde ich die “Argumente”, die Erwachsenen mit der blühendsten Fantasie Gewalt antun, wenn sie ihn dabei “erwischen würden”, wie ein Kind ein Pflaster auf den Mund geklebt bekommt.

    Fazit: Prügeln, jegliche Form der gewaltsamen Erziehung erst gegenüber Erwachsenen (der eine antiiautoritäre Erzihung “genossen” hat) – und gegen jeden, der anderer Meinung ist. Super.

  • nania

    @Wetekamp
    Wie merkwürdig. Ich bin nie geschlagen worden und habe dennoch ein gutes Verhältnis zu meiner Umfeld. Und die meisten anderen, die ich kenne, im Übrigen auch.
    Sonderfälle hat es immer gegeben und wird es immer geben, nur sind es gerade die, die so gerne in den Medien und in Kommentaren hervorgekramt werden.
    Da wird dann auch mal gerne aus sich selbst das liebste und bravste menschliche Kind gemacht, dass die Erde je gesehen hat, aber beiseite gelassen, dass man als Kind mal versehentlich beinahe Papas Werkzeugschuppen angesteckt hat, das neue Fahrrad im nächsten Bach versenkt hat und die Kleidung der Puppe der Schwester einfach aus Spaß verdreckt und zerrissen hat.
    Neeeeinn, sowas, hat man früher natürlich nicht gemacht. Ich sage dazu: Unsinn.

    Viele Menschen heutzutage, die früher noch geschlagen worden sind, würden auch heute Gewalt in der Erziehung anwenden. Ich finde es schon beim Lesen fürchterlich, wenn Leute meinen, dass das ein adäquates Mittel ist. Warum? Weil ich WEIß, dass es ohne geht. Meine Eltern haben mir das gezeigt und aus mir ist was geworden – und aus vielen anderen Mitmenschen von mir auch. Ganz ohne Backpfeifen, sondern mit liebevollen Erklärungen und Hinwendungen. Dann versteht das Kind das auch.

  • Fränzi
  • Fränzi

    @Fränzi:
    Ich danke Ihnen für diesen wahren Kommentar. Kann Ihnen absolut rechtgeben.

  • Wetekamp

    @nania:
    Das Dumme an solchen Diskussionen ist, dass man gerne schwarz-weiß malt. Genauso, wie viele Menschen, die in ihrem Leben noch nie geschlagen wurden, heute vergewaltigen, Kinder mißbrauchen oder anderen “allgemeine” Gewalt antun, kann man die Dinge eben nicht einfach verallgemeinern.

    Gut, Sie wurden nie geschlagen, haben immer die Argumente der Erwachsenen sofort verinnerlicht und aus Ihnen ist “etwas geworden”. Ich habe über die Stränge geschlagen und mir dafür schon ab und an mal eine Backpfeife eingefangen. Und ich bin trotzdem etwas “geworden”, ohne meine Kinder zu schlagen, die wiederum auch “etwas geworden” sind. Was man von einigen Nachbarskindern, die ach so liebevoll aufwuchsen, nicht unbedingt sagen kann.

    Wo also will man die Grenzen ziehen? Jedes Kind reagiert anders. Es gibt kein Patentrezept. Das war es eigentlich, was ich zum Ausdruck bringen wollte. Ist aber wohl schwer möglich bei so einem “Reizthema”.

    Und übrigens, schon die Übertreibung, in jedem Katzenkopf gleich einen Akt der Gewalt sehen zu wollen, macht eine sinnvolle Erörterung sowieso recht schwer.

    Und als Nachsatz noch: Kinder prügeln sich untereinander schon mal. Auch und besonders, wenn es die Eltern nicht sehen. Nicht die physische, sondern die psychische Gewalt, die so manche “wohlmeinende Erziehung” mit sich bringen kann, ist schlimmer. Einen Katzenkopf steckt das Kind schnell mal weg, eine verkrüppelte Seele hält ein Leben lang.

  • franz

    Ja, es scheint wirklich Kids zu geben, die zu doof sind, ohne Züchtigung erzogen werden zu können. Das sind vermutlich die, die später davon sprechen “geschadet hat es mir nicht”.

    Gruß
    Franz.

  • nania

    @wetekamp

    Das Problem ist, dass die Kinder, die die Backpfeifen bekommen haben, ja gar nicht sagen können, ob es die Backpfeifen waren, die sie zu dem gemacht haben, was sie sind.
    Es wird immer schlecht erzogene Menschen geben – aber: Die gibt es mit Backpfeifen und ohne, oder glauben Sie, dass Leute, die wie sie, mal Backpfeifen eingefangen haben, von vornherein bessere Menschen werden?
    Ganz ehrlich gesagt? Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass Eltern, die ihre Kinder schlagen – und eine Backpfeife gehört dazu – nicht in der Lage sind, anders zu reagieren. Klar, es gibt schwer erziehbare Kinder, aber für die kann man sich Hilfe bei den entsprechenden Stellen holen, eine Ohrfeige macht es unter keinen Umständen besser – sondern nur schlimmer.
    Nicht umsonst ist das heutzutage verboten.

  • erforderlich

    Schläge verbessern auch nicht gerade das Eltern-Kind-Verhältnis. Das mag vor ein paar Jahrzehnten anders gewesen sein, aber damals war vieles anders. Die Gesellschaft entwickelt sich aber weiter, mehr oder weniger. Was früher noch ok war, muss es heute nicht mehr sein.
    Ich hätte mir jedenfalls Eltern gewünscht, die nicht so autoritär sind und zu allem nur sagen “weil ich das so will, basta”, sondern mir den Hintergrund erklären, mich als Menschen ernst nehmen und auf meine Gefühle achten.
    Ich würde nicht das Wort Hassen verwenden, aber ich halte soviel Abstand wie möglich von meiner Familie. Und habe damals auch gelernt, zurückzuschlagen, nur dann ist man ja auf einmal das böse Kind und wird angezeigt.
    Jedenfalls ist Gewalt keine Lösung. Ausser jemand anderes hat angefangen. Nur mit Kindern sollte man das wirklich sein lassen und deeskalierend einwirken, sonst gibt das nur Probleme.

  • Sascha

    @Ische: Sorry, dann habe ich Sie da falsch verstanden. Natürlich geht es nicht immer nach dem Willen des Kindes. Meine Tochter hat auch Zeiten, zu denen sie ins Bett geht, so dass sie morgens nicht müde ist, sondern ausgeschlafen. Ich habe damit aber kein Problem, da sie das versteht. :)

    Es ist durchaus wichtig, Regeln zu haben und noch wichtiger, dabei konsequent zu bleiben. Aber auch, diese Regeln kindgerecht zu erklären. Ich denke, da sind wir uns einig.

  • Sascha

    @Wetekamp: Sie meinten: “An all die Kinderversteher, die meinen, als ich Kind war gab es mehr Prügel als Brot:

    Wie gut und richtig Ihre Auffassung der Kindererziehung ist, kann man sehr gut am “Benehmen” der heutigen Kinder und Jugendlichen erkennen. ”

    Lesen Sie mal zu dem Thema. Schon Sokrates meinte: “Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.”

    Sie können noch mehr haben:

    “Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.” (Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.)

    “Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.” (Aristoteles)

    » …die Schüler achten Lehrer und Erzieher gering. Überhaupt, die Jüngeren stellen sich den Älteren gleich und treten gegen sie auf, in Wort und Tat.« Platon (427 – 347v.Chr.) »Der Staat«

    »Die Welt macht schlimme Zeiten durch. Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so, als wüssten sie alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft, sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausdrucksweise, ihrem Benehmen und ihrer Kleidung.« Mönch Peter, 1274

    Sie sehen vor allem eines: Das liegt nicht an genau der Jugend heute. Das ist ein Generationskonflikt, den es schon immer gegeben hat und den es geben muss.

    Die Pubertät ist auch dafür da, damit sich die Kinder von den Eltern abnabeln und selbstständig werden. Dies äußert sich durch Ablehnen der elterlichen Verhaltensweisen und führt dann zum gewünschten. Eine ganz natürliche Sache.

    Jede Generation schimpft über die aktuelle Jugend.

  • Wetekamp

    @Sascha
    Ihr abschließender Satz enthält die gesamte Wahrheit *lach*

    @nania
    Verbote sind kein Gütesiegel.
    Ansonsten. Sie haben recht. Und ich bin froh, nicht zur Jugend von heute zu gehören.

  • DieselMeister

    Finde toll, wenn hier erklärt wird, dass man ein Kind, welches Jünger als 3 Jahre ist, die Welt erklärt und es vollstes Verständnis aufbringt.

    Ist zwar eine neurophysiologische Unmöglichkeit, aber egal.

    Wissen, welches zwischen dem Alter von 0 und 3 erlangt wird, ist für das Kind nicht verifizierbar. Bedeutet, es hat zwar dieses Wissen, weiß aber nicht, woher es kommt bzw. ob es stimmt.

    Es ist schlichtweg egal, ob man in dem Alter mit Basta oder mit Erklärungen aufwartet. Das Kind weiß es später eh nicht mehr, warum es dieses Wissen hat. Es ist einfach so.

    Später kann man dem Kind natürlich erklären, warum eine Herdplatte aua ist und sie heiß ist. Allerdings wird eben auch solche Dinge durch Trial and Error erfahren. Man fasst auf die heiße Herdplatte.

    Im übrigen sollte hier bewusst sein , dass das meiste Wissen durch NACHARMUNG erlernt wird. Die Sprache ist das beste Beispiel dafür.

    Vortrag Herr Dr. Wolf Dinger, 30.01.2013 Frankfurt am Main

  • Wetekamp

    @DieselMeister

    dass das meiste Wissen durch NACHARMUNG erlernt wird

    Das heißt also im Klartext:
    Nicht wie man einem Kind etwas erklärt oder nicht ist entscheidend, sondern wie Erwachsene miteinander umgehen.

    Nimmt man nun mal ein paar Aussagen hier als real an (die Gewaltandrohung Erwachsenen gegenüber, die Kindern ein Pflaster ankleben wollen), dann wundert es wenig, woher so manch ach so gewaltlos aufgewachsenes Kind zu Gewalttätigkeit neigt …

    @Sascha
    Ihre Ausführungen sind so wahr, dass ich gestern abend keine weitere Aufmerksamkeit darauf verschwendete. Jetzt aber nur kurz dazu: Es ging mir keineswegs darum, die heutige Jugend zu kritisieren. Das habe ich auch mit meiner Bemerkung,

    Wie gut und richtig Ihre Auffassung der Kindererziehung ist, kann man sehr gut am “Benehmen” der heutigen Kinder und Jugendlichen erkennen.

    keineswegs getan. Wie man unschwer bei sorgfältigem Lesen feststellen kann, geht es um die Erziehung, nicht um die Erzogenen.

  • Mara

    @ Trino (#12)

    § 1631 Abs. 2 BGB

  • Mara

    @Mara:

    sorry, meinte #11

  • Franz Josef Neffe

    Wenn ErZIEHerinnen nur noch DRUCK machen, sind sie ErDRÜCKerinnen. Als Ich-kann-Schule-Lehrer moniere ich seit Jahrzehnten, dass die Pädagogik zwischen ErDRÜCKung und ErZIEHung nicht unterscheiden kann, ja, gerade im Problemfall auch noch ErDRÜCKung als die bessere ErZIEHung ansieht und durchführt und propagiert.
    Mit DRUCK kann man aber Kräfte nicht lenken – mit SOG-Wirkung dagegen lassen sich Kräfte mühelos punktgenau lenken.
    Von Druck werden Talente nicht satt sondern matt und platt – SOG richtet auf und macht wachsen, und dadurch wird man dem Leben GEWACHSEN.
    DRUCK komprimiert Mensch + Problem; das ist das exakte Gegenteil von LÖSUNG – SOG dagegen löst.
    Iuristen können “den Buchstaben des Gesetzes gemüge tun” -.aber nicht dem Menschen und schon gar nicht seinen Talenten. Das sollten an sich Pädagogen können – leider können sie meist nur das Gegenteil.
    Die Ich-kann-Schule zeigt an Beispielen, dass man es LERNEN kann.
    Guten Erfolg!
    Franz Josef Neffe