Airlines sollen auf Vorkasse verzichten

Die Praxis gilt seit langem als fragwürdig, nun wehrt sich die Verbraucherzentrale NRW gegen die Anzahlungspflicht bei Flugreisen. Weil Airlines teilweise monatelang vor dem Flugtermin Komplettzahlung verlangen, hat die Verbraucherzentrale Air Berlin, Condor, TUI fly, Germanwings, Lufthansa und Germania abgemahnt.

Die langen Vorauszahlungsfristen verstoßen laut Verbraucherzentrale klar gegen das Prinzip “Ware gegen Geld”. Die Kunden gäben den Flugveranstaltern über Monate hinaus Kredite in Millionenhöhe. Den Kunden fehlten nach Vorauszahlung aber Druckmittel, um Geld zurückerhalten zu können, wenn die Airline Flugzeit, Start- oder Zielflughafen sowie die Zahl der Zwischenlandungen ändern will.

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale darf der Flugpreis frühestens 30 Tage vor Abreise fällig werden. Eine frühere Anzahlungspflicht setze in jedem Fall voraus, dass die Fluggesellschaften gegen Insolvenz versichert sind. Hierzu Pauschalreiseveranstalter schon heute gesetzlich verpflichtet, Airlines aber nicht.

Eben jene Pauschalreiseveranstalter hat die Verbraucherzentrale NRW bereits abgemahnt. Da die meisten Unternehmen keine Unterlassungserklärung abgegeben haben, laufen derzeit Gerichtsverfahren. Die bislang ergangenen Urteile gegen Pauschalreiseveranstalter seien durchweg positiv, heißt es bei der Verbraucherzentrale NRW. Deshalb habe man sich entschlossen, auch Fluggesellschaften auf kürzere Anzahlungsfristen zu verklagen. 

Die deutschen Airlines  verteidigen dagegen die bisher übliche Praxis. "Sie ermöglicht es den Fluggesellschaften, ihren Kunden Frühbucherrabatte und günstige Preise anzubieten", teilte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Flugverkehrswirtschaft, Matthias von Randow, der Deutschen Presseagentur mit. Ein Buchungsverfahren mit schrittweiser Reservierung und Bezahlung führe zu mehr leeren Plätzen im Flugzeug. "Das verschlechtert nicht nur die Öko-Bilanz, sondern macht Fliegen auch teurer."

Die Fluggesellschaften haben nun bis Ende Mai Zeit, um ihren Standpunkt zu überprüfen. Sollten sie nicht auf die Klauseln verzichten, will die Verbraucherzentrale NRW klagen.

  • bosef

    Absolut richtig, was die VZ hier fordert.

    Der einzelne Verbraucher hätte nicht die nötige Marktmacht zu diesem Schritt.

    Das Argument mit den sonst angeblich leeren Sitzen ist doch ein Scheinargument!

    “Frühbucherrabatt” bedingt nicht das “Frühzahlen”.
    Und nicht bezahlte Plätze können doch noch später zu normalen Preisen oder als “Last minute” vergeben werden.

  • Wutbürger

    WAS?! Höchstens “30 Frage vor Abreise”?!
    Ich verlange, im Namen eines jeden aufrichtigen Deutschen, maximal 12 Fragen oder 4 Konjunktivsätze als Zeitspanne! So etwas kann doch nicht angehen..

  • sebastian

    Mir leuchtet die Logik nicht ein. Warum soll ich den Flugpreis nicht heute bezahlen müssen, wenn ich auch heute buche? Mein Vorteil im frühen Buchen liegt doch oft schon im Preis an sich. Warum sollte der Verbraucher dann noch zusätzlich die Zahlungspause als Vorteil bekommen? Oder umgekehrt: warum sollen Fluglinien nicht Tickets fùr zukünftige Flüge günstiger anbieten können, wenn man sofort bezahlt? Dass das bei Pauschalreisen auch üblich ist, ist kein Argument, denn dort leuchtet es genausowenig ein.

  • Andreas

    Hallo,

    völlig richtig! Das sollte bei Bahnreisen auch gelten.

    Die Leistung besteht aus der Reise und nicht aus dem Ticket. Warum soll ich etwas lange bezahlen, bevor ich es bekomme?

    Andreas

  • Name (erforderlich)

    @bosef:

    Wenn eine Zahlung erst 30 Tage vor Abflug zu erfolgen hat, dann ist der “Frühbucherrabatt” aber höchstens noch ein “Frühreserviererrabatt”. Die Airline verliert hier also eindeutig die Buchungssicherheit.Und versuch mal von so einem “Frühreservierer” die in vielen Fällen anfallende Vertragsrücktrittsgebühr einzutreiben falls sich doch noch Umentschieden wird…

    Optimal wäre wohl, wenn die Airlines sowohl Frühbucher- als auch -Reservierer Tarife hätten, dann könnte man sich (gegen Aufpreis) für eine spätere Zahlung entscheiden.

  • Juergen

    Als Frühbucher nervt mich weniger die frühe Zahlung, sondern die immer mehr um sich reifende Unart der Airlines, die Flüge zu verschieben. Mein früh gebuchter Flug sollte am Anfang um 8:00 Uhr losgehen, mit Ankunft 14:00 Uhr Ortszeit. Am Ende ging er um 11:30 los, mit längerem Zwischenstopp und Ankunft 19:30. _Das_ nervt viel mehr. Die einseitige Möglichkeit der Airlines Flüge “wild” umzubuchen. Die erhaltene Leistung hat am Ende nicht mehr mit der bezahlten Leistung übereingestimmt.
    Juergen

  • Loxia

    “frühestens 30 Frage vor Abreise ”
    Herr Vetter, hier besteht eindeutig dringender Korrekturbedarf.

  • foobar

    @3 (sebastian): Aus den gleichen Gruenden, aus denen Du auch noch nicht die Miete fuer Deine Wohnung fuer die naechsten drei Jahre bezahlen musst, obwohl Du den Mietvertrag schon hast.

    Die Ersparnis fuer die Fluggesellschaft besteht aus zwei Teilen, einmal aus der besser planbaren Auslastung (und dem damit geringeren Auslastungsrisiko) durch den fruehen Vertragsschluss, und einmal aus dem Kredit, den sie durch die fruehe Zahlung erhaelt (die spaete Zahlung als “Vorteil” fuer den Kunden hinzustellen, dreht den Sachverhalt ein wenig auf den Kopf, denn der Normalfall ist ein zeitgleicher Tausch von Leistung und Gegenleistung, und die fruehe Zahlung ist entsprechend der Vorteil fuer die Fluggesellschaft gegenueber diesem Normalfall).

    Die bessere Planbarkeit erfordert keine fruehe Zahlung, die Fluggesellschaft kann problemlos fruehzeitig Vertraege schliessen und den Preisvorteil dabei weitergeben, ohne sich deswegen den Preis vom Kunden vorschiessen lassen zu muessen.

    Bei dem Kredit darf man annehmen, dass der Kunde regelmaessig nicht in der Lage ist, die Kreditwuerdigkeit der Fluggesellschaft auf laengere Sicht sinnvoll einzuschaetzen. Daher ist es im Sinne des Verbraucherschutzes angemessen, die Fluggesellschaft dazu zu zwingen, ihre Kredite anderswo aufzunehmen als bei ihren Endkunden, die ja keine Moeglichkeit haben, diesen Teil des Geschaefts auszuschliessen. Entweder eben in der Form, dass die Fluggesellschaft den Kredit bei einer Bank aufnimmt, oder in der Form, dass die Fluggesellschaft das Kreditrisiko bei einer Versicherung versichert, sodass die fruehzeitige Zahlung durch den Kunden fuer den Kunden kein Kreditrisiko mehr darstellt – letzteres hat fuer die Fluggesellschaft den Vorteil, dass sie das Zahlungsausfallrisiko des Kunden verringert.

  • foobar

    @5 (Name): Zumindest juristisch ist das Bloedsinn – wenn jemand frueh bucht (also einen verbindlichen Vertrag ueber den Flug schliesst), dann ist er zu seiner Leistung verpflichtet, auch wenn er sich vor Zahlung ueberlegt, die Gegenleistung nicht mehr in Anspruch nehmen zu wollen, und das liesse sich selbstverstaendlich auch eintreiben.

    Und praktisch macht es auch nichtmal einen Unterschied – auch heute koennte sich ein Kunde bei Zahlung per Bankeinzug noch eine ganze Weile ueberlegen, den Bankeinzug zurueckbuchen zu lassen, dann haette die Fluggesellschaft den gleichen Eintreibungsaufwand wie bei jemandem, der es sich ploetzlich vor der Zahlung anders ueberlegt, und rechtlich genauso gute Chancen, ihr Geld eingetrieben zu kriegen.

  • sebastian

    @foobar: Ich habe nichts dagegen, wenn das Kreditausfallrisiko versichert werden muss, notfalls auch durch rechtliche Verpflichtung. Ich verstehe nur nicht die Logik, warum Fluggesellschaften gezwungen werden müssen, ihr Geschäftsmodell auf eine ganz bestimmte Art und Weise zu gestalten oder, allgemeiner ausgedrückt, warum hier ein Eingriff in die Vertragsfreiheit zwingend notwendig ist. Wenn das Angebot nun eimal ist “Zahlung und Buchung heute, Flug in vier Monaten für Preis X”, dann kann ich das als Verbraucher annehmen oder ablehnen.

    Was die grundsätzliche Eintreibbarkeit der Bezahlung auch bei späterer Fällikeit angeht, so mag das juristisch möglich sein. Daraus folgt aber nicht, dass es sich tatsächlich unter Aufbringung eines wirtschaftlichen Aufwands auch durchführen lässt. Fakt ist, dass eine spätere Fälligkeit von Zahlungen zu mehr Zahlungsausfällen führt als eine sofortige.

    Der Einwand mit der Lastschrift hält auch nicht, weil es so gut wie keinen Vermittler von Flügen mehr gibt, der sich auf Zahlung per Lastschrift einlässt, und zwar aus gutem Grund. Der Regelfall ist Kreditkarte oder Sofortüberweisung/giropay, also ein Zahlungsmittel, das für den Händler einen hinnehmbaren Grad an Sicherheit bietet, dass die Zahlung auch erfolgen wird.

    Was hier gegeneinander abgewogen werden soll, ist die Wahrscheinlichkeit der Leistungserbringung durch den Kunden gegen die der Fluglinie. Anscheinend ist die Verbraucherzentrale der Ansicht, dass letztere weniger wahrscheinlich ist, also eher eine Fluglinie Pleite geht als dass Kunden ihre Rechnungen nicht bezahlen. Dafür müsste der Beweis erst einmal erbracht werden.

  • V

    Dritter Absatz, letzter Satz kein Verb. Weniger Rowein, mehr Metal? ;-P

  • Rockstar

    Gängige Praxis ist doch bei Fluggesellschaften, zeitige Buchungen auf schlechte Tageszeiten zu verschieben. Also einen Hinflug von Morgens auf Abends zu verschieben und bei Rückflügen umbekehrt.
    Kurz darauf gibt dann wieder Flüge zu den “besseren” Zeiten um neue Kunden anzulocken.
    Und das auf Strecken mit mehreren Flügen täglich.

    Auch werden plötzlich Direktflüge gestrichen und der Kunden soll mehrfach umsteigen. Aus einem Direktflug von GR nach DE wurden dann ein Flug mit 3! Zwischenlandungen und anschließendem Bustransfer.

    Das ist leider häufige Praxis. Meine Freundin arbeitet im Reisebüro und erzählt fast jede Woche solche Fälle.

  • foobar

    @10 (sebastian): Auch eine Verpflichtung zur Versicherung des Kreditausfallrisikos ist ein Eingriff in die Vertragsfreiheit, Du widersprichst Dir also selbst.

    Ausserdem geht aus dem Beitrag doch hervor, dass die Verbraucherzentrale auch eine Versicherung gegen das Kreditausfallrisiko wohl akzeptabel faende.

    Und zum dritten ist es unrealistisch, von einem Endkunden zu erwarteņ, dass er alle denkbaren Stolperfallen kennt und sie auch noch alle bei jedem Vertragsschluss prueft. Etwa so wie Supermaerkte Dioxin-verseuchten Joghurt auch dann nicht verkaufen duerfen, wenn Dioxin auf der Zutatenliste steht, duerfen Fluggesellschaften halt auch keine Flugtickets mit einem Kreditrisiko zusammen verkaufen, auch dann nicht, wenn ein informierter Verbraucher von dem Risiko vielleicht wissen koennte, obwohl das beides Eingriffe in die Vertragsfreiheit sind.

    Zumal das alles noch komplett aussen vor laesst, dass es so Dinge wie Monopole, Kartelle, und kartellaehnliches Verhalten gibt, die dem Verbraucher ueberhaupt keine Handlungsoptionen lassen.

    Und schliesslich scheint es ja wohl praktisch so zu sein, dass die Fluggesellschaften ihrerseits ihre Macht missbrauchen, indem sie den Vertrag nachtraeglich einseitig aendern, nachdem sie das Geld bereits kassiert haben – wogegen ein effektiver Hebel sein duerfte, wenn der Kunde seinerseits durch zurueckhalten der Zahlung reagieren koennte.

    Was den wirtschaftlichen Aufwand fuer die Eintreibung angeht, habe ich einige Zweifel. Der Kunde geraet 30 Tage nach Zugang der Rechnung automatisch in Zahlungsverzug, wenn er in der Rechnung darauf hingewiesen wird – danach hat er die Eintreibungskosten zu bezahlen. Sofern der Kunde dann nicht insolvent ist, wird er da kaum drumherum kommen.

    Ausserdem ist es ja auch problemlos moeglich, die Autorisierung zur Kreditkartenzahlung z.B. schon bei der Buchung vorzunehmen, dann kann die Fluggesellschaft problemlos 30 Tage vor dem Flug den Preis abbuchen.

    Was heisst ausserdem “hinnehmbarer Grad an Sicherheit”? Im Zweifel ist halt ein hoeheres Risiko hinzunehmen, der Kunde wird schliesslich auch nicht gefragt, ob er das Kreditausfallrisiko uebernehmen moechte.

    Und nein, es geht hier nicht darum, Wahrscheinlichkeiten abzuwaegen, es geht hier darum, die Buendelung zweier Geschaefte zu unterbinden, ibs. wenn eines der Geschaefte intransparent ist, und ibs., da eines der Geschaefte in einen Geschaeftsbereich faellt, der besonderer Regulierung unterliegt. Was meinst Du, was eine Fluggesellschaft anstellen muesste, um an Endkunden z.B. Genussrechte zu verkaufen? Das versucht die Fluggesellschaft zu umgehen, indem sie einfach ihr Kreditrisiko mit in das Flugticket-Geschaeft hineinzumischen versucht.

    Wenn Du Deine Sichtweise konsequent umsetzen wolltest, muesstest Du Dich also entscheiden, ob Du entweder die Regulierung des Finanzmarktes abschaffen wollen wuerdest, weil das ja ein Eingriff in die Vertragsfreiheit ist, oder ob wir vielleicht Fluggesellschaften einfach dazu zwingen sollten, ihre Verkaufsprospekte der Bafin vorzulegen, bevor sie dem Endkunden angeboten werden duerfen?

  • theo

    @sebastian:

    warum hier ein Eingriff in die Vertragsfreiheit zwingend notwendig ist.

    Weil, dadurch das alle Fluggesellschaften es so handhaben, ich als Verbraucher keine Wahl habe und es so aktzeptieren muss? Diese Friss-oder-Stirb Methode lässt (momentan) keine Alternative zu.

  • Autolykos

    @sebastian: Wie Rockstar grade geschrieben hat, gibt es für Fluggesellschaften noch andere Wege, ihre Leistung nicht, bzw. nicht wie vereinbart zu erbringen als pleite zu gehen. Vertragsfreiheit ist ‘ne feine Sache – zwischen gleich starken Partnern. Aber das ist hier offensichtlich nicht der Fall. Wenn der Kunde nicht zahlt, kann die Fluggesellschaft die Sch**** aus ihm rausklagen. Wenn die Airline nachträglich die Bedingungen ändert, kann sie sich oft hinter unverständlichen Vertragsklauseln verstecken und sich darauf verlassen, dass ein Prozess mit ungewissem Ausgang für den Kunden den Aufwand und das Risiko nicht wert ist.
    Klar kann man sagen “Dann lies’ halt vorher die Verträge und mach’ keine Geschäfte mit Betrügern!”. Aber da es immer genug Deppen gibt die das nicht tun, ist es für Airlines rentabler, ihre Kunden zu verarschen. Es ist praktisch unmöglich, eine zu finden die das nicht tut und da hin fliegt wo man hin will. Wir haben es hier also effektiv mit Monopolen oder Kartellen zu tun, und genau da kommt die Verbraucherzentrale ins Spiel.

  • bosef

    @Name (erforderlich):

    Buchen stellt m.E. durchaus das verbindliche Eingehen eines Vertrages dar. Also ist der Frühbucher somit auch zur Zahlung verplfichtet. Jedoch nicht unangemessen weit vor der Leistungserbringung.

    Denn wie bereits in einem anderen Kommentar treffen festgestellt wurde: Nicht das Ticket (oder die Buchung an sich) wird bezahlt, sondern die Leistung. Und die sollte zeitnah zur Zahlung erbracht werden.

    Wenn Sie jetzt “Reservieren” ins Spiel bringen, dann ist eine gewisse Unverbindlichkeit tatsächlich gegeben. Wobei eben von Frühbuchern die Rede ist.

    Diese beiden Arten muss man getrennt betrachten.

    Wenn die Fluggesellschaften optional eine Vorrauszahlung anbieten, so wäre das okay. Doch dann müssten sie die Kapitalkosten entsprechend dem Preis gutschreiben. Es darf jedoch nicht weiter eine effektive Notwendigkeit sein als Kunde gleichzeitig Kreditgeber zu sein.

  • Duke

    Bei mir:

    Großes, deutsches Flugunternehmen ;-)
    3, 4 Monate vorher bezahlt. Flug wurde, morgens am CheckIn stehend, annuliert. Das Geld war fast genau 2 Monate später erst zurück gebucht.

    Durch die Annulierung stünde uns laut Gesetz eine Entschädigung zu.
    Telefonisch wurde gar keine Auskunft gegeben (nicht zuständig).
    Meine Email wurde tatsächlich 7 Wochen später beantwortet und alles abgewiegelt – leider sogar mit einer offensichtlichen Lüge.

    Doch wie vor kurzer Zeit ein Richter in der Regionalzeitung meinte, auch wenn es klar gesetzlich geregelt ist, sie zahlen erst, wenn man sie verklagt (u.a. deshalb ist ihr Gericht auch überlastet).

    Dummerweise kauften wir uns für den Zielort tags zuvor noch Tagestickets für den öff. Nahverkehr im Internet, um auch vom Flughafen in die Stadt zu kommen und dort fahren zu können, was natürlich ungenutzt verfallen ist (mein Hinweis darauf in meiner E-Mail wurde überhaupt nicht kommentiert).

  • Rainer

    Und wo ist die VZ bei Konzertveranstaltern? Auch hier wird über viele Monate im Voraus gezahlt ohne den Grundsatz “Ware gegen Geld” zu berücksichtigen. Wird hier auf eine Insolvenzversicherung gepocht?

  • Rudelgucker

    @Duke: Das Erlebte kann ich mir gut vorstellen.
    Ich finde das Verhalten der Fluggesellschaften klasse. Bei mir hat es dazu geführt, dass ich Flugreisen wo immer es geht vermeide. Ich habe also mit meinen Füßen abgestimmt und hoffe, dass immer mehr Menschen es so machen wie ich.

  • Der dicke Hecht

    Das Argument: „Die Ware ist nicht das Ticket, sondern die Leistung.“ stimmt _leider_, denn die Tickets sind nicht übertragbar. Die Tickets haben überhaupt keine Bedeutung, denn einzig relevant ist der Eintrag des Namens im Computer der Fluggesellschaft.

    Wenn man stattdessen Tickets verkaufen würde, die auch solche sind, die ich also auch jemand anderem weiterverkaufen kann, dann gäbe es überhaupt kein Problem.

    Bei internationalen Fluglinien kann ich verstehen, dass Tickets personalisiert sind, weil die beteiligten Staaten das einfach so wollen. Bei nationalen Fluglinien, Bahnlinien, Konzertveranstaltungen oder Fußballspielen ist das großer Bullshit und wurde ja wohl auch schon teilweise von Gerichten abgewatscht. Tickets seien kleine Inhaberscheine und als solche übertragbar.

  • Ralf

    Müsste man dann nicht auch die Deutsche Bahn abmahnen?

  • Schade

    Schade, dass man hier nach einem Kommentareintrag sofort im Netz denunziert wird.
    Der Schreiber legt scheinbar keinen Wert auf Lesermeinungen und Kommentare.

    Mein GB-Eintrag war weder SPAM noch Werbung.
    Gesamteindruck: Schade.

  • http://fholzhauer.de/ fh

    @Schade: Was ist passiert? Ich kann keine wegmoderierten Kommentare zu diesem Thread sehen.

  • wonko

    @fh: Sein SPAM nichtssagender Kommentar mit einem in der Sache komplett irrelevanten Link wurde gelöscht.

  • http://fholzhauer.de/ fh

    @wonko: Achso, ich sehe, was du meinst. Ich dachte schon, dass es technische Probleme gibt, aber das scheint ja eher ein “SEO für Anfänger”-Spammer zu sein, der korrekterweise entsorgt wurde. Und dafür so eine Welle machen.

    Danke für die Aufklärung. :)

  • BelAir

    @Schade : Heul doch :)

  • Daniel

    Am deutschen Wesen wird die Welt genesen…

    Mal im Ernst – wie soll so etwas in einer Branche funktionieren, die höchstgradig international ist?

    Kreditausfallversicherung? Das Ticket wird meist von der Fluglinie ausgestellt, die den größten Teil der Strecke macht und gilt dann als Zubringerticket auf anderen Fluglinien – die verrechnen das untereinander. Wenn ich also (fiktiv) Düsseldorf-Istanbul-Jakarta buche, ist Istanbul-Jakarta das längere Leg und wird möglicherweise von einer Airline (=Ticketaussteller!) geflogen, die nichtmals irgendwo in der EU landen muß. Sollen die jetzt für ein kleines gallisches Dorf plötzlich anfangen, Restschutzversicherungen zu kaufen? Und das Beispiel ist nicht absurd – derlei gibt es ständig und man muß halt ein wenig darauf achten, wer das Ticket ausstellt…

    Zahlung erst kurz vor Antritt? Noch viel absurder!
    Innerhalb Deutschlands läßt sich die Kreditwürdigkeit von Flugreisenden schon kaum prüfen: Es liegt in der Natur der Sache, dass viele Buchungen von Leuten gemacht werden, die in Deutschland schlichtweg keinen Wohnsitz haben. Wollen die wirklich, dass jetzt eine Fluggesellschaft mit Sitz in Alaska die Kreditwürdigkeit prüfen soll? Mal sehen, was da eine amerikanische Auskunftei rausspuckt: “Wir wissen nichts über den, der hat nichtmals ein US-Bankkonto: Nur Bargeld und Scheine prüfen.” Eine Übermittlung einer deutschen Auskunftei – so die Amis das denn wollen würden – wäre datenschutzrechtlich weit bedenklicher, als die Kreditkartennummer, die Passnummer und die Essens-/Sitzpräferenzen. Bereits darüber gibt es hierzulande viel unmelodiodisches Gebrüll. Auch umgekehrt klappt das nicht: Es ist nicht unüblich, dass jemand, der sich nur kurz in D aufhält, ein Ticket sonstwohin bucht. Soll der dann mangels Schufa-Auskunft erst am Flughafen bei Abflug versuchen, ein Ticket zu bekommen? (Sehr günstig, wirklich!)

    Dazu kommt bei der Planung der Fluglinien noch ein dickes Ei: Eine Langstreckenverbindung ist üblicherweise ein Jahr vor Abflug buchbar. Hat die Maschine sagen wir mal 250 Plätze, ist es je nach Verbindung absolut normal, im Laufe dieses Jahres 1000 Reservierungen und 750 Stornos zu sehen. Viele dieser 1000 Reservierungen bestehen nur wenige Tage/Stunden, manche werden wegen Ablauf der Ticketausstellungsfrist automatisch gestrichen, andere sind nur kurzfristige Preiszusagen eines Reisebüros, die kurze Zeit darauf storniert werden. Bei vielen anderen wird aber ein Ticket ausgestellt – davon wiederum viele, die umbuchbar/stornierbar sind oder eben auch nicht. Auch hier gilt: Sind mehrere Fluggesellschaften beteiligt, kann die nicht ausstellende Fluglinie zwar sehen, wie restriktiv das Ticket ist, aber nicht die Bonität des Kunden. Derartige Daten sind aber unverzichtbar, um vorherzusagen, wieviele Tickets man noch verkaufen kann, ob man eine größere Maschine braucht und ob sich dieser Flug überhaupt rechnen wird. Der Großteil dieser Reservierungen/Streichungen findet in den letzten Wochen vor Abflug statt. Viel Spaß, da jetzt den Streichgrund “Lastschrift gescheitert” kurzfristig reinzupacken. Die Verbraucherzentralen werden als erste laut schreien, wenn Überbuchungen plötzlich viel häufiger werden, weil mehr Leute als prognostiziert ein gedecktes Bankkonto hatten. Kalkuliere ich damit, daß jeder mitkommt (ohne Chance, den Ausfall jemals wieder einzutreiben!), habe ich halt auf praktisch jedem Flug 30 leere Plätze. Den Ertragsausfall muss ich dann halt auf die restlichen Tickets umlegen. Ergebnis: Steigende Preise, ohne Mehrwert für den Kunden und übrigens auch ohne Mehrwert für die Fluggesellschaften, die sich nach wie vor irgendwo ihren Ertrag erholen werden.

    Ich bin beruflich viel unterwegs und das mit recht vielen verschiedenen Fluglinien. Das Risiko, das eine Fluglinie pleite geht, besteht natürlich, ist mir aber nach mehreren hundert Flügen nur einmal untergekommen, und da hat mir die Kreditkartengesellschaft das Geld erstattet. Ein viel größeres Risiko heißt ver.di – die haben mir schon drei Flüge vermasselt, und dabei lebe ich nichtmals mehr in Deutschland.

  • Autolykos

    @Daniel: Was ist denn an dem guten alten Konzept “Du zahlst was Du bestellst.” verkehrt? Ob der Typ tatsächlich im Flugzeug sitzt kann der Airline egal sein, so lange er sein Ticket bezahlt. Und das wird er, so lange er nicht komplett insolvent ist – es gibt genug Möglichkeiten, das Geld einzutreiben.
    Das Problem ist, dass Airlines versuchen, keine festen Zusagen zu machen, und Reisebüros und Direktkunden versuchen (müssen) da mitzuziehen wenn sie zuverlässig ankommen wollen. Wenn an beiden Seiten des Geschäfts ein großes Fragezeichen steht, ist das Ergebnis oft für mindestens einen Beteiligten nicht zufriedenstellend. Im Moment nutzen Airlines ihre stärkere Position um dafür zu sorgen, dass meist der Kunde der Depp ist.
    Außerdem ist Deutschland nicht so klein und unbedeutend, dass wir so eine Regelung nicht durchbekommen würden. Wo ein Markt ist, wird er auch bedient. Wenn das eine Airline aus Hinterindien (oder Amiland) nicht mehr tut, weil sie gerne Kreditwürdigkeit prüfen und alles Risiko auf den Kunden abwälzen würde – good riddance.

  • Daniel

    @Autolykos:
    Das ist ja die Sache: Du zahlst derzeit, was Du bestellst. Das weltweit eintreiben zu wollen, ist vollkommen unmöglich. In Deutschland mag es genug Möglichkeiten geben, Geld einzutreiben… Und selbst da ist das schmerzhaft – wenige Onlinehändler liefern auf Rechnung, insbesondere ins Ausland.

    Ich gebe Dir natürlich Recht, daß das Problem der Flugzeitenänderungen, etc. besteht – wobei ich auch bei den eher wenigen meiner längerfristigen Buchungen davon nur geringfügig betroffen war. Vielleicht sollte man da auch sehen, mit wem man ein Geschäft abschließt.

    Deutschland ist gemessen am Gesamtaufkommen im Flugverkehr eine relativ kleine Nummer und derartige Regelungen würde man schon EU-weit relativ schwierig durchbekommen.
    Was realistischer ist, wäre, daß neue Tarife für D eingeführt werden, die dann halt andere Ticketausstellungsfristen, etc. haben. Im Sinne des Verbrauchers wäre das allerdings nur selten, denn sowohl der Aufwand als auch die schwerere Planbarkeit und das zusätzliche Risiko wird man sich bezahlen lassen.

  • wonko

    @Daniel:

    Du zahlst derzeit, was Du bestellst.

    Nein, eben nicht. Die Airline hat unilateral die Möglichkeit, Flüge umzulegen, umzuleiten, etc.

  • foobar

    @Daniel: Du weisst uebrigens auch, warum Onlinehaendler wenig “auf Rechnung” liefern? Weil “auf Rechnung” heisst, dass der Kunde zuerst die Ware erhaelt. Das schafft Motivation fuer insolvente Leute, “auf Rechnung” zu bestellen, da man die Leistung zunaechst unabhaengig von der eigenen Gegenleistung erhaelt. Eher wenige Onlinehaendler erwarten dagegen Vorkasse drei Monate vor Lieferung.

    Hier geht es nicht darum, dass der Kunde sein Ticket nach dem Flug bezahlen koennen soll, sondern darum, dass er es nicht Monate vorher bezahlen muessen soll. Wenn der Kunde am Gate auftaucht, ohne bezahlt zu haben, wird man ihn kaum mitfliegen lassen muessen. Damit besteht keine Motivation fuer insolvente Leute, sich Tickets zu bestellen, die sie nicht bezahlen koennen – womit das zusaetzliche Risiko lediglich die Leute waeren, die nach Bestellung und vor Zahlung insolvent werden, und das duerften kaum zehn Prozent der Bevoelkerung sein.

    Aus dem gleichen Grund ist auch die Pruefung der Kreditwuerdigkeit durch die Fluggesellschaft kaum relevant, da der Kunde ja keine Motivation zum Betrug hat, da er ja gar keinen Kredit kriegt, sondern lediglich ein Risiko eingegangen wird, um ein Geschaeft zu ermoeglichen. Dein Argument auf Onlinehaendler uebertragen hiesse, dass ein Onlinehaendler auch entweder drei Monate Vorkasse verlangen sollte oder die Kreditwuerdigkeit des Kunden pruefen sollte, bevor er die Ware beim Hersteller bestellt und in sein Lager stellt. Nimm im Zweifel verderbliche Ware …

    Ausserdem tust Du so als wuerden deutsche Endkunden regelmaessig direkt Vertraege mit auslaendischen Unternehmen machen, die sich eigentlich gar nicht an deutsche Endkunden richten. Zum einen duerften in solch einem Fall deutsche Regulierungen fuer das auslaendische Unternehmen wohl eh nicht greifen. Und zum anderen ist es natuerlich Bloedsinn – und genauso wie sich der deutsche Vertrieb um die Einhaltung deutschen Steuerrechts fuer in Deutschland getaetigte Umsaetze kuemmert, kann er sich selbstverstaendlich um die Einhaltung von Verbraucherschutzregelungen kuemmern. Bei dem was Du so schreibst, koennte man glauben, “Sofortueberweisung” waere das Standard-Zahlungsverfahren im internationalen Zahlungsverkehr …

    Und schliesslich … was genau verleitet Dich zu der Annahme, dass unerwartete Zahlungsunfaehigkeit irgendwie statistisch schwieriger vorherzusagen ist als all die anderen Faktoren, die bisher fuer die Ueberbuchung verwendet werden?

    Man koennte uebrigens den Eindruck bekommen, dass der Unterschied zwischen einer Reservierung und einer Bestellung an Dir vorbeigegangen ist. Reservierungen sind dazu da, kurzzeitig eine einseitige Zusage zu haben, um vor der Bestellung/dem Vertragsschluss koordinieren zu koennen, und sie wieder aufloesen zu koennen. Entsprechend ist es natuerlich total ueberraschend, dass Reservierungen dauernd wieder aufgeloest werden. Bestellungen sind nicht dazu da, wieder aufgehoben zu werden. Entsprechend werden sie nicht wieder aufgehoben. Und das aendert sich nicht dadurch ploetzlich, dass der Kunde spaeter bezahlt.

    Und schliesslich: Meinst Du etwa, Dein Kreditkartenaussteller laesst sich das Risiko, dass die Fluggesellschaft pleite geht, nicht bezahlen? Alles was Du da sagst, ist: “Ich kaufe meine Tickets bereits mit einer Kreditausfallversicherung!” Herzlichen Glueckwunsch! Da Du das schon tust: Was genau fuer Nachteile hast Du feststellen koennen, dass Du der Ueberzeugung bist, dass wir dieses Vorgehen auf keinen Fall zum Normalfall machen sollen?

  • Uta

    Ärgerlich ist es schon: Wir haben gerade Flugtickets für eine Reise in 10 Monaten gebucht – und das Geld ist schon runter vom Konto. Da die Tickets sowieso nicht stornierbar sind, kriegen die ihr Geld eh, da hätte m.E. auch eine Einzugsermächtigung mit Termin genügt.
    Aber man ist ja machtlos, wenigstens wird dann der Urlaub nächstes Jahr billiger, subjektiv-temporär gesehen…
    Wenn die VZ da jetzt klagt, kommt eh nur raus, daß die Flüge teurer werden, so what.