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Datenspionage in Deutschland: Warum ermitteln die Staatsanwaltschaften nicht?/a>

Geheimdienste: Bürger haben nur schwache Rechte auf Auskunft

Reichenparagraf

Fehlgriff eines SEK

Marler Zeitung muss Namen eines Forennutzers herausgeben

Polizeipanne: Betroffener bleibt auf Anwaltskosten sitzen

Planspiel: Die Queen verkündet den Dritten Weltkrieg

“Mädchen für alles”

Hasserfüllte Poster

“Pay to stay”

  • Georg Weise

    >>Fehlgriff eines SEK:<<

    Schon ein wenig älter, aber immer noch aktuell:
    Königlich-bayerische Steuerfahndung: http://goo.gl/bZPxGA

  • veri

    Ein viel besserer Link:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl-2013/bundestagswahl-schwarz-gelb-in-weiterer-umfrage-vorn-12315795.html
    Die Kampagne von SPD, Grüne, Linke und Piraten gegen die Bundesregierung hat offensichtlich nichts genutzt. Die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes waren viel zu schlau und haben es durchschaut: Noch nie war eine Bundesregierung so beliebt wie die Merkel-Regierung in dieser Woche im Deutschlandtrend!

  • Quacksilber

    Datenspionage in Deutschland: Warum ermitteln die Staatsanwaltschaften nicht?

    Wenn Straftaten, hier solche von öffentlichem Interesse, nicht angeklagt werden, bloss weil es keine Nebenkläger gibt (unterstellt), dann ist das Rechtsbeugung. Ich verstehe diesen plumpen Rechtsverstoss gar nicht, denn im Laufe der Verfahren ist doch immer noch ein Freispruch möglich, das aber für Laien undurchsichtiger.

    Wenn es kein Gewaltmonopol mehr gibt, muss sich jeder selbst bewaffnen, damit die Lücke nicht von der OK besetzt wird.

  • Steffie

    Leider funktioniert der Link nicht. Ist es der richtige Link oder gibt es noch einen anderen?

  • Drachenstein

    SEK stürmt falsche Wohnung:

    Ist doch nicht das erste Mal. Das Hauptproblem in Deutschland ist, dass sowas für die Beamten keinerlei dienstliche Konzequenzen hat. Die StA schaut da fast immer weg. “Bedauerlicher Fehler”, “Kommunikationsfehler”… wenn ich solche Sprüche lese, könnt ich kotzen !

    In den USA bekam doch der eine Typ einige Millionen Dollar Entschädigung, weil er 5 Tage unschuldig im Gefängnis saß. Hier wird man mit 25€ angespeist.
    Deutschland ist ein Täterschutzland !

  • Bert

    Auch schön:

    http://www.derwesten.de/panorama/bauer-verlag-soll-taschen-heft-der-landser-wegen-nazi-propaganda-einstellen-id8258838.html

    Das Taschen-Heft “Der Landser” erzählt Kriegsgeschichten aus der Sicht von Wehrmachtssoldaten. Zwischen 20.000 und 40.000 Exemplare hoch soll die Auflage pro Heft sein. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum fordert jetzt, dass die Hefte wegen rechten Gedankenguts verboten werden.

  • Volker

    Marler Zeitung muss Namen eines Forennutzers herausgeben

    Ich verstehe nicht, weshalb ein Richter eine Aktion wie die Durchsuchung eines gesamten Verlagshauses anordnen kann, obwohl die Staatsanwaltschaft noch gar nicht entschieden hat, ob die beanstandeten Äußerungen des Forenusers der Zeitung unzulässig sind.
    Und wenn „gierig nach Pressepräsenz“, als „Alleskönner“, „Gernegroß“, „Pöstchenjäger“ oder „Fachmann für alles“ schon strafbare Beleidigungen sind, hätten die Staatsanwälte und Gerichte in Deutschland viel zu tun.

  • llamaz

    @veri:
    Ja, in ihrer Bewunderung und Anbetung von Frau Merkel sind sie nicht alleine. Das ist schon eine Wahnsinns Frau. Und wie die das mit der Euro Krise so macht und der Energiewende und alles. Toll. Und grade auch als Frau.

  • zwoologe

    @Volker: vorallem, eine durchsuchung wegen beleidigung……tolle neue weltordnung

  • zwoologe

    @veri: hast du dir mal die lesermeinungen unter deiner tollen supertrendmeldung durchgelesen? das sind die bürger dieses landes und sie haben durchsschaut das diese umfragen reine pr-kampagnen sind auf die man nichts geben sollte. im übriegen kann man das nachrecharchieren, lustige trendwerte die dann mit dem wahlergebnis kaum übereinstimmen.

  • Stpogott

    Polipanne und Anwaltskosten:

    Ist der gesetzliche Regelfall, dass man die Anwaltskosten bei Einstellung nach 170Abs. 2 selber trägt.

    Wenn der Alte weiter so schwadroniert (“die 140 Euro kann ich nicht zahlen”), hat er schneller als er Polizeiwillkür sagen kann ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges zum Nachteil des Anwalts am Arsch.

    Herr Vetter wird das bestätigen können.

  • Wolli

    Ich mag Ihre “Links” – aber heute konnte ich aus den Titeln kaum herauslesen, welche für mich interessant sind. Können Sie nicht eine kurze Beschreibung beifügen?

    Viel Erfolg übrigens bei den Piraten! :-)

  • user124

    Fehlgriff eines SEK

    ich frage mich was für eine geisteshaltung bei den strafverfolgungsbehörden dazu führt das staatliche gewaltanwender, also polizei, sek und soldaten gerne nicht bestraft werden wenn ihre gewaltanwendung unschuldige trifft. ist das ein trockenes “wo gehobelt wird fallen halt auch späne”, und ein “der bürger hat auszuhalten das er unschuldig ziel staatlicher gewalt wird”?
    fakt ist das ich, wenn ich mit kumpels bewaffnet in eine wohnung eindringe wegen gemeinschaftlichen bewaffneten überfalls und nötigung dran wäre (und unerlaubten waffenbesitzes, klar) – wieso passiert das bei einem sek nicht wenn sie die falsche wohnung stürmen? wie kann das von den strafverfolgungsbehörden einfach mit einem “uups” abgetan werden?
    meiner meinung nach ist es nicht gewollt diese leute strafzuverfolgen, weil gewaltanwender in zukunft eventuell zögern würden ihrem job nachzugehen wenn sie wüssten das sie mit einem bein im knast stehen, und das die staatsorgane meinen das sie darauf angewiesen sind gewalttäter an der hand zu haben die nicht zimperlich sind – und um diese nicht-zimperlichkeit aufrechtzuerhalten wird billigend in kauf genommen das unschuldige dritte nebenbei ab und zu mal mit auf die fresse bekommen.

    und ich soll meinen das hier sei ein “rechtsstaat”? ja ne is klar.

  • WPR_bei_WBS

    @Stpogott:

    Verfahren wegen Betrugs? Wohl eher nicht – dazu bedarf es nämlich einer Betrugsabsicht. Und die ist hier ja eher nicht gegeben, da der Vater bis dato offensichtlich nicht wusste, dass man die Anwaltskosten bei Einstellung selbst berappen muss.

    Beim nächsten mal könnte es dann aber in der Tat passieren.

  • rjba

    @11: “Wenn der Alte weiter so schwadroniert (“die 140 Euro kann ich nicht zahlen”)…” In dem Artikel steht “Die Anwaltsrechnung von rund 140 Euro kann der Sohn nicht zahlen”. Lesen will gelernt sein, wenn man das mal so sagen darf, was angesichts des Links “Marler Zeitung muss Namen eines Forennutzers herausgeben” (weil der so strafwürdiges Vokabular wie „trickreich“, „gierig nach Pressepräsenz“ benutzt hat), allerdings fraglich ist im hiesigen freiesten Staatswesen aller Zeiten.

  • Quacksilber

    Hasserfüllte Poster:

    „Menschen, die hassen, haben keinerlei Empathie gegenüber den Gehassten; damit verlieren sie auch einen Großteil ihrer Hemmungen. Hass drückt eine starke Feindschaft aus, also eine Abgrenzung und damit in der Regel eine Zuschreibung ‘wir’ gegen ‘die’. Es bildet sich eine kollektive Identität heraus.“

    Das ist eine völlig falsche Sicht der Dinge. Empathie beinhaltet Sympathie wie Antipathie. Lt. Wikipedia bezeichnet sie die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen, Absichten und Persönlichkeitsmerkmale eines anderen Menschen oder eines Tieres zu erkennen und zu verstehen. Damit ist nicht im Geringsten Zu- oder Abneigung bezeichnet.

    Natürlich sind mir emotionslose, kalte Postings auch lieber, aber die Unterklasse ist nun mal so und da muss man Toleranz üben. Politiker wie auch andere (Werbefritzen) sprechen ungestraft Emotionen an, und das sollte auch so bleiben. Es ist ein Mangel, aber es würde unser gesamtes Menschenbild über den Haufen werfen, wenn man es saktionierte. Ich bin überdies davon überzeugt, dass es gar nicht möglich wäre.

  • Quacksilber

    @Quacksilber:
    Erläuterung:

    Ich habe mich im ersten Absatz missverständlich ausgedrückt. Kurz und knapp: Antipathie (Hass) ist eine Form von Empathie, umgekehrt sagt Empathie nichts über Sympathie aus. Insofern ist „Menschen, die hassen, haben keinerlei Empathie“ schlicht und einfach falsch.

    Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass nicht empathische Menschen, vielleicht Autisten, gar nicht hassen können.

    Resumé: Der Blogartikel geht von falschen Voraussetzungen aus und impliziert daraus eine Aussage. Aus Falschem folgt Beliebiges.

    Ingrid

  • Densor

    @Fehlgriff eines SEK: Schon witzig wie regelmäßig solche “Verwechselungen” inzwischen passieren.

    Wie oft hört man im Vergleich dazu (Ja herrlich doofer Vergleich!) von unerwünschten Pizza-Lieferungen, an falsche Adressen? Ich habe kenne keinen solchen Fall.

    Offensichtlich haben also selbst unterbezahlte Pizza-Kuriere eine höhere “Trefferchance”, als unser Sicherheitsbeamten und deren wuchernden Überwachungstechnik.

    Oder es liegt einfach nur an der fehlenden komplett VDS. Ohne die kann man sich halt nicht einmal bei der Hausnummer ganz sicher sein!

  • leser

    @Densor:

    Über bestimmte Ereignisse wird mit hoher Wahrscheinlichkeit berichtet, über andere nicht. Das ganze auch noch abhängig vom Medium.

    Eine Pizza-Lieferung an eine falsche Adresse hat wenig Nachrichtenwert. Wenn das passiert, kannst du es nicht am nächsten Morgen in der Zeitung lesen.

    Als lawblog-Leser bekommst du hingegen besonders viele Berichte über Fehler der Polizei zu lesen.

  • katzetatze

    @leser
    Eine Fehllieferung einer Pizza hat üblicherweise ja auch für die Betroffenen weniger schwere Konsequenzen.

  • marcus05

    @Stpogott:

    So ein bullshit, wer kein Geld hat kriegt keinen Anwalt und verliert jedes Verfahren unabhängig von Schuld weil er keine Akteneinsicht bekommt?

  • tph

    “Die Durchsuchung, so heißt es in dem Beschluss, könne nur durch die freiwillige Herausgabe der Personalien von „thinkpositive“ verhindert werden.”

    Wäre mal interessant zu sehen, ob das andere RichterInnen als Nötigung/Rechtsbeugung sehen würden. Gesetze und die Rechtsprechung des BVerfG werden anscheinend mal wieder völlig ignoriert.

  • kai

    auf Kosten sitzen geblieben:
    aus “kann nicht ganz ausgeschlossen werden” wird durch die Polizei “mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit”.

    Und sowas darf noch Polizist sein?

  • bicycleday
  • user124

    @user124:
    die antwort ist ganz einfach: kein vorsatz

  • turtle of doom

    Vor etwa sieben Jahrzehnten wurden Leute, die auf deutschem Gebiet für einen fremden Nachrichtendienst gearbeitet hatten oder ihm behilflich waren, ohne langen Prozess hingerichtet.

    Man müsste dies nur wieder einführen, und das Datenspionageproblem würde sich von selbst lösen.

  • Bishickledea

    @turtle of doom:

    Von selber wohl erst mal nicht – würden Sie die Exekution, ohne ordentliches Verfahren*, persönlich vornehmen wollen?

    *Wie vor ~70 Jahren

  • turtle of doom

    @Bishickledea:

    Es geht nicht darum, ob ich ein neues Betätigungsfeld als Hinrichter suchen würde.

    Sondern darum, weshalb die Standards bezüglich strafrechtlicher Verfolgung von Spionage so lasch geworden sind. Warum die BND bei der Spionageabwehr in einen offensichtlichen Winterschlaf verfallen sind, ist eine weitere interessante Frage.

  • Peter Tosch

    @turtle of doom:

    Sie schreiben: “fremden Nachrichtendienst”. Das ist falsch. Es ist ein “befreundeter Nachrichtendienst”.
    MfG

  • Autolykos

    @Peter Tosch: In der Spionage gibt es keine Freunde. Bestenfalls Leute, die gerade ähnliche Interessen zu haben scheinen. So weit ich sehen kann, macht §99 StGB auch keine Ausnahme für “Verbündete”.

  • fritzfratz

    Hasserfüllte Poster:

    Niemand hat das Recht bestimmte Umgangsformen von seinen Mitmenschen einzufordern.

    Wer das doch macht zeigt eine zutiefst gestörte Gesinnung. Es gibt kein Recht darauf, daß Meinungen nur so geäußert werden dürfen, wie einem das passt.

    Das hätten aber viele gerne. Und bei solchen Leuten wird dann aus: “Heimschicken und zwar alle und das möglichst schnell. Das ist ihre Zukunft und sonst nichts.” ein hasserfüllter Beitrag, den man am liebsten öffentlich schmähen möchte.

    Diese Meinung mag bestimmten Personen nicht passen, aber hasserfüllt ist da gar nichts. Meinungsbekundungen sind grundsätzlich immer legitim. Meinungsfreiheit heißt auch, daß die Art und Weise der Meinungsäußerung nicht eingeschränkt ist.

    Freiheit heißt, daß sich Menschen benehmen dürfen wie sie wollen, so lange sie die Rechte der anderen damit nicht beschneiden. Und niemand hat das Recht im Internet nur Beiträge zu lesen, die einem passen. Es gibt nur das Recht nicht beleidigt zu werden. Und auch dieses Recht wird in Deutschland deutlich eingegrenzt. In einer Kneipe, in der zB das Wort Arschloch der normale Umgangston ist, ist laut Rechtsprechung die Bezeichnung Arschloch eben keine Beleidigung.

    70 Jahre Bundesrepublik und immer noch haben vor allem die “besseren” Bürger ganz deutliche Defizite in Sachen Freiheit.

  • Quacksilber

    @fritzfratz:
    Dass der Artikel Unsinn ist, habe ich schon aufgeführt (#16-#17).

    Dass aber Freiheit heißt, daß sich Menschen benehmen dürfen, wie sie wollen, so lange sie die Rechte der anderen damit nicht beschneiden, ist Ansichtssache. Wie oft definieren auch hier verschiedene Menschen Begriffe verschieden. Dafür, das auszuräumen, sind die Kodizes da.

    Im Artikel wird einfach behauptet, Menschen, die hassen, würden sich nicht in Gehasste einfühlen. Das ist nicht schlüssig und zumindest für mich widersprüchlich. Wer jemanden hasst, will in der Regel dessen Emotionen ansprechen. Ob er die richtig erkennt, ist dabei zweitrangig. Irrtümer gibt es umgekehrt auch in der Liebe.

  • Earonn

    @hasserfüllte Postings
    @fritzfratz
    Natürlich soll nicht alles, was jemandem nicht gefällt, verboten werden.
    Aber wir haben ja gerade gesehen, wie viele Kommentatoren der Meinung sind, eine Frau, die sich für ein Frauenprotrait auf 10-Pfund-Noten einsetzt, müsse vergewaltigt werden.
    Auch ‘nur eine Meinung’?
    Wo/wie wird die Grenze gezogen? Es gibt ja schließlich auch so etwas wie Implikation – im oben genannten Fall wurde z.B. die angebliche Adresse der Frau öffentlich gemacht. Soll jeder alles anregen dürfen, nur weil er “Ich finde…” davor schreibt?

    Notwendig sind solche Äußerungen jedenfalls nicht, und ich wette, im realen Leben wären die Leute, die so was schreiben, zu feige dafür.

  • Stpogott

    @WPR_bei_WBS:

    Kleine Nachhilfe in Realitätskunde: Klar gibt das ein Verfahren wegen Betrugs, weil der Anwalt Strafanzeige erstattet. Ob auf den Einspruch des Alten (oder des Sohnes, je nach Adressat) gegen den Strafbefehl ein Freispruch rauskommt, ist höchst unwahrscheinlich.

    Fragen Sie den Strafverteidiger Ihres Vertrauens. Und nehmen Sie Geld für die Rechnung mit.

  • leser

    @Stpogott:

    Du gehst von einem Sachverhalt aus, der dem Artikel nicht zu entnehmen ist.

    Der Vater hat nur gesagt, der Sohn könne die Anwaltskosten nicht zahlen. Daraus läßt sich nicht folgern, dass der Anwalt auf seiner Rechnung sitzen bleibt. Es kann z.B. gut sein, dass der Vater eine “Bürgschaft” für die Anwaltskosten übernommen hat (“notfalls bezahl ich sie, Herr Anwalt, das würde ich aber gerne vermeiden”).

    Außerdem: Hätte der Vater den Anwalt nicht für den Sohn beauftragen dürfen, dann hätte der Sohn vermutlich einen Schadenersatzanspruch gegen den Vater und könnte den Anwalt auf diesem Weg bezahlen (Zahlungsfähigkeit des Vaters vorausgesetzt).

  • user124

    @user124: “kein vorsatz” ist irrelevant. die tat ist begangen worden und muss geahndet werden, z.b. um in zukunft exekutivorgane daran zu hindern dermaßen fahrlässig zu handeln.
    große macht erfordert große sorgfalt, und die sorgfalstspflicht wurde offensichtlich vernachlässigt.

    kleine analogie: ich könnte ungezielt eine schusswaffe aus dem fenster halten und blind das magazin leerschießen. wenn ich zufällig jemanden treffe war das kein vorsatz weil ich ja nicht gezielt habe – also gehe ich straffrei aus?

  • user124

    @user124:
    zum ersten teil zunächst “keine strafe ohne gesetz”, daher wahrscheinlich kein zu ahnendes verhalten. aber natürlich bleibt einer staatsanwaltschaft eine prüfung vorbehalten. im übrigen soll natürlich eine verletzung von sorgfaltspflichten geahndet werden, es könnten zb schadenersatzansprüche, schmerzensgeld usw. anfallen.

    zum zweiten teil, es wäre neben anderen mit strafe bedrohten rechtsverstössen eine fahrlässige körperverletzung, die kann man eben ohne vorsatz begehen. sagt der begriff fahrlässig halt. gibt auch die fahrlässige tötung im stgb. einfach mal nachschauen….

  • user124

    @tph:
    durchsuchungsbeschlüsse gegen unverdächtige haben immer den hinweis auf abwendung durch freiwillige herausgabe. das ist keine nötigung, sondern der hinweis auf eine wichtige rechtsfolge.

  • user124

    @user124: ein sek “betritt” jedoch willentlich als gruppe eine wohnung, mit fertiggeladenen automatischen waffen und explizit dem ziel den personen in der wohnung gewalt anzutun – sie in *jedem fall* unschädlich zu machen. und genau das erfordert eine massive sorgfaltspflicht, und muss bestraft werden wenn es die falschen trifft.
    wer so eine verantwortung trägt *muss* einfach mit einem bein im knast stehen, wer das nicht will öffnet fahrlässigem missbrauch tür und tor.

  • Densor

    @leser: Sorry aber ich halte es für relativ unwahrscheinlich das Pizza-Kuriere regelmäßig falsche Adressen “Zwangsbeliefern”, komplett unabhängig von der Frequenz in welcher über solche Dinge berichtet wird.

    Da fehlt dem Kurier schon das nötige “Durchsetzungsvermögen” um das passieren zu lassen, ganz davon zu schweigen: So etwas versucht der Kurier einmal, danach ist er nicht nur seinen Job sondern auch seine Freiheit los.

    Falschlieferungen im Sinne von “falsches Produkt” geliefert, passieren natürlich regelmäßig. Aber selbst in der billigsten Pizzabude hat es Konsequenzen wenn sich ein solch “mieser Service” zu sehr häuft, das wirkt absurd.

    Wenn beim Pizzadienst etwas schief geht ärgert man sich höchstens über die Oliven auf der Pizza.

    Wenn bei einem SEK Einsatz etwas schief geht ist eine kaputte Türe noch das mindeste Problem für die Betroffenen, meist steht man vor einer ruinierten Existenz.

    Warum also muss jeder unterbezahlte Pizza-Kurier mehr Verantwortung und Konsequenzen für sein handeln übernehmen, als unsere top ausgebildeten und üppig bezahlten “Sicherheitsbeamten”?

    Oliven auf der Pizza vs ein Dutzend Typen mit automatische Waffen in der eigenen Wohnung.
    Da sind die Qualitäten komplett andere, dementsprechend sollten die Maßstäbe auch wesentlich höhere sein. Das scheint aber leider nicht der Fall zu sein..

  • TaR

    @SEK-Einsatz:

    1) Das SEK “betritt” eine Wohnung. Welch ein Euphemismus!

    2) Hoffentlich kriegt die Familie keine Anzeige wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte an die Backe!

  • Klaus

    @Volker: Viel zu tun? Haben die ja auch! Allein die polizeiliche Kriminalstatistik weist mehr als 200.000 Fälle pro Jahr aus. Jedes Jahr steigt diese Zahl. In 1993 waren es nur 99.885 Fälle.

    Es kommt gar nicht darauf an, ob letztlich tatsächlich eine Beleidigung vorliegt. Es reicht ja den aufmüpfigen Bürgern eine Menge Ärger und Unannehmlichkeiten zu bereiten. Denn der Bürger muss seine Freizeit und sein Geld für den Anwalt in ein solches Verfahren stecken, während Amtspersonen — bei denen fast ausschließlich ein öffentliches Interesse gesehen wird — dies in ihrer Arbeitszeit erledigen und alles vom Staat bezahlen lassen. Wenn man dann noch einen entsprechenden Amtsrichter hat, der überall eine Beleidigung sieht, wo Amtspersonen im Spiel sind, dann darf der Bürger entweder klein beigeben oder in die nächste Instanz mit noch höherem Aufwand eintreten.

    Es ist wie bei der Überwachung: Es geht nicht darum, dass tatsächlich eine Beleidigung vorliegt. Es geht darum, dass der Bürger das Gefühl bekommt seine Meinung möglichst nicht offen äußern zu dürfen, da ihm sonst ein Strafverfahren und somit jede Menge Unannehmlichkeiten blüht.
    Hier müsste das BVerfG mal einen radikal Schnitt machen und entscheiden, dass strafrechtlich verfolgte Beleidigungen absolute Ausnahmefälle darstellen müssten, um die Meinungsfreiheit nicht zu gefährden. Jeder Amtsträger sollte auch mal einen Kraftausdruck eines erbosten Bürgers aushalten können, ohne dass man sofort mit allen Mitteln des Strafrechts dagegen vorgehen muss.

  • tph

    @user124:

    Wurde §258 StGB abgeschafft? Und/oder was hindert die/den so “Aufgeforderten” mal kurz einen plausiblen Datensatz zu generieren? Die Angaben, die bei der Registrierung in solchen Foren gemacht werden, werden im allgemeinen nicht mit irgendwelchen Dokumenten abgeglichen.

  • earendil

    Der vorletzte Link spricht mir aus der Seele, wie ich ja dort schon geschrieben habe. Allerdings wäre mal interessant, was der Autor dieses Blogs oder auch sein Maschinensklave zu dem Thema meinen, denn das betrifft ja auch seinen Blog immer wieder. Darunter auch dieser Punkt:

    Der zweite Schritt ist dann, für ein positives Klima zu sorgen. […] Das simpelste Beispiel: Journalisten müssen den Leser und Usern auch Wertschätzung zeigen. Es macht einen riesigen Unterschied, wenn diese das Gefühl haben, sie werden ernstgenommen. Dazu das Zitat eines Zeit.de-Redakteurs: „Sobald irgendein Mitglied der Redaktion, sei es auch nur ein Moderator, einen Kommentar verfasst, beruhigt sich jede Debatte. Zumindest ein Stück weit, zumindest eine Zeit lang. Ich glaube, es liegt daran, dass die Leser erst einmal vor diese Wand gestellt sind. Die Seite wirkt irgendwie kalt, unmenschlich, das ist ein Produkt. Das lese ich und dann fange ich darüber an, zu zetern. Sobald da aber ein Mensch ist, der sagt, dass er sich Gedanken dazu gemacht hat, gehe ich ganz anders damit um.“

    Ich denke mal, dass hier kaum moderiert und von seiten des Blogautors auch so gut wie nie mitdiskutiert wird, hängt auch stark mit fehlenden Kapazitäten zusammenl. Da kann man an freie Blogger_innen natürlich nicht dieselben Ansprüche stellen wie an professionelle Redaktionen. Aber die grundsätzliche Meinung dazu fände ich trotzdem interessant.

  • Autolykos

    @fritzfratz:

    Niemand hat das Recht bestimmte Umgangsformen von seinen Mitmenschen einzufordern.

    Bei sich zu hause (bzw. im eigenen Blog) hat er das schon, und das kann (und sollte) er auch wahrnehmen. Spam und wüste Beschimpfungen werden in jedem anständigen Diskussionsforum (dieses hier eingeschlossen) rausmoderiert, und das ist im Allgemeinen eine gute Sache.
    So lange dieser Punkt noch nicht erreicht ist, gibt es unterschiedliche Ansichten ab wann eingegriffen werden sollte (UV scheint da eher laissez-faire zu sein) die alle legitim sind. Wem der jeweilige Moderationsstil nicht passt, der kann ja seinen eigenen Blog aufmachen.

  • emma peel

    Das hier nicht (oder nur wenig) moderiert wird, finde ich sehr gut. Wie sonst könnte ich Meinungen andere erfahren, die schon gelöscht sind, weil sie jemand nicht passen? Sicher, wenn die Beiträge dahin gehen: “du bist dumm” “nee, du bist dumm” dann ist das schon nervend. Allerdings denke ich, die Kultur des Boards regelt das. Trolle einfach nicht füttern, Streithähne mit Argumente zum Thema zwingen. Diskussion ist nicht: ich habe recht!!

  • earendil

    @emma peel: Es gibt ja die Möglichkeit, eine Troll- und Haterhalde einzurichten, auf der alle gelöschten Kommentare gesammelt werden (ausgenommen Spam i.e.S.). Da ist dann transparent, was gelöscht wurde, ohne dass die Diskussion durch Hasskommentare vergiftet wird. Und die Möglichkeit, Trolle zu füttern, besteht dann auch nicht mehr.

  • Autolykos

    @earendil: Youtube macht das IMHO ganz gut. Schlecht bewertete Beiträge werden ausgeblendet, aber wenn man sie trotzdem lesen will, kann man sie sich “ausklappen” lassen. So bleiben die Beiträge auch im richtigen Kontext, anstatt komplett rausgerissen zu werden.

  • earendil

    @Autolykos: Auch ne Möglichkeit. Aber bei Userbewertungen sehe ich noch viel mehr als bei Moderation die Gefahr, dass nicht bloß Hasspostings, sondern einfach alle Minderheitenmeinungen schlecht bewertet und folglich ausgeblendet werden. Lässt sich grade bei Youtube gut beobachten. Und Youtube ist ja sowieso ein abschreckendes Beispiel, was die Qualität von Kommentaren betrifft, aber das liegt halt am Medium.

    Im Gegensatz zu Userbewertungen kann sich eine gute Moderation an halbwegs objektiven, transparenten Kriterien orientieren, anstatt einfach missliebiges zu löschen oder zu verstecken.

  • Tillmann F.

    Müsste ich mir eigentlich Sorgen machen, wenn ich bei der versehentlich falschen Stürmung meiner Wohnung Widerstand leiste und dabei Beamten verletze? Immerhin sind diese ja zu Unrecht in meine Wohnung eingedrungen, vermutlich des Nachts, wo ich doch kaum die Möglichkeit hatte die Lage zu analysieren, geschweige denn die Rechtmäßigkeit der Aktion zu prüfen. Aus meiner Perspektive wäre das ja ein Überfall.

    Gehen wir mal davon aus, dass ich nicht schliefe, und es mir gelänge die Beamten zu überrumpeln (Einzelkämpferlehrgang und jahrelange Nahkampfausbildung im mil. Bereich vorausgesetzt) und einem gar eine Waffe zu enteignen um mich zu verteidigen, wäre ich dann automatisch der Verbrecher?! Selbst wenn keine Schüsse fallen oder jemand mehr als nur ein paar Blessuren erleidet.

  • Tillmann F.

    Der letzte Satz sollte natürlich bedeuten, dass niemand außer über ein paar kleinere Blessuren hinaus verletzt würde. Sah im Nachhinein etwas unklar aus…