Sprachkunstwerk

In Griesheim, das ist bekannt, spioniert die NSA. Nachdem interessierte Bürger dem “Dagger”-Komplex mehrere Besuche abgestattet haben, stellte die Militärverwaltung nun neue Schilder auf. Diese lassen sich so verstehen, dass Fußgänger den Eberstädter Weg nicht entlanggehen dürfen.

Kleines Problem: Die Straße ist öffentlicher Grund, und hier hat erst mal lediglich die Gemeinde was zu sagen. Die örtliche Bürgermeisterin Gabriele Winter reagiert dementsprechend säuerlich:

Das ist und bleibt eine öffentliche Straße und jeder kann dort fahren, radeln oder spazieren gehen. Wir werden den Eberstädter Weg von Griesheimer Seite aus jedenfalls nicht sperren.

Unklar ist allerdings noch, ob die Amerikaner wirklich normale Passanten mit einem Verbot belegen wollen. Das Schild bietet jedenfalls zahlreiche Auslegungsmöglichkeiten.

Es wendet es sich an “All Personnell”. Damit dürftem – zumindest auf dem Papier – die eigenen Mitarbeiter gemeint sein. Wird denen nun das Gehen auf dem Griesheimer Weg untersagt. Oder weist das Schild die Mitarbeiter darauf hin, dass Fußgängerverkehr Dritter nicht erlaubt ist und das amerikanische Personal entsprechend einschreiten darf?

Sprachlich ist da viel Luft drin. Was bleibt ist der Fakt, dass die Schilder offensichtlich eine Reaktion auf die unerwünschten Besuche am Dagger-Komplex sind (auch die deutsche Polizei wurde bereits gerufen). Die Schilder erwecken jedenfalls auch erst mal bei Passanten den Eindruck, dass der Eberstädter Weg entlang des Dagger-Komplexes zu Fuß nicht begangen werden darf.

Egal, wie das Sprachkunstwerk nun zu verstehen ist – der Einschüchterungseffekt ist jedenfalls einkalkuliert. Zumindest das lässt sich eindeutig feststellen.

Bericht im Darmstädter Echo

73 Gedanken zu “Sprachkunstwerk

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    Mal ganz abgesehn davon, dass auch in Griesheim Deutsch die Amtssprache ist und nicht Englisch. Insofern wuerde ich dieses Schild als fuer mich nicht relavant betrachten.

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    Da das Schild nicht in Deutsch ist, kann das nur für die Amerikaner (in dem Komplex) gelten.

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    Das wäre doch eine gute Gelegenheit für alle, sich die Schilder mal bei einem persönlichen Besuch aus der Nähe anzusehen.

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    Also ich wäre glaube ich nie auf die Idee gekommen, dass es sich bei dem Schild in englischer Sprache an eine Anweisung an die örtliche (deutsche) Bevölkerung handeln sollte.

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    Der wichtige Teil auf den Schildern ist unauthorized.
    Und das “attention all personall” bezieht sich eindeutig auf die Mitarbeiter.
    Also ich verstehe das Schild so: Der Obermacker sagt seinen Angestellten das er den Fußgängerverkehr auf der genannten Straße nicht autorisiert hat.
    Warum er das nicht in einer internen Rundmail macht versteh ich nicht ganz. Besonders gehe ich davon aus, dass die eigenen Mitarbeiter die Schilder an der Stelle eher selten lesen werden. Das lässt schon mal tief auf den Geisteszustand des Verantwortlichen blicken.
    Das er dann noch sagt, das er es nicht autorisiert hat lässt meine Befürchtungen bezüglich des Geisteszustandes noch weiter Wachsen. Er hat sicherlich auch nicht autorisiert das ich aufs Klo gehe. Gibt es ja auch keinen Grund für. Genauso wenig Grund gibt es, den Fußgängerverkehr auf besagter Straße zu autorisieren. Hinzu kommt noch, dass er irgendwie auch kein Recht hätte, da irgend was zu autorisieren.
    Also fassen wir zusammen, da werden (oder sollen) die eigenen Mitarbeiter an absolut unangebrachter Stelle über einen seit jeher bestehenden Zustand informiert (werden).

    Und für uns. Nur weil ein Verrückter meint was autorisieren zu wollen, heißt ja nicht, dass es verboten ist. Das muss man ja auch verstehen. Der arme Mann hat halt keine Terroristen oder sonstigen schweren Verbrecher die er fangen kann oder will. In Ermangelung an Arbeit würde er halt gerne den Fußgängerverkehr autorisieren. Damit er sich nicht ganz überflüssig fühlt.

    Daher sollten wir uns überlegen, ob wir ihn nicht helfen wollen. Man könnte ja einfach mal schreiben an ihn schicken, um um Autorisierung bitten. Aber bitte wirklich nur das schreiben dann schicken. Zusätzlich Puderzucker oder so führt sicherlich nur zu besuchen der hiesigen Polizei.

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  9. 9

    Da das Schild nicht in Deutsch ist (und nicht jeder Englisch kann) hat es überhaupt eine Bedeutung?

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  11. 11

    wen interessieren schon Schilder auf englisch, ein gepflegtes ignorieren tut es da auch, auch wenn man sicher viel an den USA und ihren ausführenden Organen rummäkeln kann man, muss nun auch nicht anfangen sich an Nichtigkeiten hochzuziehen und immer was böses unterstellen. Die Möglichkeit das man verhindern will das das eigene Personal in querellen mit Passanten verwickelt wird ist ja nun nicht ganz von der Hand zu weisen

  12. 12

    Was wäre wenn die Spaziergänger ein Schild dabei haben auf dem steht:

    “Spying on citizens is UNAUTHORIZED”

  13. 13
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    Ähm, ist es nicht egal was da steht. In Deutschland ist englisch doch keine Amtssprache.

  15. 15

    Soviel zum Thema: “Die amerikanischen Geheimdienste halten sich an deutsches Recht”.

    :D

  16. 16

    ich hab nun kein Englisch-Diplom, aber ich weiß, daß es auch die Wörter “prohibited”, “forbidden” und “not allowed” gegeben hätte. Und die wissen ganz genau, warum sie die nicht verwendet haben. Sondern diese – zugegebenermaßen schillernde – Seifenblase.

  17. 17

    Außreichend dimensionierter Folienaufkleber (leicht wieder ablösbar) diagonal drüber, beschriftet mit “Irrelevant”. Das verstehen die Passanten, sowie die Gifticks™ hinterm Zaun…

    Es grüßt – und empfiehlt für’s näxte Picknick Giftick-Kostüme und große Fotoapparat-Attrappen mit funktionierendem Blitzlicht – euer

    Profi-Amateur

  18. 18

    @Profi-Amateur: Ich glaube ja, jenseits des Zaunes bei Griesheim ist man recht humorlos und hat kein Problem damit nen ‘German Spassvogel’ wegen eines versuchten Anschlages auf ein amerikanisches Schild auf Kuba ohne Prozess festzuhalten.
    Ich würde doch sehr von irgendwelchen “Aktionen” abraten.

  19. 19

    hihi…da zeigen die amis jetzt endlich, was sie hier in deutschland sind: eine besatzungsmacht. gerade aus zivilem ungehorsam würde ich nun definitiv mehrmals täglich dort entlangflanieren.

  20. 20

    ab von der Aufregung, vielleicht passen sich die Amis ja nur den regionalen Gepflogenheiten an. Im aufstellen von schwachsinnigen Schildern sind wir ja wohl Weltmeister

  21. 21

    @Christian: Die sollen mal versuchen einen Einzelenen aus einer Gruppe zu separieren und auf ihr Gelände zu verschleppen… Abgesehen davon das die keinerlei polizeiliche Befugnisse außerhalb ihres Quadrates haben, sollte das am Einsatz der anderen Mitdemonstranten scheitern, sofern seitens der Schlapphelme kein Blutbad angerichtet wird und DAS werden die nicht wagen…

    Es grüßt – die haben nicht mehr Befugnisse als Opa Hoppenstedts Hut – euer

    Profi-Amateur

  22. 22

    Unabhängig, ob das Schild irgendeine rechtliche Wirkung entfaltet:

    Wie nervös sind die denn, um so etwas da hinzuhängen? Unglaublich, dass sich ein Standortkommandant (oder eine noch höhere Stelle) durch einen einzelnen Bürger, der zu “Spaziergängen” einlädt, so in die Enge gedrängt fühlt!

    (Zeigt auch sehr schön, dass man DOCH was machen kann und “der Staat” ziemlich schnell in die Defensive gerät. Falls mal wieder jemand sagt: “Aber was kann ich alleine gegen den Staat/die Überwachung/etc. tun?”)

    Abgesehen davon: Wäre eine “negative Festellungsklage” möglich? Oder etwas verwaltungsrechlich ähnliches? Immerhin scheint auf dem Schild ja eine fehlerhafte Rechtsauffassung verbreitet zu werden. Und wer wäre da Klageberechtigt? Jeder Bürger? Oder nur die Gemeinde? Wäre ja evtl. ein schöner PR-Stunt für die Piratenpartei Hessen…

  23. 23

    Wozu eine negative Feststellungsklage wegen eines wirkungslosen Dekorationsgegenstandes. Das Schild hat rechtlich weniger Relevanz als eine Prilblumen-Aufkleber zuhause an der Kühlschranktür.

    Es grüßt – das würde den Firlefanz nur ungehörig aufwerten – euer

    Profi-Amateur

  24. 24

    Also die Überschrift und die letzten 5 Worte auf dem Schild sollten schon stehen bleiben. Den Rest könnten die Amerikaner ja einfach durchstreichen, damit der Sinn klar wird. Oder? :-)

  25. 25
  26. 26

    @23 Weil Wahlkampf ist und Klappern zum Handwerk gehört.

    Und weil man so möglicherweise deutlich mehr Menschen erreicht, wenn man ihnen zeigen kann, dass die Geheimdienste sogar Spaziergänge im “freien Deutschland” untersagen wollen.

    Ist für den einen oder anderen evtl. “greifbarer” als die unsichtbare Gefahr der Überwachung im Internet.

  27. 27

    Die Gemeinde könnte ja auch ein Schild aufstellen und ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Fußgängerverkehr gestattet ist.

    @Martin:

    Alternativ könnte man ja noch weitere Schilder aufstellen, um deutlich zu machen, dass auch andere Dinge nicht autorisiert sind. Z.B.:

    “ATTENTION ALL PEDESTRIANS. Having snusnu with a spy is UNAUTHORIZED.”

  28. 28

    Nachdem ich über das Dingens noch mal etwas sinniert habe komme ich zur Erkenntnis, das der Kommandant damit wohl sein Personal anweisen will, Kontaktsituationen mit den legitimen deutschen Fußgängern zu vermeiden. Schilder die sich an die deutsche Bevölkerung richten (z.B. Ausweisung von militärischen Schutzbereichen) sind nämlich immer zweisprachig abgefasst.

    Es grüßt – muß ja Alles seine Ordnung haben – euer

    Profi-Amateur

  29. 29

    Hmmmm, kann man denen nicht mal Auskunftsgesuch nach § 34 BDSG zukommen lassen. Sie mögen doch bitte Auskunft geben, welche personenbezogenen Daten über mich gespeichert sind.

  30. 30

    Alle falsch, ihr könnt doch kein Englisch:

    Das Schild verbietet eindeutig nur “Pederasten” den Spaziergang, das heißt:
    Alle, die NICHT vorbeigehen, sind welche. :-)

  31. 31

    @Profi-Amateur:

    Aber müsste er dann das Schild nicht innen anbringen? Ich meine wenn das Personal das Schild erst sieht, wenn die schon auf der öffentlichen Strasse sind, ist es doch zu spät. Die müssten doch vorher gewarnt werden und somit müsste das Schild gegen innen gerichtet sein.

  32. 32

    So ein Schild lädt die Prostestaktionen doch geradezu ein.

    übrigens, unauthorized ist ein durchausgängiges Wort um Verbote zu um schreiben. Neusprech eben.

  33. 33

    @SJ: Da bekommst du im günstigsten Fall einen Stapel vollständig geschwärztes Papier.

    Es grüßt – mach die Augen zu, dann siehst du was dir zubilligen werden – euer

    Profi-Amateur

  34. 34

    Dass sich “All Personell” nur auf die eigenen Mitarbeiter bezieht ist schlichtweg falsch. Wenn auf einem Flughafen oder Schiff (bei letzteren ist aber eher “All Hands” üblich) eine derartige Durchsage kommt sind ja auch nicht nur die Angestellten des Flughafenbetreibers, oder das Schiffspersonal gemeint.

    Warum aber der NSA glaubt deutschen Zivilisten etwas befehlen zu können…

  35. 35

    @SJ: Das die äh… ein wenig “intelektuell herausgefordert” sind haben die ja schon hinreichend bewiesen, da kann mich die unbeholfene Platzierung des Schildes auch nicht weiter schocken.

    Es grüßt – DBDDHKP – euer

    Profi-Amateur

  36. 36

    @Profi-Amateur:

    sofern seitens der Schlapphelme kein Blutbad angerichtet wird und DAS werden die nicht wagen

    Du lebst seit 60 Jahren unter einem Stein, oder?

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    @Bernd:

    Ich vermute mal, auf der Holloman AFB würde das ähnlich ablaufen.

    AUF der Air Force Base vermutlich.

    Hier geht es aber um einen öffentlichen Weg, der offenbar zur Gemeinde Griesheim gehört und nicht Teil des Grundstücks des “Dagger-Komplexes” ist. Die Gemeinde hat somit zuallererst mal Gebietshoheit über diese Straße. Verwaltungsrecht war nie so mein Steckenpferd, aber es scheint hier zunächst einmal wirklich keine Rechtsgrundlage zu geben, aufgrund derer die Betreiber des Dagger-Komplexes, auch wenn sie Anlieger des Elberstädter Wegs sind, Zivilisten generell von der Nutzung des Weges ausschließen (lassen) können. Wenn ich ein Haus habe, dann kann ich auch nicht verlangen dass auf der öffentlichen Zufahrtsstraße zu meinem Haus niemand gehen darf weil es mir nicht passt.

    Befindet sich der Zufahrtsweg auf meinem Grundstück, dann ist das ein Privatweg und ich darf anderen die Nutzung grundsätzlich verwehren. Dementsprechend wird wohl auch niemand ernsthaft denken, dass er als Bürger ein Recht hätte einfach mal so über die Holloman AFB zu laufen. Aber hier gehts um ne öffentliche Straße, und somit sind die Amis, wie man dort drüben so schön sagt, “shit out of luck”…

  39. 39

    Fast noch witziger finde ich, dass die Amis meinen, bei uns in Deutschland Schilder in Englisch aufstellen zu können und sich auch Deutsche davon abschrecken lassen sollen.

    Tut mir Leid es einfach mal ganz plakativ sagen zu müssen: Ami Go Home!

  40. 40

    Das Schild ist eigentlich nur eine Hinweis für die Mitarbeiter das Fußgänger nicht authorisiert sind. Die Mitarbeiter werden schon wissen was das bedeutet. Wahrscheinlich das man nicht sagen darf oder so.

    Verboten wird da niemandem direkt etwas.

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    Man möchte sicher vermeiden, dass mittagspäuselndes Personnel auf diese crazy spazierwalkenden Germans trifft und auch noch in Gesprächsaufklärung verwickelt wird. Counterspying de luxe!

  42. 42

    “Dieser Unsinn ist automatisch erstellt und auch ohne Unterschrift gültig” fehlt unten am Schild noch.

  43. 43
  44. 44

    Zumindest soolte der allgemeinübliche Durschnittsbürger nicht gegen den (Elektro-?)Zaun pinkeln.

    Denkt dran: Pinkelst Du am Elektrozaun, werden die Haare lockig und braun. :-)

    Mfg
    Schlapphut
    (soeben gelandet)

  45. 45

    @Name: Die müssten ALLE Zeugen töten, deren Kameras/Handys einsammeln und noch dazu müssten sie verhindern, das per Videotelefonie und Streaming das Geschehen außerhalb ihrer Reichweite gespeichert werden kann, damit das denen nicht als Grund für einen fristlosen Rauswurf auf die Füße fallen kann. Das ist hier in Deutschland von der politischen Dimension her ein paar Nummern zu groß für die Römer, wie wir dieses lustige Völkchen zu meiner Luftwaffenzeit, in Anlehnung an Asterix intern genannt hatten…

    Es grüßt – die Grenzen für deren Handeln sind durch Politik bestimmt und nicht durch Gesetze – euer

    Profi-Amateur

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    @Jonas:

    Das hat aber mit Besatzermentalität nichts zu tun. Es geht ja offensichtlich auch nicht darum, irgendjemanden von der Nutzung des Weges auszuschließen, sondern das Personal der Einrichtung darauf hinzuweisen, dass Fußgänger nicht zum Betreten der Einrichtung berechtigt (“authorized”) sind.

    Ich kenne die Gegebenheiten vor Ort nicht. Möglicherweise findet eine Zugangskontrolle für Fahrzeuge außerhalb statt, weil die Zufahrtstraße nicht für den öffentlichen Verkehr freigegeben ist. Oder das ist eine generelle Aufforderung, alle Fußgänger zu ignorieren, weil die Berechtigten eh mit dem Auto kommen.

  48. 48

    Sie haben Angst vor uns! Weiter so, Jungs und Mädels!

    Sollen Sie doch Angst haben.
    Angst haben, vor all denen, die nichts zu verbergen haben und die sie nicht zu fassen kriegen. Vor all denen, die es sich leisten können, einfach ab und zu mal am Zaun entlang zu lustwandeln.

  49. 49

    @Tillmann F.:

    http://www.linguee.de/deutsch-englisch/search?source=englisch&query=Personnell

    Siehe da: Überall wird “Personnell” im Zusammenhang mit Mitarbeitern (Personal) verwendet. Das ist ziemlich eindeutig: Das Schild soll die eigenen Mitarbeiter darauf hinweisen, dass sie nicht außerhalb des Zauns spazieren sollen. Dazu wird es auch eine interne Dienstanweisung geben und das Schild ist da her als Gedächtnisstütze zu verstehen.
    Außerdem sind die Amerikaner nicht doof und würden ein Verbotsschild, was sich an die Bevölkerung richtet auch in Deutsch verfassen.

    Das ganze ist letztlich nur ein Sturm im Wasserglas bzw. ein Sommerlochthema.

  50. 50

    Man kannes auch übertreiben.
    1. Das Schild richtet sich an das US-amerikanische Personal (Sprache; Ansprache mit “Personell”).
    2. Das Schild erläutert dem Personal, dass die Menschen, die da auf der Gasse langwandern, unautorisiert sind in Bezug auf den Komplex, dass also ggf. auf solche Dinge wie Fotografieren, Demonstrieren etc. zu achten sind.

    Kein Grund zur Panik.

  51. 51

    Solange es zwischen USA und Deutschland kein Friedensvertrag gibt, werden die Amis, wenn es hart auf hart kommt, uns sagen dürfen, wo es lang geht.

  52. 52

    Tut mir Leid, ich kann kein Englisch. ;-)
    Wenn die Amis nicht einmal ein deutschsprachiges Schild aufstellen können, wie sollte mich dieses dann beeindrucken oder einschüchtern?
    Und letztlich muss man sich in der Tat fragen, auf welcher juristischen Grundlage dieses geschieht – wenn es denn für Deutsche und Spaziergänger gelten soll.
    Ich denke aber, das Spaziergänger die dieses Schild ignorieren eine Extraportion Überwachung gebucht haben und besser nicht in die USA reisen sollten. Sicher ist sicher.

  53. 53

    @Bernd: So verstehe ich das Schild durchaus auch, da ist nicht wirklich so viel Spielraum bei der Übersetzung.

    Das erklärt aber nicht warum diese Schilder anscheinend hauptsächlich an der Außenseite des Geländes angebracht sind. Das Personal selbst kann diese ja überhaupt nicht lesen, zumindest nicht aus dem eigenen “Käfig” raus.

    Von daher glaube ich schon das da auch ein bisschen Einschüchterung mit hinein spielt. Deswegen wohl auch die Wahl der englischen Sprache.

    Ginge es nur um das Personal wären die Schilder in deren Richtung angebracht, nicht in die Richtung der “Fußgänger die nicht Autorisiert sind”. Bzw. ginge es nur um das Personal würde ich bezweifeln das selbiges so Doof ist wirklich solche Schilder zu brauchen.

    Die andere Möglichkeit: Die NSA vertraut ihren eigenen Mitarbeitern schon nicht mehr weiter, als man dem gemeinen Zoobesucher vertrauen würde. Deswegen gibt es jetzt halt die “nicht füttern” Schilder um auf Nummer sicher zu gehen?

    Sieht übrigens immer nach einer sehr schönen Gegend aus, dort. Wäre das etwas näher an mir dran würde ich dort bestimmt regelmäßig Picknicken, mit einem Korb voller Elektronikbauteile und Antennen ;)

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    Steht das Schild jetzt auf derem Gelände oder außerhalb? Kennt jemand die Worte konstruktiver Vandalismus? Könnte man nicht die ganze Ebene einstampfen (lassen) und einen schönen Ententeich hinsetzen?
    Es könnte sich ja jemand mal opfern und schon aus Prinzip da langmarschieren, wenn nichts passiert ist es gut, wenn doch gibt es einen weiteren Skandal und man hat was gegen die in der Hand vor Gericht.

  55. 55

    Man kann das auch so verstehen, dass dem Personal des Komplexes untersagt wird, sich an den Spaziergängen entlang des Weges zu beteiligen. Das wäre doch zu begrüßen, da eine Unterwanderung durch dort beschäftigte Agenten somit ausgeschlossen ist. ;-)

  56. 56

    authorized ist typisch amerikanische Militärsprache.

    Ist es zum Beispiel knall hieß. heißt es im Tagesbefehl des Standortkommandanten: summer uniform is authorized.

    Zu Deutsch: ihr dürft heute die kurzärmelige Jacke tragen.

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    Alles wieder in Butter:
    “Am Mittwochnachmittag kündigte die Armee in einem Schreiben an hr-online an: ‘Um für die Zukunft Verwirrung oder Missverständnisse bei unseren deutschen Nachbarn auszuschließen, werden die Schilder im Augenblick abgehängt.’”
    Aber interessant ist auch das:
    “Auf den Schildern steht: “ATTENTION ALL PERSONNEL: Pedestrian traffic along Eberstädter Weg (The road parallel to the Dagger Complex) Is UNAUTHORIZED”. Die Angehörigen der Armee werden also darauf hingewiesen, dass sie nicht zu Fuß auf der Zufahrtsstraße zum Dagger Complex gehen dürfen. Das ziele ausschließlich auf die Sicherheit der Mitarbeiter im Straßenverkehr, sagte die Armeesprecherin zu hr-online. Die Schilder seien seit mehr als einem Jahr am Zaun. Auch ältere Bilder der Presseagentur dpa belegen, dass die Schilder schon vor der ersten Anti-NSA-Protestaktion hingen.”

  59. 59

    So ein Stress … warum legen die nicht einfach einen Wanderweg + einen Fahrradfernweg dort entlang? Und vorne dran noch demonstrativ ein Schild mit Fußgänger-+Fahrradweg und “Autos frei” oder so was. Vielleicht auch einfach auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Touristenmagnet eröffnen, moderne Kunst eignet sich da doch immer (vielleicht so ein Auge).

  60. 60

    Wo ist das Problem?

    Es wendet es sich an “All Personnell”. Damit dürftem – zumindest auf dem Papier – die eigenen Mitarbeiter gemeint sein.

    Das ist auch so. Andersartige Interpretationen des Darmstädter Echo sind ein Missverständnis. Vielleicht war es ja gewollt, nach dem Motto “genauso ist der NSA-Skandal einzuschätzen”.

  61. 61

    was ist, wenn das Schild nicht von den Amis aufgehängt wurde :) und die Amis sich eben nur nicht trauen es wieder herunter zu nehmen…

  62. 62

    @karl: Der Radwanderweg 21 führt den Eberstädter Weg Richtung Eberstadt entlang.
    http://www.griesheim.de/Radwegeverbindungen.856.0.html

    Auch nach Darmstadt geht’s da lang. Fahre ich gerne mal mit dem Rad – die direkte Verbindung Griesheim Darmstadt führt an vielbefahrenen Straßen entlang. Mit Radweg zwar, aber so richtig schön ist das nicht.
    Dann lieber einen kleinen Schlenker südöstlich über den Eberstädter Weg und dann wieder nordöstlich auf der Eschollbrücker Str.

    Bin letztens erst vor dem Complex stehen geblieben und hab demonstrativ mit dem Handy rumgespielt.
    Kurz darauf traten (innerhalb des Geländes) zwei Uniformierte aus einer Tür und musterten mich ausdauernd.
    Bin dann lieber weitergefahren, das war mir dann doch zu doof.

  63. 63

    @Densor:

    Es kann auch einfach sein, dass sich unmittelbar außerhalb des Gelände aufenthaltende Mitarbeiter darauf hingewiesen werden sollen, dass die Fußgänger nicht zum Komplex gehören, und man daher besonders vorsichtig sein sollte, was man so bespricht.

    Und selbst wenn es ein Einschüchterungsversuch ist: “Vorsicht, bissiger Hund” ist ja wohl auch ohne Frage kein Rechtsverstoß.

  64. 64
  65. 65

    Der Artikel ist nicht korrekt, die Schilder stehen dort schon seit Jahren, nicht erst seit den “Spaziergängen” zum Komplex.

  66. 66

    Die Frage um das Für und Wider mit den Schildern ist ja schon eifrig diskutiert worden. Ich finde den spannensten Aspekt des Artikels eigentlich der Punkt bei dem der Wachdienst außerhalb des Geländes die Leute kontrolliert, Fahrzeuge blockiert und ganz offene Beschattungsaktionen quer durch die Stadt vornimmt. Okay, ich kann niemanden verbieten ein Foto von meinem Auto zu machen, sich mein Kennzeichen aufzuschreiben oder mich durch die Stadt zu verfolgen. Aber bei Personenkontrolle hört der Spaß auf. Und wenn sich jemand quer vor mein Auto stellt und nicht abhaut, dann ruf ich die Polizei und fang selbst an Fotos zu machen.

  67. 67

    Wäre dieser Weg nicht das ideale Ziel für Freunde des Geocachings?

    Man stelle sich vor: Leute, die mit einem komischen technischem Gerät (GPS-Emfänger) in der Hand dort rumwandern, schließlich eine Dose aus dem Boden holen, etwas reintun, ein Erinnerungsphoto Richtung Spy Building machen und dann weiterziehen…

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  69. 69
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    Was bleibt ist der Fakt, dass die Schilder offensichtlich eine Reaktion auf die unerwünschten Besuche am Dagger-Komplex sind

    Nein, das bleibt kein Fakt, sondern ist reine Erfindung.
    Die Schilder hängen da schon länger, lange bevor NSA/Dagger Thema wurden.

    Die Schilder erwecken jedenfalls auch erst mal bei Passanten den Eindruck, dass der Eberstädter Weg entlang des Dagger-Komplexes zu Fuß nicht begangen werden darf.

    Nur bei Passanten mit schlechtem Englisch.
    Wer kein Englisch kann, kriegt überhaupt keinen Eindruck. Wer gut Englisch kann weiß, daß nur das Personal angesprochen wird.

    Egal, wie das Sprachkunstwerk nun zu verstehen ist – der Einschüchterungseffekt ist jedenfalls einkalkuliert. Zumindest das lässt sich eindeutig feststellen.

    Nein.
    Eindeutig feststellen läßt sich nur, daß in der aktuellen Anti-US-Hysterie jeder bedeutungslose Blödsinn zu einem Skandal aufgeblasen wird.

  71. 71

    Eindeutig feststellen läßt sich nur, daß in der aktuellen Anti-US-Hysterie jeder bedeutungslose Blödsinn zu einem Skandal aufgeblasen wird.

    Lieber ein bisschen zuviel (es kann gar nicht zuviel geben beim Thema USA) Hysterie, als zu viel Lethargie. Die ganzen Spionageskandale haben bis jetzt ja offenbar null bewirkt, ist doch traurig.

  72. 72

    Ganz klar: der Dagger-Wachdienst darf nicht länger zu Fuß die Passanten auf der öffentlichen Straße belästigen – wir Verkehrsteilnehmer dagegen bedürfen keiner Authorisierung.
    Bisher:
    “Verbrieft ist jedoch, dass der Wachdienst des Komplexes auch außerhalb des Geländes agiert. Wie berichtet, wollten die Wachleute vor einigen Wochen den früheren Bürgermeister Norbert Leber (SPD) und einen Reporter des Hessischen Rundfunks verjagen… [Allerdings:] Zwei Fahrzeuge des ECHO, auf einem Feldweg gegenüber des Komplexes geparkt, wurden wenige Tage später von einem Fahrzeug der Amerikaner blockiert, fotografiert und die Kennzeichen notiert.”

  73. 73

    Das Schild wendet sich implizit (wegen der Sprache) und explizit (“all personnel”) nur an die Mitarbeiter der NSA. Diesen teilt es mit, dass Fußgängerverkehr auf dem Eberstädter Weg unbefugt (“unauthorized”) sei. Die Frage ist jetzt: wessen Fußgängerverkehr (der öffentliche oder der des Personals), und aus wessen Sicht unbefugt?

    Die wahrscheinlichste Erklärung ist wohl die:

    Dem Personal soll eingeredet werden, dass die Öffentlichkeit nicht das Recht hätte, den Eberstädter Weg zu benutzen. Und zwar mit Hilfe von Schildern, auf die das Personal im Bedarfsfall verweisen kann. Da es rechtlich problematisch ist, wenn die NSA ihr Personal in dieser Weise belügt — relevant vor allem, wenn es dadurch zu ernsthaften Zwischenfällen kommen sollte — hat man das Schild doppeldeutig formuliert, so dass man die eigentliche Absicht ggf. gerade noch plausibel abstreiten kann.

    Wenn es stimmt, dass die Schilder da schon vor den Zwischenfällen aufgehängt wurden, dann kann man wohl davon ausgehen, dass der Trick funktioniert hat. Wenn ich dort im Stadtrat sitzen würde, würde ich anregen, am Eberstädter Weg offizielle Schilder aufzustellen: “Public right of way. Pedestrian traffic does not require authorisation from foreign powers.” (“Öffentliches Wegerecht. Fußgängerverkehr bedarf keiner Authorisierung durch fremde Mächte.” Absichtlich in britischer Orthografie.)

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