Die 3-Sekunden-Regel

Wer im Straßenverkehr zu wenig Abstand hält, muss sich auf ein Bußgeld einrichten. In krassen Fällen droht sogar ein Fahrverbot. Allerdings ist der Fahrer ja nicht immer  schuld, dass der Abstand zum Vordermann zu niedrig ausfällt. Das Oberlandesgericht Hamm stellt jetzt Regeln auf, ab wann ein Abstandsverstoß geahndet werden kann.

Die Faustregeln sind ziemlich einfach: Wer länger als drei Sekunden zulässt, dass der Abstand zum Vordermann geringer ist als erlaubt, der muss zahlen. Dabei spielt es nach Auffassung der Richter auch keine Rolle, ob ein Fahrzeug eingeschert ist oder der Wagen vorne gebremst hat.

Autofahrern bleibt also nicht sonderlich viel Zeit, den Abstand wieder herzustellen. Noch kritischer wird es für Pkw-Lenker, welche die Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern überschreiten. Um schneller Autofahrer nicht zu bevorzugen, reicht es laut den Richtern auch aus, wenn der Abstand auf einer Wegstrecke von 140 Metern nicht eingehalten wird (Beschluss vom 9. Juli 2013, Aktenzeichen 1 RBs 78/13).

  • Lifeguard

    Früher gab es wohl mal eine 500m regel. Fand ich besser, weil bei einer m Regel höhere Geschwindigkeiten zu kürzeren Zeiten führen.

    Allerdings stellt sich mir die Frage, warum es so wenig Bußgelder aus §2 I, §3 II und § 7 IIIa Stvo gibt.

  • bosef

    @Lifeguard: Können Sie die Gesetze bitte eindeutig zitieren.

  • Ja-Sager

    Dabei spielt es nach Auffassung der Richter auch keine Rolle, ob ein Fahrzeug eingeschert ist oder der Wagen vorne gebremst hat.

    Na dann wollen wir doch mal hoffen, dass der Richter ab jetzt ganz viele dieser Schnarchnasen trifft, die sich in Lücken reinzwängen und es somit unmöglich machen, auch nur irgendwelche Sicherheitsabstände einzuhalten.

    Manche Richter sind echt dümmlich. Bleibt nur zu hoffen, dass die höheren Instanzen solche Fehlurteile wieder korrigieren.

  • Patrick

    Hoffentlich trifft diese so überaus praxisbezogene Regel möglichst viele Hammer (*grins*) Richter …

  • Lars

    140Meter???? Wie soll den das gehen wenn man mehr als 130 fährt. Soll ich dann direkt nen Anker werfen und hoffen das mir der Hinterman nicht drauffährt.. Das ist doch realitätsfremd.

  • myname

    Tja, wie oft passiert es auf der Autobahn, dass man den Abstand einhält und irgendein Fahrer dann genau diesen Sicherheitsabstand als Einladung zum Einscheren wahrnimmt. Würde man jetzt jedesmal binnen 3 Sekunden (wie offenbar als ausreichend definiert) den geforderten Abstand wiederherstellen kann man nach meiner Meinung davon ausgehen, dass auf der Autobahn nix mehr geht, weil es permanent Unfälle oder mindestens mal Verzögerungen geben wird.
    Viel Spaß dann beim fahren….

  • frank

    Also wenn einer in meinen Sicherheitsabstand einschert wird nun halt stark gebremst – drei Sekunden sind nicht lang. Das machen die hinter mir auch so und dann warten wir bis alle im Stau stehen und dann diskutieren wir es nochmals aus.

  • Quill

    Eine Überschlagsrechnung:
    Ich bin mit 160km/h (ca. 45m/s) unterwegs mit 80m Abstand zum Vordermann. 140m schaffe ich also in 3 Sekunden
    Ein anderes Fahrzeug schert in die Mitte der Lücke ein mit gleicher Geschwindigkeit, jetzt habe ich also noch 40m Abstand.
    Um innerhalb von 140m wieder auf 80m Abstand zu kommen, müsste ich nach diesem Urteil sofort und hart auf ca. 100km/h abbremsen! 2 Sekunden fürs Bremsen, dann weiterfahren mit
    Aber das gilt natürlich nur, wenn der Einscherende nicht auch sofort versucht, die 80m Abstand herzustellen und ebenfalls abbremst, dann müsste ich an eine Vollbremsung gehen und würde einen Massenchrash hinter mir riskieren.

    Es mag also sein, dass die Abstandsfrage jetzt gerichtlich geklärt ist, auf den Strassen möchte ich so ein Verhalten aber nicht ausprobieren!

  • Wir

    Wir kannten die 3-Sekundenregel bisher nur vom Pizzaservice um die Ecke. Da gilt, falls etwas runterfällt und kürzer als 3 Sekunden auf dem Boden liegt ist es immer noch sauber und kann weiter verwendet werden.

  • Judas

    @Lars:130km/h entsprechen 36,1m/s – das würde also sogar 3,9s ergeben.
    Ausserdem glaube ich, du hast den Sinn der Meldung nicht erfasst…

  • Lars

    @Judas hab ich schon.. 1) rede ich ja von über 130 und zweiten geht es nicht darum wie weit ich mit der Geschwindigkeit fahren kann sonder wie stark ich auf die Bremse treten muss nur um innerhalb der 3 Sekunden den abstand wieder herzustellen. Wenn mir jemand so vor die Nase fährt dann mache ich naemlich keine Vollbremsung sonder eher eine Sanfte oder im besten fall nehme nur das Gas weg (zumindest wenn das möglich ist ohne das ich ihm draufknalle ;).

  • ravn

    “Um schnellere Autofahrer nicht zu bevorzugen…” – sprich, die Regel richtet sich genau gegen Fahrer wie @Quill usw, die 160 fahren wollen, während der restliche Verkehr deutlich langsamer unterwegs ist, und ausscheren könnte.

    Wenn in Zukunft mit weniger Geschwindigkeitsdifferenz überholt wird, ist auch etwas gewonnen.

  • Martin

    @myname,Quill
    Ich verstehe den Beschluss so, dass innerhalb von 3 Sekunden deutlich erkennbar reagiert werden muß, nicht dass der Abstand auch nach 3 Sekunden hergestellt sein muß.

  • Vietkong

    Das werden dann interessante Szenen auf deutschen Autobahnen. Ich hoffe man wird dann für die verursachten Massencrashs nicht zur Verantwortung gezogen:

    Fahrer A schert hinter einem überholenden Fahrzeuges aus und bremst sogleich um den Abstand innerhalb von 3 Sekunden herzustellen.
    Fahrer B muss auf das plötzlich einscherende Fahrzeug reagieren und zusätzlich auf dessen Bremsmanöver um den Abstand zu diesem Fahrzeug wieder herzustellen. Er bremst heftig.
    Fahrer C hat nun hoffentlich auf B soviel Abstand, dass er auf dessen heftiges Bremsmanöver reagieren kann oder rauscht ihm hinten rein.
    Ach so, dann wäre C ja auch noch Schuld, denn sein Sicherheitsabstand war dann mit Sicherheit zu gering.
    Dann passt es ja wieder.

  • der@jurist.de

    Die Entscheidung des OLG Hamm wird leider von UV falsch dargestellt. Das OLG Hamm hat ausgeführt:

    “Der Senat hält jedenfalls eine Abstandsunterschreitung für die Dauer von mehr als 3 Sekunden – wie hier – für kein kurzfristiges Versagen des Fahrzeugführers mehr, wenn kurz zuvor erfolgte abstandsverkürzende, vom Betroffenen nicht zu vertretende, Ereignisse (Abbremsen des vorausfahrendes Fahrzeugs, abstandsverkürzender Fahrspurwechsel eines Dritten, auf die der Betroffene noch keine Möglichkeit hatte zu reagieren) – wie hier – ausgeschlossen werden können (in diese Richtung wohl auch: OLG Koblenz a.a.O.). Auch unter angemessener Berücksichtigung üblicher Reaktionszeiten ist von jedem Betroffenen noch innerhalb einer Dauer der Abstandsunterschreitung von drei Sekunden ohne Dritteinwirkung einerseits das Bewusstsein zu verlangen, dass er handeln und den Sicherheitsabstand vergrößern muss, sowie andererseits auch eine entsprechende Umsetzung abstandsvergrößernder Maßnahmen.”

    vgl. http://openjur.de/u/640018.html

    Die 3-Sekundenregel gilt also NUR, wenn der Abstand nicht durch Fremdeinflüsse (zB Einscheren) verkürzt wurd.

  • Lifeguard

    @bosef: Rechtsfahrgebot, Überholen mit deutlich höherer Geschwindigkeit, mittlere Spur nach 20-30 sek räumen.

    @Quill: Ja hier sieht man mal wieder, dass Richter einer Zeit Weg und Geschwindigkeitsrechnung nicht beherschen.

    Schert einer bei 130km/h mit 120km/h 20m vor ihnen ein, sind sie nach einer Sekunde (Reaktionszeit) auf 17,3m aufgefahren, nun haben sie 2 sek zeit, wieder 65m Differenz zu schaffen. Um in 2 sek 65m Differenz zu schaffen, müßten Sie 47,7m ausgleichen, d.h. 85,86km/h langsamer fahren, als der vorrausfahrende -> D.h. sie müßten sofort um 95,86km verzögern. Würde man also mit a = 8m/s² verzögern, hätte man nach 2 sek immer noch 72,2 km/h auf dem Tacho, und wäre immer noch im Sicherheitsabstand des Vordermanns drinnen.

  • Rolf

    @10: Schon klar. Kann auch sein, daß Lars einen Denkfehler hat.
    Aber beachte die Rechnung von Quill:
    Er bremst in zwei Sekunden auf 30 m/s. Also eine Bremsverzögerung von 7,5 m/s².
    Eine Vollbremsung, weil jemand vor mir einschert.
    Das führt dazu, daß sich mein Abstand zum Vordermann auf 55 m vergrößert – ausreichend, da ich nur noch 110 km/h fahre.
    Bremst der vor mir auch so stark ab, ist mein Sicherheitsabstand unverändert 40 m, ich muß also weiterbremsen. Noch eine Sekunde Vollbremsung, ich fahre 22,5 m/s (knapp 80 km/h) und ich halte das Urteil gerade so ein: Drei Sekunden sind um, und ich habe einen Abstand von 44 m.
    Aber der hinter mir hat 1-1,5 s Reaktionszeit, ist mir bis zum Beginn seines Bremsvorgangs um 8,2 m nähergekommen, danach war er bis zum Ende meines Bremsvorgangs mir mit 11,2 m/s nähergekommen und muß noch 1,5 s bremsen, bis seine Geschwindigkeit so hoch ist wie meine. Dann fährt er noch 14 m/s und ist mir auf 80-8-34m= 38 m nahegekommen. Also noch vorschriftsmäßig.

    Klar? Übliches Einscheren führt zu Vollbremsungen.

  • Monika

    Also ich versteh UVs Ausführungen hier so:

    Nach 3 Sekunden muss ich ANFANGEN zu bremsen, sonst drängel ich. D.H. ich habe 3 Sekunden Zeit zu reagieren, NICHT ich muss nach 3 Sekunden den vorgeschrieben Mindestabstand erreicht haben.

    Und 3 Sekunden zum Reagieren sind verdammt lang.

  • Linkfolger

    @der@jurist.de:
    Danke für den Link, er macht die meisten Kommentare hier hinfällig.
    Weitere Kommentatoren sollten den Link vor dem Posten lesen. Dann wird nämlich klar, dass die 3 Sekunden eben für den Fall gelten, dass niemand einschert oder abbremst . Somit hat man mehr als genug Zeit.

    Dabei spielt es nach Auffassung der Richter auch keine Rolle, ob ein Fahrzeug eingeschert ist oder der Wagen vorne gebremst hat.

    Wie richtig bemerkt wurde, ist dieser Satz einfach falsch.

  • Nachdenklicher

    Danke an der@jurist.de für die Klarstellung!

    Man könnte also ganz einfach und zusammenfassend sagen, das Urteil richtet sich gegen Drängler.

  • Musenrössle

    @der@jurist.de:
    Nun kommen sie uns hier doch nicht mit solch lästigen Details wie Fakten!
    Die stören nur den ungehinderten Diskussionsverkehr auf der Vetterschen Datenautobahn ;-).

  • Erzieherer

    Klasse! Ich hatte bei meinem alten Benztransporter in regelmäßigen Abständen eben genau dieses Abstandsproblem. Ich bin immer zwischen 80 und 90 gefahren und regelmäßig quetschten sich dann Leute zwischen mich und meinen Vordermann. Hätte ich diese Regel einhalten wollen hätte ich irgendwann rückwärts fahren müssen.

    Ich finde es gut, dass etwas gegen drängler gemacht wird. Aber bei gewissen Situationen ist eben mehr wichtig als nur den aktuellen Abstand festzustellen.

    P.S.:
    Hat zwar nix mit dem Thema zutun aber: Mittelspurblockierer sind total doof!

  • Erzieherer

    Oh, ich hab den Link jetzt mal auch gefunden.
    Aber ich halte eh gerne viel Abstand und ärgere mich jetzt einfach ganz ohne juristischen Anlass über die Leute die sich überall reinzwengen müssen. Und Mittelspurblockierer sind wirklich total doof.

  • Autolykos

    @der@jurist.de: Danke für die Richtigstellung. Damit ist es ein durchweg sinnvolles Urteil. Drei Sekunden sind da sogar eher lang – gerade wer schnell fährt sollte nie so lange pennen (deshalb wohl die alternative Regel mit der Wegstrecke).

  • emma peel

    egal, wie gut ich jetzt dieses Gesetz/Urteil nun finde, aber ich muß gestehen, ich fuhr bis dato nicht (immer) bewußt den theoretischen Abstand zum Überholten um einzuscheren.
    Es sollte dann doch auch geregelt sein, daß halt nicht vor der halben Tachogeschwindigkeit auf die andere Spur gewechselt werden darf.

  • erforderlich

    Gilt das jetzt auch für innerhalb von Ortschaften? Ich habe seit Jahren keinen echten Abstand zwischen 2 Autos in einer Großstadt mehr gesehen. Feierabendverkehr verschärft das Ganze noch, allein gestern fuhr ich in einer 3spurigen Straße eingezwengt zwischen 50-100 Autos, während alle hin-und-her wechselten, Rekord war mein Abstand nach hinten von max. 1m und nach vorne ein paar cm, während alle mit 60 vorwärtsdrängelten. Der Richter macht mir Spaß. :)
    Oder auf der Autobahn gilt zu großer Abstand auch als Einladung, mehr als eine Autolänge Platz geht da nicht. Dann ziehen halt die 80er rüber ohne zu gucken und blinken und bremsen den 160er scharf aus. Es ist so schon unmöglich, den Sicherheitsabstand einzuhalten, mit Vollbremsung, soll ich mir noch so kleine Fallschirme ans Auto bauen?^^

  • WPR_bei_WBS

    @erforderlich:

    Ich weiß, was sie meinen. Wer auf der A40 versucht, den korekten Abstand einzuhalten, der kommt nicht nur nicht vorwärts – nein, man müßte den Rückwärtsgang einlegen…

  • Kaboom

    Ist die Geschwindigkeit des fahrlässig Einscherenden hinreichend niedrig, dann kann ein schneller ankommender Fahrer auf der Überholdspur innerhalb 140 Metern oder 3s die Geschwindigkeit gar nicht ausreichend reduzieren um nicht unter diese Regelung zu fallen.

  • Sonstwer

    @Vietkong:
    Wer direkt nach dem Ausscheren abbremsen muss, gehört nicht nur an einen soliden Ast einer alten Eiche sondern ist vor allem zu früh ausgeschert.
    Zu den verschärften Regeln zum Einhalten des Sicherheitsabstands gehört vor allem auch ein Verbot des Ausscherens _in_ den Sicherheitsabstand des nachfolgenden.

    Ebenso frech ist es, wieder nach rechts einzuscheren, bevor man so weit am Überholten vorbei ist, dass dieser nicht abbremsen muss, um den fehlenden Sicherheitsabstand herzustellen.

    Und (ausschließlich) straßenbahnfahrenden Richtern sollte man zwangsweise einen Sachverständigen zu solchen Fällen beiordnen.

  • herrl

    Also ich finde das Urteil so sehr vernünftig, um nicht zu sagen sogar sehr großzügig. Wie oft ist es mir beim Überholen auf der Autobahn schon passiert, dass von Hinten einer ankam und meinte, weil er schneller sei, habe ich mich sofort in Luft aufzulösen. In diesem Fall sind dann 3 Sekunden wirklich großzügig bemessen, da hat derjenige dann Zeit zu drängeln und zu merken, dass ich halt doch noch kurz vor ihm bleiben werde. Das Leute, die das nicht kapieren bestraft werden finde ich nur richtig. Mir ist da mal auf der Autobahn eine Frau mit kleiner Tochter auf dem Beifahrersitz bei 160 km/h auf deutlich unter 5 Meter rangefahren. Nach dem kurzen Antippen der Bremse meinte sie mich noch anmeckern zu müssen. Die hat die 3 Sekunden aber auch eher so auf 2 Minuten ausgedehnt.

    Klar, wenn man direkt vor jemandem einschert hat man selber zu gucken, dass das passt. Aber dieses Urteil geht ja gerade gegen die, die meinen, dass man sich in Luft aufzulösen hat, wenn sie von hinten mit 160 +x km/h angebraust kommen.

  • Unbedrängelt

    @herrl:

    Wie oft ist es mir beim Überholen auf der Autobahn schon passiert, dass von Hinten einer ankam und meinte, weil er schneller sei, habe ich mich sofort in Luft aufzulösen.

    Seltsam. Mir passiert das höchstens so 1-2 Mal pro Jahr, und das obwohl ich ca. 50’000km/Jahr fahre.
    Vielleicht sind es ja doch nicht die anderen, die sich danebenbenehmen?

  • chio

    Ich habe eine ganz verrückte Idee, wie wäre wenn wir alle etwas MEHR Abstand als den 1/2 Tacho einhalten, dann kann jeder wenn er möchte auf unsere Spur wechseln, den er wechselt nicht aus Spaß sondern wahrscheinlich eher aus Notwendigkeit.

    Was ich hasse ist, wenn ich auf eine Spur muss und dort Autos so nah aneinander fahren, das Mann sich rein drängen muss, oder eben die Ausfahrt (oder Abzweigung) verpasst.

  • herrl

    @Unbedrängelt: Hmmm…mal überlegen. Ich überhole (auch mit mit als 20 km/h schneller), habe beim ausscheren darauf geachtet, dass ich niemanden zum abbremsen zwinge. Wieder einscheren geht nicht, da zu wenig Abstand und Geschwindigkeitsunterschied zu groß. Und dann kommt von hinten einer, der meint, sein Gaßpedal durchtreten zu müssen und mir dann auf der Stoßstange zu kleben. Da bieten sich mir dann folgende Möglichkeiten: a) schneller fahren (nicht unbedingt möglich, vor allem möchte ich das selber aus Sicherheitsgründen nicht), b) nach rechts fahren (würde mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Unfall führen). Jetzt erklär mir doch mal bitte, was ich da tun soll?

  • Nichtraser

    Herrl, Du Attentäter .
    Wer als Vorausfahrender und wahrscheinlich mit 120 fahrender auch noch mutwillig abbremst, nötigt im Sinne des Strafgesetzbuches und ist ein versuchender Totschläger.
    Zeig Dich selbst an!

  • Stauminister

    @frank: den stau bekommst du gar nicht mit. ^^

  • meh

    Naja, 3 Sekunden sind in Ordnung. Wir reden hier vom Autofahren und nicht von elektrischen Rollstühlen. In dieser Zeit kann man drei Unfälle bauen.
    Selbst 3 Sekunden lang nah hinter jemanden herzufahren reicht aus den um den Vordermann unangenehm zu beeinflussen.
    Problematisch ist es eigentlich nur für diejenigen, die überholt wurden, da in vielen Fällen der Überholer nicht allzu viel schneller ist als man selbst und es dauern kann bis dieser nach dem wiedereingliedern hinreichend Abstand gewonnen hat. Man muss nach dem Überholvorgang also schon mindestens 20 km/h(habs jetzt nicht nachgerechnet) schneller sein, damit der andere nicht abbremsen muss, um die 3 Sekunden Regel einzuhalten.

  • Klaus Müller

    Tempo 130 auf Autobahnen und Ruh ist. Das ist längst überfällig. Macht doch mal den Friedrich zum Verkehrsminister, der setzt dann das mit dem Supergrundrecht Sicherheit durch.

  • Unbedrängelt

    @meh:

    Man muss nach dem Überholvorgang also schon mindestens 20 km/h(habs jetzt nicht nachgerechnet) schneller sein, damit der andere nicht abbremsen muss, um die 3 Sekunden Regel einzuhalten.

    Wunderbar, wie man mit Verstand auf die gleichen Regeln kommt, die der Gesetzgeber eh schon vorschreibt. :)
    Für die, die es nicht wissen: Man muss beim Überholen sowieso schon mindestens 20km/h schneller fahren als der Überholte.

  • Unbedrängelt

    @herrl:
    Ich hab keine Ahnung, warum Du ständig bedrängelt wirst. Da müsste ich mal mit Dir ne Runde mitfahren, um Dir das sagen zu können.
    Aber ich kann ja mal schildern, was ich häufig erlebe:
    Mit 110km/h auf der linken Spur LKW überholen und sich über die freie Autobahn vor einem freuen.
    Mit 80km/h hinterm LKW auf die linke Spur ausscheren, um erst dann zögerlich zu beschleunigen. Endgeschwindigkeit durchaus 150km/h. Aber bis dahin schon 1km Stau verursacht.
    Eine 400m lange Lücke zwischen zwei LKW bei 130km/h als nicht ausreichend ansehen, um die Spur nach rechts zu wechseln. Könnte ja passieren, dass der Drängler hinter einem nicht schnell genug wegkommt und man selbst noch abbremsen müsste.
    Freundliche Fahrweise und bei Auffahrten dem einfädelnen Verkehr nett Platz machen. Lieber der Hintermann auf der linken Spur bremst von 200km/h auf 100km/h runter, als dass man selbst um 10km/h beschleunigt oder abbremst.
    Im dichten Kolonnenverkehr immer ausreichend Abstand zum Vordermann halten und niemals in die Lücken auf der rechten Spur wechseln. Der Hintermann kann ja eh nicht weiter als bis zum nächsten Vordermann…
    Blinken prinzipiell nur, wenn die Polizei guckt oder man der linken Spur zeigen will, dass man rüber will. Nicht zu verwechseln mit: Ich weiß, dass links frei ist und blinke, weil ich jetzt rüberziehe.
    Wenn der Hintermann mehr als 30m Abstand hält, hat er sowieso keine Überholabsicht; daher lieber aus Sicherheitsgründen keinen Spurwechsel machen.
    Weniger nervig, aber allgemein eher tödlich: Im Stau (<30km/h) möglichst mittig fahren, damit man auch gut überblicken kann, wie weit der Stau noch geht.
    Das Arschloch, welches schon aus 400m Entfernung mit der Lichthupe drängelt, mit besonders entspannter Fahrweise die Vorteile des defensiven Fahrens näherbringen. (Hier eignet sich durchaus mal das Studium der StVO §5 Abs. 5.)

    Falls Du Dich hier schon wiedererkennst, kannst Du Dir selbst überlegen, warum Du bedrängelt wirst.

  • der@jurist.de

    @Unbedrängelt:

    Unsinn, man muss zügig überholen, aber keineswegs min. 20kmh schneller sein.

  • erforderlich

    @Unbedrängelt: Die Liste kann ich unterschreiben und könnte noch mal so viel dranhängen. Meine Konsequenz: Wenn ich auf tempofreier Autobahn bin fahre ich nur sehr schnell wenn Sicht und Traffic und Nerven sehr gut sind, und das möglichst nur auf der linken Spur, wenn rechts Kolonnen fahren. Kommt jemand von hinten mache ich ihm rechtzeitig Platz, damit er nicht von 300 abbremsen muss auf 120 oder so. Bei 10 Autos rechts scheren immer 1-2 ohne Vorwarnung mit 80 aus und würden mich sowieso zum ausweichen nach links zwingen, ohne dass ich auf nachkommende achten könnte. Kommt trotzdem noch oft genug (ca. 3 mal pro 100km) zu Vollbremsungen, weil die mehrspurig rüberziehen. Wenn ich jemanden am Horizont auf der linken Spur sehe, schere ich nicht noch nach links, denn der ist garantiert schneller als ich, sonst würde der nicht auf einmal von hinten auftauchen. Offenbar haben viele mit dieser Denkweise nichts zu tun, reicht ja wenn sie ein halbes kmh schneller sind als der vor ihnen, scheiss auf die neben ihnen.
    Also: Schnellfahrer immer links fahren und zum überholt werden rechts rüber, quasi Rechtsfahrgebot umgekehrt zum Linksfahrgebot. ;)

  • Rechtauf180

    @Unbedrängelt:

    Mit 110km/h auf der linken Spur LKW überholen […]

    Was ist dagegen einzuwenden? LKW dürfen 80 km/h fahren, sind aber meist mit 89 km/h unterwegs. Mit 21 km/h ist der Geschwindigkeitsunterschied absolut ausreichend. Natürlich dauert dann das Überholmanöver etwas länger, gerade, wenn man ein sicherheitsbewusster Fahrer ist und Abstände einhält. Wenn man zudem ein nicht allzu stark motorisiertes Fahrzeug hat und mit viel Ladung unterwegs ist, ist es oft genug so, dass man irgendwann auf der rechten Spur hinter einem LKW festhängt, so dass man auch nicht mit 110 km/h ausscheren kann. Dazu müsste man für die Beschleunigungsphase erst einmal Abstand ziehen. Bis man den erreicht hat, ist die linke Spur wieder dicht.

    Was mache ich also? Ich beobachte den rückwärtigen Verkehr im Spiegel und beginne zu beschleunigen, wenn sich eine Lücke nähert. Mit Glück komme ich dann mit 100 km/h raus. Spätestens, wenn ich dann eine Fahrzeuglänge vor dem ersten LKW bin, kommt irgendeine Knalltüte mit 180 km/h von hinten aus der Kurve und meint, ich müsste den LKW schneiden, was derjenige auch durch Annährung an meine Stoßstange unterstreicht. Tue ich dann aber ganz sicher nicht. Sicherheitsabstand hält man ja nicht ohne Grund. Wenn ich dann aus irgendeinem Grund bremsen müsste, sei es eines Schadens am Fahrzeug, Straßenschäden, Wildwechsels, verlorener Ladung auf der Straße oder spielender Kinder wegen, sind es nämlich meine Knochen, die die 40 t zu spüren bekommen. Im Gegenteil: Wenn ich meinen Panda schon einmal auf 115 km/h habe, überhole ich gleich die ganze LKW-Kolonne. Die fahren eh fast Stoßstange an Stoßstange, so dass es in den seltensten Fällen Lücken gibt, in die ich ohne Unterschreitung der Sicherheitsabstände einscheren könnte, geschweige denn, dass ich länger als 20 Sekunden (!) mit gleicher Geschwindigkeit rechts fahren könnte, was das OLG Celle bekanntermaßen als Voraussetzung dafür sieht, dass ich rechts einscheren muss. Dazu kommt, dass ich nicht sonderlich viel fahre, so dass ich nicht unbedingt routiniert bin und deshalb Spurwechsel lieber meide. Mir geht dabei nicht mehr der Puls hoch wie im ersten Jahr als Autofahrer, aber trotzdem verzichte ich lieber auf den Wechsel, wenn ich sonst quetschen müsste. Ich will ruhig und sicher fahren. Meinen Hintermann kann ich da einfach nur um Geduld bitten. Ich war auch geduldig, als ich eine Viertelstunde hinter den LKW hergezuckelt bin. Ich will ja niemanden ärgern.

    Klar, Freude macht es mir auch nicht, wenn dann noch vor mir ein LKW ausschert, wo ich meine Karre endlich mal auf Tempo habe. Aber dann nehme ich halt einfach den Fuß vom Gas. Meistens ist das dann der Moment, in dem man im Rückspiegel den Fahrer hinter sich kräftig mit der flachen Hand aufs Lenkrad schlagen sieht. Da muss ich dann aber schon wieder schmunzeln. Arme, gestresste Leute! Hauptsache ist doch, dass wir alle heil ankommen.

  • Unbedrängelt

    @der@jurist.de:

    man muss zügig überholen

    “Zügig” reicht nicht. §5 Abs 5 StVO sagt “wesentlich höhere Geschwindigkeit”.
    Nach §7 Abs. 2a StVO darf man nur mit “geringfügig höherer Geschwindigkeit” rechts überholen. Die Rechtssprechung sagt hier: Das sind max. 20km/h.
    Damit bedeutet “wesentlich höhere Geschwindigkeit” logischerweise mehr als 20km/h.

  • Rechtauf180

    Ach, noch was:

    Falls da jetzt Einwände kommen, ich sollte in der Kurve besser nicht ausscheren, muss ich entgegensetzen, dass man so fahren muss, dass man in Sichtweite anhalten kann. So habe ich das vor knapp 30 Jahren in der Fahrschule gelernt, und ich glaube nicht, dass sich an der Regel etwas geändert hat — die Physik hat sich ja nicht geändert. Auf 110 oder 120 km/h zu verzögern ist dann wohl nicht zu viel verlangt und sollte schon funktionieren, indem man einfach den Fuß vom Gas nimmt. Wer davon überfordert ist, fährt sicher nicht auf Sicht und damit viel zu schnell. Nur weil viele Fahrer sich an diese Regel nicht halten, knallt es immer wieder am Stauende.

  • Unbedrängelt

    @Rechtauf180:
    Hach ja, lieber Panda-Fahrer. Ich glaub, Du warst durchaus gemeint in meiner Auflistung…

    Mit 110km/h auf der linken Spur LKW überholen […]
    Was ist dagegen einzuwenden?

    Nun: Zunächst mal die in Deutschland geltende Richtgeschwindigkeit 130.
    Die bedeutet nämlich, wenn nicht irgendetwas dagegen spricht, dass man auch 130km/h fahren sollte. Auch Dein Panda fährt schneller 130km/h (nämlich lt. Wikipedia >160km/h). 110km/h auf der linken Spur, wenn Verkehr vorhanden ist, fällt mit einem Panda an sich in den Bereich Nötigung. (Ja, ich weiß: Dicht auffahren auch; das ist aber ein unzulässiges Gegenbeispiel.)

    Wenn man zudem ein nicht allzu stark motorisiertes Fahrzeug hat und mit viel Ladung unterwegs ist, ist es oft genug so, dass man irgendwann auf der rechten Spur hinter einem LKW festhängt, so dass man auch nicht mit 110 km/h ausscheren kann. Dazu müsste man für die Beschleunigungsphase erst einmal Abstand ziehen. Bis man den erreicht hat, ist die linke Spur wieder dicht.

    Wer verlangt von Dir, so dicht hinterm LKW herzufahren? Halt gefälligst den Abstand, den Du im Satz davor auf der linken Spur aus Sicherheitsgründen halten willst! Dann klappt das auch mit dem Beschleunigen.
    Irgendwie lese ich daraus: “Weil mein Auto so langsam ist, müssen andere halt wesentlich langsamer fahren, damit ich etwas schneller fahren kann.” Also ich halte dieses Verhalten für unsozial.

    Dazu kommt, dass ich nicht sonderlich viel fahre, so dass ich nicht unbedingt routiniert bin und deshalb Spurwechsel lieber meide.

    Stimmt: Den Punkt hab ich in meiner Aufzählung vorhin vergessen:
    “Immer schön links fahren, weil Spurwechsel an sich gefährlich sind. Und wir wollen doch alle sicher ankommen!”
    Denk bitte nochmal drüber nach. Vielleicht kommst Du zum selben Ergebnis wie ich.

    Ich war auch geduldig, als ich eine Viertelstunde hinter den LKW hergezuckelt bin.

    Noch so einer, den ich in meiner Aufzählung vergessen hab:
    “Wenn man lang genug rechts gefahren ist, hat man automatisch Anspruch auf die linke Spur. Nur Idioten kapieren das nicht und wollen durch quietschende Reifen zeigen, dass sie schneller sind.”

    Klar, Freude macht es mir auch nicht, wenn dann noch vor mir ein LKW ausschert, wo ich meine Karre endlich mal auf Tempo habe. Aber dann nehme ich halt einfach den Fuß vom Gas. Meistens ist das dann der Moment, in dem man im Rückspiegel den Fahrer hinter sich kräftig mit der flachen Hand aufs Lenkrad schlagen sieht.

    Verdammt, bist Du gut!
    Gleich zwei, die ich noch vergessen habe:
    1) “Wenn man sieht, dass der LKW rechts vor einem gerne überholen möchte, so bremst man ab. Der will ja auch nur überholen und macht nur seinen Job.”
    2) “Natürlich fährt man auf der linken Spur hinter dem überholenden LKW vorbei und lässt den eindeutig schnelleren Hintermann nicht vorbei, solang die Spur eh noch durch den LKW blockiert ist. Macht doch keinen Unterschied.”

    Arme, gestresste Leute! Hauptsache ist doch, dass wir alle heil ankommen.

    Man könnte meinen, dass Du nur rumtrollst!
    Leider beweist meine tägliche Erfahrung, dass dem wohl eher nicht so ist, daher:
    Hast Du Dir mal überlegt, dass eben Deine Fahrweise die Unfallgefahr wesentlich erhöht und eben nicht mindert?

    Ernstgemeinter Tipp:
    Investiere bitte mal eine Tankfüllung in Fahrtraining.
    Dabei bitte mal folgende Dinge ausprobieren:
    a) Auf einer großen Fläche einfach mal Vollbremsungen, Ausweichen, Lenkrad rumreißen, etc. üben. Sprich: Bekomme bitte ein Gefühl für Dein Auto.
    b) Auf gerader (möglichst freier) Strecke (z.B. Autobahn nachts):
    Gas geben!
    Ja, genau: Überprüfen, ob das Gaspedal einen Anschlag hat!
    Frühzeitiges Hochschalten ist was zum Sprit sparen. Kann man machen, sollte man machen. Aber bitte nicht, wenn man dadurch andere Leute zwingt, genau den Sprit wieder zu verbrauchen, den Du gerade sparst!
    c) Beschleunigung austesten.
    Ja wirklich: Der 3. Gang geht auch beim Panda bis 120 km/h! Einfach mal ausprobieren. Das Geräusch, was man dabei hört, ist kein Motor, der bald kaputt geht, sondern nur ein Motor, der etwas Leistung zeigt.
    d) Runterschalten üben.
    Man kann nicht nur runterschalten, wenn die Drehzahl bei 1000 U/min ist. Das geht auch bei höherer Drehzahl, um dann schneller beschleunigen zu können. Versuch’s mal!
    e) Wenn Du mit a)-d) ausreichend Erfahrung gesammelt hast, dann übe bitte auch den Spurwechsel. Am einfachsten geht der auf der Autobahn, aber auch der zweispurige Stadtverkehr bietet viel Übungspotential.
    Ganz wichtig: Du hast 3 Rückspiegel! Finde bitte heraus, was man darin so alles sehen kann; selbst dann, wenn man gerade gar nicht die Spur wechseln will.
    f) Lustiges Ratespiel: Dein Beifahrer sagt zufällig “jetzt”, und Du zählst auf, wieviele Autos wo hinter Dir herfahren, ohne dass Du in die Spiegel schaust!

    Sollten sich meine Übungen a)-f) wie Verarschung anfühlen: Ich versichere Dir, dass ich jeden Punkt wirklich ernst meine!

  • Unbedrängelt

    @Rechtauf180:

    Falls da jetzt Einwände kommen, ich sollte in der Kurve besser nicht ausscheren, muss ich entgegensetzen, dass man so fahren muss, dass man in Sichtweite anhalten kann.

    Um Gottes Willen!!
    Du findest jetzt nicht ernsthaft, dass Du ohne freie Sicht ausscheren darfst, weil der Hintermann sich ja noch mit ner Vollbremsung retten könnte?
    Also Mal zur Erläuterung:
    Die Verkehrsregeln sind durchaus so ausgelegt, dass man bei Einhaltung in gefährlichen Situationen zur Not noch mit einer Vollbremsung einen Unfall vermeiden kann.
    Daraus lässt sich aber umgekehrt nicht das Recht herleiten, dass man alles tun kann, solange die anderen bei Regeleinhaltung durch Vollbremsungen den Unfall vermeiden könnten.
    Tatsächlich musst Du (nach §1 StVO) jederzeit damit rechnen, dass andere Verkehrsteilnehmer auch mal Regeln mehr oder weniger misachten, und Dich entsprechend verhalten.
    Ich hab das Gefühl, dass Du Deine schon fast 30 Jahre Fahrerfahrung eher der Aufmerksamkeit der ach so bösen “Drängler” verdankst.
    Bitte bitte denk mal drüber nach!

    Auf 110 oder 120 km/h zu verzögern ist dann wohl nicht zu viel verlangt und sollte schon funktionieren, indem man einfach den Fuß vom Gas nimmt.

    Ich befürchte, Du hast noch nie ein Auto mit mehr als 100PS gefahren. Und Du bist offenbar noch nie in einem Auto mit mehr als 200PS mitgefahren.
    Bitte bitte bitte beherzige meine 6 Punkte aus obigem Post! Wir wollen alle wirklich noch länger leben!

  • mm

    @Unbedrängelt:

    Zunächst mal die in Deutschland geltende Richtgeschwindigkeit 130.
    Die bedeutet nämlich, wenn nicht irgendetwas dagegen spricht, dass man auch 130km/h fahren sollte.

    Nö. Es heißt:

    Den Führern von Personenkraftwagen sowie von anderen Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t wird empfohlen, auch bei günstigen Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen
    1. auf Autobahnen (Zeichen 330.1), [...] nicht schneller als 130 km/h zu fahren (Autobahn-Richtgeschwindigkeit). [...]

    (Verordnung über eine allgemeine Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen und ähnlichen Straßen)

  • herrl

    @Unbedrängelt: Ich glaube, ich sollte nochmal klarer schreiben, was ich meinte, damit auch die Menschen, die mit einem geringeren Leseverständnis gesegnet sind, verstehen was ich sage. Also erstmal bei 120 km/h mutwillig abbremsen tue ich nicht, und habe ich auch nicht gesagt. Wenn mir aber bei 160 km/h einer an der Stoßstange klebt, signalisiere ich ihm das in dem ich kurz die Bremslichter aufleuchten lasse, ohne zu bremsen. Die andere Option wäre ne Anzeige. Das bremsen da gefährlich ist weiß ich selber und tue selbiges aus dem Grund nicht.

    So zu deiner Auflistung: Ich habe nicht geschrieben, dass ich langsam ausschere und zögerlich beschleunige. Sondern dass mir das auch passiert, wenn ich mit 160 km/h überhole. Und vorher weit und breit keiner zu sehen war, den ich hätte zum Abbremsen zwingen können. Und die Autobahn mit 400 Meter Abstand zwischen den LKW würde ich gerne sehen, das begegnet mir nur leider sehr selten (in diesem konkreten Fall waren es ca. 50 Meter) Und mich da zu einem waghalsigen Brems- und Einscherversuch versuchen zu nötigen ist da dann eher der versuchte Totschlag. Ansonsten finde ich mich in deiner Liste nicht wieder. Den Sinn von Blinkern und Sicherheitsabstand hab ich durchaus verstanden, und wende sie auch dementsprechen wann möglich an. Genauso blockiere ich auch nicht die linke Spur, wenn ich eine Möglichkeit habe, die Spur zu wechseln. Auch wenn es für mich bedeutet, leicht abbremsen zu müssen. Wenn ich aber nirgendwo hin kann, kann ich nirgendwo hin. Und wenn die Autobahn so voll ist, ist es auch unverantwortlich mit 200 km/h zu fahren.

    Und wenn jemand aus 400 Meter entfernung mit Lichthupe drängelt: Wie gesagt, in Luft auflösen geht nicht, wenn ich rüber kann, dann fahr ich rüber, aber wenn nicht dann nicht. Und 400 Meter sind auch genug Platz, um entspannt bremsen zu können und nicht erst im letzten Moment voll in die Eisen zu gehen und dann fast hinten auf fahren.

  • Unbedrängelt

    @mm:
    Genaugenommen heißt es in §1 StVO:

    (2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

    Aus der von Dir zitierten Empfehlung und dem von mir zitierten Teil des §1 StVO ergibt sich, dass man möglichst 130km/h fahren sollte. Sprich: Sofern das ohne Gefährdung möglich ist.
    Wenn der Panda ohne Gefahr nicht mehr 130km/h fahren kann, sollte er dringend vom TÜV stillgelegt werden.

  • herrl

    Vielleicht liegt es aber auch daran, dass hier einfach ein sehr großer Teil an Idioten auf den Straßen unterwegs sind. Nicht umsonst hat die Straße, zu deren Entlastung die Autobahn gebaut wurde jahrelang die Todesstatistik in Deutschland angeführt. Und mindestens 90% der tödlichen Unfälle waren auf deutlich überhöhte Geschwindigkeit und/oder waghalsige Überholmanöver zurückzuführen.

    Für meine Fahrweise spricht im übrigen auch, dass ich bisher nicht einen einzigen Unfall hatte, weder verursacht, noch sonst wie verwickelt, weil einfach aufpasse, was um mich herum geschieht. Da ist mir bei anderen im Auto schon oft bange geworden, weil die dann genau so dicht auffahren ohne Grund. Die haben dann aber meist auch schon mehrere Autos zerlegt.

    Und wenn ich deine anderen Beiträge so lese, bekomme ich auch langsam das Gefühl, dass du selber so ein Drängler bist, der sich hier gerade versucht seine Fahrweise schön zu reden. Dann ist auch klar, warum du bisher unbedrägelt geblieben bist. Und ja, auch mit ‘nem dicken Audi mit 250+ PS unterm Arsch kann man vernünftig fahren. Wenn ich schwächer motorisiert unterwegs bin, pass ich meine Fahrweise entsprechend an.

  • Rechtauf180

    @Unbedrängelt:

    Mit 80km/h hinterm LKW auf die linke Spur ausscheren, um erst dann zögerlich zu beschleunigen. Endgeschwindigkeit durchaus 150km/h. Aber bis dahin schon 1km Stau verursacht.

    80 km/h als Stau zu bezeichnen, ist auch schon eine Aussage.

    Gerade zu hohe (!) Geschwindigkeiten sorgen oft dafür, dass die Fahrzeuge auf der Autobahn zum Stehen kommen. Hohe Geschwindigkeitsdifferenzen sorgen nämlich dafür, dass öfter und stärker gebremst werden muss. Das geht auch gar nicht anders. Wenn einem Wagen mit 100 km/h ein Wagen mit 120 km/h folgt und dem wiederum einer mit 140 km/h, muss auf einer zweispurigen Straße mindestens ein Wagen um 20 km/h herunterbremsen. Schert der 120er zuerst aus, muss der 140er bremsen. Schert der 140er zuerst aus, kann der 120er nicht mehr ausscheren, so dass der bremsen muss. Und da die meisten Fahrer überschießend reagieren, meist wegen zu geringer Abstände, schaukeln sich dadurch gelegentlich Stauwellen auf. Da jeder Fahrer noch ein Stück unter die Geschwindigkeit seines Vordermanns geht, bremst irgendwann einer auf 0 herunter.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Stau_aus_dem_Nichts

    Am unteren Rand des Geschwindigkeitsspektrums findet man eigentlich immer die Brummis, oben die schnellsten Autofahrer. Verkleinern kann man das Spektrum nur, indem die Brummis schneller oder die schnellsten Autofahrer langsamer fahren. Ersteres halte ich für illusorisch. Die Konsequenz: wir brauchen ein Tempolimit, um Staus zu vermeiden. Je näher das an der Geschwindigkeit der Brummis liegt, um so flüssiger läuft der Verkehr. Ich persönlich hielte 110 km/h für angemessen.

    Dass die schnellen Fahrer die Verursacher sind, erkennt man übrigens auch daran, dass von einer Ursache nie etwas zu sehen ist, wenn man den Stau verlässt. Die Oma, die mit 60 auf der mittleren Spur fährt und alles aufhält, ist weit und breit nicht zu sehen.

    Es gibt da diesen schönen Witz:

    Was ist der Unterschied zwischen einem Stau und einer Schlange?
    Bei der Schlange ist das Arschloch hinten!

    Nur der ist realitätsfern. Es gibt nicht den Einzelnen, der vor dem Stau wegfährt und den Verkehr aufhält.

    Wenn die Straßen so voll sind, wie es sich im Zitat darstellt, Fahrer mit verschieden Geschwindigkeiten also schon um die linke Spur konkurrieren, sollte man nicht einmal dran denken, 150 km/h zu fahren. Genau damit löst man nämlich die Staus aus. Das ist einfach unsozial, es stört den Verkehrsfluss. Schnelle Fahrer sind einfach lästig, egal ob vor oder hinter einem. Langsam fahren und Abstand halten trägt viel dazu bei, dass andere nicht im Stau stehen. Es wäre ja schon schön, wenn sich wenigstens alle an die Richtgeschwindigkeit halten würden.

    Ich hab’ schon gesehen, Du hast schon auf meine Erklärung zu Punkt 1 geantwortet. Da melde ich mich auch gleich noch mal zu.

  • Unbedrängelt

    @herrl:
    Zunächst habe ich nicht Dein Bremse “antippen” bemängelt; das war @Nichtraser. Wobei ich mich da seiner Meinung durchaus anschließen kann.

    Vorhin hast Du die ganze Zeit behauptet, mit 110km/h einen LKW zu überholen, sei doch absolut ausreichend.
    Wenn Du also tatsächlich gescheite 160km/h auf der linken Spur fährst, um die LKW zu überholen, ist daran doch an sich erstmal nichts auszusetzen.

    Mir passiert es auch manchmal, dass ich trotz freier Autobahn auch mal nur 160km/h fahren möchte – zum Beispiel beim Telefonieren.
    Dann passiert es mir durchaus auch mal, dass ich von hinten angeblinkt werde, weil ich versehentlich eine Lücke auf der rechten Spur übersehen hatte oder einfach mit nicht ausreichender Geschwindigkeit den Nebenmann überhole – Tempomat sei (un)dank.
    Na und: Da bin ich dankbar, dass man mich nochmals auf meine Unaufmerksamkeit aufmerksam macht und mache halt möglichst bald Platz; ich hab ja nicht die linke Spur gepachtet.
    Wie schon erwähnt: Dass jemand unnötig bei mir drängelt, passiert mir höchstens 2 Mal pro Jahr.
    Und wenn ich ne Lichthupe hinter mir sehe, ist das ja noch kein (unzulässiges) Drängeln, sondern zunächst mal der freundliche Hinweis, dass da jemand schneller fahren möchte.
    Und je nach Geschwindigkeitsunterschied ziehe ich auch bei ner 100m-LKW-Lücke rechts rüber – warum denn auch nicht?
    Ich bleibe also dabei: Wenn Dir das bei Deinen wenigen Kilometern wesentlich öfter passiert, solltest Du Dir überlegen, wie Dein Verkehrsverhalten auf Deine Mitmenschen wohl wirkt.

  • Unbedrängelt

    Uups. Ich glaub, ich hab da die Kommentare von “Rechtauf180″ und “herrl” etwas durcheinandergeworfen.
    Sorry, wenn ich ein paar falsche Unterstellungen gemacht hab…

  • herrl

    Also ich lese in meinen Beiträgen nur 160 heraus, 110 km/h tauchen da nirgendwo auf. Aber gut. Eine Lichthupe kann aber sehr schnell zum Drängeln werden. Und wenn eine Lücke nicht groß genug ist, um da einzuscheren, dann mache ich das nicht. Und groß genug meint, das ich weder mich noch andere dabei gefährde. Das zu verlangen ist einfach asozial. Das Bremslichter aufleuchten lassen ist auch nicht mehr als ein freundlicher Hinweis. Wenn ich aber nicht ausweichen kann weil kein Platz da ist, und jemand eben meint so abbremsen zu müssen, dass er mir auf der Stoßstange klebt und daran auch nichts ändert, auch nach dem freundlichen Hinweis, dann bin ich nicht derjenige, der falsch handelt.

    Das du aber schreibst, dass du beim Telefonieren auch mal “nur” 160 km/h fahren willst, und dann auch noch Dinge übersiehst, sollte dir tatsächlich zu denken geben. Das bestätigt auch nur das Bild, das ich bisher von dir hatte.

  • herrl

    Jo, und ich hatte vorhin falsch getrennt, sorry. Ja, ich mache auch immer sobald wie möglich Platz. Aber die, die gerne schnell fahren müssen halt auch schauen und nicht einfach mal pauschal Lichthupe auspacken und dicht auffahren. Die sehen ja selber, dass da nirgendwo Platz ist, wo man hin kann. Da dann erst im letzten Moment zu bremsen, weil sie erwarten, dass man verschwindet oder beschleunigt geht einfach nicht. Und genau sowas ist mir schon relativ häufig passiert. Aber bei 160 km/h in eine relativ enge LKW-Lücke fahren zu wollen ist schon nicht mehr mutig, sondern einfach nur dumm.

  • Unbedrängelt

    Keine Sorge: Wenn’s nicht passt, mache ich auch keine Lichthupe. Mein Vordermann kann sich ja nicht in Luft auflösen.
    Auch während des Telefonierens übersehe ich an sich niemanden. Nur schaut man halt tatsächlich ein wenig seltener in den Rückspiegel. Wenn dann einer mit 240km/h ankommt, kann es durchaus mal passieren, dass ich erst durch seine Lichthupe auf ihn aktiv aufmerksam werde.
    Das ist ja jetzt nicht ungewöhnlich.

  • Rechtauf180

    @Unbedrängelt:

    Mit 110km/h auf der linken Spur LKW überholen […]

    Was ist dagegen einzuwenden?

    Nun: Zunächst mal die in Deutschland geltende Richtgeschwindigkeit 130.
    Die bedeutet nämlich, wenn nicht irgendetwas dagegen spricht, dass man auch 130km/h fahren sollte.

    Die Richtgeschwindigkeit ist eher als Höchstgeschwindigkeit zu verstehen. Das erkennt man schon daran, dass die Gerichte schnellere Fahrer bei Unfällen mit in die Haftung nehmen. Guck mal in die Wikipedia!

    Auch Dein Panda fährt schneller 130km/h (nämlich lt. Wikipedia >160km/h).

    Das ist ein 1996er Modell mit 40 PS. Früher hat der mal gut 130 km/h gemacht, da kommt der aber nicht mehr hin.

    Wenn man zudem ein nicht allzu stark motorisiertes Fahrzeug hat und mit viel Ladung unterwegs ist, ist es oft genug so, dass man irgendwann auf der rechten Spur hinter einem LKW festhängt, so dass man auch nicht mit 110 km/h ausscheren kann. Dazu müsste man für die Beschleunigungsphase erst einmal Abstand ziehen. Bis man den erreicht hat, ist die linke Spur wieder dicht.

    Wer verlangt von Dir, so dicht hinterm LKW herzufahren? Halt gefälligst den Abstand, den Du im Satz davor auf der linken Spur aus Sicherheitsgründen halten willst! Dann klappt das auch mit dem Beschleunigen.

    Ich halte immer zwei Sekunden Sicherheitsabstand ein. Den Sicherheitsabstand nutze ich sogar zum Beschleunigen, obwohl man das nicht sollte. Wenn ich den Fuß vom Gas nehme, um den Abstand zu vergrößern, scheren hinter mir die LKW aus. Das macht man dann ja genau in dem Moment, wo sich von hinten die Lücke nähert, und die erreicht dann zuerst den LKW hinter einem. Obendrein ist man dann auch noch langsamer.

    Irgendwie lese ich daraus: “Weil mein Auto so langsam ist, müssen andere halt wesentlich langsamer fahren, damit ich etwas schneller fahren kann.” Also ich halte dieses Verhalten für unsozial.

    Das halte ich für eine Fehlinterpretation.

    Dazu kommt, dass ich nicht sonderlich viel fahre, so dass ich nicht unbedingt routiniert bin und deshalb Spurwechsel lieber meide.

    Stimmt: Den Punkt hab ich in meiner Aufzählung vorhin vergessen:
    “Immer schön links fahren, weil Spurwechsel an sich gefährlich sind. Und wir wollen doch alle sicher ankommen!”
    Denk bitte nochmal drüber nach. Vielleict kommst Du zum selben Ergebnis wie ich.

    Ich lese hier eine Unterstellung. Nein, ich fahre immer schön rechts, und lieber lasse ich ein paar Fahrzeuge vorbei lassen, als dass es brenzlig wird. Andererseits lasse ich mich von Dränglern nicht dazu nötigen, mich zwischen zwei LKW zu quetschen. Sobald der letzte Wagen der Kolonne im rechten Außenspiegel auftaucht, setze ich den Blinker und gehe rechts rüber. Früher haben mich solche Situationen nervös gemacht, aber ich habe gelernt, dass ich mich einfach auf meine Fahrmanöver konzentrieren sollte.

    Ich war auch geduldig, als ich eine Viertelstunde hinter den LKW hergezuckelt bin.

    Noch so einer, den ich in meiner Aufzählung vergessen hab:
    “Wenn man lang genug rechts gefahren ist, hat man automatisch Anspruch auf die linke Spur. Nur Idioten kapieren das nicht und wollen durch quietschende Reifen zeigen, dass sie schneller sind.”

    Das ist Unsinn. Es ist ja meiner Rücksicht auf die anderen Fahrer geschuldet, wenn ich hinterm LKW klemme. Im Innenspiegel kann man ja sehr gut sehen, wie schnell die Wagen hinter einem sind (Querbewegung). Ich plane meine Überholmanöver eigentlich so, dass ich sie abgeschlossen habe, bevor das nächste Fahrzeug mich erreicht. Nur wenn dann weit und breit niemand zu sehen war und ich nach links gegangen bin, und dann plötzlich jemand angebrettert kommt, kann ich auch nichts machen. Die LKW halten oft nicht einmal den Sicherheitsabstand ein. Da noch zwischen einzuscheren, wäre doch lebensmüde!

    Klar, Freude macht es mir auch nicht, wenn dann noch vor mir ein LKW ausschert, wo ich meine Karre endlich mal auf Tempo habe. Aber dann nehme ich halt einfach den Fuß vom Gas. Meistens ist das dann der Moment, in dem man im Rückspiegel den Fahrer hinter sich kräftig mit der flachen Hand aufs Lenkrad schlagen sieht.

    Verdammt, bist Du gut!
    Gleich zwei, die ich noch vergessen habe:
    1) “Wenn man sieht, dass der LKW rechts vor einem gerne überholen möchte, so bremst man ab. Der will ja auch nur überholen und macht nur seinen Job.”

    Wie machst Du das? Fährst Du einfach drauf, wenn der vor Dir ausschert?

    2) “Natürlich fährt man auf der linken Spur hinter dem überholenden LKW vorbei und lässt den eindeutig schnelleren Hintermann nicht vorbei, solang die Spur eh noch durch den LKW blockiert ist. Macht doch keinen Unterschied.”

    Der Hintermann ist in dem Moment sicher nicht mehr schneller. Also: In der Tat.

    BTW: Was wird das? Eine Liste mit Dingen, über die Du Dich ärgerst? Gibt’s nicht schönere Dinge, die man sammeln kann?

    Hast Du Dir mal überlegt, dass eben Deine Fahrweise die Unfallgefahr wesentlich erhöht und eben nicht mindert?

    Das denke ich eigentlich nicht. Ich fahre vorsichtig und weitestgehend so, wie ich es in der Fahrschule gelernt habe, also quasi nach Lehrbuch, gleichwohl wahrscheinlich etwas unsicherer als Leute, die jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren.

    Ernstgemeinter Tipp:
    Investiere bitte mal eine Tankfüllung in Fahrtraining.
    Dabei bitte mal folgende Dinge ausprobieren:
    a) Auf einer großen Fläche einfach mal Vollbremsungen, Ausweichen, Lenkrad rumreißen, etc. üben. Sprich: Bekomme bitte ein Gefühl für Dein Auto.

    Das habe ich schon einmal gemacht. Aber dadurch wird der Abstand zwischen den LKW auch nicht größer. Und große Kreuzungen lernt man damit auch nicht überblicken. Verkehrsübungsplätze sind gut, aber sie können nicht alles abdecken. Für das wichtigste halte ich, dass man konzentriert ist und stets die Ruhe bewahrt. Das hilft mir jedenfalls.

    Im Übrigen: Ich möchte eigentlich gar nicht, dass es auf der Autobahn zu solchen Stunts kommt. Ich finde, man sollte einen Schritt vorher ansetzen.

    b) Auf gerader (möglichst freier) Strecke (z.B. Autobahn nachts):
    Gas geben!
    Ja, genau: Überprüfen, ob das Gaspedal einen Anschlag hat!

    Glaub mir, den Anschlag meines Gaspedals kenne ich gut!

    Frühzeitiges Hochschalten ist was zum Sprit sparen. Kann man machen, sollte man machen. Aber bitte nicht, wenn man dadurch andere Leute zwingt, genau den Sprit wieder zu verbrauchen, den Du gerade sparst!

    Hochschalten, wenn die Zielgeschwindigkeit erreicht ist, zumindest außerorts.

    c) Beschleunigung austesten.
    Ja wirklich: Der 3. Gang geht auch beim Panda bis 120 km/h! Einfach mal ausprobieren. Das Geräusch, was man dabei hört, ist kein Motor, der bald kaputt geht, sondern nur ein Motor, der etwas Leistung zeigt.

    Mehr als 110 mag ich der Karre nicht mehr antun. Und: Wenn ich den Wagen voll habe mit den Flohmarktkisten, kommt da trotzdem nicht sonderlich viel. Masse ist halt träge.

    d) Runterschalten üben.
    Man kann nicht nur runterschalten, wenn die Drehzahl bei 1000 U/min ist. Das geht auch bei höherer Drehzahl, um dann schneller beschleunigen zu können. Versuch’s mal!

    Sag mal, hältst Du mich für doof? Das ist doch Fahrschulwissen.

    e) Wenn Du mit a)-d) ausreichend Erfahrung gesammelt hast, dann übe bitte auch den Spurwechsel. Am einfachsten geht der auf der Autobahn, aber auch der zweispurige Stadtverkehr bietet viel Übungspotential.

    Bestimmt gehe ich anderen nicht mit Spurwechselübungen auf den Sack. Das verbietet auch §1 II StVO.

    Ganz wichtig: Du hast 3 Rückspiegel! Finde bitte heraus, was man darin so alles sehen kann; selbst dann, wenn man gerade gar nicht die Spur wechseln will.

    Entschuldige, aber ich finde Deinen Ton ganz schön arrogant. Natürlich habe ich 3 Rückspiegel. Der rechte hält zwar nur noch mit Panzertape und hat einen Riss, aber das beeinträchtigt ja nicht die Funktion. Und selbstverständlich benutze ich die auch. Und den toten Winkel und den Schulterblick kenne ich auch.

    f) Lustiges Ratespiel: Dein Beifahrer sagt zufällig “jetzt”, und Du zählst auf, wieviele Autos wo hinter Dir herfahren, ohne dass Du in die Spiegel schaust!

    Och nö.

    Sollten sich meine Übungen a)-f) wie Verarschung anfühlen: Ich versichere Dir, dass ich jeden Punkt wirklich ernst meine!

    Das ist zu befürchten.

  • henry a. k.

    @Rechtauf180:
    Danke, ein Vernünftiger, der seine Emotionen unter Kontrolle hat… Gute Fahrt uns allen. Und all denen die Hinten schneller sein wollen als ihre Vorderen: eure gefühlte Sicherheit in euren flotten Autos nützt den Menschen vor euch nichts, seid respektvoll, selbst wenn ihr euch im Recht glaubt.

  • Clark

    Da ich zu den Glücklichen zähle, die beruflich flexibel und nicht auf ABs angewiesen sind, benutze ich Autobahnen nur noch selten und nehm die Landstraße. Wirklich. Die Leute sind mental einfach zu einfach gestrickt fürs Autofahren.
    Damit mein ich nicht nur die wirklichen Drängler, sondern auch die ängstlichen Schleicher, die schon mit dem Gangwechsel überfordert sind und vor allem die “Ego-Spurwechsler”.

    Die Abstandsregeln sind in der Realität schlicht unmöglich einzuhalten, ausgenommen wenn die Verkehrsdichte sehr gering ist wie bspw. nachts.
    Solange die Geschwindigkeiten so unterschiedlich sind, die Verkehrsdichte so hoch und gleichzeitig keine Vorgabe zur Dauer des Blinkens und Wartezeit vor Spurwechsel existiert, grenzt eine strikte Einhaltung der Regeln an Massenmördertum. Probiert es aus, spätestens nach 5 Minuten auf der AB habt ihr eine Massenkarambolage verursacht, wenn ihr den Abstand immer und schnell einhalten wollt, gerade auch mit 80 oder 100 auf der rechten Spur! Vor allem 1-2 km vor jeder Ausfahrt.

    Ich verlange erstmal folgende Regeln:
    – Vor jeglichem Spurwechsel, muss mindestens 5 Sekunden (alternativ: Anzahl der Blinksignale) lang geblinkt werden. Erst danach darf der Spurwechsel beginnen.
    – minimale Lückengröße unabhängig Geschw. 250 Meter
    – kein Spurwechsel 1km vor und nach Auffahrt/Abfahrt.

    Damit würde man viel Leid und Ärger reduzieren.
    Grüße

  • Autolykos

    @Clark:

    kein Spurwechsel 1km vor und nach Auffahrt/Abfahrt.

    Dem kann ich mich nicht anschließen. Vor einer Auffahrt nach links zu wechseln um Leute reinzulassen gehört einfach zum guten Ton und vermeidet Stress für alle Beteiligten. Zumindest wenn links genug Platz da ist und gerade viele Leute drauf wollen.
    Kleiner Tip am Rande: Wenn man nicht exakt den vorgeschriebenen Abstand einhält (oder gar den Abstand bei dem man gerade so nicht den Führerschein verliert; einige Experten scheinen das perfektioniert zu haben), sondern großzügig noch etwas drauflegt, muss man praktisch nie auf die Bremse gehen um einen angemessenen Abstand wiederherzustellen. Spart Sprit und Nerven. Klar, manchmal betrachten besonders sympathische Zeitgenossen das als Einladung einen zu schneiden, oder jemand schert ohne zu blinken aus. Aber wenn man die Leute um sich rum beobachtet, kann man auch das oft vorher schon ahnen.

  • marcus05

    @Unbedrängelt:

    Wahrscheinlich bist du einer dieser Irren, die so schnell fahren dass dir eh nie einer hinten auffahren kann. Wenn ich mir den Rest deiner Beiträge anschaue muss ich sagen, wir haben hier den veri der Autobahn. Schlecht informiert, aber laut. Beansprucht die linke Spur für sich, wer unter 200 PS hat hat dort nichts verloren.

    Wenn man es wagt nur mit 130-150 LKW zu überholen (ich fahre aus finanziellen Gründen mein Auto ungern im Vollgas) hat man ganz schnell eine Oberklasselimo oder Coupe im Kofferraum, Lichthupe kommt dann auch ganz schnell.

    Meiner Meinung sind da Fahrverbote nicht genug, was die Italiener mit Säufern am Steuer machen sollte hier mit Dränglern gemacht werden. Auto beschlagnahmen, Fahrer aussetzen und Kiste versteigern. Auto ist Firmenwagen? Fristloses Sonderkündigungsrecht für den Arbeitgeber.
    Meistens sind das auch solche, die wollen ihre 240 Durchschnitt konstant halten, da sie ja sooo unter Termindruck sind. Sportwagenfahrern ist es anscheinend egal wenn sie mal runtergebremst werden, dann können sie ja neu hochbeschleunigen.

  • marcus05

    “Ja wirklich: Der 3. Gang geht auch beim Panda bis 120 km/h!”

    so kann echt nur einer reden, der seinen Sprit auf eine Firmenkreditkarte abbucht.

  • Prinz Rowan

    Wieder mal eine schöne Raser gegen Schleicher Diskussion.

    Ich fahre auf der Autobahn meist so 130-140 und kenne die auflaufenden Audifahrer zur Genüge. Die aufmerksam Fahrenden sehen natürlich nicht, dass man auf den LKW auflaufen würde. Dann muß entweder ich von 135 auf 85 abbremsen oder der Linksfahrer von 165 auf 140, und da ist mir der andere bremst halt lieber.

    Würde der Kolleg’ so aufmerksam fahren, wie er am Stammtisch tut, hätte er halt vorher reduziert oder den Pin gefunden und mit 200 vor dem Laster überholt. Meist findet er den Pin erst dann, wenn man blinkt, aber dann mache ich den Spurwechsel auch zu Ende, da die Beschleunigung dann eh nicht mehr reicht um vor dem LKW vorbeizukommen. Ich hatte auch mal so eine Karre, auch mit knapp 200kW ist bei 160 der richtige Bums beim Zweitonnenkreuzer nicht mehr spürbar.

    Dann gibt es noch die Hirnis, die sich mit 148,5 anschleichen und meinen, ich würde warten, bis sie endlich mit 10 km/h mehr an mir vorbeigekrabbelt sind. Die Vernünftigen sehen halt ein, das man die rechte Spur reinlassen muß, wenn man nicht zügig überholt. Die anderen meinen dann, sie könnten die Lücke noch zufahren und müssen dann halt stärker bremsen. Wenn man 50m hinten dran ist, klappt das einfach nicht. Ein Passat oder Audi ist halt kein Ferrari. Mußte ich im Mercedes auch einsehen. Inzwischen fahre ich einfach vorrausschauender, das schont Material und Fahrer.

  • Der Steuerzahler

    Das Problem ist doch: Wie dafür Sorgen das sich die Autofahrer daran halten? Da hapert es gewaltig! Ich Debke, nur Drastische Srafen können da wirken, z.B sollte eine Abstandsunterschreitung von mehr als 3 Sekunden die per Video Nachvollziehbar ist zur Sofortverschrottung des Autos am nächsten Parkplatz führen. Dann hätte das eine Abschreckenden Effekt. Der ggf. ander Eigentümer des Wagens kann dann den Wagenwert über eine Zivilklage vom Fahrer holen.

    mfg

    Ralf

  • 08/15

    @Der Steuerzahler: Halterhaftung ist doof, einfach den Fahrer vor Ort erschießen finde ich viel fairer.

  • anon0815

    Fällt nur mir auf dass in fast jedem Blogbeitrag mehrere Rechtschreibfehler vorhanden sind. Manche Texte von UV sind direkt mühselig zu lesen.

    Das liegt wohl an der fehlenden Schreibkraft ;-)

  • Der Steuerzahler

    @08/15:
    Ne, das kommt erst als Zusatzmaßnahmen dazu, wenn ein Kind im Auto sitzt, das ist dann nähmlich Kindesmißbrauch. Und da sind ja alle Bestrafungen erlaubt.

    mfg

    Ralf

  • Bumphrey Hogart

    @Der Steuerzahler: Wenn man hier so mitliest und dabei den Eifer der Parteien bestaunt, wäre doch wohl die panzerbrechende Bordflack hinten und vorne an jedem Fahrzeug (mit Lizenz zum Töten) eine Forderung, die bei vielen deutschen Autobahnfahrern Zustimmung finden könnte.

    Eine Buchempfehlung für die wahren, unverbesserlichen Helden der Autobahn: “Profit” von Richard Morgan, Heyne Verlag. Da werden Karrierekämpfe gleich mit dem Auto entschieden…

  • Fritz

    Sofortverschrottung gefällt mir;
    ich werde das in mein Wahlprogramm mit aufnehmen :-)

  • timon

    @Prinz Rowan:

    Ich fahre auf der Autobahn meist so 130-140 und kenne die auflaufenden Audifahrer zur Genüge. Die aufmerksam Fahrenden sehen natürlich nicht, dass man auf den LKW auflaufen würde. Dann muß entweder ich von 135 auf 85 abbremsen oder der Linksfahrer von 165 auf 140, und da ist mir der andere bremst halt lieber.

    Wenn die linke Spur durchgängig mit 165 befahren wird, du es aber vorziehst deine “so 130-140″ zu fahren, dann wirst du leider hin und wieder hinter LKWs auf 85 abbremsen müssen. Es sei denn du findest rechtzeitig “den Pin” und beschleunigst passend zu einer Lücke im überholenden Verkehr auf 165 und verhinderst selbst, dass du hinter dem langsameren LKW eingeklemmt wirst.

    Das Vorfahrtsrecht der Überholenden einfach zu ignorieren und diese zum Bremsen zu zwingen dürfte mit etwas Glück irgendwo zwischen Nötigung und Verkehrsgefährdung einzuordnen sein.

    Was ich allerdings ganz allgemein an dem Urteil noch nicht verstehe ist, wieso besonders schnell fahrende Fahrzeugführer privilegiert wären, wenn für diese 3 Sekunden ebenfalls 3 Sekunden sein dürften. Sinkt bei schnellerem Fahren automatisch die Reaktionszeit des Fahrers?

    timon

  • Fußgänger

    @timon:

    Das Vorfahrtsrecht der Überholenden

    Sicher, daß es so etwas bei 165km/h überhaupt auf Autobahnen gibt :-) ?

  • Paral

    @Unbedrängelt:

    “Natürlich fährt man auf der linken Spur hinter dem überholenden LKW vorbei und lässt den eindeutig schnelleren Hintermann nicht vorbei, solang die Spur eh noch durch den LKW blockiert ist. Macht doch keinen Unterschied.”

    Nimm´s bitte nicht übel, aber das ist Unsinn. Wenn ich auf der linken hinter dem LKW herzuckeln muss, werde ich ganz bestimmt nicht rechts rüber fahren, nur weil irgendein Wahnsinniger hinter mit Lichthupe gibt. Woraus leitest Du die Pflicht ab, dass ich in dieser Situation rechts rüber soll?
    Wenn der LKW überholt hat und rechts rüber fährt, fahre ich an dem vorbei und schere dann ebenfalls rechts rein. Und dann kannst Du von mir aus so schnell wie Du willst an mir vorbeizischen. So ist die Reihenfolge.

  • timon

    @Fußgänger:
    Also als reiner Beobachter von einem anderen Planeten würde man nie auf die Idee kommen, dass es so etwas geben könnte, da hast du Recht :-)

    Auch ist es kein Vorfahrtsrecht im Sinne der Vorfahrt wie sie in der StVO sonst gebraucht wird. Aber da Überholende meist mit wesentlich höherer Geschwindigkeit unterwegs sind und derjenige, der zum Überholen ausscheren will, sich so zu verhalten hat, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist, nenne ich das vereinfachend “Vorfahrtsrecht”. Wenn der Nachfolgende jedenfalls bremsen muss hat, um ein Auffahren zu vermeiden, dann ist das eine Gefährdung bzw. Nötigung in meinen Augen.

  • Erdgolem

    @Unbedrängelt: Ich glaube es ist ein prinzipielles Problem, dass man, wenn man 130 fährt, manchmal bedrängelt wird. Ich denke dochmal, wir sind uns einig, dass man nichts dagegen haben kann, wenn jemand mit 130 km/h unterwegs ist. Schließlich ist das, wie Du selbst schon angemerkt hast, die Richtgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen.
    Und da Du anderen hier, über deren Fahrkünste Du nicht viel wissen kannst, so viele Fahrsicherheitstrainigstipps gegeben hast, habe ich auch einen für Dich: Probier es doch einfach mal aus! Fahr doch mal eine Strecke nicht schneller als 130. ich prophezeihe Dir, plötzlich werden mehrere Punkte Deiner Aufzählung von “asozialen” Autofahrern auf Dich zutreffen. Das ist einfach unvermeidbar. Vielleicht gewinnst Du dann mehr Verständnis für langsamere, schwächer motorisierte Autofahrer.

    In einem Punkt muss ich Dir aber noch recht geben: Ich finde nicht, dass es die Regel ist, dass man von den Autofahrern hinter einem genötigt wird. Dass schnellere Autos ankommen und hinter einem Bremsen, passiert oft. Dass sie den Sicherheitsabstand dabei leicht unterschreiten passiert schon wesentlich seltener. Dass sie einen allerdings wirklich geradezu nötigen, habe ich selbst (gefühlt) sehr sehr selten erlebt. Ich fahre allerdings zu wenig, um das quantifizieren zu können.

  • Mirco

    @timon:
    Er zieht rechtzeitig rüber, daß der Hinterherfahrende gefahrlos von 165 auf 135 abbremsen kann. OK, die 50 m @Prinz Rowans sind da vielleicht etwas grenzwertig.

  • timon

    @Mirco:
    Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn der Abstand zum Hinterherfahrenden so groß ist, dass dieser mit reinem vom Gas gehen die Situation entschärfen kann. Und wenn der, der zum Überholen ausscheren will, auch wirklich wesentlich schneller fährt, als derjenige, den er überholen will, müsste so ein Überholvorgang zumeist längst abgeschlossen sein, bis der Hinterherfahrende aufzufahren droht.

    In Fällen in denen das nicht so reibungslos klappt, darf meiner Meinung nach nicht rausgezogen werden. Muss der Hintermann deutlich bremsen, ist das sozusagen das Indiz, dass der Abstand zu ihm nicht ausreichend war, bzw. der Überholvorgang zu lange dauerte d.h. für die gegebene Situation zu langsam überholt wurde.

  • Mirco

    @timon:
    Reines vom Gas gehen mag schön sein, ausreichend Zeit zum Bremsen sollte aber genügen.

    Die Zeitdauer des Überholvorgangs ist genau kein Kriterium, ob der nachfolgende Verkehr gefährdet wird. Der Nachfolgende muß davon ausgehen, daß der Ausscherende in seiner Spur bleibt. Wenn er bremsen muß, weil er davon ausgegangen ist, daß es schneller geht, ist es sein Problem. Wenn er zu stark bremsen muß, weil in den Sicherheitsabstand geschert wurde, der Ausscherende.

  • timon

    @Mirco:

    Der Nachfolgende muß davon ausgehen, daß der Ausscherende in seiner Spur bleibt.

    Im Gegenteil, grundsätzlich darf davon ausgegangen werden, dass ein Überholender nach Abschluß des Überholvorgangs sich wieder nach rechts einordnet, wie es das Rechtsfahrgebot vorschreibt.

    Wenn also nur ein einzelnes Fahrzeug überholt werden soll und der Vorausfahrende sich an die Verkehrsregeln hält, müsste es mit einem “Fuß vom Gas nehmen” für den Nachfolgenden getan sein.

    Für den Fall, dass eine ganze Kolonne von anderen Fahrzeugen überholt werden soll, lässt sich eine Anpassung der beiden Geschwindigkeiten von Vorausfahrendem und Nachfolgendem nicht vermeiden. Wenn das ohne Bremsen des Nachfolgenden nicht geht, ist ein Überholen des Vorausfahrenden nicht drin. Er kann seine Geschwindigkeit entsprechend erhöhen oder sich seinerseits der Geschwindigkeit seines Hindernisses anpassen, aber nicht einfach rausziehen.

    Bei Vorfahrtsregelungen wie an Stopstellen und Ampeln etc. gilt üblicherweise das Kriterium der Gefährung als dann erfüllt, wenn ein vorfahrtsberechtigtes Fahrzeug bremsen muss. Dass stärkeres Bremsen erst recht bei höheren Geschwindigkeiten mit Gefahren einhergeht sollte selbsterklärend sein. Entsprechend ist für mich eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs immer gegeben, wenn dieser bremsen muss.

  • Fußgänger

    @timon:

    Im Gegenteil, grundsätzlich darf davon ausgegangen werden, dass ein Überholender nach Abschluß des Überholvorgangs sich wieder nach rechts einordnet,

    Und der mit 165 km/h heranrasende sieht ganz genau an welcher Stelle der vorausfahrende wieder einscheren muß ;-)
    Die andere Hälfte der Wahrheit sagt, daß auch der Sprinter *immer* den Sicherheitsabstand einhalten muß und damit sind wir wieder beim eigentlichen Blogbeitrag gelandet.

  • timon

    @Fußgänger:

    Und der mit 165 km/h heranrasende sieht ganz genau an welcher Stelle der vorausfahrende wieder einscheren muß ;-)

    Nun bin ich von deiner Art der Ironie doch etwas irritiert… Definiere doch mal bitte “rasen”, damit wir da nicht über unterschiedliche Dinge sprechen. Rund 25% über der empfohlenen Richtgeschwindigkeit zu fahren stellt für mich bei geeigneten Straßen- und Verkehrsverhältnissen jedenfalls kein Rasen dar.

    Aber du hast Recht, die Stelle (relativ zum Überholten) an der ein Überholvorgang als beendet gelten darf, ist in etwa der Sicherheitsabstand, den der Überholte seinerseits einzuhalten hat.

    Und dass jeder *immer* den Sicherheitsabstand einhalten muss ist ja gerade vom OLG Hamm im eigentlichen Blogbeitrag verneint worden – 3 Sekunden (maximal 140m) nämlich muss man gar nicht, erst dann ist Handeln gefordert zur Umsetzung der Wiederherstellung des vorgeschriebenen Sicherheitsabstands.

    Innerhalb dieser Zeit findet der Vorausfahrende sicherlich die Stelle an welcher Wiedereinscheren geboten sein dürfte und der Nachfolgende wird nicht genötigt, gefährdet oder gar noch kriminalisiert.

  • Rüdiger

    Hmm, merkwürdige Diskussion.
    Ich hab das in der Fahrschule annodazumal so gelernt:
    Wenn ich eine Spur wechseln will, egal ob innerorts oder auf der Autobahn, darf ich den darauf befindlichen Verkehr nicht behindern, da dieser auf seiner Spur – ganz klassisch – vorfahrtsberechtigt ist. Eine Behinderung (in diesem Fall besser formuliert: Einschränkung seiner Vorfahrt) hieße damals, dass ich die anderen Verkehrsteilnehmer dazu zwinge, auf mich zu reagieren. Z.B. indem sie die Spur wechseln müssen (auf der Autobahn von Mitte nach links), bremsen müssen oder auch nur vom Gas gehen, um den erforderlichen Sicherheitsabstand einzuhalten. Verdeutlicht wurde das mit dem Vergleich mit einer Kreuzung: Auch auf eine solche darf man auch nur einfahren, wenn man keinen Vorfahrstberechtigten behindert.
    Und zu sagen, der andere vorfahrtsberechtigte Fahrer kann ja bremsen (oder gar eine Vollbremsung machen), um einen Zusammenstoß zu vermeiden, macht eben keinen Sinn, da das eine Behinderung wäre.

    Nach diesem Verständnis darf ich nur dann zu einem Überholvorgang ansetzen, wenn in Sichtweite fahrende Fahrzeuge hinter mir nicht abbremsen müssen. Ich muss also entweder schnell genug auf die Geschwindigkeit des Vorfahrstberechtigen beschleunígen oder schnell genug die Spur wieder verlassen.

  • Unbedrängelt

    Noch ein paar gern gesehene Verhaltensweisen:

    Zweispurige Autobahn, rechts ist weit und breit niemand zu sehen, links fahren zwei Autos hintereinander mit ausreichend Sicherheitsabstand.
    Gedanken des Vorderen: “Warum soll ich rechts rüber, von hinten kommt ja eh niemand, der schneller fahren will. Wollte mein Hintermann schneller fahren, wäre er ja nicht so weit weg.”
    Gedanken des Hinteren: “Was soll ich rechts rüber, ich hab ja noch einen vor mir. Der Drängler von hinten kann ja eh nicht schneller fahren.”
    Schön ist dann zu beobachten, dass sobald der Vordere (ohne Änderung der Verkehrslage) rechts rüberzieht, fährt der Hintere auch gleich rechts rüber.

    Rechts in ca. 1km Entfernung ein LKW, dafür tuckelt dann eine ca. 1km lange Autoschlange auf der linken Spur mit ca. 100km/h vor sich her.
    Niemand(!) traut sich, rechts rüberzufahren. Man will ja möglichst schnell ankommen.
    Wenn in dieser Situation nur die 30% langsamen Autos rechts rüber fahren würden, dann wäre jedem geholfen; auch den 30%!!

    Ein LKW (vorderst) und 1 Auto (hinterst) auf dem Beschleunigungsstreifen. Während der LKW mit ca. 60km/h auf die rechte Spur der Autobahn zieht, zieht das Auto mit den gleichen 60km/h auf die linke Spur – man will ja nicht mit 60km/h hinter dem LKW klemmen.
    Diese Situation ist übrigens mit Abstand die häufigste Vollbremsung, die ich machen muss.

    Heckscheibe mit Gepäck vollgepackt, aber nie gelernt, wofür die 2 Außenspiegel gut sind.

    In Baustellen die gelben Fahrbahnmarkierungen ignorieren: “Ich find die weißen Linien schöner…”

    “Wenn da 120 auf dem Schild steht, und mein Tacho zeigt mir 120km/h, dann gilt das Rechtsfahrgebot nicht mehr!”

    “Ich blinke, damit der andere mir Platz macht!”

    “Mein Auto hat den größeren Motor als deiner! Deshalb muss ich Dir keinen Platz machen, auch wenn ich langsamer fahre.”

    “Wieso überholt der mich? – Mist, ich bin ja viel zu langsam!” *gasgeb*

  • Unbedrängelt

    Dreispurige Autobahn: Da kann man jederzeit von der rechten auf die mittlere Spur wechseln; auch wenn dort Autos sind. Die können ja dann einfach auf die linke Spur.

    Leute, die die rechte Spur als “LKW-Spur” bezeichnen.

    Reißverschlussverkehrsfahrer: “Ich hab mich schon vor 1km rechts eingeordnet; ich lasse jetzt niemanden mehr rein.”

    Rechtzeitig vor Verlassen der Autobahn auf die Verzögerungsspurgeschwindigkeit von 60km/h herabbremsen.

    Im Stau die Standspur zur nächsten Ausfahrt benutzen. Dann aber an der Ausfahrt angekommen, sein “gutes Recht” auf Vorfahrt vor dem regulär Ausfahrenden wahrnehmen.

    Von der Standspur in den regulären Verkehr einordnen, ohne vorher zu beschleunigen. Weil man ja auf der Standspur nicht fahren darf.

  • Stringent

    @Unbedrängelt:
    Bei Deinen Auflistungen machen ulkigerweise fast ausschließlich die langsamfahrenden Fahrzeuge etwas falsch und behindern immer die schnellfahrenden. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Aber wenigstens scheint die Autofahrkompetenz gut verteilt zu sein: Jeder denkt er hätte genug davon.

  • Unbedrängelt

    @Erdgolem:

    Probier es doch einfach mal aus! Fahr doch mal eine Strecke nicht schneller als 130. ich prophezeihe Dir, plötzlich werden mehrere Punkte Deiner Aufzählung von “asozialen” Autofahrern auf Dich zutreffen. Das ist einfach unvermeidbar. Vielleicht gewinnst Du dann mehr Verständnis für langsamere, schwächer motorisierte Autofahrer.

    Keine Sorgen: Ich kenne auch das. Ich fahre nicht immer schnell; ich weiß auch aus eigener langjähriger Erfahrung, wie man mit kleinem Motor sich auf der Autobahn fühlt.
    Mir ist es seit jeher wichtig, andere in ihrem Verkehrsfluss nicht zu stören. Wenn jemand wegen *mir* bremsen muss, fühle ich mich schlecht. Egal ob mit einem schnellen oder einem langsamen Auto.
    Klar sieht man mit einem langsamen Auto häufiger eine Lichthupe von hinten. Aber das ist ja nicht schlimmer als einen Blinker zu sehen. Dann macht man eben baldstmöglich Platz, lässt den anderen vorbei und fährt meist ungebremst nach kurzer Zeit wieder rüber, wenn man weiter überholen möchte.
    Wichtig ist eben nur, dass man sein Auto kennt und sich sicher im Straßenverkehr fühlt.

    Ich bedrängle niemanden, der sich gescheit verhält. Wozu auch? Niemand kann sich einfach in Luft auflösen. Ich versuche auch niemanden auf der Autobahn zu erklären, dass er mit seinem Panda 160km/h fahren sollte.
    Aber ein Auto (auch ein Kleinwägelchen), das mit 100km/h LKWs überholt, finde ich frech. Insbesondere wenn es nicht 1 LKW, sondern eine ganze LKW-Kolonne über mehrere Kilometer ist.
    Und wenn ich dann so Begründungen höre wie “Ich trau mich aber nicht schneller!” oder “Sonst frisst der so viel Sprit!”, dann könnte mir schon mal die Hutschnur platzen.
    Ich fahre jetzt seit 20 Jahren praktisch unfallfrei; bis auf einen kleineren Unfall nach 1 Jahr Führerschein, als jemand von der Beschleunigungsspur direkt auf die linke Spur durchgezogen ist. Meiner Reaktion ist zu verdanken, dass nur mein rechter Außenspiegel und die plattgebremsten Reifen dran glauben mussten.
    Wie ich oben schon bereits mal erwähnt hab: Wir wollen alle noch länger leben – ich auch! Ich vermeide also nach Möglichkeit gefährlich werdende Situationen. Nichtsdestotrotz passiert es bei aller Vorsicht auf vorausschauendem Fahren immer wieder, dass ich eine Vollbremsung machen oder gar ausweichen muss.
    Bei ca. 50’000km im Jahr bleibt sowas nicht aus. Irgendwann kennt man auch seine Pappenheimer und weiß oft schon sehr früh, wer sich gleich daneben benimmt. Sehr selten sehe ich dann, dass der andere seinen Fehltritt einsieht oder zumindest eine Ahnung davon hat. Ganz im Gegenteil: Oft wird man noch dafür beschimpft, dass man gerade einem das Leben gerettet hat. Mit Lichthupe und quietschende Reifen halb durchs Gras auf der linken Spur am blinden Spurwechsler vorbeizuziehen ist schon eine Frechheit von meiner Seite. :/

    Wie gesagt: Ich fahre sehr viel und kenne meine Pappenheimer. Wenn mir dann jemand hier im Forum erzählt, wie er die Straße wahrnimmt, denke ich dann schon, dass ich halbwegs genau einschätzen kann, woran es hapert.

    Ich erwarte nicht von jedem, ein guter Autofahrer zu sein. Ich erwarte aber von jedem, zumindest die Vorfahrtsregeln zu beherrschen. Sowohl im Stadtverkehr als auch auf der Autobahn. Allein das könnte schon viele Tote vermeiden.

  • Unbedrängelt

    @Stringent:

    Bei Deinen Auflistungen machen ulkigerweise fast ausschließlich die langsamfahrenden Fahrzeuge etwas falsch und behindern immer die schnellfahrenden.

    Ich hab mal nachgezählt:
    Auch bei netter Zählweise für Deine These komme ich bei meinen 15 Aussagen nur auf max. 7 Aussagen, bei denen es um Langsamfahrer geht.

    Tatsächlich ist es so, dass gegen die Schnellfahrer ja schon ausreichend in den Medien berichtet wird. Kaum eine polizeiliche Unfall-Pressemitteilung kommt noch den Zusatz “fuhr mit unangepasster Geschwindigkeit” aus.
    Unfälle passieren häufig wegen einer zu hohen Geschwindigkeitsdifferenz. Da ist der Langsamfahrer aber genauso dran beteiligt wie der Schnellfahrer. Nur dass die Schnellfahrer meist wesentlich aufmerksamer fahren.

  • Siggi

    Kleine Umfrage: wieviel Prozent der deutschen AutofahrerInnen wissen, dass die Hupe (nicht die Lichthupe!) ausserorts das Signal zur Überholabsicht ist?
    Dieses Alternativinstrument probiere ich immer wieder aus, kommt aber nie gut an :-)

  • der Gerechte

    ich war am Wochenede mit Auto unterwegs und muss sagen, die Gefahrenschwerpunkte liegen nicht im zu geringen Abstand sondern in den zu unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Wir könnten theroretisch alle mit 130 Stoßstange an Stoßstange fahren und nichts würde passieren, man muss sich nur mal Aufnahmen von Autorennen anschauen, da sind Berührungen bei Tempo 300 und drüber eher die Regel, passieren tut nur etwas wenn der GSchwindigkeitsunterschied der Fahrzeuge zu groß ist.
    Am sichersten wären die Strasse wenn alle gleich schnell fahren.

  • marcus05

    Timon und das wunderbare Supergrundrecht auf 240. Wer erstmal auf ein Fünftel Schallgeschwindigkeit beschleunigt hat darf unter keinen Umständen gezwungen werden, diese wieder zu reduzieren. Jemanden zu zwingen ein paar Sekunden die Bremse ganz leicht anzutippen ist schon schwerste Nötigung und Verkehrsgefährdung³.

    Dann erfinden wir mal noch schnell uneingeschränktes Vorfahrtsrecht wenn man schneller ist und dann haben wir unsere RasterStVO.

    Gibt es eigentlich schon irgendein Gerichtsurteil dazu, dass man nicht zum überholen ausscheren darf wenn 500m hinter einem jemand mit so deutlich höherer Geschwindigkeit angerauscht kommt dass er abbremsen müsste? Nein? Warum wohl…

  • VolkerK

    Schön, wie Ihr alle um des Kaisers Bart diskutiert.

    Wer länger als drei Sekunden zulässt, dass der Abstand zum Vordermann geringer ist als erlaubt, der muss zahlen.

    Ich verstehe das so, dass jemand vor mir einschert und ich jetzt drei Sekunden Zeit habe, zu reagieren. Also zu bremsen, die Spur zu wechseln, den Fuß vom Gas nehmen, was gerade angemessen ist (auch in Bezug auf den Verkehr hinter mir). Den korrekten Abstand habe ich dann – je nach Verkehrssituation – nach 3+x Sekunden.

  • Antworter

    @marcus05:
    “Jemanden zu zwingen ein paar Sekunden die Bremse ganz leicht anzutippen ist schon schwerste Nötigung und Verkehrsgefährdung³.”
    Jemanden zu zwingen, ein paar Sekunden auf der rechten Spur zu bleiben ist schon schwerste Nötigung und Verkehrsgefährdung.
    Merkste was?
    Zumal die Sekunden, die er langsamere rechts bleiben könnte meist viel weniger sind, als die Sekunden, die der schnellere links auf hinter dem Ausscherenden verbringt UND durch das plötzliche Ausscheren eine zusätzliche Gefahrensituation entsteht.

  • 3247

    @Unbedrängelt:

    Aber ein Auto (auch ein Kleinwägelchen), das mit 100km/h LKWs überholt, finde ich frech. Insbesondere wenn es nicht 1 LKW, sondern eine ganze LKW-Kolonne über mehrere Kilometer ist.

    Du ärgerst dich also, dass du langsamer vorankommst, weil der Fahrer des Kleinwagens schneller vorankommen will.

    Deshalb verlangst, du, dass der andere langsamer fährt (hinter dem LKW bleibt), damit du schneller vorankommen kannst.

    Merkst du etwas?

  • DerSichAmKopfKratzt

    Was bedeutet das für denjenigen der sich in eine solche 3 Sekunden Lücke reinquetscht? Handelt der legal oder ist das eine Art von gefährlichem Eingriff in den Strassenverkehr?

  • Arjen van Zuider

    @3247:

    Deshalb verlangst, du, dass der andere langsamer fährt (hinter dem LKW bleibt), damit du schneller vorankommen kannst.

    Je nach Situation wird dies auch von der Rechtsprechung gedeckt: http://www.deubner-recht.de/aktuelles/verkehrsrecht/Mindestgeschwindigkeit-beim-Ueberholen-auf-der-Autobahn-3751592.html

    Als Faustregel könne für einen regelkonformen Überholvorgang eine Dauer von höchstens 45 Sekunden anzusetzen sein. Auch wenn damit der konkreten Verkehrssituation im Einzelfall nicht immer Rechnung getragen werden könne, seien jedenfalls Überholvorgänge auf zweispurigen Autobahnen, die bei einer Dauer von mehr als 45 Sekunden bzw. einer Differenzgeschwindigkeit von unter 10 km/h zu einer deutlichen Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer führten, bußgeldrechtlich zu ahnden.

    Im Klartext: Wer nicht in der Lage ist, den vorausfahrenden LKW innerhalb von 45 Sekunden/mit einer Geschwindigkeitsdifferenz von 10km/h zu überholen (45 Sekunden bei 10km/h entsprechen 125 Metern), hat den Überholvorgang zu unterlassen und muss unter seiner potenziellen Höchstgeschwindigkeit hinter demselben herfahren. Ich gehe davon aus, dass dies für überholwillige Kleinwagen genauso gilt wie für LKWs.

    Das Problem ist jetzt natürlich bei LKW-Kolonnen: Nach diesem Urteil dürfte ein langsamer Kleinwagenfahrer immer nur einen oder zwei LKWs am Stück überholen (was er halt in 45s so schafft) und müßte dann wieder rechts einscheren, um den schnelleren Verkehr links vorbeizulassen. Ein solches Manöver dürfte aber nur schwerlich ohne Selbstgefährdung durchführbar sein. Letztlich ist das Problem die Koexistenz von LKWs und PKWs auf den Autobahnen. Die Lösung wäre der Aufbau eines separaten Autobahnsystems für LKWs (finanziert über eine LKW-Maut – und über Staatsverschuldung. In Zeiten der Eurokrise investiert man das Geld lieber in die eigene Infrastruktur, bevor mans an die Griechen abdrücken muss) und nach deren Fertigstellung ein LKW-Verbot auf den herkömmlichen Autobahnen. Das würde die Unterhaltskosten der herkömmlichen Autobahnen wesentlich senken (LKWs mit ihren hohen Achslasten sind echte Straßenkiller) und aufgrund der hohen Mautkosten LKW-Transporte gegenüber Bahn und Schiff unattraktiver machen, was auch für die Umwelt vorteilhaft wäre. Geschwindigkeitsdifferenzen auf der herkömmlichen Autobahn gäbe es natürlich immer noch, aber untermotorisierte Kleinwagen dürften weniger stauträchtig sein als LKWs.

  • Watz

    … alles was sich oberhalb von 130 km/h bewegt ist
    eh’ jenseits der Gesetze. Wieso ein Autofahrer mit wenig PS
    den SUVs den Vorzug lassen soll/muss ist mir nicht klar.

    Autos sind, genau wie Fußball ein schönes Thema
    für SEHR viele Kommentare. Ich finde dass sehr lustig.

    … fahre auch selten schneller als 120 ;-) und meist rechts.
    Finde zudem Autofahren eh’ doof.

  • Ansicht

    Wenn Autofahrer diese Regel kosequent beachten würden, löst bei dichtem verkehr auf der Autobahn jeder Reinquetschvorgang automatisch und UNABWENDBAR eine Massenkarambolage hervor.

    Ein solches Urteil ignoriert alle Erkenntnisse aus aktueller Unfallforschung.

  • Erdgolem

    @Unbedrängelt:

    Ich erwarte nicht von jedem, ein guter Autofahrer zu sein. Ich erwarte aber von jedem, zumindest die Vorfahrtsregeln zu beherrschen. Sowohl im Stadtverkehr als auch auf der Autobahn. Allein das könnte schon viele Tote vermeiden.

    Richtig. Und wenn dann noch alle mit angepasster Geschwindigkeit, genügend Sicherheitsabstand und nicht alkoholisert fahren würden… ein Traum :)

  • Antworter

    @3247:
    Wie lange muss ein PKW der von 110 km/h auf 100 km/h abbremst, warten, der drei andere mit 180 km/h vorbeilässt?
    Wie lange muss drei andere PKW, die von 180 mit 110 km/h abbremsen, warten, bis der 110er endlich überholt hat?

    Da ist vom plötzlichen Ausscheren, ohne VORHER zu blinken, noch nicht mal die Rede …

  • marcus05

    @Antworter:

    Jo, ich merke dass ihr hier immer genau die wenigen Situationen an den Haaren herbeizieht, in denen ihr tatsächlich im Recht seid, um damit euer alleiniges Recht auf den Gebrauch der linken Spur zu begründen.

    Das fing schon mit Unbelehrbar, äh Unbedrängelter an und geht immer weiter.

    Es ist dabei so einfach. Um einen LKW mit deutlich höherer Geschwindigkeit zu überholen, sagen wir +20 km/h – also 110 kmh – und sicher wieder einscheren zu können muss man mit diesen +20 km/h eine Strecke von 45m (Sicherheitsabstand zum LWK) +10m (Länge des LKW) + 45m (Sicherheitsabstand für das Widereinreihen) zurücklegen, also 100m.

    Dies dauert bei 20km/h bekanntlich knapp 20 Sekunden. In der Zeit holt jemand der jetzt 100kmh schneller fährt als der Überholende relativ gesehen 500m auf.

    Wenn 500m (ein halber Kilometer) jemand vor dir zum überholen ausschert nennst du das also Gefährdung.

    Tu uns bitte einen Gefallen, das nächste Mal wenn das passiert, fahr dem Kerl ins Heck. Und vor Gericht dann bitte nicht lügen, sondern genau dies sagen “Der hat 500 Meter vor mir einfach rausgezogen obwohl ich dadurch hätte bremsen müssen um den Unfall zu vermeiden.”

    Wenn der andere auch nur 1% Teilschuld an dem Unfall bekommt, melde dich bitte hier mit Aktenzeichen.

  • 08/15

    @marcus05: Mit 20km/h auf der linken Spur?

  • Zwetschge

    @3247:
    Wenn ein Fahrer auf einen Fahrstreifen weiter links wechselt und der auf dieser Spur Fahrende seine Geschwindigkeit reduzieren muss ist das Nötigung. Da kannst du noch so viel vergleichen.
    Das ist die gleiche Situation, wenn du in einer Ortschaft auf eine vorfahrtsberechtigte Straße abbiegst und dort muss einer seine Geschwindigkeit reduzieren.

  • Xylakant

    @08/15: Markus hat schon recht: Was zählt ist die Differenz zwischen der Geschwindigkeit des Überholenden und die des Überholten, genauso wie auch nur die Differenz zwischen den jeweils zurückgelegten Wegen relevant ist. Absolute Geschwindigkeit der beiden Fahrzeuge sowie die absolut zurück gelegten Wege sind irrelevant.

    20km/h Differenz und 100m Differenz im Weg macht 12 Sekunden Überholdauer, generös gerundet: 20 Sek. Bei dem Weg, den der Auffahrende zurück legt wird Markus dann wieder genau: Das sind in den 12 Sekunden genau die genannten 500m.

  • Antworter

    @marcus05:
    Es geht hier nicht um Situationen mit 500m Abstand. Auch wenn es die vielleicht besser in den Kram passen würde.

  • marcus05

    @Antworter:

    Ich habe dir gerade vorgerechnet warum es genau um diese Situationen geht anhand eurer Beispiele.

    Andererseits kann ich gut verstehen, warum du nicht mitrechnest. Bei 200 auf der Autobahn hier die Kommentare lesen und schreiben ist schon Ablenkung genug, da kann man nicht erwarten dass du in der anderen Hand noch mit einem Taschenrechner hantierst.

  • mirs

    @marcus05:

    Das problem ist nur, das die ganze Prozedur inkl. den utopischen 45m sucherheitsabstand nur 18sekunden dauert und 2. die Meisten erst rausziehen wenn man ca. 50m hinter ihnen ist.

    Mal was etwas Anderes:

    Mehr 20-30m Sicherheitsabstand kann man gar nicht halten auf deutschen Autobahnen. Nicht nur das bei 100 km/h im Schnitt ca. 2,5 Million Autos auf deutschen Autobahnen Fahren können und unsere Straßen wären komplett dicht wäre, auch unsere Regelung von wegen halbe Tacholänge Abstabd gehört dringend überholt. Welches Auto braucht aus 100km/h 100m Bremsweg? Mein Wagen braucht aus 170 Km/h ziemlich genau 105m. Was soll ich dann mit einem Abstand von 50 m bei 100 Km/h da kann ich ja 2x auf 0 (wann passiert das?) runterbremsen, da mein Vordermann und der davor ja auch bremsen…

  • marcus05

    @Zwetschge: Gib uns ein einziges Urteil, dass dir Recht gibt. Nur eines. Da wird nichts kommen, weil ihr Unsinn redet. Du wirst wenn du 250 fährst ständig deine Geschwindigkeit reduzieren müssen, zeig mal alle wegen Nötigung an. Vielleicht haben wir glück und jemand nimmt dir den Lappen direkt wegen mangelnder Eignung weg.

  • PA

    @Zwetschge: Das ist beides keine Nötigung, denn es fehlt an der Gewalt oder der Drohung mit einem empfindlichen Übel. Bei einer erzwungen Vollbremsung ja, aber nicht, wenn jemand mal vom Gas gehen muss. Sonst müsse ich jeden Busfahrer, der sich vor mir einfällt und mich zum Bremsen zwingt, gleich mal wegen Nötigung anzeigen.

    Bei Leuten, die mir zu dicht hinterherfahren, passe ich zur Gefahrenverringerung auch immer meine Geschwindigkeit an Ihren Sicherheitsabstand an. Soll sich ja keiner beschwerden, dass ich zu dicht vor ihm her fahre. ;-)

  • marcus05

    @mirs:

    1. also weil ihr meint die StVO zählt nicht sollen wir auch so fahren?

    2. Das ist eigentlich überhaupt nicht wahr. Ich fahre manchmal auch recht schnell, es passiert mir verdammt selten dass ich mal vollbremsen muss weil 50m vor mir einer rauszieht. Das behält man aber, im Gegensatz zu den hundert anderen die einen nicht gefährden beim Rausziehen, aber trotzdem langsamer fahren

    Man könnte das selektive Wahrnehmung nennen, aber ich finde diskussionsbedarfgesteuerte Verdrängung passt da fast besser

  • trolllollol

    @erforderlich:
    Einfach auf der Gegenspur rückwärts fahren ;)

  • mirs

    @marcus05:

    1. Wer soll wie fahren – ich verstehe Ihre Frage nicht.

    2. Es gibt auf der Autobahn genug Leute die in Sicherheitsabstände reinziehen, erst in den Spiegel schauen wenn sei schon fas t auf der linken Spur sind.

    Ich habe keine Ahnung wie oft Sie autobahn fahren, aber versuchen Sie mal in einer 120er oder 130er Zone 60 rspektive 65m Sicherheitsabstabd zu halten – unmöglich ohne dauerhaft zu beschleunigen und zu bremsen und das hat nichts mit zu hoher Gescwnidigkeit zu tun.

    Das Beste Zitat was ich kenne: Ein LKW Fahrer auf die Frage warum er bei Tempo 90-100 Km/h am Berg rauszieht während ich mit ca. 150Km/h auf der linken Spur ca. 50m hinter ihm bin:

    ” …ich dachte ich schaff’s noch… ”

    Der Polizist darauf: “Was wollten Sie da schaffen?”

  • Prinz Rowan

    @Mirco: Die 50m bezogen sich auf die Vorbeikriecher mit 10km/h plus. Die brauchen dafür knapp 20 Sekunden !

    Ich warte halt nicht ewig, bis jemand endlich da oder vorbei ist. Der 165 mit 8m/s plus braucht auch immerhin 10 Sekunden, bis er bei mir angekommen ist.

    Die Sache mit der Nötigung durch langsame Vorrausfahrende brauche ich übrigens nochmal. Ich habe noch in keiner Stadt beobachtet, das jemand keinen Spurwechsel durchgeführt hat, weil ich dann langsamer fahren müßte. Ist ja auch völliger Quatsch, weil er es dan niemals vor dem Abbiegen schaffen würde.

    Desweiteren mal die lustige Rechnung: Der 135 warte auf den 165 der 80m hinten dran ist, während er 45m hinter dem LKW ist. Wartezeit bei Einhaltung des Abstandes 9+6=15 Sekunden.
    Der 135 er zieht raus und 45m vor dem LKW wieder rein. Macht etwa 10 Sekunden. Macht mit 3 Sekundenregel also 7 Sekunden langsameres Fahren.

    Demnach wird der Schneller also länger abgebremst ? Hat schnelles fahren solche Auswirkungen auf das Denkvermögen ? Oder nur bei Fahrer bestimmter Marken ? Fragen über Fragen …

  • Murgi

    @Prinz Rowan: Leute, die 135 km/h fahren, sind nach meiner Erfahrung, was den Spurwechsel angeht, ein geringeres Problem als die Mit-Tempo-100-Überholer, weil sie den Verkehr hinter sich wesentlich besser im Blick haben. Die kennen aus eigener Erfahrung wie übel es ist, wenn vor ihnen einer plötzlich links rüber zieht.

  • emma peel

    Autofahren scheint ein interessantes Thema zu sein. Ein jeder beherrscht es genau… Hier nachzulesen.

    Und dennoch wage ich zu bezweifeln, daß diese 3 Sekunden-Reglung gerecht sein könnten, ohne den Einscherenden mit einzubeziehen.
    Gelegentlich fahre ich auf der Autobahn 100 km/h… 50 Meter Abstand zum Vorausfahrenden…??? Lachhaft. Höchstens 3 Sekunden.

  • Geisterfahrer

    @marcus05:

    Da wird auch nichts kommen weil:

    § 1 Absatz 2 StVO
    Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als
    nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

    Die Regelungen des §5 StVO nehme ich mal einfach als gegeben und einzuhalten an. Wobei Absatz 4 m.E hier besonders einschlägig ist. Das steht nämlich u.a. “Wer zum Überholen ausscheren will, muß sich so verhalten, daß eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist. [...]“.

    Und die konkrete Rechtsprechung sagt z.B.

    “Eine unklare Verkehrslage ist nur gegeben, wenn an einem vorausfahrenden oder stehenden Fahrzeug der linke Fahrtrichtungsanzeiger betätigt wird, dies der nachfolgende Verkehr erkennen konnte und dem nachfolgenden überholenden Fahrzeugführer noch ein angemessenes Reagieren – ohne Gefahrenbremsung – möglich war.”
    KG Berlin v. 13.08.2009

    -> Gefährdung = Gefahrenbremsung = voll in die Eisen
    und das ist was ganz anderes als um 30 oder 40 oder meinetwegen auch 50 km/h zu verlangsamen.

    und

    “[...] Sobald bei einem vorausfahrenden bzw. haltenden Fahrzeug aber rechtzeitig der Blinker zum Abbiegen oder Ausscheren gesetzt worden ist, wird in der Regel eine Verkehrslage gegeben sein, die ein ungefährdetes Überholen nicht mehr zulässt.”
    AG Krefeld v. 28.01.2010

    § 5 Absatz 4a StVO
    Das Ausscheren zum Überholen und das Wiedereinordnen sind rechtzeitig und deutlich anzukündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen.

    setze ich wie oben gesagt voraus.

    Und @ #70, Timon: Das Vorfahrtsrecht der Überholenden gibt es wirklich. Nur leider in einem komplett anderen Zusammenhang Da geht es nämlich um das Überholen auf einer vorfahrtsberechtigten Straße und einbiegenden Verkehr!

  • Unbedrängelt

    @Geisterfahrer:

    [...] wenn an einem vorausfahrenden oder stehenden Fahrzeug [...]
    [...] der Blinker zum Abbiegen oder Ausscheren [...]

    Ganz offensichtlich beziehen sich Deine Gerichtsurteile nicht auf Autobahnen…

  • Machnig

    “Fahrtrichtungsanzeiger” auch ein geiles Wort.
    Aber eigentlich müssten sie “Fahrtrichtungsabsichtsanzeiger” heißen.
    Das wäre viel geiler.

  • Mirco

    @timon:
    In der StVO findet sich weder ein Recht auf 165 km/h ohne abbremsen zu müssen, noch eine Definition von Sicherheitsabstand, die ein rechtzeitiges Verschwinden der Vorausfahrenden voraussetzt.

  • Sinnfrei

    @herrl: Wie oft fährst Du denn so auf der linken oder mittleren Spur mit 100, obwohl die rechte Spur frei ist?

  • Geisterfahrer

    @Unbedrängelt:

    Was ist an “vorausfahrendem” Fahrzeug und Blinker zum “Ausscheren” nicht Autobahnkonform?

    Stört dich dass die Urteile auch den ruhenden Verkehr mit einschließen?

    Ganz offensichtlich dokumentiert Dein Kommentar selektive Wahrnehmung ;-)

  • Sinnfrei

    @Watz: Also mein Polo damals hatte 60 PS, der hat ohne Probleme 160 km/h geschafft, genauso wie mein neuerer Skoda Fabia mit 70 PS.

    Abgesehen davon ist Schleichen auf der Autobahn keine Frage der PS-Zahl – es gibt genug Transusen mit 100+ PS unter der Haube.

    Das Problem ist scheinbar eher, dass viele Leute Angst haben schneller zu fahren, provozieren damit aber ein eigentlich höheres Risiko, als wenn sie einfach mal auf den Pin treten würden.

    Aber ich verstehe auch nicht warum es die Leute heutzutage nicht mehr schaffen auf einer gut ausgebauten Landstraße ohne Geschwindkeitsbegrenzung 100 km/h zu fahren. Lustigerweise sind das oft die selben, die auch in der geschlossenen Ortschaft mit 70 km/h weiter fahren.

  • Mirco

    @udovetter

    Ein Link auf die Entscheidung mit den Fakten macht die Diskussion langweiliger. Ein Abbremsen oder Fahrspurwechsel lag im entschiedenen Fall nicht vor, sondern der Fahrer ist in den Sicherheitsabstand reingebrettert und hat das nicht rechtzeitig korrigiert.

    http://www.burhoff.de/insert/?/asp_beschluesse/beschluesseinhalte/1505.htm

  • Unbedrängelt

    @Geisterfahrer:

    Was ist an “vorausfahrendem” Fahrzeug und Blinker zum “Ausscheren” nicht Autobahnkonform?
    Stört dich dass die Urteile auch den ruhenden Verkehr mit einschließen?
    Ganz offensichtlich dokumentiert Dein Kommentar selektive Wahrnehmung ;-)

    Hach herrje.
    Zur Aufklärung hier die Urteile in Gänze:
    http://www.judicialis.de/Kammergericht-Berlin_12-U-223-08_Beschluss_13.08.2009.html
    Sprich: Wenn mein Vordermann sich unklar verhält, darf ich nicht mehr überholen. Daraus wird aber umgekehrt kein Recht des Vordermanns abgeleitet, wonach er Vorfahrt hat, wenn er sich nur ausreichend bescheuert benimmt.
    Im konkreten Fall hat halt jemand durch Blinken eine unklare Verkehrssituation erzeugt, wo ein Überholender dann lieber hätte bremsen sollen anstatt zu überholen.

    Und das zweite Urteil:
    http://www.verkehrslexikon.de/Texte/Rspr3684.php
    Hier hat ein Fahrzeug auf einer je Fahrtrichtung einspurigen Straße an einem Hindernis vorbei die Spur gewechselt und dafür den Blinker betätigt. Ein nachfolgendes Auto wollte trotzdem dran vorbei und ist reingerauscht.
    Das hat wieder nix mit der Autobahn-Situation zu tun.

    Soviel zur “selektiven Wahrnehmung”!

    Und ja: Wenn jemand auf der Autobahn den Blinker setzt, ist auch dort selbstverständlich ein gefahrloses Überholen nicht mehr möglich. Deshalb nutze ich dann auch Lichthupe und Schallhupe, um dem Blink-Idioten darauf aufmerksam zu machen, dass er gerade eine gefährliche Situation erzeugt. Notfalls muss ich natürlich eine Vollbremsung machen; aber das gibt meinem Vordermann immer noch nicht das Recht, einfach auf meine Spur zu wechseln!

  • Unbedrängelt

    @Mirco:

    In der StVO findet sich weder ein Recht auf 165 km/h ohne abbremsen zu müssen,

    Klar gibt es das. Jedenfalls dann, wenn jemand meint, die Spur nach links wechseln zu müssen, darf er das nach StVO nur, wenn der Hintermann eben nicht abbremsen muss. Siehe §18 Abs. 3 StVO:
    (3) Der Verkehr auf der durchgehenden Fahrbahn hat die Vorfahrt.

  • Unbedrängelt

    @marcus05:
    Na denn mal zu ein paar Urteilen:
    http://www.finanztip.de/recht/verkehr/arv0422.htm

    Mit etwa 200 Sachen war ein Mercedes-Fahrer auf der linken Spur der Autobahn unterwegs.
    Der Toyota-Fahrer habe in gefährlicher Weise den Fahrstreifen gewechselt und so den Unfall ausgelöst. Wer im mittleren Fahrstreifen links blinke und gleichzeitig erkennbar sein Fahrzeug nach links lenke, obwohl ein anderes Fahrzeug auf dem linken Fahrstreifen mit wesentlich höherer Geschwindigkeit nahe, gebe dem Fahrer des herannahenden Autos Anlass zur Befürchtung, es werde ohne Ausweichmanöver unweigerlich krachen.

  • Unbedrängelt

    http://www.verkehrslexikon.de/Texte/FahrStreifen04.php

    Ein Fahrstreifenwechsel ist unzulässig, wenn er derart mit dem Einscheren in eine enge Fahrzeuglücke verbunden ist, daß die Fahrzeugabstände auf dem neuen Fahrstreifen in gefährlicher Weise verkürzt werden. Hierdurch verursachte Auffahrunfälle fallen dem Einscherenden zur Last.

    http://www.verkehrslexikon.de/Texte/Rspr4885.php

    1. Die Betriebsgefahr des vom Geschädigten geführten Kfz tritt vollständig zurück, wenn der Schädiger die Fahrspur unter Verstoß gegen seine Pflichten aus § 7 Abs. 5 StVO wechselt und es dadurch zu einer Kollision mit dem von hinten kommenden Fahrzeug des Geschädigten kommt.
    2. Dies gilt auch dann, wenn sich nicht feststellen lässt, ob der Geschädigte die zulässige Höchstgeschwindigkeit eingehalten hat oder nicht.

  • Unbedrängelt

    http://www.verkehrslexikon.de/Texte/Rspr5080.php

    Nach § 7 Abs. 5 StVO verlangt jeder Fahrstreifenwechsel die Einhaltung äußerster Sorgfalt, so dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Er setzt ausreichende Rückschau voraus und ist rechtzeitig und deutlich durch Fahrtrichtungsanzeiger anzukündigen. Ereignet sich die Kollision zweier Fahrzeuge in einem unmittelbaren zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit einem Fahrstreifenwechsel des vorausfahrenden Verkehrsteilnehmers, spricht der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass dieser den Unfall unter Verstoß gegen die vorgenannten Pflichten verursacht und verschuldet hat.

    http://www.verkehrslexikon.de/Texte/Rspr2980.php
    Unbedingt das vollständige Urteil lesen! Das sollte augenöffnend für die hier anwesenden Panda-110-Reicht-Doch-Fraktion sein.

    1. Wechselt ein Verkehrsteilnehmer ohne sorgfältige Rückschau auf nachfolgende Fahrzeuge den Fahrstreifen und gefährdet damit nachfolgende Verkehrsteilnehmer und ereignet sich in einem engen zeitlichen Zusammenhang ein Auffahrunfall, so ist dies auf das riskante Fahrmanöver des Fahrbahnwechslers zurück zu führen. Der Anscheinsbeweis, der grundsätzlich gegen den auffahrenden Hintermann spricht, wird damit ausgeräumt.
    2. Die Richtgeschwindigkeitsverordnung von 130 km/h stellt einen Appell an die Verantwortung des Verkehrsteilnehmers dar, den ein Kraftfahrer, der den erhöhten Anforderungen eines Idealfahrers genügen will, nicht unbeachtet lassen darf. Jedoch kann deren Nichtbeachtung gegenüber einem besonders verkehrswidrigem Verhalten gänzlich zurücktreten.

  • Unbedrängelt

    http://www.verkehrslexikon.de/Texte/Rspr5163.php
    Hier noch Mal in aller Deutlichkeit: Wer die Spur wechselt, hat immer(!) Schuld beim Unfall.

    Der im Falle des typischen Auffahrunfalls gegen den Auffahrenden sprechende Anscheinsbeweis ist entkräftet, wenn der Vorausfahrende in unmittelbarem zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit dem Unfall in den vom Auffahrenden befahrenen Fahrstreifen gewechselt ist; in einem solchen Fall haftet der Fahrstreifenwechsler wegen des für eine Verletzung der Sorgfaltspflichten aus § 7 Abs. 5 StVO sprechenden Anscheinsbeweises allein.

    http://www.verkehrslexikon.de/Texte/FahrStreifen06.php
    Nochmal: Wer die Spur wechselt, hat schuld:

    Ein Kraftfahrer, der mit einer Geschwindigkeit von 70-90 km/h auf einen auf seinem Fahrstreifen liegengebliebenen Sattelzug mit Warnblinklicht zufährt und 50 m vor einem sich auf dem Überholfahrstreifen mit 150 km/h nähernden Kraftfahrzeug nach links ausschert, haftet für den hierdurch verursachten Auffahrunfall allein.

    http://www.verkehrslexikon.de/Texte/AuffahrFahrstreifen09.php
    Und noch mal!

    Wer bei einer Kolonnenbildung auf der Autobahn vom rechten zum linken Fahrstreifen wechselt und dabei mit einem links fahrenden Fahrzeug kollidiert, haftet für den Schaden allein, wenn sich ein verkehrswidriges Verhalten des links Fahrenden nicht feststellen lässt.

    Ich hoffe, das sind jetzt genügend Gerichtsurteile, um zu zeigen, dass es beim Spurwechsel nicht reicht, wenn man sagt: “Och, der andere soll doch bremsen!”

  • marcus05

    @Unbedrängelt:

    Ein Artikel aus dem in keinster Weise hervorgeht, wieviele meter vor dem Mercedes der Toyota tatsächlich ausscherte. Da der Mercedes jedoch eine derartige Gefahrenbremsung hinlegte, dass er die Kontrolle verlor ist davon auszugehen dass es nur wenige Meter vor ihm war.

    Niemand hat in diesen 130 Beiträgen je behauptet, dass der Toyota hier im Recht gewesen wäre

    Damit ist dein Urteil völlig irrelevant. Hier geht es um die Forderung, dass die Linke Spur 1km vor dir permanent freigehalten werden muss weil es für dich unzumutbar ist deine Geschwindigkeit langsam und sicher von 200 auf 130 zu reduzieren.

  • marcus05

    @Unbedrängelt:

    Urteil 1:
    Noch während des Fahrstreifenwechsels habe sich der Unfall ereignet.

    Da gilt das gleiche. Das Taxi ist mit üblicher Rambotaximanier in den anderen hinein gefahren.

    Urteil 2
    Das Fahrzeug des Klägers, das in Höhe der rechten Beifahrertür getroffen wurde, kam durch den Aufprall ins Schleudern, geriet auf die rechte Fahrspur und stieß dort auf das Heck eines weiteren Fahrzeugs.

    Die Autos waren auf fast gleicher Höhe, super. Relevanz?

    Urteil 3:
    b) Mehrere Indizien begründen jedoch die Gewissheit, dass der Beklagte zu 2) – wie der Kläger behauptet – zeitlich und örtlich unmittelbar vor der Kollision von links in dessen – den rechten – Fahrstreifen der Bülowstraße hineingefahren ist.

    Also wieder jemand der in den anderen hineinfährt. Ein weiteres, irrelevantes Urteil.

    Urteil 4:
    Hier zitierst du den springenden Punkt sogar selber:

    und gefährdet damit nachfolgende Verkehrsteilnehmer und ereignet sich in einem engen zeitlichen Zusammenhang ein Auffahrunfall

    Enger Zeitlicher Zusammenhang. Und im Urteil selber
    “1). Der von dem Beklagten zu 2) gesteuerte BMW stieß mit der rechten Frontpartie seitenversetzt gegen den linken Bereich des Fahrzeughecks des Pkw Opel Vectra”

    Wieder: Es hat gekracht bevor der Spurwechsel überhaupt vollzogen wurde. Nur wenige Meter vor dem BMW hat der Opel rausgezogen, trotz Vollbremsung ging da nichts mehr.

    Erneut also ein irrelevantes Urteil von dir, wie zu erwarten. Dein Fazit ist völlig an den Haaren herbeigezogen, dieses Fazit hättest du bei den vorherigen Urteilen genauso treffen können.

    Urteil 5
    50m Abstand bei 150kmh, er ist in den Sicherheitsabstand hineingefahren. Auch hier bist du wieder an der Herausforderung gescheitert, ein für diese Diskussion relevantes Urteil zu verlinken.

    Ich hoffe, das sind jetzt genügend Gerichtsurteile, um zu zeigen, dass es beim Spurwechsel nicht reicht, wenn man sagt: “Och, der andere soll doch bremsen!”

    du könntest tausend irrelevante Urteile posten, das ändert nichts daran. Masse allein gibt dir nicht recht. Bring ein einziges Urteil in der jemand 500m vor dem schnellen Fahrzeug ausschert und es zu einem Unfall kommt. Bonuspunkte, wenn der Richter den Linksspurfahrer ermahnt gefälligst 130 zu fahren.

    Aber da wird nichts kommen, weil der kleine Troll genau weiss, dass er kein Recht auf Vollgas bis zum Ziel hat.

  • schredder66

    @marcus05:

    [...Hier geht es um die Forderung, dass die Linke Spur 1km vor dir permanent freigehalten werden muss weil es für dich unzumutbar ist deine Geschwindigkeit langsam und sicher von 200 auf 130 zu reduzieren....]

    Wie soll das gehen, die Geschwindigkeit “langsam” von 200 auf 130 zu reduzieren? Fuss vom Gas ohne / mit Bremsunterstützung? Innerhalb welcher Strecke soll diese Verlangsamung stattfinden?

    Als Dieselfahrer weiss ich, dass Gas wegnehmen zwar die Geschwindgkeit verringert, aber die Motorbremswirkung eher minimal ist. Wenn ich das bei meinem Mopped mache, werde ich ziemlich schnell langsamer (Motorbremswirkung und die wohl ungünstigere Aerodynamik im Vergleich zum Auto).

  • der@jurist.de

    Seid Ihr immer noch nicht fertig?

  • marcus05

    @schredder66: Du kennst das Pedal in der Mitte, ja?

  • Arjen van Zuider

    Woher kommt eigentlich die seltsame Ansicht, bremsen zu müssen sei unzumutbar? Verkehrswidrig handelt, wer so einschert, dass der Hintermann nicht mehr gefahrlos abbremsen kann – bei normalen Straßenverhältnissen stellt die Benutzung der Bremse aber für sich genommen noch keine Gefahr dar (und wer bei Glatteis mit 200+ angefahren kommt, hat sowieso nicht mehr alle Tassen im Schrank). Wer den Blinker gesetzt hat, darf auch damit rechnen, dass der Hintermann das Ausscheren antizipiert und sich entsprechend auf einen Bremsvorgang zumindest vorbereitet. Ebenso ist es verboten, den Verkehr durch ein übermäßig langes (Richtwert: 45s) Überholmanöver zu behindern oder mit ungenügender Geschwindigkeitsdifferenz (Richtwert: 10km/h) zu überholen. Das ist aber weit von dem entfernt, was manche Fahrer hier bereits als Nötigung empfinden.

    Um mit einer Bremsverzögerung von 3m/s² (was auch bei nasser Fahrbahn noch lange keine Gefahrenbremsung darstellt) von 200 auf 100 zu verzögern, braucht man 386m. 500m vor einem schnellen Auto auszuscheren ist also bei Weitem ausreichend.

    Nicht gesetzlich erzwingbar, aber wünschenswert sind folgende Gebote der Höflichkeit:
    – Wer überholt, sollte dies mit Rücksicht auf den Hintermann so schnell tun, wie sein Fahrzeug und seine Fahrkünste dies erlauben. Auch wenn der Benzinverbrauch durch Beschleunigen und hohe Geschwindigkeiten kurzfristig steigt. Wer partout Benzin sparen will, fährt halt hinter den LKWs her.
    – Wer von einem langsamen Fahrzeug überholt wird, sollte jedes Beschleunigungsmanöver unterlassen und sich eventuell gegenüber dem Vordermann sogar etwas zurückfallen lassen, um dem Überholer ein sicheres Einscheren zu ermöglichen. Es ist für einen LKW keine Schande, hinter einem Panda herzufahren.

  • Unbedrängelt

    @Arjen van Zuider:
    Klar: Wenn links ausreichend frei ist und der Hintermann nur mäßig stark bremsen muss, weil er eh noch mehr als 10s entfernt ist: Warum sollte man dann nicht die Spur wechseln dürfen?
    Ich hab dem nie widersprochen.

    Aber wenn ich sowas hier lese, dann wird mir ganz anders:

    @Rechtauf180: Wenn ich meinen Panda schon einmal auf 115 km/h habe, überhole ich gleich die ganze LKW-Kolonne. Die fahren eh fast Stoßstange an Stoßstange, so dass es in den seltensten Fällen Lücken gibt, in die ich ohne Unterschreitung der Sicherheitsabstände einscheren könnte, geschweige denn, dass ich länger als 20 Sekunden (!) mit gleicher Geschwindigkeit rechts fahren könnte, was das OLG Celle bekanntermaßen als Voraussetzung dafür sieht, dass ich rechts einscheren muss. Dazu kommt, dass ich nicht sonderlich viel fahre, so dass ich nicht unbedingt routiniert bin und deshalb Spurwechsel lieber meide. Mir geht dabei nicht mehr der Puls hoch wie im ersten Jahr als Autofahrer, aber trotzdem verzichte ich lieber auf den Wechsel, wenn ich sonst quetschen müsste. Ich will ruhig und sicher fahren. Meinen Hintermann kann ich da einfach nur um Geduld bitten. Ich war auch geduldig, als ich eine Viertelstunde hinter den LKW hergezuckelt bin. Ich will ja niemanden ärgern.

    Alein der Selbsterhaltungstrieb sollte einen dazu zwingen, auf der linken Spur schneller als 115km/h zu fahren. Aber ein Langsamfahrrecht daraus herzuleiten, dass man ja bereits 15 Minuten hinter einem LKW hergefahren ist, halte ich im Ansatz schon für gefährlich. Aber genau solche Fahrer begegnen mir regelmäßig.

  • marcus05

    im beitrag 39 sprichst du Leuten ab, mit 110 LKW zu überholen (also +30km/h). Ein derartiges, generelles Überholverbot schließt diese Situation also mit ein.

    QED

    Auf deine ganzen anderen, inhaltlisch falschen Behauptungen wurde ja zur Genüge eingegangen
    und auf die Unverschämtheit in Beitrag 46 auch.

  • Unbedrängelt

    @marcus05:
    *Einen Fisch rüberreich*

  • schredder66

    @marcus05:

    Wie gut, dass mein Auto ein Schaltgetriebe hat ;-)

    Und selbst wenn ich das mittlere Pedal nutze, bei gleichzeitiger Gaswegnahme, heisst das noch lange nicht, dass ich innerhalb von Strecke x Metern die Geschwindigkeit von 200 auf 130 reduziert habe.

    Okay, 1 Kilometer werde ich nicht benötigen, mehr als 100 oder 200 Meter aber sicherlich. Zumindest dann, wenn ich bemüht bin zu verhindern, dass mein Hintermann durch die Aktion in Schwulitäten oder in meinen Kofferraum gerät.

  • Arjen van Zuider

    @Unbedrängelt:

    Wie ich bereits geschrieben habe: Es ist ein Gebot der Höflichkeit, den Überholvorgang so schnell wie möglich durchzuführen. “Das braucht aber soviel Benzin” und “ich fühle mich bei niedrigen Geschwindigkeiten sicherer” sind kein Grund, beim Überholen unter 130 zu bleiben. Allerdings gibt es tatsächlich Autos, die das schlicht nicht können. Voll beladene untermotorisierte Kleinwagen zB, oder ältere Modelle (aus eigener Erfahrung: Ein VW T2 mit 50PS schafft max. 115). Und wenn es schon kein allgemeines Überholverbot für LKWs gibt, dann erst recht nicht für solche Fahrzeuge.

    Der Beitrag von Rechtauf mag zwar provokant an der Grenze zur Trollhaftigkeit formuliert sein, aber letztlich ist es nunmal so: Eine LKW-Kolonne kann eigentlich nur am Stück überholt werden. Zwischen LKWs einzuscheren, um schnellere Überholer vorbeizulassen, ist nur selten zumutbar (dazu kommt, dass die meisten LKW-Fahrer das andere Gebot der Höflichkeit, das ich erwähnt habe, missachten und einem langsamen Überholer nur selten eine Lücke zum Vordermann schaffen, in die er einscheren kann). Auf einer zweispurigen Autobahn bedeutet das dann eben, dass die linke Spur zeitweise durch langsame Überholer blockiert ist. Das Problem wird es auch in Zukunft geben, solange es LKWs auf zweispurigen Autobahnen gibt.

  • Unbedrängelt

    @Arjen van Zuider:
    Tatsächlich hab ich keine großen Schmerzen damit, wenn jemand mit einem langsamen Fahrzeug im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht, möglichst zügig zu überholen. Oft überkommt mich da auch so ein Mitleidsgefühl. ;)
    Nur jemand, der tatsächlich schneller fahren könnte, oder dies dann sogar tut, sobald er rechts rüber fährt, ist schon ein Ärgernis.
    Wie gesagt: Wenn’s nicht anders geht, geht es halt nicht anders. Da reg ich mich auch nicht drüber auf.
    Aber wer sein Fahrzeug oder gar die Verkehrsregeln nicht beherrscht, sollte doch lieber zuhause bleiben.

  • Geisterfahrer

    @Unbedrängelt:

    Schön zu sehen wie du dich im dritten Absatz selbst widerlegst. Aber wahrscheinlich glaubst du das wirklich was du schreibst.

    Und wenn die anderen das anders sehen, dann kommt die Licht- oder Schallhupe. Super! Dieser Holzhammer-Argumentation muss ich mich natürlich beugen.

    Aber du willst ja nur die anderen auf ihr Fehlverhalten hinweisen. Danke dafür! Ich freu mich nämlich auch immer wenn hinter mir einer angeflogen kommt, mir soweit auffährt, dass ich seine Scheinwerfer fast nicht mehr im Rückspiegel sehen kann und er dann noch wie ein Blöder auf seine Hupe einschlägt. Da geht mir immer das Herz auf vor lauter Dankbarkeit. Ganz ehrlich! Da möcht ich eigentlich immer sofort anhalten und meinen Hintermann fest drücken. GANZ FEST drücken!

  • Engywuck

    Mehr 20-30m Sicherheitsabstand kann man gar nicht halten auf deutschen Autobahnen.

    Das geht problemlos, ich habe seltenst deutlich weniger als 100 – auf der rechten Spur!

    Natürlich nicht in Staus :-)

    Oder meintest Du 20-30m *zusätzlich* zum “halben Tachoabstand”?

  • Musenrössle

    Dieser Blogpost wurde Ihnen präsentiert von der Popcornindustrie. *mampf* :o)

  • Sinnfrei

    @Geisterfahrer: Würde ich nicht unbedingt empfehlen. Von Deinem Fahrzeug, welches gerade mal 115 km/h schafft, bleibt da vermutlich nicht viel über, während Dein Hintermann nur ein paar Kratzer abbekommt.

  • Sinnfrei

    @Unbedrängelt: Das beste ist ja, dass gerade die welche Stunden hinter einem LKW herschleichen müssen, immer gerade dann meinen nach links rüber zu ziehen (am Besten ohne zu blinken – Blinken ist Luxus, und Luxus ist teuer) wenn man, mit deutlich höherer Geschwindigkeit, schon fast im toten Winkel von denen ist … Aber wer nicht blinkt, der braucht ja auch keine Rückspiegel und keinen Schulterblick.

  • Unbedrängelt

    @Sinnfrei:
    Noch schlimmer ist es ja, dass selbst wenn man blinkt, die anderen Verkehrsteilnehmer das inzwischen ignorieren!
    Just gerade erlebt: Rechts geblinkt, muss aber etwas nach links ausholen, um in die Parkgarage einfahren zu können (sehr enge Einfahrt).
    Natürlich werde ich rechts überholt!

  • Geisterfahrer

    @Sinnfrei:

    Ja, ja, wenn die Argumente ausgehen wird auf Polemik umgeschaltet.

    Netter Versuch zu trollen aber: fail!

  • Unbedrängelt
  • Unbedrängelt
  • Unbedrängelt

    @Geisterfahrer:
    *Fisch rüberreich*

  • Berufsfahrer

    Viele tolle Vorschläge in gefühlten 1000 Kommentaren hier.
    Viele Probleme würden einfach nicht mehr zu finden sein (auf AB), wenn man dieses “Rechtsfahrgebot” einhalten würde, worauf meines Wissens immerhin ein Punkt fällig ist. Leider kenne ich NIEMANDEN, der diesen schon mal kassiert hat. (Nur einen Fahrschüler, der einen garstigen Prüfer hatte und nach 20 Sekunden, unnötigem rechtsfahren, die Prüfungsfahrt leider beenden musste)

    Warum zieht die Polizei nicht die raus, die unnötig Links fahren?

    Wenn ich Rechts überholen kann, macht links (fast) immer Jemand etwas falsch – nach Gesetzgebung. Und da ist’s egal, ob 100 ist und ich 100 links fahre, trotzdem rechts frei ist.

    Wenn mir einer erklärt, wie ich die Linksfahrer rechtlich zur Rechenschaft ziehen könnte, würde ich meinen Urlaub dafür Opfern!

    Wenn LKW fahren, ok. Dann ist Rechts 90km/h, Mitte 100 und Links fahren dann schon die, die mit 105 am Überholen sind.

    ABER AM WOCHENENDE, wenn keine LKW fahren, fahren trotzdem alle so, als wenn die da wären.
    Ich könnte auf der rechten Spur am schnellsten fahren – und das GEHT NICHT KLAR!

    Gibt Fahrten über dreispurige Autobahnen, wo ich das Blinkrelai am liebsten auf’s Fernlicht klemmen würde.

    Leider bin ich dann der Drängler, aber tief im Herzen bin ich der, der den Guttenbergfahrschülern nur mitteilen möchte, dass sie sich “in den Punkten” befinden und sich ihrer gefährlichen Behinderung nicht mal’s bewusst sind.

    In den Bewertungen einer App, die einfach nur Texte auf dem Display anzeigt, habe ich von einem gelesen, dass es eine sehr lustige App ist, aber man sich im Strassenverkehr damit bösen Ärger einhandeln kann (mit der Polizei). Ich weiß nicht, ob es an dem Text lag, oder er es als Fahrer benutzt hatt, aber ich würde das gerne jedem Linksfahrer mit § anzeigen, was er da anstellt. Darf man das unter bestimmten Umständen (Halterung, Beifahrer, etc..?)
    Habe es bid heute nur benutzt, um Fahrer auf defektes Lichter oder gar kein Licht hinzuweisen…

    Aber trotz allem wäre ich seeeehr daran interessiert, wie die Autobahnen wären, wenn sich jeder an dieses, doch sehr weit oben stehende Gebot, halten würde.

    Mich nervt das am meisten bzw sehe darin die Ursache vielen Übels.

  • Berufsfahrer

    @Berufsfahrer: im Ersten Absatz meine ich natürlich unnötigem Linksfahren, nicht rechts

  • Prinz Rowan

    @Berufsfahrer: “Wenn ich Rechts überholen kann, macht links (fast) immer Jemand etwas falsch – nach Gesetzgebung. Und da ist’s egal, ob 100 ist und ich 100 links fahre, trotzdem rechts frei ist.”

    Das ist nur zum Teil wahr. Der Rechtsüberholer versucht so schnell zu überholen, wie er kann, damit das mit der Lücke klappt. Geht man nach rechts, hat derselbe plötzlich alle Zeit der Welt und setzt seine 200kW spritsparend und mechanikschonend ein. Das ist leider ein weit verbreitetes Phänomen.

  • marcus05

    @Sinnfrei:

    Eine neue Rostlaube kriegst du aber für 200 Euro beim Autoschieber um die Ecke – Dem dicken BMW Flaggschiff neue Frontstoßstange, neue LED Scheinwerfer und neue Motorhaube draufbasten bist du ja schon fast im fünfstelligen Bereich ;)

  • Peejot

    @Berufsfahrer:

    Wenn ich Rechts überholen kann, macht links (fast) immer Jemand etwas falsch – nach Gesetzgebung. Und da ist’s egal, ob 100 ist und ich 100 links fahre, trotzdem rechts frei ist.

    Das ist quatsch; wenn man mit 130km/h eine LKW-Kolonne überholt, und rechts von jemanden überholt wird, der meint bei hohem Verkehrsaufkommen 220km/h fahren zu müssen – und das gibt es, gar nicht selten – dann der Linksfahrer gar nichts falsch, selbst wenn es nicht “knapp” ist. Und wenn man Kolonne fährt – rechts LKW, alle mit 88km/h, links alle mit 110-120km/h, gerade noch den gesetzlichen Abstand wahrend – und dann rechts überholt wird, dann gilt das auch nicht.
    Das größte war allerdings, als ich – dichter Verkehr, zweispurige Autobahn, rechts ein LKW nach dem anderen, vor einem mindestens 10 Autos mit ähnlicher Geschwindigkeit (zwischen 100 und 120km/h) links überholt worden bin. Bremsen war nebenbei nicht möglich, weil der dahinter auch meinte, dass 120km/h in der Kolonne zu langsam sind und nach rechts ziehen ging auch nicht – zweispänniger LKW.

    PJ

  • Peejot

    @ Unbedrängelt

    Darf ich zusammenfassen?

    Das Urteil meint Fahrer wie Dich. Genau. Es handelt sich um eine quasi Lex unbedrängelt.

    1) Solange jemand mit entsprechender Geschwindigkeitsdifferenz andere Fahrzeuge überholt, musst Du hinter ihm warten. Wenn jemand mit 110km/h LKWs überholen will, mag das aus Deiner Sicht unhöflich sein, aber warum Dein Recht, 160km/h oder schneller zu fahren schwerer wiegen soll, als das Recht Deines Vorfahrenden 110km/h (und nicht 89km/h) zu fahren hast Du nicht erläutert.

    2) Wenn jemand den Blinker setzt und mit genug Abstand zu Dir auf die linke Fahrbahn zieht, dann ist das auch sein Recht – siehe oben.

    3) Dir sei immerhin Recht gegeben: wenn Dir jemand beim Fahrspurwechsel in die Rechte Seite fährt, bist Du nicht schuld, auch wenn Du 200km/h fährst.

    4) Wenn Du Abstand hältst, der vorgeschrieben ist, und jemand diesen nutzt, um hinter einem LKW auf die linke Spur zu fahren: dann ist die Autobahn eben halt gerade zu voll, um 160km/h zu fahren. Du bist gehalten, Deine Geschwindigkeit dem Verkehr anzupassen (siehe STVO §3(1)) – und nicht der Verkehr Deiner Geschwindigkeit.

    5) Du verursachst den Stau! Solange es LKWs und andere Fahrzeuge mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn gibt, sind die “schnellen” Autos das Problem. Der Fluss wird kaum durch die 110km/h-Fiat Pandas behindert, sondern durch die Autos mit großer Differenz zum LKW-Tempo (89km/h!). Anders: würden alle PKW auf der Autobahn zwischen 89 und 100km/h schnell fahren, würden alle Autos – auch Du und ich – schneller ankommen, zumindest wenn die Autobahnen voll sind, und das sind sie normalerweise!

    6) Wenn Du 130km/h oder schneller fährst, solltest Du – bitte, bitte -nicht telefonieren. Auch nicht mit Freisprechanlage. Fahr nach rechts hinter einen LKW, stell Deinen Tempomat auf 88km/h und telefoniere dann. Deine Aufmerksamkeitsschwelle sinkt rapide, wenn Du telefonierst (das gilt für alle Menschen!). Und wenn Du mit 89km/h vor einem Hindernis zum stehen kommst, hast Du bei 130km/h – und einer angenommen Reaktionszeit von 1s – wahrscheinlich am Hindernis noch nicht mal angefangen zu Bremsen!

    7) Wenn Du rasen willst – und ich kann das verstehen, ich fahre selbst ein sehr, sehr schnelles Auto: dann schlaf tagsüber und fahre nachts, so zwischen 2 und 3 Uhr morgens sind viele Autobahnen wirklich gut zum 220km/h fahren geeignet. Aber dann nicht telefonieren!

    Vielen Dank!

    wünscht
    peejot

    Maserati quattroporte GTS EZ 06/2013 V8 Biturbo 3,8l biturbo 530ps.
    Nie schneller als 130km/h bei durchschnittlichem Verkehrsaufkommen!

  • Sinnfrei

    @Peejot: Achso, wenn die Honks ihren Rückspiegel nicht benutzen, dann ist man selber schuld … alles klar.

  • Peejot

    Oh, der Überholvorgang eines “Honks” ist – und das ist die Kernaussage! – vollkommen unabhängig vom Blick in den Rückspiegel. Solange der Honk tatsächlich bei einem Überholmanöver ist und dabei wesentlich schneller fährt, als der Überholte – also sagen wir mit 110km/h an LKWs mit 89km/h vorbeifährt spielt der Wagen *hinter* ihm keinerlei Rolle in seinem Überholmanöver, egal ob der Honkhinterherfahrer gerne 220km/h oder 120km/h fahren würde.

    Auf der Straße gilt halt nicht das Recht des Stärkeren / Schnelleren, sondern die STVO. Und die ist (meistens!) eindeutig. Wäre ja auch schlimm, wenn man jetzt an jeder Kreuzung stehen bleiben müssten, um zu schauen, wer den größeren Motor / die besseren Beschleunigungswerte / das teurere Auto hat bevor man weiß, wer Vorfahrt hat.

    Alles klar?
    peejot

  • Berufsfahrer

    @peejot
    …fast alles richtig!
    Sehr schön und sanft umschrieben! Aber am Wochenende,während dem LKW Fahrverbot (und auch kein LKW mit Sondergenehmigung zu sehen, keine Wohnwagen etc pp), 3-spurig, 5km Sicht, leicht bergauf (also super Sicht):

    Linke Spur: zäher Verkehr bei 125km/h
    Mittlere Spur: geringer Verkehr 100-105km/h
    rechts: kein Verkehr. Geschwindigkeitsdifferenz zur mitleren Spur so gering, dass man nicht von Überholen sprechen könnte.