SCHÖNER HASSEN

Liebe terrakottagefäßestemmende Nachbarin,

ich werde auch dieses Jahr meinen Balkon nicht bepflanzen. Und ein Windrädchen stelle ich auch nicht auf. Daran wird auch Ihr vorwurfsvoller Blick nichts ändern.

Herzliche Grüße ins kuschelige Heim.

Der suspekte Single von nebenan

ABER ÜBER EICHEL MECKERN

Das war gewöhnungsfähig. Am 15. März jeden Jahres trudelten € 1.250,00 auf meinem Konto ein. Aber wie ich bei Durchsicht meiner Unterlagen merke, hat alles Schöne mal ein Ende.

Sogar die Eigenheimzulage.

SERIE

Festgestellt, dass ich seit 1997 keine Arztrechnung mehr zu meinen Krankenkassenunterlagen geheftet habe. Weil ich nicht zum Arzt musste.

Zum Glück wird die Serie nur durch eine Bagatelle unterbrochen. Nagelbettentzündung am linken Mittelfinger. Der Arzt wollte mir gar nicht glauben, dass ich – zumindest nach meiner ehrlichen Erinnerung – nicht im Dreck gewühlt habe.

Klammer 1: (Am Dienstag sind die Blutwerte da.)

Klammer 2: (Geschrieben unter dem Einfluss lokal applizierter Antibiotika)

TEAM JOSCHKA

Doofe Anwälte und kluge Diplomaten. Und ein Staatssekretär, der Überstunden macht. Vor Ostern!

Spiegel online berichtet über die tolle Truppe im Auswärtigen Amt. So was gehört eigentlich in den Anzeigenteil.

WEIGERUNG

Eine Staatsanwaltschaft mahnt mich wegen der Kosten an, die für die Übersendung der Ermittlungsakte angefallen sein sollen. Dafür kassiert die Behörde pauschal € 12,00. Allerdings nur dann, wenn die Akte „auf Antrag“ verschickt wurde. So ist es in Ziff. 9003 des Kostenverzeichnisses zum Gerichtskostengesetz ausdrücklich geregelt.

Ich habe die Akte aber nicht angefordert. Der Staatsanwalt hat sie mir von sich aus zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal übersandt. Das ist ja löblich und war auch informativ, aber die € 12,00 muss ich trotzdem nicht zahlen.

Mal sehen, ob sie das aus dem Computer kriegen.

SHOE SHINE

Der Kaufhof an der Kö bietet einen Schuhputz-Service. Keinen dieser Automaten. Am Eingang im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee sitzt ein netter Herr mit jeder Menge professionellem Gerät. Ich habe so einen Service gestern erstmals in Anspruch genmmen. Das Ergebnis war grandios.

Ein wenig stört nur, dass viele Passanten gucken, als wäre das, was der Mann da macht, ein Fall für amnesty international.

NOCH HEUTE

Der Mandant hat eine Bitte. Ob ich ihm die € 450,00, welche eine Versicherung am Gründonnerstag als Schmerzensgeld überwiesen hat, schon heute geben kann. In bar.

„Dann hätte ich auch was von Ostern“, sagt er.

Wir treffen uns um zwölf.

DATENKRAKE

Die GEZ wird sich im Rahmen ihrer neuen Möglichkeiten unter anderem auch auf die Adressdaten von Bürgern stürzen, die eine Fernsehzeitschrift abonniert haben. Das berichtet Telepolis. Außerdem wird beschrieben, wie die GEZ-Datenbank sich zum „Bundesmelderegister“ entwickelt.

RÜCKRUF

Gerade versucht, den Leiter einer Staatsanwaltschaft anzurufen. Leider ging im Vorzimmer niemand ran. Dann nach fünf Minuten der Rückruf. Die Mitarbeiterin hatte die Nummer im Display gesehen.

Wenn man sonst vorwiegend mit den normalen Geschäftsstellen zu tun hat, ist das ein Service, den man erfreut zur Kenntnis nimmt.

FAXE INS IRGENDWO

Gestern wurden uns offensichtlich Faxe geschickt, die nie bei uns ankamen. Seltsam, dass die Absender alle o.k.-Vermerke haben. Möglicherweise hat es damit zu tun, dass eine Nachbarin in den letzten Tagen auch nur unter einer anderen Telefonnummer erreichbar war und daraufhin einige Herren an den Schaltkästen um die Ecke schraubten.

In eine andere Richtung will ich vorerst mal gar nicht denken.

Mittlerweile geht das Fax jedenfalls wieder.

WENIG GRANDIOS

Das manager magazin berichtet über einen erbitterten Arbeitsrechtsprozess, den die Frankfurter Allgemeine Zeitung sich mit ihrem früheren Geschäftsführer liefert.

Einer der renommiertesten deutschen Rechtsanwälte soll in dem Verfahren keine besonders gute Figur machen. Was nur wieder zeigt, dass selbst in den höchsten Etagen nur mit Wasser gekocht wird.

GEZ: „MAIL-AKTIONEN“

Der Schockwellenreiter:

»Zur Fahndung nach Schwarzsehern soll der Ankauf von allgemein zugänglichen, auf dem Markt verfügbaren Adressen für die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland ermöglicht werden. […] Dies erfolge unter anderem durch E-Mail-Aktionen, in denen über die bestehende Gebührenpflicht informiert und um Anmeldung eventuell vorhandener Rundfunkgeräte gebeten werde.«

Liebe GEZ, nur zur Info: Sollte ich so eine Mail bekommen, werde ich auf Unterlassung klagen.

Ich auch.

SCHADENSNUMMERN

Gibt es unter Versicherungen eigentlich einen Wettstreit, wer die kompliziertesten Schadensnummern hat?

Das wäre ein heißer Kandidat:

04.055.152-2/71-3110-HOL vom 01.04.2004