Manche Zeugen verwechseln den Gerichtssaal offenbar mit dem Studio von „Wer wird Millionär?“. Wenn man auf dem heißen Stuhl nicht weiter weiß, greift man kurzerhand zum Telefonjoker.
Genau das versuchte ein Kläger am Londoner High Court in einem Immobilienprozess. Er marschierte mit einer vernetzten Smart-Brille in den Zeugenstand.
Der Richterin fielen bei der Vernehmung unnatürliche Sprechpausen und leises Knistern auf. Als der Mann die Brille absetzen musste, quasselte sein Handy weiter. Die Ausrede, das sei nur ChatGPT, platzte. Auf dem Display prangte ein Daueranruf bei einem Kontakt namens „abra kadabra“. Der angebliche Taxifahrer, den der Mann nur rufen wollte, war wohl eher ein Einflüsterer.
Das Urteil fiel schnell. Die Richterin wies die komplette Klage wegen des ferngesteuerten Zeugen ab.