Falsche Lehrerin muss ins Gefängnis

Es gibt Karrieren, die basieren auf Fleiß – und manche entstehen am heimischen Drucker.

Eine 44-Jährige aus dem Rhein-Neckar-Kreis schaffte es, jahrelang als Gymnasiallehrerin zu unterrichten, ohne jemals einen Abschluss erzielt zu haben. Das Landgericht Heidelberg fand dieses „Do-it-yourself-Lehramt“ weniger kreativ als kriminell: Drei Jahre und vier Monate Haft.

Die Frau hatte sich die Staatsexamina für Mathematik, Physik und Chemie am PC zusammengeklöppelt. Mit dem digitalen Blendwerk erschlich sie sich nicht nur den Zugang zum Staatsdienst, sondern auch rund 300.000 Euro Gehalt. Ein klassischer Fall von Urkundenfälschung und Betrug. Auch anderweitig war die vermeintliche Lehrerin kreativ. So soll sie mit gefälschten Unterlagen Bankkredite erschwindelt haben.

Die falsche Lehrerin flog jahrelang nicht auf, weil ihre Unterrichtsleistung offenbar stimmte oder jedenfalls nicht so auffällig unter dem sonstigen Niveau im schulischen Bereich lag. Eine ehemalige Schülerin hatte beim Gerichtstermin zuvor noch betont, wie „empathisch“ ihre ehemalige Mathe- und Chemielehrerin gewesen sei. Insgesamt habe sie einen sehr kompetenten Eindruck gemacht. In das Urteil wurde auch eine frühere Strafe gegen die Lehrerin wegen einer anderen Sache einbezogen.

Aktenzeichen 1 KLs 1300 Js 19551/25